Wer schon einmal eine Fraktur des Handgelenks erlitten hat, kennt vielleicht die Schmerzen beim Comeback auf dem Bike. Eine spezielle Handgelenkstütze ist für solche Fälle eine interessante Sache – hier der Praxistest.

Im Gegensatz zu Handgelenkschonern aus dem Skate-Bereich, schützt der SixSixone Wrist Wrap Pro 2010 beim Aufprall nicht den Handballen mithilfe eines dicken Plastikschutzes. Die Schutzplatte liegt oben und verhindert eine zu starke Beugung des Handgelenks. Bei Stürzen soll der Handgelenksstabilisator fiesere Handgelenksverletzung auf diese Art verhindern, doch diesen Fall habe ich nicht extra getestet. Der Wrist Wrap kann mögliche Schmerzen bei Handgelenkpatienten mindern oder auch ganz ausschalten: Wenn man ihn eng genug anzieht, stützt er das Gelenk und stabilisiert es zusätzlich.

Frisch ausgepackt: Der Wrist Wrap Pro wirkt robust und gut verarbeitet. Beim Anprobieren fällt auf, dass man mit einem eher schmalen Handgelenk im Vorteil ist, da der Wrist Wrap Pro recht eng ausfällt.

Für dicke Pranken ungeeignet: Den Wrist Wrap gibt es nur in einer Größe:

Die beiden Klettverschlüsse funktionieren einwandfrei. Man muss dabei jedoch aufpassen, dass man sie nicht zu eng anschnallt, weil das beim Fahren recht unangenehm ist. Ohne Handschuhe sitzt der Wrist Wrap perfekt und schmiegt sich angenehm an das Handgelenk an.

Mit Handschuhen ist es jedoch gar nicht so einfach den Wrist Wrap korrekt anzuziehen. Je nachdem wie dick die obere Verschlusslasche des Handschuhes ist, kann es Probleme geben. Nach ein bisschen Wurschtelei hat es bei mir jedoch gut geklappt.

Während der Fahrt: Erstmal ist es ein ungewohntes Gefühl und man zweifelt, ob man trotz der Stütze gut ein gutes Handling am Lenker hat. Doch nach kurzer Zeit ist das Teil vergessen und man fährt wie sonst auch. Klar, die Wärmebildung am jeweiligen Handgelenk ist nicht ohne, aber das ist man ja von den anderen Protektoren gewöhnt.

Im Drop-Einsatz haben sich die Wrist Wraps bewährt:

(Foto: Privat)

Die Facts vom Hersteller:

Zitat:
– Der SixSixone Wrist Wrap Pro 2010Verhindert Handermüdung ohne den Grip am Lenker zu Behindern

– Konstruktion mit elastischen, gedichteten Stulpen

– Robuste, extrastrake Lycra-Hülle

– Einfaches Einstellen mit Verschnürung

– Handballen für mehr Grip mit Ultra Microfiber verstärkt

Dual Velcro®-Riemen gegen Verrutschen

– 3M Scotchlite Reflektoren

– Größen:unisize (fällt etwas enger aus!); passt links oder rechts!

Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers: 24,90 Euro.

Praxistipp: Man kann den Wrist Wrap auch gut fürs Krafttraining nehmen, da ist er auch sehr nützlich und hilft gegen Schmerzen beim Gewichte stemmen.

Welche Erfahrungen habt ihr bisher mit Handgelenkstützen gemacht?

  1. benutzerbild

    jan_hl

    dabei seit 08/2008

    Als Ergaenzung fuer die schlimmeren Faelle:

    Ein ziemlich beruehmter Trialfahrer faehrt mit den Protektoren von Allpsort Dynamics:



    I have been troubled with my wrists for ~9 years, all back to motorcycle days, and until nowadays, broken wrists 4 times...


    http://trarider.webs.com/reviews.htm

    Die Webseite gibt's da:

    http://www.allsportdynamics.com/sport.htm
  2. benutzerbild

    Schwatzwild

    dabei seit 01/1970

    Hab' nach Radiusfraktur mit meinem Doc drüber gesprochen: Er rät davon, und von ähnlichen Produkten ab. Sagt allerdings, dass man sich Zeit für die gescheite Ausheilung lassen soll. Wer nicht abwarten kann, und zu früh (mit solchen Hilfsmitteln) wieder anfängt, riskiert evtl. Dauer- und Spätschäden.
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  4. benutzerbild

    pillemaen

    dabei seit 04/2010

    Sehe ich auch so, ich hatte zwei Kahnbeinfrakturen und hatte nur für die zwei Monate nach der "offiziellen" Ausheilung eine Schiene, bis die Muskeln wieder soweit aufgebaut waren. Ich kann aber trotzdem jedem nur empfehlen auf seine Hände aufzupassen, denn wenns mal kaputt ist hat man den Dreck.
  5. benutzerbild

    Sebastian25

    dabei seit 02/2010

    Hey,

    mich hats vor 6 Wochen erwischt. Übern Lenker und Schultereckgelenksprenung und Radiusfraktur im Handgelenk.
    Mache mir nun auch Gedanken, wie ich meinem Handgelenk etwas helfen kann gewisse Situationen gut zu überstehen. Wenn ich mir hier so gewisse Modelle anschaue und sehe wie sie funktionieren sollen, dann hätte ich mir garantiert bei meinem Sturz die Fingerbänder durchgerissen. (Aufprall war kopfüber mit ausgestrecktem Arm mit angewinkelter Hand, natürlicher Reflex halt). Wenn die Schoner ein anwinkeln der hand verhindern, dann ist das meiner Meinung nach eher kontraproduktiv.
    Ich bin der Meinung, dass der Schoner einem eine gewisse Sicherheit psychischer Natur bietet, wobei man natürlich aufpassen sollte, dass man nicht übermütig wird.
    Aus diesem Grund glaube ich, dass der beste Schutz vor Verletzungen einfach Respekt vor dem Sport ist. Routine ist die größte Gefahrenquelle, was ich am eigenen Leib erfahren musste.
    Wenn man komplett Stürze vermeiden will, sollte man vielleicht über Hallenhalma nachdenken und das Radeln sein lassen.
    Wenn ich wieder fahren kann, dann werde ich über einen Handgelenkschutz nachdenken. Verletzungen wird er bestimmt nicht vermeiden, aber wenn es einem ein gewisses Sicherheitsgefühl verleiht, dann erfüllt er halt diesen Zweck.

    Grüße
  6. benutzerbild

    Mounthook

    dabei seit 06/2006

    Ich habe mir gottlob noch nicht das Handgelenk gebrochen aber bei einem Sturz vor ca. 2 Jahren den Diskus geschädigt (das ist das Pendant zum Miniskus im Knie). Wie stark, dafür müsste ich eine Gelenkspiegelung machen, die ich aber aus schlechter Erfahrung mit dem Knie meide. Seit dem ist das Handgelenk max. 90° zu beugen/biegen, alles darüber ist schmerzhaft. Nach jedem Sturz, auch harmloser Natur, bei dem ich mich mit der Hand abstützen muss, habe ich eine mehrtägige Erinnerung.
    Ich habe mehre Handgelenkschoner ausprobiert, war alles Mist und bin jetzt bei Flexmeter gelandet, die eine Biegung bis 90° zulassen. Die Dinger sehen ******** aus aus, sind mit Handschuhen mäßig anzulegen aber erfüllen ihren Zweck: bis dato diverse Stürze ohne Probleme. Ich fahre nicht mehr ohne, genauso wie ich nicht mehr ohne Knieprotektoren fahre. Helm sowieso. An die leichten Einschränkungen habe ich mich gewöhnt aber vor allem habe ich den Kopf wieder einigermaßen frei, denn MTB ist nun mal eine Kontaktsportart, da kann ich so devensiv fahren wie ich will. Irgendwann erwischt es einen.

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