Orbea Rallon - Vom Erscheinungsbild ist vor allem die Farbe temparamentvoll. Wird sich das auch im Fahrverhalten abzeichnen? Wir haben den Carbon-29er mit 150 mm Federweg am Heck getestet!
Orbea liegt mit der Geometrie des Rallon im Durchschnitt und geht nicht auf Extremwerte. Für die Anpassung der Geometrie kann aber an der Dämpferverlängerung ein Flip Chip gedreht werden. - Dank niedrigerer Sitzrohre decken die Spanier mit nur drei Rahmengrößen ein recht breites Spektrum ab. Somit muss der Fahrer nicht anhand des Sitzrohres die Größenwahl treffen.
Am Orbea Rallon werden die 150 mm Federweg am Heck von FOX Float X2 in der Factory-Ausführung gebändigt. - Im M-LTD Topmodell kommt ab Werk der FOX DHX2, der Dämpfer lässt sich aber im Konfigurator ändern.
Vorne arbeitet die FOX 36 Float mit HSC/LSC-Dämpfungskartusche und 160 mm Federweg. - Orbea gibt das Rad auch bis maximal 160 mm Federweg an der Gabel frei.
Angetrieben wird die gesamte Modellpalette mit 12-fach Schaltungen aus dem Hause SRAM. - Im BSA-Tretlager steckt an unserem Testrad eine Descendant Carbon-Kurbel, ansonsten werden X01 Eagle-Komponenten verbaut.
Race Face liefert die Komponenten fürs Cockpit. - Einer der wohl schönsten Vorbauten aktuell trifft auf den leichten Next Carbon-Lenker.
Auch die Sattelstütze kommt von Race Face. - Auf der Turbine-Stütze mit 175 mm Hub ist ein Selle Italia-Sattel montiert.
Neben der knackigen Farbkombination ist der asymmetrische Rahmen wohl der größte Blickfang. - Das Design ermöglicht neben Steifigkeits- und Gewichtsvorteilen auch das schnelle Volumenspacer-Tuning und eine einfache Entnahme des Dämpfers.
Etwas kurz fällt der Rahmenschoner an der Kettenstrebe aus – auch auf der Unterseite ist er nicht weit gezogen. - Geschickt ist dafür der Gummi-Schutz auf der Sitzstrebe.
Unter dem Tretlager sitzt ein weiterer Gummischutz, der vor Beschuss des Vorderreifens schützen sollte. - Um das BSA-Tretlager sind ISCG05-Mounts angebracht.
Der Rahmen lässt sich im Konfigurator in einer Custom-Farbe gestalten – Haupt-, Neben- und diverse Logo-Farben lassen sich anpassen. - Die Züge verlaufen größtenteils im Rahmeninneren.
Aus dem Unterrohr treten die Züge auf beiden Seiten wieder aus, verschwinden aber kurz darauf schon wieder in der Kettenstrebe. - Den Zug der Bremsleitung, sollte man aber etwas auf Spannung bringen, dass er nicht in die Speichen ragt.
Auch das Suspension-Design des Rallon ist nicht ganz unbekannt: Streng genommen ist das Rad ein abgestützter Eingelenker. - Der Drehpunkt zwischen Sitz- und Kettenstrebe sitzt aber wie an Dave Weagles Split Pivot-System konzentrisch zur Achse.
Nochmal hoch? Gerne! - Anstiege sind nicht nur schnell, sondern durch das vortriebsstarke Bike auch leicht überwunden.
Darfs auch etwas mehr Druck auf den Pedalen sein? - Auch im Stehen marschiert das Rallon fleißig und ohne viel Bewegung im Fahrwerk.
Kreative Linienwahl unterstützt das Rallon
Darfs auch mal Scheppern? Immer!
Paradedisziplin: enge Anliegerkurven
Progressiver oder lieber linearer? - Vier Volumenspacer reichen für eine grobe Fahrweise sehr gut aus. Wer gerne öfters mehr Federweg freigibt oder mehr Grip generieren möchte, kann locker ein bis zwei Ringe herausnehmen.
Bereit fürs Grobe - Die Kombination aus dem sehr steifen Rahmen und dem breit abstimmbaren Fahrwerk lässt wenig Zweifel an der Leistungsfähigkeit des Rallon, wenns mal stärker rumpelt.
Große Füße hinterlassen oft Spuren am Hinterbau. - Auch das Orbea Rallon bleibt davon nicht verschont. Lackschutzfolie hilft.
Made in Spain – nicht zuletzt dadurch ist die Custom Lackierung möglich. - Auch wenn der Aufkleber nicht ganz mittig sitzt: das Rallon ist gut verarbeitet.
Jede Menge Platz für Rucksack-Verweigerer - Neben einer Wasserflasche findet auch noch ein Schlauch sowie ein Minitool im Rahmendreieck Platz.
Auf der Sitzstrebe löste sich der Rahmenschutz etwas, hier sollte man handeln, damit er nicht komplett verloren geht. - Etwas Slappertape auf den ungeschützten Teilen der Kettenstrebe, hilft auch den Lack zu schützen.
Spanischer Heißsporn - Durchdacht, agil, Nehmerqualitäten und trotzdem schnell auf dem Berg. Das Rallon ist ein idealer Begleiter für Fahrer, die es sehr direkt mögen und ein Enduro in einem breiten Einsatzbereich bewegen möchten.