CEO Dan Brown erklärte, dass die wichtigste Erkenntnis aus den Tests des ersten Prototyps war, dass die ursprünglichen Hinterbaustreben für diese neue Konfiguration zu steif waren. Dank Athertons Lug-and-Tube-Konstruktion, die schnelle Anpassungen und Iterationen ermöglicht, konnte das Team zügig reagieren. Bereits zum Ende der Hardline-Woche – deutlich früher als geplant – stand für Charlie ein neuer Prototyp mit flexibleren Kettenstreben bereit, um weitere Tests durchzuführen.
Der Prototyp, mit dem Charlie in Tasmanien an den Start ging, war noch mit den dickeren Carbon-Kettenstreben des A.200 ausgestattet. Allerdings integrierte Atherton eine verstellbare Verstrebung, mit der die Nachgiebigkeit des Hinterbaus präziser abgestimmt werden konnte. Während die schnellen, trockenen Bedingungen der Hardline einen steiferen Hinterbau erforderten, war dem Team bewusst, dass sie für das matschige Terrain in Dyfi deutlich mehr Flexibilität benötigen würden, um optimalen Grip zu gewährleisten.
Dan Brown: „Wir wissen, dass die Nachgiebigkeit des Hinterbaus entscheidend für die Performance unserer Bikes auf der Strecke ist. Daran haben wir in den letzten fünf Jahren intensiv gearbeitet – insbesondere mit Charlie, der ein unglaubliches Gespür dafür hat. Der Wechsel der Kettenstreben war die einzige Veränderung, die wir am nächsten Prototyp vorgenommen haben. Wir haben leichtere Kettenstreben mit einer dünneren Carbon-Wand aus dem Trailbike-Bereich verwendet, um das Heck flexibler zu machen. Zudem haben wir die Verstrebung hinzugefügt, die wir je nach Bedarf herausnehmen konnten, um mehr Flexibilität zu erhalten. Dadurch hatten wir ein deutlich besser kontrollierbares Fenster für die Nachgiebigkeit – mit sehr positiven Ergebnissen.“
Charlie Hatton: „Einen brandneuen Prototyp zur Red Bull Hardline zu bringen, war natürlich ein Risiko – auf so einer brutalen Strecke und mit der gesamten Bike-Welt, die uns zuschaut. Aber es war auch extrem lehrreich. Am Bike selbst gab es keinerlei Probleme, allerdings hatten wir Schwierigkeiten mit verbogenen Dämpferschrauben, was zeigt, wie viel Kraft durch den Rahmen geht.
Es war faszinierend, mit dem Compliance-Fenster (Nachgiebigkeit des Hinterbaus) zu experimentieren. Wenn man es zu weit in eine Richtung treibt, merkt man sofort, dass man wieder einen Schritt zurückgehen muss. Ich habe dabei gelernt, dass ‘komfortabel’ nicht immer das Beste für Geschwindigkeit ist. Mein Rennbike bewerte ich nach anderen Kriterien als ein A170 oder S150.
Beim Testen im Dyfi Bike Park habe ich festgestellt, dass sich das A.200.G in manchen Sektionen besser anfühlt als in anderen – und das ist in Ordnung. Im Rennmodus muss man sich davon lösen, was sich am bequemsten anfühlt, und stattdessen das fahren, was das Bike am schnellsten macht – die Stoppuhr lügt nicht!“
Was sagt ihr zur Entwicklung beim Atherton A.200.G
Hier findest du die spannendsten Mountainbike-Videos – und das sind die letzten fünf Bike-Videos:
- MTB Frame Development – Episode 7: Vorrichtung, Geometrie und Rohrtoleranzen
- Queenstown Roaches: David McMillan und Christian Rigal in Neuseeland
- Irisation: Yannis Pelé entdeckt die Farbe wieder – durchs Mountainbiken
- MTB Frame Development Episode 6: So entstehen die CNC-gefrästen Lugs für den Kavenz-Rahmen
- „Big Shoes To Fill“ – Levin Klausmann: Rennkarriere als Familiensache

14 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumAber wieso dreht man den Dämpfer? Macht das Federbein doch nur länger und den Hängebauch größer.
Ich hab´s mir mal genauer angeschaut. Einfach ohne die Verlängerung oben montiert und nicht gedreht sollte der Dämpfer ohne Kollision mit dem Unterrohr beim Einfedern sogar noch ordentlich Platz haben.
Mit dem "Druckteil" könnte man noch mehr Platz schaffen, ist aber wie gesagt gar nicht notwendig, man könnte den Hängebauch sogar so reduzieren.
Dazu ist die Lagerung des Dämpfers halt einfach schlechter. Ohne Verlängerung, dafür mit spherischen Lagern ist´s sicherlich besser was Querkräfte auf den Dämpfer angeht.
Ich habe jetzt aber gehört, es ging darum unterschiedliche Dämpferlängen und Progressionen ausprobieren zu können. Auch ist über Austausch der Verlängerung die Geo änderbar.
Also, könnte im Projektverlauf vielleicht auch noch verschwinden.
Glaub ich fast nicht (also das es verschwindet), finde die Kiste so wie sie ist mega gut.
Frameworks setzt ja auch auf gedrehten Dämpfer
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