Zumindest im Downhill World Cup ist Datenanalyse nichts ganz Neues – der aktuelle Weltmeister Loïc Bruni beispielsweise setzt ein solches System bereits seit mehreren Jahren sehr erfolgreich ein. 2018 konnten wir einen genaueren Blick auf das damals von BOS eingesetzte System am Scott Gambler-Prototyp von Brendan Fairclough und Gaetan Vigé werfen. Mittlerweile sind einige dieser Systeme auch im normalen Handel erhältlich – beispielsweise das von Dave Garland entworfene Stendec-System. Motion Instruments kommt nun direkt mit zwei unterschiedlich komplexen Baureihen auf den Markt, die sich nicht nur an Profis, sondern auch an Hobby-Biker richten. Zur Entwicklung konnte kein Geringerer als Fahrwerks-Puzzle-König Greg Minnaar gewonnen werden.
- System zur Datenerfassung & -analyse
- Einsatzbereiche XC, Enduro, DH
- Versionen Expert, Pro
- Datenauswertung über Motion IQ-Smartphone-App
- Verfügbarkeit Vorbestellung jetzt möglich (Lieferung in 6–10 Wochen)
- www.motioninstruments.com
- Preise 472,49 $ (XC Expert) bis 1312,49 $ (DH/Enduro Pro) + monatliches App-Abo
Motion Instruments präsentiert nun nicht nur ein relativ simpel und aufgeräumt wirkendes System, sondern auch eine passende Handy-App, mittels derer die aufgezeichneten Fahrdaten ausgewertet und grafisch dargestellt werden können. Die Motion IQ-App ist aktuell lediglich für Apple-Produkte erhältlich, soll bald jedoch auch als Android-Version folgen. Dem Hersteller zufolge konnten zudem einige Features eingebaut werden, die kein anderes System auf dem Markt bietet: So beachtet das System Bike-spezifische Daten wie beispielsweise die Geometrie oder Hinterbau-Kinematik, um zu ermitteln, wie sich die Räder im Verhältnis zum Untergrund bewegen.
MI ist ein großartiges Produkt für alle Mountainbiker, nicht nur für Racer. Bei der Entwicklung meines Santa Cruz V10 versuche ich ständig, die beste Fahrwerksabstimmung zu finden und zu quantifizieren, was mir an der Abstimmung gefällt oder nicht gefällt. Mit MotionIQ habe ich jetzt Daten, die dem Gefühl auf dem Bike entsprechen. Spezifische Daten zu deinem Bike zu haben, verschafft dir einen unfairen Vorteil. Wenn du die Grenzen verschieben willst, muss die Wissenschaft des Fahrrad-Setups in deinem Werkzeugkasten liegen. MotionIQ ist das Werkzeug, das du brauchst.
Greg Minnaar

Das Motion Instruments-System wird jeweils als Expert oder Pro-Variante für die Einsatzbereiche XC, Enduro und Downhill angeboten. Während bei der Pro-Variante hochpräzise Sensoren verwendet werden sollen, ist die leicht günstigere Expert-Variante den US-Amerikanern zufolge immer noch mehr als präzise genug für normale Mountainbike-Enthusiasten. Die zur Auswertung nötige Motion IQ-App ist erstmal kostenlos, bietet jedoch bloß rohe Daten – wer mehr Unterstützung bei der Analyse haben möchte, kann sich für ein kostenpflichtiges, monatliches Abonnement entscheiden, das es ebenfalls als Expert (9,99 $/Monat oder 99 $/Jahr) und Pro-Version (29,99 $/Monat oder 299 $/Jahr) gibt.
Zum Verkaufsstart bietet die Firma 25 % Rabatt auf ihre Produkte. Neben Greg Minnaar sollen 2020 das Ibis Enduro-Team sowie einige bisher unbekannte Downhill World Cup-Teams auf Motion IQ setzen.
Hätte ihr Interesse, ein solches System an euren Bikes auszuprobieren?
29 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumGeiles Zeug
- wenn ich mein Geld mit Radeln verdienen würde wollte ich sowas sicher auch ...
Bei mir würden solche Geräte nur sagen "fahr mehr Rad"....dafür brauche ich das Gerät aber gar nicht, das weiss ich selbst
Das kann ich bestätigen
Mein damaliger Prototyp bestand aus einem Arduino incl Datenlogger (SD Karte), RTC, einem Knopf am Lenker und 3 3Achsen Gyrosensoren.
Die Hardware lief fehlerfrei aber die Auswertung der Rohdaten ist exterm aufwändig.
Als kleines Zusatzfeature konnte auch Zeitmessungen vornehmen 😎
Das kann ich bestätigen
Mein damaliger Prototyp bestand aus einem Arduino incl Datenlogger (SD Karte), RTC, einem Knopf am Lenker und 3 3Achsen Gyrosensoren.
Die Hardware lief fehlerfrei aber die Auswertung der Rohdaten ist exterm aufwändig.
Als kleines Zusatzfeature konnte auch Zeitmessungen vornehmen 😎
ich denke aber nicht dass die derzeitige evolutionstufe von so einem system eine grosse verbreitung im markt findet.
aber ein system das auf grund von messwerten fahrsituationen erkennt und über algorithmen in Millisekunden das fahrwerk adaptiert wird meiner nach in highend bikes in ein paar jahren zu einem must have gehören.
die ansteuerung des motors bei ebikes gibt dem ganzen noch mal etwas momentum. und erste versuche von adaptiven fahrwerken gibts ja auch schon.
die aktuelle offline variante ist nur ein entwicklungsschritt in diese richtung.
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