Seit vielen Jahren ist Dean Lucas ein fester Bestandteil des Downhill World Cups. Vor einigen Wochen hat der stets gut gelaunte Australier angekündigt, zum Ende dieser Saison seine aktive Renn-Karriere zu beenden. Doch aus einem versöhnlichen Abschied bei den beiden letzten World Cups in Nordamerika ist für den Scott-Fahrer zunächst ein absoluter Albtraum geworden – aber immerhin einer mit glücklichem Ausgang.
Beim Training vorm Halbfinale ist Dean Lucas in einer Sektion, die vielen Fahrern Probleme bereitet hat, weggerutscht und sehr unsanft in einen Baum eingeschlagen. Anschließend ist er mit dem Kopf voran so ins Steinfeld gestürzt, dass er sich zunächst im Boden verkeilt hat. Unmittelbar nach dem Sturz konnte Dean Lucas seine Arme und Beine nicht spüren und war dabei bei vollem Bewusstsein. In Anbetracht des Sturzes musste man also mit dem Schlimmsten rechnen.

Glücklicherweise hat der Australier seine Wirbelsäule beim Sturz nicht irreparabel beschädigt, wie es zunächst wirkte, sondern sich „nur“ eine Hyperextensionsverletzung der Wirbelsäule zugezogen. Bei dieser seltenen Verletzung kann das Rückenmark durch eine starke Krafteinwirkung gequetscht werden. Nach einigen sehr bangen Minuten kehrte glücklicherweise das Gefühl zurück in die Arme und Beine von Dean Lucas. Es handelt sich zwar um eine schwere Verletzung, doch in Anbetracht der Umstände hätte das Karriere-Ende von Dean Lucas einen deutlich schlimmeren Ausgang nehmen können.
Wie es zum Sturz gekommen ist, wie die Sekunden und Minuten unmittelbar nach dem Unfall waren und wie es nun für den Scott Factory-Fahrer weitergeht, schildert Dean Lucas sehr eindrücklich in seinem Youtube-Vlog. Hierbei handelt es sich definitiv nicht um ein Feelgood-Video, sondern um eine sehr aufwühlende und emotionale Berichterstattung:
44 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumDer Sturz von Pierron in der Lenzerheide sah doch auch verhältnismässig nach Peanuts aus und trotzdem hat sich dieser doch kräftige Athlet am Genick verletzt. Er ist angeblich irgendwie blöd mit dem Kopf aufgekommen. Hoher Krafteinfluss in kurzem Zeitraum - da nützen mitunter alle Muskeln nichts.
Die Energie muss halt irgendwo hin. Das ist übrigens auch bisher die einzige Kritik am NB, die ich mal halbwegs plausibel gelesen habe. Dass Energie eben woanders hingeht. In die Schultern zb. Schlüsselbeinbruch. Das Gehirn könnte vielleicht auch schneller beschleunigt werden, wenn der Kopf schlechter ausweichen kann. Aber das kann man mit Alternative hoher Querschnitt in Kauf nehmen. Und zur Frage des Nutzens. Es kommt auch darauf an, wie die Wirbel belastet werden. Bei einer Stauchung wird das NB wohl nichts bringen. Scotty Cranmer hatte sich drei Monate vor seinem schweren Unfall bereits bei den X Games einen Brustwirbel gebrochen, als er sich mächtig auf den Hintern gesetzt hat. Lässt vielleicht auch Fragen zur Ernährung offen. Er ist ja Veganer. Zwei Wirbelbrüche kurz hintereinander? Vielleicht ist Knochendichte wichtiger als Muskeln?
Da stellt man auch wieder mal fest wie schnell es eigentlich aus sein kann wenn man alleine am trail ist. Da hat man niemanden der einen aus dem Baum wieder rausholt.
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