Einen etwas ernüchternden Downhill World Cup-Auftakt dürften wohl Aaron Gwin-Fans am vergangenen Wochenende erlebt haben. Erst überraschte Gwin am Samstag mit einem Quali-Ergebnis jenseits der Top 10, dann setzte er dem Ganzen noch eins drauf und verlor im Finale weitere sechs Plätze, um sich letzten Endes mit Platz 20 abfinden zu müssen. Ein gefundenes Fressen für jene, die dem Wechsel Gwins von Trek zu Specialized ohnehin schon skeptisch gegenüberstanden.

Erstmals nach zwei Jahren Dauererfolg sah man am vergangenen Wochenende keinen Aaron Gwin bei der Siegerehrung eines Downhill World Cups auf dem Podium [sein verletzungsbedingtes Fehlen in Hafjell ausgenommen]. Ein Einzelfall oder doch das bittere Ende einer Erfolgssträhne, wie es auch schon ein gewisser Sam Hill erleben musste? Schon die US-amerikanischen Leistungsindikatoren im Frühjahr ließen vermuten, dass Gwin der Konkurrenz in diesem Jahr nicht so überlegen sein könnte wie in den Vorjahren. In Fontana musste er sich seinem Team-Kollegen Mitch Roplelato geschlagen geben und auch in Port Angeles reihte er sich hinter Smith, Bryceland und Fearon auf Platz 4 ein.


# Aaron Gwin und sein neues Arbeitsgerät

Als wir Aaron im Frühjahr in Kalifornien trafen, zeigte sich dieser noch siegessicher und gab zu Protokoll, sich auf seinem neuen Arbeitsgerät deutlich wohler und vor allem schneller zu fühlen als noch auf seinem Vorgängerbike. Auf die Frage, ob ihn die Unstimmigkeiten seines Team-Wechsels belastet oder gar negativ auf seine Saisonvorbereitung ausgewirkt hätten, gab Gwin mit einem Kopfschütteln Folgendes zu Protokoll [das ganze Interview findest du hier]:

“Diese Off-Season gab es definitiv einiges zu tun. Ich hatte eine Menge Änderungen, was meine Sponsoren-Aufstellung betrifft. Was meine Sponsoren anbelangt, hat sich nahezu alles geändert. Dennoch bin ich sehr glücklich darüber, wie ich neuerdings aufgestellt bin und es war auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Man könnte sagen, dass ich nun meine Traum-Sponsoren bekommen habe, ich könnte nicht glücklicher sein. Ich habe eine Menge guter Leute hinter mir, werde mit tollen Produkten ausgestattet und liebe meine neuen Bikes. Wie schon gesagt, es ist ein wahr gewordener Traum – ich bin wirklich glücklich.”


# Aaron Gwin

Dass jeder noch so gute Profisportler auch mal eine Flaute erlebt ist nichts Neues und aus sportlicher Sicht keineswegs bedenklich. Sponsoren können solche Rückschläge jedoch schnell unangenehm aufschlagen. Man darf sich sicher sein, dass im Specialized Factory Racing Team auf Hochtouren analysiert wird, warum genau Aaron am vergangenen Wochenende der nötige Speed fehlte.

Im jüngst erschienen Specialized Team-Video gibt sich Gwin gelassen, und spricht von neuen Herausforderungen, auf die er seit Längerem gewartet hätte. Sein durchwachsenes Abschneiden beim World Cup-Auftakt würde ihm jedenfalls keine Sorgen bereiten, da die Saison noch junge wäre. Gwin spricht auch über viel Arbeit, die nun vor ihm liegen würde.

Auch wenn sich Gwin im Team-Video nach dem verpatzten Finale gelassen zeigt, so dürfte die Situation im Hause seines Arbeitgebers Specialized wohl weniger entspannt sein. Für Specialized könnte der Marketing-Schachzug den zweifachen World Cup-Gesamtsieger ins Boot geholt zu haben ganz schnell nach hinten losgehen, wenn sich der Eindruck breitmacht, Gwin könne die Konkurrenz auf seinem neuen Arbeitsgerät nicht mehr dominieren.

Zwar steckt die World Cup-Saison noch in den Kinderschuhen, so stellt sich aber dennoch die Frage, ob das Ergebnis vom vergangenen Wochenende schon den diesjährigen Leistungsstand des großen Favoriten widerspiegelt. Uns würde an dieser Stelle interessieren, wie ihr den Start von Aaron Gwin in die diejsährige World Cup-Saison bewertet und wie ihr seine Chancen beim kommenden Rennen in Val di Sole einschätzt. Glaubt ihr, dass Gwin dieses Jahr ein drittes Mal den Gesamtsieg im World Cup einfahren kann?

Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

    chorge

    dabei seit 05/2002

    Glaubt hier wirklich ERNSTHAFT jemand, dass auch nur ein einziger der Top20 Fahrer dauerhaft Probleme hat, sich auf ein neues Bike einzustimmen?! Und selbst wenn mal tatsächlich irgendwas an der Geometrie nicht passt, dann wird es doch ziemlich sicher passend gemacht...
    Kein Skifahr-Profi hat Material von der Stange, auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht!! Und ich denke mal, dass dies bei vielen DH-Pros nicht viel anders sein wird...
  2. benutzerbild

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  3. benutzerbild

    xMARTINx

    dabei seit 12/2006

    Die Strecke und das rennen sind ja nicht der Maßstab, MSA muss es laufen
  4. benutzerbild

    san_andreas

    dabei seit 02/2007

    Ach ja ? Aber wenn z.B. Hill in Australien dominiert, ist das natürlich immer ein tolles Vorzeichen.
  5. benutzerbild

    jr.tobi87

    dabei seit 06/2003

    san_andreas
    Ach ja ? Aber wenn z.B. Hill in Australien dominiert ist, ist das natürlich immer ein tolles Vorzeichen.
    Die Konkurrenz z.B. Troy Brosnan ist schon ernst zu nehmender als die zwei anderen bei Gwin auf dem Podest. Wobei ein richtiger Vergleich eh nur im WC möglich ist.
  6. benutzerbild

    xMARTINx

    dabei seit 12/2006

    So sieht's aus.
    Es ging mir auch mehr um die Strecke und genau wie hill der beste Australier ist, ist Gwin eigentlich der beste Ami! Der Mann ist auf jeden fall für bei dem Vorsprung, und das muss er am we bestätigen.

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