Easton Haven 27.5
Technische Daten
| Technische Daten | Easton Haven 27,5" |
|---|---|
| Modelljahr | 2015 |
| Kategorie | Laufradsatz |
| Einsatzbereich | Trailriding, All-Mountain, Enduro |
| Laufradgrößen | 27,5" |
| Gewicht (vorne/hinten) | 1788 g (828 g/960 g) |
| Farbe | schwarz |
| Modell | Haven 27,5" |
| Adapter auf andere Einbaubreiten / Achsdurchmesser | VR: 15 mm Steckachse, 20 mm Steckachse | HR: 10x135 mm, 12x135 mm, 12x142 mm |
| Preis | 1009,80 € UVP |
| Felgenbreite (außen/innen) | 26 mm / 21 mm |
| Speichen | 24 |
| Material Felge | Aluminium |
| Material Naben/Freilaufkörper | Aluminium/Aluminium |
| Rasterung Freilaufkörper | 3 Sperrklinken |
| XD-Freilaufkörper verfügbar | ja |
| Tubeless Ready | ja |
| Ventilloch | 6,5 mm Presta |
| Speichen | Sapim straight-pull (2,0-1,7-2,0), zweifach konifiziert |
| Einspeichung | gerade, 3-fach gekreuzt |
| Hersteller | Sapim |
In der Hand
Easton ist seit nun seit vielen Jahren einer der führenden Hersteller für Komponenten im Straßen- und MTB-Bereich. Wir haben die Möglichkeit bekommen, einen ihrer Enduro Laufradsätze zu testen – den Easton Haven 27,5″. „Yes they’re that good“ prangt in Versalien auf der Homepage über dem Namen und den Bildern. Ob sie wirklich so gut sind? Diese Fragen werden wir im Lauf des Testes auf jeden Fall beantworten können.
Bei uns bringen die Laufräder 1.788 g auf die Waage und mit einem UVP von 1.008,90 € sind die Easton preislich sehr weit oben angesiedelt. Aber auch der erste Eindruck passt zu dieser Preiskategorie. Der Laufradsatz wirkt durch die unauffällige Gestaltung sehr reduziert und hochwertig, das unterstreichen auch die Farben. Obwohl, von Farben kann bei den Easton keine Rede sein: Diese kommen nämlich in schicker Stealth Optik daher, frei nach dem Motto: „Schwarz passt zu allem“. Die Ausfräsungen in den Naben sind ein erster Hingucker. Außerdem ist durch das Spiel von matten und glänzenden Oberflächen, je nach Lichtverhältnissen, nicht mal ein Logo oder Schriftzug erkennbar.
Aufbau
Die Felgen des Haven 27.5 haben ein Außenmaß von 26 mm und ein Innenmaß von 21 mm, womit sie relativ schmal sind. Wie bei vielen aktuellen Enduro-Laufradsätzen kommen hier Straightpull-Speichen zum Einsatz. 24 hochwertige und 2-fach konifizierte Sapim Speichen verbinden die Nabe mit der Felge. Durch die Gewindeeinsätze in der Felge lassen sich die Nippel von außen in die Felge einschrauben. Diese Eigenschaft macht in Verbindung mit den Straightpull-Speichen den Wechsel einer kaputten Speiche sehr einfach und unkompliziert. Keine Bremsscheiben-, Zahnkranz- und Reifendemontage ist dafür nötig. Voraussetzung ist natürlich, das man die passenden Nippel und Speichen dabei hat.
Das Wechseln des Freilaufes ist nicht von Hand möglich und erfordert einen Gabelschlüssel und einen 12er Inbus. Die Sperrklinken sind in der Mitte geteilt und werden von einer Ringfeder an Ort und Stelle gehalten. Daher muss man sich beim Freilaufwechsel keine Gedanken um den Verlust der kleinen Sperrklinken machen.
Kompatibilität
Der Easton Haven ist nur in 27,5″ erhältlich und setzt damit ein klares Statement. Mit den richtigen Adaptern ist er auf die aktuellen Standards anpassbar. Das Vorderrad kann mit einer 15 oder 20 mm Steckachse gefahren werden. Das Hinterrad passt dank der Adaptern in alle Rahmen mit den Maßen 10×135 mm, 12×135 mm und 12×142 mm.
Reifenmontage / Tubeless-Eignung
Dank der UST-Eignung der Felge müssen wir kein extra Felgenband einkleben. Die dadurch gewonnene Zeit müssen wir jedoch bei der Reifenmontage reinvestieren. Das Felgenbett ist nicht besonders tief und daher ist eine Menge Nachdruck und guter Zuspruch nötig, um die Reifen auf die Felge zu bekommen. Nachdem diese Hürde gemeistert ist, geht es ans Aufpumpen. Dank des strammen Sitzes der Reifen benötigen wir nicht mal einen Kompressor. Wir pumpen beide Reifen bis auf fast 4 Bar auf, aber die Reifen wollen einfach nicht in den Flansch der Felgen. Wir lassen daher die Luft noch einmal ab und kippen einen halben Liter Seifenwasser über die Laufräder. Jetzt muss es aber klappen. Bei 3,5 Bar beginnt nun auch das letzte Stück des Reifens, sich zu setzen. Noch einmal kräftig zupacken, ordentlich ziehen und der Reifen sitzt. Jetzt können wir nur hoffen, das wir der Reifen nicht gleich wieder demontieren oder flicken müssen. Wir einigen uns auf einen Luftdruck von 2,0 Bar hinten und 1,8 Bar vorne.
Auf dem Trail
Easton gibt an, dass die Haven von Crosscountry bis hin zum Bikepark alles mitmachen. Da niemand von uns ein CC-Bike besitzt, sind wir gezwungen, die Easton direkt in einem Trailbike zu verbauen. Wir sind die Easton auf unserem Homespot gefahren, auf dem Albtrauf sowie in Latsch. Der Satz: „Yes they’re that good“ hat uns vor allem in Latsch und am Kohlern dazu angereizt, an unsere Grenzen und hoffentlich auch an die der Haven zu kommen.
Steifigkeit
Auf unserem Homespot und den Trails an der Albkante können wir noch nicht viel zu den Easton Haven sagen. Sie führen uns sehr präzise durch alle Anlieger ohne nachzugeben oder übermäßig zu flexen. Die Felgen sind mit 21 mm zwar nicht sehr breit, Fahrer unserer Gewichtsklasse (ca. 75 kg) brauchen sich aber keine Sorgen um abknickende Reifen zu machen. Dafür ist enorm viel Nachdruck und ein sehr aggressiver Fahrstil nötig. Wer deutlich mehr auf die Waage bekommt, könnte hier aber vielleicht Probleme bekommen. Wir schaffen es nur ein paar mal, dass die Reifen sich zu Seite neigen. Doch selbst dann haben wir keine Probleme mit Burping und dem damit verbundenem Luftverlust. Bei einer verpatzten Landung spüren wir keinerlei Verwindungen oder andere negative Eigenschaften. Nach dem ersten Teil des Testes sind wir daher positiv überrascht, aber genau so gespannt, wie sich die Haven in Latsch schlagen werden.
Wir hoffen, auf den steinigen Trails der Tiroler Alpen mehr über die Grenzen der Haven zu erfahren. Nach der ersten Abfahrt wissen wir aber genau so viel von den Easton wie davor – wir kennen die Strecken noch nicht und sind noch auf der Suche nach der schnellsten und besten Linie. Mit der Zeit lernen wir die Strecke besser kennen und steigern unsere Geschwindigkeit, und somit auch die Anforderungen an die Laufräder. Nach ca. 6 Abfahrten auf einer wirklich harten Downhill-Strecken die Erkenntnis: Wir finden keine Kritikpunkte. Die Reifen halten bei uns in den Anliegern den Fliehkräften gut stand und klappen nicht weg, in den Steinfeldern bieten die Haven eine perfekte Mischung aus Flex und Steifigkeit. Die Steifigkeit ermöglicht eine präzise Linienwahl und dadurch eine gute Kontrolle. Der Flex sorgt dafür, dass sich die Reifen angenehm um die Steine bewegen, dadurch Grip generieren und Spitzen nicht direkt an die Hände und das Fahrwerk weitergegeben werden.
Irgendwie sind wir fast enttäuscht, euch nicht mehr über die Haven sagen zu können. Andererseits heißt das aber natürlich auch, das Easton hier einen sehr guten Job gemacht hat.
Haltbarkeit
Auch mit Platten, Dellen und der Speichenspannung haben wir keinerlei Probleme. Obwohl man oft spürt, wie die Felgen Steinkontakte haben, hatten wir in der gesamten Testzeit nicht einen Platten, geschweige denn eine Delle oder einen Kratzer in der Felge. Die Speichenspannung ist noch wie am ersten Tag und einen Schlag haben die Laufräder auch nicht.
Wir sind schon viele Laufräder gefahren und mittlerweile gehören Felgen zum gängigen Verschleißmaterial. Die Easton stechen in Punkto Langlebigkeit aber wirklich aus der Masse hervor. Wir sind selten einen Laufradsatz gefahren, der am Ende eines Testes – abgesehen vom Dreck – noch wie neu aussah.
Easton Haven 27.5 – unser Fazit
Selten sind wir einen so ausgewogenen Laufradsatz gefahren: Der Haven bietet eine perfekte Balance aus Flex und Steifigkeit. Auch mit Platten, Dellen oder Burping hatten wir keinerlei Probleme. Natürlich muss am Ende jeder selber entscheiden, ob er bereit ist, 1.008,90 € für den Easton zu berappen. Man erhält dafür aber einen Laufradsatz, der nicht nur schick aussieht, sondern auch jedem Terrain strotzt. Abschließend bleibt nur zu sagen „Yes, they’re that good“!.
Stärken
- Super ausbalanciert zwischen Präzision bei der Linienwahl und Nachgeben bei Schlägen
- extrem haltbar
- keine Dellen
- keine Platten
- gleichbleibende Speichenspannung
Schwächen
- Preis
- Felgen könnten etwas breiter sein
Weitere Informationen
Hersteller: www.eastoncycling.com / Deutschland-Vertrieb: Bikeaction
Redaktion: Jonathan Kopetzky, Nathan Engels | MTB-News.de 2015
Fotos: Jonathan Kopetzky, Jens Staudt, Nathan Engels
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33 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumWas meinst du denn mit "so etwas"?
Imo gehören handmade Laufräder schon in die Kategorie "sich etwas leisten". Sonst könnte man auch für weniger Geld einen fertigen System LRS kaufen, die meist oft schlechter sind. Aber gerade deswegen muss ein System LRS ja günstig sein. Hohe Stückzahl, keine Individualität, schlechtere Eigenschaften. Was die Leute inkl. mir nicht verstehen ist eben, warum man für ein "schlechteres Produkt" jetzt auf einmal mehr zahlt!?
Und die Tatsache, das manche gar nicht wissen, dass man sich Laufräder auch von einem Händler/Versender aufbauen lassen kann. Noch dazu mitunter günstiger und mit mehr Auswahl.
Wobei ja nicht jeder Radfahrer MTB-News/Bikeboard/mtbr&Co Foren liest.
Mit "so etwas" meine ich Vermeintliche "Premium"-Produkte. Manche wollen viel Geld dafür ausgeben. Es geht ja nicht darum dass das Produkt an sich kritisiert wird, es werden die Leute, welche sowas kaufen, fast schon für dumm erklärt weil sie das tun. Ich verstehe z.B. niemanden der für einen Rahmen ein Haufen Geld ausgibt nur weil er eine "Seele" hat aber auch nicht besser funktioniert wie ein Versender Bike. Wenn er sich "so etwas" leisten mag ist es doch O.K.. Ich finde es aber sehr gut dass hier auf Alternativen hingewiesen wird, Stichwort Laufradbauer. Es gibt einfach zu viele die noch nie über Laufradbauer nachgedacht haben weil man eigentlich meint so ein Handaufbau muss ja noch teurer sein. Ich finde die Diskussion über Sinn oder Unsinn halt einfach sehr oft unnötig weil es schnell unsachlich wird.
P.S.: Ich würde mir auch keine e13 Laufräder im Shop kaufen sondern welche bauen lassen, ich verstehe Euch also vollkommen.
Na dann bitte in solchen Reviews auch nicht über Haltbarkeit und Steifigkeit reden, weil darum geht es eigentlich nicht bei dem Preis
Wer nur Funktion sucht, die findet er auch günstiger. Sonst ist nicht auch nicht verkehrt wenn jemand mehr als nur Funktion haben will und dafür zahlt.
Die meisten, die hier schreiben, haben sicher nicht mit 25 mm + Maulweite das Mountainbiken angefangen, sondern die Entwicklung mitgemacht und wissen aus Erfahrung, dass bei breiteren Reifen (mal ausgenommen irgendwelche Downhillreifen mit sehr steifer Karkasse) breitere Felgen einfach besser sind.
Ghost verbaut übrigens bei der neuen Generation auch flächendeckend 25 mm - Felgen. Dass jetzt handgebaute Sätze flächendeckend kollabieren, ist auch nicht der Fall. Insofern gibt es technisch betrachtet einfach wenig an überzeugenden Argumenten für diesen Laufradsatz.
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