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Der Kern, um das das Bike herum entwickelt worden ist: Das Pinion P1.18 Getriebe
Der Kern, um das das Bike herum entwickelt worden ist: Das Pinion P1.18 Getriebe
Portus Cycles Pinduro: Ein Einzelstück der besonderen Art!
Portus Cycles Pinduro: Ein Einzelstück der besonderen Art!
Handmade, Einzelstück - das Portus Cycles Pinduro ist die Umsetzung eines lang gehegten Traums!
Handmade, Einzelstück - das Portus Cycles Pinduro ist die Umsetzung eines lang gehegten Traums!
Velocita: Das eigene Label mit eigenem Showroom. IBC-User Xayok sucht den Weg in die Bike-Industrie.
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Hier ist Platz für entweder 650b Laufräder (mit schlanken Reifen) oder bis zu 26+ als neue Trendgröße
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Nach langer Suche hat sich Portus Cycles als Rahmenbauer herausgestellt.
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Die Hope Tech3 E4 Scheibenbremsen sorgen für eine angemessene Verzögerung
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Anbauteile nur vom Feinsten: Tune, Hope und BOS - selbstverständlich farblich angepasst und abgestimmt
Anbauteile nur vom Feinsten: Tune, Hope und BOS - selbstverständlich farblich angepasst und abgestimmt
Das Pinion-Interface ist gewichtsoptimiert und nimmt direkt das Yoke für die 26" oder 27,5" Laufräder mit auf. Schön!
Das Pinion-Interface ist gewichtsoptimiert und nimmt direkt das Yoke für die 26" oder 27,5" Laufräder mit auf. Schön!
So entsteht das schöne Gold-Detail als Emblem am Steuerrohr
So entsteht das schöne Gold-Detail als Emblem am Steuerrohr
Emblem - Liebe zum Detail ist ein Muss bei einem Einzelstück! Hier blitzt das Edelstahl am Steuerrohr durch.
Emblem - Liebe zum Detail ist ein Muss bei einem Einzelstück! Hier blitzt das Edelstahl am Steuerrohr durch.
Alex Claus von Portus Cycles mit dem einmaligen Portus Cycles Pinduro
Alex Claus von Portus Cycles mit dem einmaligen Portus Cycles Pinduro
Ausfahrt mit dem Rahmenbauer - einen so speziellen Rahmen fertigen zu lassen ist gar kein so einfaches Unterfangen!
Ausfahrt mit dem Rahmenbauer - einen so speziellen Rahmen fertigen zu lassen ist gar kein so einfaches Unterfangen!
Feilen und Schleifen am fertig gepulverten Rahmen. Nun kann es endlich an die finale Montage gehen.
Feilen und Schleifen am fertig gepulverten Rahmen. Nun kann es endlich an die finale Montage gehen.
Das Bike unmittelbar für das Mad East Enduro-Rennen fertig
Das Bike unmittelbar für das Mad East Enduro-Rennen fertig - Foto von www.paradaxart
Das Ergebnis: großer Fahrspaß! Je nach montiertem Laufradsatz variiert das Gewicht des Bikes um  über 2 kg und ermöglicht verschiedene Einsatzbereiche
Das Ergebnis: großer Fahrspaß! Je nach montiertem Laufradsatz variiert das Gewicht des Bikes um über 2 kg und ermöglicht verschiedene Einsatzbereiche - Foto von Robert Gebler
Das Pinduro muss hoch hinaus: hier auf das Parpaner Rothorn - Lenzerheide
Das Pinduro muss hoch hinaus: hier auf das Parpaner Rothorn - Lenzerheide
Pumptrack in Lenzerheide: Nicht der angedachte Einsatzbereich aber wirklich schnell.
Pumptrack in Lenzerheide: Nicht der angedachte Einsatzbereich aber wirklich schnell. - Foto von IBC-User StudiBiker
Das muss gehen: Im Lastenheft für das Pinduro standen auch Bike-Park-Einsätze. Bisher ohne Probleme.
Das muss gehen: Im Lastenheft für das Pinduro standen auch Bike-Park-Einsätze. Bisher ohne Probleme.

Ein Stahl-Hardtail für den Enduro-Einsatz in Kombination mit einem Pinion P1.18 Getriebe? Das haben wir uns näher anschauen müssen und präsentieren dieses einmalige Portus Cycles Pinduro 1.0 als Bike der Woche auf MTB-News.de. Viel Spaß mit diesem besonderen Getriebe-Hardtail von User Xayok.

Der Kern, um das das Bike herum entwickelt worden ist: Das Pinion P1.18 Getriebe
# Der Kern, um das das Bike herum entwickelt worden ist: Das Pinion P1.18 Getriebe

Making Of: Hintergrund zum Portus Cycles Pinduro

MTB-News.de: Hey Xayok, Gratulation zu deinem exklusiven Pinion-Stahl-Hardtail. Sowas haben wir bislang noch nicht zu sehen bekommen. Wie ist es zu diesem Bike gekommen, das wir heute als Bike der Woche vorstellen wollen?

Die Idee zum Pinion-Rad, so könnte man wohl den ersten Projekttitel bezeichnen, entstand 2011, kurz vor der Eurobike. Beim Stöbern durch die einschlägigen Rad-News stolperte ich über Informationen zum Pinion-Getriebe: 18-Gänge, direkt am Tretlager. Es erschien mir als geeignete Alternative zur Kettenschaltung, ohne die Nachteile der Rohloff, die Räder so hecklastig werden lässt. Auf der Eurobike hatte ich dann die Möglichkeit mich einmal auf ein Endorphin mit Pinion zu setzen, damals noch Vorserie. Ich war begeistert, die Schaltung rastete gut, das Schalten funktionierte auch unter geringer Last. Ich wollte ein Fahrrad mit Pinion-Getriebe in meinen Fuhrpark nehmen. Schon während der Eurobike suchte ich nach Herstellern, die dieses Getriebe fortan in ihren Rädern verwenden werden, ich war auf der Suche nach dem Rahmenhersteller, der es auch wagen würde das Getriebe in einen Stahlrahmen für die härtere Gangart zu montieren.

Portus Cycles Pinduro: Ein Einzelstück der besonderen Art!
# Portus Cycles Pinduro: Ein Einzelstück der besonderen Art!

Auf der Eurobike 2011 fand ich das Getriebe dann hauptsächlich in Alurahmen und in einem Stahl-Trekkingrahmen, aber das, was ich mir wünschte, war nicht dabei.

Doch ich wollte an dieser Stelle noch nicht aufgeben, ich suchte online weiter nach kleineren Rahmenschmieden, fand schließlich auch verschiedene Anbieter, die Räder in Titan oder Stahl anbieten wollten, aber es war nichts dabei, dass mich rundum überzeugte. Also wendete ich mich an Einhorn, eine sehr junge Rahmenschmiede, deren Mitarbeiter ich auf der EHBE, der ersten Handmade-Messe in Deutschland, kennengelernt hatte. Sie kümmerten sich noch in 2011 darum, weitere Infos zur Lieferfähigkeit und dem Interface für das Pinion zu bekommen, doch es folgten die ersten Ernüchterungen.

Pinion liefert vorerst an Serienhersteller, eine Mindestabnahmemenge für die Getriebe ist für Rahmenbauer jedoch vollkommen uninteressant. Es rennen schließlich nicht so viele rum, die denselben Traum haben wir ich. Daran hatte ich erstmal zu knabbern: Wie könnte man an die Jungs von Pinion herantreten, ihnen möglicherweise klarmachen, dass das Wunschrad nur als Einzelstück zu realisieren wäre? Ich schrieb eine Mail direkt an Pinion. Ich erhielt keine Antwort. Ich schrieb also verschiedene der Schmieden die ich im Netz gefunden hatte an, fragte nach Custom-Geometrien und Auslieferzeiten, ich wollte schließlich nicht Jahre warten. Abwarten! Genauere Informationen konnte mir bisher niemand geben.

2012 schrieb ich eine kurze Facebook-Nachricht an einen kleinen Custom-Hersteller, dessen Räder bereits einige Bekannte fuhren. Ich erwartete nichts, schließlich hatte es bisher auch nicht geklappt. Mir wurde gesagt, man werde einmal nachfragen. Jetzt wurden erstmals die richtigen Kontakte geknüpft und ein Getriebe und ein dafür passender Rahmen wurde bestellt.

Handmade, Einzelstück - das Portus Cycles Pinduro ist die Umsetzung eines lang gehegten Traums!
# Handmade, Einzelstück - das Portus Cycles Pinduro ist die Umsetzung eines lang gehegten Traums!
Velocita: Das eigene Label mit eigenem Showroom. IBC-User Xayok sucht den Weg in die Bike-Industrie.
# Velocita: Das eigene Label mit eigenem Showroom. IBC-User Xayok sucht den Weg in die Bike-Industrie.

Die Geschichte wäre hier zu Ende, wenn danach alles gelaufen wäre, wie wir uns das gewünscht hätten, tat es aber nicht.

Das Getriebe war bestellt und Dirk Lüde entwarf ein erstes Stahl-Interface für das Getriebe, auch die Geometrie des Rades wurde festgelegt, wir waren in 2012 so weit, dass das Rad hätte gebaut werden können, hätten wir ein Getriebe gehabt. 2012 sollten die ersten Seriengetriebe ausgeliefert werden, die ersten Chargen waren für April geplant. Das Getriebe für das neue Stahl-Pinion-Hardtail sollte mit der zweiten Charge geliefert werden, die zweite Charge kam allerdings deutlich später. In diversen Foren habe ich verfolgt, dass auch Nicolai und Alutech ihre Räder nicht wie geplant ausliefern konnten, die Getriebe hatten Verspätung. So folgte eine Zeit des Wartens und Telefonierens, des Hoffens und Planens.

In diesem Jahr war ich das erste Mal bei Schlaflos im Sattel, ich traf die Rahmenbauer und die Individualisten, ich hörte die verschiedensten Geschichten, was bei einem Custom-Bike schiefgehen kann, ich verlor etwas Hoffnung und ich nahm mir vor, es so gut wie möglich zu planen.

Ende 2012 wechselte der Rahmenbauer des kleinen Herstellers. Mir wurde mitgeteilt, dass das Pinion-Hardtail beim neuen Schweißer wegen der Komplexität und der zu fertigenden Teile erst irgendwann in 2013 realisierbar wäre, wenn überhaupt. Das war hart, ich hatte angenommen wir würden nur noch auf das Getriebe warten, dann könnte das Rad fertig sein, doch jetzt fehlte der Rahmen für das Getriebe.

Hier ist Platz für entweder 650b Laufräder (mit schlanken Reifen) oder bis zu 26+ als neue Trendgröße
# Hier ist Platz für entweder 650b Laufräder (mit schlanken Reifen) oder bis zu 26+ als neue Trendgröße

Dann kam die Eurobike. Ein Jahr war ins Land gegangen und vielleicht hatte jemand auch das Rad an seinem Stand stehen, dass ich gern fahren würde. Nein, so einfach war es nicht. Einige Hersteller haben Mountainbikes mit Pinion vorgestellt, darunter auch Stahlrahmen von Patria, aber einfach nicht der Rahmen, wie ich ihn möchte.

Ich hatte in 2012 bereits angefangen Teile für das zukünftige Rad zu besorgen, es sollte ein 650er Trail-Bike werden. Jetzt hatte ich Teile, aber bei weitem noch kein Rad. Hinzu kam, dass ich zur Finanzierung meine beiden vollgefederten Räder verkauft hatte und gerade nur mit einem zu kleinen Hardtail fuhr. Zwischenzeitlich verfluchte ich die Pinion-Idee, ich wurde aber auch gelassener, ich merkte, dass so eine Idee Zeit braucht.

Im September wurde das Getriebe schließlich geliefert, man sendete es mir direkt weiter, ich hatte die weitere Planung übernommen und wollte mich selbst um die Realisierung des Projekts kümmern. 2013 stand vor der Tür, ich sollte es doch im folgenden Jahr schaffen, das Rad zu komplettieren.

Im November habe ich mit zwei Freunden gesprochen die mit mir Maschinenbau studiert hatten, bevor ich mich umorientierte, ich brauchte jemanden, der die von Dirk geplante Aufnahme anpasste und die Daten für die Fertigung erstellte. Mein Praktikumsbetrieb, in dem ich vor dem Maschinenbaustudium gearbeitet hatte, sollte die erste Stahl-Pinion-Aufnahme für mich fertigen. Zu dem Zeitpunkt plante ich bereits, den Rahmen selbst zu bauen, wahrscheinlich in einem Kurs von Totem Bikes in Berlin, bei Patrick.

Für die Berliner Fahrradschau weilte ich einige Tage in Berlin und sah mir die Räume von Totem Bikes an, eine tolle Werkstatt, da boten sich alle Möglichkeiten. 2013 sollte also das Jahr für das Pinion-Rad werden. Die Aufnahme wurde nochmal überprüft, bis Juli waren dann auch vier Aufnahmen fertig. Nun musste ich nur genügend Zeit finden, um den Rahmen zu bauen.

Seit 2012 bin ich neben meinem Studium selbstständig, ich verkaufe individuelle Fahrräder und versuche meinen Lebensunterhalt zu verdienen, nebenbei jobbe ich in einem Radladen in Erlangen. Die Zeit vergeht und ich schaffe es nicht, mir die nötige Zeit und das nötige Geld für die Reise nach Berlin zur Seite zu legen.

Anfang September war die Eurobike 2013, wie die Jahre zuvor erkundete ich, ob es ein passendes Pinion-Rad für mich gibt. Nicolai bot inzwischen ein breites Programm an Rädern mit Pinion an, auch ein Hardtail, aber leider keinen Stahl. Auf der Eurobike verbrachte ich viel Zeit mit Alex von Portus Cycles, der hier sein ultraleichtes Laufrad präsentierte. Alex hatte in diesem Jahr einen Kurs bei der TBA (The Bicycle Academy) in Großbritannien absolviert und sich anschließend als Rahmenbauer selbstständig gemacht. Irgendwann kamen wir auch auf das Pinion-Rad zu sprechen und ich fragte ihn, ob er sich vorstellen könnte, so ein Rad zu fertigen. Ich zeigte Alex meine Pinion-Aufnahme und erklärte ihm, was ich mir grob vorstellte. Das Konzept gefiel ihm. Doch wir brauchten noch einige Zeit und einige Verhandlungen, bevor es fertig wurde.

Nach langer Suche hat sich Portus Cycles als Rahmenbauer herausgestellt.
# Nach langer Suche hat sich Portus Cycles als Rahmenbauer herausgestellt.

Anfang 2014 hatten wir uns schließlich auf die groben Eckdaten geeinigt, der Liefertermin sollte so liegen, dass ich das Mad East Enduro mit dem Pinion-Rad fahren kann. April und Mai 2014 verbrachte ich auf Mallorca, ich arbeitete für Rad International, einen Radverleih. Alex und ich skypten viel und planten die endgültige Geometrie und die Anbauteile.

Anfang Juli findet in Altenberg das Mad East Enduro statt, nach meiner Rückkehr aus Mallorca blieben noch fünf Wochen. Die wichtigsten Bauteile um das Pinion-Rad zu komplettieren orderte ich noch auf Mallorca, Alex hat Kontakte zu tune, ich orderte Steuersatz, Naben und Felgen, sowie Bremsen bei Hope. Bei meiner Rückkehr waren schon die meisten Teile eingetroffen. 3 Tage vor meinem Rückflug aus Mallorca konnte ich zudem noch günstig eine neue Federgabel erstehen.

Die Hope Tech3 E4 Scheibenbremsen sorgen für eine angemessene Verzögerung
# Die Hope Tech3 E4 Scheibenbremsen sorgen für eine angemessene Verzögerung
Anbauteile nur vom Feinsten: Tune, Hope und BOS - selbstverständlich farblich angepasst und abgestimmt
# Anbauteile nur vom Feinsten: Tune, Hope und BOS - selbstverständlich farblich angepasst und abgestimmt
Das Pinion-Interface ist gewichtsoptimiert und nimmt direkt das Yoke für die 26" oder 27,5" Laufräder mit auf. Schön!
# Das Pinion-Interface ist gewichtsoptimiert und nimmt direkt das Yoke für die 26" oder 27,5" Laufräder mit auf. Schön!

Alex hatte derweil ein völlig neues Pinion-Interface designed und den Hauptrahmen fertiggestellt. In den letzten Wochen wurde es nochmal hektisch, Alex war im Urlaub, der Rahmen fast fertig, gepulvert wurde in 2 Tagen. Am 20. Juli feierte Portus Cycles den Umzug in neue Räumlichkeiten, hier sollte das Pinion-Rad präsentiert werden. Ich holte den Rahmen am 19. Juli vom Pulverbeschichter ab.

Bis in die späte Nacht hinein legten wir die Edelstahlelemente des Rahmens frei und montierten das Rad zum vorerst fertigen Zustand. Um 2 Uhr nachts konnten wir die erste Probefahrt machen. Etwa 100 Meter fuhr jeder von uns beiden, bevor eine der Schaltzugklemmungen sich löste. Erschöpft fielen wir anschließend ins Bett. Am darauffolgenden Tag übte ich, wie man die Pinion-Schaltung exakt einstellt und konnte eine größere Strecke durch die Stadt rollen. Am Samstag dann das i-Tüpfelchen: eine Ausfahrt mit dem inzwischen auf PINDURO getauften Portus Cycle, gemeinsam mit dem Rahmenbauer und guten Kumpel Alex.

Zwei Wochen blieben schließlich noch bis zum ersten Enduro Einsatz in Altenberg, zwei Wochen, in denen ich das Rad endgültig anpasste, die BOS Gabel und ihre umeloxierten Einstellelemente montierte, mich an die Schaltung gewöhnte und endlich das Pinion bewegen konnte.

So entsteht das schöne Gold-Detail als Emblem am Steuerrohr
# So entsteht das schöne Gold-Detail als Emblem am Steuerrohr
Emblem - Liebe zum Detail ist ein Muss bei einem Einzelstück! Hier blitzt das Edelstahl am Steuerrohr durch.
# Emblem - Liebe zum Detail ist ein Muss bei einem Einzelstück! Hier blitzt das Edelstahl am Steuerrohr durch.
Alex Claus von Portus Cycles mit dem einmaligen Portus Cycles Pinduro
# Alex Claus von Portus Cycles mit dem einmaligen Portus Cycles Pinduro
Ausfahrt mit dem Rahmenbauer - einen so speziellen Rahmen fertigen zu lassen ist gar kein so einfaches Unterfangen!
# Ausfahrt mit dem Rahmenbauer - einen so speziellen Rahmen fertigen zu lassen ist gar kein so einfaches Unterfangen!
Feilen und Schleifen am fertig gepulverten Rahmen. Nun kann es endlich an die finale Montage gehen.
# Feilen und Schleifen am fertig gepulverten Rahmen. Nun kann es endlich an die finale Montage gehen.
Das Bike unmittelbar für das Mad East Enduro-Rennen fertig
# Das Bike unmittelbar für das Mad East Enduro-Rennen fertig - Foto von www.paradaxart

Das Mad East Enduro ist schließlich eine Offenbarung, auf Mallorca war ich viel vollgefedert gefahren, bei diesem Enduro-Rennen starte ich mit einem Hardtail, und dennoch, ich habe die Heckfederung nie vermisst. Leider wurde die Hardtail-Wertung abgeschafft, die Platzierung hätte mich schon interessiert, nichtsdestotrotz war es eine tolle Veranstaltung.

Das Ergebnis: großer Fahrspaß! Je nach montiertem Laufradsatz variiert das Gewicht des Bikes um  über 2 kg und ermöglicht verschiedene Einsatzbereiche
# Das Ergebnis: großer Fahrspaß! Je nach montiertem Laufradsatz variiert das Gewicht des Bikes um über 2 kg und ermöglicht verschiedene Einsatzbereiche - Foto von Robert Gebler
Das Pinduro muss hoch hinaus: hier auf das Parpaner Rothorn - Lenzerheide
# Das Pinduro muss hoch hinaus: hier auf das Parpaner Rothorn - Lenzerheide
Pumptrack in Lenzerheide: Nicht der angedachte Einsatzbereich aber wirklich schnell.
# Pumptrack in Lenzerheide: Nicht der angedachte Einsatzbereich aber wirklich schnell. - Foto von IBC-User StudiBiker
Das muss gehen: Im Lastenheft für das Pinduro standen auch Bike-Park-Einsätze. Bisher ohne Probleme.
# Das muss gehen: Im Lastenheft für das Pinduro standen auch Bike-Park-Einsätze. Bisher ohne Probleme.

Worauf hast du beim Aufbau deiner Bikes besonders geachtet?

Das wichtigste Element für das Rad war zunächst der Rahmen, hier war Stahl als Material gesetzt, außerdem sollte es stabil und auch für Bike-Rark-Einsatz geeignet sein. Die weiteren Komponenten wurden nach eigenen Prämissen ausgewählt, mit Hope und Chris King Teilen hatte ich bisher keine Probleme, zudem sind sie optische Highlights.

Die Chris King Naben waren bereits purpur, daher wurden die weiteren Kleinteile, auch die neuen Hope Naben, ebenfalls in purpur gewählt. Die Rahmenfarbe sollte poppig sein, hier habe ich daher ein grelles blau gewählt. Bei den restlichen Teilen wurde dann auf Konsistenz geachtet, so sind hauptsächlich schwarze und purpurne Elemente vorhanden, wegen der weißen Gabel passt auch der Sattel mit weißen Panels gut ins Konzept.

Die Einstellelemente der BOS Gabel und deren Decor wurde dem Konzept entsprechend angepasst. Die Knöpfe wurden eloxiert, die Gabel und Rahmen-Decors jeweils geplottet und auf Rahmen und Gabel aufgebracht. Der Velocita-Schritzug dient dabei als Referenz auf das eigene Radlabel und den eigenen Showroom.

Wie geht es mit deinen Bikes weiter?

Ich war von Beginn an von dem Rad begeistert, Veränderungen oder Verbesserungen gibt es hauptsächlich im Detail. Verbesserungen gab es bei der Reifenwahl, hier kommen nun Onzas zum Einsatz. Außerdem machen es die verschiedenen Laufradsätze möglich, das Rad auch trotz höherem Gewicht flink zu bewegen. Die Rahmen-Getriebekombination schlägt mit 5 bis 6 Kilogramm zu Buche. Einziges Manko ist bisher noch die externe Zugverlegung der Sattelstütze, hier wird in Zukunft noch auf eine von unten angelenkte Thomson gewechselt werden.

Welchen Einsatzbereich hat dein Bike?

Race, Trail, Freeride, Park

Was wiegen deine Bikes?

13,5 – 16,5 kg je nach Laufrädern und Sattelstütze

Was ist dein persönliches Highlight an deinem Bike der Woche?

Ohne Frage ist das Rad um das Getriebe herum konzipiert, daher ist das Pinion mein Higlight. Die bisherigen Erfahrungen damit sind, insbesondere nach der ersten Revision, durchaus positiv.

Wie bist du zum Mountainbiken gekommen?

Ich bin erst sehr spät zum Velophilen geworden. Mit 19 Jahren, vor 8 Jahren also, habe ich dann das erste Mountainbike besessen, dass man wirklich so bezeichnen konnte. Seitdem habe ich die meiste Zeit mit dem Schrauben an oder Fahren von verschiedensten Radtypen verbracht. 2008 habe mir das erste Fully aufgebaut, ein Curtis Elements, das Rad hat nur anderthalb Jahre gehalten, dann war der Rahmen an zwei Stellen gerissen. Nach einem Proceed FST und einem Cube Stereo kam dann der “Rückschritt” zum Hardtail, den ich bisher nicht bereut habe. Ich bin nun seit drei Jahren hauptsächlich auf dem Hardtail unterwegs.

Mountainbiken ist für mich Naturerfahrung und Freiheit. In den Alpen, auf Mallorca oder in den heimischen Wäldern, die Eindrücke die man hier gewinnt sind bleibende Erinnerungen. Aber auch der sportliche Aspekt ist mir wichtig, gerade der Flow, wenn der Trail anspruchsvoll ist und die Natur sich von ihrer besten Seite zeigt, das macht mich süchtig!

Mountainbiken als Lifestyle / die Industrie – deine Sicht

Bei der Industrie muss ich ehrlich sein, da bin ich etwas voreingenommen. In den letzten drei Jahren habe ich mich während des Studiums mit einem eigenen Label, inzwischen einem Laden mit Showroom, selbstständig gemacht. Ich versuche dennoch eine differenzierte Sicht auf die Entwicklungen zu haben. Generell bin ich der Meinung, man sollte sich die Zeit nehmen und Neuerungen testen um sich eine eigenes Bild davon zu machen. Ich saß auf verschiedenen Fatbikes und E-Bikes und ich kann die Entwicklungen verstehen, diese Räder bereiten einfach Spaß! Kritisch sehe ich, dass mit 26″ eine jahrelang vorherrschende Größe verschwinden könnte, hier hoffe ich auf Einsicht innerhalb der Industrie und ein Nebeneinander der Reifengrößen.

Biken als Lifestyle sollte mit Verantwortung betrieben werden. Aktuelle Entwicklungen in meiner unmittelbaren Umgebung zeigen, dass auch den Bikern ihre Verantwortung gegenüber Natur und anderen Waldnutzern klar sein muss. Hier ist weitere Aufklärung notwendig. Mountainbiken ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen, doch die Entwicklungen in Hessen und Baden-Württemberg zeigen, dass das der Gesellschaft und der Politik noch nicht ganz klar ist. Hier sind wir als Biker, und vielleicht auch Mitglied der DIMB, gefordert, auch klar zu zeigen, dass wir unser Leben auf diesen Sport ausgerichtet haben.

Du und die Internet Bike Community?

Zu Beginn meiner Schraubertätigkeit kamen immer wieder Fragen auf, die ich dann im Forum hier beantwortet fand. Die Suchmaschine hat mich also hergeführt. MTB-News sind für mich die täglichen Neuheiten und Meldungen aus der Radwelt, das Forum dient mir zur Vernetzung mit Bikern aus der Region.

Technische Daten

Rahmen: Portus Cycles / Pinduro 1.0 / 2014, custom Geometrie
Gabel: BOS Deville 140 mm 2013, Einstellknöpfe passend purpur eloxiert
Dämpfer:
Steuersatz: Hope Pick’n’Mix
Bremsen: Hope Tech3 E4, floating 180 / 180 mm
Vorbau: Tune Geiles Teil 4.0, 60 mm, purpur
Lenker: Tune Turnstange Lowriser
Griffe: ESI Race schwarz / purpur
Felgen: Notubes ZTR Flow EX 26″
Naben: Hope Pro 2 Evo 15 mm / 20 mm Hope Pro 2 Evo Singlespeed Bolt-In
Reifen: Onza Ibex DH 2.4 120 TPI FRC
Kurbel / Innenlager: Pinion P1.18 mit Custom Aufnahme von Portus Cycles
Kettenblatt: Pinion P1.18
Kettenführung:
Schalthebel: Pinion P1.18
Schaltwerk:
Pedale: Hope F20 / Shimano PD-M530
Zughüllen: k.A.
Kette: KMC X–8–93
Sattel: Selle Italia SLR Custom weiß / blau
Sattelstütze: Thomson Dropper 30,9 mm (mit Shim auf 31,6 mm)
Sattelklemme: Tune Schraubwürger 34,9 mm purpur

Sonstiges

Da es bisher keinen Hardcore-Hardtail-Rahmen für die Montage eines Pinion-Getriebe gegeben hat, wurde seit 2011 am Konzept für einen Pinion Rahmen gearbeitet. Beginn 2014 sah sich Alex Clauss von Portus Cycles in der Lage dieses Konzept umzusetzen, er konstruierte eine spezielle Aufnahme in Stahl um eine Integration des Getriebes im Rahmen zu gewährleisten.

Die Geometrie des Rades wurde für den harten Trail-Einsatz entwickelt, die Paragon Machine Works Ausfallenden bieten die Möglichkeit die Kette zu spannen und die Hinterbaulänge zu variieren. Das Rad ist für breite 26er und schmale 650er Laufräder konzipiert. Es stehen für verschiedene Einsatzbereiche vier Laufradsätze zur Verfügung:

  • Ein Race Laufradsatz mit Hope Pro 2 Evo Straight Pull Naben mit Tufo Felgen und Tufo XC 4 Tubular Reifen.
  • Ein Trail Laufradsatz mit Chris King Naben und Notubes ZTR Flow EX 650b Felgen mit Onza Lynx 2.25, 120 TPI, FRC.
  • Ein Freeride Laufradsatz mit Hope Pro 2 Evo Singlespeed Bolt-In Naben mit Notubes ZTR Flow EX 26″” mit Onza Ibex DH 2.4, 120 TPI, FRC.
  • Ein 26+ Laufradsatz mit Hope Pro 2 Evo 40t Naben mit Velocity Dually Felgen und Surly Dirt Wizard 2.75 120 TPI.

Über das Bike der Woche

Ihr habt auch ein Bike, dass sich bestens in die ehrenhafte Riege der “Bikes der Woche” einfügen kann? Dann lest euch die Regeln für folgendes Album durch und ladet ein Bild in selbiges hoch. Viel Erfolg! Hier zu den Regeln: mtb-news.de/p/1290006?page=2&in=set / Das Album findet ihr hier: mtb-news.de/s/55943.

Eine Übersicht über alle bisherigen Bikes der Woche findet ihr auf dieser Seite.

  1. benutzerbild

    Holzmichl

    dabei seit 05/2005

    :daumen:

    Xayok
    Eine mögliche Optimierung des Rades, auch in Bezug aufs Gewicht, wäre durch Einbau des P1.12 oder P1.9 (würde ich bevorzugen) möglich. Das momentane Getriebe ist weiter übersetzt als eine Rohloff oder eine Kettenschaltung, hiermit kommt man auch mit hoher Trittfrequenz noch steilste Berge hinauf und kann zudem bis 60km mittreten. Mit dem P1.9 müsste man hier ein paar Abzüge machen, wie auch bei einer 11fach Schaltung, kann aber nochmal 500g - 600g Gewicht einsparen.
    Ist der Umbau auf 12 oder 9fach denn so einfach zu machen? Also sind die Einbaumaße der Getriebe identisch?

    Dann würde mich noch folgendes Interessieren:
    1. Wäre es grundsätzlich denkbar, einen "klassischen" Stahlrahmen (z.B. GT Kashmir :)) mit der Getriebebox auszustatten? Also Rahmen aufsägen und Getriebebox reinschweißen?
    2. Mit welchem Aufwand wäre denn ein Umbau auf Zahnriemen zu machen? Auch hier müsste der Rahmen ja aufgetrennt werden...
  2. benutzerbild

    der12te

    dabei seit 07/2008

    diggi*
    Wenn es auch Alu sein darf hat Nicolai mit dem Argon was in der Richtung , führt mich gerade extrem in Versuchung und solche Bikes wie hier gezeigt machen es mir nicht gerade leicht von dem Thema abzulassen :D
    Ja Danke, is mir bekannt.
    Aber: Steel is real - Stahl is gesetzt!!!
  3. Anzeige

  4. benutzerbild

    Rad-ek

    dabei seit 01/2005

  5. benutzerbild

    codit

    dabei seit 02/2009

    Holzmichl
    Ist der Umbau auf 12 oder 9fach denn so einfach zu machen? Also sind die Einbaumaße der Getriebe identisch?
    Ja, identisch.

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