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Starterpaket bestehend aus Energie, Flickzeug von Knog, Sonnencreme von bike-components und geilem Trailtrophy Rückstrahler aka Düsentrieb Hinterbau :-)
Starterpaket bestehend aus Energie, Flickzeug von Knog, Sonnencreme von bike-components und geilem Trailtrophy Rückstrahler aka Düsentrieb Hinterbau :-)
Start am Freitag
Start am Freitag
Auftakt auf dem Trail zum Bierkeller
Auftakt auf dem Trail zum Bierkeller
Auf dem Jägersteig
Auf dem Jägersteig
Auf dem Trail unterwegs
Auf dem Trail unterwegs
Letzte Stage war ein spontaner Wiesenslalom
Letzte Stage war ein spontaner Wiesenslalom
Ab TT Breitenbrunn im Einsatz: Danke an Herobikes in Roth, Trek Bikes, FOX Factory Deutschland, tune und Dennis von e-thirteen!
Ab TT Breitenbrunn im Einsatz: Danke an Herobikes in Roth, Trek Bikes, FOX Factory Deutschland, tune und Dennis von e-thirteen!

Hallo Leute,

erstmal muss ich mich dafür entschuldigen, dass der Bericht diesmal etwas länger auf sich warten ließ. Wie der eine oder andere wahrscheinlich schon mitbekommen hat, bin ich beim diesjährigen Rennen am Sonntag gestürzt und musste das Rennen mit DNF (did not finish) beenden. Die dann anschließende und zeitraubende Kombination aus Heimreise, Arztbesuch und beruflichem Vergnügen ließen einen früheren Bericht nicht zu. Da ich euch trotzdem wie gewohnt gerne mit meinen Berichten versorgen möchte, hier nun meine Geschichte.

Titelverteidigung 2016 also. Nachdem ich letztes Jahr die Rider Class bei der TT in Latsch mit einem Rundumplan gewinnen konnte, sollte eine ähnliche Vorbereitung auch dieses Jahr Grundlage einer vernünftigen Platzierung sein. Da ich in meiner fränkischen Heimat kaum solche anspruchsvollen, langen und sich auf einer gewissen Meereshöhe befindlichen Trails habe, reiste ich samt Kind und Kegel bereits 7 Tage vor dem Start der Trail Trophy in Latsch an. Höhenluft schnuppern, die Trails von der letzten Trail Trophy fahren und Pizza futtern bis zum Abwinken. Damit ist das Trainingsprogramm eigentlich auch schon auf den Punkt gebracht. Aufgrund von nicht ganz so idealen Wetterverhältnissen dieses Jahr waren es am Ende auch lediglich nur 3 Tage auf den Trails rund um Latsch bevor das Rennen beging. Die restlichen Tage wurde mit der Family gewandert, Eisenbahn gefahren, Botanischer Garten und Therme besucht. Schlechtwetteralternativen gibts mit der Vinschgau Card auf jeden Fall einige.

Starterpaket bestehend aus Energie, Flickzeug von Knog, Sonnencreme von bike-components und geilem Trailtrophy Rückstrahler aka Düsentrieb Hinterbau :-)
# Starterpaket bestehend aus Energie, Flickzeug von Knog, Sonnencreme von bike-components und geilem Trailtrophy Rückstrahler aka Düsentrieb Hinterbau :-)

Letztendlich war die Woche bestehend aus Vorbereitung und Urlaub viel zu schnell vorbei. Es war Freitag und die TT wurde offiziell begonnen. Mit Beginn der Anmeldung versammelte sich das ganze Endurovolk am Festplatz von Latsch. Es war eine Riesen-Freude, viele Gesichter aus den Vorjahren und anderen TT-Veranstaltungen wiederzutreffen und sich in entspannter Atmosphäre auszutauschen.Was wird wohl dieses Jahr gefahren? Wie wird mit dem angekündigt unbeständigen Wetter umgegangen? Wie ist der Trainingsstatus? Was treibt das liebe Leben so? Vielerlei Fragen und Grundlagen für nette Gespräche an diesem schwülen Freitag Mittag.

Start am Freitag
# Start am Freitag

Und dann gab es da auch noch die Gruppendiskussion in Facebook bezüglich eines Teamnamens. Welcher Name sollte es werden, ohne einfach und stumpfsinnig die Sponsoren hintereinander zu hängen? Der eingangs erwähnte Vorschlag von DH-Urgestein Wilfred Van der Haterd wurde lange Zeit abgewartet, als Entscheidung gefällt zu werden. Als ahnten wir hier irgendwas. Letztendlich und aufgrund fehlender weiterer Vorschläge wurde dieser dann dennoch festgelegt. „Team DNF“ – Deutsch Niederländische Freundschaft. Kann ja eigentlich nur gut sein… :)

Bevor die Trail Trophy um 14 Uhr startete, gab es bei Fox noch ein finales Fahrwerkssetup. Bestehend aus Float 36 Gabel und X2 Dämpfer im 29er Specialized Enduro Expert auf jeden Fall eine ideale Kombination für die Wegbeschaffenheiten in Latsch. Dank an Daniel von FOX Factory Deutschland für das auf Anhieb sitzende Setup. Beste Voraussetzungen für eine Titelverteidigung – wären da nicht entsprechende Namen auf der Startliste. Zwar war mein größter Konkurrent aus dem letzten Jahr, der Schweizer Simon Weber von der Velothek Kalag, nicht mit von der Partie – trotzdem galt es, sich gegen gewisse Herrschaften zu stellen. Da hätten wir zum Beispiel Mathias Sutter: Letztes Jahr bereits auf Platz 4 hier in Latsch und mit kontinuierlicher Steigerung von TT zu TT in 2015. Zudem ein starker Martin Klauber, der schon mit schnelleren Zeiten auf der TT Lenzerheide in 2015 unterwegs war. Oder ein Olli Dorn, dessen Namen ich bisher nur aus Ranglisten von Strava-Segmenten kannte, welche er hier in Latsch teilweise anführte. Von dem her auch nicht ungefährlich, dachte ich mir.

Auftakt auf dem Trail zum Bierkeller
# Auftakt auf dem Trail zum Bierkeller

Also Startschuss für die ersten 3 Stages an diesem Tag. Wie auch im letzten Jahr die mit Abstand tretlastigsten Prüfungen an diesem Wochenende, bei denen das Motto „tendenziell bergab“ vom Veranstalter Thomas Schlecking wirklich auf eine knallharte Bewährungsprobe gestellt wurde. Mit Bierkellertrail, modifizierten Neu-Waal-Weg und 18er-Spitzkehren-Trail unterhalb des Jägersteiges war an diesem Freitag Nachmittag für ordentlich Treteinsatz gesorgt. Irgendwie wurde das Thema Spitzkehren für maximale Entschleunigung dieses Jahr besonders ernst genommen. Herrn Umbreit mit XL-Rahmen und großen 29 Zoll Rädern setzte das auf jeden Fall mächtig zu.

Auf dem Jägersteig
# Auf dem Jägersteig

Am Ende des Freitag Nachmittags somit auch nur Platz 4. Wie schon befürchtet fanden sich ein starker Mathias Sutter und der Train aus dem Allgäu mit Martin Klauber und Matthias Menzl vor mir wieder. Halleluja. Hier wurde anscheinend ordentlich was über die Feiertage gemacht, dachte ich mir. Ich hatte 16 Sekunden Rückstand auf den Ersten, 8 Sekunden Rückstand auf den Zweiten und 1 Sekunde Rückstand auf den Dritten. Wo diese Herrschaften letztes Jahr noch hinter mir lagen, standen Sie nun vor mir. Etwas ernüchtert vom aktuellen Stand dauerte es ein wenig, bis ich wieder Motivation laden konnte. Wie aus der Vergangenheit bekannt, funktioniert Enduro bei der TT bei mir am zweiten Tages immer besser als am Ersten. Auch im letzten Jahr war es der zweite, downhill-lastige Tag, an dem ich 20 Sekunden Rückstand aufgeholt hatte, plus nochmal einen guten Vorsprung von 16 Sekunden drauf packen konnte. Mit dieser Beweihräucherung meiner Person war also alles klar und Umbreit wieder voll motiviert.

Mittlerweile hatte es gut zu regnen angefangen. Vielerlei später gestartete Fahrer waren noch immer unterwegs und kämpften sich durch die Apfelhänge. Gegen Abend drang es durch, das der Nightride bei diesem Wetter in Frage steht. Ich persönlich hätte dies schade gefunden, da von meiner Seite aus Sekunden gut zu machen waren. Klar, hätte ich auch verlieren können, aber ich sehe jede Möglichkeit als Chance. Gegen einen Nightride hätte noch das lästige Putzen danach gesprochen, trotzdem hätte ich die Runde befürwortet. Mit bereits vorbereiteter Lupine auf dem Kopf und Rücklicht aus dem gut gefüllten Starterpaket wartete ich in netter Gesellschaft meiner Familie und Freunden auf der dem Regen angenehm lauschbaren Terrasse. Nightride ja oder nein? Es war ca. 21 Uhr. Auf einmal Jubel über und neben uns im Hotel. Kurzer Check in Facebook. Der Nightride fällt aus! Diese Entscheidung wurde von der Mehrheit der Teilnehmer offensichtlich gefeiert. Waren sie es doch, denen ein Start zu später Stunde und bei miesen Bedingungen erspart geblieben ist. Nachvollziehbar und deren Freude teilend nahm ich meine Lampe ab und noch einen alkoholfreien Drink aus dem Wasserglas.

Tag 2. Vollgas! Es hatte nachts noch geregnet, allerdings irgendwann aufgehört, sodass die ersten Fahrer zwar noch mit feuchten Bedingungen zu tun hatten, allerdings hier eher Grip als Rutschpartie auf einen wartete. Als Erstes wurde die Burgruine Montani mit ihren zahlreichen Spitzkehren unter die Räder genommen, anschließend ging es auf einen langen Transfer nach Schlanders und dann hoch zum 2016 neu errichteten Aigen-Trail, der wiederum auf Zeit bis zum ersten langen Gegenanstieg gefahren wurde. Ein schön flowiger und schneller Trail, der Riesenspaß machte.

Zum Abschluß des Samstagvormittag wurde der 23-Kehren-Trail oberhalb von Morter gefahren. Wie der Name schon sagt, konnte auch hier der spitzenkehrenversierte Fahrer wieder allerhand an Zeit gut machen. Anschließend gings zurück zum Veranstaltungsgelände, wo die Zeiten ein erneutes Mal auf die Probe gestellt wurden. Auch hier hatte ich mit 3 Sekunden wieder etwas Zeit verloren und lag nun sogar auf dem 5. Platz. Alles noch im Rahmen, dachte ich mir. Die restlichen Stages heute und am Sonntag sollten stark abfahrtsorientiert sein und meine Aufholjagd nun einleiten.

Auf dem Trail unterwegs
# Auf dem Trail unterwegs

Nach der Mittagsjause gings auf den Sonnenhang von Latsch. Ein Shuttle stand bereit, um uns für die letzten beiden Stages an diesem Tag auf ca. 1500 Meter über Meer zu bringen. Zwar habe ich auf dieser Seite letztes Jahr 13 Sekunden meiner 16 Sekunden Vorsprung wieder eingebüßt, jedoch war ich heuer auf Attacke und nicht auf Sicherheit aus. Die ersten der beiden Stages eher im steileren technischen Gelände absolviert, verlief die 2. der beiden Stages am Anfang sehr tretlastig, bis sie am Ende schneller und megaflowig wurde! Absoluter Lieblingstrail. Schade, dass er so früh beendet und nicht noch ein Stück weiter gezeitet wurde. Egal, am Ende hatte ich 8 Sekunden rausgeholt und mit nur noch 8 Sekunden Rückstand eine vernünftige Ausgangsposition für den downhill-lastigen Sonntag geschaffen.

Aufgrund von starken Regenfällen von Samstag abends bis in den Sonntag morgen hinein gab es eine große Planänderung, was die Strecken anging. Der im trockenen schon anspruchsvolle und teilweise sehr steile 1er Wanderweg wurde komplett aus dem Rennen genommen. Der darauf folgende untere Teil des Roatbrunn Trails wurde stark abgeändert, sodass maximale Sicherheit gewährleistet war. Nichtsdestotrotz waren die ersten Fahrer an diesem Tag mit rutschigem Untergrund konfrontiert, der mir dann auch zum Verhängnis wurde. Start frei also.

Das erste Stück noch gut voran gekommen, bekam ich im ersten Steinstück direkt quer eine aufs Vorderrad und musste gleich mal grob die Linie verlassen. Im weiteren Verlauf wurde ich nicht wirklich locker und bekam zudem einen weiteren Schlag quer aufs Vorderrad, was diesmal für einen Abgang reichte. Zwar ganz knapp am Baum vorbei gesegelt, fing ich mich jedoch ungünstig mit dem Fuß ab und konzentrierte alle Energie der fallenden umbreitschen Masse in der linke Ferse. „Attacke beendet. Titelverteidigung fehlgeschlagen. TT-Serienausgang für mich ungewiss. Hast gerade wirklich Schwein gehabt. Team DNF?!“ Das waren meine Gedanken, welche beim Verarbeiten des ersten Schmerzpeaks in meinem Kopf durchspulten und einem hilfeleistenden Streckenposten den Versuch verweigerten, mit mir in einen Dialog zu treten. Es dauerte eine Weile, bis mich der Streckenposten raus aus dem Hang hoch zum nächsten Feldweg begleiten konnte, sodass ich bis nach Latsch zurückrollen konnte. Danke nochmal dafür an dieser Stelle.

Letzte Stage war ein spontaner Wiesenslalom
# Letzte Stage war ein spontaner Wiesenslalom

Die Trail Trophy 2016 war hiermit beendet und die Heimreise so gut es ging angetreten, um bereits am Montag gleich den Arzt aufzusuchen. Da sich der Orthopäde nach dem Röntgen nicht sicher war, überwies er mich mit einem eingebluteten Knochen, Verdacht auf Fersenbeinbruch und einer Gipsschiene im Gepäck an ein MRT zur genauen und letztendlichen Diagnose. Beruflich bedingt konnte ich diesen Termin bisher noch nicht wahrnehmen, sodass ich aktuell auf meinen gut voranschreitenden Heilungsprozess in Verbindung mit der bewährten Einnahme von Traumeel hoffe. Die TT im Harz muss ich leider aussetzen, hoffe allerdings, dass ich in Breitenbrunn wieder angreifen kann. Dann auch mit neuem Arbeitsgerät.

Ab TT Breitenbrunn im Einsatz: Danke an Herobikes in Roth, Trek Bikes, FOX Factory Deutschland, tune und Dennis von e-thirteen!
# Ab TT Breitenbrunn im Einsatz: Danke an Herobikes in Roth, Trek Bikes, FOX Factory Deutschland, tune und Dennis von e-thirteen!

Ich möchte an dieser Stelle nochmal meine Glückwünsche an alle Teilnehmer der Trail Trophy aussprechen, die 2016 teilgenommen haben und heil ins Ziel gekommen sind. Auch dem Podium in meiner Klasse, bestehend aus den eingangs erwähnten Olli Dorn auf 1, Martin Klauber auf 2 und Mathias Sutter auf 3 möchte ich gratulieren und mich für einen tollen Wettkampf bedanken. Großes Lob auch an die Organisatoren der Trailtrophy, welche mit widrigen Witterungsverhältnissen zu kämpfen hatten und immer wieder improvisieren mussten, um die ursprünglich geplanten Strecken im Sinne der Teilnehmersicherheit kurzfristig abzuändern und final sogar noch einen Wiesenslalom auf die Beine zu stellen.

beste grüße
[w]ride_it!
tommy

Fotos: Manfred Stromberg/Trail Trophy, Tommy Umbreit




Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

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  2. benutzerbild

    LIDDL

    dabei seit 08/2006

    schöner Bericht! und gute Besserung :daumen:
    CT würd ich dir dennoch raten zeitnah aufzusuchen, man weiß ja nie.
  3. benutzerbild

    Mountain_Screen

    dabei seit 05/2010

    Schöner Bericht von einer super Veranstaltung.

    Gute Besserung und schnelle Genesung.
  4. benutzerbild

    afro-dieter

    dabei seit 01/2011

    Danke für den Bericht, das mit dem Regen kann ich so bestätigen :p
    Gute Besserung und viel Glück in der Röhre!
  5. benutzerbild

    lister_yu

    dabei seit 09/2006

    Gute Besserung!

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