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Gees frühes Comeback in Lenzerheide bedeutete, dass er den Rest der Saison über mit kleineren Verletzungen zu kämpfen hatte.
Gees frühes Comeback in Lenzerheide bedeutete, dass er den Rest der Saison über mit kleineren Verletzungen zu kämpfen hatte.
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Gee setzte diese Saison auf die 29" Version des Trek Session, die ab diesem Monat im Handel erhältlich sein soll.
Gee setzte diese Saison auf die 29" Version des Trek Session, die ab diesem Monat im Handel erhältlich sein soll.
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Zu Gee Atherton muss man vermutlich nicht mehr viel sagen: zweifacher Weltmeister, achtfacher Weltcup-Sieger, mehrfacher britischer Meister und seit Jahren einer der konstantesten Fahrer im Downhill Weltcup. Dieses Jahr musste sich der bisher als unzerstörbar geltende Trek-Fahrer jedoch von einer schweren Verletzung nach der anderen zurück an die Weltspitze kämpfen. Während der Red Bull Foxhunt im nordirischen Rostrevor hatten wir die Möglichkeit, ihm einige Fragen zu seiner Saison, seinen Plänen und seiner Meinung zu aktuellen Entwicklungen zu stellen.

MTB-News.de: Hallo Gee! Du hattest eine ziemlich verletzungsgeplagte Saison – erzähl doch mal, was passiert ist.

Gee Atherton: Na ja, die Saison hat ziemlich gut angefangen. Wir hatten in der Vorsaison super Tests und haben mit Trek gut zusammengearbeitet, um das Bike und mich auf Geschwindigkeit zu bekommen. Wir kamen also echt gut vorbereitet in die Saison rein. In Fort William hatte ich dann einen Sturz und bin ziemlich hart zu Boden gegangen. Ich hatte dann einige größere Verletzungen, habe mir meine Hüfte ausgekugelt und einige andere Dinge noch.

Von da an habe ich einfach gekämpft, um wieder Rennen fahren zu können. Wir haben uns ziemlich angestrengt, sodass ich früher wieder starten konnte als gedacht und die letzten paar Rennen mitnahm. Wenn man natürlich so früh wieder Rennen fährt, ist es schwierig, nicht wieder kleine Verletzungen zu bekommen – man ist einfach nicht so kräftig und fit, muss sich etwas bremsen und pusht aber trotzdem hart. Deshalb habe ich dann noch eine kleine Schulterverletzung bekommen. Aber ich bin happy, dass ich die Saison beenden konnte und immer noch Rennen fahre.

Wie geht es dir aktuell, bist du wieder 100 % fit?

Nee, nicht 100 %. Aber ich habe es geschafft, die Saison zu beenden und die Rennen zu fahren, die ich fahren wollte. Nachdem ich bei der Hardline gestürzt bin, war es schwierig, die Saison zu beenden. Ich fand’s super, dass ich bei der Red Bull Foxhunt mitfahren konnte und somit das letzte Event der Saison beendet habe.

Gees frühes Comeback in Lenzerheide bedeutete, dass er den Rest der Saison über mit kleineren Verletzungen zu kämpfen hatte.
# Gees frühes Comeback in Lenzerheide bedeutete, dass er den Rest der Saison über mit kleineren Verletzungen zu kämpfen hatte.

Du bist mittlerweile ein sehr erfahrener Fahrer – meinst du, das hilft dir, dich von Verletzungen zu erholen? Einfach da du weißt, dass du es schonmal geschafft hast?

Na ja, es ist schwer, nach einer Verletzung ein Comeback zu haben – und jede Verletzung ist anders. Also muss man jedes Mal neu lernen, damit umzugehen und neue Herausforderungen überwinden. Aber ja – je mehr man sich verletzt, desto mehr lernt man, damit umzugehen. Geduld spielt eine große Rolle: Man muss lernen, zu warten und nicht zu früh ein Comeback zu feiern. Man muss wissen, dass man warten kann und seinen Körper kennen lernen. Auch wann du wieder Rennen fahren kannst, wann du stark genug zum Biken bist – manchmal kann man Druck machen und manchmal nicht.

Denkst du denn, es fällt dir aktuell leichter, dich zu erholen oder wird es mit dem Alter nur härter?

In gewisser Hinsicht ist es leichter, weil man mehr Geduld hat, zu warten, bis die Verletzung verheilt ist. Andererseits ist es schwer, weil man bald wieder Biken und Rennen fahren möchte und die ganzen Verletzungen einem irgendwann hinterher hängen. Aber ich fühle mich immer noch fit und kräftig und habe Renntempo – und so lang man Spaß daran hat, hat man den Willen, ein Comeback zu schaffen.

Was ist dein Plan für die Offseason?

Die Red Bull Foxhunt ist das letzte Event dieses Jahr für mich. Ich werde also etwas Ruhe haben, für eine Weile chillen, etwas Physiotherapie machen, um mich zu erholen und mir dann einen Plan für nächstes Jahr überlegen. Es ist schön, etwas Zeit zu Hause zu verbringen und für eine Weile nicht mehr Reisen zu müssen.

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Nächstes Jahr wird es einige neue Strecken im UCI World Cup geben – wie stehst du dazu?

Ich freue mich über die neuen Events. Ich weiß nicht, wie die Strecken sein werden, aber ich liebe es, zu neuen Veranstaltungen und neuen Orten zu kommen. Das macht es interessant – es ist einfach schön, an Orten zu sein, an denen man noch nie zuvor war und wo es eine neue Szene gibt. Man fährt ein Rennen auf einer neuen Strecke, bei der man nicht so wirklich weiß, was passieren wird und das … das hilft irgendwie. Ich bin auf neuen Strecken immer gut und kann es kaum erwarten.

Was sind denn deine Ziele für nächstes Jahr? Gewinnen?

Ja klar, Ich will immer noch Gas geben und aufs Podium fahren! Wenn du fit und trainiert bist, ist es einfach spaßiger – man fährt besser und kann es mehr genießen, was einen dann wiederum noch schneller macht.

Du bist einer der wenige Fahrer, die die ganze Saison auf einem 29″ Downhill-Bike unterwegs waren. Was denkst du darüber? Ist das das nächste große Ding und auf alle Fälle besser?

Nach meiner Verletzung hatte ich nicht viel Zeit zum Testen und um zwischen den Bikes zu wechseln, also musste ich eins wählen. Ich wusste, dass das 29er komplett auf mich eingestellt war und wollte es testen, also … es war gut, aber man kann nicht einfach sagen, es ist besser und fertig! Es kann in einer Hinsicht besser sein und in der anderen nicht, da ist immer die Kehrseite der Medaille. Wir werden in der Offseason jedoch eine Menge Tests machen und der Sachen wirklich auf den Grund gehen, damit wir uns nächstes Jahr sicher sein können, ein gutes Setup zu haben.

Gee setzte diese Saison auf die 29" Version des Trek Session, die ab diesem Monat im Handel erhältlich sein soll.
# Gee setzte diese Saison auf die 29" Version des Trek Session, die ab diesem Monat im Handel erhältlich sein soll.

Wir sind grade bei der Red Bull Foxhunt – wie war es dieses Jahr für dich, als Verfolger?

Ja, die Foxhunt war dieses Jahr irre! Ich habe das nun für ein paar Jahre gemacht und weiß, was ich zu erwarten habe. Aber mit den zusätzlichen Fahrern war es dieses Jahr echt harte Arbeit. Es war cool, ein paar neue Jungs mit mir hinten zu haben, anstatt alleine in der Verfolgung zu sein – es waren auch noch Loïc Bruni und Colin Ross dabei, was der Sache einen ganz neuen Aspekt gab. Statt mich einfach darauf zu konzentrieren, Leute zu überholen, musste ich noch darüber nachdenken, wo ich mich befinde und “werde ich in der nächsten Kurve gleich von Bruni überholt?” Man ist also immer bereit und wartet immer darauf, das ist ziemlich cool und ganz schön aufregend!

Habt ihr euch auf der Strecke denn gesehen?

Loïc Bruni sitzt daneben und wirft ein: “Ich hab dich gesehen, als wir in den Uphill sind, da hab ich festgesteckt!” (der ganze Tisch lacht)
Gee: “Ja, sobald man zum Stehen kommt, war’s das, oder? Man fällt einfach zu weit zurück!”
Loïc: “Ja!”
Gee: “Oben auf der Wiese waren wir alle beieinander, aber dann sind wir einfach in die Menge gekracht, überall waren Körper, da habe ich dann keinen mehr gesehen. Ich bin einfach zwischen den Leuten durchgezirkelt, da konnte man nicht viel erkennen.”

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Wievielter wurdest du am Ende?

Ich weiß gar nicht genau, wievielter ich im Ziel war, ich glaube Top 10 vielleicht (stimmt, Anm. d. Red.). Ich habe die ganze Zeit lang Leute überholt (hier geht’s zum GoPro-Video) und ich bin ins Ziel gekommen. Es war ein hartes Rennen, ich glaube das beste, das wir bisher hatten!

Danke Gee und viel Glück in der Offseason!

Danke Mann, cheers!

Expand english original here

MTB-News.de: You had a very injury plagued season – can you tell us, what happened there?

Gee Atherton: Well, this season started strong. We had some good preseason testing and worked well with Trek to get the bike and myself up to speed. You know, we came in well to the start of the season. In Fort William I had a crash and went down hard, had some big injuries, dislocated my hip and a few other things. From then on it was just a battle to get back to the racing. We kind of pushed hard and got back much earlier than we thought and caught the last few races. And you know, when you come back early, it’s hard not to pick up other injuries: You’re not as strong, not as fit, you have to pace a bit, but you’re still pushing hard. So, from there I picked up some smaller shoulder injuries, but I’m happy to finish the season and still be racing.

How are you feeling right now, are you back at 100 %?

Nah, not 100 %, but I managed to finish the seasons and did the races I wanted to. After crashing at Hardline, it was difficult to kind of finish off. I was stoked, I could race Foxhunt and finish off the last event of the year.

You’re a very experienced rider – do you think it helps you to recover from an injury, knowing that you did this before and came back?

Well, injuries are difficult to come back from and everyone you have is always different. So, each time you do it, you have to learn new ways to deal with it and new challenges to overcome. But yeah, the more you get injured, the more you learn how to deal with it. A lot of it is patience – learning to wait, to not come back to soon. You have to learn, how you can just wait out and know your body as well. Also, when you can race again, when you’re strong enough to ride – sometimes you can’t rush things and sometimes you can!

Do you feel like it’s easier to come back now, or does it get harder with age?

It’s easier in some respect, because you have more patience to wait for injuries to recover. But at the same time it’s difficult, because you want to ride and race again soon and all the injuries sometimes stay with you … but, you know, I feel fit and strong and I still feel fast to race and as long as you’re still enjoying it, you always got that will to come back.

What’s your plan for the off-season now?

Well, this is the last event, Foxhunt, that’s the last one for me. So, I’ll have some downtime, chill for a bit, get some physio in just to recover and then start making a plan for next year. It’s nice to have some time at home and to have no travelling for a bit.

Next year we’re going to have a few new tracks at the UCI world cup – how do you feel about that? Are you excited about a particular one or maybe sceptical?

I’m excited to have new events, you know. I’m not sure, how they’ll do, what the tracks will be like. But I love getting to new venues and fresh places, because it keeps it interesting. It’s nice to go somewhere, where you’ve not been before. It’s nice to get somewhere, that’s kind of a new scene. You’re racing a track, that you don’t really know what’s gonna happen and it’s kind of … it helps, you know. I always do well on fresh tracks and can’t wait to go!

What are your goals for next season? Win?

Yeah, for sure, I wanna be pushing hard and getting on the podium. When you’re fit and strong, it’s just more fun – when you’re racing well, you enjoy it more, and then it makes you race even faster, so …

You’re one of the few riders, who stuck with a 29er the whole season. What’s your thought on that? Do you think, it’s the next big thing and definitely better?

Well, after my injury I didn’t have time to test and jump between the two bikes, so I had to pick one, and I knew that it (29er) was all set up, and I wanted to test it, so … it was good, but it’s not as easy as saying, it’s better and that’s that! You know, it can be better in one respect and not in another, so there’s always a toss-up. But we’re gonna do a lot of testing in the off-season now and really kind of find out what’s what, and make sure we come into next year with a good setup.

We’re at the Red Bull Foxhunt right now – how did you do, how was it?

Yeah, Foxhunt this year was nuts! I’ve done it a few years now, so I know what to expect, but with more riders this year it was really hard work. This year it was cool having some new guys at the back, rather than just me chasing. We had Loïc (Bruni) there and Colin Ross as well, which adds a whole new element to it, because instead of just focusing on overtaking people, you think about where they are, and “am I going to be overtaken by Bruni on the next turn?!” So, you’re always ready, always waiting. It’s quite cool, it’s kind of exciting!

Did you see each other during the race?

Loïc Bruni sitting next to us:“I saw you, because when I got into the uphill, I got stuck!” (the whole table laughs)
Gee:“Yeah and once you stop that’s it, right? Because you get so far back!”
Loïc:“Yeah!”
Gee:“We were all level on the grass, but then we just ploughed into like bodies everywhere and then I didn’t see anyone any more. I was just like, weaving between people, it was hard to tell.”

How did you do in the end?

I don’t know where I finished, I think I finished like top 10 maybe. I was overtaking people the whole way down and … I got to the finish, you know. It was a hard race, and I think it was the best one we’ve done!

Thanks, Gee and good luck for the off-season!

Thanks man, cheers!

Was denkt ihr: wird Gee Atherton nächstes Jahr wieder vorne mitfahren können?


Weitere Informationen

Website: trekfactoryracingdh.com
Text & Redaktion: Gregor Sinn | MTB-News.de
Bilder: Moritz Zimmermann, Luisa Freudenberg




Über den Autor

Gregor Sinn

Gregor Sinn, Jahrgang 1992. Ich lebe bereits seit einigen Jahren als Wahl-Ossi im Thüringer Wald – zum einen um mein Maschinenbaustudium in Ilmenau abzuschließen, vor allem jedoch aufgrund der unglaublichen Trails und coolen Szene. Ursprünglich hat alles mit Rennrad- und XC-Fahren angefangen, mittlerweile trifft man mich aber meistens auf dem Enduro- oder DH-Bike.

Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

    freetourer

    dabei seit 03/2006

    schuetzendorf
    Bei dem Typ bin ich mir nicht sicher, ob ich ihn wegen seiner Hartnäckigkeit bewundern oder wegen seiner Verbissenheit verachten soll. Sich mit einer Verletzung durch die Saison zu schleppen finde ich bei der Sportart krass. Seine Sponsoren werden es ihm hoffentlich danken.
    Einen Profi - Sportler wegen seiner Verbissenheit verachten ? - Dein Ernst?
  2. benutzerbild

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  3. benutzerbild

    schuetzendorf

    dabei seit 08/2012

    freetourer
    Einen Profi - Sportler wegen seiner Verbissenheit verachten ? - Dein Ernst?
    Das war natürlich etwas überspitzt formuliert, aber ich denke dass er dieses Jahr viel Risiko eingegangen ist ohne wirklich etwas gewinnen zu können. Die Hardline ist auch keine Kaffeefahrt und ich hätte vollstes Verständnis gehabt, wenn er ein Jahr dort aussetzt. Hoffentlich ist seine Saisonvorbereitung von der Misere nicht beeinträchtigt. Natürlich wäre er ohne seinen kompromisslosen Einsatz nicht dort, wo er jetzt ist.
  4. benutzerbild

    525Rainer

    dabei seit 09/2004

    Harter Sport. Dazu sind die top trainiert und Physio betreut. Sollte man immer im Kopf haben wenn man es laufen lässt. Der Körper vergisst nichts.
  5. benutzerbild

    Sloop

    dabei seit 03/2015

    Was für eine dumme frage ob er mit dem alter härter wird. Im alter heilen Verletzungen schließlich um einiges schlechter. Heißt ergo, dass wenn er nicht weg vom Fenster sein will, er extrem viel machen muss. Ob das jetzt so gesund ist sei mal dahin gestellt.
  6. benutzerbild

    stuk

    dabei seit 10/2007

    Sollte machen besser Fahrtechnick, dann er weniger fällt hin :lol:

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