Die Gerüchte vermehrten sich in den vergangenen Wochen rasant: Radon wird wohl dem XC-Sport den Rücken kehren. Zumindest unterstützt der deutsche Bikehersteller in Zukunft nicht mehr das Team von Ralph Näf. Trotzdem bekommt die Equipe mit Lukas Flückiger Zuwachs, der wieder an die Seite seines Bruder Mathias wechselt. Außerdem heute in den XC-News: Pfäffle wechselt zurück, van der Poel siegt und siegt und siegt und die Schweizer Mountainbiker räumen ab! Dies und mehr wieder einmal kompakt zusammengefasst.

Lukas Flückiger kommt, Radon geht

Viel wurde zuletzt spekuliert, nun ist es offiziell: Radon unterstützt nicht mehr das Team des ehemaligen Weltmeisters Ralph Näf. In der Pressemitteilung der Equipe werden keine Gründe für den Ausstieg Radons genannt, sondern lediglich, dass dem Team für 2018 noch ein Hauptsponsor fehlt und die Bike-Marke, auf denen die Fahrerinnen und Fahrer im kommenden Jahr unterwegs sein werden, noch nicht feststeht.

Mathias Flückiger fährt weiterhin für das Team von Ralph Näf, wird aber nicht mehr auf einem Bike von Radon auf Titeljagd gehen.
# Mathias Flückiger fährt weiterhin für das Team von Ralph Näf, wird aber nicht mehr auf einem Bike von Radon auf Titeljagd gehen.

Trotzdem wächst die Mannschaft und hat mit Lukas Flückiger einen ganz Großen der Szene verpflichtet. Der Schweizer kommt vom BMC Racing Team und wechselt zurück an die Seite seines Bruders Mathias. Das Duo gehört seit Jahren zu den besten Mountainbikern der Welt. Der jüngere Mathias wurde unter anderem beim Weltcup in Vallnord in der vergangenen Saison Zweiter, während sein Bruder bei der WM in Cairns mit Platz sechs auf sich aufmerksam machen konnte.

Lukas Flückiger verlässt das BMC Racing Team.
# Lukas Flückiger verlässt das BMC Racing Team.

„Ich will mit dem Wechsel neue Impulse setzen. Ein bekanntes Umfeld hilft mir da enorm!“, verspricht sich Lukas Flückiger viel von diesem Wechsel. Der Schweizer ist auch mit dem Teamchef Ralph Näf seit vielen Jahren eng befreundet, weshalb es auch ein großer Wunsch Flückigers war in diese Equipe zu wechseln. Auch Mathias freut sich auf die nächste Saison: „Wir kennen uns in- und auswendig. Wir trainieren oft zusammen, diskutierten an den Rennen auch über die Teamfarben hinaus die wichtigen Themen und geben uns Tipps!“

Weiterhin an Bord der Mannschaft sind Alessandra Keller und Kathrin Stirnemann.

Christian Pfäffle geht zurück zu Stevens

Nach einem Jahr wechselt Christian Pfäffle vom Möbel Märki Team zurück zu Stevens, bei denen er schon 2016 unter Vertrag stand. Im letzten Jahr gelang dem jungen Schwaben dort eine glänzende Saison, die mit dem 15. Platz bei der WM in Nove Mesto gekrönt wurde. 2017 lief für Pfäffle dann allerdings nicht wie erhofft, da er nach einer Verletzung zu Beginn des Jahres nicht richtig in Tritt kam und ihm daraufhin bei Möbel Märki kein neuer Vertrag angeboten wurde. Der 24-jährige unterschrieb deshalb bei Stevens für mindestens zwei Jahre.

Christian Pfäffle wechselt zurück: Wie schon 2016 fährt er in der kommenden Saison für Stevens.
# Christian Pfäffle wechselt zurück: Wie schon 2016 fährt er in der kommenden Saison für Stevens.

Cross: Van der Poel nicht zu stoppen

Mathieu van der Poel ist momentan vielleicht das größte Talent, das die Radsportszene kennt. Auf der Straße konnte er schon überzeugen, auf dem MTB war er beim Weltcup in Albstadt dieses Jahr der einzige ernsthafte Konkurrent für Nino Schurter und im Cross ist er schon längst ein Champion. Bei der EM im tschechischen Tabor sicherte sich der Niederländer souverän Gold vor Lars van der Haar.

Eine Klasse für sich! Bei der Cross-EM konnte niemand mit Mathieu van der Poel mithalten.
# Eine Klasse für sich! Bei der Cross-EM konnte niemand mit Mathieu van der Poel mithalten.

Schon früh setzte sich van der Poel von seinen Verfolgern ab und fuhr einsam an der Spitze dem Sieg entgegen. Bemerkenswert: der Niederländer gewann auf seine Konkurrenten in jeder Runde wenige Sekunden bei einem Hindernis, welches der Stevens-Fahrer per Bunnyhop überwinden konnte, während seine Mitstreiter das Rad drüber trugen. Bei den Damen landete Eva Lechner auf dem sechsten Rang.

Anne Tauber wechselt zu CST Sandd American Eagle

Bleiben wir gleich bei niederländischen Talenten – dieses Mal bei Anne Tauber. Die 22-jährige wechselt vom Team Habitat in die Equipe des ersten MTB-Olympiasiegers Bart Brentjens. Als etatmäßige U23-Fahrerin gelang der ehemaligen Eisschnellläuferin 2017 im Weltcup schon einige Male der Sprung in die Top Ten, sodass sie im Gesamtweltcup auf Platz zehn gelistet wurde. Laut der Pressemitteilung des Teams will sich Tauber in der Equipe der Weltcupgesamtsiegerin Yana Belomoina weiterentwickeln. „Ihre Ambitionen sind die gleichen wie unsere, nämlich eine Medaille in Tokio 2020 zu gewinnen. Wir hoffen, dass unser Team ihr die perfekten Bedingungen bietet, um ihre Ziele zu erreichen“, betont Bart Brentjens.

Ein nächster Schritt in der jungen Karriere: Anne Tauber wechselt zu CST Sandd American Eagle.
# Ein nächster Schritt in der jungen Karriere: Anne Tauber wechselt zu CST Sandd American Eagle.

Das Team CST Sandd American Eagle verlassen wird hingegen Hans Becking. Der Niederländer sieht seine Zukunft in erster Linie auf der Langstrecke und wechselt deshalb an die Seite von Vizeweltmeister Tiago Ferreira zum italienischen DMT Racing Team.

BDR-Kader wird verkleinert

Die Nationalmannschaft des BDR wird 2018 kleiner sein als dieses Jahr. Angeführt wird die Auswahl einmal mehr von Sabine Spitz und Manuel Fumic. Moritz Milatz fällt nach seinem Karriereende logischerweise aus dem Kader, dafür rücken mit Lukas Baum und Georg Egger aus der U23-Klasse zwei talentierte Fahrer in die Elitemannschaft auf. Nicht mehr aufgeführt in der Liste werden Namen wie Markus Bauer und Martin Frey, bei denen sich der Fokus in der letzten Saison mehr in Richtung Marathonrennen verschoben hat. Die Nationalmannschaft fördert allerdings nur Sportler der Cross Country-Disziplin. Die U23-Nationalmannschaft wird angeführt vom WM-Dritten Max Brandl.

Weiterhin die Speerspitze der Nationalmannschaft: Manuel Fumic.
# Weiterhin die Speerspitze der Nationalmannschaft: Manuel Fumic.

Der Kader in der Übersicht:

  • Elite Herren: Ben Zwiehoff, Christian Pfäffle, Georg Egger, Lukas Baum, Manuel Fumic, Markus Schulte-Lünzum
  • Elite Damen: Adelheid Morath, Elisabeth Brandau, Helen Grobert, Sabine Spitz
  • U23-Herren: David List, Jannick Zurnieden, Luca Schwarzbauer, Max Brandl, Niklas Schehl, Robin Hofmann, Tim Meier
  • U23-Damen: Antonia Daubermann, Clarissa Mai, Leonie Daubermann, Lia Schrievers, Ronja Eibl

Schweizer Mountainbiker räumen bei den Swiss Cycling Awards alles ab

Sportlich haben die Schweizer Nino Schurter, Jolanda Neff und Sina Frei schon richtig abgeräumt, nun gewannen sie auch die Wahl des Swiss Cycling Awards. Schurter und Neff in der Kategorie bester Fahrer bzw. Fahrerin und Frei als beste Nachwuchsathletin. Als bestes Team wurde die Gold-Staffel der WM ausgezeichnet, für die Schurter, Neff, Frei, Joel Roth und Filippo Colombo unterwegs waren. Das Wahlergebnis setzte sich zu 50 Prozent aus einer Publikumswahl und zu 50 Prozent aus einer Befragung einer zehnköpfigen Fachjury zusammen.

Morath siegt in Südafrika

Adelheid Morath und Jennie Stenerhag sichern sich den Gesamtsieg beim FNB Wines2Whales Etappenrennen in Südafrika. Das Duo gewann nach drei Tagen vor Candice Lill und Vera Adrian. Sabine Spitz und Robyn de Groot landeten am Ende auf Platz fünf. Bei den Herren ging der Gesamtsieg an Matthys Beukes und Philipp Buys vor Christoph Sauser und Konny Looser, die auf der zweiten Etappe aufgrund eines Defekts viel Zeit verloren haben.

Adelheid Morath war mit ihrer Partnerin Jennie Stenerhag in Südafrika siegreich.
# Adelheid Morath war mit ihrer Partnerin Jennie Stenerhag in Südafrika siegreich.

Southern Tropical Challenge: Rieder holt den Sieg, Platt stürzt

Der Bulls-Biker Karl Platt ist bei der Southern Tropical Challenge auf Mauritius schwer gestürzt und musste das viertägige Etappenrennen vorzeitig aufgeben. Gemeinsam mit seinem ehemaligen Teamkollegen Thomas Dietsch ist er in das Rennen gestartet, doch auf dem letzten Teilstück stürzte der ehemalige deutsche Meister schwer. Platt hatte Glück im Unglück und muss sich keiner Operation unterziehen, wie er auf Facebook mitteilte. Der Altmeister erlitt eine Fraktur an der Hüfte. Das Duo Platt/Dietsch lag bis zu diesem Zeitpunkt in der Gesamtwertung in Führung. Der Sieg ging am Ende an Yannick Lincoln und Neilo Perrin-Ganier.

Bei den Damen sicherte sich Nadine Rieder gemeinsam mit Auriele Halbwachs mit über zweieinhalb Stunden Vorsprung den Gesamtsieg des Rennens.


Die fünf aktuellsten Beiträge aus unserer Reihe “XC-News” findest du hier:

Alle weiteren Berichte aus der Rubrik “XC-News” findest du hier auf dieser Übersichtsseite.

Text & Redaktion: Tobias Sindlinger




  1. benutzerbild

    baloo

    dabei seit 01/2004

    Toobold
    Adelheid Morath war 2017 in keinem UCI Team unterwegs, sondern ist unter eigener Fahne gefahren. Dabei wurde sie von dem Freiburger Bikeshop Bikesportworld unterstützt, der in erster Linie Specialized vertreibt. Deshalb war Morath dieses Jahr aus Specialized unterwegs.

    Gestern Abend, kurz nachdem dieser Artikel online ging, erreichte uns eine Pressemitteilung, in der verkündet wird, dass Morath 2018 für das Jb Brunex Felt Team fährt. Dazu dann in den nächsten XC-News mehr :)
    Hier schon mal was vorab.
    Könnte mir gut vorstellen, dass sie unter Joe nochmals einen Schritt vorwärts macht!
  2. benutzerbild

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  3. benutzerbild

    525Rainer

    dabei seit 09/2004

    Weiss man was Radon mit dem frei werdenden Budget vorhat?
  4. benutzerbild

    Geplagter

    dabei seit 09/2008

    Schön, hier auch mal was aus dem XC-Bereich zu lesen. :daumen:
  5. benutzerbild

    Fortis76

    dabei seit 03/2012

    Sehr informativ. Schön zusammengefasst.
    Auch von mir ein Lob.
  6. benutzerbild

    kleinerblaumann

    dabei seit 11/2014

    Geplagter
    Schön, hier auch mal was aus dem XC-Bereich zu lesen. :daumen:
    Dem stimme ich zu! Ich lese solche Artikel auch immer gerne. Es gibt ja immer mal Kritik, dass der XC-Bereich in den Berichterstattungen zu wenig präsent ist. Das finde ich auch, sehe aber auch Bemühungen wie diesen Artikel, die dem entgegenwirken. Weiter so!

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