Der RSV Bike-Arge St. Märgen hat das vierte Rennen der Internationalen MTB- Bundesliga 2010 abgesagt. Grund ist eine deutliche Unterdeckung im Budget der Veranstaltung, die am 3. und 4. Juli 2010 über die Bühne gegangen wäre.

Damit hat sich die international renommierte Serie auf fünf Veranstaltungen plus ein Rennen zur U23-Bundesliga verkleinert.

RSV-Vorsitzender Reinhard Rüffer hatte bis zuletzt versucht, die Löcher in seinem Budget zu stopfen, blieb aber erfolglos. Rund ein Drittel der notwendigen Gelder fehlen der Bike-Arge, die in den vergangenen beiden Jahren jeweils die Deutsche Meisterschaft ausgerichtet hat. Eine DM ist allerdings auch weniger kostenintensiv als ein Rennen der MTB-Bundesliga.

“Es ist uns/mir nicht gelungen zusätzliche Sponsoren zu gewinnen. Aufgrund der immer weiter steigenden Kosten haben wir eine erhebliche Unterdeckung. Als eingetragener Verein können wir keine Veranstaltungen mit einem Minus abschließen”, erklärt Rüffer zur Absage. Eine auf Sparflamme organisierte Veranstaltung, so der Vorsitzende, würde auch dem guten Ruf der MTB-Bundesliga schaden.

Zurzeit wird noch geprüft, ob man in St. Märgen stattdessen die Baden-Württembergische Meisterschaft ausrichten kann.

Internationale MTB-Bundesliga 2010

Termine

10./11. April Goseck (C2, nur U23)

17./18. April Münsingen (C1)

15./16. Mai Heubach (HC)

12./13. Juni Albstadt (HC)

14./15. August Wetter/R. (C1)

18./19. September Saalhausen (C1)

Text von Erhard Goller

  1. benutzerbild

    JaDuWerSonst

    dabei seit 01/1970

    keroson schrieb:
    Das ist wirklich herb. Wenn man sich mal überlegt was der eigentlich recht kleine Verein in St.Märgen die letzten Jahr auf die Beine gestellt hat, auch finanziell, dann ist das wirklich traurig.

    Zu den Kosten:
    Es ist schon fast ein Unding, das so ein "Funktionärsverband" wie der BDR, der in den letzten Jahren in den Bankrott gewirtschaftet wurden und nur noch wenig sinnvolles auf die Reihe bekommt, sondern ganz im Gegenteil eher sinnbefreites (Übersetzungsperre bei Kinderrennen in Zukunft), und doch geradezu die Vereine ausbeutet (Bei uns gehen z.B. 70% der Mitgliedbeiträge direkt an den BDR weiter).

    Der BDR gibt z.B. vor das ich bei Bundesoffenen Rennen auf jeden Fall mehr Preisgeld zahle als ich idR. an Startgeldern bekomme.
    Ich muss ziemlich hohe Preisgelder zahlen (wenn bei den Damen nur 5 Starten bekommt die letzte auf jeden Fall Preisgeld, egal wie man das dreht) und darf aber nur begrenzt Startgelder verlangen.

    Als Ausrichter rechnet sich bei den Lizenzklassen die Rennen also von vorneherein nicht.

    Dann muss ich ein Jury bezahlen, die bei den meisten Rennen sowieso unterbesetzt ist (weil es zu wenig Ausgebildete Kampfrichter gibt) und diese Jury soll in Zukunft, obwohl jetzt schon im Stress, auch noch kontrollieren das bei den Kinderrennen zusätzliche Regularien (Übersetzungssperre, Plattformpedale, Technikparcour, etc.) eingehalten werden.

    Dazu kommen Kosten für Genehmigungen, Areal, etc.
    Außerdem Bergwacht, DRK oder ähnliches

    Einnahmen hab ich dagegen idR. nur aus der Bewirtung.

    Das heißt, wenn ich kein(e) zahlungskräftige(n) Sponsor(en) hab, mach ich als Verein minus. Bei einem normalen Serienrennen (Tälercup, NRW-Cup etc.) kann man davon ausgehen das 30% der Vereine zwischen 300 und 1000 Euro miese machen, 50% geradeso auf null rauslaufen, und nur 20% ein leichtes Plus machen.

    Bei vielen Vereinen steht es deshalb jedes Jahr aufs neue auf der Kippe ob ein Veranstaltung durchgeführt wird oder nicht. Auch neue Veranstalter sind ziemlich rar.
    (Wir sprechen hier nur von normalen Bundesoffenen Rennen)

    Als zusätzliche Schikane muss man sich noch 150 Seiten Regelwerk durchlesen, damit die Rennen auch Regelkonform durchgeführt werden (in Österreich sind das gerademal 30 Seiten)


    Bei einem Bundesligarennen kommen dann noch (Kosten für:
    Feuerwehr/THW/Polizei
    Funktionäre
    Startprovisionen
    Datasport(!!)
    etc...

    Und zusätzliche Einnahmen hat man eigentlich fast nicht (Eintrittgeld, Stellplatzvermietung messe etc..)

    Außerdem gibt es seit Jahren kein Großsponsor der MTB-Bundesliga weil der BDR einfach nicht mehr als Sponsorfähig gilt. Wenn mal einer der großen Dax Konzernen (Telekom, VW, Bmw, etc) oder ähnliches als Großsponsor einsteigen (VW-MTB-Bundesliga) würde dann wären viele Probleme der einzelnen Ausrichter auf einen Schlag gelöst.


    Sponsoren!?? Wofür?
    Sport- und Kulturveranstaltungen sollten die Staatspflichten Nr.1 sein, also vom Steuergeld bezahlt werden (ich rede nicht von den überzogenen Ablösegeldern und Löhnen z.B im Fußball, sondern von der Infrastruktur und den Kosten für die Nebenaufgaben, wie Sicherungsmaßnahmen, Rettungsdienste, Versicherungen,...)
    Warum? Kultur- und Sportveranstaltungen sind die besten Instrumente, um Begegnungen und ein gesundes Zusammenleben von Menschen zu fördern und Bildung, bzw. kontrollierten Aggressionsabbau (Wettkampf) zu vermitteln!

    Der Verteidigungskrieg, den die Regierung am Hindukusch führt, hat bisher über drei Milliarden Steuergelder vernichtet und die genehmigte Verlängerung der mörderischen Kriegslasten wird weitere geschätzte 688 Mill. Euro verschlingen.:.gif" alt="">:

    So sieht es aus und fast alle schweigen und glauben dem Blödsinn der Presse und Regierung.:spinner:

    Theater werden geschlossen, Sportveranstaltungen müssen wegen Geldnot abgesagt werden, der Sport- und Kunstunterricht in den Schulen wird gekürzt oder gestrichen, damit die Kleine noch früher den Schwachsinn von McKinsey & Co. ins Hirn gestopft bekommen.:

    Die Macht der übergroßen Verbände, wie dem BDR, wird immer unerträglicher und abgehobener und die Interessen der Mitglieder dürfen ungestraft mit den Füßen getreten werden.

    Es lebe der Popanz der Zukunft.
  2. benutzerbild

    keroson

    dabei seit 09/2006

    Jo schön wärs. Wir sind bei unserm Rennen schon froh das wir das Areal der Gemeinde nutzen dürfen und Absperrmaterial vom Bauhof bekommen, ohne etwas dafür zu bezahlen. Es wäre Wunschdenken zu glauben das die Gemeinde auch nur ein Cent für unser Mountainbikerennen bezahlen würde.

    Ich muss im Gegenteil noch ~250-300 Euro an das Landratsamt (wenn ich es jetzt richtig im Kopf hab) abdrücken, damit ich die Genehmigung bekomme das das Rennen überhaupt stattfinden darf.
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  4. benutzerbild

    shape

    dabei seit 09/2007

    Ich kann mich an ein Interview mit dem Vorsitzenden des BDR und des australischen Nationaltrainers (!!!!!) für Downhill erinnern. Beide bekamen von der Freeride die gleichen Fragen gestellt. Im Detail weiß ich nicht mehr, was genau der vom BDR gesagt hat, das Ergebnis war so, das ich (und bestimmt jeder ders gelesen hat) dachte ohhhhhhhhhjeeeeeeee armes Heimatland. Wo solls noch hinführen, wenn jedes Bisschen Motivation und jeder Tatendrang kaum wahrgenommen geschweigedenn unterstützt wird.

    Ist nicht lange her, da habe ich eine interessante Doku über das Traditionsunternehmen Miele gesehen. Habt ihr gewusst, das die mal tolle Fahr- und Kleinkrafträder hergestellt haben? Echt der Hammer und coole Kisten die Mopeds.

    Das ist z.B. ein Unternehmen, das Arbeitsplätze im Land hält, inovativ ist und mit Sicherheit Interesse an PR hat, wenn man bedenkt, wieviele Leute Miele im Haushalt haben (lang und hoch lebe mein HS 10 Black Magic Sauger). Hier treffen Ökologie, Ökonomie, Lifestyle, Inovation und Freizeit direkt aufeinander. Aus meiner Sich passt der Radsport da gut rein, weil er ganz nah an jedem von uns ist, selbst die Dame, die jeden Tag mit dem Hollanrad aufn Markt oder zum Bäcker fährt, mag aufs Radln an sich nicht verzichten, oder?

    Also nicht locker lassen sondern Dampf geben....inovativ Denken....unbezahlbar.....durchhalten....unbezahlbar....an die Zukunft denken und die Erde sichern.....unbezahlbar.......für alles andere gibts den Bundestag......

    @ JaDuWerSonst: Da gebe ich dir definitiv Recht, der Staat sollte so etwas unterstützen, bzw. das Land, grad wenn Tourismus eine so große Rolle spielt.
  5. benutzerbild

    keroson

    dabei seit 09/2006

    shape schrieb:

    @ JaDuWerSonst: Da gebe ich dir definitiv Recht, der Staat sollte so etwas unterstützen, bzw. das Land, grad wenn Tourismus eine so große Rolle spielt.


    Der Tourismus ist da ja schon im Boot. Laut Zeitungsbericht gehts um ca. 10-20k Euro. Mal zum Vergleich, für ein Parkhaus das 7 Monate im Jahr nicht benutzt wird zahlt das Land Baden-Württemberg 3 Millionen Euro. Wobei vielleicht gibt es demnächst ja ein Mountainbikerennen im Feldberger Parkhaus
  6. benutzerbild

    shape

    dabei seit 09/2007

    keroson schrieb:
    Der Tourismus ist da ja schon im Boot. Laut Zeitungsbericht gehts um ca. 10-20k Euro. Mal zum Vergleich, für ein Parkhaus das 7 Monate im Jahr nicht benutzt wird zahlt das Land Baden-Württemberg 3 Millionen Euro. Wobei vielleicht gibt es demnächst ja ein Mountainbikerennen im Feldberger Parkhaus


    Da sieht mans mal wieder, eine Verschwendung und Deplatzierung von Geld das es kracht, bin mal echt frustriert über solche Informationen...

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