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Die zwei Minuten, 47 Sekunden und 711 Tausendstel waren ziemlich nah dran an der Perfektion, die in Lourdes möglich war
Die zwei Minuten, 47 Sekunden und 711 Tausendstel waren ziemlich nah dran an der Perfektion, die in Lourdes möglich war - Amaury Pierron hat sich nach zwei verletzungsgeplagten Saisons ohne Sieg wieder zurückgemeldet in der absoluten Weltspitze. Und wie!
Aaron Gwin ist nach wie vor der einzige Fahrer, der in Lourdes zwei Mal gewinnen konnte
Aaron Gwin ist nach wie vor der einzige Fahrer, der in Lourdes zwei Mal gewinnen konnte - doch während der Amerikaner in 2015 und 2016 noch in eigenen Sphären unterwegs war, haben einige Konkurrenten zwei oder gar drei Gänge hochgeschaltet. In den vergangenen Jahren ist der Downhill-Sport auf ein neues Niveau gehoben worden.
40.000 Zuschauer waren am Sonntag in Lourdes vor Ort, um das Spektakel live zu verfolgen
40.000 Zuschauer waren am Sonntag in Lourdes vor Ort, um das Spektakel live zu verfolgen - vor allem, aber nicht nur in Frankreich begeistern Downhill-Rennen die Massen. Hiervon können sich einige Sportarten eine dicke Scheibe abschneiden. Downhill ist inzwischen definitiv massenkompatibler als ein Großteil der Sportarten, die im Fernsehen laufen.
Mit im Schnitt fast 43 km/h ist Amaury Pierron am Sonntag ins Tal geballert
Mit im Schnitt fast 43 km/h ist Amaury Pierron am Sonntag ins Tal geballert - und das auf einer Strecke, die von der ersten bis zur letzten Sekunde absolut fordernd war.
Wenn ein Foto die Progression des Downhill-Sports in den letzten Jahren zeigt, dann wohl dieses hier
Wenn ein Foto die Progression des Downhill-Sports in den letzten Jahren zeigt, dann wohl dieses hier - während 2017 stumpf und geradeaus über den hohen Stein gedroppt sind, war Finn Iles in seinem Quali-Lauf in der technischen Sektion zuvor so schnell, dass er den Drop wegscrubben musste.
Vali Höll musste sich im Finale mit Platz 4 begnügen. Wer die absolute Dominanz einer einzelnen Fahrerin erwartet hat, dürfte in diesem Jahr enttäuscht werden
Vali Höll musste sich im Finale mit Platz 4 begnügen. Wer die absolute Dominanz einer einzelnen Fahrerin erwartet hat, dürfte in diesem Jahr enttäuscht werden - eher sieht es so aus, als gebe es fünf oder gar sechs Fahrerinnen, die bei jedem Rennen um den Sieg mitfahren können.
Mit ihrer Zeit wäre Gracey Hemstreet schon jetzt mehr als konkurrenzfähig bei den Frauen
Mit ihrer Zeit wäre Gracey Hemstreet schon jetzt mehr als konkurrenzfähig bei den Frauen - die Kanadierin steht stellvertretend für die neue Generation von schnellen Nachwuchs-Shredderinnen, die den Frauen-Rennsport zukünftig prägen werden.
Als der letzte World Cup in Lourdes ausgetragen wurde, war Henri Kiefer noch nicht mal ein Teenager
Als der letzte World Cup in Lourdes ausgetragen wurde, war Henri Kiefer noch nicht mal ein Teenager - jetzt ist der junge Canyon-Fahrer bei seinem ersten World Cup überhaupt bei den Junioren auf Platz 5 gerast. In der Elite hätte seine Zeit für Rang 38 ausgereicht – wow!
Perfekte Bedingungen in Lourdes Ende März: Das Wetter hat zum Glück optimal mitgespielt
Perfekte Bedingungen in Lourdes Ende März: Das Wetter hat zum Glück optimal mitgespielt - inzwischen dürfte die Strecke aber wieder von einer Schneeschicht bedeckt sein. Wenn der Downhill-Sport den nächsten, notwendigen Schritt gehen will, dann braucht es nicht nur mehr Rennen und mehr Sichtbarkeit, sondern auch insgesamt eine bessere Planung und Terminierung der Events.
Als Enduro-Fahrer hat Martin Maes in Lourdes für Furore gesorgt. Fahrrad-Händler verkaufen mittlerweile praktisch keine Downhill-Bikes mehr, während Enduros, am besten motorisiert, in aller Munde sind.
Als Enduro-Fahrer hat Martin Maes in Lourdes für Furore gesorgt. Fahrrad-Händler verkaufen mittlerweile praktisch keine Downhill-Bikes mehr, während Enduros, am besten motorisiert, in aller Munde sind. - Die Tatsache ändert jedoch nichts daran, dass der Downhill World Cup im Jahr 2022 mehr denn je die Bergab-Rennsportart Nummer 1 ist.
Fahrer wie Wyn Masters sind mittlerweile nicht mehr nur Racer, sondern echte Medien-Stars
Fahrer wie Wyn Masters sind mittlerweile nicht mehr nur Racer, sondern echte Medien-Stars - mit fast 300.000 Followern auf Instagram hat der Neuseeländer eine riesige Gefolgschaft und ist folglich auch für viele Sponsoren sehr interessant. Das muss sich auch in den Verträgen niederschlagen.
recap-lourdes-1264
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Stehen dem Downhill World Cup goldene Zeiten bevor oder gleicht die Übernahme durch Discovery einer Irrfahrt ins Ungewisse?
Stehen dem Downhill World Cup goldene Zeiten bevor oder gleicht die Übernahme durch Discovery einer Irrfahrt ins Ungewisse? - Aktuell erscheint alles möglich, da noch nicht klar ist, wie es zukünftig weitergeht. Man kann nur hoffen, dass viele Elemente, die den Downhill-Rennsport gerade auszeichnen, übernommen werden. Das Rennen in Lourdes hat mal wieder gezeigt, wie positiv es derzeit um den World Cup steht.

Der Sieger-Run von Amaury Pierron beim Downhill World Cup in Lourdes war nah dran an der Perfektion. Die Leistungen beim Auftakt des Downhill World Cups 2022 haben gezeigt, dass die Disziplin endgültig ein neues Niveau erreicht hat. Bleibt die Frage, ob der Discovery-Übergang in den Mainstream gelingen wird … 

Es war ein traumhafter Auftakt in die Downhill World Cup-Saison 2022: Perfektes Wetter, eine unfassbare Stimmung am Streckenrand, faire Entscheidungen und Sieger-Läufe auf einem unfassbaren Niveau. Die Behauptung, dass das zurückliegende Finale an Spannung nicht zu überbieten war oder das fahrerische Niveau immer weiter steigt, wird auch regelmäßig in unseren Rennberichten geäußert. Die Breite an der Spitze wird immer dichter – klar. Aber dieses Mal stimmt das wirklich!

Die zwei Minuten, 47 Sekunden und 711 Tausendstel waren ziemlich nah dran an der Perfektion, die in Lourdes möglich war
# Die zwei Minuten, 47 Sekunden und 711 Tausendstel waren ziemlich nah dran an der Perfektion, die in Lourdes möglich war - Amaury Pierron hat sich nach zwei verletzungsgeplagten Saisons ohne Sieg wieder zurückgemeldet in der absoluten Weltspitze. Und wie!
Diashow: Quo Vadis, Downhill?: Eine Disziplin zwischen Abfahrts-Wahnsinn und Mainstream
Perfekte Bedingungen in Lourdes Ende März: Das Wetter hat zum Glück optimal mitgespielt
40.000 Zuschauer waren am Sonntag in Lourdes vor Ort, um das Spektakel live zu verfolgen
Aaron Gwin ist nach wie vor der einzige Fahrer, der in Lourdes zwei Mal gewinnen konnte
Stehen dem Downhill World Cup goldene Zeiten bevor oder gleicht die Übernahme durch Discovery einer Irrfahrt ins Ungewisse?
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Legendäre Downhill-Runs? Gabs doch schon immer!

Zugegeben, grandiose Rennläufe, an die man sich auch mehrere Monate danach noch gerne zurückerinnert, gab es immer wieder. Man denke da beispielsweise an Aaron Gwins Regen-Sieg in Mont-Sainte-Anne, der 2017 das Vorurteil, der Kalifornier wäre ausschließlich ein Schönwetter-Fahrer, endgültig aufgeräumt hat. Oder Amaury Pierrons Les Gets-Run 2019, der die perfekte Definition von Geschwindigkeitsüberschreitung ist. Blickt man weiter in die Vergangenheit des Downhill-Sports zurück, dann kommen einem natürlich Sam Hills legendäre WM-Fahrt in Val di Sole oder Danny Harts Champery-Run („LOOK AT THE TIME!“) in den Sinn. Doch der Downhill-Rennsport im Jahr 2022 hat nicht mehr allzu viel mit den Rennen von vor 10 Jahren zu tun. Selbst im Vergleich zu den Entscheidungen von vor vier oder fünf Jahren wirkte die Entscheidung in Lourdes wie eine Next-Generation-Version von Downhill-Rennen mit einem gehörigen Schuss Energy Drink.

Aaron Gwin ist nach wie vor der einzige Fahrer, der in Lourdes zwei Mal gewinnen konnte
# Aaron Gwin ist nach wie vor der einzige Fahrer, der in Lourdes zwei Mal gewinnen konnte - doch während der Amerikaner in 2015 und 2016 noch in eigenen Sphären unterwegs war, haben einige Konkurrenten zwei oder gar drei Gänge hochgeschaltet. In den vergangenen Jahren ist der Downhill-Sport auf ein neues Niveau gehoben worden.

Das Level der Fahrerinnen und Fahrer ist in den vergangenen Jahren rasant angestiegen. Downhill Bikes werden immer schneller, Fahrwerke immer besser. Beim letzten Rennen in Lourdes hat das Santa Cruz Syndicate als erstes Team einen 29er aus dem Hut gezaubert und damit die Downhill-Welt geschockt. Rückblickend war das dies nicht das Ende der Entwicklungs-Fahnenstange, sondern der Anfang. High Pivot-Bikes sind genauso gekommen um zu bleiben wie Mullet-Setups. Das aktuelle Specialized Demo, das in Lourdes doppelt auf dem Podium vertreten war, mag zwar weitaus weniger futuristisch aussehen und schwerer sein als das asymmetrische Carbon-Demo aus Gwin-Zeiten, doch es ist mit Sicherheit das deutlich schnellere und bessere Race-Bike.

40.000 Zuschauer waren am Sonntag in Lourdes vor Ort, um das Spektakel live zu verfolgen
# 40.000 Zuschauer waren am Sonntag in Lourdes vor Ort, um das Spektakel live zu verfolgen - vor allem, aber nicht nur in Frankreich begeistern Downhill-Rennen die Massen. Hiervon können sich einige Sportarten eine dicke Scheibe abschneiden. Downhill ist inzwischen definitiv massenkompatibler als ein Großteil der Sportarten, die im Fernsehen laufen.

Downhill 2022 ≠ Downhill 2017

Doch zurück zur Entscheidung in Lourdes – und vor allem zum unfassbaren Lauf von Amaury Pierron. Die Strecke in Lourdes wurde im Vergleich zu 2017 an einigen Stellen etwas enger gesteckt und kurz vorm Ziel durch kräftezehrende Whoops ergänzt. Ein Vergleich zwischen dem Rennen 2017 und der 2022er-Ausgabe ist schwierig, doch geht man von einer (nahezu) identischen Streckenlänge aus, dann war Amaury Pierron während seines 2:47.711 Minuten langen Husarenritts mit einer absurd hohen Durchschnittsgeschwindigkeit von 42,93 km/h unterwegs.

Mit im Schnitt fast 43 km/h ist Amaury Pierron am Sonntag ins Tal geballert
# Mit im Schnitt fast 43 km/h ist Amaury Pierron am Sonntag ins Tal geballert - und das auf einer Strecke, die von der ersten bis zur letzten Sekunde absolut fordernd war.

Selbst im Vergleich zu den Entscheidungen von vor vier oder fünf Jahren wirkte die Entscheidung in Lourdes wie eine Next-Generation-Version von Downhill-Rennen mit einem gehörigen Schuss Energy Drink.

Noch beeindruckender wird die Leistung, wenn man den massiven Fehler berücksichtigt, den der Commencal-Fahrer in einer losen Wald-Sektion kurz vor einem langgezogenen Off Camber-Abschnitt gemacht hat. Erst im GoPro-Video wurde klar, wie sehr ihm das Vorderrad weggerutscht ist – und dass er unmittelbar danach noch einen weiteren groben Schnitzer in seinen Lauf eingebaut hat. Der direkte Vergleich zu Loïc Bruni, an diesem Sonntag nur Dritter, zeigt, dass Amaury Pierron auf einer rund 10 Sekunden langen Sektion hier fast 2,3 Sekunden eingebüßt hat. Ohne Fehler ist in Lourdes niemand ins Ziel gekommen, aber allein diese Tatsache zeigt, wie sehr Amaury Pierron in Lourdes in einer eigenen Liga gefahren ist.

Wenn ein Foto die Progression des Downhill-Sports in den letzten Jahren zeigt, dann wohl dieses hier
# Wenn ein Foto die Progression des Downhill-Sports in den letzten Jahren zeigt, dann wohl dieses hier - während 2017 stumpf und geradeaus über den hohen Stein gedroppt sind, war Finn Iles in seinem Quali-Lauf in der technischen Sektion zuvor so schnell, dass er den Drop wegscrubben musste.

Dabei war am Abend vor dem Rennen gar nicht klar, ob er beim Finale überhaupt an den Start gehen kann. In seinem Quali-Lauf ist Pierron in der Kurve vor dem finalen (und wirklich großen) Drop in den Zielbereich ausgeklickt, nicht mehr ins Pedal gekommen und bei der Landung mit dem Fuß in den Boden eingeschlagen. Gerüchten zufolge soll die Stimmung in den Commencal-Pits am Abend des Quali-Tages eher bescheiden gewesen sein, am Tag nach dem Finale ist der spätere Sieger direkt ins Krankenhaus gefahren. Nach zwei Jahren voller Rückschläge und Verletzungen hat sich Amaury Pierron auf sehr beeindruckende Art und Weise an der Weltspitze zurückgemeldet.

Vali Höll musste sich im Finale mit Platz 4 begnügen. Wer die absolute Dominanz einer einzelnen Fahrerin erwartet hat, dürfte in diesem Jahr enttäuscht werden
# Vali Höll musste sich im Finale mit Platz 4 begnügen. Wer die absolute Dominanz einer einzelnen Fahrerin erwartet hat, dürfte in diesem Jahr enttäuscht werden - eher sieht es so aus, als gebe es fünf oder gar sechs Fahrerinnen, die bei jedem Rennen um den Sieg mitfahren können.

Jugend forsch

Auch die Entscheidungen der anderen Kategorien in Lourdes waren an Spannung kaum zu überbieten. Bei den Frauen konnte Camille Balanche im dritten Jahr in Folge den Sieg beim ersten großen Rennen des Jahres feiern – bei all dem Hype um Vali Höll und Nina Hoffmann vergisst man schnell mal, dass die Schweizerin ebenfalls noch gar nicht so lange überhaupt Downhill fährt. Mit Myriam Nicole, einer bis dahin fitteren Marine Cabirou, Vali Höll, Tahnée Seagrave, Camille Balanche und Nina Hoffmann, die auf ihren soliden siebten Platz definitiv aufbauen kann, gibt es gleich sechs Fahrerinnen, die in Fort William realistische Chancen auf den Sieg haben. So ausgeglichen und gleichzeitig gut war das weibliche Feld im World Cup noch nie.

Mit ihrer Zeit wäre Gracey Hemstreet schon jetzt mehr als konkurrenzfähig bei den Frauen
# Mit ihrer Zeit wäre Gracey Hemstreet schon jetzt mehr als konkurrenzfähig bei den Frauen - die Kanadierin steht stellvertretend für die neue Generation von schnellen Nachwuchs-Shredderinnen, die den Frauen-Rennsport zukünftig prägen werden.

Wohin wird die Reise führen? Wird Downhill olympisch? Oder stellt Red Bull zukünftig gar eine eigene Rennserie als Konkurrenz-Produkt zur durchbürokratisierten UCI-Veranstaltung auf die Beine?

Diese Entwicklung wird sich fortsetzen, denn auch bei den Juniorinnen geht es sehr umkämpft zur Sache. Mittlerweile gibt es mehrere Nachwuchs-Fahrerinnen, die von großen Teams den nötigen Support bekommen – sei es Phoebe Gaele, die an der Seite von Tahnée Seagrave wertvolle Erfahrungen sammelt, oder Izabela Yankova, die im Gen S-Team von Specialized nun in die Weltspitze geführt werden soll. Der Star der Juniorinnen war in Lourdes jedoch Gracey Hemstreet. Die Norco Factory-Fahrerin wäre mit ihrer Zeit bei den Frauen fast auf dem Podium gelandet – und das, obwohl die Juniorinnen vermutlich schwierigere Bedingungen hatten.

Als der letzte World Cup in Lourdes ausgetragen wurde, war Henri Kiefer noch nicht mal ein Teenager
# Als der letzte World Cup in Lourdes ausgetragen wurde, war Henri Kiefer noch nicht mal ein Teenager - jetzt ist der junge Canyon-Fahrer bei seinem ersten World Cup überhaupt bei den Junioren auf Platz 5 gerast. In der Elite hätte seine Zeit für Rang 38 ausgereicht – wow!

Dass Jackson Goldstone mal wieder bei den Junioren gewonnen hat, dürfte inzwischen keine Überraschung mehr sein. Dass er aber der zweitschnellste Syndicate-Fahrer des Tages war, ist mehr als beachtlich. Ebenfalls sehr bemerkenswert ist die Leistung von Henri Kiefer, der bei seinem ersten World Cup überhaupt direkt auf Platz 5 gerast ist. Mit seiner Zeit hätte er sich nicht nur fürs Finale der Männer qualifiziert, sondern wäre dort in die Top 40 gefahren. Zur Einordnung: Als Sam Hill seinen legendären Val di Sole-Run hingelegt hat, war Henri gerade einmal 3 Jahre jung.

Perfekte Bedingungen in Lourdes Ende März: Das Wetter hat zum Glück optimal mitgespielt
# Perfekte Bedingungen in Lourdes Ende März: Das Wetter hat zum Glück optimal mitgespielt - inzwischen dürfte die Strecke aber wieder von einer Schneeschicht bedeckt sein. Wenn der Downhill-Sport den nächsten, notwendigen Schritt gehen will, dann braucht es nicht nur mehr Rennen und mehr Sichtbarkeit, sondern auch insgesamt eine bessere Planung und Terminierung der Events.

Eine goldene Zukunft – oder der Tunnel am Ende des Lichts?

Der Downhill-Sport steht vor einer goldenen Zukunft und der Auftakt in Lourdes macht berechtigte Hoffnung, dass die Disziplin nach zwei Covid-geplagten Jahren noch stärker, noch packender und noch massenkompatibler zurückkommt. Vor Ort haben 40.000 begeisterte Fans das Rennen verfolgt, im Internet dürften es noch deutlich mehr gewesen sein – darunter nicht nur absolute Downhill-Freaks, die ohnehin schon über jedes kleine Detail Bescheid wissen.

Als Enduro-Fahrer hat Martin Maes in Lourdes für Furore gesorgt. Fahrrad-Händler verkaufen mittlerweile praktisch keine Downhill-Bikes mehr, während Enduros, am besten motorisiert, in aller Munde sind.
# Als Enduro-Fahrer hat Martin Maes in Lourdes für Furore gesorgt. Fahrrad-Händler verkaufen mittlerweile praktisch keine Downhill-Bikes mehr, während Enduros, am besten motorisiert, in aller Munde sind. - Die Tatsache ändert jedoch nichts daran, dass der Downhill World Cup im Jahr 2022 mehr denn je die Bergab-Rennsportart Nummer 1 ist.

Umso spannender bleibt zu beobachten, wie der Übergang des Downhills weg von Red Bull hin zu Discovery gelingen wird. Dass bislang noch gar nichts darüber bekannt ist, was sich überhaupt ändern soll und wird, löst bei einigen Beteiligten durchaus Kopfschmerzen aus. Selbst einen Kalender für 2023 gibt es bis dato noch nicht. Dafür haben in Lourdes Gerüchte die Runde gemacht, dass die Zahl der Rennen deutlich erhöht werden soll – ein Punkt, über den in der Vergangenheit regelmäßig ein Dissens zwischen der UCI und dem Produktionsteam von Red Bull bestand. Wohin wird die Reise führen? Wird Downhill olympisch? Die Voraussetzungen, das Zuschauer-Interesse und die Professionalität sprechen dafür, andere Faktoren hingegen lassen das unrealistisch erscheinen. Oder stellt Red Bull zukünftig gar eine eigene Rennserie als Konkurrenz-Produkt zur durchbürokratisierten UCI-Veranstaltung auf die Beine?

Fahrer wie Wyn Masters sind mittlerweile nicht mehr nur Racer, sondern echte Medien-Stars
# Fahrer wie Wyn Masters sind mittlerweile nicht mehr nur Racer, sondern echte Medien-Stars - mit fast 300.000 Followern auf Instagram hat der Neuseeländer eine riesige Gefolgschaft und ist folglich auch für viele Sponsoren sehr interessant. Das muss sich auch in den Verträgen niederschlagen.
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# recap-lourdes-1264
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# recap-lourdes-1728

Man könnte meinen, dass der Downhill-Sport nach einer schwierigen Phase und einem rasanten Aufstieg dort angekommen ist, wo er schonmal in den 90ern war: An der Schwelle zum Mainstream, zu sehen im Fernsehen und mit Fahrerinnen und Fahrern, die lukrative Verträge mit Unternehmen außerhalb der Mountainbike-Branche abgeschlossen haben. Die Jahre damals sind natürlich nicht mit der heutigen Zeit vergleichbar, und trotzdem wirkt es so, als ob der Downhill-Rennsport auf World Cup-Niveau kurz davor ist, den nächsten, sehr großen Schritt zu machen. Wie genau dieser aussehen wird, ist aktuell noch schwer zu sagen. Es bleibt aber zu hoffen, dass sich fürs Erste gar nicht mal so viel verändert – denn wie soll man einen Run wie den von Amaury Pierron denn überhaupt noch toppen?

Stehen dem Downhill World Cup goldene Zeiten bevor oder gleicht die Übernahme durch Discovery einer Irrfahrt ins Ungewisse?
# Stehen dem Downhill World Cup goldene Zeiten bevor oder gleicht die Übernahme durch Discovery einer Irrfahrt ins Ungewisse? - Aktuell erscheint alles möglich, da noch nicht klar ist, wie es zukünftig weitergeht. Man kann nur hoffen, dass viele Elemente, die den Downhill-Rennsport gerade auszeichnen, übernommen werden. Das Rennen in Lourdes hat mal wieder gezeigt, wie positiv es derzeit um den World Cup steht.

Wie beurteilst Du die Entwicklung im Downhill World Cup? Wo geht die Reise hin?

  1. benutzerbild

    Fr.th.13

    dabei seit 07/2004

    Jap das mit dem lift ist leider echt ne Katastrophe wobei es sich die letzten 2 Jahre ganz schön gebessert hat.
    das der covid sittuation geschuldet ist ... ich war dort im sommer 2019 zuletzt - und da war es ne katastrophe... erst als ich mim peter gesprochen hatte - konnte ich hoch, davor hab ich ne halbe std, am lift gestanden .. einmal sogar ne gefühlte std. !
  2. benutzerbild

    Sespri

    dabei seit 01/2019

    ...davor hab ich ne halbe std, am lift gestanden .. einmal sogar ne gefühlte std. !
    An Freundlichkeit könnten die Jungs da wirklich zulegen, aber ich klammere das bewusst aus und wenn mich nicht einer blöd anmotzt, ist es mir egal. Aber das mit den Wartezeiten kann ich jetzt nicht nachvollziehen. Klar, wenn die Rodler anstehen, hat es schon Leute, aber es sind ja zwei Reihen, die sich abwechseln.

    Mehr zu denken geben mir die Änderungsbestrebungen. Nochmals, eine parallele Flowline jederzeit, aber eine echte DH mit Teilabschnitten entschärfen zu wollen - wie soll sowas gehen? Da müssen die Betreiber nochmals über die Bücher. Ich werde denen noch ein Mail schreiben, vielleicht sollten andere Interessierte das auch tun...
  3. benutzerbild

    easton95

    dabei seit 03/2012

    das der covid sittuation geschuldet ist ... ich war dort im sommer 2019 zuletzt - und da war es ne katastrophe... erst als ich mim peter gesprochen hatte - konnte ich hoch, davor hab ich ne halbe std, am lift gestanden .. einmal sogar ne gefühlte std
    An Freundlichkeit könnten die Jungs da wirklich zulegen, aber ich klammere das bewusst aus und wenn mich nicht einer blöd anmotzt, ist es mir egal. Aber das mit den Wartezeiten kann ich jetzt nicht nachvollziehen. Klar, wenn die Rodler anstehen, hat es schon Leute, aber es sind ja zwei Reihen, die sich abwechseln.

    Mehr zu denken geben mir die Änderungsbestrebungen. Nochmals, eine parallele Flowline jederzeit, aber eine echte DH mit Teilabschnitten entschärfen zu wollen - wie soll sowas gehen? Da müssen die Betreiber nochmals über die Bücher. Ich werde denen noch ein Mail schreiben, vielleicht sollten andere Interessierte das auch tun...
    Ich hab Mal nach gefragt und wurde gesagt das da sie ja selbst gerne DH fahren da was anderes kommt aber man sich überraschen lassen soll.
    Also lass ich mich mal überraschen ich kann bis Ende Juni eh net in Park.
  4. benutzerbild

    Fraenksen

    dabei seit 04/2015

    Interessant ist ja, dass Discovery dieses Jahr auch in die EWS einsteigt und die Übertragung verbessern will. Die Entwicklung in der EWS war ja in den letzten Jahren zumindest positiv, sodass dies vermutlich ein wohl überlegter Schritt war. Läuft das dann auf eine Kooperation mit dem GMBN hinaus? Hat hier jemand dazu Infos?

    Finde es auch schwer vorstellbar, dass sich Red Bull komplett aus dem Weltcup verabschiedet. Vllt. läuft dann dort die Wiederholung, entsprechend aufbereitet? Und wird der XC-Weltcup weiter bei Red Bull übertragen? Eine eigene Rennserie halte ich für unwahrscheinlich, da müssten alle großen Teams mitziehen und der UCI Gesamtweltcup- und Weltmeistertitel sind zu prestigeträchtig. Aber sehr seltsam, dass es noch keinen Rennkalender gibt...
  5. benutzerbild

    gabarinza

    dabei seit 06/2007

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