Tipp: du kannst mit der Tastatur blättern
Die Alpen sind quasi vollständig erschlossen
Die Alpen sind quasi vollständig erschlossen - mittlerweile lässt sich auch mit dem Mountainbike viel der Winter-Infrastruktur nutzen
Lenzerheide liegt hier unten im Tal, umgrenzt von gewaltigen Berggipfeln, grünen Weiden und blauen Bergseen
Lenzerheide liegt hier unten im Tal, umgrenzt von gewaltigen Berggipfeln, grünen Weiden und blauen Bergseen
Wanderer und Biker teilen sich hier die Wege
Wanderer und Biker teilen sich hier die Wege
Von Zeit zu Zeit gibt es sinnvolle Kanalisierungsmaßnahmen, um Konflikte zu entschärfen
Von Zeit zu Zeit gibt es sinnvolle Kanalisierungsmaßnahmen, um Konflikte zu entschärfen
Die Infrastruktur des Winters wird hier auch im Sommer genutzt
Die Infrastruktur des Winters wird hier auch im Sommer genutzt
Die Bike Kingdom-App soll mehr Zeit auf dem Bike ermöglichen
Die Bike Kingdom-App soll mehr Zeit auf dem Bike ermöglichen - dank guter Übersichtlichkeit und sinnvollem Inhalt schafft sie das in meinen Augen auch
Wo geht es lang?
Wo geht es lang? - dank App lässt sich dies sehr schnell herausfinden
Jubel und Trubel im großen Bikepark Lenzerheide
Jubel und Trubel im großen Bikepark Lenzerheide - im Hintergrund falle ich grad aus dem überdimensional großen B
Damit nicht doch plötzlich eine Kuh nach der Kurve steht, wurden Schranken errichtet
Damit nicht doch plötzlich eine Kuh nach der Kurve steht, wurden Schranken errichtet - diese sind aber auch für Mountainbiker suboptimal. Hier wird aktuell noch an einer sinnvollen Lösung gearbeitet
Vom Piz Scalottas schlängeln sich mehre explizite Biketrails den Hang hinunter
Vom Piz Scalottas schlängeln sich mehre explizite Biketrails den Hang hinunter - diese Wege sind sehr gut gebaut und bieten ein grandioses Panorama
Kleine Hügel laden zum Spielen ein
Kleine Hügel laden zum Spielen ein
Weiter unten rauscht man in den Wald
Weiter unten rauscht man in den Wald
Wurzelfelder und Steine können hier mit Highspeed befahren werden
Wurzelfelder und Steine können hier mit Highspeed befahren werden - etwas Federweg und dickere Reifen schaden dabei allerdings nicht
Hoch aufs Rothorn geht es per großer Gondel
Hoch aufs Rothorn geht es per großer Gondel
Die Abfahrt macht dennoch (oder gerade deswegen?) viel Spaß
Die Abfahrt macht dennoch (oder gerade deswegen?) viel Spaß
Aussicht vom Parpaner Rothorn
Aussicht vom Parpaner Rothorn
Der Fleck im Steinfeld
Der Fleck im Steinfeld - im alpinen Gelände wird einem immer wieder bewusst, wie klein wir doch sind
Die Landschaft ist oberhalb der Baumgrenze gewohnt karg
Die Landschaft ist oberhalb der Baumgrenze gewohnt karg
Dank den Trail- und Wegebauern aber dennoch meistens schnell und flüssig befahrbar
Dank den Trail- und Wegebauern aber dennoch meistens schnell und flüssig befahrbar
Der Forcletta Trail ist ein Highlight
Der Forcletta Trail ist ein Highlight - bei genauerer Betrachtung lassen sich sowohl Trail als auch Biker sehen
Der Weg führt enorm verspielt nach Arosa
Der Weg führt enorm verspielt nach Arosa
Hierfür müssend die Räder zwar eine zeitlang geschultert werden...
Hierfür müssend die Räder zwar eine zeitlang geschultert werden...
... die Aussicht allerdings erleichtert einem die Schinderei
... die Aussicht allerdings erleichtert einem die Schinderei
Es ist ein purer Genuss, zwischen diesen Berggipfeln radeln zu können
Es ist ein purer Genuss, zwischen diesen Berggipfeln radeln zu können
Pascal weiß nicht nur, wo man gut biken kann, sondern auch, wo es das passende Rahmenprogramm dafür gibt
Pascal weiß nicht nur, wo man gut biken kann, sondern auch, wo es das passende Rahmenprogramm dafür gibt
Kaffee und Kuchen geht immer
Kaffee und Kuchen geht immer - bei der Aussicht sowieso
Viele Restaurants laden dazu ein, am Abend sehr gut essen zu gehen
Viele Restaurants laden dazu ein, am Abend sehr gut essen zu gehen - ganz billig ist das in der Schweiz bekannterweise nicht
Die Sicht aus dem Hotelfenster
Die Sicht aus dem Hotelfenster - so lässt sich ganz gut schlafen

Lenzerheide ist als Bikedestination sicherlich schon vielen ein Begriff – kaum woanders gab es beispielsweise eine solch volksfestartige Stimmung bei den World Cups. Mit dem „Bike Kingdom“ Lenzerheide/Arosa wollen die Graubündner nun dank Gondeln, die gleich mehrere Täler verbinden, ein wahres Königreich für Mountainbiker geschaffen haben. Ob dies ihnen gelungen ist, erfahrt ihr im Spotcheck!

Mit Flow und Schweiss kämpfen wir für das, woran wir glauben. Dass es den Bike Himmel auf Erden wirklich gibt. Darum erschufen wir das gelobte Land: BIKE KINGDOM. Schliess dich uns an und werde ein Ritter unseres Heeres.

Homepage bikekingdom.ch

Ich bin ja eigentlich nicht so sehr empfänglich für Marketingtexte, doch dieser Slogan ließ mich aufblicken. Bisher kannte ich Lenzerheide „nur“ als sehr gute Bikeregion. Ritter hatte ich, abgesehen von den voll gepanzerten Reitern beim Bike Attack, dort noch keine gesehen. Aber als Kind war Prinz Eisenherz eine meiner liebsten Lektüren, also ist meine Neugier direkt geweckt. Zeit, in die Strampelrüstung zu hüpfen und furchtlos gen Lenzerheide zu ziehen!

Die Landschaft hier ist wahrlich eines Königreiches würdig
# Die Landschaft hier ist wahrlich eines Königreiches würdig - inwieweit es auch das versprochene gelobte Land für Mountainbiker ist, finden wir im Spotcheck für euch heraus
Diashow: Spotcheck Lenzerheide/Arosa:
Vom Piz Scalottas schlängeln sich mehre explizite Biketrails den Hang hinunter
Kleine Hügel laden zum Spielen ein
Der Fleck im Steinfeld
Hoch aufs Rothorn geht es per großer Gondel
Wo geht es lang?
Diashow starten »

Uns wird vom Marketing viel Wunderbares berichtet,

von rühmenswerten Trails, großen Sprüngen,

von Freuden und Festen, von Gondeln und Essen;

von den Erlebnissen kühner Helden könnt ihr nun die Wahrheit erzählt hören

Zum Glück verweilen die Verfasser des Nibelungenliedes schon seit dem frühen Mittelalter nicht mehr unter uns, sonst würden sie mich sicherlich für meine arg zusammengeschusterte Version ihrer ersten Strophe steinigen. Doch ich hoffe, meine Aussage kommt raus: Wir testen in einem dreitägigen Besuch für euch, ob das obige, durchaus selbstbewusste Versprechen des Bike Kingdoms gehalten werden kann. Dafür waren wir hauptsächlich in Lenzerheide und Arosa unterwegs, weswegen hier die Gegend um Chur nicht genauer einbezogen wird.

Die Kosten für die Unterkunft und die Verpflegung wurden dabei vom Tourismus Lenzerheide übernommen – wir hatten aber völlig freie Hand bei der Tourenwahl und ich darf hier ganz ehrlich meine Meinung kundtun.

Das Königreich

Während Chur schon zu Zeiten des Alten Roms erwähnt wird, blühten Lenzerheide und Arosa als eher schwer zugängliche Ortschaften erst vor etwa 150 Jahren dank der gesunden Bergluft und dem einsetzenden Tourismus auf. Seit 2013 verbindet eine Seilbahn die Skigebiete von Lenzerheide und Arosa.

Die Alpen sind quasi vollständig erschlossen
# Die Alpen sind quasi vollständig erschlossen - mittlerweile lässt sich auch mit dem Mountainbike viel der Winter-Infrastruktur nutzen

Beide Ortschaften leben heute zum größten Teil vom Tourismus – jeder, der schon einmal vor Ort war und die Schönheit der Landschaft mit eigenen Augen sehen konnte, weiß auch warum. Dank brachialer Berggipfel, sanften Weiden, grünen Wäldchen und kristallklaren Bergseen kann man sich für einen Urlaub in den Bergen nicht mehr wünschen.

Lenzerheide liegt hier unten im Tal, umgrenzt von gewaltigen Berggipfeln, grünen Weiden und blauen Bergseen
# Lenzerheide liegt hier unten im Tal, umgrenzt von gewaltigen Berggipfeln, grünen Weiden und blauen Bergseen

Und während viele andere benachbarten, bergreichen Regionen trotz des Klimawandels und folglich weniger schneereichen Tagen die Signale scheinbar noch nicht verstanden haben, darf man die Graubündner beglückwünschen, denn schon seit vielen Jahren nehmen hier im Sommer die Bahnen auch Räder mit und investieren ordentlich in die passende Infrastruktur für uns Mountainbiker. Seit 2020 läuft das alles unter dem Oberbegriff „Bike Kingdom“.

Wanderer und Biker teilen sich hier die Wege
# Wanderer und Biker teilen sich hier die Wege
Von Zeit zu Zeit gibt es sinnvolle Kanalisierungsmaßnahmen, um Konflikte zu entschärfen
# Von Zeit zu Zeit gibt es sinnvolle Kanalisierungsmaßnahmen, um Konflikte zu entschärfen
Die Infrastruktur des Winters wird hier auch im Sommer genutzt
# Die Infrastruktur des Winters wird hier auch im Sommer genutzt

Das Bike Kingdom

Werte Lords, werte Ladys, im Winterbetrieb ist es völlig normal, dass sich die Skigebiete angrenzender Täler zusammen tun, um mehr Pistenkilometer bieten zu können. Für Mountainbiker, die ähnliche Reichweiten wie Skifahrer am Tag zurücklegen können, ist dieses Modell auch im Sommer attraktiv. Genau hier setzt das Bike Kingdom an. Wie ein richtiges Königreich verknüpft es mehrere Regionen – Lenzerheide, Arosa, Chur – die sich mit einer Liftkarte und unzähligen Gondeln erschließen und befahren lassen.

Im Bike Kingdom ist tatsächlich fast alles auf Mountainbiker ausgelegt
# Im Bike Kingdom ist tatsächlich fast alles auf Mountainbiker ausgelegt - im Lift hat man sogar Vorrang und darf die Gondeln zuerst mit den Rädern beladen

Doch auch ein Fahrrad-Königreich wäre ohne den passenden Hofstab nichts, deshalb gehören Hoteliers, Bikeshops, Fahrtechnikschulen und Guides etc. ebenfalls zum Kingdom. Gebündelt wird dies alles in einer eigens entwickelten App.

Die App

Ein großes Angebot benötigt eine passende Übersicht – genau dies will die Bike Kingdom App liefern. Als in meinen Augen wichtigstes Feature bietet sie mit einem Klick einen Überblick auf alle Biketrails der Region, farblich sortiert nach Schwierigkeitsgrad. Auch ganze Touren lassen sich mit der App leicht finden und nachfahren. Hilfreich dabei ist die Übersicht der Bahnen: Welche sind offen und wann geht die letzte Fahrt? Ein Wetterbericht ist ebenfalls über die App abrufbar. Praktisch für uns Deutsche: An jeder Liftstation gibt es gratis W-LAN, das für eine sinnvolle Nutzung der App ausreichend ist.

Die Bike Kingdom-App soll mehr Zeit auf dem Bike ermöglichen
# Die Bike Kingdom-App soll mehr Zeit auf dem Bike ermöglichen - dank guter Übersichtlichkeit und sinnvollem Inhalt schafft sie das in meinen Augen auch

Aber auch Bikeshops, Restaurants, Hotels und ein Überblick über alle Events lassen sich rasch finden. Die App ist folglich eine Art Mini-Tourismusbüro für Mountainbiker und damit tatsächlich sehr hilfreich. Ziel der App sei gewesen, den Gästen mehr Zeit auf dem Rad zu schenken, da man eben nicht mehr lang recherchieren müsse, meint Pascal Krieger, Marketing Chef Bike von Lenzerheide dazu. Dieses Ziel ist in unseren Augen geglückt, schon nach wenigen Minuten Eingewöhnungszeit lassen sich alle für die Tour wichtigen Informationen herausziehen.

Wo geht es lang?
# Wo geht es lang? - dank App lässt sich dies sehr schnell herausfinden

Neben all diesen notwendigen Aspekten bietet die App auch noch eine Art optionalen Spielmodus. Sie kann einfach mit Strava verknüpft werden und so lässt sich aufzeichnen, wer wo fährt. Pro Trail gibt es verschiedene Punkte zu gewinnen. Je nach Fahrstil kann man sich einem Clan zuordnen und für diesen Punkte sammeln. Dieser kleine Wettbewerb soll noch etwas mehr extrinsische Motivation spenden.

Für die Touristiker ist diese Funktion enorm wichtig, da sie so zum ersten Mal an handfeste Zahlen gelangen, welche Trails wie oft frequentiert werden. Darauf kann dann eingegangen werden, was die Planung neuer Strecken angeht. Für mich persönlich ist diese Funktion eine nette Spielerei, die anscheinend vielen Leuten gefällt, wie die Nutzerzahlen belegen. Ich selbst habe dies allerdings nicht genutzt – ich war zu sehr mit Berge angucken beschäftigt.

Die App bietet neben den wichtigen Informationen auch einen Spielmodus
# Die App bietet neben den wichtigen Informationen auch einen Spielmodus - wir selbst haben uns eher mit dem Spielen auf dem Trail beschäftigt

Die Trails

Den Bikepark von Lenzerheide kennt man, selbst wenn man noch nicht da war: Die Bilder der World Cup-Rennen im XC und DH lieferten spektakuläre Bikeaction. Und diese bietet der Park tatsächlich: Große, gut geshapte Sprünge, steile Strecken und flowige Linien schlängeln sich in großer Vielfalt den Hang hinunter. Wer sich hierbei nicht von den Bremswellen vom Rad schütteln lässt, wird hier richtig viel Spaß haben.

An der Talstation des Parpaner Rothorns befindet sich zudem ein großer Übungsparcours samt vielen Übungssprüngen. Ein größerer, asphaltierter Pumptrack steht direkt im Ort Lenzerheide. So werden hier auch Anfänger und Familien mit Kindern glücklich. Apropos Nachwuchs: Erfreulich viele Kiddies waren unterwegs und hatten sehr offensichtlich viel Spaß auf den flowigeren Linien und den Jumplines.

Jubel und Trubel im großen Bikepark Lenzerheide
# Jubel und Trubel im großen Bikepark Lenzerheide - im Hintergrund falle ich grad aus dem überdimensional großen B

Wir jedoch wollten für den Spotcheck eher die etwas naturbelasseneren Strecken abseits des Trubels unter die Stollen nehmen. Ein kurzer Blick auf die App zeigt einem diese auch sofort an. Soviel vorneweg: Trails jeglicher Couleur hier sind sehr zahlreich vorhanden, da theoretisch jeder Weg befahren werden darf, außer dieser ist explizit verboten (was quasi nie vorkommt). Wer also möchte, kann sein Rad auch beispielsweise auf das Lenzerhorn mit hochnehmen. Ob das allerdings besonders sinnvoll ist, sei mal dahingestellt.

Von allem etwas

Durch diese enorme Vielfalt lassen sich die Trails außerhalb des Bikeparks nicht pauschal beschreiben. Grob lässt sich aber festhalten, dass sich auf der westlichen Talseite von Lenzerheide mehrere explizit für Mountainbiker neu gebaute Wege finden lassen, die sich verspielt gen Tal schlängeln. Diese sind technisch nicht besonders schwer, dennoch aber keine reinen Flowtrails. Die Einstiege sind – etwa per Scalottas-Bahn – einfach erreichbar. Die Aussicht ist grandios und bietet, abgesehen von den Lifttrassen, reinste Schweizer Idylle, Kuhglocken inklusive. Einiges Manko: Damit die Kühe da bleiben, wo sie sind, wurden „Schranken“ verwendet, die in teilweise erstaunlicher hoher Frequenz dafür sorgen, dass der entstehende Flow nicht besonders lange anhält. Laut Tourismus soll hier aber schnellstmöglich nachgebessert werden.

Damit nicht doch plötzlich eine Kuh nach der Kurve steht, wurden Schranken errichtet
# Damit nicht doch plötzlich eine Kuh nach der Kurve steht, wurden Schranken errichtet - diese sind aber auch für Mountainbiker suboptimal. Hier wird aktuell noch an einer sinnvollen Lösung gearbeitet

Passiert man die Waldgrenze, wird das Gelände zuweilen steiler, bleibt aber insgesamt eher schnell und verspielt. Wurzelfelder laden dazu ein, das Fahrwerk mal etwas zu fordern oder gar mit Speed einfach abzuziehen.

Vom Piz Scalottas schlängeln sich mehre explizite Biketrails den Hang hinunter
# Vom Piz Scalottas schlängeln sich mehre explizite Biketrails den Hang hinunter - diese Wege sind sehr gut gebaut und bieten ein grandioses Panorama
Kleine Hügel laden zum Spielen ein
# Kleine Hügel laden zum Spielen ein
Weiter unten rauscht man in den Wald
# Weiter unten rauscht man in den Wald
Wurzelfelder und Steine können hier mit Highspeed befahren werden
# Wurzelfelder und Steine können hier mit Highspeed befahren werden - etwas Federweg und dickere Reifen schaden dabei allerdings nicht

Wer im Bike Kingdom noch etwas höher hinaus möchte, kann dies dank mechanischer Aufstiegshilfen auf der Parpaner Rothorn-Seite tun. Per Gondel schwebt man entspannt über den Bikepark und steigt an der Mittelstation um. Mit 2899 Metern Meereshöhe befindet man sich innerhalb weniger Minuten mitten in einer hochalpinen Mondlandschaft, inklusive fantastischer Weitsicht über Tal und Berg. Auch hier gilt, dass die meisten Bikestrecken dank eher sanftem Gefälle trotz des alpinen Geländes technisch nicht allzu schwer sind – mit S2 – S3 nach der Singletrailskala sollten die meisten Wege recht gut beschrieben sein. Dennoch darf man die Höhe nicht unterschätzen: Es kann sehr kalt sein, die Luft ist merklich dünner und den ein oder anderen Abgrund gibt es auch. Man sollte also auf den ausgeschilderten Wegen bleiben.

Hoch aufs Rothorn geht es per großer Gondel
# Hoch aufs Rothorn geht es per großer Gondel
Die Abfahrt macht dennoch (oder gerade deswegen?) viel Spaß
# Die Abfahrt macht dennoch (oder gerade deswegen?) viel Spaß
Aussicht vom Parpaner Rothorn
# Aussicht vom Parpaner Rothorn
Der Fleck im Steinfeld
# Der Fleck im Steinfeld - im alpinen Gelände wird einem immer wieder bewusst, wie klein wir doch sind
Mit Aussicht spielt es sich gleich noch besser
# Mit Aussicht spielt es sich gleich noch besser - selbst im hochalpinen Gelände sind die Trails vergleichsweise einfach, Langeweile kommt aber sicher keine auf

Vom Rothorn lässt sich zudem nicht nur über den schier endlosen Trail „Motta Express“ wieder zurück nach Lenzerheide abfahren, man kann auch hinüber nach Arosa queren. Wer Zeit hat, kann sogar über Trails bis nach Chur düsen. Das Gelände bietet von steil und technisch bis rasend schnellen Stücken durch die Steinfelder alles.

Die Landschaft ist oberhalb der Baumgrenze gewohnt karg
# Die Landschaft ist oberhalb der Baumgrenze gewohnt karg
Dank den Trail- und Wegebauern aber dennoch meistens schnell und flüssig befahrbar
# Dank den Trail- und Wegebauern aber dennoch meistens schnell und flüssig befahrbar

Die Fahrt nach Arosa ist übrigens definitiv ein Muss. Der physisch entspanntere Pfad vorbei am Älplisee ist sowohl trailtechnisch wie landschaftlich schon sehr schön, klare Empfehlung unsererseits ist aber der Weg über den Furcletta Pass. Hier muss man zwar ein paar Höhenmeter Tragen in Kauf nehmen, ist dafür aber quasi alleine unterwegs und hat eine Perle von Abfahrt bis nach Arosa vor sich. Schnell und unglaublich verspielt fließt der lange Trail förmlich durch die enorm schöne Landschaft.

Der Forcletta Trail ist ein Highlight
# Der Forcletta Trail ist ein Highlight - bei genauerer Betrachtung lassen sich sowohl Trail als auch Biker sehen
Der Weg führt enorm verspielt nach Arosa
# Der Weg führt enorm verspielt nach Arosa
Hierfür müssend die Räder zwar eine zeitlang geschultert werden...
# Hierfür müssend die Räder zwar eine zeitlang geschultert werden...
... die Aussicht allerdings erleichtert einem die Schinderei
# ... die Aussicht allerdings erleichtert einem die Schinderei
Es ist ein purer Genuss, zwischen diesen Berggipfeln radeln zu können
# Es ist ein purer Genuss, zwischen diesen Berggipfeln radeln zu können

Ein paar bewegte Impressionen von uns Rittern der Kokosnuss liefern die Bewegtbilder der GoPro.

Lenzerheide impressionen von opossumMehr Mountainbike-Videos

Pascals Tipps

Pascal Krieger ist Brand Manager des Bike Kingdoms und damit genau der Richtige, um uns noch mit ein paar Tipps zu versorgen.

Pascal weiß nicht nur, wo man gut biken kann, sondern auch, wo es das passende Rahmenprogramm dafür gibt
# Pascal weiß nicht nur, wo man gut biken kann, sondern auch, wo es das passende Rahmenprogramm dafür gibt

Pascals Lieblingstrails:

  1. Motta Express
  2. Alp Stätz
  3. Älplisee

Top 3 Essen:

  1. Mediteran Foccacia Hotel Revier
  2. Kichererbsen-Burger Hotel Schweizerhof
  3. Heidstübli für die beste Pizza im Ort

Dinge, die man neben dem Biken noch tun sollte:

  1. Heidseewake (Wakeboardlift, geöffnet vom 1.8. – 13.9)
  2. Heidsee generell zur Abkühlung oder für Ruhetage
  3. Sportzentrum: baden, Wellness, Dampfbad, etc: Hier kann man sich auch für ein kleineres Budget verwöhnen lassen, ohne ein Wellnessabo in einem Hotel erwerben zu müssen

Allgemeines

Die Schweiz ist wunderschön, aber für uns Ausländer sicherlich nicht der günstigste Urlaubsort. Eine reguläre Tageskarte für Lenzerheide und Arosa liegt bei 48 CHF, wer noch die Gondeln in Chur zusätzlich nutzen möchte, wird als Erwachsener 59 CHF los. Wie so oft gibt es in der Schweiz aber verschiedene Angebote, die die Preise deutlich drücken. Bei einer Übernachtung in unserem Hotel hätte man die Liftkarte für 14 CHF erhalten.

Essen und trinken lässt sich hervorragend, aber auch dies hat seinen Preis. Für einen Erwachsenen sollte man für ein Abendessen mindestens 35 CHF einplanen. Dafür bekommt man aber viele lokal produzierte, hochwertige Speisen. Tatsächlich überall, wo wir waren, haben wir uns als Biker sehr willkommen gefühlt. Konflikte zwischen verschiedenen Nutzergruppen haben wir keine mitbekommen. Laut Pascal ist dies hauptsächlich der guten Zusammenarbeit zwischen Tourismus, Bergbahnbetreibern und Bauern zu verdanken.

Kaffee und Kuchen geht immer
# Kaffee und Kuchen geht immer - bei der Aussicht sowieso
Viele Restaurants laden dazu ein, am Abend sehr gut essen zu gehen
# Viele Restaurants laden dazu ein, am Abend sehr gut essen zu gehen - ganz billig ist das in der Schweiz bekannterweise nicht

Anreise und Unterkunft

Lenzerheide liegt mit dem Auto ca. 1,5 Stunden von der deutschen Grenze bei Lindau/Bodensee entfernt. Von München liegt die Anfahrtszeit also bei etwa guten drei Stunden. Von Stuttgart braucht man 3,5 Stunden. Die Orte lassen sich auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen, was sich gerade auch in Arosa anbietet oder zumindest auch bei der Tourenplanung mit bedacht werden sollte – denn die Züge nehmen im Velo-Abteil die Mountainbikes einfach mit.

Hotels

Hotels gibt es sowohl in Lenzerheide wie auch in Arosa in Hülle und Fülle. Wir selbst wurden in dem modernen Mountain Lodge Revier untergebracht, das über einfache Zimmer verfügt und mit einer grandiosen Sicht aus dem Fenster begeistern kann. Speisen ließ es sich dort dank Grillspezialitäten ebenfalls sehr gut. Weiterer Vorteil ist, dass man quasi aus dem Hotelfenster direkt in die Rothorn-Bahn fallen kann. Hier gibt es eine Hotel-Übersicht.

Die Sicht aus dem Hotelfenster
# Die Sicht aus dem Hotelfenster - so lässt sich ganz gut schlafen

Ferienwohnung

Auch an Ferienwohnungen gibt es ein großes Angebot. Übersicht verfügbare Ferienwohnungen

Jugendherberge

In Lenzerheide/Valbella gibt es mit der Jugendherberge eine günstigere Variante zum Übernachten. Diese ist sehr schön oberhalb des Heidsees gelegen. Für faire Preise bekommt man neben dem Bett auch Speis und Trank.

Camping

Fazit

Kommen wir also zur Ursprungsfrage zurück: Ist das Bike Kingdom also ein Königreich für Mountainbiker? Dank der enormen Vielfalt des Gebietes lässt sich dies mit einem Ja beantworten. Reine Parkfahrer werden in Chur/Brambrüsch und Lenzerheide ihr Vergnügen finden. Familien und Einsteiger auf den einfacheren Strecken wie etwa dem Hörnlitrail in Arosa. Fortgeschrittene können im Park an ihren Sprungsskills feilen oder auf ausgedehnten Touren mit Luftunterstützung sowohl ihre Kondition wie auch  Fahrtechnik herausfordern. Wer wenige Minuten strampeln in Kauf nimmt, ist sofort aus dem Bikeparktrubel draußen und hat die gigantische Berglandschaft quasi für sich alleine.

Dank der App ist das gesamte Angebot gut gegliedert und übersichtlich erreichbar. Zugegebenermaßen war ich zuerst etwas skeptisch, was dies angeht, muss jetzt im Nachhinein aber ein Lob aussprechen. Auch wenn ich die Spielfunktion persönlich nicht bräuchte, lässt sich für Gäste so viel Zeit bei der Planung sparen. Und für den Tourismus hat die App eine wichtige Steuerungsfunktion und ist Argumentationsgrundlage, um für Mountainbiker noch mehr zu erreichen.

So bleibt festzuhalten, dass Lenzerheide und insgesamt Graubünden zu Recht oftmals als Vorbild genannt wird, was das Mountainbiken angeht. Dank klugen und vorausschauenden Tourismus-Experten ist dort der Geländeradsport auf fast allen Wegen erlaubt – "Trailtoleranz" ist das Stichwort. Hotels, Bahnen und Restaurant haben Mountainbiker ganz explizit als Gäste auf dem Schirm und ihr Angebot darauf ausgelegt – der Mountainbiker ist hier König, um mal beim Motto zu bleiben.

Als einziger Wermutstropfen bleibt das typische Problem bei Urlauben in der Schweiz: Ganz billig ist es dort einfach nicht.

Ob schnell...
# Ob schnell...
... oder eher technisch
# ... oder eher technisch
Ob einsam...
# Ob einsam...
... oder Halligalli im Bikepark
# ... oder Halligalli im Bikepark
Im Bike Kingdom sollten tatsächlich alle Biker*innen Spaß finden!
# Im Bike Kingdom sollten tatsächlich alle Biker*innen Spaß finden! - und die App kann dabei definitiv helfen
Billig ist es definitiv nicht
# Billig ist es definitiv nicht - doch alleine dank diesen Aussichten werden wir wieder kommen!

Wer war schon im Bike Kingdom und wie hat es euch gefallen? 

Information: Die Kosten für die Unterkunft und die Verpflegung wurden vom Tourismus Lenzerheide übernommen.

  1. benutzerbild

    AMSel130

    dabei seit 05/2011

    Wir sind vor 2 Wochen alles außer Scalotta mit FF gefahren. Scalotta Seite sind wir garnicht gefahren.
    Die Kuhgatter fand ich nicht sonderlich störend, wenn man kurze Verschnaufpausen dort macht. Die schwarze Biketiket runde hat mich enttäuscht. Viel Asphalt und Schotter. Kommt mir vor als hätte man die Runde nur gemacht um halt einmal alles abgefahren zu sein.
    Mein Favorit war Alp Sanaspans und Alp Stätz Straightline. Selten über so lange Stücke so anspruchsvolle Sachen gefahren.
    Wir waren in Parpan in der Grischalodge untergebracht und das kann ich nur empfehlen wenn man das Budget halbwegs im Rahmen halten will. Die Radläden sind mmn nicht so wahnsinnig gut sortiert, da sollte man schauen, dass man paar Teile und Werkzeuge selbst mitnimmt. Das war zb in Morzine kein Thema. Bikepark in Chur hat mir nicht wirklich gefallen da teilweise hart zerballert und spätestens nach dem dritten Aufstieg geht einem die Antike Bergbahn auf den Sack
  2. benutzerbild

    bleda bua

    dabei seit 04/2006

    waren letzte Woche dort, super Destination,freundliche Wanderer , ein echtes selbstverständliches Miteinander
    ACHTUNG : Kuhgatter können Tauchrohre von Gabel beschädigen ! Es gibt Kuhgatterschwenktore, die tun nix , aber die orangen flexibl Stangen ! Sie wurden alle durch ein draufgeschobenes zweites Rohr verlängert und mittels Metallschraube fixiert. Diese könnte euch auch bei langsamr Durchfahrt auf die Gabel knallen.
    Habe meine Erfahrung Bikekingdom mitgeteilt.-.. sie kennen das Problem und die Gatter werden sukzessive ausgetauscht

    HOTEL :wichtig ist sich vorab zu erkundigen, ob das liftticket im Hotelpreis inludiert ist.Die Hotels kaufen mehrere Jahrestickets und können diese ihren Gästen weitergeben. hat man nur Frühstück zahlt man ca 14.- pro Tag dazu, hat man Halbpension ist Liftticket gratis (normalerweise Tagesticket Arosa Lenzerheide 48 SFr )
    Hotel Dieschen 200m neben Rothornbahn, Halbpension 4 Gangmenü vom Feinsten nur 100 € pro Tag, Lift gratis )
    Highlight: Welschtobeltal nach Arosa ( bike and Hike Tour )
  3. benutzerbild

    Richy1982

    dabei seit 11/2012

    Hallo,

    wir überlegen für eine Woche nach Arosa/Lenzerheide zu fahren. Wandern, Biken und die Gegend erkundschaften. Welcher Ort ist als Ausgangspunkt zu empfehlen. Wir werden uns wohl ein privates Appartement buchen und größtenteils selber kochen. Beim Ort geht es eher darum, von welchem Ort man die bessere Infrastruktur hat. Mit welchen Liften man überall hinkommt, ohne ständig das Auto nutzen zu müssen. Dazu wären die Vergünstigungen natürlich auch super In Arosa gibt es die Arosakarte. Gibt es was Vergleichbares in Lenzerheide? Und guter letzt geht es natürlich auch darum welcher Ort schöner ist Also kurz und knapp:

    Arosa oder Lenzerheide als Ausgangspunkt?

    Danke schon mal im Voraus!

    VG - Richard
  4. benutzerbild

    Met87

    dabei seit 07/2009

    Moin!

    War letzte Woche ebenfalls in Lenzerheide/Arosa

    Da ich mit dem Camper unterwegs war - habe ich mich für den Basiststellplatz in Lenzerheide entschieden - für 25CHF die Nacht kein Schnapperl - aber sauber, leise und heiße Duschen !!

    Ich habe als Ausgangsort an beiden Tagen die Talstation RothornBahn (Lenzerheide) gewählt - nochmal 5CHF für den Tag Parkgebühr.

    1. Tag:

    Furcletta Pass mit Abfahrt durch Welschtobeltal - schon ne mächtige Schufterei (vor allem wenn man aus Nordfriesland aus 0HM schlagartig auf 2500-2800hm kommt)
    Abfahrt ...purer Singletrailerguss!!!

    Danach in Arosa noch ein paar Abfahrten gemacht - Hörnli und solche Sachen (alles sehr schick!)

    Zurück durch Unterbodenfürggli - ziemliche Schufterei am Ende des Tages muss ich sagen - belohnt von einer sehr langen Abfahrt bis Lenzerheide!


    2. Tag:
    Gleicher Start - diesmal mit abfahrt über den Älplisee bis Arosa (ebenfalls eine wunderschöne Abfahrt -ohne die Schufterei)
    Arosa verschiedenste Varanten
    und dann den Rückweg anzutreten - diesmal entschieden für den Weg über CHUR - nur ohne die CHUR Karte
    Also nicht abgefahren bis dort runter, sondern auf Höhe Ochsenalp - Leser - Farur nach CHurwalden!
    Bitte zieht das komplette Ticket und fahrt bis CHUR -mein Weg endet in wirklich viel berghoch und dann einer ellenlangen Abfahrt bis nach Chruwalden auf einer breiten Schotterpiste! Da war die Stimmung etwas gebremst
    Wurde aber dann in Churwalden mit zwei Sahnetrails wieder besänftigt.


    Fazit:
    Mega freundlich, geile Trails, wenig los ... Super Wetter Etwas umständlich mit Lenzerheide - Arosa (wenn die Verbindungsbahn nicht läuft)
    Fahre jederzeit wieder hin!!



    Sollten eigneltuch noch mehr Bilder - aber sie waren zu groß --- da habe ich jetzt kein Bock drauf - die zu verkleinern
  5. benutzerbild

    Richy1982

    dabei seit 11/2012

    Met87 schrieb:

    Moin!

    War letzte Woche ebenfalls in Lenzerheide/Arosa

    Da ich mit dem Camper unterwegs war - habe ich mich für den Basiststellplatz in Lenzerheide entschieden - für 25CHF die Nacht kein Schnapperl - aber sauber, leise und heiße Duschen !!

    Ich habe als Ausgangsort an beiden Tagen die Talstation RothornBahn (Lenzerheide) gewählt - nochmal 5CHF für den Tag Parkgebühr.

    1. Tag:

    Furcletta Pass mit Abfahrt durch Welschtobeltal - schon ne mächtige Schufterei (vor allem wenn man aus Nordfriesland aus 0HM schlagartig auf 2500-2800hm kommt)
    Abfahrt ...purer Singletrailerguss!!!

    Danach in Arosa noch ein paar Abfahrten gemacht - Hörnli und solche Sachen (alles sehr schick!)

    Zurück durch Unterbodenfürggli - ziemliche Schufterei am Ende des Tages muss ich sagen - belohnt von einer sehr langen Abfahrt bis Lenzerheide!


    2. Tag:
    Gleicher Start - diesmal mit abfahrt über den Älplisee bis Arosa (ebenfalls eine wunderschöne Abfahrt -ohne die Schufterei)
    Arosa verschiedenste Varanten
    und dann den Rückweg anzutreten - diesmal entschieden für den Weg über CHUR - nur ohne die CHUR Karte
    Also nicht abgefahren bis dort runter, sondern auf Höhe Ochsenalp - Leser - Farur nach CHurwalden!
    Bitte zieht das komplette Ticket und fahrt bis CHUR -mein Weg endet in wirklich viel berghoch und dann einer ellenlangen Abfahrt bis nach Chruwalden auf einer breiten Schotterpiste! Da war die Stimmung etwas gebremst
    Wurde aber dann in Churwalden mit zwei Sahnetrails wieder besänftigt.


    Fazit:
    Mega freundlich, geile Trails, wenig los ... Super Wetter Etwas umständlich mit Lenzerheide - Arosa (wenn die Verbindungsbahn nicht läuft)
    Fahre jederzeit wieder hin!!



    Sollten eigneltuch noch mehr Bilder - aber sie waren zu groß --- da habe ich jetzt kein Bock drauf - die zu verkleinern


    Vielen Dank für den ausführlichen Bericht ? Der Appetit ist geweckt ?

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