An diesem Wochenende hat in Windham der fünfte Lauf des Downhill World Cup 2011 stattgefunden und der gesamte MTB-Zirkus ist zum zweiten Mal in Folge in den USA zu Gast. Leider hat Freecaster (smaragd media) offensichtlich nur einen kleinen Anteil der Technik aus Mont Sainte Anne in Windham installieren können, denn die Kamerabdeckung ist durchaus schlecht gewesen – auch in den Top 20 gab es keine zusätzlichen Bilder vom oberen Streckenteil, was jedoch gerade bei dieser eher kurzen Strecke spannend gewesen wäre. Im Rennen geht es dann ordentlich zur Sache und über weite Strecken haben die Franzosen den Hotseat in Beschlag genommen: Loic Bruni, Teamkollege von Blinky und Vouilloz, hatte die Sache lange Zeit im Griff, bis sein Landsmann Fabien Barel eine klasse Zeit fuhr und für ihn übernahm. An der Zeit des nach langer Verletzungseinschränkung wieder Genesenen bissen sich einige Fahrer die Zähne aus, darunter auch Josh Bryceland. Der junge Brite konnte erfreulicherweise fahren, und das gehörig geschmeidig, wenn auch nicht schnell genug um nach ganz vorne zu fahren. Luke Strobel und sein untotes Carbon Bike kamen ebenfalls nicht an Barel vorbei, und auch der zweite der Gesamtwertung – Greg Minnaar – konnte Barel nicht gefährden.
Der Südafrikaner Andrew Neethling hatte schließlich genügend Flow über das Steinfeld und genügend Saft im Schlusssprint, um sich mit sehr starken 2sek. Vorsprung auf den begehrtesten Platz im Zielbereich zu setzen. Damit dürfte er bald wieder in den geschützten Top 20 liegen, was bei ihm zu ungehalteneren Quali-Läufen und noch besseren Platzierungen führen dürfte. Nach besseren Platzierungen lüstet es auch Steve Peat, der alte Mann aus Sheffield hatte diese Saison noch kein richtiges Erfolgserlebnis. Doch die Strecke in Windham liegt ihm, dass hat er bereits letztes Jahr unter Beweis gestellt. Die Stelle, die ihm letztes Mal zum Verhängnis wurde, heißt dieses Jahr „Peaty’s Plunge“ und ist entschärft, ohne Probleme ging er durch die ganze Strecke und legte nochmals eine Schippe von 0,9 sek auf die schon sehr gute Zeit von Neethling. Wo sind derweil die schnellen Mitteleuropäer? Nick Beer zeigte sich erneut nicht so, wie wir ihn aus letztem Jahr noch in Erinnerung haben, seine Zeit liegt weit außerhalb der Top10. Deutsche Starter? Fehlanzeige. Kommen als deutschsprachige Fahrer nur noch Österreicher in Frage und siehe da: Markus Pekoll fährt auch hier wieder ein gutes Rennen, nicht ganz so stark wie in der Qualifikation, aber am Ende ein respektabler 31. Platz.
Im Anschluss ging der erste der sehr schnellen Kiwis auf die Verfolgungsjagd, Sam Blenkinsop. Er stylte am großen Roadgap, fuhr sänftenartig weich durchs Steinfeld und trat anstädig, doch weit entfernt von der Bestzeit des Altmeisters. Doch oben standen noch einige sehr schnelle Fahrer: Danny Hart, am limit wie eh und je, wurde am Ende der Felspassage ordentlich komprimiert, konnte den Lenker aber festhalten. An diesem letzten Stein der Sektion hatten sich zuvor einige Fahrer zerschossen, darunter Tim Benteley von Morewood und Romain Paulhain. Letzterer verletzt sich ernsthaft und kann sein Rennen nicht fortsetzen – diese Stelle hat es in sich. Doch es kommen noch einige richtig schnelle Fahrer: Justin Leov, oder auch Steve Smith. Sie alle fuhren solide, aber vor allem im obersten Streckenabschnitt nicht so flüssig und schnell wie Steve Peat. Steve Smith sicherte sich vor fast Heimpublikum auf seinem Devinci einen weiteren Platz auf dem Podium, er wurde ganz knapp vor Brook MacDonald, der als letzter und schnellster Kiwi unterwegs war, 4.
Youngster Troy Brosnan mit nagelneuem Lack auf seinem Specialized Demo fuhr ein weiteres ausgezeichnetes Rennen, am Ende Rang 8 für den schnellsten Junior und schnellsten Monster Specialized Fahrer im Weltcup.
Schon zu diesem Zeitpunkt stand fest, dass Steve Peat und Andrew Neethling ihre besten WC-Ergebnisse des Jahres feiern könnten (Neethling sogar das beste seiner Karriere), doch zwei hatten es noch auf den Sieg abgesehen: Gee Atherton und Aaron Gwin. Gee hatte zuvor über seinen Facebook-Account verbreitet, dass er noch jede Menge Zeit gut machen könnte, doch schon die erste Zwischenzeit machte klar: Er würde heute nicht der schnellste Brite sein. Als er dann noch am Zielsprung bei der Landung mit dem Fuß vom Pedal abkam, war klar, dass dieses Wochenende erneut nicht das des Gee Atherton sein sollte. Im Ziel lag er schließlich 5.76sek. zurück, nur Rang 11 und die Gesamtwertung ist abgeschrieben.
Aaron Gwin auf einem US-amerikanischen Trek vor US-amerikanischem Publikum – eine unschlagbare Kombination? Klare Antwort: Ja. Es führt diese Saison kein Weg an dem Amerikaner vorbei, er macht irgendetwas anders. Bereits an der ersten Zwischenzeit über 2 sek. schneller als Steve Peat, im Ziel immer noch 2,339sek. schneller, ich würde sagen: „You can’t say Gwin without saying win…“
Er selbst kommentierte den vierten Sieg im fünften Rennen wie folgt: „Es ist großartig, vor heimischem Publikum zu gewinnen. Meine Eltern sind hier, die Menge unterstützt mich. Ich hatte einen sehr guten Lauf, es lief einfach alles nach Plan!“
Die Top5:
Aaron Gwin
Steve Peat
Andrew Neethling
Steve Smith
Brook MacDonald
Was bedeutet das für den Gesamtweltcup? Aaron Gwin hat seinen Vorsprung immens ausgebaut, er führt inzwischen mit 338 Punkten. Bei den nächsten zwei Rennen in La Bresse und Val di Sole gibt es insgesamt noch maximal 500 Punkte zu holen, eine schwierige Aufgabe für Greg Minaar, die er vermutlich nur mit Hilfe von Herrn Gwin selbst schaffen kann.
Die weiteren Platzierungen:
Bei den Frauen hat Rachel Atherton die Rückkehr auf den obersten Platz auf dem Treppchen gefeiert, sie gewann wie schon im letzten Jahr auf der trockenen, staubigen Strecke von Windham.
Tracy Moseley war die erste, die die DH-Damen von vor Ort aus dem Hotseat vertreiben konnte und übernahm mit einem Vorsprung von 1,4sek. Als nächste war Rachel an der Reihe und verursachte bei Rob Warner einen kleinen „Look at the time“ Anfall. Im Ziel war sie dann aber auch bemerkenswerte 2.67sek vorne und nahm endlich wieder im Hotseat Platz. Dann war es an der zuletzt sehr starken Pugin, etwas an diesem Sieg zu ändern. Leider startete sie mit einigen Problemen und konnte trotz sehr guter Fahrt im unteren Bereich Rachel nicht mehr anfechten.
Weil auch die anderen Konkurentinnen keine perfekten Läufe ins Ziel bringen konnten – Emmeline Ragot war sehr schnell unterwegs stürzte aber an der gleichen Stelle wie Melissa Buhl und kam dennoch auf Rang 8 – gelang Rachel ein schönes Comeback auf einer Strecke, die ihr offenbar zu liegen scheint.
Hier die vollen Ergebnisse der Damen:
Hier einmal mehr die geniale Slideshow zum Rennen von Hoshi Yoshida
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63 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumIch denke, dass im DH-Sport nach Abwägen von Kosten/Aufwand, Risiken und Nutzen Doping nicht wirklich so erfolgsversprechend ist. Trotzdem finde ich es wichtig und gut, dass die Athleten Dopingproben abgeben müssen etc.
Neues von Sam. Sieht wohl nicht so gut aus für die WM in Champery. Wäre echt schade wenn er nicht dabei wäre.
Its been a little while since I last blogged. I flew home straight after the Austria world cup where I finished in 5th place. I was happy with my result there but its still not winning where I wanted to be. I flew home and put in a couple hard weeks of training trying to get ready for the 2nd half of the season. The day before I was scheduled to fly out I crashed hard while training on my shoulder and tore all the tendons off the bone. I have since had surgery and am now stuck with my arm in a sling for 6 weeks. I am devistated not to be racing and stuck on the couch again trying to rest. I am doing everything I can to be back as early as possible so hopefully the recovery goes well.
SH#1
Die Downhiller bekommen Red Bull und Monster Energy ist doch doping genug
Also etwas zum Nase-frei-machen gehört schon seit Jahren bei fast allen Radprofis dazu.

Auch bei den Downhillern - hier z.B. Peaty bei min 8:34
wers mal ausprobieren will - da steht was das für Zeug is:
http://forum.tour-magazin.de/showthread.php?t=62174
Bei Peaty geh ich mal davon aus, dass er Pfefferminzöl nimmt
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