Zum Abschluss unserer vierteiligen Schnelltestserie vom diesjährigen Roc d´Azur-Festival in Frêjus haben wir noch ein paar kurze Erkenntnisse zu den Modellen GT Force LE und Commencal Meta SX. Beide Bikes gliedern sich in die Klasse der Enduros ein und bauen auf herkömmlichen 26″-Laufrädern auf. Welchen Eindruck die beiden Enduros bei uns hinterlassen haben, erfahrt ihn hier.

GT Force LE

Mit dem Force LE hält GT das altbekannte Sanction im Programm und gliedert es mit einem neuen Namen in die Gruppe der Force Modelle ein. Der Zusatz LE deutet an, dass es sich bei dieser Version um ein waschechtes Race-Enduro handeln soll. Dass das Force LE zu so manch gutem Resultat verhelfen kann, stellte bereits Dan Atherton in der laufenden Saison unter Beweis. Auch wir wollten die Qualitäten der Enduro-Rennmaschine am eigenen Leib erfahren.

Schon beim ersten Aufsitzen spürt man deutlich, dass das GT keines der sonstigen “Mainstream” Enduros ist, bei denen vor allem Fahrkomfort im Vordergrund steht. Das Force LE ist straff und kommt mit einer sportlichen Geometrie. Auf den ersten Metern spürt man deutlich, dass der I-Drive-Hinterbau hält was er verspricht: Vortrieb pur. Dieser Eindruck bestätigt sich nicht nur in der Ebene, sondern auch bergauf sowie auf Zwischensprints auf dem Trail. Trotz des kurzen Vorbaus an einem “Medium”-Rahmen neigt das Force LE auch an steilen Anstiegen keineswegs zum Steigen, sondern klettert zielgerichtet effektiv bergauf.

Auf dem Trail weiß das Bike durch seine Wendigkeit ebenso zu überzeugen wie durch das präzise Handling. Das straffe, jedoch schluckfreudige Fahrwerk lässt das Force LE nicht aus der Ruhe bringen und gibt dem Fahrer die Möglichkeit, das Bike millimetergenau auf der Ideallinie zu halten. Auch bei größeren Schlägen sowie Sprüngen liegt das Rad satt auf der Piste, was auch dem relativ flachen Lenkwinkel zu verdanken ist.

Im Großen und Ganzen konnte uns das Force LE voll und ganz überzeugen und stellte sich als kompromisslose Enduro-Rennmaschine heraus. Ein kleiner Wermutstropfen waren jedoch die etwas nervigen Geräusche, die unentwegt aus dem Bereich des I-Drive kamen. Aufgrund der vielen Lager und Umlenkungen, wird man sich hier wohl auf eine hohe Wartungsintensität einstellen müssen, möchte man sein Bike geräuschfrei halten.

Pro: 

  • super Vortrieb
  • sehr spritzig und recht agil
  • angenehme Sitzposition / Geometrie
  • schluckfreudiger Hinterbau
  • sehr gut bergab
  • auch bergauf sehr schnell
  • erstklassiges Enduro-Race-Bike
Contra:
  • Cane Creek Angle-Set mit nervigem Knarrzen
  • I-Drive macht stets Geräusche

schnelltest-Roc (22 von 22)
# GT Force LE

Commencal Meta SX – Christophs Eindruck

Das Meta SX kommt “out of the box” mit nur einem Kettenblatt vorne, Fox CDT-Federelementen mit Lenker-Remote-Hebel und einer Reverb Stealth-Sattelstütze. Die Rahmen fallen insgesamt relativ kurz aus, so saß ich auf dem Modell in Größe M mit kurzen Vorbau beim 180cm Körpergröße sehr gedrungen, was bergauf jedoch kaum störte. Genau wie das Meta AM 29 ist auch beim SX der Hinterbau sehr antriebsneutral, verhärtet im Wiegetritt und sorgt dafür, dass das Rad massig Vortrieb generiert.

Im Downhill fuhr sich das kurze Rad äußert verspielt, der Hinterbau war allerdings sehr linear und der Dämpfer gab sehr schnell viel Federweg frei. Auch der ein oder andere Durchschlag blieb dadurch leider nicht aus. Es wäre jedoch möglich, dass in dem Messeausstellungsstück ein Dämpfer mit dem falschen “Tune” verbaut war. Ebenso scheint die laute Geräuschkulisse der innenverlegten Züge auf den Messebikestatus des Meta SX zurück zu führen sein, denn beim Meta AM 29 war von den innenverlegten Zügen nichts zu hören.

Commencal hat mit dem Meta SX ein Bike geschaffen, welches mit seiner aufgeräumten Optik, seiner verspielten Geometrie und der guten Ausstattung punkten kann. Für eine genaue Einschätzung des Rades müsste man das Rad jedoch in der Serienversion sowie in Größe L ein weiteres Mal unter die Lupe nehmen.

Pro:

  • relativ Antriebsneutral – Hinterbau verhärtet im Wiegetritt
  • in der Größe M sehr verspielt
  • das Vorderrad steigt auch ohne Absenkfunktion bergauf nicht
  • Race Ready, mit vernüftiger Kettenführung, und CTD-Remote Hebel am Lenker
Contra:
  • Hinterbau sehr linear
  • innenverlegte Züge klappern bergab

schnelltest-Roc (6 von 22)
# Commencal Meta SX

Auf den Trails rund um Frêjus

schnelltest-Roc (20 von 22)
# GT war eine der größten Überraschungen unseres Tests.

schnelltest-Roc (18 von 22)
# Ein waschechtes Enduro-Race-Bike das keine Wünsche offen lässt: das GT Force LE

schnelltest-Roc (17 von 22)
# Auch bergauf muss man mit dem Force LE die Konkurrenz nicht fürchten.

schnelltest-Roc (11 von 22)
# Mit dieser Farbe ist Auffallen garantiert – die Commencal Bikes in neongelb. 

schnelltest-Roc (10 von 22)
# Fotofahrer Flo Dumperth fand auch schnell gefallen am Commencal Meta SX.

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Text: Maxi Dickerhoff & Christoph Bayer / Bilder: Christoph Bayer

Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

    Metalfranke

    dabei seit 01/2009

    Das Meta ist optisch einfach unschlagbar... Nur die Tatsache dass keine Piggybag Dämpfer reinpassen nervt :-/
  2. benutzerbild

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  3. benutzerbild

    LordLinchpin

    dabei seit 10/2006

    das mit der wartungsintensität beim gt kommt nicht ganz hin. wenn man einmal alles richtig beseitigt hat dann ist da ruhe. für lange zeit. zudem sind die lager deutlich sinnvoller verbaut und sind super einfach zu warten, dass können sogar die leute die das schrauben in der Bike gelernt haben.
  4. benutzerbild

    GT_Frodo

    dabei seit 04/2002

    Als GT Fan vielen Dank für den tollen Force Bericht.

    Aber, by the way:
    Achtet bitte mal auf den Schreibstil:

    "Im Großen und Ganzen konnte uns das Force LE voll und ganz überzeugen"
    - entweder oder, es gibt auch nicht ein bischen schwanger. Hat es im "großen und Ganzen überzeugt" ODER "voll und ganz"???
  5. benutzerbild

    Cad2

    dabei seit 01/2006

    geiles teil das LE. aber da gefällt mir meins noch besser :D
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  6. benutzerbild

    Pablo P.

    dabei seit 10/2006

    Kann mich einfach nicht mehr mit GT Bikes anfreunden. Sorry, ich find die einfach unsagbar hässlich und designtechnisch verkorkst. Das Meta hingegen ist mal ein echter Hingucker mit einer klaren Linienführung... sowas hatte GT auch mal, vor 20 Jahren, zu zeiten des Zaskars. :(

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