Für eine bessere Klimabilanz Endura will eine Million Bäume pflanzen

Der schottische Hersteller Endura verpflichtet sich ab 2020 dazu, jährlich eine Million Bäume zu pflanzen. So soll Kohlenstoff in der Atmosphäre reduziert und der ökologische Fußabdruck des Textilherstellers verringert werden. In der Pressemitteilung findest du alle Informationen zu diesem Entschluss. 
Titelbild

Endura sagt von sich selbst, dass sie sich als internationales Unternehmen über ihren globalen Fußabdruck bewusst sind und diesen deshalb reduzieren möchten. Insbesondere die Textilindustrie steht in der Umweltdebatte immer mehr im Fokus, denn sie hat nach der Ölindustrie die zweithöchste Kohlenstoffemissionen weltweit. Insbesondere der Begriff „Fast Fashion“ – hiermit meint man die schnelllebigen Kollektionen in der Mode-Branche – ist mittlerweile stark negativ konnotiert.

Endura möchte dagegenwirken und Kleidung schaffen, die lange getragen werden kann. Dennoch müsse man sowohl firmenintern wie auch in der gesamten Mode-Branche noch viel tun, so die Schotten. Ein erster Schritt ist hier schon getan und so ist etwa Enduras Fahrradbekleidung seit 2018 PFC-frei, beschädigte Kleidung kann vom hauseigenen Reparaturservice wieder funktionstüchtig gemacht werden. Zudem werden 1 % des Nettogewinns der Firma an wohltägige Zwecke gespendet.

Endura gibt sich aber selbstkritisch und macht klar, dass es noch vieler weiterer Schritte bedarf.

„Es gibt drei fundamentale Bereiche, die die Umwelt nachhaltig beeinflussen: Das Einfärben der Textilien, der Energieverbrauch der Produktionsstätten und der Produktlebenszyklus.“

Pamela Barclay, Mitgründerin und Markendirektorin bei Endura

Den ersten Bereich kann Endura beeinflussen, indem sie nur mit Unternehmen zusammenarbeiten, die auch auf die Umwelt bedacht sind. Die Energieinfrastruktur oder die Wiederverwertungsfrage jedoch könne man nicht im Alleingang lösen, so die Schotten. Um zu handeln, betreibt Enduro als Teil der Pentland Group Forschungsarbeit, damit ein chemischer Recyclingprozess eingeführt werden kann, der massentauglich ist. Die Herausforderungen liegen allerdings bei der Infrastruktur, deren Wandel eine wahre Mammutaufgabe darstellen wird. Dafür allerdings renne die Zeit davon, so Endura. Deshalb wurde die „One Million Trees“-Initiative ins Leben gerufen.

Für einen langfristigen Erfolg arbeiten die Schotten dafür mit dem Pentland Zentrum für Nachhaltigkeit von Unternehmen an der Lancaster Universität zusammen. Ziel des Zentrums ist es, die globale Erderwärmung unter 1,5° C zu halten. Endura bezieht sich auf Forschungsergebnisse, die herausgefunden haben, dass Wiederaufforstung der beste Weg ist, die Atmosphäre zu dekarbonisieren. Bäume wachsen jedoch nicht von heute auf morgen – deshalb muss jetzt etwas passieren. Enduro verpflichtet sich deshalb, ab sofort jedes Jahr eine Million Bäume zu pflanzen, um den Kohlenstoff in der Atmosphäre zu reduzieren.

https://www.youtube.com/watch?v=igE-rMnDaBc

Als erstes Land für dieses Projekt hat sich Endura für Mosambik entschieden, um die Mangroven in der Maputo Bay Region des Landes wiederzubeleben.

„Wir wollen nicht eines Tages zurückblicken und bereuen, dass wir nicht früher gehandelt haben. Die Sache ist kein Experiment und auch keine Marketingaktion. Es geht nicht darum, eine Jacke aus Fischernetzen herstellen zu können. Wir müssen uns auf die echten Dinge konzentrieren, die unsere Umwelt wirklich nachhaltig positiv beeinflussen. Wenn wir den Klimawandel nicht stoppen, werden wir keinen Planeten mehr haben, den wir aufräumen können.“

Pamela Barclay

Die Bike-Industrie – siehe auch Muc-Off oder Polygon – scheint mittlerweile verstärkt über den Klimaschutz nachzudenken. Was sagt ihr zum Projekt von Endura?

Bilder und Text: Pressemitteilung Endura

95 Kommentare

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  1. Ich habe jetzt mal kurz unser Messnetz abgefragt. Ich habe keinen einziges Dorf gefunden, das höhere Werte hätte, als unsere Landeshauptstadt oder die Messstellen an der Autobahn.

    Aktuell (momentan heizt kaum jemand, da alle arbeiten sind, so ab 20 Uhr wirds spannend) oder jemals? Stundenwerte oder Tagesdurchschnitt? PM2,5, PM10 oder was anderes? smilie Link?
  2. Hier noch ein schöner Rant zu dem Thema, der die Sache sehr prägnant zusammenfasst. Es lohnt sich wirklich, ihn zu lesen. smilie:

    https://www.t-online.de/nachrichten...us-holzoefen-die-gemuetlichen-dementoren.html
    Auszug (komplett lesen ist aber wichtig):
    "Noch vor wenigen Jahren war das Verbrennen von Holz vor allem ärmeren Menschen und landwirtschaftlichen Siedlungen vorbehalten und gesamthaft von geringer Zahl. Das hat sich sehr verändert, die Zahl der Holzfeuerstellen hat sich inzwischen vervielfacht. Vor allem der gehobene Mittelstand hat das Verbrennen von Holz als Lifestyle-Gadget entdeckt und erzeugt dadurch Feinstaub-Immissionen in seit vielen Jahren nicht gekannter Rekordhöhe.

    Meistens zeigen nur private Messungen die real existierende Katastrophe durch den Holzofen-Boom, weil die offiziellen Messstationen fast nie dort stehen, wo früher die Luft immer sauber war, aber heute Brennpunkte des Feinstaubelends sind. Für Menschen in diesen Gebieten ist der Holzfeuergeruch (oft zusätzlich mit hochgiftigen Gasen aus verbranntem Müll angereichert) ein Marker für sehr hohe Feinstaubwerte. Riecht es, dann herrschen deutlich grenzwertüberschreitende Feinstaubwerte.

    Messwerte verschleiern tatsächliches Ausmaß

    Der Grenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub PM10 pro Kubikmeter Luft als 24-Stunden-Mittel ist nicht mehr geeignet, die Menschen zu schützen, weil vor allem Freitag- und Samstagabend/nacht in Wohngebieten Extremwerte von Hunderten Mikrogramm erreicht werden, die zu den oben zitierten Gesundheitsgefahren führen. Diese Extremwerte werden tagsüber bei Abwesenheit der Holzverfeuerer auf ein niedriges Niveau runtergemittelt und fälschlich dem Verkehr zugerechnet.


    Manche Landesregierungen haben ihre Umweltämter angewiesen, nicht mehr die Stundenwerte beim Feinstaub zu zeigen, sondern nur noch das gleitende 24-Stunden-Mittel, das verschleiert, was die Ursache für die hohen Feinstaubwerte ist und wie extrem hoch die Stundenwerte abends und nachts sind – wenn Leute genau am Ort der extremen Werte viele Stunden verweilen, auch Kinder, Alte, Asthmatiker und schlafend bei geöffnetem Fenster den Extremwerten ausgesetzt sind."

  3. Dem kann man eigentlich nichts mehr hinzufügen. Besonders gut zu sehen z.b. im Winter in Garmisch abends wenn es windstill ist und unter 0 Grad.
    Zu sehen unter windy.com und luftdaten.info.
    Es hängt natürlich auch davon ab wo die Messstation ist, die ist nicht Stellvertretend für die gesamte Ortschaft. Ich habe schon mal innerhalb eines Radius von ca. 10 Häusern 100µg gemessen und darüber hinaus waren es nur 10-20. Fatal ist vor allem auch wenn man am Hang wohnt oder es reicht schon wenn 1 Nachbar die Luft verpestet.

    Wenn man nicht selber betroffen ist interessiert es niemand aber es sind derzeit ca. 8 Millionen Asthmatiker in Deutschland.
    Es wird ein riesen Brimborium mit CO2 veranstaltet was die Leute im Endeffekt nur Geld kostet aber es wird nicht mal was gegen Silvesterböllerei gemacht. Die Allgemeinheit ist einfach zu dumm bei uns.

  4. Silvesterböllerei

    Die gehört ja so etwas von abgschafft!
  5. Das sieht die Lokalverwaltung etwas anders. Deshalb werden zumindest offene Feuerstellen schon mal ab 2022 verboten:

    [URL]https://www.telegraph.co.uk/news/2019/12/23/chamonix-bans-log-fires-air-pollution/[/URL]

    Kann natürlich Aktionismus sein, aber mal im Ernst: Straßenverkehr als Feinstaubquelle ist total übeschätzt. Ich habe selber Messungen an Autobahnen und stark befahrenen Landstraßen durchgeführt, weil es mich interessiert hat. Bei verschiedenen Wettersituationen und verschiedenem Verkehrsaufkommen. Das ist zumindest in D echt zu vernachlässigen. Klar ist das in Summe ein großer Anteil am Gesamtaufkommen, aber meine Messungen zur Rushhour waren nicht über 12 Mikrogramm PM2.5 und der Unterschied zur schwsch bzw. nicht befahrenen Straße waren im Schnitt 2(!) Mikrogramm. Das Interessante ist, dass ein massiver Teil des Feinstaubs im Straßenverkeher NICHT bei der Verbrennung von Treibstoff freigesetzt wird, sondern Reifenabrieb und Bremsstaub ist, sieh auch hier:

    https://www.zeit.de/mobilitaet/2017-02/feinstaub-motoren-luftverschmutzung-reifen-abrieb-bremsen
    Hier was aktuelles dazu:
    https://www.bfmtv.com/mediaplayer/v...macron-est-attendu-de-pied-ferme-1222287.html

    Wobei Holzfeuer da nicht erwaehnt werden (oder ich hab´s danke meiner Franzoesich"kenntnisse" verpasst)
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