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Max Schumann Dropinswitchback auf Stage 1
Max Schumann Dropinswitchback auf Stage 1
Max Schumann im Training von verschiedenen Lines auf Stage 2
Max Schumann im Training von verschiedenen Lines auf Stage 2
Sein Bike führt ihn um die Welt
Sein Bike führt ihn um die Welt - wo immer Enduro Rennen gefahren werden, Jamie ist dabei.
Silvretta Mondlandschaft
Silvretta Mondlandschaft
Transfer zu Stage 4
Transfer zu Stage 4
Start Stage 4
Start Stage 4
Transfer zu Stage 6 im Sessellift durch schroffes Gelände
Transfer zu Stage 6 im Sessellift durch schroffes Gelände
Schön steile Switchbacks im alpinen Gelände Stage 6
Schön steile Switchbacks im alpinen Gelände Stage 6
Podium Masters Men
Podium Masters Men
Podium Elite Men
Podium Elite Men

Nach 2013 war die Silvretta Bike Arena auch dieses Jahr wieder Austragungsort der inoffiziellen Europameisterschaft im Enduro-MTB-Sport, der Ischgl Overmountain Challange 2014. Knapp 130 Starter aus ca. 15 Nationen waren am letzten Wochenende im Tiroler Paznauntal zu Gast, um zwischen Weltklassefahrern wie Jereome Clementz, Anneke Beerten und Robert Kordez gutes Racing auf fordernden Niveau zu finden. Auch das Wetter sollte sich am Renntag von seiner besten Seite zeigen, sodass hier auf jeden Fall beste Bedingungen in großartiger Bergwelt gegeben waren. Lest nun einen weiteren Bericht von unserem Blogger, Tommy Umbreit (Team [w]ride_it/ Verein RC Schnaittachtal), unser Mann nicht nur vor Ort, sondern mittendrin!

Natürlich fand ich mich wie auch schon letztes Jahr wieder in Ischgl ein, um entgegen der wiederum schlechten und nicht wirklich motivierenden Wettervorhersagen trotzdem zu starten und diesmal das volle Trailpotential der Region ausschöpfen zu dürfen. Nachdem letztes Jahr aufgrund von Schneefall 2 von 6 Stages gestrichen wurden, sollte das Wetter diesmal halten und wir diesmal die volle Ladung an Trailvergnügen abbekommen.

Max Schumann Dropinswitchback auf Stage 1
# Max Schumann Dropinswitchback auf Stage 1

Letztes Jahr noch in der Elite gestartet und mit einem 24. Platz sehr zufrieden, reihte ich mich dieses Jahr dennoch in der Mastersklasse ein, um hier mindestens eine Top10 einzufahren. Ganz klares Ziel, Vollgas also :). Nicht unbedingt selbstverständlich, da sich unter der Woche meine Bremse verabschiedete und nicht wirklich auf hochalpines Gelände gefasst war. Ein ganz besonderer Dank an dieser Stelle an Claudio vom RADioAKTIV Bikeshop in Pegnitz, der Freitag Nachmittag in einer Blitzaktion meine Bremse wieder funktionsfähig gemacht hat und überhaupt Grund war, dass ich das Rennen mitfahren konnte.

Ausgehend von 1270 und ansteigend bis 2750 Metern über Meereshöhe führte uns also die ca. 45 km lange Runde über 6 gezeitete Wertungsprüfungen, die von feinstem Downhill bis sehr tretlastigen Stages alles in einem guten Mix aufzubieten hatte, was Enduro ausmacht und wodurch sich unser Sport nunmal vom Downhill unterscheidet. Auch wenn es manche Leute nicht wahr haben wollen :). Besonders schön dieses Jahr zu sehen, dass konstruktive Kritik nicht immer umsonst ist, sondern manchmal auch Wirkung zeigt. Soll heißen, die 50 Höhenmeter Schiebe-/Packesel-/Fürmancheinenpedalier?-/Steilpassage wurde dieses Jahr aus der zeitlichen Wertung rausgenommen und war demnach nur Transfer zwischen Stage 2 und 3.

Stage 1 wurde per eigenen Tritt ca. 230 Höhenmeter nordwestlich von Ischgl hinauf zur Muttenalp erarbeitet und verlief anschließend auf Zeit sehr direkt und steil wieder zurück ins Tal. Schöner Naturwaldtrail mit guten Absätzen und Wurzeln, welche durch gewagte Linien möglichst schnell und zeitsparend zu bezwingen waren. Super spaßige Etappe, deren technischer Anspruch bezeichnend für ein Endurorennen auf Europa- bzw. Weltklasseniveau war.

Max Schumann im Training von verschiedenen Lines auf Stage 2
# Max Schumann im Training von verschiedenen Lines auf Stage 2

Zu Stage 2 ging es per Fimbabahn hinauf auf 2300 Meter über Meer. Hier wartete ein kurzer, sich am Berghang entlang schlängelnder und eher flowiger Trail, auf welchem durch ordentlich Treteinlagen wertvolle Sekunden heraus zu fahren waren.

Die Schiebe- bzw. Tragepassage von Stage 2 zu Stage 3 hoch zum Sassgalunkopf war entgegen dem letzten Jahr wie schon erwähnt diesmal Transferstück und konnte demzufolge entspannt hinter sich gebracht werden. Im Sattel unterhalb des Sassgalunkopf auf ca. 2200 Höhenmeter über Meeresspiegel angekommen startete man in ein Stage 3, welche Enduro nach meinem Befinden in allen Belangen repräsentiert. Beginnend mit zwei kürzeren Abfahrten ging es das erste Drittel leicht abfallend durch die Sassgalunwiese, in welcher durch massig Tretbewegung und dementsprechenden Puls viel Zeit durch starke Physis rausgeholt werden konnte. Anschließend und für die letzten beiden Drittel dieser Stage waren Downhillskills angesagt. Schöne offene Wiesensteilabfahrten mit einer Vielzahl an möglichen Linien bis hin zu engeren Trails mit vielen Switchbacks war hier alles geboten. TipTop!

Sein Bike führt ihn um die Welt
# Sein Bike führt ihn um die Welt - wo immer Enduro Rennen gefahren werden, Jamie ist dabei.

Der Transfer zu Stage 4 war Panorama pur! Mit Liftunterstützung, Tret- und wirklich steilen Schiebepassagen ging es die meiste Zeit auf einem Bergkamm entlang bis hinüber zum 2750 Meter hoch gelegenen Salaaser Kopf, bevor es dann in Richtung des schweizerischen Samnaun den Berg hinab ging. Stellenweise zumindest :). Denn Stage 4 sollte die wohl tretlastigste Wertungsprüfung auf der Runde werden. Beginnend mit 3, 4 Spitzkehren im Steilhang schlängelte sich diese Stage nun sehr auslaugend dahin. Immer wieder kurze Gegenanstiege gefolgt von in der Ebene verlaufenden Trailabschnitten war die Kombination, welche das gesamte Rennen um die physische Komponente ergänzen sollte. Besonders interessant für mich zu sehen, was der Enduro Weltmeister Jereome Clementz in den Beinen stecken hat. Seine Zeit um ca. 8 Sekunden besser als bei seinem Teamkollegen und CrossCountry Weltcupfahrer Manuel Fumic. Ich denke, hier wird klar, das Enduro fahren nicht nur die light-Version von Downhill ist, sondern die physische Komponente eine wesentliche Rolle spielt.

Stage 5 war ein mega spaßiger Flowcountrytrail, der bei genügend Speed auch gute Flugeinlagen bot und insgesamt eine weitere Zutat zum vielseitigen Streckenprofil dieses Rennens darstellte.

Stage 6 sollte nochmal alles abverlangen. Ausgehend vom Sattel unterhalb der Flimspitze hieß es im Steilhang mehrere Switchbacks zu meistern und parallel zur Höhenlinie zu queren. Alles vor imposanter hochalpiner Kulisse. Nach diesem Teilstück hieß es noch einen durchaus ausgeprägten Gegenanstieg zu bewältigen, bevor dann ein scheinbar endloser Trail ausgehend von der Zollwachhütte begann und den Abschluss des Rennens bildete.

Silvretta Mondlandschaft
# Silvretta Mondlandschaft

Am Samstag Abend nach dem Training stand allerdings noch der Prolog auf dem Programm, bevor am Sonntag die eben beschriebenen Stages unter die Stollen genommen werden durften. Entgegen dem letzten Jahr, wo es durch die Innenstadt von Ischgl ging, sollte dieses Jahr Stage 1 nochmal als Herausforderung dienen. Eine gute Abwechslung, da hier eher Down- als Uphillskills gefragt waren und man zusätzlich eine guten Vergleich der Leistungen zwischen aufgewärmten aber leicht ermüdeten Fahren am Trainingssamstag und Kaltstart am Sonntag Morgen bekam. Zum anderen waren die Zeiten für die letztjährigen Fahrer ebenfalls vergleichbar, da diese Stage identisch zum Vorjahr war.

Jener Prolog war es nun auch, der meine Anspannung für den darauf folgenden Renntag besonders hoch halten sollte. Denn ich konnte in der Klasse Masters auf den 4. Platz fahren und mir eine gute Basis für einen Podiumsplatz am nächsten Tag erarbeiten. Zwar hatte ich 10 Sekunden Rückstand auf den 3. Platz, was in Anbetracht der Länge des gesamten Rennens am nächsten Tag allerdings nicht so groß erscheinen dürfte.

Am darauf folgenden Tag hieß die Devise ganz klar langsam und ruhig beginnen und über die Länge des Rennens weiter steigern. Aufgrund des großen Anteils von rollfreudigen Trails zog ich entgegen dem Prolog und dem Training nun einen Semislickreifen auf und hoffte, dass die Trails vom Dauerregen am Freitag und kurzzeitigen Wintereinbruch am Samstag unter der nun sich zeigenden und wirklich warmen Sonne schnell genug abtrockneten, um die Entscheidung zum Semislick nicht zu bereuen.

Transfer zu Stage 4
# Transfer zu Stage 4

Start frei!. Stage 1 gut gefahren, leider Kette im letzten Drittel der Stage verloren. Trotzdem nochmal ne Sekunde besser gewesen wie am Vortag mit 2 Patzern und einem Sturz. Stage 2 lief gut und ohne weitere nennenswerten Ereignisse. Stage 3, hier sollte ich nun das erste Mal die Entscheidung hinsichtlich Semislick bereuen. Im oberen Abschnitt auf der Wiesenquerung, bevor es die etwas steilere Abfahrt reinging, bekam ich nicht genug Druck auf das Hinterrad und machte mich dementsprechend lang und schlitterte wie ein Käfer auf dem Rücken die Wiese entlang. Naja gut, wieder rauf aufs Rad und weiter. Es war noch ne Menge an Fahrzeit zu absolvieren und dementsprechend genug Möglichkeit, Zeit wieder gut zu machen. Auf den Transfers im Kopf die Sekunden der Patzer allerdings doch hochaddiert und rumgerechnet, was dies nun für die Aufholjagd auf den 3. Platz bedeuten sollte. Irgendwann schrie mich mein Inneres dann an. Stop!!! Konzentration auf die nun folgenden sehr langen und fordernden Stages. Spätestens hier war mein Semislick dann auch wieder Gold wert. Die Trails waren gut abgetrocknet und die Rechnung ging auf. Stage für Stage steigerte ich mich und war am Ende von Stage 4 wieder voller Selbstvertrauen für die restlichen beiden Stages, welche mir ebenfalls sehr gut vom Pedal gingen. Als erster der Mastersklasse im Ziel angekommen hieß es nun warten und erstmal Rad und Klamotten putzen. Nach ca. 1 Stunde waren fast alle Masters im Ziel. Ich blieb auf Rang 3 stehen. Es hat trotz meinen Problemen auf Stage 1 und Stage 3 gereicht, das Podium zu erreichen. Wahnsinn! Sehr froh! Vor allen Dingen, da ich mit einem Weltklasse Enduro Fahrer wie Robert Kordez oder IXS European Cup Monster Benny Herold gemeinsam auf der Kiste stand.

Start Stage 4
# Start Stage 4

Gewinner in der Elite wurde wie auch schon vergangenes Jahr der Weltmeister im Enduro-MTB Jereome Clementz vom Cannondale Overmountain Team. Bei den Damen gewann Anneke Beerten vom Specialized Factory Racing trotz einer Vielzahl an technischen Problemen ihre Klasse. Bei den Amateuren Men hohlte sich Yann Guigoz vom Team CrossRoad Cycles und bei den Women Doris Haslinger vom Team Lietz Sport racing den Sieg.

Die Overmountain Challange ist also „geschlagen“ und ich schaue nun auf Leogang nächste Woche, wo man gespannt sein darf, was uns hier im Rahmen des letzten Rennen der SSES und ersten Enduro Rennens in dieser Region erwartet.

beste grüße
[w]ride_it!
tommy

Transfer zu Stage 6 im Sessellift durch schroffes Gelände
# Transfer zu Stage 6 im Sessellift durch schroffes Gelände
Schön steile Switchbacks im alpinen Gelände Stage 6
# Schön steile Switchbacks im alpinen Gelände Stage 6
Podium Masters Men
# Podium Masters Men
Podium Elite Men
# Podium Elite Men
  1. benutzerbild

    Anzeige

  2. benutzerbild

    Thomas

    dabei seit 09/2000

    Schöner Bericht wie immer und dieses Mal auch ein klasse Ergebnis, Tommy!!
  3. benutzerbild

    ufp

    dabei seit 12/2003

    Switchbacks

    Dropinswitchback

    Flowcountrytrail

    Was ist das?
  4. benutzerbild

    supermanlovers

    dabei seit 04/2006

    Ich hoffe diese unberührte Landschaft hat durch das Rennen nicht zu sehr gelitten.

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