Damen – Investec-Songo-Specialized mit Geduld zum Erfolg
Auch am dritten Tag des Absa Cape Epic 2019 veränderte sich die Konstellation auf dem Podium der Damen nicht im Vergleich zu den beiden Vortagen. Den Tagessieg sicherten sich einmal mehr die Dänin Annika Langvad und die Niederländerin Anna van der Breggen vor Maja Wloszczowska/Ariane Lüthi vom Kross-Spur-Team und Candice Lill/Adelheid Morath vom Team Summit Fin. Nach rund 30 Kilometern konnten sich die beiden erstplatzierten Teams an einem Anstieg von der Konkurrenz absetzen. Die Vortagessiegerinnen van der Breggen und Langvad wollten nach dem kräftezehrenden Solo-Ritt tags zuvor etwas Kräfte sparen und gaben sich zunächst zufrieden mit der Rennkonstellation an der Seite des Kross-Spur-Duos.
Am finalen Anstieg des Tages rund 30 Kilometer vor dem Ziel folgte schließlich doch die Attacke der beiden Gesamtführenden, woraufhin Wloszczowska und Lüthi nicht mehr folgen konnten. Souverän fuhren Langvad und van der Breggen dem erneuten Tagessieg entgegen – nach 4:18:01 Stunden überquerten sie den Zielstrich 2:08 Minuten vor Lüthi und Wloszczowska. Die drittplatzierten Candice Lill und Adelheid Morath waren letztlich die Stärksten aus dem Verfolgerfeld. Nach der ersten Tempoverschärfung der beiden erstplatzierten Duos waren sie bis zum Ende der Etappe auf sich alleine gestellt – in ihrem Rücken drohte stets das Team Silverback-Fairtree um Jennie Stenerhag und Mariske Strauss aufzuschließen. Morath und Lill konnten sich die beiden Verfolgerinnen aber vom Leib halten und etwas mehr als 1:30 Minuten Vorsprung auf die beiden Viertplatzierten ins Ziel retten. Sabine Spitz und Nadine Rieder landeten dicht hinter Stenerhag und Strauss auf dem fünften Tagesrang, den sie auch in der Gesamtwertung belegen.
Herren – Scott-SRAM mit Final-Attacke ins Glück
Wie bereits gestern waren die ersten Kilometer der Etappe im Männerfeld durch viele Positionskämpfe geprägt. Doch vor allem der Konkurrenzkampf an der Spitze zwischen dem Cannondale Factory Racing-Team und dem Scott-SRAM-Team sorgte für eine frühzeitige Zersplitterung des Favoritenfeldes. Eine zunächst rund zehnköpfige Spitzengruppe schrumpfte aufgrund des Tempodiktats von Nino Schurter und seines Teampartners Lars Forster nach rund 40 Kilometer auf eine vier Teams umfassende Gruppe, die den restlichen Verlauf der Etappe bestimmen sollte. Neben dem Scott-SRAM-Duo waren erneut Manuel Fumic/Henrique Avancini, die Prologdritten Ondrej Cink/Sergio Mantecon und das Trek Selle San Marco-Duo Damiano Ferraro/Samuele Porro in diesem Quartett vertreten.
Auch nach dem längsten Anstieg des Tages rund 30 Kilometer vor dem Ziel war dieses Quartett noch immer gemeinsam an der Spitze unterwegs – auch wenn der Deutsche Manuel Fumic immer wieder sichtliche Probleme hatte dem hohen Tempo der anderen Teams zu folgen, gelang ihm stets wieder der Anschluss. Im Kampf um den Tageserfolg ergriffen auf den letzten Kilometern vor allem Mantecon und Cink vom Team Kross-Spur die Initiative. Sie hatten tags zuvor aufgrund mehrerer Defekte über eine Stunde Rückstand kassiert und versuchten nun alles um sich den Etappensieg zu sichern. In der Folge der Tempoverschärfungen verlor zunächst das Trek Selle San Marco-Duo Porro/Farraro den Anschluss an die Spitzengruppe.
Letztlich waren es Nino Schurter und Lars Forster, die an der letzten Steigung des Tages mit einer beherzten Attacke ihre Begleiter los wurden. Cink und Mantecon versuchten zwar zunächst zu folgen, konnten dem hohen Tempo aber nichts entgegensetzen. Fumic und Avancini waren ebenso machtlos, konnten aber in der folgenden Abfahrt den Rückstand zum Kross-Spur-Duo wieder wettmachen. Schurter und Forster hingegen waren auf und davon und feierten nach 3:37:41 Stunden den Etappen-Hattrick. 30 Sekunden später folgten dann Kross-Spur und Cannondale Factory Racing auf den Plätzen zwei und drei. In der Gesamtwertung liegen Fumic und Avancini nun fast vier Minuten hinter den Gesamtführenden vom Scott-SRAM-Team.
Die Teams mit deutscher Beteiligung erwischten allesamt nicht den allerbesten Tag. Unser Blogger Simon Stiebjahn klagte über schwere Beine, konnte aber gemeinsam mit seinem Partner Urs Huber den Schaden in Grenzen halten. Rund drei Minuten hinter den Tagessiegern belegten die Bulls Heroes den sechsten Platz, in der Gesamtwertung konnten sie sich aufgrund eines rabenschwarzen Tages bei Sam Gaze und Jaroslav Kulhavy sogar von Position fünf auf vier schieben. Karl Platt un Alban Lakata wurden doppelt vom Defektteufel heimgesucht – ein Plattfuß verhälnismäßig früh im Rennverlauf erwies sich weniger problematisch, als ein weiterer Reifenschaden circa 20 Kilometer vor dem Ziel. Das Back-Up-Team der Bullen, die Bulls Youngsters, konnten beim ersten Mal zwar aushelfen, nichtsdestotrotz summierte sich der Rückstand von Platt und seinem Teampartner Alban Lakata auf die Spitze auf 12:38 Minuten im Ziel. Daniel Geismayr und Jochen Käß vom Team Centurion-Vaude waren lange Zeit in der Verfolgung der Spitzengruppe unterwegs und verloren aber zum Ende der Etappe an Boden. Rang acht in der Tageswertung und der siebte Zwischenrang in der Gesamtwertung stehen für das deutsch-österreichische Duo zu Buche.
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11 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumMir scheint daß Gaze irgendwie unglücklich mit Kulhavy zusammen gekommen ist, da Kulhavy offensichtlich ja auch in den Rabatten war.
Forster hatte nen Platten, und die Zweitplatzierten Fumic/Avananci attackieren. Da haben Schurter/Forster wirklich viel Zeit verloren!
Fast 10 min haben sie verloren.
Ich sehe Schurter/Forster immer noch als DIE Favoriten auf den Gesamtsieg, aber deren Pech heute verspricht einfach mehr Spannung.
Go Fumic Du Fumpe, goooo!
Sehe ich auch so, Rückstand beträgt nur 2min41s.
Es bibt noch genug Stages.
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