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Joscha Forstreuter im Gespräch am (fast) finalen Bautag
Joscha Forstreuter im Gespräch am (fast) finalen Bautag
Arbeitsplatz für sechs Monate: Joscha baggert.
Arbeitsplatz für sechs Monate: Joscha baggert.
Nicht immer alles eitel Sonnenschein
Nicht immer alles eitel Sonnenschein
Aber manchmal schon...
Aber manchmal schon...
Joscha blickt auf sein Team und die Locals (links im Bild).
Joscha blickt auf sein Team und die Locals (links im Bild).
Joscha und sein Team ohne die vierbeinigen Locals.
Joscha und sein Team ohne die vierbeinigen Locals.
Geschmeidiger Genuss als Lohn.
Geschmeidiger Genuss als Lohn.

Sölden gibt Gas und eröffnet am 20. Juni einen wirklich sehr, sehr surfigen neuen 6 Kilometer-Trail an der Gaislachkogelbahn. Teäre Line der Name, Gusto-Flow die Ausrichtung – und hart die Entstehungsgeschichte. Wir haben uns am finalen Bautag mit Chef-Trailbauer Joscha Forstreuter unterhalten – Trail fertig, Joscha fertig!

Joscha Forstreuter im Gespräch am (fast) finalen Bautag
# Joscha Forstreuter im Gespräch am (fast) finalen Bautag

MTB-News.de: Joscha, erst einmal Glückwunsch: Da ist euch ein wirklich sensationell spaßiger Trail gelungen!

Joscha Forstreuter: Vielen Dank. Nach der harten Arbeit tut das Lob besonders gut.

Wie wird man als Ex-Pro-Biker aus Hannover zum Trailshape-Chef in Sölden?

Über Kontakte und Gespräche. Ich bin schon seit einer Weile als Streckenbauer unterwegs und vor vier Jahren kam Sölden über meinen Sponsor Felt auf mich zu.

Vor vier Jahren?

Ja, ein Langzeitprojekt. Vor vier Jahren sind wir den Hang erstmals abgeschritten. Ich kam dann jedes Jahr mehrmals zur Planung nach Sölden. In der Entwicklungsphase ging es natürlich auch viel um die Abstimmung. Naturschutz, Grundbesitzer, Hanglage, Machbarkeiten, Unmachbarkeiten…

Was waren die größten Herausforderungen?

Der Grund und Boden. Im Nachhinein muss ich sagen, ist es völlig wahnsinnig, in diesem Gelände eine flowige Line zu bauen. Ich habe den Aufwand total unterschätzt – es ist schon extrem, extrem steinig und felsig hier. Teilweise hatten wir reine Geröllfelder. Wir mussten also viel Steine und Erde bewegen. Die Erde in Sölden ist eigentlich top, weil sie nicht so schnell schmierig wird und man keinen Brechsand benötigt. Du musst sie nur erst einmal auf die Strecke bringen. Wir haben auch Kurven in den Fels geformt und dann mit Erde geshaped. Dazu mussten wir entsprechend schwere Geschütze auffahren…

Und zwar?

Wir hatten einen Spinnenbagger, der in dem steilen Gelände ‚laufen’ kann. Der hat die Rohtrasse angelegt, also die grobe Vorformung übernommen. Oder mehrere Kettendumper: Eine Art überdimensionale Schubkarre, für den Transport der Tausenden von Tonnen Erde. Und ein wenig gesprengt haben wir auch…

Arbeitsplatz für sechs Monate: Joscha baggert.
# Arbeitsplatz für sechs Monate: Joscha baggert.
Nicht immer alles eitel Sonnenschein
# Nicht immer alles eitel Sonnenschein
Aber manchmal schon...
# Aber manchmal schon...

Wie lang habt Ihr dann schließlich am Trail gearbeitet?

Effektive Bauzeit waren fünf Monate letztes Jahr und jetzt noch einmal ein knapper Monat zur Finalisierung. Die Strecke ist 6 Kilometer lang – man kann also sagen, pro Kilometer ein Monat. Zum Bau waren wir hauptsächlich zu viert Full-Time im Einsatz. Auf der Zielgeraden in den letzten drei Wochen waren wir dann 6 bis 8 Leute. Einen grossen Dank auch nochmal an mein Bauteam. Ohne den harten Einsatz der Jungs wäre hier gar nichts gegangen.

Auf was bist du besonders stolz?

Aktuell: Dass ich durchgehalten habe. Ich hab mich quasi ein halbes Jahr in den Bagger eingesperrt und in endlos langen Tagen zwischen Felsen und Steinen die Erde zusammengekratzt. Aber generell ist es natürlich die Line. Ich würde mal behaupten, dass 95% der 130 Kurven ordentlich Spaß machen. Und der Mittelabschnitt mit den längeren Geraden und den Wellenkombinationen geht auch gut ab.

Joscha blickt auf sein Team und die Locals (links im Bild).
# Joscha blickt auf sein Team und die Locals (links im Bild).
Joscha und sein Team ohne die vierbeinigen Locals.
# Joscha und sein Team ohne die vierbeinigen Locals.

Hast Du Dein Ziel erreicht? Wir hatten zumindest sehr viel Spaß auf der Strecke!

Ich bin schon ein ehrgeiziger Typ. Mein Ziel war es eigentlich, einen Trail zu bauen, den man komplett ohne treten oder bremsen fahren kann. Ich muss zugeben, das ist in dem steilen Gelände nicht so leicht hinzubekommen und hat auch nicht immer geklappt, aber es geht stark in die Richtung. Er ist für Anfänger das ideale Trainingsgelände, gleichzeitig aber auch nicht zu clean. Es war mir schon auch wichtig, alternative Spaßelemente einzubauen, dass es ein Mountainbike-Trail bleibt, und kein geschotterter Trekkingrad-Weg wird. Also ja, ich hoffe schon, dass ich mein Ziel erreicht habe. Ich hoffe auf grinsende Gesichter.

Geschmeidiger Genuss als Lohn.
# Geschmeidiger Genuss als Lohn.

What’s next?

Heute abend erstmal die fertige Line feiern und die nächsten Tage viel Radfahren. Dann wird im August noch eine Variante an der Teäre Line gebaut, die anspruchsvoller ist. Ein Zwischenabschnitt mit ein paar größeren Sprüngen, Drops und verspielten Sachen. Der wird dann im September/Oktober fahrbar sein. Und geplant ist auch ein zweiter, direkter Einstieg ab der Mittelstation über etwa 1,4 Kilometer. Er ist noch nicht final genehmigt, aber kann sicherlich kommendes Jahr eröffnet werden.

Joscha, vielen Dank für Deine Zeit und viel Spaß beim Feiern!

Karte Teäre Line Sölden


GPS Daten

Video: Teäre Line Sölden

  1. benutzerbild

    herb

    dabei seit 06/2008

    Super Trail und es kommt richtig Spaß auf wenn man 'ne ordentliche Geschwindigkeit hat.
    Wenig Bremswellen, weil gescheit gebaut und guter Boden. (Ende Juli)
    Die restlichen "Natur"-Trails auch sehr spannend und sogar teils an problematischen Stellen super gepfegt.
    Beschilderung etwas mangelhaft.
    Sind alles ehemalige Wanderwege, die einfach umfunktioniert wurden. So schnell hat man ein Singletrail-Netz zusammen.
    Gastro und deren Preise schlecht. Der Ort an sich okay, viel los in dem Nest (auch viel Verkehr)
    Berge beindrucked, Natur insgesamt schöner als ich es von einem Massen-Skizirkus (Pisten etc.) erwartet habe.
    Bikeshops sind leider nur umfunktionierte Ski-Shops mit Mainstream-Rad und Wanderzeug a la Intersport.
    War in 5 Shops und keiner wußte was ein Marsh Guard ist. Viel sollte man da nicht erwarten - auch hier geht's um die Masse. Verbesserungspotential für "echte" Piloten al la Bike'n Soul in Saalbach.
    Würde aber noch mal fahren. Streckenvielfalt ist halt der Punkt.
    PS: Nächstes Jahr soll wieder eine "gebaute" Strecke dazu kommen.....
    ....Downhill nannte es mein Wirt.

    PS: Sommercard (Pension etc.) ist auf jeden Fall empfehlenswert,
    da die darauf enthaltene Freifahrt auf eine Tageskarte angerechnet wird
    und man dann nur noch ca. 20.- zahlt.
  2. benutzerbild

    Jussi

    dabei seit 09/2007

    Hier noch ein Bild vom Einstieg in die Zaahe Line.

    [ATTACH=full]417852[/ATTACH]
  3. Anzeige

  4. benutzerbild

    frittenullnull

    dabei seit 06/2013

    Jussi schrieb:
    Hier noch ein Bild vom Einstieg in die Zaahe Line.

    [ATTACH=full]417852[/ATTACH]


    chicken line ist nicht oder?
  5. benutzerbild

    Jussi

    dabei seit 09/2007

    Doch kannst ganz normal die Teare weiter fahren. Dann aber wieder ein Stück hoch zur Zaahe.
    Aber besser ist hier einsteigen dann passt es auch von der Gescwindigkeit für die Tables.
  6. benutzerbild

    FloImSchnee

    dabei seit 08/2004

    Ja, und da kommt man recht leicht drüber.
    Wem der Einstieg zu viel wär, der fühlt sich vermutlich auf der Zaahen eh generell nicht wohl. (alleine wie steil's in zwei der Anlieger runtergeht... )

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