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Das Kona Process 153 gliedert sich wieder in die klassische Kona-Formensprache ein
Das Kona Process 153 gliedert sich wieder in die klassische Kona-Formensprache ein - 160 mm Federweg an der Front und 153 mm am Heck treffen auf 29"-Laufräder, viel Reach, wenig Kettenstrebe und einen Carbon-Rahmen. In der CR-Variante kostet das Bike 4.999 €.
Einen Flipchip oder Ähnliches gibt es nicht
Einen Flipchip oder Ähnliches gibt es nicht - Dafür gibt es Kona-untypisch keinen IS-Steuersatz – wer will, kann also einen Winkelsteuersatz verpressen.
„SRAM everything“ gibt es bei der Ausstattung
„SRAM everything“ gibt es bei der Ausstattung - Die 153 mm Federweg kontrolliert ein metrischer Super Deluxe RCT mit Trunnion Mount.
Am getesteten CR-Modell ist die RockShox Lyrik RC
Am getesteten CR-Modell ist die RockShox Lyrik RC - Für eine Lyrik RC2 muss man tiefer in den Geldbeutel greifen und das CR/DL-Modell kaufen.
12 Gänge in günstig
12 Gänge in günstig - Am Heck schaltet die GX Eagle-Schaltung auf einer GX Kassette, angetrieben wird von der NX Eagle-Kurbel
30 Jahre in der Fahrradbranche werden mit der Topcap gefeiert
30 Jahre in der Fahrradbranche werden mit der Topcap gefeiert - Seit 1988 baut Kona Fahrräder
Gebremst wird mit der SRAM Guide R
Gebremst wird mit der SRAM Guide R - Hinten gibt es eine 180er Scheibe, vorne 200 mm
Geblieben ist der abgestützte Eingelenker, der Dämpfer liegt aber wieder senkrecht im Rahmen
Geblieben ist der abgestützte Eingelenker, der Dämpfer liegt aber wieder senkrecht im Rahmen - Das Process sieht so den Vorgängern wieder sehr viel ähnlicher, wenn auch die Wippe sehr viel kürzer und hübscher ausfällt
Freerider mit Trinkflaschenhalter?
Freerider mit Trinkflaschenhalter? - Der Rahmen lässt kaum Wünsche offen.
Aufgeklebtes Gummi-Polster
Aufgeklebtes Gummi-Polster - Unterrohr und Kettenstrebe sind geschützt
Ordentlich innenverlegt
Ordentlich innenverlegt - Als einziges Rad im Testfeld sind am Kona die Züge nicht unter dem Tretlager durchgezogen – Klemmungen an den Öffnungen erlauben es, die Kabel zu spannen.
Kurze Kettenstrebe = wenig Reifenfreiheit?
Kurze Kettenstrebe = wenig Reifenfreiheit? - Zugegeben – superviel Reifenfreiheit bekommt man nicht, aber mit dem verbauten 2,3"-Reifen gab es keine Probleme.
Geht es bergauf, macht das Kona willig, aber gemütlich mit
Geht es bergauf, macht das Kona willig, aber gemütlich mit - In steilen Rampen muss man sich etwas an die Positionierung gewöhnen: Sitzt man zu weit hinten beginnt die Front zu steigen, der Druck am Hinterrad bleibt aber groß genug, wenn man etwas nach vorne rutscht.
Pop ist ausreichend vorhanden, um das Rad in die Luft zu schicken
Pop ist ausreichend vorhanden, um das Rad in die Luft zu schicken - Auch die Reserven fallen ausreichend aus, um auch mal eine verpatzte Landung auszugleichen.
Mit Druck in die Kurve – Einsatz vom Fahrer wird belohnt
Mit Druck in die Kurve – Einsatz vom Fahrer wird belohnt - Vor allem die leichten Testfahrer hatten es mit dem steifen Rad nicht leicht. Geht man nicht aktiv auf die Kante, fühlt sich das Process 153 etwas stelzig an.
Engagement wird belohnt
Engagement wird belohnt - Geht man nicht aktiv auf die Kante, fühlt sich das Process 153 etwas stelzig an.
Mit Druck in die Kurve – Einsatz vom Fahrer wird belohnt
Mit Druck in die Kurve – Einsatz vom Fahrer wird belohnt - Vor allem die leichten Testfahrer hatten es mit dem steifen Rad nicht leicht. Geht man nicht aktiv auf die Kante, fühlt sich das Process 153 etwas stelzig an.
Am Unterrohr löste sich der Gummi
Am Unterrohr löste sich der Gummi
Auf der Kettenstrebe wäre mehr Gummi super
Auf der Kettenstrebe wäre mehr Gummi super
So sollte die Lackqualität aussehen
So sollte die Lackqualität aussehen - Abgesehen von der Kettenstrebe konnten wir nur diesen einzigen, kleinen Kratzer am Ende des Testzeitraums finden – so soll das sein!
Versteckt, aber superpraktisch
Versteckt, aber superpraktisch - Die kanadische SWAT-Interpretation bedarf aber eines 2 mm Innensechskants am Multitool.

Kona Process 153 CR 29 im Test: Seit 2013 deckt Kona mit der Process-Reihe den Trail- bis Enduro-Sektor ab. In seiner dritten Evolutionsstufe kehrt das Modell mit dicker Wippe und senkrecht im Rahmen angebrachtem Dämpfer zurück zur klassischen Kona-Formensprache. Mit einer moderneren Geometrie, massiver Optik und 29″-Rädern ist das Process 153 CR 29 der erste Vorstoß der Kanadier in das langhubige Enduro-29er Segment. Mini-Operator oder Entourage-Nachfolger, Racer oder Freerider? Wir haben es für euch herausgefunden.

Steckbrief: Kona Process 153 CR 29

EinsatzbereichEnduro, Freeride
Federweg170-160 mm/153 mm
Laufradgröße29ʺ
RahmenmaterialCarbon
Gewicht (o. Pedale)15,0 kg
RahmengrößenM, L, XL
Websitewww.konaworld.com
Preis: 4.999 Euro

Mit dem Process will Kona eine progressive, fortschrittliche Plattform für den Enduro- bis Trail-Einsatz stellen. Hinter den Worten der Kanadier stecken keine leeren Behauptungen: 29″, 160/153 mm Federweg, über 500 mm Reach und 425 mm kurze Kettenstreben lassen das Rad in diesem recht jungen Segment etwas aus der Masse herausstechen. Angeboten wird das Rad auf Carbon-Rahmen-Basis in zwei Ausstattungsvarianten. Zusätzlich gibt es zwei günstigere Alu-Varianten im Programm. Zu klein gewachsen sollte man ebenfalls nicht sein, denn das Kona Process 29 wird erst ab Rahmengröße M angeboten.

Trotz Carbon-Rahmen ist das Kona Process 29 nichts für pingelige Grammfuchser: Unser Testrad in Rahmengröße XL bringt es nach dem Tubeless-Umbau auf 15,01 kg. Das Gewicht und die groß dimensionierten Lager lassen auf eine lange Haltbarkeit hoffen.

Das Kona Process 153 gliedert sich wieder in die klassische Kona-Formensprache ein
# Das Kona Process 153 gliedert sich wieder in die klassische Kona-Formensprache ein - 160 mm Federweg an der Front und 153 mm am Heck treffen auf 29"-Laufräder, viel Reach, wenig Kettenstrebe und einen Carbon-Rahmen. In der CR-Variante kostet das Bike 4.999 €.

Diashow: Kona Process 153 CR 29 im Test - Vorne lang, hinten kurz
Einen Flipchip oder Ähnliches gibt es nicht
Freerider mit Trinkflaschenhalter?
Engagement wird belohnt
Mit Druck in die Kurve – Einsatz vom Fahrer wird belohnt
Versteckt, aber superpraktisch
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Geometrie

Kona bietet das Process nur in drei Rahmengrößen an. Von M bis XL soll das Rad Fahrer zwischen 165 cm und 196 cm glücklich machen. Dank kurzer Sitzrohre müssen auch Fahrer mit vergleichsweise kurzen Beinen das Rad nicht meiden. Geplant war ein 29″-Rad, welches sich ähnlich fährt wie das 27,5″-Pendant – man wollte keinen riesigen Radstand, aber trotzdem eine fortschrittliche Geometrie.

VoLaHiKu – Kona setzt mit der Geometrie am Process 153 auf ein bekanntes Prinzip.

Ultrakurz trifft auf lang. Der berühmte VoLaHiKu – viel Hauptrahmen trifft auf wenig Kettenstrebe. Am Kona Process 29 in besonders ausgeprägter Form: Für 29″-Laufräder sehr kurze 425 mm-Kettenstreben treffen auf Reach-Werte zwischen 450 und 510 mm bei moderatem Stack. Abgesehen davon liegen die Werte eher im Mittelfeld. Mit 346 mm ist das Tretlager zwar das niedrigste im Test, am Boden schleift man damit aber noch nicht und auch in dieser Klasse gibt es tiefere Bikes.

Überrascht waren wir vom 66°-Lenkwinkel – hier liegt das Rad zwar gleichauf mit dem Mondraker Foxy 29, das spanische Rad verfügt aber über einen verkürzten Offset, während die Kanadier auf den klassischen 51 mm-Gabelvorlauf setzen. Ins Auge springt auch der Sitzwinkel: Effektiv liegt er bei steilen 76°. Nachdem Kona aber auf Stack-Höhe, also dem oberen Ende des Steuerrohrs, misst und der reale Sitzwinkel sehr flach ist, wird der Sattel bei viel Sattelstützenauszug weit nach hinten wandern.

GrößeMLXL
Sitzrohrlänge406 mm450 mm482 mm
Oberrohrlänge603 mm632 mm671 mm
Steuerrohrlänge90 mm100 mm110 mm
Lenkwinkel66°66°66°
Sitzwinkel76°75,8°75,7°
Kettenstrebenlänge425 mm425 mm425 mm
Tretlagerhöhe346 mm346 mm346 mm
Tretlagerabsenkung29 mm29 mm29 mm
Radstand1189 mm1218 mm1258 mm
Reach450 mm475 mm510 mm
Stack612 mm621 mm630 mm
Einen Flipchip oder Ähnliches gibt es nicht
# Einen Flipchip oder Ähnliches gibt es nicht - Dafür gibt es Kona-untypisch keinen IS-Steuersatz – wer will, kann also einen Winkelsteuersatz verpressen.

Ausstattung

Insgesamt wird das 29″-Process in vier verschiedenen Ausstattungsvarianten angeboten. Zwei günstigere Modelle mit Alu-Rahmen, zwei kostspieligere mit Carbon-Hauptrahmen und -Sitzstrebe, aber Alu-Kettenstrebe. Den Einstieg bekommt man mit 2.999 €, von da an geht es in 1.000 €-Schritten zum CR/DL Topmodell für 5.999 €. Alle Modellvarianten sind, wie auch die restlichen Bikes von Kona, hauptsächlich mit Komponenten von SRAM ausgestattet.

Abgesehen vom günstigen Process 29 153 mit NX 11-fach-Schaltung verfügen alle Ausstattungen über einen 12-fach Eagle-Antrieb. An unserem Testrad kommt ein Mix aus GX und NX Eagle zum Einsatz. Einzig am Topmodell wird die SRAM Code verbaut, an allen anderen Bikes finden sich Guide-Bremsen. Die 160 mm Federweg werden an den Carbon-Modellen von Lyrik RC2 und Lyrik RC gebändigt, an den günstigen Modellen muss man sich mit einer RockShox Yari zufriedengeben. Alle Bikes rollen auf Maxxis-Reifen, welche wiederum auf WTB-Felgen aufgezogen sind. Beim Cockpit setzt Kona auf hauseigene Anbauteile.

  • Federgabel RockShox Lyrik RC (160 mm)
  • Dämpfer RockShox Super Deluxe RCT (153 mm)
  • Antrieb SRAM GX Eagle
  • Bremsen SRAM Guide R
  • Laufräder WTB KOM Trail TCS
  • Reifen Maxxis Minion DHF
  • Cockpit Kona XC/BC (45 mm) / Kona XC/BC (780 mm)
  • Sattelstütze RockShox Reverb (150 mm)
Komplette Ausstattung zum Ausklappen

RahmenKona Process 153 CR/DLKona Process 153 CRKona Process 153 DLKona Process 153
RahmenmaterialCarbon/Alu KettenstrebeCarbon/Alu KettenstrebeAluminiumAluminium
DämpferRock Shox Super Deluxe RCTRock Shox Super Deluxe RCTRock Shox Super Deluxe RC3Rock Shox Deluxe RT
FedergabelRock Shox Lyrik RC2Rock Shox Lyrik RCRock Shox Yari RCRock Shox Lyrik RC
VorbauKona XC/BC 35Kona XC/BC 35Kona XC/BC 35Kona XC/BC 35
LenkerKona XC/BC 35Kona XC/BC 35Kona XC/BC 35Kona XC/BC 35
GriffeKona Key GripKona Key GripKona Key GripKona Key Grip
BremseSram Code RSCSram Guide RSram Guide RSram Guide T
SchaltungSram X01/GX EagleSram GX/NX EagleSram GX/NX EagleSram NX
LaufräderWTB KOM Trail TCSWTB KOM Trail TCSWTB KOM Trail TCSWTB ST i29 TCS
ReifenMinion DHF 29x2,5" / 2,3"Minion DHF 29x2,5" / 2,3"Minion DHF 29x2,5" / 2,3"Minion DHF 29x2,5" / 2,3"
SattelstützeRock Shox Reverb StealthRock Shox Reverb StealthTrans-X DropperTrans-X Dropper
SattelWTB Volt ProWTB Volt ProWTB Volt CompWTB Volt Comp
GewichtN/AN/AN/AN/A
Preis5.999 €4.999 €3.999 €2.999 €

„SRAM everything“ gibt es bei der Ausstattung
# „SRAM everything“ gibt es bei der Ausstattung - Die 153 mm Federweg kontrolliert ein metrischer Super Deluxe RCT mit Trunnion Mount.
Am getesteten CR-Modell ist die RockShox Lyrik RC
# Am getesteten CR-Modell ist die RockShox Lyrik RC - Für eine Lyrik RC2 muss man tiefer in den Geldbeutel greifen und das CR/DL-Modell kaufen.
12 Gänge in günstig
# 12 Gänge in günstig - Am Heck schaltet die GX Eagle-Schaltung auf einer GX Kassette, angetrieben wird von der NX Eagle-Kurbel
30 Jahre in der Fahrradbranche werden mit der Topcap gefeiert
# 30 Jahre in der Fahrradbranche werden mit der Topcap gefeiert - Seit 1988 baut Kona Fahrräder
Gebremst wird mit der SRAM Guide R
# Gebremst wird mit der SRAM Guide R - Hinten gibt es eine 180er Scheibe, vorne 200 mm

Im Detail

Stinky, Stab, Operator – bei der Designsprache blieb sich Kona zumeist treu. Abgesehen vom Vorgänger des aktuellen Process, bei dem der Dämpfer plötzlich horizontal im Rahmen lag und am Oberrohr angebracht war. Für die neue Process-Plattform kehrt man zurück zum klassischen Erscheinungsbild: Dabei ist das neue Rad aber organischer als der jener Kona-Urväter geformt und zudem mit einer kürzeren Wippe ausgestattet. Das wesentlich modernere Auftreten wird durch die innenverlegten Züge und die verwendeten Standards untermauert – am Heck findet man ein Boost-Einbaumaß, der metrische Dämpfer ist via Trunnion Mount mit der Wippe verbunden.

Stinky, Stab, Operator – bei der Designsprache blieb sich Kona zumeist treu

Geblieben ist man beim abgestützten Eingelenker: Hauptdrehpunkt, Bremsaufnahme und Hinterradachse liegen auf der gleichen Strebe. Die Hinterbaulager sind groß dimensioniert und einreihig ausgeführt – für einen Eingelenker sind acht Lager zwar nicht wenig, im Testfeld ist es allerdings die geringste Lagerzahl.

Bleiben wir bei den Lagern: Üblicherweise laminiert Kona die Steuersatzschalen gleich in den Rahmen ein, der Kunde bekommt dank Integrated-Standard somit die Möglichkeit, die Front sehr flach zu fahren. Gleichzeitig nimmt man aber die Möglichkeit, einen Winkelsteuersatz zu verbauen oder die Front durch eine externe Steuersatzschale aufzubocken. Für das Process hat man sich aber gegen den IS-Steuersatz entschieden, somit steht dem Winkelsteuersatz nichts im Weg. Auch das Tretlager ist in den Rahmen gepresst.

Praktisch, aber etwas fummelig versteckt: Als einziges Rad im Testfeld hat man am mintfarbenen Carbon-Boliden ein Ersatzschaltauge an Bord. Dieses ist unter dem Kabelaustritt am Unterrohr versteckt. Auch praktisch sind die Rahmen-„Verhüterlis“ – der Gummi-Puffer am Unterrohr fällt sehr dick aus und ist weit in die Höhe gezogen, auch der spezielle Kettenstrebenschutz lässt keine Wünsche offen.

Geblieben ist der abgestützte Eingelenker, der Dämpfer liegt aber wieder senkrecht im Rahmen
# Geblieben ist der abgestützte Eingelenker, der Dämpfer liegt aber wieder senkrecht im Rahmen - Das Process sieht so den Vorgängern wieder sehr viel ähnlicher, wenn auch die Wippe sehr viel kürzer und hübscher ausfällt
Freerider mit Trinkflaschenhalter?
# Freerider mit Trinkflaschenhalter? - Der Rahmen lässt kaum Wünsche offen.
Aufgeklebtes Gummi-Polster
# Aufgeklebtes Gummi-Polster - Unterrohr und Kettenstrebe sind geschützt
Ordentlich innenverlegt
# Ordentlich innenverlegt - Als einziges Rad im Testfeld sind am Kona die Züge nicht unter dem Tretlager durchgezogen – Klemmungen an den Öffnungen erlauben es, die Kabel zu spannen.
Kurze Kettenstrebe = wenig Reifenfreiheit?
# Kurze Kettenstrebe = wenig Reifenfreiheit? - Zugegeben – superviel Reifenfreiheit bekommt man nicht, aber mit dem verbauten 2,3"-Reifen gab es keine Probleme.

Technische Daten

Alle technischen Daten, Details und Standards des Kona Process 153 CR 29 findet ihr in der folgenden Tabelle zum Ausklappen:

Technische Daten zum Ausklappen

KinematikKona Beamer, abgestützter Eingelenker 
Verschiedene Lager-Größen2im Hinterbau
Gesamtzahl Lager im Hinterbau8Anzahl
Lagerbezeichungen4 x 6904-2RS (37*20*9 mm), 4 x 6902 (28*15*7 mm)Herstellerangabe
Hinterbau Einbaumaß148 mm x 12 mmEinbaubreite x Achsdurchmesser
Maximale Reifenfreiheit Hinterbau2,4"
Dämpfermaß205 mm x 60 mmGesamtlänge x Hub
Trunnion-Mount?Ja
Dämpferhardware erstes AugeTrunnionBolzendurchmesser x Einbaubreite
Dämpferhardware zweites AugeM8 x 30 mmBolzendurchmesser x Einbaubreite
Freigabe für StahlfederdämpferJa
Freigabe für LuftdämpferJa
Empfohlener Dämpfer-SAG27–30% – 16,2–18 mmIn % oder mm
Steuerrohr-Durchmesser44 mm, 56 mmoberer Durchmesser, unterer Durchmesser
Maximale Gabelfreigabe170 mmFederweg bzw. bis zu welcher Einbauhöhe
TretlagerPF92welcher Standard, Durchmesser, Breite
KettenführungsaufnahmeISCG05
UmwerferaufnahmeNein
SchaltaugeKona V5 TT, ca. 20 €Typ, Kosten in €
Optimiert auf welches Kettenblatt32-34t Zahnzahl
BremsaufnahmePost Mount, 7" (180 mm Scheibe ohne Adapter fahrbar)welcher Standard
Maximale Bremsscheibengröße200 mm
Sattelrohrdurchmesser31,6 mm
Sattelklemmendurchmesser34,9 mm
Maximale Stützen-EinstecktiefeM: 240mm, L: 265mm, XL: 265mm
Kompatibel mit Stealth-Variostützen?Ja
Messung SitzwinkelAuf Stack-Höhe
FlaschenhalteraufnahmeJaEine, Oberseite des Unterrohrs
Andere Extras, WerkzeugfächerVerstecktes Ausfallende unter dem Kabelausgang am Unterrohr
Gewicht Rahmen3,000 gRahmengröße L, mit Hardware, Achse und Sattelklemme
Gesamtgewicht Bike14,72 kg Rahmengröße M, ohne Pedale, mit Schläuchen
Garantie/ServiceGewährleistung nach EU-Recht, Lebenslange Zusatzgarantie auf Alu-Rahmen. Registrierung vorausgesetzt. Details und Registrierung hier.

Auf dem Trail

Nach dem Einstellen des Setups geht es mit dem Process 153 erstmal nach oben. Durch den flachen realen Sitzwinkel und den langen Reach wird es bei den Langbeinern im Testteam durchaus sportlich-gestreckt. Trotz dieser Sitzposition geht es aber immer noch entspannt bergauf, das Sitzrohr ist für die meisten Tester weit genug nach vorne versetzt, um nicht zu sehr von hinten treten zu müssen. Wird es steil, rutscht man gerne ein paar Zentimeter auf der Sattelnase nach vorne, um die Sitzposition zu verbessern und das Vorderrad etwas stärker belasten zu können.

Gemessen an der kurzen Kettenstrebe steigt das Vorderrad nicht zu früh, auf steilen Singletrail-Uphills sollte man sich dem kurzen Heck aber bewusst sein. Unter Kettenzug ist der Eingelenk-Hinterbau nicht komplett ruhig, das leichte Wippen lässt sich allerdings durch die Plattform am Dämpfer leicht unterbinden.

Geht es bergauf, macht das Kona willig, aber gemütlich mit
# Geht es bergauf, macht das Kona willig, aber gemütlich mit - In steilen Rampen muss man sich etwas an die Positionierung gewöhnen: Sitzt man zu weit hinten beginnt die Front zu steigen, der Druck am Hinterrad bleibt aber groß genug, wenn man etwas nach vorne rutscht.

Glücksgefühle und Erinnerungen an klassische Freeride-Bikes werden geweckt.

Wir starten bergab in moderatem Gelände und auf offenen Trails. Mit dem Process fühlt man sich hier schnell etwas fehl am Platz, es hat Hunger nach mehr und möchte entsprechend gefüttert werden: Größere Sprünge, höhere Geschwindigkeiten und garstige Strecken sind eher nach seinem Geschmack als entspanntes Herumrollern auf flowigen Wegen. Bereits nach kurzer Eingewöhnungszeit konfrontieren wir das Rad mit schnelleren Trails und steilen Abschussrampen. Sofort fühlt sich das Kona pudelwohl. Trotz langem Reach und Radstand geht es gut und mit ordentlich Pop in die Höhe. Dabei bietet es ausreichend Reserven und bietet noch ausreichend Sicherheit – selbst wenn die Landung unter einem durchhuscht, während man noch einen guten Meter in der Luft hängt. Glücksgefühle und Erinnerungen an klassische Freeride-Bikes werden geweckt.

Obwohl das Kona Process 153 auf dem Trail eher wie ein fehlerverzeihender Freerider unterwegs ist, ist der Rahmen sehr steif. Diese Eigenschaft nimmt dem kanadischen 29er auf natürlichem Untergrund und in offenen Kurven etwas die vorab erfahrene Gutmütigkeit. Wenig Flex im Hinterbau kann bei seitlichen Schlägen zu Grip-Verlust führen und erfordert deshalb auf Schrägfahrten entsprechende Achtsamkeit. In Kurven belohnt das Process vor allem entschlossene Fahrer. Wirft man sich mit allem, was man zu bieten hat, in einen Anlieger hinein, springt das Rad schon fast wieder aus der Kurve heraus und will direkt mehr. Geht man es etwas verhaltener an, muss man mit viel Fahrrad umgehen: Das Kona Process 153 kann sich dann etwas träge anfühlen.

Pop ist ausreichend vorhanden, um das Rad in die Luft zu schicken
# Pop ist ausreichend vorhanden, um das Rad in die Luft zu schicken - Auch die Reserven fallen ausreichend aus, um auch mal eine verpatzte Landung auszugleichen.

Mit Druck in die Kurve – Einsatz vom Fahrer wird belohnt
# Mit Druck in die Kurve – Einsatz vom Fahrer wird belohnt - Vor allem die leichten Testfahrer hatten es mit dem steifen Rad nicht leicht. Geht man nicht aktiv auf die Kante, fühlt sich das Process 153 etwas stelzig an.
Wirft man sich in die Kurven, sollte der Luftdruck passen
# Wirft man sich in die Kurven, sollte der Luftdruck passen - Lieber etwas mehr Karkasse und ein bisschen mehr Druck, damit der Reifen da bleibt, wo er hingehört

Dieses Bild bestätigt sich auch im weiteren Einsatz mit dem Rad: Entschlossenheit und Selbstbewusstsein sind zwar nicht durchgängig notwendig, aber nur so wird man auch noch das letzte bisschen Spaß aus dem Carbon-Bike kitzeln. Wählt man die direkte Linie, arbeitet der Hinterbau effizient weg, was ihm in den Weg gesetzt wird. Trotz tiefem Drehpunkt am Eingelenker fühlt sich das Rad nicht an, als würde es durch Schläge verlangsamt werden. Das Gegenteil ist der Fall, das Kona hält die Geschwindigkeit gut. Ausreichend Gegenhalt im Heck hilft zu pushen und den Speed weiter auszubauen. Mit dem effizienten Hinterbau kommt die RockShox Lyrik RC ab Werk nicht mit und brauchte mehr Abstimmungsarbeit, um mit dem Heck zu harmonieren.

Nachdem Front und Heck in Balance gebracht sind, heißt es aber: Bremsen auf und laufen lassen! Dank hoher Präzision kann man am Kona Process 153 ordentlich am Gashahn drehen und ausprobieren, wo die persönlichen Limits zu finden sind. Die optische Verwandtschaft zum Operator hat sich offensichtlich auch im Fahrverhalten niedergeschlagen, denn wenn das Rad auf Tempo ist, planiert es sich den Trail einfach selbst.

In Summe eignet sich das Kona damit hervorragend als Allrounder mit klarem Fokus auf die Abfahrt. Bikepark, Shuttle-Runs oder ein Roadtrip mit nur einem Rad nach Finale Ligure und San Remo? Genau richtig, besonders wenn man die Strecken öfters fährt und das Gas richtig stehen lassen möchte. Moderates Geläuf und hoher Uphill-Anteil, Entdeckungstouren – machbar, aber nicht die Paradedisziplin des Kona Process 153.

Stimmt das Setup, heisst es: Zielen und gut festhalten
# Stimmt das Setup, heisst es: Zielen und gut festhalten - Bei Highspeed gibt das Kona Process 153 viel Sicherheit. Hat man sich auf das Rad eingeschossen, kann man es auch in Kurven gut knallen lassen.
Das Process wirbelt gern Staub auf
# Das Process wirbelt gern Staub auf - Bedingt durch den steifen Hinterbau reißt der Grip etwas früher ab als bei anderen Rädern.

„Je mehr grobes Geläuf sich vor dem Vorderrad auftürmt, desto besser.“ – Chris Spath
# „Je mehr grobes Geläuf sich vor dem Vorderrad auftürmt, desto besser.“ – Chris Spath - Am liebsten gespickt mit großen Sprüngen

Das ist uns aufgefallen

  • Steifigkeit Den leichten Testfahrern war das Process zu steif. Vor allem in Kurven benötigte es extrem viel Nachdruck, damit es nicht stelzig wirkte.
  • Freudige Überraschung Das Schaltauge an Bord. Praktisch, aber gut versteckt.
  • Kosten-Nutzen-Rechnung Das Kona Process 153 bietet einen Carbon-Rahmen, spart dafür aber deutlich an der Ausstattung. Für den Preis von 4.999 € fänden wir einen Aluminium-Rahmen mit eher in Richtung Freeride orientierten Komponenten passender. Vor allem stärkere Bremsen und das Topmodell aus der Lyrik-Baureihe stünden dem Kona besser zu Gesicht.
  • Fahrwerksabstimmung Das Kona begünstigt eine sehr flotte und rabiate Fahrweise. Die verbaute Lyrik RC war hier im Vergleich zum Super Deluxe RCT am Heck zunächst überfordert. Mehr Volumenspacer und ein Luftdruck von zirka 20 psi über der Herstellerempfehlung schafften Abhilfe. Wer die Fahrperformance am Process steigern möchte, sollte hier über ein Upgrade der Dämpfungskartusche nachdenken.
  • Negative Beschleunigung Guide R Bremsen mit 200 mm Scheibe an der Front und 180 mm am Heck genügen für kürzere Mittelgebirgstrails. Wer schwer ist und gerne längere Abfahrten am Stück hinter sich bringt, sollte eine stärkere Bremsanlage montieren.
Am Unterrohr löste sich der Gummi
# Am Unterrohr löste sich der Gummi
Auf der Kettenstrebe wäre mehr Gummi super
# Auf der Kettenstrebe wäre mehr Gummi super
So sollte die Lackqualität aussehen
# So sollte die Lackqualität aussehen - Abgesehen von der Kettenstrebe konnten wir nur diesen einzigen, kleinen Kratzer am Ende des Testzeitraums finden – so soll das sein!
Versteckt, aber superpraktisch
# Versteckt, aber superpraktisch - Die kanadische SWAT-Interpretation bedarf aber eines 2 mm Innensechskants am Multitool.

Im Vergleich

Kona Process 153 vs. Evil Wreckoning
Sowohl Kona als auch Evil bauen eine Brücke zwischen Enduro- und Downhill-Einsatz. Mit klarem Fokus auf Abfahrt und Fahrspaß gibt es hier Übereinstimmungen, aber auch deutliche Unterschiede zwischen den beiden Bikes. Beide Hersteller setzen auf einen abgestützten Eingelenk-Hinterbau, der Drehpunkt des Evil liegt aber eine Spur höher und der Hinterbau holt mehr aus dem Dämpfer heraus als beim Kona. Sowohl Wreckoning als auch Process zeigen sich von ihrer besten Seite, wenn man die Räder aktiv fährt. Bei weniger aktivem Fahrstil verzeiht das Evil auf Schrägfahrten und in Kurven mehr. Durch seine Länge hat das Process im primären Geradeauslauf etwas mehr Laufruhe.

Kona Process 153 vs. RAAW Madonna
Rein von der Gesamtlänge liegen Madonna und Process 153 sehr nah beeinander. Bei der letzten Laufruhe hilft dem Madonna aber die längere Kettenstrebe und das tiefere Tretlager, um die Nase vorn zu haben. Dies geht dabei aber zu Lasten der Agilität. Hier kann das Kona überzeugen und gibt vor allem verspielten Fahrern mehr Potential, trotz seiner Vorliebe für grobes Geläuf, mit dem Gelände kreativ umzugehen. Wie auch beim Madonna fänden wir den kürzeren Gabeloffset passender.

Ja, es stimmt: Das Evil The Wreckoning ist verdammt böse
# Ja, es stimmt: Das Evil The Wreckoning ist verdammt böse - eine sagenhafte Downhill-Performance macht es zu dem Bike, vor dem euch eure Mütter immer gewarnt haben. Die Uphill-Fähigkeiten sind hingegen eher passabel.
Geschwindigkeit ist gleichzusetzen mit Dynamik
# Geschwindigkeit ist gleichzusetzen mit Dynamik - Je schneller man fährt, desto mehr erwacht das Madonna zum Leben.

Fazit – Kona Process 153 CR 29

Mit dem Kona Process 153 CR 29 haben die Kanadier ein Bike im Programm, auf dem Enduro draufsteht und Freeride drinsteckt. Es ist eine sprichwörtlich solide Basis für Fahrer, die es gerne auf dem Trail oder im Bikepark ordentlich laufen lassen. Das direkte Handling eines sehr steifen Rahmens mit dem kurzen Heck machen es trotz der 29"-Laufrädern agil genug für schnelle Richtungswechsel und Spielereien.

Pro
  • Selbst bei den härtesten Landungen hat man nie das Gefühl, dem Rahmen zu schaden
  • Sehr direktes Fahrgefühl
  • Verspielter Monstertruck
Contra
  • Gabel im Vergleich zum Hinterbau etwas überfordert
  • Ausstattung unter Preisniveau

The 90's called and wanted their tricks back
# The 90's called and wanted their tricks back - Ist Freeride ist alt geworden? Wir fühlten uns auf dem Process 153 an jüngere Mountainbike-Zeiten erinnert. Dennoch wurde das Fahrgefühl an neue Maßstäbe angepasst.

Wie gefällt euch das aktuelle Process im Vergleich zum Vorgänger?


Testablauf

Mit dem Kona Process 153 CR 29 waren wir ein paar Monate mit unterschiedlichen Testern unterwegs. Nahezu alle Abfahrten wurden aus eigener Muskelkraft erarbeitet. Neben individuellen Anpassungen wie Griffen, Lenker und Pedalen wurden auch Laufräder und Reifen getauscht. Im Fahrwerk legten wir besonderen Wert auf Abstimmung, die der Vorliebe des jeweiligen Testers entspricht. Folglich wurden neben dem Standard-Prozedere der Sag-Anpassung auch Anpassungen an Dämpfung und Luftkammervolumen durchgeführt. Das Kona Process 153 wurde uns für den Testzeitraum kostenlos zur Verfügung gestellt. Es dient außerdem als Teileträger für weitere Tests.

Hier haben wir das Kona Process 153 CR 29 getestet

  • Singletrails: Naturtrails bis gebaute Strecke, schnell bis verwinkelt, sandig bis lehmiger Boden
  • Vereinsstrecke HD Freeride e.V.: Ruppig-steinige Strecke mit breiter Linienauswahl. Tageskarte notwendig: Details hier
Testerprofil Jens Staudt – bitte ausklappen

Tester-Profil: Jens Staudt
56 cm95 kg91 cm61 cm190 cm
Jens fährt von Bahnrad bis Downhill alles, was zwei Räder und eine Kette hat. Bikes fürs Gelände am liebsten in herausforderndem, technischen und steilem Gelände, egal mit welchem Federweg.
Fahrstil
Schnellste Linie, auch wenn es mal ruppig ist
Ich fahre hauptsächlich
Singletrails, sprunglastiger Local Spot, Freeride, DH
Vorlieben beim Fahrwerk
Straff, gutes Feedback vom Untergrund, viel Druckstufe, moderat progressive Kennlinie
Vorlieben bei der Geometrie
Kettenstreben nicht zu kurz (ca. 430 mm oder gerne länger), Lenkwinkel tendenziell eher flacher

Testerprofil Christoph Spath – bitte ausklappen

Tester-Profil: Christoph Spath
49 cm70 kg94 cm60 cm190 cm
Chris fährt gerne alles, von Dirt Jump über Trail und Enduro bis Downhill, gerne schnell, in grobem Gelände und mit viel Luftstand
Fahrstil
flüssig
Ich fahre hauptsächlich
Downhill, Enduro
Vorlieben beim Fahrwerk
auf der straffen Seite, viel Druckstufe, Balance zwischen Front und Heck
Vorlieben bei der Geometrie
vorne lang, hinten mittellang, flacher Lenkwinkel

 

  1. benutzerbild

    DerandereJan

    dabei seit 08/2008

    525Rainer schrieb:
    es bringt nix sich dort was anzuschauen wenn man selber ein Lauch ist.




    schön gesagt!
    Das mit den angesägten Rahmen ist aber ein Witz oder?
  2. benutzerbild

    525Rainer

    dabei seit 09/2004

    DerandereJan schrieb:


    schön gesagt!
    Das mit den angesägten Rahmen ist aber ein Witz oder?


    Letztes Jahr im dh WC. Ich glaub ein Scott? Querstrebe der Sitzstreben durchgesägt wenn ich mich Ned täusche.
  3. Anzeige

  4. benutzerbild

    LB Jörg

    dabei seit 12/2002

    525Rainer schrieb:
    Letztes Jahr im dh WC. Ich glaub ein Scott? Querstrebe der Sitzstreben durchgesägt wenn ich mich Ned täusche.


    Glaub das war Kona, kann mich aber auch täuschen :ka:

    G.
  5. benutzerbild

    525Rainer

    dabei seit 09/2004

    [URL]https://www.mtb-news.de/forum/posts/15375941/[/URL]
  6. benutzerbild

    LB Jörg

    dabei seit 12/2002

    Gut, dann behaupte ich auch es war Scott

    G.

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