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Manitou Mezzer Pro
Manitou Mezzer Pro - gerüstet für abfahrtsorientierte Bikes dank bis zu 180 mm Federweg, fetten Standrohren und verfügbar für 29″- und 27,5″-Räder.
Reverse Arch Design
Reverse Arch Design - im Vergleich zur vorne liegenden Brücke soll der Reverse Arch gleiche Steifigkeitswerte bei geringerem Gewicht erzielen.
Verstecktes Osterei im Decal
Verstecktes Osterei im Decal - durch die geteilte Darstellung des Z und den Austausch von E und 3, erscheint im Produktnamen der Standrohrdurchmesser: 3Z = 37 mm.
Mit 2.080 g liegt die Manitou Mezzer Pro etwas oberhalb der aktuellen Lyrik Ultimate und der Fox 36.
Mit 2.080 g liegt die Manitou Mezzer Pro etwas oberhalb der aktuellen Lyrik Ultimate und der Fox 36. - Gemessen am Federweg und dem Standrohrdurchmesser, sowie der IRT-Feder anstelle eines einfachen Volumenspacer-Systems, ist das aber durchaus ein gutes Gewicht.
HexLoc-Achse und PM7"-Bremsaufnahme
HexLoc-Achse und PM7"-Bremsaufnahme - Die Mezzer Pro ist für 15 x 110 mm Boost-Laufräder ausgerüstet. Bei diesen Eckdaten hätte man durchaus schon mit einer 20 mm-Steckachse rechnen können.
Elegante Leitungsführung
Elegante Leitungsführung - an der Mattoc Pro hat uns die Leitungsführung nicht besonders gut gefallen. Hier wurde das besser ins Gesamtbild integriert und anständig gelöst.
Hier versteckt sich die dritte Luftkammer
Hier versteckt sich die dritte Luftkammer - ähnliche Systeme kennen wir von Formula oder auch von Öhlins.
Ohne HBO-Einsteller wirkt die Dämpfung einfacher
Ohne HBO-Einsteller wirkt die Dämpfung einfacher - der hydraulische Durchschlagschutz bleibt der Mezzer Pro aber erhalten.
Manitous Basis-Setup-Empfehlungen finden wir größtenteils gelungen
Manitous Basis-Setup-Empfehlungen finden wir größtenteils gelungen - die Gabel arbeitet damit bereits recht feinfühlig und bietet eine sanft einsetzende Endprogression.
Feuchten Kalkstein haben wir zum Fressen gern
Feuchten Kalkstein haben wir zum Fressen gern - wo Grip Mangelware ist, möchte man sich möglichst wenige Gedanken über die Federung machen. Die Mezzer verrichtet unaufgeregt ihren Dienst und hilft einem auch, sich beim ungewollten Verrutschen nicht einzukratern.
Augen auf und durch dank Präzision und Gegenhalt
Augen auf und durch dank Präzision und Gegenhalt - dämpfungsseitig gefällt uns vor allem die Zugstufe, die für geschmeidige und schnelle Federwegs-Rückgewinnung sorgt.
Downhill-, Enduro- oder Trail-Dämpfung?
Downhill-, Enduro- oder Trail-Dämpfung? - Letztere konnte uns wegen der etwas harschen Highspeed-Zugstufe nicht glücklich machen.
Einfach anders
Einfach anders - seit Jahren hält Manitou an der Farbe Blau für die Zug- und Rot für die Druckstufe fest.
Flexibles Schutzblech
Flexibles Schutzblech - mit dem mitgelieferten Schutzblech spart man sich unschöne Kabelbinder-Lösungen.
Vorne herum
Vorne herum - die Leitung kann optional vorne oder hinten verlegt werden. Mit der breiten, geschraubten Klemme wird die Leitung sicher geführt.
Setup-Hilfe zum Mitnehmen
Setup-Hilfe zum Mitnehmen - für die beiden Luftkammern gibt es einen Startwert. Zwecks Druck- und Zugstufe sollte man einen Blick auf den Setup-Guide werfen.
Wie mit einer frisch geschliffenen Klinge schneidet sich die Mezzer ihren Weg.
Wie mit einer frisch geschliffenen Klinge schneidet sich die Mezzer ihren Weg.

Manitou Mezzer Pro im Test: Ob wir jetzt mit unpassenden Wortwitzen zum eigenständigen Namen oder mit den harten Fakten einleiten? Wir sind zwiegespalten. 160 bis 180 mm Federweg, 27,5″ oder 29″-Räder, fette 37-mm-Standrohre – die Mezzer ist kein Werkzeug, um Leberwurst aufs Brot zu schmieren, sondern vielmehr zum Hacken der gröbsten Zutaten. Ob die frische Klinge von Manitou über Trails gleitet wie ein heißes Messer durch Butter oder ob man damit erstmal auf den Schleifstein muss? Wir haben es herausgefunden.

Manitou Mezzer Pro – Infos und Preise

Fette 37 mm-Standrohre, 160 bis 180 mm Federweg und umfassende Einstellmöglichkeiten. Schon die Eckdaten der neuen Manitou Mezzer Pro sprechen eine klare Sprache. Diese Federgabel will gefordert werden! Im Enduro- und im All-Mountain-Einsatz soll die Mezzer laut Hersteller im Vergleich zur direkten Konkurrenz aber nicht nur die leichteste Gabel sein, sondern auch die steifste. Dank der vielfältig einstellbaren Luftfeder und externer Verstellmöglichkeit der Low- und Highspeed-Druckstufe könnte man sie rein von den technischen Möglichkeiten auch zu den komplexesten zählen.

Verfügbar ist die Gabel als 27,5″- und 29″-Variante, die sich intern bis auf 140 mm traveln lässt. Zwei Offset-Optionen werden angeboten, ein Schutzblech ist im Lieferumfang enthalten. Reicht diese Vielfalt, um den Platzhirschen im Enduro-Segment den Rang abzulaufen? Wir haben die Mezzer in 29″-170-mm-Option mit 44 mm Offset getestet.

  • Einsatzbereich Enduro/All Mountain
  • Laufradgrößen 27,5″, 29″
  • Federweg 160, 170 oder 180 mm
  • Einstellmöglichkeiten Luftdruck, IRT, Zugstufe, Low- und Highspeed-Druckstufe
  • Farben schwarz
  • Gewicht 2.032 g (29″, Herstellerangabe) 2.080 g (29″, 170 mm, eigene Messung)
  • www.manitoumtb.com

Preis 1.099 € (UVP) | Bikemarkt: Manitou Mezzer Pro kaufen

Manitou Mezzer Pro
# Manitou Mezzer Pro - gerüstet für abfahrtsorientierte Bikes dank bis zu 180 mm Federweg, fetten Standrohren und verfügbar für 29″- und 27,5″-Räder.
Diashow: Manitou Mezzer Pro im Test: Amerikanisches Taschenmesser
Mit 2.080 g liegt die Manitou Mezzer Pro etwas oberhalb der aktuellen Lyrik Ultimate und der Fox 36.
HexLoc-Achse und PM7"-Bremsaufnahme
Flexibles Schutzblech
Feuchten Kalkstein haben wir zum Fressen gern
Wie mit einer frisch geschliffenen Klinge schneidet sich die Mezzer ihren Weg.
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Im Detail

Im Vergleich zu den meisten in Serie gefertigten Gabeln sticht Manitou auch mit der Mezzer wieder durch ein entscheidendes Merkmal heraus: Auch der neueste Wurf des amerikanischen Herstellers setzt auf die Right-Side-Up-Bauweise – allerdings mit hinter den Standrohren angebrachter Gabelbrücke. Das Reverse-Arch-Design soll sich vor allem gewichts- und steifigkeits-technisch positiv auf das Produkt auswirken. Gleiche Steifigkeit bei geringerem Gewicht bietet es, beziehungsweise anders ausgelegt: weniger Nachgiebigkeit bei gleichem Gewicht.

Beim Thema Steifigkeit spielen noch ein paar weitere Faktoren eine Rolle. Zum Beispiel der Standrohrdurchmesser. Dass dieser nicht zu 100 % ausschlaggebend ist, wissen wir von der aktuellen Konkurrenz. Im Vergleich zu 36, Lyrik und Co. baut die Mezzer mit ihren 37-mm-Standrohren aber ein bis zwei Millimeter größer. In Summe ergibt das eine durchaus wuchtige Optik, die durch den konsequenten Einsatz von schwarzen Oberflächen schwer wirkt. Geschmälert wird das wuchtige, schwarze Erscheinungsbild nur durch wenig: Bunte Einsteller und Chrom-Decals setzen kleine Akzente.

Reverse Arch Design
# Reverse Arch Design - im Vergleich zur vorne liegenden Brücke soll der Reverse Arch gleiche Steifigkeitswerte bei geringerem Gewicht erzielen.
Verstecktes Osterei im Decal
# Verstecktes Osterei im Decal - durch die geteilte Darstellung des Z und den Austausch von E und 3, erscheint im Produktnamen der Standrohrdurchmesser: 3Z = 37 mm.
Mit 2.080 g liegt die Manitou Mezzer Pro etwas oberhalb der aktuellen Lyrik Ultimate und der Fox 36.
# Mit 2.080 g liegt die Manitou Mezzer Pro etwas oberhalb der aktuellen Lyrik Ultimate und der Fox 36. - Gemessen am Federweg und dem Standrohrdurchmesser, sowie der IRT-Feder anstelle eines einfachen Volumenspacer-Systems, ist das aber durchaus ein gutes Gewicht.

Erleichternd ist dann der Blick auf die Waage: 2.080 g wiegt die Test-Gabel. Im aktuellen Vergleichsfeld ist das nicht der Spitzenwert, wie von Manitou beworben. 2.039 g wiegt die Lyrik Ultimate, 2.070 g die Fox 36 Grip2 – beide 29″-Gabeln haben wir jedoch mit 160 mm Federweg gewogen. Die Mezzer muss sich aber inzwischen mit der neuen Fox 38 messen – und die wiegt satte 2.356 g, bei nahezu gleichen Eckdaten.

Was gibt es ansonsten noch zu beachten? Der restliche Aufbau ist recht konventionell. Am Casting ist eine Post-Mount 7″-Aufnahme angebracht – passend, denn weniger als 180 mm Bremsscheiben-Durchmesser wird man beim Einsatz einer solchen Gabel nicht fahren wollen. Verwendet wird außerdem das bewährte HexLoc-System. Diese Achse ist im Casting gegen Verdrehen gesichert und wird mithilfe eines 6 mm-Innensechskants von der Bremsseite aus gekontert. Neu ist aber die Achs-Ausführung, denn mit der SL2-Version der Hexloc-Achse, konnte Manitou 26 g gegenüber der alten Achse sparen. Vor den Standrohren ist auf Höhe der Staubabstreifer eine elegant integrierte, geschraubte Leitungshalterung angebracht – die Bremsleitung kann aber auch hintenrum gelegt werden. Rückseitig kann an der Gabelbrücke mit drei Schrauben ein Schutzblech montiert werden. Wenn das Schutzblech mal nicht ausreicht: Manitou verwendet SKF-Staubabstreifer, die zuverlässig den Dreck abhalten, aber auch die Reibung möglichst gering halten sollen.

HexLoc-Achse und PM7"-Bremsaufnahme
# HexLoc-Achse und PM7"-Bremsaufnahme - Die Mezzer Pro ist für 15 x 110 mm Boost-Laufräder ausgerüstet. Bei diesen Eckdaten hätte man durchaus schon mit einer 20 mm-Steckachse rechnen können.
Elegante Leitungsführung
# Elegante Leitungsführung - an der Mattoc Pro hat uns die Leitungsführung nicht besonders gut gefallen. Hier wurde das besser ins Gesamtbild integriert und anständig gelöst.

Federung & Dämpfung

Im Gegensatz zur zuletzt getesteten Mattoc Pro stehen dem Einstell-Muffel bei der Mezzer nicht direkt Schweißperlen auf der Stirn, wenn man die Oberseite der Gabelkrone anschaut. Alles ist etwas aufgeräumter und wirkt simpler. Die Möglichkeiten sind aber dennoch vielfältig. Vor allem die Luftfeder bleibt weiterhin spannend, weil auch an der Mezzer das Dreikammer-Luftfedersystem mit IRT verbaut ist. Konkret bedeutet das: zwei Positiv-Federn in Reihe geschaltet, dazu eine Negativ-Feder. Haupt- und Negativ-Feder werden gleichzeitig über ein Ventil an der Unterseite des Castings befüllt. Unter der Abdeckkappe an der Gabelkrone versteckt sich dann noch das Luftventil für die zweite Positiv-Feder: IRT – Infinite Rate Tune. Vergleichbare Systeme werden von verschiedensten Herstellern verwendet. Neben Manitou bietet auch Formula eine solche Lösung an, nachrüsten kann man es mit Chickadeehills AWK auch in Fox-, CaneCreek- oder RockShox-Federgabeln. Den Federweg kann man an der Mezzer Pro intern durch Spacer verändern. Angenehm ist dabei, dass Bauteile, wie beispielsweise ein Airshaft, nicht ausgetauscht werden müssen, wodurch bei einem Umbau keine Kosten entstehen.

Manitou IRT erklärt von MSTRCHRSMehr Mountainbike-Videos

Etwas unkonventionell ist auch die MC²-Dämpfungskartusche. Hier wird eine geschwindigkeitsabhängige Dämpfung der Druck- und Zugstufen mit einer positionsabhängigen Endlagendämpfung vereint. MC² ist ein TwinTube-Aufbau, bei dem das Standrohr als äußerer Zylinder fungiert. Um die Volumen-Kompensation im Inneren kümmert sich kein kompressibler Schaumstoff mehr, wie an alten Ausführungen der Kartusche. Inzwischen setzt Manitou auf einen Bladder, wie wir ihn von der Charger-Dämpfung oder den aktuellen Fit4-Dämpfungen kennen.

Hier versteckt sich die dritte Luftkammer
# Hier versteckt sich die dritte Luftkammer - ähnliche Systeme kennen wir von Formula oder auch von Öhlins.
Ohne HBO-Einsteller wirkt die Dämpfung einfacher
# Ohne HBO-Einsteller wirkt die Dämpfung einfacher - der hydraulische Durchschlagschutz bleibt der Mezzer Pro aber erhalten.

Druck- und Zugstufe werden klassisch durch Kombination eines Nadelventils für die Lowspeed-Dämpfung und eines Shimstacks für die Highspeed-Dämpfung gelöst. Bei der Zugstufe lässt sich von außen nur das Nadelventil beeinflussen. Anders sieht es bei der Druckstufe aus: Neben dem Nadelventil kann auch die Vorspannung auf den Shimstack erhöht werden. Hier setzt man auf gängige Lösungen.

So weit zu den geschwindigkeitsabhängigen Ventilen. Mit dem Hydraulic Bottom Out gibt es dann aber noch ein positionsabhängiges Ventil. Dabei handelt es sich um ein stets geöffnetes Durchflussventil. Dieses nimmt aber erst Einfluss auf die Dämpfung, wenn der Schaft weit genug im Federweg steht. Dann greifen die zwei HBO-Bauteile ineinander und bilden eine nahezu geschlossene Kammer. Damit das aber nicht zum abrupten Stopp führt, kann das Öl über Durchlass-Bohrungen hinter die HBO-Kammer fließen. Hier sorgt der maximale Volumenstrom für die Endlagendämpfung. War an alten Kartuschen noch die Größe des letzten Durchlasses verstellbar, hat man bei der Mezzer jetzt auf diese Verstellmöglichkeit verzichtet.

Setup

Hier geht es etwas weniger komplex als an der Mattoc zu. Durch das Wegfallen des HBO-Einstellers bleibt gegenüber einer vergleichbaren RockShox-Gabel nur noch das IRT als zusätzlicher Einstell-Parameter übrig. Weniger Fahrwerks-affine Fahrer profitieren vom unten eingefügten Setup-Guide.

Wer sich danach richtet, ist schon mit einem guten Basis-Setup bedient. Von diesen Luftdrücken ausgehend kann man sich dann in alle Richtungen ausprobieren, um genau das zu finden, was einem am allerbesten passt. Die Feder-Kennlinie lässt sich durch das IRT nach Belieben abstimmen. Sowohl den Federwegs-Anfang als auch das Federwegs-Ende kann man durch geschickt gewählte Druckverhältnisse feintunen. Zusätzlich empfiehlt Manitou je nach Einsatzbereich eine leichte Anpassung des IRT-Drucks. Auf der Seite der Dämpfung gelingt das Setup dann etwas schneller, da die Bandbreite an Klicks bei LSC und HSC recht klein gehalten ist. Auch hier gibt es Empfehlungen für downhill-, enduro- und traillastigen Einsatz.

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Technische Daten

Alle technischen Daten, Details, Standards und Infos zum Service der Manitou Mezzer Pro findet ihr im folgenden Abschnitt zum Ausklappen:

Technische Daten zum Ausklappen

Technische DatenManitou Mezzer Pro
Federweg160 mm, 170 mm, 180 mm (intern weiter reduzierbar)
Laufradgrößen27,5″; 29″
Einbauhöhe574 mm (27,5″, 180 mm),
594 mm (29″, 180 mm)
Schaftdurchmessertapered
Standrohrdurchmesser37 mm
Reifenfreiheit27,5″: 2,6″ mit Schutzblech / 2,8″ ohne Schutzblech
29″: 2,6″ mit Schutzblech / 2,8″ ohne Schutzblech
BremsaufnahmePM 7" (180 mm direct mount)
Einbaumaß Vorderrad15 x 110 mm Boost
Kompatibel zu Torque-Cap-Naben?Nein
Offset27,5″: 37, 44 mm
29″: 44, 51 mm
Lowspeed-DruckstufeExtern, 10 Klicks
Highspeed-DruckstufeExtern, 4 Klicks
Lowspeed-ZugstufeExtern, 10 Klicks
Highspeed-ZugstufeIntern
VolumenveränderungKeine, da IRT (dynamische Endprogressionsanpassung)
Weiteres Tuning
FarbenMattschwarz
Servicevia MERIDA & CENTURION Germany GmbH / Schweiz via Gohl-Tech. Manitou empfiehlt dringend aus Gründen der Sicherheit, dass alle Servicetätigkeiten von einem offiziellen Manitou Service Point durchgeführt werden, sonst entfällt Garantie.
Ersatzteile können über den Fachhändler bestellt werden.
ServicekostenAuf Anfrage – Servicepreise über Fachhändler anfragen
Gewicht2.032 g (29″)
Preis1.099 €

Auf dem Trail

In der Federwegs-Kategorie der Manitou Mezzer Pro findet sich in den seltensten Fällen noch ein Lockout. Sprinten im Stehen kann zwar auf der ein oder anderen Enduro-Stage vorkommen, bergauf wird man aber eher nicht Bestzeiten hinterherjagen. Die Lockout-Option, wie an der Mattoc Pro, vermissten wir zumindest nicht. Wer gerne etwas mehr Lowspeed-Druckstufe nutzt, der wird im Sitzen ohnehin kaum eine Bewegung an der Gabel provozieren können, denn damit bleibt sie vergleichsweise ruhig.

Mit dem Basis-Setup für den Enduro-Einsatz fährt man sprichwörtlich recht gut. Eine druckabhängige Abstimmung der Zugstufe wird nur für ein Fahrergewicht angegeben – wir stimmen also selbst nach unseren Vorlieben ab. Bei der Druckstufe beginnen wir mit der Downhill-Abstimmung. Feinfühlig, guter Support, sanfte Endprogression. Für den Start passt das empfohlene Druckverhältnis zwischen Positiv-Feder und IRT sehr angenehm. Manitous Empfehlung zu mehr IRT-Druck bei härteren Anwendungen macht sich bezahlt, wenn es ordentlich knallt. Weniger Endprogression in der Trail-Abstimmung empfanden wir nicht als notwendig.

Manitous Basis-Setup-Empfehlungen finden wir größtenteils gelungen
# Manitous Basis-Setup-Empfehlungen finden wir größtenteils gelungen - die Gabel arbeitet damit bereits recht feinfühlig und bietet eine sanft einsetzende Endprogression.

Ihre größte Stärke spielt die Manitou Mezzer natürlich bei Federungs-affinen Anwendern aus, die genau wissen, was sie wollen und an welchen Reglern sie dafür drehen müssen. Allein die Feder-Abstimmung ermöglicht eine Vielzahl verschiedener Charaktere, vereint in einer Gabel. Viel fluffige Federwegs-Freigabe und trotzdem noch ein passender Durchschlagschutz? Strammes Fahrverhalten mit wenig Geometrie-Veränderung bei Schlägen? Wer morgens auf groben Enduro-Trails unterwegs ist und nachmittags von Drops fliegt und über Sprünge segelt, kann sich mit der Dämpferpumpe nahezu unbegrenzt behelfen. Zumindest, wenn er die verschiedenen, individuell erarbeiteten Druckverhältnisse nicht vergisst.

Eine weitere herausragende Eigenschaft der Manitou Mezzer Pro ist ihre Unauffälligkeit – zumindest zu Beginn des Tests. Pflügt man durch Steine und über Wurzeln, so kann man sich voll und ganz auf die Linienwahl konzentrieren. Die Gabel arbeitet vorhersehbar, bietet gute Präzision und als Fahrer muss man sich nicht mit seltsamen Phänomenen herumschlagen. Souverän arbeitet die Mezzer Pro Schläge weg und schenkt dem Piloten dabei viel Vertrauen. Steifigkeits-Versprechen seitens Manitou löst sie ebenfalls ein. Richtungswechsel werden prompt umgesetzt und Wechsel zwischen Anliegern fallen sehr leicht. Rein funktionell ist die Mezzer unauffällig geblieben – leider entwickelte sich an unserer Testgabel aber recht schnell ein nicht nur im Stand stark spürbares Buchsenspiel.

Feuchten Kalkstein haben wir zum Fressen gern
# Feuchten Kalkstein haben wir zum Fressen gern - wo Grip Mangelware ist, möchte man sich möglichst wenige Gedanken über die Federung machen. Die Mezzer verrichtet unaufgeregt ihren Dienst und hilft einem auch, sich beim ungewollten Verrutschen nicht einzukratern.

Dann wäre da noch die Dämpfungs-Seite zu betrachten. Bei der Zugstufe gibt sich ein sehr gut nutzbares Spektrum der externen Einstellungen und Klicks, die sich spürbar voneinander unterscheiden. Gleich gerastert, aber etwas weniger breit nutzbar ist die Lowspeed-Zugstufe. Sie macht erst bei vielen Umdrehungen wirklich zu, benötigt, beziehungsweise ermöglicht, dafür aber echtes Feintuning. Insgesamt wirkt sich die Druckstufe harmonisch auf das Federverhalten aus – im Gegensatz zur Highspeed-Druckstufe. Hier gibt es nur einen sehr kleinen Einstellbereich, den wir auch kaum nutzten. Man schießt damit sehr schnell über das Ziel hinaus und die Gabel wird deutlich anstrengender zu fahren, der Komfort geht verloren. Da die Grunddämpfung auf einem vernünftigen Niveau ist und die Dämpfungs-Empfehlung für den Trail-Einsatz mit viel Highspeed-Druckstufe arbeitet, empfanden wir diesen Modus für uns nicht besonders sinnvoll. Wir bewegten uns lieber in einem Mix zwischen den beiden anderen Dämpfungs-Einstellungen und nutzten diese als Startpunkt, um die Mezzer jeweils in eine perfekte Balance zu jedem der Testräder zu bekommen.

Augen auf und durch dank Präzision und Gegenhalt
# Augen auf und durch dank Präzision und Gegenhalt - dämpfungsseitig gefällt uns vor allem die Zugstufe, die für geschmeidige und schnelle Federwegs-Rückgewinnung sorgt.
Downhill-, Enduro- oder Trail-Dämpfung?
# Downhill-, Enduro- oder Trail-Dämpfung? - Letztere konnte uns wegen der etwas harschen Highspeed-Zugstufe nicht glücklich machen.

Das ist uns aufgefallen

  • Buchsenspiel Leider entwickelte sich auch an unserem Mezzer-Testmuster während des Testzeitraums Buchsenspiel. Gleiches ist an der Mattoc Pro passiert. Das ist unter Manitous Garantie abgedeckt und wird ausgebessert – dafür muss man das Produkt aber einschicken.
  • Steifigkeit Lateral bietet die Mezzer Pro gute Steifigkeitswerte, war aber auch für leichtere Fahrer nicht zu anstrengend zu fahren. Wer gerne mit Nachdruck etwas aktiver fährt, wird die Präzision schätzen.

Zum Thema Buchsenspiel hat Manitou uns noch ein Statement geschickt:

Bei einem geringen Teil der ersten Manitou Mezzer-Produktion wurden obere Gleitbuchsen verbaut, die nach einer gewissen Fahrdauer Abweichungen unserer vorgegebenen Messtoleranzen zeigen, was zu einem leichten Buchsenspiel der Gabel führen kann. Wir überwachen unsere Qualität ständig und haben 2019 einen neuen Fertigungsprozess implementiert, der dieses leichte Buchsenspiel, welches einen kleinen Teil der ersten Mezzer Gabeln betrifft, behebt. Wenn Du eine Mezzer hast, die nach der Einfahrzeit Buchsenspiel entwickelt, setze dich bitte mit Deinem Fachhändler in Verbindung und wir kümmern uns darum.

Manitou

Einfach anders
# Einfach anders - seit Jahren hält Manitou an der Farbe Blau für die Zug- und Rot für die Druckstufe fest.
Flexibles Schutzblech
# Flexibles Schutzblech - mit dem mitgelieferten Schutzblech spart man sich unschöne Kabelbinder-Lösungen.
Vorne herum
# Vorne herum - die Leitung kann optional vorne oder hinten verlegt werden. Mit der breiten, geschraubten Klemme wird die Leitung sicher geführt.
Setup-Hilfe zum Mitnehmen
# Setup-Hilfe zum Mitnehmen - für die beiden Luftkammern gibt es einen Startwert. Zwecks Druck- und Zugstufe sollte man einen Blick auf den Setup-Guide werfen.

Fazit – Manitou Mezzer Pro

Mit der Manitou Mezzer Pro hat der amerikanische Federungs-Hersteller ein weiteres, äußerst vielseitiges Produkt in seinem Portfolio. Die Mezzer bietet eine solide Steifigkeit und Präzision, bleibt dabei aber angenehm zu fahren. Vor allem die Luftfeder mit IRT-Doppelkammer macht die schwarze Gabel zum Multifunktionswerkzeug, das sich für nahezu jeden Einsatzbereich abstimmen lässt. In Kombination mit der funktionellen Zugstufe und der fein justierbaren Lowspeed-Druckstufe kann der Suspension-Nerd sich mit der Manitou-Gabel auf Wolke Sieben befördern. Nachholbedarf gibt es dafür leider einmal mehr beim Thema Buchsenspiel.

Pro
  • Vielseitigkeit
  • Abstimmbarkeit Luftfeder
  • Funktion Zugstufe
Contra
  • Buchsenspiel
  • Highspeed-Druckstufe etwas harsch

Konntet ihr schon erste Erfahrungen auf der neuen Mezzer Pro sammeln?

Wie mit einer frisch geschliffenen Klinge schneidet sich die Mezzer ihren Weg.
# Wie mit einer frisch geschliffenen Klinge schneidet sich die Mezzer ihren Weg.

Testablauf

Manitous Mezzer Pro wurde in den vergangenen Monaten von verschiedenen Testfahrern in verschiedenen Bikes gefahren. Die Haupttester verwendeten dazu über den gesamten Test-Zeitraum das gleiche, gut bekannte Rad. Zusätzlich wurden direkte Vergleichsfahrten mit uns sehr gut bekannten Gabeln gemacht. Mit jeder Gabel wurde ein Grund-Setup erarbeitet, von dem aus weiter auf die verschiedenen Teststrecken optimiert wurde. Alle Höhenmeter wurden selbst erarbeitet.

Hier haben wir Manitou Mezzer Pro getestet

  • Bikepark Beerfelden: Kurze Abfahrten, die viele Vergleichsfahrten mit unterschiedlichen Einstellungen ermöglichen. Böden: von hart über lose bis sandig und ruppig, mit Sprüngen und hohen Geschwindigkeiten.
  • Singletrails: Wechselhaftes Terrain mit technischen Uphill- und Downhill-Passagen. Steile und technische Abfahrten, aber auch flowiges Terrain. Verschiedenste Bedingungen.
Testerprofil Jens Staudt – bitte ausklappen
Tester-Profil: Jens Staudt
56 cm95 kg91 cm61 cm190 cm
Jens fährt von Bahnrad bis Downhill alles, was zwei Räder und eine Kette hat. Bikes fürs Gelände am liebsten in herausforderndem, technischem und steilem Gelände, egal mit welchem Federweg.
Fahrstil
Schnellste Linie, auch wenn es mal ruppig ist
Ich fahre hauptsächlich
Singletrails, sprunglastiger Local Spot, Freeride, DH
Vorlieben beim Fahrwerk
Straff, gutes Feedback vom Untergrund, viel Druckstufe, moderat progressive Kennlinie
Vorlieben bei der Geometrie
Kettenstreben nicht zu kurz (ca. 430 mm oder gerne länger), Lenkwinkel tendenziell eher flacher

Testerprofil Christoph Spath – bitte ausklappen
Tester-Profil: Christoph Spath
49 cm70 kg94 cm60 cm190 cm
Chris fährt gerne alles, von Dirt Jump über Trail und Enduro bis Downhill, gerne schnell, in grobem Gelände und mit viel Luftstand
Fahrstil
flüssig
Ich fahre hauptsächlich
Downhill, Enduro
Vorlieben beim Fahrwerk
auf der straffen Seite, viel Druckstufe, Balance zwischen Front und Heck
Vorlieben bei der Geometrie
vorne lang, hinten mittellang, flacher Lenkwinkel

Preisvergleich

  1. benutzerbild

    Sloop

    dabei seit 03/2015

    paulderpete schrieb:

    Mimimi.
    Das sachliche Kritik äußern scheint dann halt nicht deine Stärke zu sein, wenn das so exklusiv herüberkommt, als wenn wir hier das einzige Problem hätten

    Wollen wir über Float X2 Handgranaten reden?

    Sachliche diskusion? "Die anderen Hersteller sind nicht Perfekt und deswegen dar Manitou auch scheiße bauen und jeder der das kritisiert ist blöd" ist bei dir sachlich?
  2. benutzerbild

    Bubba-Gump

    dabei seit 04/2020

    Hab immer mal wieder was von einer günstigeren Mezzer Comp/Expert gelesen...

    Weiß da jemand was?
    Sind das verworfene Pläne oder nur Gerüchte?
  3. benutzerbild

    Bingo1979

    dabei seit 07/2009

    Bubba-Gump schrieb:

    Hab immer mal wieder was von einer günstigeren Mezzer Comp/Expert gelesen...

    Weiß da jemand was?
    Sind das verworfene Pläne oder nur Gerüchte?

    Hallo,

    ist jemanden bekannt ob noch eine Mezzer Comp kommt?

    Der Link zu nachstehenden Servicekit nennt sich Manitou Mezzer Pro/Comp.

    Gruß
    Ingo

    https://www.bike-discount.de/en/buy/manitou-mezzer-pro-comp-servicekit-932088
  4. benutzerbild

    felixh.

    dabei seit 07/2004

    So bald wohl eher nicht - gab noch nix neues. Dazu dürfte das Casting usw einfach auch recht teuer sein in der Herstellung da deutlich aufwändiger. Also selbst wenn eine Pro oder Comp kommt, dann wohl trotzdem nicht so günstig wie bisher.

    Das untere Casting der Mezzer ist 50g leichter als das der Mattoc obwohl größer/steifer. Dazu denke ich mal wird Manitou noch abwarten ob die Mezzer nach den Buchsenrevisionen usw jetzt wirklich problemfrei was Garantie/Retouren ist - bevor sie eine Comp/Pro rausbringen. Es scheint ja dass es jetzt ziemlich robust ist - bis auf das Buchsenproblem hört man noch nix von strukturellen Problemen oder so Sachen wie "Doradoeffekt". Ich denke wenn sie da wissen es passt - dann kommt auch noch ein günstigeres Innenleben (wenn es denn wirklich so viel günstiger in der Herstellung ist).
  5. benutzerbild

    evil_rider

    dabei seit 01/2002

    paulderpete schrieb:

    Schicke ich Samstag zu hayes raus, hab sie spätestens freitag zurück. Ging bisher flott.
    Bei neuen Gabeln werden die entsprechenden Updates ja. Nun kommen.


    Aber lustig. Die anderen Hersteller haben keine typischen Mucken? Wusste ich noch gar nicht


    knarzende standrohre und schäfte in den kronen bei RS, fox und DT, buchsenspiel bei MZ, fox und BOS(vornehmlich dizzy, aber durch dickeres schmieröl zu beseitigen, trotzdem unschön das sowas bei nem premiumprodukt nicht von werk aus drinnen ist um das zu verhindern), zuwenig schmiermittel bei RS und fox, relativ oft defekte kartuschen bei RS so dass das öl ins casting läuft und nen hydrolock entsteht = gabel kann nicht mehr (ganz) einfedern...

    wie man sieht, kochen alle nur mit wasser und haben ihre wehwehchen... und ein wenig buchsenspiel ist sicherlich noch das am wenigsten schlimme, ausfallende dämpfungen / hydrolock oder die ganze zeit knarzende gabeln, sind da sicherlich mühsamer

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