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Gleicher Preis, gleiche Struktur, gleiche Dämpfung – die beiden MRP Ribbon haben viel gemeinsam
Gleicher Preis, gleiche Struktur, gleiche Dämpfung – die beiden MRP Ribbon haben viel gemeinsam - im linken Gabelholm liegt der Unterschied: 238 g Mehrgewicht muss man mit der Stahlfedergabel in Kauf nehmen.
Alleinstellungsmerkmal ist auf jeden Fall das Casting der Ribbon
Alleinstellungsmerkmal ist auf jeden Fall das Casting der Ribbon - die nach vorne verlagerten Gewichtsaussparungen sollen die Matsch-Aufnahme minimieren.
Etwas unterhalb der Staubabstreifer sitzt ein Ventil
Etwas unterhalb der Staubabstreifer sitzt ein Ventil - Öffnet man dieses mit einem einfachen Fingerdruck, kann überschüssige Luft aus dem Casting entweichen.
Jetzt wird deutlich, welches Federmedium im 35 mm-Standrohr steckt
Jetzt wird deutlich, welches Federmedium im 35 mm-Standrohr steckt - Unter der per O-Ring gesicherten Abdeckung sitzt eine Schraube zur Verstellung der Federvorspannung.
An der oben sitzenden Ramp Control erkennt man die Ribbon Air
An der oben sitzenden Ramp Control erkennt man die Ribbon Air - Unter der geschraubten, schwarzen Abdeckung sitzt ein Schraderventil zum Befüllen der Positiv-Luftkammer.
Highlight der Ribbon: Die Ramp Control Einheit zur externen Anpassung der Endprogression
Highlight der Ribbon: Die Ramp Control Einheit zur externen Anpassung der Endprogression - es handelt sich hier um ein System, welches anstatt der üblichen statischen Verkleinerung der Luftkammer über den Volumenstrom dynamisch die Endprogression beeinflusst und von der Schaft-Geschwindigkeit abhängig ist.
Im rechten Gabelholm bleibt alles beim Alten
Im rechten Gabelholm bleibt alles beim Alten - Die Lowspeed-Druckstufe lässt sich im Rahmen von 8 Klicks verstellen.
Gleiche Kartusche, gleiche Zugstufendämpfung
Gleiche Kartusche, gleiche Zugstufendämpfung - 16 Klicks sollen hier alles abfangen können.
TwinTube-Dämpfung ist nichts Neues, MRP hat das System aber auf den Kopf gestellt
TwinTube-Dämpfung ist nichts Neues, MRP hat das System aber auf den Kopf gestellt - Üblicherweise sitzt der IFP direkt unter der Topcap.
Schön wäre der Schnellzugriff über die Feder von oben – Kappe abziehen, Topcap lösen, Feder raus
Schön wäre der Schnellzugriff über die Feder von oben – Kappe abziehen, Topcap lösen, Feder raus - Leider muss man für den Federwechsel aber das Casting entfernen. Das Erst-Setup ist also etwas umständlich.
Große Federwegs-Nutzung ohne Ramp Control
Große Federwegs-Nutzung ohne Ramp Control - die Stahlfeder verhält sich natürlich linear, die Federwegs-Nutzung ist im Vergleich zu einer Luftgabel bei gleichem Sag größer, da die Endprogression fehlt.
Mit geschlossenem Ramp Control bleibt die Gabel sensibel
Mit geschlossenem Ramp Control bleibt die Gabel sensibel - Bei großen Schlägen setzt die Progression aber deutlich spürbar ein und im Fahrwerk kann sich eine Asymmetrie einstellen.
Die MRP Ramp Control schafft es, die hohe Sensibilität einer Stahlfeder mit der Endprogression einer Luftfeder zu verbinden
Die MRP Ramp Control schafft es, die hohe Sensibilität einer Stahlfeder mit der Endprogression einer Luftfeder zu verbinden - eine entsprechende Einstellung ist zwar auch an der Air-Ribbon möglich, es bedarf aber einem sehr viel längeren und genaueren Setup.
Welches Federmedium man wählt, muss man bei MRP nicht anhand der Performance der Gabeln entscheiden
Welches Federmedium man wählt, muss man bei MRP nicht anhand der Performance der Gabeln entscheiden - Beide überschneiden sich dank ähnlicher Features sehr stark im Fahrverhalten und lassen ein breites Spektrum an Einstellungen zu.
Für die Coil-Gabel spricht die geringere Komplexität und der Wegfall des Luftkammer-Services
Für die Coil-Gabel spricht die geringere Komplexität und der Wegfall des Luftkammer-Services - Die Luftfeder-Variante ist leichter, leiser und lässt größere Sprünge bei der Federrate einfacher zu.
Passt die Federhärte, gehts schnell
Passt die Federhärte, gehts schnell - für den Vergleich wurden beide Federgabeln natürlich auf den gleichen Federweg gebracht.
Das Grundsetup an der Luftgabel dauert länger
Das Grundsetup an der Luftgabel dauert länger - in digitaler oder analoger Form sollte man auch die Luftdrucktabelle mitführen.
Wir hätten eine geringere Schnittmenge zwischen den Gabeln erwartet und wurden überrascht
Wir hätten eine geringere Schnittmenge zwischen den Gabeln erwartet und wurden überrascht - durch das Progressions-Feature würden die Performance-Fans in der Redaktion bei der Ribbon zum Stahlfeder-Modell greifen.

Brüderkampf zwischen MRP Ribbon Coil und Ribbon Air: Das Revival der Stahlfeder wird zelebriert und so mancher Hersteller füllt seine Produktpalette wieder mit einfacheren Federelementen als einer komplexen Luftfeder. Besonders interessant ist dabei der Ansatz von MRP: Anstatt auf die Ramp Control zu verzichten, wurde das Bauteil zur externen Anpassung der Endprogression auf die Stahlfedergabel übertragen. Geht das Konzept auf oder bleibt man lieber bei der Luftfedergabel?

Da wir die MRP Ribbon mit Luftfeder bereits letztes Jahr im Federgabeltest ausführlich beschrieben haben, schauen wir uns vorerst die Stahlfedergabel genauer an.

Zum ausführlichen Test: MRP Ribbon im Test: Underdog mit Sonderlösungen

MRP Ribbon Coil: Infos und Preise

Mit der MRP Ribbon hat der Suspension-Hersteller aus Colorado ein extrem wandelbares Produkt im Sortiment. Neben zwei Laufradgrößen gibt es verschiedene, ab Werk eingestellte Federwege. Die MRP Ribbon Coil lässt sich aber dank eines ausgeklügelten Systems vollständig frei im Rahmen von zwei Zentimetern von 140 bis 160 mm bzw. 150 bis 170 mm Federweg verstellen. Zusätzlich hat der Kunde die Möglichkeit, bei der 27,5ʺ-Version aus zwei verschiedenen und bei der 29″-Version zwischen drei verschiedenen Offsets zu wählen.

Wie die Luftfedergabel ist auch das Coil-Modell für den Trail- und Enduro-Einsatz konzipiert und soll sich in hartem Gelände pudelwohl fühlen.

  • Laufradgrößen: 27,5ʺ, 29ʺ
  • Federweg: 140 – 170 mm
  • Feder: Coil oder Air
  • Dämpfung: EssenTTial TwinTube-Dämpfung
  • Farben: schwarz, Decals in verschiedenen Farben
  • Achsmaß: Boost 110 x 15 mm
  • Achsen: Nur mit QR-Achse
  • Gewicht: 2.185 g
  • www.mrpbike.com

Preis: 1.049 € (UVP) | Bikemarkt: MRP Ribbon kaufen

Gleicher Preis, gleiche Struktur, gleiche Dämpfung – die beiden MRP Ribbon haben viel gemeinsam
# Gleicher Preis, gleiche Struktur, gleiche Dämpfung – die beiden MRP Ribbon haben viel gemeinsam - im linken Gabelholm liegt der Unterschied: 238 g Mehrgewicht muss man mit der Stahlfedergabel in Kauf nehmen.

Diashow: MRP Ribbon Coil vs. MRP Ribbon Air im Test - Mit Stahl noch besser?
Gleiche Kartusche, gleiche Zugstufendämpfung
Gleicher Preis, gleiche Struktur, gleiche Dämpfung – die beiden MRP Ribbon haben viel gemeinsam
Etwas unterhalb der Staubabstreifer sitzt ein Ventil
Alleinstellungsmerkmal ist auf jeden Fall das Casting der Ribbon
Schön wäre der Schnellzugriff über die Feder von oben – Kappe abziehen, Topcap lösen, Feder raus
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Im Detail

Äußerlich gleicht die MRP Ribbon Coil fast komplett der Luft-Ribbon: Im markanten, schwarzen Casting stecken ebenso 35 mm-Standrohre und auch die Verstellknöpfe der Dämpfung sind identisch. Einzig auf der Federseite erkennt man den Unterschied zwischen den beiden Federgabeln: Anstelle der Ramp Control sitzt oben nur eine schwarze Abdeckkappe. An der Unterseite fehlt das Schraderventil, an dessen Stelle ein orangener Drehknopf angebracht ist.

Abgesehen von der Casting-Brücke ist die Ribbon in klassischer Right-Side-Up-Bauweise ausgeführt. Standrohre und Schaft sind mit der Gabelkrone verpresst und in schlichtem Schwarz gehalten. Am Casting gibt es dafür zwei Besonderheiten. Vorneweg die in Fahrtrichtung geöffnete Gabelbrücke: Laut MRP soll die dicke Brücke mit den leicht erkennbaren Verstrebungen für besonders hohe Steifigkeit sorgen. Dank der vorne liegenden Verstrebung kann vom Reifen aufgewirbelter Dreck sich nicht, wie bei herkömmlichen Gabeln, in der Gabelbrücke einnisten. Unterhalb der Staubabstreifer sitzen PSST-Ventile – über diese kann ein Druckunterschied zwischen innen und außen hergestellt werden.

Alleinstellungsmerkmal ist auf jeden Fall das Casting der Ribbon
# Alleinstellungsmerkmal ist auf jeden Fall das Casting der Ribbon - die nach vorne verlagerten Gewichtsaussparungen sollen die Matsch-Aufnahme minimieren.
Etwas unterhalb der Staubabstreifer sitzt ein Ventil
# Etwas unterhalb der Staubabstreifer sitzt ein Ventil - Öffnet man dieses mit einem einfachen Fingerdruck, kann überschüssige Luft aus dem Casting entweichen.

Federung & Dämpfung

Federung

Am zweiteiligen Aufbau der Feder befindet sich oben der herkömmliche Teil, wie wir ihn von anderen Stahlfedergabeln kennen. Je weiter wir aber nach unten kommen, desto spannender wird es: Unter einer aufgesteckten Abdeckung sitzt ein 3 mm-Innensechskant-Schraubenkopf, über den sich die Federvorspannung verstellen lässt. Darunter sitzt im Standrohr die Stahlfeder, mittig von einem Schrumpfschlauch umhüllt. Soweit nichts Besonderes.

Unter der Feder wird die Ramp Control-Einheit eingesetzt, außerdem lässt sich hier der Federweg verstellen. Der untere Federteller ist mit einem Gewinde versehen und wird auf den Schaft der Gabel geschraubt. Im Rahmen von zwei Zentimetern lässt sich die Position des Federtellers und damit der Federweg beeinflussen. Dazu muss man zwar das Casting abziehen, benötigt aber keine zusätzlichen Teile und kann individuell auf die eigene Vorliebe abstimmen. 148,99 mm Federweg? Kein Problem.

Jetzt wird deutlich, welches Federmedium im 35 mm-Standrohr steckt
# Jetzt wird deutlich, welches Federmedium im 35 mm-Standrohr steckt - Unter der per O-Ring gesicherten Abdeckung sitzt eine Schraube zur Verstellung der Federvorspannung.
An der oben sitzenden Ramp Control erkennt man die Ribbon Air
# An der oben sitzenden Ramp Control erkennt man die Ribbon Air - Unter der geschraubten, schwarzen Abdeckung sitzt ein Schraderventil zum Befüllen der Positiv-Luftkammer.

Weitaus interessanter ist jedoch die Ramp Control. Der linearen Grundcharakteristik der Stahlfeder wird zusätzlich eine externe Progressions-Anpassung spendiert – womit sich die MRP Ribbon Coil von herkömmlichen Stahlfeder-Systemen unterscheidet. Funktionell ist die Ramp Control vergleichbar mit einer gefüllten Spritze: Komprimiere ich eine Spritze mit wenig Druck, kommen vorne Tröpfchen des Inhalts heraus. Je stärker ich versuche den Inhalt aus der Pumpe zu drücken, desto größer wird der Gegendruck in meiner Handinnenfläche, der Strahl vorne wird aber nicht größer. Nachdem der Inhalt, der durch das Ramp Control-Ventil gedrückt wird, aber ein kompressibles Gas (=Luft) ist, blockiert die Gabel nicht schlagartig. Zusätzlich zur Stahl- gibt es somit eine progressive Luftfeder.

Entscheidend für die Funktion ist die Abdichtung der Stahlfedereinheit nach unten. Die Feder sitzt im Standrohr, das nach unten zum Casting abgeschlossen ist. Als einzige Verbindung bleibt das Ramp Control-Ventil. Durch die Verbindung von Standrohr-Kammer zu Casting-Kammer agiert der gesamte linke Gabelholm wie eine große Luftkammer. Diese ist so groß, dass die Federkräfte vernachlässigbar sind. Steigt die Schaftgeschwindigkeit, ist der Volumenstrom nicht mehr groß genug, um die Luft vom Standrohr ins Casting zu drücken. Das Standrohr ist demzufolge eine verkleinerte Luftkammer, die sich progressiv verhält. Verstellbar ist die Größe des Durchlasses zwischen Casting und Standrohr – je kleiner dieser ist, desto kleiner wird der mögliche Volumenstrom und desto mehr Luft bleibt im Standrohr. Je mehr Luft im Standrohr bleibt, desto progressiver die Gabel.

Highlight der Ribbon: Die Ramp Control Einheit zur externen Anpassung der Endprogression
# Highlight der Ribbon: Die Ramp Control Einheit zur externen Anpassung der Endprogression - es handelt sich hier um ein System, welches anstatt der üblichen statischen Verkleinerung der Luftkammer über den Volumenstrom dynamisch die Endprogression beeinflusst und von der Schaft-Geschwindigkeit abhängig ist.

Dämpfung

Auf den Namen EssenTTial hört die Dämpfung – TT steht für TwinTube. Im Inneren des Standrohrs sitzt ein konzentrisches Rohr mit geringerem Durchmesser. Zwischen dem Standrohr und zweitem Rohr bleibt rundherum ein Hohlraum, in dem Öl zirkulieren kann. Das innere Rohr wird von oben durch die Druckstufen-Einheit abgedeckt, von unten schiebt sich der Hauptkolben durch. Ungefähr auf Höhe der Staubabstreifer endet das innere Rohr und die Dämpfungs-Einheit wird nach unten durch einen Trennkolben abgeschlossen. Der bewegliche Trennkolben ist nur mit wenig Druck vorgespannt und bereitet so dem vom Schaft verdrängten Öl Platz.

An der Druckstufe arbeitet man mit zwei Technologien: Eine Durchlass-Bohrung kontrolliert die Low-Speed-Druckstufe. Hier kann man von außen ansetzen und durch ein Verstellen des Druckstufenknopfes die Durchlassgröße variieren. Das Bauteil, durch welches die Durchlassgröße gesteuert wird – der sogenannte „Blocker“ – wird beim Verstellen dabei einfach gedreht. Kann das Öl bei starken Schlägen nicht schnell genug durch die Bohrung fließen, verdrängt es den durch eine Feder vorgespannten Blocker und öffnet so eine zweite Durchlass-Bohrung, die schnelleren Ölfluss erlaubt.

Im rechten Gabelholm bleibt alles beim Alten
# Im rechten Gabelholm bleibt alles beim Alten - Die Lowspeed-Druckstufe lässt sich im Rahmen von 8 Klicks verstellen.
Gleiche Kartusche, gleiche Zugstufendämpfung
# Gleiche Kartusche, gleiche Zugstufendämpfung - 16 Klicks sollen hier alles abfangen können.

TwinTube-Dämpfung ist nichts Neues, MRP hat das System aber auf den Kopf gestellt
# TwinTube-Dämpfung ist nichts Neues, MRP hat das System aber auf den Kopf gestellt - Üblicherweise sitzt der IFP direkt unter der Topcap.

Montage & Bedienbarkeit

Der Einbau der MRP Ribbon Coil verläuft recht simpel. Das Sag-Setup ist natürlich aufwändiger als an einer Luftgabel, da man die Feder auswechseln muss. Selbst für eine Coil-Gabel benötigt man aber überraschend lange. An der Ribbon kann man die Feder nicht einfach nach oben herausziehen, es ist also jedes Mal notwendig, das Casting abzuziehen und die Feder von der Unterseite zu entnehmen. Dafür muss man aber nur die Spiralfeder austauschen und nicht Positiv- und Negativ-Feder penibel abstimmen.

Schön wäre der Schnellzugriff über die Feder von oben – Kappe abziehen, Topcap lösen, Feder raus
# Schön wäre der Schnellzugriff über die Feder von oben – Kappe abziehen, Topcap lösen, Feder raus - Leider muss man für den Federwechsel aber das Casting entfernen. Das Erst-Setup ist also etwas umständlich.

Technische Daten

Alle technischen Daten, Details, Standards, sowie Informationen zu den Serviceintervallen und Servicekosten der MRP Ribbon Coil findet ihr in der folgenden Tabelle zum Ausklappen:

Technische Daten zum Ausklappen

Technische DatenMRP Ribbon CoilMRP Ribbon Air
Federweg27,5": 150 bis 170 mm
29" (27,5+): 140 bis 160 mm
27,5": 140 bis 170 mm
29" (27,5+): 140 bis 160 mm
Laufradgrößen27,5"
29" (27.5+)
27,5"
29" (27.5+)
Einbauhöhe552 mm (27,5", 160 mm),
572 mm (29", 160 mm)
552 mm (27,5", 160 mm),
572 mm (29", 160 mm)
Schaftdurchmessertapered tapered
Standrohrdurchmesser35 mm35 mm
Reifenfreiheit27,5": 27,5x2,6"
29" (27,5+): 29x2,6"(27,5x3,0")
27,5": 27,5x2,6"
29" (27,5+): 29x2,6"(27,5x3,0")
BremsaufnahmePM 7" (180 mm direct mount)PM 7" (180 mm direct mount)
Einbaumaß Vorderrad15 x 110 mm Boost15 x 110 mm Boost
Kompatibel zu Torque-Cap Naben?NeinNein
Offset27,5": 39, 44 mm
29": 41, 46, 51 mm
27,5": 44 mm
29": 41, 46, 51 mm
Lowspeed-DruckstufeExtern, 8 KlicksExtern, 8 Klicks
Highspeed-DruckstufeInternIntern
Lowspeed-ZugstufeExtern, 20 KlicksExtern, 16 Klicks
Highspeed-ZugstufeInternIntern
VolumenveränderungKeine, da Coil, Endprogression via Ramp Control, 24 KlicksEndprogression via Ramp Control, 20 Klicks
Weiteres TuningFedervorspannung, ca. 6 Umdrehungen, Federwegsanpassung in 1 mm SchrittenFederwegsanpassung in 5 mm Schritten, Intern bis 120 mm reduzierbar
FarbenMattschwarzMattschwarz
ServiceWartungsintervalle und weiteres im Service-ManualWartungsintervalle und weiteres im Service-Manual
Servicekosten119 € bei everyday26119 € bei everyday26
Gewicht2.185 g (29")1.947 g (29")
Preis1.049 €1.049 €

Auf dem Trail

Beginnen wir zunächst wieder mit der Ribbon Air:

„Wer bereit ist, sich mit den vielfältigen Setup-Einstellungen auseinanderzusetzen, wird mit einer Gabel belohnt, die ein immenses Spektrum abdeckt. Die MRP Ribbon 29 ist, kurze Anpassungen an den Klicks vorausgesetzt, ein Spezialist auf vielen Gebieten und begegnet den Federgabel-Platzhirschen auf Augenhöhe. Wer sich unschlüssig ist, wo er seine Federgabel überall einsetzen will, findet in der MRP Ribbon 29 alles in einem Paket. MRP: Bitte einmal den passenden Dämpfer mit Ramp Control dazu!“ – Jens Staudt

Im Federgabeltest zeigte sich die MRP Ribbon Air als extrem vielseitige Gabel, die sich an nahezu jede Anforderung anpassen ließ – um das absolute Maximum an Performance für jeden Trail aus der Gabel herauszukitzeln, wurde unterwegs immer wieder an den Reglern gedreht. Ein einziges, komplett kompromissloses Setup zu finden, wie von anderen Federgabeln gewohnt, benötigte dafür aber ein Vielfaches mehr an Zeit. Die Coil-Gabel ist etwas einfacher: Im rechten Gabelholm bleibt alles beim Alten, im linken Gabelholm ist man weiterhin mit drei Verstellmöglichkeiten konfrontiert. An eine dieser Verstellmöglichkeiten, die Feder, kommt man am Trail nicht ran – die anderen sind vom Hand bzw. mit dem Multitool verstellbar.

Große Federwegs-Nutzung ohne Ramp Control
# Große Federwegs-Nutzung ohne Ramp Control - die Stahlfeder verhält sich natürlich linear, die Federwegs-Nutzung ist im Vergleich zu einer Luftgabel bei gleichem Sag größer, da die Endprogression fehlt.

Man muss also keine Pumpe mitschleppen und kommt weniger oft in Versuchung zu optimieren. In den verschiedenen für den Test verwendeten Rädern muss nach dem Einbau der richtigen Federhärte also nur der Sag feinjustiert werden. Da das Heck aus vorherigen Testfahrten schon stimmig funktioniert, wird die Front auf eine gute Balance angepasst. Nach der Grundabstimmung geht es auf eine Vergleichsstrecke, die mit allem aufwartet, was eine Federgabel ans Limit bringt.

Los geht es ohne Ramp Control und oh Wunder – die MRP Ribbon Coil verhält sich wie eine waschechte Stahlfedergabel: Sensibles Ansprechverhalten, solider Support und wenig Endprogression. In Kombination mit einem progressiven Heck kann das zu einer leichten Asymmetrie im letzten Bereich des Federwegs führen. Vergleichsweise groß für unsere Teststrecke ist die Federwegs-Ausnutzung. Ein kleiner Sprung mit harter Landung bringt die Ribbon Coil schon gefährlich nah ans Ende des Federwegs. Ohne Ramp Control verhält sich die Gabel aber insgesamt ziemlich genau so, wie wir es erwartet hatten.

Mit geschlossenem Ramp Control bleibt die Gabel sensibel
# Mit geschlossenem Ramp Control bleibt die Gabel sensibel - Bei großen Schlägen setzt die Progression aber deutlich spürbar ein und im Fahrwerk kann sich eine Asymmetrie einstellen.

Mit dem Ramp Control-Knöpfchen auf Anschlag in Richtung „+“ gedreht, zeigt sich ein ganz anderes Bild: Die Asymmetrie fällt jetzt bei harten Schlägen genau anders herum aus. Ergo – die Federwegs-Ausnutzung ist geringer, die Ribbon steht noch höher im Federweg, wird aber auf längeren Abfahrten etwas anstrengender zu fahren. Wir drehen den Regler im Anschluss in die Mitte des Einstellbereichs, wodurch sich ein sehr harmonisches Fahrgefühl einstellt. Die MRP Ribbon kann die Endprogression einer Luftgabel nachahmen, bleibt dabei aber wunderbar sensibel. Viel Grip sorgt für hohe Präzision auf dem Trail und schenkt Vertrauen, welches die Gabel dann mit Gegenhalt belohnt, wenn man es krachen lässt.

Die MRP Ramp Control schafft es, die hohe Sensibilität einer Stahlfeder mit der Endprogression einer Luftfeder zu verbinden
# Die MRP Ramp Control schafft es, die hohe Sensibilität einer Stahlfeder mit der Endprogression einer Luftfeder zu verbinden - eine entsprechende Einstellung ist zwar auch an der Air-Ribbon möglich, es bedarf aber einem sehr viel längeren und genaueren Setup.

Im Vergleich

MRP Ribbon Coil vs. MRP Ribbon Air

Ähnlich, aber doch unterschiedlich: Charakterlich unterscheiden sich die beiden Gabeln kaum. Mit beiden kann man extrem vielfältige und gute Setups erreichen, für beide ist aber auch Know-how erforderlich. Die individuelle Abstimmung über zwei Luftventile lässt ein ebenso feines Ansprechverhalten zu, wie es die MRP Ribbon Coil ab Werk schafft. Dazu ist aber etwas mehr Geduld und viel Feingefühl nötig, man muss aber für das Ändern der Federrate nicht das Casting abziehen. Während die Ribbon Air geräuscharm läuft, begleitet einen am Coil-Pendant immer eine Geräuschkulisse, die manche Fahrer als störend empfunden haben.

Was bekommt man also mit welcher Gabel und welches Federmedium eignet sich an der Ribbon für welchen Fahrertypen? Im Grunde genommen liegt die Entscheidung in diesem Falle nicht bei der Performance. Beide Gabeln funktionieren hervorragend und schenken sich auf dem Trail fast nichts. Eher ist das „Drumherum“ das Entscheidungskriterium: Will ich eine Pumpe mitschleppen und wenn ich den ganzen Tag nur Sprünge fahre ein Starrbike-ähnliches Setup – oder fasse ich die Federrate eh nicht an und löse alles über Dämpfung und Ramp Control? Ist mir das Gewicht meines Fahrrads extrem wichtig oder habe ich mein Rad noch nicht mal gewogen? Es sind die kleinen Nuancen, die den Unterschied machen.

MRP Ribbon Coil vs. herkömmliche Stahlfedergabeln

Bei der MRP Ribbon Coil trifft eine funktionierende Dämpfung auf eine Stahlfeder – soweit schaffen das auch andere Stahlfedergabeln, insofern ist ohne zugeschaltete Ramp Control die Dämpfung das Entscheidungskriterium für oder gegen die MRP Ribbon. Gerade die Ramp Control hebt die MRP aber von der Konkurrenz ab, denn sie ermöglicht es, die Charakteristik der Gabel stark zu verändern. Die Gabel deckt so den Bereich von sensibler Stahlfedergabel bis hin zu sensibler, aber extrem progressiver Luftgabel ab. Ohne Volumenspacer zu verbauen, kann man die Progression der Gabel an die des Hinterbaus angleichen. Bei einem sehr passablen Gewicht in Kombination mit diesem vielseitigen Feature hat die Ribbon Coil das Potential, nicht nur so mancher Stahlfedergabel, sondern auch so mancher Luftgabel den Rang abzulaufen.

Welches Federmedium man wählt, muss man bei MRP nicht anhand der Performance der Gabeln entscheiden
# Welches Federmedium man wählt, muss man bei MRP nicht anhand der Performance der Gabeln entscheiden - Beide überschneiden sich dank ähnlicher Features sehr stark im Fahrverhalten und lassen ein breites Spektrum an Einstellungen zu.
Für die Coil-Gabel spricht die geringere Komplexität und der Wegfall des Luftkammer-Services
# Für die Coil-Gabel spricht die geringere Komplexität und der Wegfall des Luftkammer-Services - Die Luftfeder-Variante ist leichter, leiser und lässt größere Sprünge bei der Federrate einfacher zu.

Das ist uns aufgefallen

  • Federentnahme Jedes Mal das Casting abziehen ist zugegeben etwas ätzend. Zum Glück kann die MRP Ribbon Coil auch für Fahrer, die zwischen zwei Federhärten stehen, dank umfassender Einstellmöglichkeiten ein ideales Setup bereitstellen.
  • Praktisch, aber nicht unbedingt schön Mit ihrer eigenständigen Brücke ist die Ribbon nicht jedermanns Sache. Wer gern ohne Schutzblech im Matsch fährt, muss zwar etwas weniger putzen, es gibt aber auch formschönere Lösungen für dieses „Problem“.
  • Geräuschkulisse Die Ribbon Coil ist nicht besonders leise, im Vergleich zur Luftgabel muss sie sich in diesem Punkt hinten anstellen.
  • Federempfehlung MRP gibt eine sehr genaue Empfehlung für die verschiedenen Federhärten. Wir gehen nicht ganz konform mit dieser: laut Empfehlung sieht MRP unsere leichten Testfahrer im unteren Bereich der weichen Feder, mit der sich aber kein korrekter Sag einstellen ließ. Stattdessen kamen alle Testfahrer um die 70 kg Marke mit der mittleren Feder besser zurecht und erhöhten teils auch die Federvorspannung.
  • Alles mit scharf bitte! Alles bekommt man bei der Ribbon, wirklich alles. Federmedium? Suchs dir aus! Charakter der Gabel? Stells dir ein! Offset? Bitte, wähle deinen Favoriten! Federweg? … Für den Laien kann diese Fülle an Möglichkeiten zu einer – absolut nachvollziehbaren – Überforderung führen. Mit dieser Gabel und ihren Einstellmöglichkeiten muss man sich aktiv beschäftigen und sie verstehen, um das Maximum an Performance zu bekommen. Wer nicht bereit dazu ist, findet am Markt einfachere Gabeln.
Passt die Federhärte, gehts schnell
# Passt die Federhärte, gehts schnell - für den Vergleich wurden beide Federgabeln natürlich auf den gleichen Federweg gebracht.
Das Grundsetup an der Luftgabel dauert länger
# Das Grundsetup an der Luftgabel dauert länger - in digitaler oder analoger Form sollte man auch die Luftdrucktabelle mitführen.

Fazit – MRP Ribbon Coil

238 g Gewichtsunterschied, 0 € Preisunterschied, gleiche Dämpfung und ähnliche Features – die MRP Ribbon Air und die Ribbon Coil sind nicht nur von außen unverkennbar Geschwister, auch im Innenleben geht es ähnlich zu. Auf dem Trail ergibt sich eine ähnliche, sehr fähige Performance. Beide Gabeln lassen eine individuelle Abstimmung nach Vorliebe zu, dabei gibt das Federmedium nicht wie üblich den grundsätzlichen Charakter vor. Insofern: Entscheide dich auf das, worauf du mehr Lust hast!

Pro
  • Geringes Gewicht für eine Coil-Gabel
  • Luftfederprogression mit Coil-Feeling
  • Extrem breites Spektrum an fahrbaren Einstellungen
  • Preis/Gewicht/Leistung
Contra
  • Coil-Modell ist etwas laut
  • Feder an der Coil-Gabel nur nach unten entnehmbar
Wir hätten eine geringere Schnittmenge zwischen den Gabeln erwartet und wurden überrascht
# Wir hätten eine geringere Schnittmenge zwischen den Gabeln erwartet und wurden überrascht - durch das Progressions-Feature würden die Performance-Fans in der Redaktion bei der Ribbon zum Stahlfeder-Modell greifen.

Was ist dir beim Fahrwerk lieber? So viel wie möglich verstellen oder lieber nur die nötigsten Parameter abstimmen?


Testablauf
Beide Gabeln wurden im gleichen Rad von verschiedenen Testern unterschiedlicher Gewichtsklassen gefahren. Abgesehen von zwei Tagen am Reschenpass wurden sämtliche Höhenmeter aus eigener Kraft bewältigt. Die Federgabeln wurden individuell auf den jeweiligen Testfahrer abgestimmt.

Hier haben wir die MRP Ribbon Coil getestet

  • Singletrails: Von offenen, losen Trails, bis hin zu verwinkelten Strecken. Schnelle, langsame, flowige und ruppige Passagen.
  • Reschenpass: Schnelle Trails, mit Wurzeln und Steinen, bei staubtrockenen Bedingungen.
Testerprofil Jens Staudt – bitte ausklappen

Jens Staudt

  • Testername: Jens Staudt
  • Körpergröße: 190 cm
  • Gewicht (fahrfertig): 97 kg
  • Schrittlänge: 91 cm
  • Armlänge: 61 cm
  • Oberkörperlänge: 56 cm
  • Fahrstil: Schnellste Linie, auch wenn es mal ruppig ist
  • Ich fahre hauptsächlich: Singletrails, sprunglastiger Local Spot, Freeride, DH
  • Vorlieben beim Fahrwerk: Straff, gutes Feedback vom Untergrund, viel Druckstufe, moderat progressive Kennlinie
  • Vorlieben bei der Geometrie: Kettenstreben nicht zu kurz (ca. 430 mm oder gerne länger), Lenkwinkel tendenziell eher flacher

Testerprofil Christoph Spath – bitte ausklappen

Tester-Profil: Christoph Spath
49 cm70 kg94 cm60 cm190 cm
Chris fährt gerne alles, von Dirt Jump über Trail und Enduro bis Downhill, gerne schnell, in grobem Gelände und mit viel Luftstand
Fahrstil
flüssig
Ich fahre hauptsächlich
Downhill, Enduro
Vorlieben beim Fahrwerk
auf der straffen Seite, viel Druckstufe, Balance zwischen Front und Heck
Vorlieben bei der Geometrie
vorne lang, hinten mittellang, flacher Lenkwinkel

  1. benutzerbild

    feedyourhead

    dabei seit 06/2013

    RockyRider66 schrieb:
    So schnell beeindruckt?

    Leider garnicht.
    Nur gut drauf.
  2. benutzerbild

    orudne

    dabei seit 12/2005

    Lorebo schrieb:
    ...
    -Gewicht, wir sprechen hier von 250g, dass ist im Vergleich zum Fahrer praktisch nichts.
    ...


    Ich weiß, das wird hier im Forum gerne als Argument genommen, aber wechsel mal von einer DVO Diamond auf eine MRP Ribbon Air.
    Mit ziemlicher Sicherheit wirst Du damit die ersten Sprünge versauen. Ca. 300 g an der Gabel sind eine Menge.

    Klar gewöhnt man sich an das jeweilige Gewicht, aber im A-B Test ist das sicher spürbar.
    Und natürlich wird jemand, der wenig Dynamik am Vorderrad hat - also keine Sprünge (aktiv, passiv), Wheelies, Manuals - das auch weniger spüren.
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  4. benutzerbild

    GrazerTourer

    dabei seit 10/2003

    orudne schrieb:
    Ich weiß, das wird hier im Forum gerne als Argument genommen, aber wechsel mal von einer DVO Diamond auf eine MRP Ribbon Air.
    Mit ziemlicher Sicherheit wirst Du damit die ersten Sprünge versauen. Ca. 300 g an der Gabel sind eine Menge.

    Klar gewöhnt man sich an das jeweilige Gewicht, aber im A-B Test ist das sicher spürbar.
    Und natürlich wird jemand, der wenig Dynamik am Vorderrad hat - also keine Sprünge (aktiv, passiv), Wheelies, Manuals - das auch weniger spüren.

    Der Vollständigkeit halber: die DVO Diamond ist um rund 150g schwerer als die Ribbon Coil.
  5. benutzerbild

    MantaHai

    dabei seit 10/2010

    orudne schrieb:
    Ich weiß, das wird hier im Forum gerne als Argument genommen, aber wechsel mal von einer DVO Diamond auf eine MRP Ribbon Air.
    Mit ziemlicher Sicherheit wirst Du damit die ersten Sprünge versauen. Ca. 300 g an der Gabel sind eine Menge.

    Klar gewöhnt man sich an das jeweilige Gewicht, aber im A-B Test ist das sicher spürbar.
    Und natürlich wird jemand, der wenig Dynamik am Vorderrad hat - also keine Sprünge (aktiv, passiv), Wheelies, Manuals - das auch weniger spüren.


    So bei mir war es genau anders herum. Die Jumpline, die vorher nie perfekt geklappt hat, ging mit der Coil Pike plötzlich.

    Damit ist deine Aussage nicht haltbar, sondern wir können festhalten, dass das Mehrgewicht von 300g mit Sicherheit keine Ursache für vermasselte Sprüngen ist.
  6. benutzerbild

    orudne

    dabei seit 12/2005

    GrazerTourer schrieb:
    Der Vollständigkeit halber: die DVO Diamond ist um rund 150g schwerer als die Ribbon Coil.


    Ja, aber ich hab nun mal von der Ribbon Air auf die DVO und wieder zurück gewechselt.


    MantaHai schrieb:

    ...
    Damit ist deine Aussage nicht haltbar,....


    Wieso, Du hast doch bestätigt, dass man das merkt :ka:

    Ob die Sprünge danach schlechter klappen, oder besser ist doch egal. (war nur als Beispiel gedacht)
    Sicher ist aber, dass man das im A-B Test spürt.

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