Das Pedal ist eines der wichtigsten Bauteile eines Mountainbikes: Hier wird der Großteil des Fahrergewichts abgestützt, das System beschleunigt und das Fahrrad kontrolliert. Je nach Einsatzbereich ergeben sich aus diesen Anforderungen sehr verschiedene Pedaltypen. In diesem Test spannen wir die Sixpack Skywalker 2 Pedale auf die Folter, die mit großem, flachen Pedalkäfig und langen Pins so aussehen, als ob sie am liebsten in ruppigem Gelände dem Tal entgegen treten.

Mit einem aufwendig gefrästen Pedalkörper und offen liegender Pedalachse ist das in acht Farben angebotene Skywalker Pedal jedoch auch optisch ein interessantes Pedal. Wir sind zwei Sets der Sixpack Skywalker Pedale neun Monate lang gefahren und haben im Test überprüft, was man in der Praxis für 150€ erwarten darf.


# Die offen liegende Achse ist eines der optischen Highlights am Sixpack Skywalker Pedal. Der schlanke und stark ausgefräste Pedalkörper sorgt für ein niedriges Gewicht von 374g.

Technische Daten

Sixpack Skywalker 2014

Hersteller: Sixpack Racing
Modell: Skywalker
Modelljahr: 2014
Kategorie: Pedal
Einsatzbereich: Enduro, Freeride, Downhill
Länge: 110mm
Breite: 110mm
Höhe: 15mm
Material Pedalkörper: 6061 Aluminium, CNC gefräst
Material Achse: Cr-Mo Stahl, hohl, oversized, gehärtet
Lagerung: 3x gedichtete Industrielager pro Pedal
Pins: 14 (pro Pedal, austauschbar; 4 zusätzliche M3-Pins im Lieferumfang enthalten)
Gewicht: 379g (Herstellerangabe) / 374g (IBC-Gewichtsdatenbank)
Farben: schwarz, rot, blau, grün, lila, gold, hellblau, stealth-black
Preis: 149,99€ (UVP)

Besonderheiten: zusätzliche Pins im Lieferumfang, 15mm flacher Pedalkörper


# Die sieben Farben der Sixpack Skywalker Pedale für 2014. Zusätzlich gibt es eine matt-schwarze “Stealth”-Version

In der Hand

Pedalkörper

Dieses Pedal ist anders! Für unseren Test haben wir parallel zwei der Sixpack Skywalker Pedale im Einsatz gehabt – einmal in stealth schwarz und einmal in rot. Jedes der Pedale wird in einer hochwertigen Verpackung geliefert, die direkt den besonderen Pedalkörper mit offen liegender Achse zeigt. Im Lieferumfang enthalten sind außerdem vier zusätzliche Pins.


# Fein gemacht: in dieser Verpackung werden die Sixpack Skywalker Pedale geliefert.

Tolles Finish, hochwertige Lagerung – das Skywalker Pedal überzeugtNach dem Auspacken erfolgt eine ausführliche optische Begutachtung und hier kann das Skywalker 2014 Pedal voll überzeugen: Der Qualitätseindruck ist sehr gut. Auf dem konkaven Pedalkörper, der an der dünnsten Stelle schlanke 15mm misst, finden sich feine Lasergravuren. Trotz der schlanken Erscheinung und dem niedrigen Gewicht von 374g ist das Pedal in der Hand ein echter Brocken. Dafür sorgt der 110x110mm große Pedalkörper, der mit sieben je 4,5mm langen Pins auf jeder Seite ausgestattet ist und so eine sehr große Trittfläche für griffige und breite Mountainbike-Schuhe bietet.


# Große Trittfläche: Mit 110x110mm fällt der Pedalkäfig der Skywalker Pedale sehr groß aus – das kam besonders Tester Hannes (Schuhgröße 47) entgegen

Sixpack Skywalker 2014 Pedale Review-14
# Sixpack Skywalker 2014 Pedale Review-14
Hochwertiges Finish und dezente Lasergravuren in der Stealth-Version der Sixpack Skywalker Pedale
# Hochwertiges Finish und dezente Lasergravuren in der Stealth-Version der Sixpack Skywalker Pedale

Der aus 6061er Aluminium gefräste Pedalkörper besteht maßgeblich aus großen Aussparungen, die verhindern, dass sich Matsch oben auf dem Pedal festtritt und den Grip reduziert. Die Außenkanten sind in Fahrtrichtung jeweils leicht abgeflacht und sollen es dem Pedal so ermöglichen, über Hindernisse hinweg zu gleiten anstatt vor ihnen hängen zu bleiben. Besonders markant ist der stark verdickte Übergang zur Kurbel, der ein besonders groß dimensioniertes Lager aufnimmt und so für eine sehr gute Steifigkeit und lange Haltbarkeit des Pedals sorgen soll. Notwendig wird diese Konstruktion durch den sehr flachen Pedalkörper, der nur zwei kleine Lager am Ende der Achse erlaubt.


# Der großflächig ausgefräste Pedalkörper bietet Schmutz kaum eine Chance, unter dem Fuß haften zu bleiben.


# Der abgeschrägte Pedalkäfig soll ermöglichen, dass das Pedal über Hindernisse abgleitet anstatt hängen zu bleiben.

Pro Seite bietet der Pedalkörper sieben sehr lange und selbstverständlich austauschbare Pins (4,5mm), die von unten durch das Pedal geschraubt werden (M3 – Inbus). Zusätzlich zu den 28 vormontierten Pins auf den Pedalen liefert Sixpack vier Ersatz-Pins, die im Falle von beschädigten oder verlorenen Pins direkt ersetzt werden können. Die Montage von unten sorgt dafür, dass der Inbus auch bei beschädigten Pins problemlos benutzbar ist und die Pins nach Bodenkontakt nach unten aus dem Pedal geschraubt werden können. Sollte der Pin dafür zu stark verbogen oder verformt sein, muss er vor der Demontage abgetrennt und der Gewinderest ausgeschraubt werden.

Achse & Lagerung

Für den Preis von 149,99€ liefert Sixpack das Skywalker Pedal mit einer gehärteten Cr-Mo-Achse aus, die am Pedalen hohl und vergrößert ist. Insgesamt laufen auf dieser Achse drei gedichtete Industrielager pro Pedal, um einen langlebigen und leichten Lauf des CNC-gefrästen Pedalkörpers zu ermöglichen. Am Übergang zur Kurbel befindet sich ein groß dimensioniertes Lager, während am Ende der Achse zwei kleine Lager Platz finden. Im Gegensatz zu den günstigeren Sixpack-Pedalen ICON [Test] oder Kamikaze [Test] setzt Sixpack folglich keine Gleitlager ein, sondern verwendet ausschließlich Industriekugellager.


# Das große Lager an der Kurbel soll für maximale Haltbarkeit sorgen. Es ist wesentlich größer als bei normalen Pedalen.

Wem das Gewicht von 374g für ein Paar Sixpack Skywalker Pedale noch zu hoch ist, der kann zusätzliche 100€ in die Hand nehmen und das Pedal auch mit Titanachse erwerben. Das sorgt für eine nochmals exklusivere Optik und reduziert das Gewicht auf 329g. Ob der Preis von dann 249,99€ (UVP) noch im Rahmen ist muss jedoch jeder selbst für sich entscheiden.

Auf dem Trail

Für den MTB-News.de-Praxistest haben wir die Sixpack Skywalker 2 Pedale mit zwei individuell aufgebauten ICB-Testbikes über die Trails gescheucht. Als Testschuhe sind dabei verschiedene Versionen der Five.Ten Freerider und andererseits die Sombrio Float FS verwendet worden, um Eindrücke mit verschiedenen Schuhen gewinnen zu können. In über neun Monaten haben die Pedale so insgesamt jeweils zwischen 1000 und 2500km zurück gelegt. Dabei haben sie viel Matsch und Regen, aber auch Staub gesehen.

CM0A3818
# Bergab unterwegs: bester Halt.

Grip

Mitte Februar haben wir den günstigem Sixpack Kamikaze Pedalen im Test [Link zum Artikel] einen guten, jedoch nicht sehr guten Grip attestiert. Wie schlägt sich das mehr als doppelt so teure Skywalker-Pedal im direkten Vergleich? Beide Pedale sind mit sieben Pins pro Seite ausgestattet, doch das Skywalker verfügt über wesentlich längere Pins, die bis zum Ende mit einem Gewinde versehen sind. Zusätzlich ist der Pedalkörper etwas größer. Das Ergebnis dieser Veränderungen ist beachtlich. Das Sixpack Skywalker Pedal beißt sich förmlich in die griffigen Five.Ten-Sohlen und erzeugt zu jeder Zeit mehr als genug Halt für den Fuß.

CM0A3882
# Einmal draufgestellt, kriegt die Sohle so schnell keiner mehr vom Pedal runter.

Bergauf ist der Grip fast zu stark – das passiert uns selten.In der Tat ist der Grip so stark, dass in langsamen Passagen und Uphills teilweise zu viel Halt vorhanden ist. So muss der Fuß gefühlt aktiv vom Pedal gehoben werden, um ihn zur Abstützung benutzen zu können. Das ist Jammern auf hohem Niveau, doch für den Trail-Einsatz würden wir kürzere Pins empfehlen. Die von Werk aus verbauten langen Pins sind hingegen die erste Wahl, wenn das Gelände rauer und das Tempo höher wird. Über den gesamten Testzeitraum hinweg ist keine Situation entstanden, in der das Pedal zu wenig Halt geboten hätte. Mit dieser Leistung eignet es sich sehr gut für den anspruchsvollen Downhill- und Freeride-Einsatz. Im Vergleich zu anderen Pedalen liegt das Skywalker beim Grip in der Spitzengruppe. Lediglich die Twenty6 Predator Pedale [Test] haben uns nochmals mehr Grip geboten, während die Chromag Scarab Pedale [Test] etwas weniger Traktion für den Fuß geboten haben. Alle drei genannten Pedale bewegen sich jedoch auf einem sehr hohen Level.


# Die langen Pins sorgen für erstklassigen Grip. Im Trail-Einsatz wäre etwas weniger Haftung am Pedal jedoch manchmal besser. Zukünftig sollen daher Unterlegscheiben beiliegen, mit denen man die effektive Länge der Pins reduzieren kann

Haltbarkeit

Gewicht unter 400g und Preis bei 150€ – diese Kombination kann schnell schmerzhaft werden, wenn der Verschleiß am Pedal zu hoch wird. Für unsere getesteten Sixpack Skywalker Pedale können wir hier Entwarnung geben: Auch nach dem Test sind sie sowohl optisch, als auch technisch noch in sehr guter Form und zeigen keine spürbaren Verschleißerscheinungen.

Ein konstruktiver Nachteil des Skywalker Pedals der Verschleiß erzeugt ist seine offen liegende Achse. Sie erfordert zusätzliche Dichtungen, die sich in einem erhöhten Drehwiderstand auswirken können. Hinzu kommt, dass Dreck unter den Schuhen zu einem Schleifen des Schuhs auf der Achse führen kann. Dieser Effekt verursacht ebenfalls eine erhöhte Reibung und hat an einem der Pedale dafür gesorgt, dass deutliche Schleifspuren auf der Achse zu sehen sind.


# Spuren nach neun Monaten Dauereinsatz: leichter Rost an den Pins, Kratzer im Eloxal und Schleifspuren auf der Stahlachse. Alles Optik – kein Problem.

Auf die Dauerhaltbarkeit haben diese Effekte jedoch keinen negativen Einfluss. Einerseits sind die Dichtungen der Lager hochwertig und langlebig ausgelegt. Andererseits sind Schäden in der schwarzen Beschichtung der Achse mit keinerlei praktischen Einbußen versehen. Außer mit einer optischen Beeinträchtigung – die bei einem so hochpreisigen Pedal nicht unbedingt leicht zu verschmerzen ist. Doch: Das Skywalker ist ein Pedal, also behandeln wir es auch so. Für die Eisdiele braucht es den gebotenen Grip keineswegs. Da leben wir lieber mit den Kratzern.

Fazit

Mit einem Preis von 150€ (UVP) ist das Sixpack Skywalker Pedal nicht gerade günstig, doch die gebotene Verarbeitungsqualität, das niedrige Gewicht und der ausgezeichnete Grip sorgen dafür, dass es zu den besten Pedalen gehört, die wir bislang getestet haben. Für einen noch breiteren Einsatzbereich würden wir uns wünschen, dass im Lieferumfang noch einige kürzere Pins oder Unterlegscheiben enthalten wären, um den Grip individuell anpassen zu können.

CM0A3747
# Viermal Grip: Tester Hannes und…
CM0A3505
# Testfahrer Tobi

Stärken

  • großer, flacher Pedalkäfig
  • sehr guter Grip
  • sehr gute Verarbeitungs- und Lagerungsqualität

Schwächen

  • hoher Preis
  • Grip für All-Mountain-Touren und Uphills zu stark
  • keine Unterlegscheiben zum Kürzen der Pins im Lieferumfang

Weitere Informationen

Sixpack Homepage
Fotografen: Tobias Stahl, Johannes Herden
Text / Redaktion: Tobias Stahl | MTB-News.de 2014

Weitere Pedal-Tests auf MTB-News.de findest du hier:

  1. benutzerbild

    chorge

    dabei seit 05/2002

    Quietschen die Sohlen von 5/10 denn nicht auf der Achse, wenn sie diese beim Kurbeln berühren?
  2. benutzerbild

    jan84

    dabei seit 08/2005

    Hoffen wir, dass die besser halten als die Skywalker in der ersten Version. Die waren zwar angenehm flach und leicht, aber hatten ne schlechte Lagerung (schneller defekt) und der Pedalkörper ist auch sehr zeitig gerissen. Support von Seiten Sixpack war auch einfach nur schlecht.
    Hoffen wir, dass jetzt die besser halten. Ich bin von den superflachen weg und mit den IconAL die ich mittlerweile fahre zufrieden.
    Wenn Ihr mal Probleme mit den Pedalen habt am besten garnicht erst probieren über Sixpack abzuwickeln, sondern über den Händler von dem die Pedalen kommen*.

    Grüße,
    Jan

    *Ich weiß, dass das der normale weg ist, hab bisher aber bei direkter Abwicklung mim Hersteller/ Importeur oft gute Erfahrungen gemacht.
  3. Anzeige

  4. benutzerbild

    Mik999999

    dabei seit 08/2012

    chorge schrieb:
    Quietschen die Sohlen von 5/10 denn nicht auf der Achse, wenn sie diese beim Kurbeln berühren?

    nee, hab mit meinen 5/10 überhaupt keine probleme, die sitzen super auf dem pedal, ohne quietschen.
  5. benutzerbild

    Zerzal

    dabei seit 01/2015

    Hi

    Wie groß ist den die genaue nutzbare Standfläche? Oder entspricht diese den angegebenen Maßen des Pedalkäfig?

    Oder kann jemand sagen welches Pedal die größere Standfläche hat. Das Skywalker 2 oder das DMR Vault? Das DMR sollte ja n Fläche von 105x105mm bei einer käfig Größe von 115x115mm haben.

    Suche grosse Flats für Größe 45/46


    Ansonsten toller Artikel


    Grüße
  6. benutzerbild

    trailterror

    dabei seit 11/2010

    jan84 schrieb:
    Hoffen wir, dass die besser halten als die Skywalker in der ersten Version. Die waren zwar angenehm flach und leicht, aber hatten ne schlechte Lagerung (schneller defekt) und der Pedalkörper ist auch sehr zeitig gerissen.


    Kann ich so bestätigen.
    Lagerung nach kurzer nicht mehr zufriedenstellend. Später ist bei mir sogar ne verstrebung des pedalkörpers beidseitig komplett durch gebrochen.....

Was meinst du?

Wir laden dich ein, jeden Artikel bei uns im Forum zu kommentieren und diskutieren. Schau dir die bisherige Diskussion an oder kommentiere einfach im folgenden Formular:

Verpasse keine Neuheit. Trag dich für den MTB-News-Newsletter ein!