Nach 18.500 Höhenmetern, 560 Kilometern, spannenden Zielsprints und vielen emotionalen Momenten ist heute die 22. MAXXIS BIKE Transalp am Molvenosee zu Ende gegangen. 700 Mountainbiker aus 37 Nationen waren bei Europas legendärem Etappenrennen an den Start gegangen, um gemeinsam zu schwitzen, zu kämpfen und die spektakuläre Alpenwelt zu erleben. In diesem Jahr war es spannend bis zur letzten Minute. Schien der Titelsieg für die BULLS Fahrer Urs Huber (SUI) und Simon Stiebjahn (GER) schon fast sicher, gelang es den Titelverteidigen Jochen Käß (GER) und Daniel Geismayr (AUT) doch noch, das Ruder auf der letzten Etappe umzureißen und den Titel zum 7. Mal in Folge für Centurion Vaude zu holen. Rang 3 erkämpften sich der Italiener Marco Rebagliati und der Norwegische Meister Ole Hem (Wilier 7C Force).

In sieben Etappen führte die MAXXIS BIKE Transalp von Tux im Zillertal nach Molveno in Italien. Auf den ersten vier Etappen lieferten sich die Top-Teams ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Nur zwölf Sekunden trennten den Titelverteidiger Jochen Käß (GER) und seinen Teampartner Daniel Geismayr (AUT) von den Angreifern Urs Huber und Simon Stiebjahn. Gut für die Zuschauer, die sich über spannende Sprints auf der Zielgeraden freuen konnten. Erst auf Etappe 5 gelang es Team BULLS sich abzusetzen. Ein Sturz warf die Titelverteidiger zurück. Fast schien es so, als sei der Vorsprung von rund 3 Minuten nicht mehr einzuholen. Irrtum. Auf der letzten Etappe griff Centurion Vaude an und erkämpfte sich mit einem Vorsprung von mehr als zwei Minuten den Titel-Sieg, während das BULLS Team mit einer Panne zu kämpfen hatte. „Wir sind stolz, haben uns heute extrem gequält und sind extrem happy, dass wir das Rennen noch wenden konnten“, freute sich Geismayr im Ziel.

Ein letztes Mal in diesem Jahr wird die Uhr montiert. Das Finale der Transalp 2019 steht an!
# Ein letztes Mal in diesem Jahr wird die Uhr montiert. Das Finale der Transalp 2019 steht an!

Käß musste nach seinem Sturz die Zähne zusammen beißen. „Wir haben alles gegeben, alles riskiert. Am Ende hat vielleicht doch die Gerechtigkeit gesiegt“, sagt er mit Blick auf den Sturz. Bitter fürs Team Bulls: „Der technische Defekt hat uns den Gesamtsieg gekostet“, sagt Stiebjahn enttäuscht. „Trotzdem Respekt für die anderen, sie waren das stärkere Team über die Woche und haben verdient gewonnen. Aber nächstes Jahr greifen wir wieder an!“

Für Marco Rebagliati und Ole Hem kam der dritte Podiumsplatz überraschend, wollten sie doch eigentlich nur ihre Teamkollegen Tony Longo und Gregory Brenes Obando unterstützen. Doch es kam anders. „Zwei Etappensiege und ein Platz auf dem Gesamtpodium: Das ist für uns einfach der Hammer“, freut sich der Italiener.

Über „die wohl spannendste BIKE Transalp seit Jahren mit einem fulminanten Finale in Molveno“, blickt auch Organisator Jan Leschinski nach sieben spektakuläre Tage zurück. Spektakulär war auch die Zieleinfahrt des besten Frauenteams: Nina Hartleb und Elena Wagner aus Deutschland hatten sich einen riesigen Vorsprung von fast sieben Stunden (!) erkämpft und sich nie träumen lassen, das Führungstrikot zu tragen. „Ich kann es noch gar nicht glauben“, sagte Wagner und schob einen Appell an alle Frauen hinterher: „Wir brauchen hier mehr Mädels!“

Daniel Geismayr gibt alles!
# Daniel Geismayr gibt alles! - Selbst auf den letzten Metern versucht der Centurion Vaude-Profi jede Sekunde rauszuholen. Das Spitzenduo wusste zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht, dass sie deutlich in Führung lagen.

Ähnlich eindeutig war das Ergebnis in der Mixed-Wertung. Stefanie Dohrn (GER) und Philip Handl (SUI) von Centurion Vaude wurden ihrer Favoritenrolle von Anfang an und bis zum Schluss zu 100 Prozent gerecht. Bei den Masters-Fahrern kämpften immer wieder Massimo Debertolis (ITA) und Dax Jaikel (CRI), der mit einer Beinprothese fährt, gegen die Italiener Ivan Degasperi und Pierluigi Betelli. Der Gesamtsieg ging schließlich an den ehemaligen Weltmeister Debertolis und seinen Kollegen. „Das ist für uns der dritte Transalp-Sieg in Folge, ich bin einfach nur glücklich“, so Debertolis.

Premiere: Zum ersten Mal in der BIKE Transalp-Geschichte waren auch Einzelstarter zugelassen. Viele, die bislang keinen Partner gefunden hatten, nutzten die Chance, sich alleine der Herausforderung zu stellen. Bei den Männern konnte sich der Kolumbianer Diyer Rincom Gomez ganz klar als Sieger behaupten. Bei den Frauen fiel die Entscheidung erst auf der letzten Etappe: Der Sieg geht an die Niederländerin Helena Plasschaert.

Jochen Käß musste auf den letzten Metern leiden
# Jochen Käß musste auf den letzten Metern leiden - Geismayr machte auf den letzten 20 km richtig Dampf, sodass auch sein Teamkollege extrem kämpfen musste

BULLS Blog: Der Super Gau – Inside-Einblicke von Simon Stiebjahn

Halli Hallo liebe MTB-News.de Leser,

ich bin kein Freund von Übertreibungen, aber das Erlebte heute gehört für meine sportliche Karriere definitiv in die Kategorie „Super Gau“. Urs und ich gingen mit mehr als 3 Minuten Vorsprung auf das Team Centurion Vaude in diese letzte Etappe der diesjährigen Maxxis Bike Transalp, doch am Ende reicht der Vorsprung nicht aus und wir müssen einmal mehr dem Team Centurion Vaude zum Sieg bei der Transalp gratulieren.

Die schnellsten Herren-Teams der Transalp 2019!
# Die schnellsten Herren-Teams der Transalp 2019!

Was war passiert? Nach den letzten zwei guten Tagen, an denen wir das Trikot übernehmen konnten und auch weiter Zeit gut gemacht haben gestern, kommt heute alles anders. In der gestrigen Etappe hatten wir bemerkt, dass das Hinterrad von Urs zu „knacken“ begann und uns dazu entschieden das Laufrad zu tauschen. Diese Entscheidung rächte sich nach 19 km in der heutigen Etappe. Zu allem Unglück geschah das auch noch ca. 1 km nachdem unser Depot war. Der Freilauf im Hinterrad von Urs war gebrochen. Zum Glück hatten wir unser Backup Team dabei und konnten das Laufrad von Martin Frey einbauen. Der „Schaden“ war allerdings schon geschehen. Zum Zeitpunkt des Defekts war Jochen Käß alleine ca. 40 Sekunden in Front gefahren. Er hatte auf dem Downhill einiges an Risiko genommen. Durch unseren Defekt konnte Daniel Geismayr mit Vollgas das Loch schließen und das Rennen um den Titel war eröffnet. Es dauerte ganze 19 km bis wir die erste Zwischenzeit von außen bekamen und die sagte nichts Gutes. 2:43min Rückstand auf das Team Centurion und noch 20 km zu fahren. Der mentale Vorteil lag in diesem Moment natürlich klar bei Käß/Geismayr, aber wir haben alles versucht. Nur 5km später bei der einzigen Zwischenzeit am heutigen Tag betrug unser Rückstand 3:24min und ca. 4 km vor dem Ziel hatten wir 4:30 Rückstand. Spätestens da war uns klar: Das wird verdammt schwer.

Am Ende steht der dritte Rang auf der Etappe und Platz 2 mit knapp 3 Minuten Rückstand auf den Ergebnislisten und klar, unsere Enttäuschung ist sehr groß. Trotz all dem habe ich mich beim ganzen Team mit einer Ansprache für den tollen Zusammenhalt und die klasse Woche in den Alpen bedankt. Centurion Vaude und wir waren auf Augenhöhe und am Ende haben Kleinigkeiten das Rennen zu unseren Ungunsten entschieden, auch wenn man sagen muss: Am Ende war heute kein Kraut gewachsen gegen Daniel Geismayr. Er hat auf den letzten 20 km das Tempo so hochgehalten, dass er uns das Trikot quasi vor der Nase wegschnappte. Das ist Sport und wir kommen auf alle Fälle im nächsten Jahr wieder.

Freut euch auf noch ausführlichere Infos dann in den kommenden Tagen in unserem Nachbericht der Bike Transalp.

Bis bald und Danke fürs verfolgen auf MTB-News.de und unseren Social Media Kanälen.
Grüße Simon :-)

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# BIKE-TRANSALP-2019 07426
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# BIKE-TRANSALP-2019 07405

Alle Ergebnisse findet ihr hier.

Alle Artikel zur BIKE Transalp 2019:

Infos: Pressemitteilung BIKE Transalp | Bilder: Markus Gerber/Martin Sass
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