Der erste Lauf des XC-Weltcups steht vor der Tür – und wartet aus deutscher Sicht direkt mit dem Highlight auf. Das Albstädter Bullentäle ist bekannt für seine großartige Stimmung – sowohl bei Fahrern als auch bei den Fans steht das Rennen hoch im Kurs. Doch wie kommt man als Zuschauer überhaupt nach Albstadt, was kostet der Eintritt und was erwartet die Fans im Bullentäle an Rahmenveranstaltungen? Wir haben die wichtigsten Infos für alle Zuschauer und Interessierte zusammengefasst, sodass einem packenden Zuschauerlebnis nichts mehr im Wege steht.

Der Ort

Albstadt liegt ziemlich genau in der Mitte zwischen der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart und dem Bodensee. Jeweils zirka 90 Kilometer sind es bis zu den wohl bekanntesten Orten in Baden-Württemberg. Die 50.000-Seelen-Gemeinde liegt inmitten der Schwäbischen Alb und ist hauptsächlich bekannt für die unglaublichen Ausblicke vom Albtrauf ins Tal. Das macht die Region zu einem beliebten Outdoorziel für Jedermann. Aber seit nun zwölf Jahren ist das Bullentäle zwischen den beiden Ortsteilen Truchtelfingen und Tailfingen Austragungsort großer MTB-Wettkämpfe. Zweimal wurden deutsche Meisterschaften veranstaltet und mehrfach Bundesliga-Rennen im HC-Status. Der Weltcup gastiert nun zum sechsten Mal in Albstadt.

Weniger als eine Woche noch bis zum Spektakel in Albstadt: Die tausenden Zuschauer verwandeln das "Bullentäle" in einen wahren Hexenkessel
# Weniger als eine Woche noch bis zum Spektakel in Albstadt: Die tausenden Zuschauer verwandeln das "Bullentäle" in einen wahren Hexenkessel - Bartek Wolinski/Red Bull Content Pool

Die Rennen in Albstadt sind bekannt geworden durch die grandiose Atmosphäre. Zu Beginn der Wettkämpfe fuhren die Fahrer in einem Spalier das Bullentäle hoch, die Zuschauer schrien die Fahrer förmlich den Berg hinauf. In jedem Jahr wurde die Strecke zuschauerfreundlicher gestaltet. An manchen Stellen kann man die Fahrer fast eine halbe Rennrunde lang bewundern. Die Zuschauerzahlen sind in jedem Jahr enorm hoch. Jedes Mal pilgern bis zu 20.000 Menschen zu den Rennen. Also: Gänsehautfeeling ist garantiert, wenn die Weltelite die Anstiege erklimmt.

Die Strecke

Die Albstädter Strecke ist bekannt als die wohl härteste im ganzen Weltcup-Zirkus. Bei keinem anderen Rundkurs sind die Anstiege so steil und so lang. Hinzu kommt der Faktor, dass die Abfahrten eher weniger anspruchsvoll sind und von daher kaum Abstände in den Downhills zustande kommen. In diesem Jahr haben die Veranstalter im Zuge der kommenden Weltmeisterschaft 2020 die Strecke nochmals stark überarbeitet. Viele bisherige Schlüsselstellen sind verändert worden, da es insbesondere bei nassen Bedingungen zu vielen Stürzen und Verletzungen kam. Nicht jeder Profi scheint jedoch über die Veränderungen erfreut zu sein, wie beispielsweise der Neuseeländer Anton Cooper, der vor wenigen Tagen auf Instagram Kritik äußerte.

Die Grundzüge der Strecke blieben erhalten, doch die Organisatoren veränderten einige Passagen drastisch
# Die Grundzüge der Strecke blieben erhalten, doch die Organisatoren veränderten einige Passagen drastisch - Nicht jeder Profi sieht das Positiv, wie beispielsweise der Neuseeländer Anton Cooper

Einen Überblick über die Strecke inklusive eines Videos mit einer Runde aus Sicht der Fahrer aus dem Jahr 2016 findet ihr hier.

Die Veranstaltung

Das Highlight des Wochenendes sind natürlich die Weltcup-Rennen am Samstag und Sonntag. Während die U23-Männer bereits am Samstagmittag im Bullentäle ihre Besten suchen, finden sowohl die Eliterennen der Frauen und Herren als auch das U23-Rennen der Damen am Sonntag statt. Der Event beschränkt sich aber nicht nur auf diese Wettkämpfe, sondern geht noch weit über diese hinaus.

Die Veranstaltung

Das Highlight des Wochenendes sind natürlich die Weltcup-Rennen am Samstag und Sonntag. Während die U23-Männer bereits am Samstagmittag im Bullentäle ihre Besten suchen, finden sowohl die Eliterennen der Frauen und Herren, als auch das U23-Rennen der Damen am Sonntag statt. Der Event beschränkt sich aber nicht nur auf diese Wettkämpfe, sondern geht noch weit über diese hinaus.

Am Freitag, den 17.05.19 startet die Veranstaltung mit dem Short Track der Damen und Herren. Die besten 40 Fahrer der Weltrangliste werden dort in einem kurzen Rennformat von rund 30 Minuten Renndauer die Startplätze für das Cross-Country-Rennen am Sonntag ausfahren. Zudem gibt es dort für die besten Fahrer einige Weltcup-Punkte zu sammeln, die für die Gsamtwertung sehr wichtig sind.

Der Short Track läutet am Freitag Abend das Eventwochenende ein: Die besten 40 Fahrerinnen und Fahrer der Eliteklasse kämpfen dort um eine möglichst gute Startposition für das Cross-Country-Rennen am Sonntag
# Der Short Track läutet am Freitag Abend das Eventwochenende ein: Die besten 40 Fahrerinnen und Fahrer der Eliteklasse kämpfen dort um eine möglichst gute Startposition für das Cross-Country-Rennen am Sonntag - Bartek Wolinski/Red Bull Content Pool

Am Samstagmorgen machen die weltbesten Junioren den Auftakt. Bei der XCO Junior Series werden einige internationale Top-Fahrer der U19-Kategegorie erwartet, die dort wichtige Weltranglistenpunkte sammeln können. Nach dem frühen Start der männlichen Junioren um 9 Uhr folgen die Juniorinnen um 10:40 Uhr. Mittags folgt dann der erste Start des UCI MTB World Cup – die männliche U23-Kategorie geht um 14:30 Uhr auf die Strecke. Direkt danach stehen dann die Hobbyfahrer im Fokus: Beim Gonso-Classic-Kurzmarathon kann jedermann über 23 Kilometer oder 46 Kilometer an den Start gehen. Der Clou: Jeder darf nach einer Runde selbst entscheiden, ob er schon ins Ziel abbiegen möchte oder erneut auf die 500 Höhenmeter-Schleife geht. Die Anmeldung ist bis kurz vor dem Start möglich.

Abschließen wird den Samstag ein Novum: Erstmalig wird ihm Rahmen eines UCI MTB World Cup ein E-MTB-Rennen ausgetragen. Dieser Wettkampf steht ganz im Zeichen der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Albstadt. Dort wird dann zum zweiten Mal in der Geschichte eine E-MTB-Weltmeisterschaft ausgetragen – in diesem Jahr soll ein Testlauf erste Erfahrungswerte in dieser Hinsicht ermöglichen.

Erstmalig findet im Rahmen eines UCI MTB World Cup ein Rennen für E-MTBs statt. In Albstadt wird dieses Rennen die Generalprobe für die E-MTB-WM im kommenden Jahr sein
# Erstmalig findet im Rahmen eines UCI MTB World Cup ein Rennen für E-MTBs statt. In Albstadt wird dieses Rennen die Generalprobe für die E-MTB-WM im kommenden Jahr sein - Foto: Marius Maasewerd

Der Sonntag steht dann ganz im Zeichen des Profisports. Ab 9 Uhr messen sich zunächst die U23-Frauen, dann die Elite-Frauen und abschließend die Elite-Männer und kämpfen um die begehrten Weltcup-Punkte. Ein absolutes Highlight für alle bikeverrückten Kinder unter neun Jahren: Zwischen dem Rennen der Frauen und Männer gibt es ein Bambini-Rennen, bei dem sogar mit Laufrädern mitgefahren werden darf – inklusive gigantischer Zuschauerkulisse.

XC-Weltcup Albstadt 2019 – Zeitplan

Freitag, 17. Mai 2019

  • 17:30 Uhr (MEZ): Short Track Frauen
  • 18:15 Uhr (MEZ): Short Track Männer

Samstag, 18. Mai 2019

  • 14:30 Uhr (MEZ): U23-Männer

Sonntag, 19. Mai 2019

  • 9:00 Uhr (MEZ): U23-Frauen
  • 11:20 Uhr (MEZ): Frauen Elite
  • 14:35 Uhr (MEZ): Männer Elite

Den kompletten Zeitplan findet ihr hier.

Die Anfahrt

Die Infrastruktur in Albstadt ist nicht ausgelegt für Großevents wie den Weltcup. Deshalb versuchen die Organisatoren vor allem die Parksituation durch eine Park & Ride-Möglichkeit zu entschärfen. Am Sonntag wird ein kostenloser Shuttle-Service vom Parkplatz des größten Albstädter Unternehmens Groz-Beckert aus eingerichtet. Sicherlich eine sinnvolle Alternative für diejenigen, die sich den Parkstress um das enge Eventgelände ersparen möchten. Der Bus verkehrt im 20-Minuten-Takt.

Parkplatz bei der Firma Groz-Beckert:

Das Eventgelände liegt zirka fünf Kilometer nördlich im Albstädter Ortsteil Tailfingen und ist mit dem Bus in 15 Minuten erreichbar. Weitere Informationen zur Anfahrt findet ihr hier.

Eintrittspreise

Wie bei vielen Großveranstaltungen wird beim Weltcup in Albstadt Eintritt verlangt. Ohne Karte kein Spektakel. Wer im Vorfeld seine Karten kauft, spart richtig Geld: Für den Samstag kostet die Karte im Vorverkauf 7,20 €, vor Ort dann 9 €. Am Sonntag zahlt man am Eventgelände 18 €, wer sich früher das Ticket besorgt, zahlt nur 14,40 €. Ermäßigte erhalten einen Rabatt auf alle Preise. Außerdem gibt es noch ein Weekendticket für 19,20 €/24 € und ein Familienticket für 38,40 €/48 € (Vorverkauf/vor Ort). Weitere Informationen dazu gibt es hier.

Die Zuschauer bekommen viel zu sehen im Bullentäle
# Die Zuschauer bekommen viel zu sehen im Bullentäle - Wenige Strecken auf dem Planeten bieten den Zuschauern die Möglichkeit die Profis so hautnah zu erleben

Die Favoriten

Klare Favoriten beim ersten Weltcuprennen der Saison vorherzusagen fällt schwer – schließlich trifft die Weltelite zum ersten Mal in diesem Jahr komplett aufeinander. Bei den Damen dürften vor allem die bestimmenden Fahrerinnen der beiden vergangenen Jahre, Annika Langvad und Jolanda Neff, im Fokus stehen. Weltmeister Nino Schurter gilt auch in diesem Jahr bei den Herren als größter Anwärter auf den Sieg in Albstadt. Eine große Vorschau mit den Favoritinnen und Favoriten der einzelnen Rennen folgt hier auf MTB-News.de in den nächsten Tagen.

Nino Schurter konnte Albstadt bereits drei Mal triumphieren
# Nino Schurter konnte Albstadt bereits drei Mal triumphieren - Gelingt ihm in diesem Jahr der vierte Erfolg?

Alle Artikel zum XC World Cup in Albstadt 2019:

  1. benutzerbild

    Hammer-Ali

    dabei seit 11/2016

    XknobiX schrieb:
    Jetzt übertreibt mal nicht gleich so. Klar lässt sich die Strecke in Albstadt mit einem Crosser bewältigen. Aber mit einem Crosser könnte man, bei ausreichender Fahrtechnik vorrausgesetzt, theoretisch auch bei einem DH-Weltcup an den Start gehen. Die Frage ist dann halt wie lange man für die Strecke braucht.

    Ich hab sowhl einen Crosser wie auch ein XC-Hardtail in meiner Garage, nach meiner Erfahrung ist ein Crosser gegenüber dem Hardatil eingentlich nur auf sehr glatten Schotter oder Asphalt überlegen oder beim Tempobolzen im Flachen.

    Albstadt war letztes Jahr auch eine ordentliche Schlammschlacht. Die Strecke war so aufgeweicht und rutschig das selbst die Elite bei den Herren an Ihre fahrtechnische Grenze gehen musste um nicht zu stürzen.
    Vermutlich wollte man da einigen Sektionen einfach etwas entschärfen um das Rennen flüssiger zu gestalten. Sonst wäre es ein Crosslauf geworden..

    Mag sein das sie dort jetzt halt mal was planiert haben, aber deswegen ist der Trend im XC die letzten Jahre trotzdem immer mehr Fully,Dropper Post usw. eben wegen der immer schwierigern Strecken.

    Da haben letztes Jahr, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, aber auch einige es bei der Reifenwahl verwachst, insbesondere bei den Frauen. Quasi profillos im Regen bei der aufgeweichten Strecke war halt ein großes Risiko. Die Körpersprache insbesondere einiger weiblicher Fahrer zeigte zudem deutlich auf mit welchem Unwillen die in die technischen Sektionen gingen. Was sicherlich auch der Reifenwahl geschuldet war, aber nicht nur.

    Eine Annika Langvad täte gut daran sich nicht nur mit RR-Rennen sich auf die XC-Saison vorzubereiten, sondern auch mal an ihren technischen Fähigkeiten zu arbeiten.
    90 % des Forums könnte ihr da sicherlich gut weiterhelfen..
  2. benutzerbild

    Oldie-Paul

    dabei seit 08/2011

    XknobiX schrieb:
    ... Mag sein das sie dort jetzt halt mal was planiert haben, aber deswegen ist der Trend im XC die letzten Jahre trotzdem immer mehr Fully,Dropper Post usw. eben wegen der immer schwierigern Strecken.
    Ganz falsch. Die fahrer werden immer schlechter und benötigen daher allerhand hilfen, damit sie überhaupt rumkommen. Deshalb wird der typ aus Neuseeland auf einem schlichten klassischen hardtail das rennen mit seinen skills haushoch gewinnen. :aetsch:
  3. Anzeige

  4. benutzerbild

    freak13

    dabei seit 12/2004

    moggale schrieb:
    20% auf die Ticketpreise rauf gehauen!

    Klar - der ganze Schotter kostet Schotter
    Kopf trifft Tischplatte....
  5. benutzerbild

    XknobiX

    dabei seit 07/2009

    Oldie-Paul schrieb:
    Ganz falsch. Die fahrer werden immer schlechter und benötigen daher allerhand hilfen, damit sie überhaupt rumkommen. Deshalb wird der typ aus Neuseeland auf einem schlichten klassischen hardtail das rennen mit seinen skills haushoch gewinnen. :aetsch:
  6. benutzerbild

    XknobiX

    dabei seit 07/2009

    So kann man es natürlich auch wieder sehen... , wobei ich jetzt mal die gewagte These aufstelle das zumindest mal die Spitze im XC-Weltcup so ein fahrtechnisches Level hat das sie auch bei einer EWS Stage gut mithalten können.

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