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So funktioniert's
So funktioniert's - der Schlauchreifen dient als Durchschlagschutz und stützt den Reifen
Auf geht's
Auf geht's - einstellen des Reifendrucks und des Drucks der inneren Kammer
Deaneasy verwendet ein Autoventil außen
Deaneasy verwendet ein Autoventil außen - ein Sclaverand-Ventil füllt den Tubular im Inneren
Über das rote Ventil wird der Reifen befüllt
Über das rote Ventil wird der Reifen befüllt
Auch in langsamem, technischen Geläuf überzeugt Deaneasy
Auch in langsamem, technischen Geläuf überzeugt Deaneasy - hier im Bild der direkte Vergleich ohne Doppelkammer
Schnelle Kurvenfahrt
Schnelle Kurvenfahrt - der Reifen knickt nicht um, es lässt sich stabil durch die Kurve fahren.
Nasse Testbedingungen am Lago
Nasse Testbedingungen am Lago
Ich sag's jetzt mal so
Ich sag's jetzt mal so - auf der nassen Holzrampe hilft auch wenig Druck nur bedingt. Irgendwann braucht es einfach auch das passende Gummi.
Boom, gediegen auf den Kern durchgeschlagen
Boom, gediegen auf den Kern durchgeschlagen - macht einfach nichts.

Neben einer ausführlichen Vorstellung des Deaneasy-Systems durch die Entwickler konnten wir am Gardasee auch eine erste Testfahrt mit dem der Doppelkammer im Reifen unternehmen. Also haben wir beide Kammern mit Luft gefüllt und uns auf die Trails gemacht.

Testbedingungen

Die Idee des Tests war, Bikes mit und ohne Deaneasy im direkten Vergleich Probe zu fahren. So wurden neben Alutech Fanes Enduros auch zwei Alutech ICB2.0 mit Doppelkammer-System aufgebaut, und ebenso viele Bikes ohne. Anschließend fuhren wir zwei Trails und wechselten dabei die Bikes regelmäßig durch. Während wir die Bikes aufbauten, regnete es noch heftig, doch genau zur Testfahrt hatte das Wetter erbarmen. So fuhren wir auf nassen Trails am Gardasee – wer schon einmal dort war, weiß: Auf dem Kalkstein entwickelt sich bei Nässe eine schön schmierige Schicht, dazu Steine und Matsch. Alles in allem durchaus anspruchsvolle Testbedingungen. Wir fuhren den flowigen Narancho (übrigens der spaßigste Trail, den ich bisher am Lago gefahren bin) und den Skull, der auch für seine Felspassagen bekannt ist.

So funktioniert's
# So funktioniert's - der Schlauchreifen dient als Durchschlagschutz und stützt den Reifen

Das System in Kürze

Deaneasy – das ist ein Schlauchreifen im Reifen. Der innere Schlauchreifen kann mit 8 Bar befüllt werden und übernimmt zwei Funktionen: Er drückt den Reifen gegen die Felgenflanken und dient als Durchschlagschutz, da er über die Felgenhörner hinaus steht. Der Reifen selbst wird tubeless aufgebaut und kann mit sehr niedrigem Reifendruck gefahren werden, denn Burping und Durchschläge stellen dank Innenkammer kein Problem dar.

Auf geht's
# Auf geht's - einstellen des Reifendrucks und des Drucks der inneren Kammer
Deaneasy verwendet ein Autoventil außen
# Deaneasy verwendet ein Autoventil außen - ein Sclaverand-Ventil füllt den Tubular im Inneren
Über das rote Ventil wird der Reifen befüllt
# Über das rote Ventil wird der Reifen befüllt

Testfahrt

Am Parkplatz wurden unsere Bikes mit relativ gewöhnlichem Luftdruck ausgestattet:  1,4 Bar hinten im eigentlichen Reifen, sowie 8 Bar in der inneren Kammer. Auf der ersten kurzen Tretstrecke bergauf war dabei kein Nachteil hinsichtlich des Rollwiderstands festzustellen. Das verwundert nicht, denn der Reifendruck war nicht so außergewöhnlich niedrig (gewöhnlich fahre ich lediglich etwa 0,3 Bar mehr) und bei den Reifen handelte es sich um gewöhnliche WTB Vigilante (Vorne) und Trail Boss Reifen (hinten). Das gleiche galt jedoch auch für den Grip: Gut, aber nicht so, dass er mich vom Hocker gehauen hätte. Als ich bergauf über einige nasse Schrägen fuhr, rutschte der Hinterreifen genau so zur Seite, wie ich es erwartet hätte. Der Fahrkomfort dabei hoch, aber irgendwie nicht ganz die beeindruckende Vorstellung, die ich mit Schwalbe Procore erlebt hatte.

Auch in langsamem, technischen Geläuf überzeugt Deaneasy
# Auch in langsamem, technischen Geläuf überzeugt Deaneasy - hier im Bild der direkte Vergleich ohne Doppelkammer

Bei der ersten Pause ließen wir dann kollektiv Luft ab: Auf 1 Bar am Vorderrad und 1,1 Bar am Hinterrad. Ab diesem Moment gab es bei den Fahrern der Bikes mit Doppelkammer den sprichwörtlichen Aha-Effekt. Die weichen Reifen schmiegen sich jetzt an jeden Fels, bereits beim Aufsitzen federt man richtig spürbar in die Reifen. Wenn man das Bike hochhebt und fallen lässt, landet es soft, beinahe wie ein Downhill-Bike. Und ähnlich selbstsicher steht man auf dem Bike. Die weicheren Reifen lassen das Bike sicherer stehen, geben sofort Selbstvertrauen. Beim hin und her wechseln mit den Bikes ohne Doppelkammer und mit normalem Reifendruck (1,7 Bar) wird der Unterschied direkt deutlich.

Klar, auch ohne Doppelkammer kommt man den Berg runter, und in den flowigen Passagen mit Waldboden ist kein Nachteil spürbar. Doch sobald der Trail fordert, Steine vor die Reifen schmeißt und Wurzeln quer schlagen, ist weniger mehr. Weniger Reifendruck heißt mehr Komfort. Dabei handelt man sich tatsächlich kein sonderlich schwammiges Gefühl ein, stattdessen zieht der Reifen sauber um die Kurve. Die Stützwirkung des inneren Kerns scheint also zu funktionieren.

Schnelle Kurvenfahrt
# Schnelle Kurvenfahrt - der Reifen knickt nicht um, es lässt sich stabil durch die Kurve fahren.

In offenen Steinfeldern, wo man es richtig stehen lassen kann, halte ich bewusst auf einige Felskanten drauf. Der Reifen schlägt durch, was soll er auch sonst tun. Doch der Durchschlag fühlt sich erstens nicht ganz so martialisch an, wie wenn man mal wieder die Felge angeschlagen hat, und zweitens kann ich die Fahrt unbeirrt fortsetzen. Wegen des erhöhten Kerns hätte ich eigentlich erwartet mit nur 1 Bar häufiger Durchschläge zu haben, doch die kleinere Luftkammer scheint sich hier positiv auszuwirken.

Nasse Testbedingungen am Lago
# Nasse Testbedingungen am Lago
Ich sag's jetzt mal so
# Ich sag's jetzt mal so - auf der nassen Holzrampe hilft auch wenig Druck nur bedingt. Irgendwann braucht es einfach auch das passende Gummi.

Wo also ist der Haken? Am Deaneasy-System scheint wenig kaputt gehen zu können: Konventionelles Ventil, konventionelle Gewebekonstruktion, kaum äußeren Belastungen ausgesetzt. Das rote Extra-Ventil, das die äußere Kammer befüllt, muss natürlich auch dicht halten. Bei unseren Testsystemen ist das wenig elegant über Zweikomponenten-Klebstoff gelöst, doch die eingeschraubte Variante klingt da besser zu handhaben. Hier soll dann auch die Tubeless-Milch mithelfen, das System abzudichten.

Grip und Kontrolle ohne Grenzen? Klares Nein! Auch wenn wenig Druck viel hilft – es gibt Situationen, in denen das nicht reicht. Wenn Oberflächen rutschig genug sind, so hilft die vergrößerte Auflagefläche nur bedingt weiter. Dann braucht es ein entsprechend griffiges Gummi.

Boom, gediegen auf den Kern durchgeschlagen
# Boom, gediegen auf den Kern durchgeschlagen - macht einfach nichts.

Bleibt die Sache mit dem benötigten 10 mm Loch in der Felge. Hier fragen wir uns, ob das wirklich die bessere Lösung ist, als mit 2 normalen Löchern zu arbeiten, wie es bei frühen Procore-Varianten der Fall war. Die benötigten auch kein Spezialventil, sondern lediglich ein gewöhnliches Tubeless-Ventil.

Fazit

Voraussichtlich 240 € sind eine knackige Investition, noch dazu, wenn man dann auch noch seine Felgen aufbohren muss. Aber wir haben es bei Procore gesagt und sagen es hier gerne noch einmal: Keine andere Tuning-Maßnahme für denselben Preis wird für einen solch deutlichen Vorteil hinsichtlich Fahrkomfort und Fahrsicherheit sorgen. Wie sehr der extrem niedrige Luftdruck bergauf bremst, müssen wir noch erfahren, bisher scheint uns der Nachteil, insbesondere abseits von Asphalt, äußerst gering auszufallen. Das Gewicht von Deaneasy + Dichtmilch dürfte dem eines 200 g Schlauch ziemlich ähnlich sein, weshalb ein Gewichtsnachteil nur geringfügig bestehen sollte.




Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

    Makke

    dabei seit 08/2002

    Es ist nun mal kein "Jedermanprodukt", aber für einige Leute lassen sich damit Probleme lösen, die klassisch Schlauch oder Tubless nicht ganz schaffen.
    Ich kenne einige Fahrer, die gerne extremste Sachen versuchen zu fahren, die sind ziemlich begesitert von den Systemen.
  2. benutzerbild

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  3. benutzerbild

    felixh.

    dabei seit 07/2004

    Ich hätte ich auch noch über ein breiteres DeanEasy gefreut. DeanEasy ist im Prinzip schon einfach besser wie ProCore (abgesehen von dem Ventil - da wäre Doppelventil - also zwei Löcher eh am besten).
  4. benutzerbild

    Thiel

    dabei seit 10/2007

    Je nach Aufstellung und Hintergründe der Firma, wird es aber sehr schwer etwas zu verkaufen bzw. davon ausreichende Gewinne zu machen, wenn es kein "jeder Mann" Produkt ist.
    Deswegen glaube ich im Moment nicht daran, das es dieses Produkt von Dean Easy noch lange geben wird.
    Es hätte schon länger eine Version für breitere Felgen geben müssen.
  5. benutzerbild

    berkel

    dabei seit 05/2002

    GrazerTourer
    GEstern war ich das erste Mal mit jemande mit echtem Procore unterwegs. Nach 300 Höhenmetern war der Procore Schlauch kaputt und auch der Mantel hatte einen Snakebite. Supergau! Und das bei >1,7 Bar im Reifen bei >90kg Fahrergewicht.
    Dann war aber nicht mehr genug Druck im Procore Schlauch, sonst kann es ja normal keinen Snakebite geben? Man muss auch regelmäßig den Druck im Procore Schlauch kontrollieren, der verliert ja Luft über die Zeit. Evtl. ist auch das Ventil undicht gewesen. Da gefällt mir auch eigentlich das Doppelventil nicht - ich denke 2 getrennte Ventile wären besser.

    Ich bin bisher vom Schwalbe Procore sehr angetan. Die Montage ist etwas aufwendiger als Tubeless, aber ansonsten problemlos (ich hatte vorher mit DIY rumgefummelt). Man hat mit ~1bar viel Grip ohne sich Sorgen um Durchschläge zu machen - wenn es richtig scheppert sollte man trotzdem etwas mehr Druck fahren. Das war z.B. am Gardasee schon praktisch wo sich technische mit rumpeligen Passagen abwechseln.
  6. benutzerbild

    LB Jörg

    dabei seit 12/2002

    Naja, das man so wenig hier liest hat zwei Gründe.
    Einmal weil es funktioniert und zum Zweiten, weil es überwiegend die Fahrer nutzen für die es sinnvoll ist....und die schreiben in der Regel auch weniger hier ;)

    Nebenbei ist 3.0Zoll noch weiter im kommen und da ist Procore sowieso pflicht, bzw. Procore ist überhaupt einer der Gründe warum es weiter im kommen sein wird.

    Ich hab auch nur sehr wenig über Procore hier im Forum geschrieben, habs aber in 5 Laufrädern verbaut. Und des kommt bestimmt nicht mehr so schnell da wieder raus ;)

    G.:)

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