Als es dann endlich auf „engeres“ Geläuf geht, beginnt der berühmte Jo-Jo-Effekt. Bei jeder Engstelle (Sand, Trail, …) staut es sich. Danach sprinten alle Fahrer ab Platz 20 – je nachdem wie weit hinten sie sind – zwischen ein und drei Minuten lang, um wieder an die Gruppe heran zu kommen. Auch Frans, mein Partner, entkommt einem Sturz nur, indem er über das Rad von einem vor ihm gestürzten Fahrer springt. Dabei wird er so aufgehalten, dass wir das Jo-Jo Spiel fleißig mitspielen dürfen.
Ab Kilometer 43 geht es richtig zur Sache und wir sind gut dabei
Der erste Wasserpunkt: Die Trinkflaschen der Elite Fahrer stehen alle auf einem ca. 2 x 2 Meter großen Tisch. Könnt ihr euch vorstellen wie es zugeht wenn 40 Fahrer gleichzeitig an diesen Tisch wollen? – Lustige Angelegenheit! Uns gelingt das Ganze recht gut und wir sind endlich vorne dabei. Jetzt geht’s los und ein 3,5 Kilometer langer und steiler Berg mit fast ausschließlich losen Steinen steht an. Fumic/Avancini (Cannondale), die am Ende den Zielsprint des Tages gewinnen, und Kulhavy/Grotts (Investec Songo Specialized) machen sich alsbald aus dem Staub. Die Beiden fahren heute in einer anderen Liga und holen quasi auf alle anderen Teams etwa fünf Minuten heraus. Das ist viel, aber eben auch nur ein platter Reifen. Hier kann alles passieren. Wir haben uns zwischenzeitlich in der Verfolgergruppe platzieren können, die leider auf den letzten 30 Kilometern mit vielen Flachstücken nicht so wirklich harmoniert. Leider hat jedes der sieben Teams in der Gruppe einen Fahrer, der nicht mehr bei 100% ist. Sprich keiner will seinen eigenen Partner unter Druck setzen. Es schließen weitere Teams auf. Ganze 1000 Meter vor dem Ziel gelingt das auch Platt/Huber vom Team Bulls 1. Unglaublich. Die Jungs habe ich den ganzen Tag nicht gesehen, aber so ist es halt: Erfahrung zahlt sich aus. Leider haben sich zu dem Zeitpunkt zwei Teams abgesetzt und retten sich mit ca. 15 Sekunden auf unsere Gruppe ins Ziel. Frans ist im Sprint nicht mehr in der Lage noch dagegen zu halten. Aber wir werden gute Achte des Tages und liegen jetzt auf Rang 9 im Gesamtklassement. Rundum ein guter Tag.
Und was ist sonst passiert?
Einige Teams hatten schon heute große Probleme. Die Vorjahressieger Schurter/Stirnemann (Scott-SRAM) haben einen rabenschwarzen Tag. Schurter verkündete eben auf Social Media den Grund: Stirnemann hat eine Infektion und muss das Rennen auch verlassen. Schade. Geismayr/Rohrbach (Centurion Vaude 1) muss sein Leaderjersey heute an Cannondale abdrücken. Zuerst machte Geismayr nicht den besten Eindruck, in den letzten Kilometern ist es dann Rohrbach. Die Beiden sind aber noch nicht geschlagen! Stiebjahn/Böhme (Team Bulls 2) sind super dabei bei uns in der Gruppe. Leider erleidet Simon in der langen, steinigen Abfahrt einen Cut im Reifen. Ganze 5 Minuten verlieren die Zwei. Kann jedem passieren, jeden Tag. Auch Porro/Ferraro (Selle San Marco 1) fahren auf dieser Abfahrt direkt vor mit einem Platten. Auch sie verlieren einige Minuten. Ihr zweites Team Rabensteiner/Casagrande rettet den dritten Platz ins Ziel. Sau stark! Sicher auch überraschend: Das Duo Fanger/Vitzthuem kann unsere Gruppe auf den letzten 10 km düpieren und Rang 4 erreichen.
Schaut morgen wieder rein zum Blog der 2. Etappe,
Grüße Euer Markus
Tech Talk
Steine wohin das Auge schaut, Laufräder/Reifen und Reparatur Sets
Das Gelände hier beim Cape Epic ist speziell und birgt viel Risiko. Hier bei Reifen und/oder Reperatursets Gewicht zu sparen ist praktisch keine Option. Die Ceetec Carbon Felgen mit 27,4 mm Innenbreite ermöglichen mehr Volumen im Reifen. Am Vorderrad habe ich mich aktuell für einen Maxxis Ardent Race 2,2 EXO C3 entschieden. Kein Leichtgewicht, aber super pannensicher und mit guten Seitenstollen für die vielen Sand- bzw. Staubabfahrten. Am Hinterrad „reicht“ mir ein Ikon 2.2 EXO 3C. Der rollt etwas besser, aber ohne große Seitenstollen. Vorne fahre ich 1,6 bar, hinten 1,65 bar Luftdruck.
Für etwaige Platten habe ich ein Sahmurai Sword mit zwei vormontierten Plugs an Bord, eine CO2 Kartusche am Bike direkt montiert und eine weitere in der Satteltasche. Dort ist auch ein Ersatzschlauch, der schon mit Dichtmilch gefüllt ist. Hier hat es teilweise richtig viele Dornen im Gelände, da hat man mit einem Schlauch ohne extra Milch keine Chance.
Alle Artikel zu Markus Bauers Live-Blog
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18 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumStarkes Rennen, Markus, weiter so!
2 Etappe ist Geschichte

Markus super heute wieder mal einen top Job abgeliefert, ihr seid auf Gesamt Platz 6 vorgerückt top 5 im Blickfeld Gratulation!
Ihr seid einige der wenigen Teams die vom Leistungslevel sich die Waage halten wenn ihr beiden keine defekte einfahrt und gesundheitlich fit bleibt gibt das 1 super Rennen für euch, wünsche weiterhin gute Beine und saubere Linienwahl
Cannondale > Fumic haben schon wieder geliefert 2 Tagessieg
Biddeschön
Beim nächsten mal bemühe ich mich etwas mehr um die korrekte Setzung der Satzzeichen versprochen, und falls ihr noch weitere Rechtschreibfehler findet diese könnt ihr gerne alle behalten.
Und danke für den Hinweis und die Einschätzung meines Gemütszustands das ist immer wieder hilfreich
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