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Heute geht es früh los.
Heute geht es früh los.
Mit dem Bus geht es von Funchal aus zum Startpunkt der heutigen Tour.
Mit dem Bus geht es von Funchal aus zum Startpunkt der heutigen Tour.
Trans Madeira 2019 Day3  04
Trans Madeira 2019 Day3 04
Trans Madeira 2019 Day3  26
Trans Madeira 2019 Day3 26
Staubiger Untergrund macht den Fahrern das Leben schwer.
Staubiger Untergrund macht den Fahrern das Leben schwer.
Eine lange Menschenkette zieht sich den Hang hinauf.
Eine lange Menschenkette zieht sich den Hang hinauf.
Ziemlich schweißtreibende Angelegenheit.
Ziemlich schweißtreibende Angelegenheit.
Into the Dark – hier gehts lang.
Into the Dark – hier gehts lang.
Trans Madeira 2019 Day3  65
Trans Madeira 2019 Day3 65
Stage 15 ist ein absoluter Traum.
Stage 15 ist ein absoluter Traum.
Trans Madeira 2019 Day3  84
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Trans Madeira 2019 Day3  87
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Trans Madeira 2019 Day3  69
Trans Madeira 2019 Day3 69
Abends steht wieder entspannen auf dem Zeltplatz auf dem Programm.
Abends steht wieder entspannen auf dem Zeltplatz auf dem Programm.

Trans Madeira 2019 Tag 3: Adventure day! Heute gibt es zwar nur vier Stages, uns wurde aber ein langer Tag versprochen. Der Plan ist, die Insel von unserem Camp in Funchal nach Norden hin zu überqueren. Wer schon einmal auf Madeira war weiß, dass die Insel von tiefen Tälern durchzogen ist – uns erwarten 46 km, 1680 Höhenmeter und 2880 Tiefenmeter.

Tag 3 der Trans Madeira beginnt etwas anders als die letzten beiden Tage. Wir haben auf einer kleinen Farm in Funchal übernachtet und nachdem wir uns aus dem Zelt wälzen, haben wir einen super Ausblick auf die Stadt und das Meer. Etwas früher sollen wir heute starten, um rechtzeitig beim Bus zu sein. Die Schlange vor den Toiletten zwingt uns umzudisponieren: Nach dem Frühstück packen wir schnell unsere Sachen, machen die Bikes fertig und kehren am Weg zum Bus noch in einem Café ein.

Heute geht es früh los.
# Heute geht es früh los.
Diashow: Trans Madeira 2019 – Tag 3 - Tunnel, Traumtrails, tolle Aussicht
Eine lange Menschenkette zieht sich den Hang hinauf.
Trans Madeira 2019 Day3  26
Abends steht wieder entspannen auf dem Zeltplatz auf dem Programm.
Heute geht es früh los.
Mit dem Bus geht es von Funchal aus zum Startpunkt der heutigen Tour.
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Mit dem Bus geht es durch Funchal wieder in Richtung des Startpunkts von Renn-Tag 1 und 2. Wir fahren heute aber ein Stück weiter hoch, auf den zweithöchsten Gipfel der Insel. Hier war gestern auch ein Stück des Transfers zu den letzten beiden Stages des Tages – gestern reichte die Sicht gerade mal 15 Meter, heute kann Madeira wieder mit unglaublichen Ausblicken punkten. Oben angekommen geht es los in Richtung Stage 13.

Mit dem Bus geht es von Funchal aus zum Startpunkt der heutigen Tour.
# Mit dem Bus geht es von Funchal aus zum Startpunkt der heutigen Tour.

Stage 13

Vom Gipfel müssen wir schieben und tragend ein gutes Stück zurücklegen, bis wir am Start der Stage angekommen sind. Die erste Kurve ist einsehbar, weiter unten kann man den Trail auch wieder erspähen. Er soll vom Charakter Stage 11 ähneln: Schnell, staubig, lose, und mit vielen spitzen Steinen gepflastert. 2,25 km lang, 325 Tiefenmeter geht es über die baumfreien Hänge bergab.

Trans Madeira 2019 Day3  04
# Trans Madeira 2019 Day3 04

Während wir auf unseren Start warten, sehen wir den ganzen anderen Fahrern zu, wie sie Kurve 1 nehmen. Vom viel zu schnellen Antritt über rund und schnell bis hin zum Sturz – alles ist dabei. Wir sind dran. Der Trail ist weniger steil als Stage 11, aber ähnlich anstrengend zu fahren. Ich komme recht gut durch. Vor den zwei Gegenanstiegen kann man das Rad jeweils ordentlich laufen lassen und Schwung mitnehmen. Meiner Felge gefällt das nicht so, immer wieder beschwert sie sich mit einem klangvollen „Ding“. Komplett staubig sind die letzten, recht engen Kurven des Trails. Irgendwas fühlt sich seltsam an, entweder es ist der Staub oder mein Reifen hat etwas abbekommen. Ich rolle ins Ziel und steige vom Rad: Mein Reifen hat gut Luft verloren.

Trans Madeira 2019 Day3  26
# Trans Madeira 2019 Day3 26

Schnell entdecke ich auch warum. In die Lauffläche habe ich ein kleines Loch gestanzt. Zum Glück habe ich einen Plug und kann das Loch stopfen.

Stage 14

Der Transfer ist nur knappe 5 Minuten lang, mein Reifen wird auf der Asphaltstraße aber mit jedem Meter lauter. Am Start checke ich: Wieder Luft verloren. F***. Ich will ungern mit Schlauch fahren, inspiziere den Reifen also nochmal. Der Plug scheint reingerutscht zu sein. Rucksack auf, weitere Reifensalamis rausgezogen, gestopft, Rad angedreht – zwei Plugs huschen durchs Bild. Ah.

An Tag 1 habe ich mich vertan. Nicht die erste, sondern die vierzehnte Stage ist die längste. Gute vier Kilometer ist sie lang, knapp 600 Tiefenmeter sollen wir zurücklegen. Meine Arme sind nach zwei Tagen und Stage 13 nicht mehr ganz frisch, ich lasse es also entspannt angehen, um nicht schon nach wenigen Kurven voll mit Laktat zu sein. Recht bald kann ich den ersten Fahrer überholen, der in den staubigen Rinnen sichtliche Schwierigkeiten hat. Auch ich kämpfe stellenweise, der Trail macht aber Spaß. Weniger steinig als auf Stage 13, dafür mit vielen tiefen, staubigen Rinnen geht es das erste Stück entlang. Einmal wirft es mich fast über den Lenker – die Rinne in einer Kurve ist so tief, dass ich mit den Pedalen an den Rändern aufsetze. Irgendwann geht es in den Wald, der Boden bleibt aber staubig und lose. Ich kann zwei weitere Fahrer überholen, beim zweiten Überholmanöver lege ich mich aber fast auf die Nase – der Vorfahrer fährt an den Rand, im letzten Moment sehe ich, dass ein blinder Sprung kommt, werfe den Anker und schlage einen Haken. Das war knapp. Mein Körper verkraftet die Stage gut, ich bin überrascht, als ich durchs Ziel fahre. Ich hätte noch mit etwas mehr gerechnet.

Staubiger Untergrund macht den Fahrern das Leben schwer.
# Staubiger Untergrund macht den Fahrern das Leben schwer.

Adventure Stage

Die Adventure Stage ist eigentlich keine Stage, sondern der Transfer von Stage 14 zu Stage 15. Aber dieser Transfer ist episch. Nach Stage 14 geht es bergauf, dann gibt es eine 400 Tiefenmeter Madeira-Massage. Auf einem für uns gesperrten Wanderweg geht es über eine Million kleiner Treppenstufen ins Tal, wo die Feedstation auf uns wartet. Alle haben uns gewarnt: Es dauert lange bis zum nächsten Essen! Wir essen ein bisschen, füllen die Wasservorräte auf und packen Nahrung für unterwegs ein.

Eine lange Menschenkette zieht sich den Hang hinauf.
# Eine lange Menschenkette zieht sich den Hang hinauf.

Wenige Minuten, nachdem wir die Feedzone im Nonnental verlassen haben, geht es dann auch ordentlich bergauf. Die ersten Meter lassen sich noch fahren, dann schieben wir nur noch. Vor uns liegt ein hoher Berg, den wir erklimmen sollen. Nach der Madeira-Massage und den Downhill-Stufen gibt es jetzt die Madeira-Wanderung mit vielen Stufen bergauf. Ich erinnere mich an Gregors Bericht aus dem letzten Jahr, es soll weit und lange bergauf gehen, dann bergab und dann nochmal bergauf. In Erwartung einer anstrengenden Wanderung versuche ich ein konstantes Tempo zu finden und auf meinen Körper zu hören. Es gelingt gut, irgendwann brauche ich aber doch eine kurze Pause. Kurz nach meiner Pause ist ein Ende in Sicht. Ich traue dem Frieden nicht, während sich alle abfahrts-fertig machen, rolle ich um die Ecke und einfach weiter. Es geht noch eine Ewigkeit auf einer Mauer mitten am Berg entlang. Der Weg ist teilweise so stark zugewachsen, dass man kaum mehr als zwei Meter weit sieht. Spannend, denn man hat nicht viel Platz. Rechts ist der Berg, links hört die Mauer/Weg irgendwann auf und dann muss man beten, dass einen die Fauna auffängt, bevor man weit abstürzt.

Ziemlich schweißtreibende Angelegenheit.
# Ziemlich schweißtreibende Angelegenheit.

Irgendwann wird der Trail wieder natürlicher, wir treffen auf die Grazer Connection und fahren wieder gemeinsam. Kurz vor der Feedstation brauchen Chri und ich eine Pause, um nicht komplett im Unterzucker zu versinken. Etwa 6:30 h sind wir inzwischen unterwegs. Angekündigt waren auch Tunnels, diese sollen nach dem Essen kommen. Wir kurbeln an Levadas entlang, bis irgendwann der erste Tunnel ansteht. Die Lampen haben wir schon während der Pause montiert, also starten wir direkt in die Dunkelheit. Kalt ist es und nur ein schmaler Steig führt an dem Wasserlauf im Berg entlang. Dann geht es wieder an Levadas entlang. Der Schwede vor mir will sich einmal unabsichtlich ins Nass stürzen, wir erreichen aber alle trocken den zweiten Tunnel.

Into the Dark – hier gehts lang.
# Into the Dark – hier gehts lang.
Trans Madeira 2019 Day3  65
# Trans Madeira 2019 Day3 65

Unser sympathischer brasilianischer Begleiter Andre fährt seit Tag 1 ohne Rucksack. Eigentlich ist es keine Überraschung, dass er auch keine Lampe dabei hat. Chri fährt vor, dann folgt Andre, ich mache das Schlusslicht. Irgendwann schaltet meine Lampe auf Dimmstufe, ich schicke ein Stoßgebet Richtung Himmel, dass der Akku noch bis zum Ende reicht. Das Ende naht, kurz darauf stehen wir endlich am Start von Stage 15.

Stage 15

„Des war meine Lieblingsstage letztes Jahr“ sagt Cri. Wir sind alle müde, der Boden sieht aber vielversprechend aus und nachdem Cri gestartet ist und Chri nicht vor mich will, starte ich als Nächstes.

Alle Mühen des Tages sind vergessen. Wie sieht der perfekte Trail aus? Zwei Faktoren spielen meiner Meinung nach eine wichtige Rolle: Streckenführung und Bodenbedingungen. Wenn nur eines der Beiden gut ist, hat man zwar einen guten Trail, aber keinen perfekten. Wenn alles zusammen passt, schafft ein perfekter Trail es, seinen Fahrer komplett in seinen Bann zu ziehen. Genau so geht es mir auf diesem Trail. 2,3 km und 395 Tiefenmeter Tunnelblick. Ich fahre wie entfesselt, der Trail kurvt mit endlosem Grip durch den Eukalyptus-Wald. Der Wahnsinn. Ich werfe mein Rad von Kurve zu Kurve und kann gar nicht so richtig glauben was abgeht. So einen geilen Trail bin ich noch nie gefahren. Kurz vor dem Ziel sind zwar ein paar Zuschauer auf der Strecke, aber sie machen mir Platz und ich kann mit einem riesigen Grinsen durchs Ziel sprinten.

Stage 15 ist ein absoluter Traum.
# Stage 15 ist ein absoluter Traum.

Stage 16

Nach meinem Akku-Ausfall schaue ich ganz schön blöd aus der Wäsche, als kurz nach Stage 15 ein weiterer Tunnel ansteht. Diesmal fahre ich zwischen Cri und Chri, um etwas zu sehen. Kurz darauf holen wir Andre wieder ein. Er hat sich auf Stage 15 das Schaltwerk zerstört, wir versuchen ihn zu zweit vor uns herzuschieben, irgendwann zweigt der Transfer aber auf eine ruppige Forststraße ab und wir schieben mit ihm weiter. Zum Glück ist es nicht weit bis zur 1,55 km langen Stage mit 430 Tiefenmetern. Am Vorabend hieß es noch, dass diese eventuell nass sein könnte. Das Gegenteil ist der Fall – der Boden ist ähnlich gut wie auf S15, der Trail etwas technischer und nicht ganz so flüssig, aber trotzdem extrem spaßig gen Tal.

Trans Madeira 2019 Day3  84
# Trans Madeira 2019 Day3 84
Trans Madeira 2019 Day3  87
# Trans Madeira 2019 Day3 87
Trans Madeira 2019 Day3  69
# Trans Madeira 2019 Day3 69

Kurz vor dem Ziel wird es noch richtig spannend: Steil und extrem schnell geht es die letzten Meter bergab. Stehenbleiben ist nicht drin. Zum Glück halten die Kurven und man kann ordentlich reinknallen! Ein weiteres Highlight dieses geilen Tages. Von hier geht es auf Asphalt zurück ans Meer, alle sind gut gelaunt, nach 9:37 h auf Rad kommen wir beim neuen Camp an.

Zwischenergebnisse

Auf die Ergebnisse achte ich gar nicht mehr so wirklich. Auf Stage 15 konnte ich Chri aber zum ersten Mal in diesem Rennen abhängen!

02_overall_results_after_day_3

Fazit: Trans Madeira 2019 – Tag 3

Was für ein Tag. Epischer Start, epische Wanderung und unfassbare Trails am Abend. Auch wenn es heute physisch anstrengend war und ich mit einem kleinen Defekt zu kämpfen hatte, heute war der Hammer. Trailfeuerwerk, gute Zeit mit guten Freunden und eine reibungslose Organisation.

Abends steht wieder entspannen auf dem Zeltplatz auf dem Programm.
# Abends steht wieder entspannen auf dem Zeltplatz auf dem Programm.

Auf Sicht oder mit ausreichend Training, welcher Rennmodus ist euch am liebsten?


Alle Artikel zur Trans Madeira 2019 gibt es hier:

Fotos: Sam Needham
  1. benutzerbild

    MSTRCHRS

    dabei seit 07/2010

    Wie sieht der perfekte Trail aus? Zwei Faktoren spielen meiner Meinung nach eine wichtige Rolle: Streckenführung und Bodenbedingungen. Wenn alles zusammen passt, schafft es ein perfekter Trail, den Fahrer komplett in seinen Bann zu ziehen. Genau so geht es mir auf Stage 13. Der Bericht von Tag 3!


    → Den vollständigen Artikel „[url=https://www.mtb-news.de/news/2019/06/07/trans-madeira-2019-tag-3/?utm_source=forum&utm_medium=teaser&utm_campaign=news]Trans Madeira 2019 – Tag 3: Tunnel, Traumtrails, tolle Aussicht[/url]“ im Newsbereich lesen


    [url=https://www.mtb-news.de/news/2019/06/07/trans-madeira-2019-tag-3/?utm_source=forum&utm_medium=teaser&utm_campaign=news][img]https://fthumb0.mtb-news.de/cache/750_auto_1_1_0/e1/aHR0cHM6Ly93d3cubXRiLW5ld3MuZGUvbmV3cy93cC1jb250ZW50L3VwbG9hZHMvMjAxOS8wNi9UcmFuc19NYWRlaXJhXzIwMTlfRGF5M19fMTMuanBn.jpg[/img][/url]
  2. benutzerbild

    chFellmann

    dabei seit 05/2014

    Mal wieder ein toller Bericht!
    Letztes Jahr war ich bei meinem ersten Enduro Rennen, da wurde auch alles auf Sicht gefahren. Dazu muss ich sagen, dass das sehr viel Spaß macht und es hat was. Wobei Training wie beim IXS DHC auch gut ist. Meiner Meinung nach, ist beides gut.
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