Mit dem Evil The Wreckoning macht Rob Whistler das erste Mal Spaß auf einem Enduro-Bike.
Rob Heran ist nach wie vor einer der bekanntesten Freerider Deutschlands. Dazu verhalfen ihm weniger große Contest-Siege, als viel mehr seine Abenteuer- und Reiselust und die daraus entstehenden Fotos und Berichte – oder in jüngster Vergangenheit auch mal die coole Umbaustory von seinem VW T3 Syncro-Bus. Nach langen Jahren der Zusammenarbeit mit Canyon ist der in München ansässige Lebemann seit diesem Jahr auf Evil-Rädern unterwegs. Beim Crankworx-Festival in Whistler hatte er sein Evil The Wreckoning im Gepäck, das wir in unserem Test Anfang des Jahres bereits als den Wolf im Wolfspelz bezeichnet haben – nach eigener Aussage war es zwar nicht das erste Mal, dass er mit einem Enduro in Whistler war, aber das erste Mal, dass es ihm richtig Spaß gemacht hat!
Arbeitsgerät: Evil The Wreckoning von Rob Heran
- Fahrer: Rob Heran (1,81 m)
- Rahmen: Evil The Wreckoning, Größe L, Carbon
- Reach: 452 mm
- Federweg: 160 mm / 161 mm
- Fahrwerk: Fox 36 FIT HSC/LSC Evol Factory / Fox DHX2 Factory
- Laufräder: Spank Prototyp / 29″ / Aluminium
- Reifen: Maxxis Minion DHF & DHR, 3C MaxxTerra EXO / Tubeless-Aufbau
- Lenker: Spank Spike Vibrocore, 800 mm Breite
- Bremsen: Shimano XTR Trail-Hebel mit Saint-Sattel, 203 / 203 mm Scheiben
- Schaltung: Shimano XTR mit e*thirteen TRS Race-Kassette, 1 x 11
Rahmen und Geometrie
Rob Heran ist mit seinem Evil The Wreckoning mit großen 29″ Laufrädern und 160 mm Federweg nach Whistler gereist. Für die harten Bikepark-Strecken und ausgefahrenen Trails im kanadischen Paradies hat er die X-Low-Einstellung am Flip Chip gewählt, mit der das Wreckoning über einen 65,5° flachen Lenkwinkel und ein um 9 mm abgesenktes Tretlager verfügt. Auf seinen Hometrails bei München reicht ihm hingegen die höhere, aber immer noch tiefe, Low-Einstellung. Mit 452 mm Reach in Größe L ist das Evil nicht riesig, doch für Robs Geschmack ausreichend geräumig.
Das letzte Mal, als Rob mit einem Enduro-Bike in Whistler war, hat er es bereits nach zwei Fahrten wieder in die Ecke gestellt und zum Big Bike gegriffen. Das Evil The Wreckoning hingegen fährt sich seiner Meinung nach fast wie ein Downhillbike (was sich auch gut mit unseren Testeindrücken deckt), lässt sich jedoch auch problemlos wieder den Berg hoch pedalieren. In Whistler ist das durchaus ein Vorteil, denn neben dem Bikepark gibt es hier noch jede Menge natürliche Enduro-Trails. Laut Rob ist das Wreckoning bergab so potent, dass er in München oft lieber zum kleinen Bruder, dem Evil The Calling, greift, das mit 27,5″ Laufrädern und 130 mm Federweg ausgestattet ist.
Fahrwerk und Setup
An der Front arbeitet eine Fox 36 FIT HSC/LSC Evol Factory-Federgabel aus dem Modelljahr 2018. Rob hat 3 Tokens in der Evol-Luftkammer verbaut und fährt in Whistler ein eher straffes Setup an der Front. Eigenen Angaben zufolge passt er seine Einstellungen gerne an die Strecken an, auf denen er grade unterwegs ist. In Whistler wählte er 12 Klicks Low Speed-Compression, damit die Gabel auch bei großen Schlägen nicht durch den Federweg rauscht und ausreichend Gegenhalt bietet. Die High Speed-Compression hingegen fährt er fast offen. Seine Rebound-Einstellung bezeichnet er als ziemlich normal – lediglich für große Sprünge, wie zum Beispiel die Crabapple Hits, verlangsamt er den Rebound etwas.
Auffälligerweise kontrolliert ein Fox DHX2 Factory-Dämpfer mit 450 lbs-Stahlfeder das Heck von Rob Herans Evil Wreckoning. Während er an seinen anderen Bikes meist auf Luftdämpfer setzt, hat er das Gefühl, dass das Wreckoning genügend Gegenhalt im mittleren Federwegsbereich bietet, um gut mit einem eher linearen Stahldämpfer zu funktionieren. Zudem setzt er es oft als Big Bike ein und profitiert dabei vom satteren Gefühl des Fox DHX2.
Laufräder und Reifen
Die Spank Vibrocore-Felgen mit schwingungsdämpfendem Schaumstoffkern sollen bald auf den Markt kommen.
Robs Laufräder sind durchaus interessant und auch der Hauptgrund für seine Reise nach Whistler. Denn er fährt Prototypen der bald auf dem Markt erscheinenden Spank Vibrocore-Felgen. Das Vibrocore-System war bis dato lediglich von Spanks Lenkern bekannt. Nun bringt Spank den schwingungsdämpfenden Schaumstoff auch in ihren Felgen zum Einsatz und distanziert sich damit klar vom aktuellen Trend der immens steifen Carbon-Felgen. Rob hat zu Hause bereits zwei Prototypen-Versionen getestet und war in Whistler, um die dritte, vermutlich finale Version zu testen. Uns gegenüber zeigte er sich begeistert von der vertikalen Dämpfung der Aluminium-Felge mit Schaumstoff-Kern. Selbst auf den harten Trails im Bike Park setzt Rob auf Maxxis Minion DHF und DHR-Reifen mit 3C-Gummimischung und regulärer Exo-Faltkarkasse. Er hat das Gefühl, damit deutlich schneller zu rollen, als auf Downhill-Reifen, muss allerdings seine Linien auch präziser treffen, um Pannen zu vermeiden.
Komponentencheck
Das Cockpit besteht aus einem kurzen Spank-Vorbau mit Spank Spike Vibrocore-Lenker in ordentlichen 800 mm Breite. An seinen Trailbikes setzt Rob jedoch auf schmalere Lenker: Am Evil The Insurgent reichen ihm 780 mm, am The Calling 760 mm. Die Mischung aus Shimano XTR Trail-Bremshebeln, Shimano Saint-Sätteln und großen 203 mm Scheiben sollte Rob Heran nicht nur schnell zum Stehen bringen, sondern bringt auch einen gewissen Bling-Faktor mit sich.
Der Antrieb besteht aus einem Mix aus Shimano und e*thirteen-Komponenten: e*thirteen Prototypen-Kurbeln geben Robs Input weiter an die passende TRS Race-Kassette mit 9–46 Zähnen und beeindruckenden 511 % Bandbreite. Ein Shimano XTR-Schaltwerk sorgt für den Gangwechsel, während die Evil-eigene Kettenführung die Kette sicher auf dem 36 Zähne Kettenblatt hält. Der Ergon SMD 2-Titansattel ist auf einer Fox Transfer-Sattelstütze montiert und Spank Oozy-Pedale sorgen für Grip an den Füßen.
Das Gesamtgewicht von Rob Herans Evil Wreckoning liegt bei ca. 14,5 kg – allerdings hält er es für leicht möglich, bis zu 1 kg abzuspecken. Letzten Endes möchte er jedoch ein zuverlässiges Rad haben und nur dort Gewicht sparen, wo es sinnvoll ist und nicht zulasten der Haltbarkeit geht. Als Beispiel führte er seine Reise nach Marokko an, wo er komplett ohne Ersatzteile unterwegs war und sich voll auf sein Bike verlassen musste.
Video – Rob Heran im Bikepark Whistler
Wie gut Rob Heran mit seinem Evil Wreckoning im Bikepark zurecht kommt, zeigt er uns in diesem Video:
Rough and dry Whistler rides by Rob Heran at Crankworx 2017 with the new SPANK Vibrocore Wheels von rob.j – Mehr Mountainbike-Videos
Weitere Informationen
Webseite: www.rob-j.com
Text & Redaktion: Gregor Sinn | MTB-News.de 2017
Bilder: Johannes Herden
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76 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumOb der Lange Laster in der M wirklich spritzig wird?
Fahre bei 176cm das Following MB und würde das nicht als spritzig bezeichnen.
Felix
Vorher könntest du noch ein paar Optionen durchprobieren um den L-Rahmen "passend" zu machen.
– 30er Vorbau
– Einen schmäleren Lenker montieren oder kürzen
– Mehr Lowspeed-Druckstufe an Front und Heck fahren
– Weniger Sag an Front und Heck fahren
– Zugstufe paar Klicks schneller einstellen
Ein Wreckoning liegt schon durchaus sehr satt und erwacht durch Geschwindigkeit und einen gewissen Nachdruck beim Fahren erst so richtig zum Leben.
Hi Felix,
das Following V1 fahre ich auch in M ... Im Gegensatz zum Wrecker in L ist es sehr verspielt...
Ich liebe das Bike - gebe ich auch nicht mehr her. Allerdings benötige ich für härtere Einstätze etwas mehr Federweg (ja ich fahre auch nicht so sauber etc. etc.), daher kam das Wreckoning ins Spiel...
Nun habe ich den Luxus 2 Evils in verschiedenen Größen miteinander vergleichen zu können.
Mit dem Ergebnis, dass ich auf "M" stehe.
Danke auch an Grinsekater für die Tipps
Der Rideworks hat mich auch schwer angelacht aber da war ich mir unsicher, ob der Klemmbereich am Fatbar breit genug ist. Zusätzlich ist das ein sehr kleiner Hersteller und die Lieferzeit dementsprechend.
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