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Unser Pivot-Testbolide wirkt mit der DVO Emerald vorne und dem Jade-Dämpfer am Heck fast schon etwas schmächtig
Unser Pivot-Testbolide wirkt mit der DVO Emerald vorne und dem Jade-Dämpfer am Heck fast schon etwas schmächtig - wir haben das Downhill-Fahrwerk von DVO getestet!
Die DVO Emerald ist eine Upside-Down-Federgabel mit auffälligem Design
Die DVO Emerald ist eine Upside-Down-Federgabel mit auffälligem Design - mittlerweile ist sie auch mit schwarzen oder braunen Standrohren zu haben, um das "Color-Matching-Game" nicht ganz so schwer zu machen.
Am Heck setzt DVO auf einen Stahlfederdämpfer
Am Heck setzt DVO auf einen Stahlfederdämpfer - dank vieler Einbaulängen lässt sich der Jade auch in einem Enduro- oder Trailbike verbauen.
Under Pressure: Hier sollte man nicht einfach aufschrauben. Aber eigentlich geht es in dem Bild ja um die Bremse
Under Pressure: Hier sollte man nicht einfach aufschrauben. Aber eigentlich geht es in dem Bild ja um die Bremse - für 200 mm Bremsschreiben ist kein Adapter nötig und so kann der Bremssattel ganz einfach montiert werden.
Die Carbon Torsion Arch – kurz CTA – soll die Steifigkeit um 25 % erhöhen
Die Carbon Torsion Arch – kurz CTA – soll die Steifigkeit um 25 % erhöhen - gleichzeitig schützt sie die Tauchrohre vor fiesen Kratzern.
Luftdruck und OTT
Luftdruck und OTT - An der Oberseite des linken Standrohres lässt sich der Luftdruck auf das Fahrergewicht anpassen und das OTT wiederum auf den Luftdruck.
Upside Down
Upside Down - wie bei Manitous Dorado ist die Zugstufe an der Oberseite des rechten Gabelholms angebracht.
High- und Lowspeed Druckstufe
High- und Lowspeed Druckstufe - auf der Unterseite lassen sich die beiden Druckstufen separat einstellen.
Der Einbau ist in wenigen Handgriffen erledigt und man kann sich bereit machen für die Abfahrt.
Der Einbau ist in wenigen Handgriffen erledigt und man kann sich bereit machen für die Abfahrt.
Die CTA schützt nicht nur die Standrohre und erhöht die Steifigkeit, sondern verhindert beim Einbau des Vorderrads auch ein Verdrehen der Gabel.
Die CTA schützt nicht nur die Standrohre und erhöht die Steifigkeit, sondern verhindert beim Einbau des Vorderrads auch ein Verdrehen der Gabel.
Cool Down
Cool Down - auf der Rückseite des, mit Kühlrippen versehenen Ausgleichsbehälters befinden sich die Einsteller für die Low- und Highspeed-Druckstufe.
Lowspeed-Zugstufe
Lowspeed-Zugstufe - am Ende der Kolbenstange befindet sich der Einsteller für die Lowspeed-Druckstufe.
Komme, was wolle...
Komme, was wolle... - Absätze und Steinfelder werden vom DVO-Fahrwerk einfach verschlungen und vollständig verdaut wieder ausgespuckt.
Wrrrrap
Wrrrrap - in Anliegern bieten sowohl Emerald als auch Jade genug Gegendruck, um nicht durch den Federweg zu rauschen. Falls doch, hat man ausreichend Klicks um nachzuhelfen.
Etwas mehr Nachdruck
Etwas mehr Nachdruck - mit der Emerald wird die Front zwar etwas träger und schwerer, nach ein paar Sprüngen hat man sich jedoch daran gewöhnt und gleicht das Ganze durch seinen Körperschwerpunkt aus.
Ist das Fahrwerk einmal richtig auf den Fahrer eingestellt, bremst einen nichts mehr
Ist das Fahrwerk einmal richtig auf den Fahrer eingestellt, bremst einen nichts mehr - präzise Linienwahl ist kein Problem und selbst wenn man mal von der Linie abkommen sollte, ist das dem Fahrwerk reichlich egal.

DVO Emerald und Jade im Test: Developed Suspension – oder kurz DVO – wurde erst vor ein paar Jahren vom ehemaligen Marzocchi-Ingenieur Bryson Martin Senior gegründet. Die ersten Produkte waren die Downhill-Gabel Emerald und der Stahlfeder-Dämpfer Jade. Wir verraten euch, was das DVO-Fahrwerk für den Downhill-Einsatz drauf hat!

Unser Pivot-Testbolide wirkt mit der DVO Emerald vorne und dem Jade-Dämpfer am Heck fast schon etwas schmächtig
# Unser Pivot-Testbolide wirkt mit der DVO Emerald vorne und dem Jade-Dämpfer am Heck fast schon etwas schmächtig - wir haben das Downhill-Fahrwerk von DVO getestet!

DVO Emerald und Jade – Kurz & Knapp

DVOs Emerald-Federgabel richtet sich an Downhill-Piloten, die auf der Suche nach den letzten Sekunden auf der Strecke sind. Der Verkauf findet fast ausschließlich im Aftermarket statt. An Komplettbikes ist die Upside Down-Doppelbrückengabel mit der auffälligen Optik nur selten zu finden.

  • Federweg: 203 mm
  • Standrohrdurchmesser: 36 mm
  • Feder: Luftfeder mit einstellbarer Negativfeder aus Stahl
  • Dämpfung: Highspeed & Lowspeed Druckstufe, Lowspeed Zugstufe
  • Externe Einstellungsmöglichkeiten: Highspeed & Lowspeed Druckstufe, Zugstufe, Luftdruck, Vorspannung der Negativfeder (OTT)
  • Laufradgröße: 26″, 27,5″
  • Achsstandard: 110 x 20 mm
  • Farben: Schwarz, Bronze, Grün
  • Gewicht: 3.520 g
  • Gabelschaft: Tapered
  • Bremsaufnahme: Post-Mount

Preis: 2.099 € (UVP) | Bikemarkt: DVO Emerald kaufen

Die DVO Emerald ist eine Upside-Down-Federgabel mit auffälligem Design
# Die DVO Emerald ist eine Upside-Down-Federgabel mit auffälligem Design - mittlerweile ist sie auch mit schwarzen oder braunen Standrohren zu haben, um das "Color-Matching-Game" nicht ganz so schwer zu machen.

Das Pendant am Heck zur Emerald-Federgabel ist der DVO Jade. Der Stahlfederdämpfer ist ebenfalls nur im Aftermarket verfügbar. Verschiedene Einbaulängen ermöglichen aber auch eine Montage in einem Enduro- oder Trailbike.

  • Einbaulängen: 200 x 57 mm, 216 x 63 mm, 222 x 68 mm, 241 x 76 mm, 267 x 89 mm
  • Feder: Stahlfeder
  • Dämpfung: Highspeed & Lowspeed-Druckstufe, Zugstufe
  • Externe Einstellungsmöglichkeiten: Highspeed & Lowspeed-Druckstufe, Lowspeed-Zugstufe, Stahlfeder, Vorspannung
  • Farben: Schwarz/Grün
  • Gewicht: 414 g ohne Feder

Preis: 629 € (UPV) | Bikemarkt: DVO Jade kaufen

Am Heck setzt DVO auf einen Stahlfederdämpfer
# Am Heck setzt DVO auf einen Stahlfederdämpfer - dank vieler Einbaulängen lässt sich der Jade auch in einem Enduro- oder Trailbike verbauen.

Technische Daten

DVO Emerald

HerstellerDVO
ModellEmerald
Federweg203 mm
Laufradgrößen26" und 27,5"
Standrohre36 mm
FederungLuft
DämpfungR2C (Twin-Tube offenes Ölbad)
SteuerrohrTapered
Achse20 mm Steckachse
Bremsaufnahme20 mm PM
FarbenGrün, schwarz, bronze
Offset44 mm (26")
49,92 mm (27,5")
Gewichtab 3520 g
Preisab 2.099 Euro

DVO Jade

HerstellerDVO
ModellJade
Ausführungen200 x 57 mm
216 x 63 mm
222 x 68 mm
241 x 76 mm
267 x 89 mm
FederungStahlfeder
DämpfungRC2
FarbenSchwarz
Gewicht414 g (241 x 76 mm, ohne Feder)
Preis629 Euro

DVO Emerald und Jade – In der Hand

Aufbau

Am unteren Ende der Standrohre der DVO Emerald lässt sich das Vorderrad mit einer 20 mm-Steckachse befestigen. Die Steckachse selbst wird mit vier kleinen Schrauben fixiert. Das soll ein Verdrehen der Steckachse verhindern und erhöht gleichzeitig die Steifigkeit. Der Bremssattel wird ohne Adapter an der DVO Emerald montiert und passt für Bremsscheiben mit 200 mm Durchmesser. Um die Steifigkeit der Upside Down-Gabel etwas zu erhöhen, ist an der Emerald eine Carbon Torsion Arch – kurz CTA – verbaut. Sie ist auf beiden Seiten mit den Tauchrohren verbunden und schützt diese gleichzeitig vor Steinschlägen.

Under Pressure: Hier sollte man nicht einfach aufschrauben. Aber eigentlich geht es in dem Bild ja um die Bremse
# Under Pressure: Hier sollte man nicht einfach aufschrauben. Aber eigentlich geht es in dem Bild ja um die Bremse - für 200 mm Bremsschreiben ist kein Adapter nötig und so kann der Bremssattel ganz einfach montiert werden.
Die Carbon Torsion Arch – kurz CTA – soll die Steifigkeit um 25 % erhöhen
# Die Carbon Torsion Arch – kurz CTA – soll die Steifigkeit um 25 % erhöhen - gleichzeitig schützt sie die Tauchrohre vor fiesen Kratzern.

Der DVO Jade ist ein klassischer Stahlfederdämpfer mit Ausgleichsbehälter. Den Ausgleichsbehälter zieren kleine Kühlrippen, um die Temperatur des Dämpfungsöls niedrig zu halten. So soll die Performance auch bei langen und anspruchsvollen Strecken hoch bleiben.

Federung

Bei der Emerald setzt DVO auf eine Luftfeder, damit die Federgabel flexibler auf das eigene Gewicht angepasst werden kann. Als Negativfeder kommt jedoch eine klassische Stahlfeder in Verbindung mit dem DVO-eigenen Off The Top-System – kurz OTT – zum Einsatz. Dabei wird die Negativfeder vorgespannt, um sie an den Luftdruck anzupassen. Zusätzlich kann damit ein sehr gutes Ansprechverhalten erreicht werden, ohne den Mid-Stroke negativ zu beeinflussen. Der Einsteller dafür befindet sich am Luftventil und verfügt über 15 Rotationen mit jeweils 6 Klicks – in Summe also 90 Klicks.

Obwohl Luftdämpfer immer populärer werden setzt DVO beim Jade am Heck auf einen Stahlfederdämpfer. Dieser soll vor allem bei kleinen Schlägen mit sehr feinfühligem Ansprechverhalten aufwarten.

Luftdruck und OTT
# Luftdruck und OTT - An der Oberseite des linken Standrohres lässt sich der Luftdruck auf das Fahrergewicht anpassen und das OTT wiederum auf den Luftdruck.

Dämpfung

In Zeiten von geschlossenen Kartuschen geht DVO mit ihrem offenen Ölbad an der Emerald-Federgabel andere Wege. Oben lässt sich die Lowspeed-Zugstufe und unten die High- und Lowspeed-Druckstufe einstellen. Auch hier trumpft DVO mit etwas auf, das vor allem Tüftler und Fahrwerk-Nerds begeistern dürfte: Dank des Bottom Loaders lässt sich die Druckstufen-Einheit ganz einfach herausschrauben. So erhält man innerhalb weniger Minuten Zugang zum Highspeed-Shim Stack und kann mit dem Tuning beginnen.

Aufgrund des offenen Ölbades ist es nicht notwendig, die Kartusche der DVO Emerald zu entlüften – auch etwas Ölverlust, der beim Aufschrauben des Bottom Loaders unvermeidbar ist, ist kein Problem. Wer oft mit dem Bottom Loader experimentiert sollte jedoch irgendwann wieder etwas Öl nachfüllen.

Upside Down
# Upside Down - wie bei Manitous Dorado ist die Zugstufe an der Oberseite des rechten Gabelholms angebracht.
High- und Lowspeed Druckstufe
# High- und Lowspeed Druckstufe - auf der Unterseite lassen sich die beiden Druckstufen separat einstellen.

Beim DVO Jade-Dämpfer lassen sich High- und Lowspeed-Druckstufe sowie die Lowspeed-Zugstufe extern einstellen. Die Druckstufen lassen sich am Ausgleichsbehälter verstellen, während sich der Einsteller für die Zugstufe am Ende der Kolbenstange befindet. Vom Motocross inspiriert befindet sich im Inneren des Ausgleichsbehälters kein IFP, sondern eine Bladder. Diese soll ebenfalls das Ansprechverhalten bei kleinen Schlägen und somit die Traktion verbessern und steht unter Druck – im Fall des DVO Jade sollte dieser zwischen 170 und 200 psi liegen. Wie bei der Emerald-Federgabel lässt sich auch beim Jade die Druckstufeneinheit recht simpel entfernen und das Shim Stack anpassen. Beim Einbau muss der Dämpfer allerdings entweder entlüftet oder in einem Ölbad montiert werden. Wer hier also selbst Hand anlegen möchte, muss dafür etwas mehr Aufwand betreiben.

Cool Down
# Cool Down - auf der Rückseite des, mit Kühlrippen versehenen Ausgleichsbehälters befinden sich die Einsteller für die Low- und Highspeed-Druckstufe.
Lowspeed-Zugstufe
# Lowspeed-Zugstufe - am Ende der Kolbenstange befindet sich der Einsteller für die Lowspeed-Druckstufe.

Montage

Im Gegensatz zu vielen anderen Downhill-Gabeln setzt DVO bei der Emerald nicht auf ein 1 1/8″-Steuerrohr, sondern auf ein Tapered-Steuerrohr. Das stellt bei der Montage aber kein Problem dar. Der Einbau des Vorderrades ist bei Upside Down-Gabeln manchmal etwas schwierig, da sich die Tauchrohre während der Montage wegdrehen können. Dank des Fenders, der beide Tauchrohre an der DVO Emerald miteinander verbindet, passiert das hier jedoch nicht. Noch simpler ist der Jade-Dämpfer eingebaut: Gleitlager und Buchsen lassen sich ohne viel Kraftaufwand montieren und der ersten Ausfahrt steht nichts mehr im Wege.

Der Einbau ist in wenigen Handgriffen erledigt und man kann sich bereit machen für die Abfahrt.
# Der Einbau ist in wenigen Handgriffen erledigt und man kann sich bereit machen für die Abfahrt.
Die CTA schützt nicht nur die Standrohre und erhöht die Steifigkeit, sondern verhindert beim Einbau des Vorderrads auch ein Verdrehen der Gabel.
# Die CTA schützt nicht nur die Standrohre und erhöht die Steifigkeit, sondern verhindert beim Einbau des Vorderrads auch ein Verdrehen der Gabel.

DVO Emerald und Jade – Auf dem Trail

Beim ersten Probesitzen wird klar, warum DVO auf eine Stahlfeder setzt und nicht auf einen Luftdämpfer. Mittlerweile haben sich die meisten an einen Luftdämpfer gewöhnt und auch für uns ist das Gefühl zunächst etwas ungewohnt. Doch was uns fast noch mehr verwundert als der Jade-Dämpfer ist die Emerald-Federgabel. Wenn wir nicht eben erst den Luftdruck eingestellt und das OTT angepasst hätten, würden wir glauben, im linken Gabelholm stecke eine Stahlfeder. Dank des Off The Top-Systems spricht die Gabel auf den ersten Zentimetern sehr gut an, bietet aber gegen Ende etwas mehr Progression als eine Stahlfeder. So machten wir uns auf zur ersten Fahrt.

Wir starteten mit dem von DVO empfohlenen Grundsetup. Das hieß an der Gabel 70 psi und drei bis vier volle Umdrehungen des OTT. Auch bei der Druck- und Zugstufe verließen wir uns auf die Empfehlung von DVO: 4 Klicks High- und Lowspeed-Druckstufe und 7 Klicks Zugstufe. Gezählt wird dabei vom geöffneten Zustand.

Bereits auf den ersten Metern zeigt das DVO Fahrwerk für was es gemacht ist und wie es funktioniert. Satt liegen die Reifen auf der Strecke und das Fahrwerk verschlingt alle kleineren Unebenheiten auf dem Trail ohne mit der Wimper zu zucken. Wir fühlen uns viel weniger auf einem Fahrrad, als viel mehr auf seinem großen Bruder mit Motor – oder wie BJ Baldwin in seinem Trophy Truck in Recoil 2. Es wird deutlich, woher DVO ihre Inspiration holt und warum sie das machen. Das Fahrwerk fühlt sich anders an als alle anderen Downhill-Fahrwerke, die wir bisher gefahren sind.

Wachsen die kleinen Steine zu stattlichen Felsen heran, steigt damit auch der Anspruch an das Fahrwerk. Doch die DVO-Komponenten bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Natürlich kommen immer ein paar Schläge bis zum Lenker durch, doch das gibt auch das nötige Feedback und die Kontrolle, die man braucht, um zu wissen, was sich unter den Reifen abspielt. Während des Tests hat uns nur einmal ein metallisches Geräusch signalisiert, dass wir das Ende des Federwegs erreicht haben – die Landung lag dabei jedoch bereits weit hinter uns und wir hätten mit einem härteren Einschlag gerechnet. Doch das Fahrwerk nimmt selbst bei großen Schlägen alles auf und vermittelt dem Fahrer viel Kontrolle. Nach einigen Abfahrten stellten wir die Zugstufe an Gabel und Dämpfer je zwei Klicks langsamer: So gewinnt das Fahrwerk zwar noch schnell genug Federweg zurück, vermittelt aber ein etwas „klebrigeres“ Gefühl.

Komme, was wolle...
# Komme, was wolle... - Absätze und Steinfelder werden vom DVO-Fahrwerk einfach verschlungen und vollständig verdaut wieder ausgespuckt.

Um etwas mehr Endprogression zu erhalten und in Steinfeldern höher im Federweg zu stehen, entschlossen wir uns dazu, den Druck in der Gabel auf 80 psi zu erhöhen. Gleichzeitig schlossen wir das OTT um 2 bis 3 weitere Umdrehungen. So war der Anfangsbereich weiterhin sehr sensibel, bot am Ende jedoch mehr Gegendruck. Dadurch erreichten wir nicht so schnell das Ende des Federwegs und konnten uns kontrollierter einen Weg durch das grobe Gelände bahnen.

Ein zentraler Gesichtspunkt der DVO Emerald-Kritiker und etwas, das auch uns am Anfang skeptisch stimmte, war das Gewicht der Gabel. Natürlich machen 900 g mehr am vordersten Punkt der – mittlerweile immer leichter werdenden – Downhill-Bikes einen Unterschied. Nach ein paar Abfahrten hat man sich jedoch an das Mehrgewicht gewöhnt und gleicht dieses durch seine Körperposition und die Fahrweise automatisch aus. Danach empfanden wir das Gewicht in keinster Weise als störend, denn als Gegenleistung wird man mit einer unglaublich guten Performance belohnt.

Wrrrrap
# Wrrrrap - in Anliegern bieten sowohl Emerald als auch Jade genug Gegendruck, um nicht durch den Federweg zu rauschen. Falls doch, hat man ausreichend Klicks um nachzuhelfen.
Etwas mehr Nachdruck
# Etwas mehr Nachdruck - mit der Emerald wird die Front zwar etwas träger und schwerer, nach ein paar Sprüngen hat man sich jedoch daran gewöhnt und gleicht das Ganze durch seinen Körperschwerpunkt aus.
Foto Chris Spath DVO-4621
# Foto Chris Spath DVO-4621

Ausgehend von dem guten Ansprechverhalten gingen wir schon fast automatisch davon aus, dass uns im ersten Anlieger die Federelemente zu tief im Federweg verschwinden würden. Doch das Gegenteil war Fall: Das Bike steht mit DVO-Fahrwerk selbst bei Anliegern mit hohen G-Kräften hoch im Federweg. Lediglich zwei Klicks mehr Lowspeed-Druckstufe an der Gabel und drei Klicks am Dämpfer waren nötig, um das Setup für Kurven zu optimieren.

Upside-Down-Gabeln sieht man heutzutage nur selten im Bikepark: Sie sind wahre Exoten unter den Federelementen. Dabei vergessen viele, dass ein zu steifes Casting auch keine gute Alternative ist. Doch bei der Frage nach der goldenen Mitte scheiden sich die Geister. DVO verspricht, mit ihrem CTA-Fender die Verwindungssteifigkeit um 23 Prozent zu vergrößern – und das merkt man tatsächlich. Die DVO Emerald kommt hinsichtlich der Steifigkeit zwar nicht ganz an eine klassische Downhill-Gabel heran, ist aber im Vergleich zu anderen Upside-Down-Gabeln um einiges steifer.

Ist das Fahrwerk einmal richtig auf den Fahrer eingestellt, bremst einen nichts mehr
# Ist das Fahrwerk einmal richtig auf den Fahrer eingestellt, bremst einen nichts mehr - präzise Linienwahl ist kein Problem und selbst wenn man mal von der Linie abkommen sollte, ist das dem Fahrwerk reichlich egal.

Unser einziger wirklicher Kritikpunkt an der DVO Emerald ist die Geräuschkulisse. Daran können sich sicherlich manche gewöhnen – wir konnten es nicht, zumal die neue Generation an Downhill-Bikes so leise geworden ist, dass sich die Gabel zu Beginn wie ein Fremdkörper im Bike anhörte. Der Dämpfer dagegen ist um einiges leiser und macht kaum Geräusche. Sollte dieser doch einmal anfangen lauter zu werden, herrscht im Ausgleichsbehälter wohl ein zu geringer Druck. Das führt zu einem Pfeifen des Dämpfers.

Wenn man schon die Möglichkeit hat, das Shim Stack an einer Gabel so einfach zu wechseln, dann sollte man das auch tun. Nach vielen Fahrten und steigenden Geschwindigkeiten haben wir die Druckstufe der DVO noch etwas härter gedreht, womit aber auch die Highspeed-Druckstufe vorgespannt wurde, was die Gabel wiederum etwas weniger sensibler macht. Daraufhin bauten wir den Bottom Loader aus und ergänzten das Shim Stack um einen weiteren, großen Shim. Anschließend stellten wir die Druckstufen wieder auf die am Anfang eingestellten 4 Klicks ein, begaben uns wieder auf die Strecke und waren begeistert. Die Gabel sprach bei kleinen Unebenheiten wieder besser an und bot dennoch viel Gegendruck, wenn sich uns größere Hindernisse in den Weg stellten.

DVO Emerald und Jade – Haltbarkeit

Während des kompletten Testzeitraums hatten wir keine Probleme mit dem DVO-Fahrwerk. Wer sich einen zweiten Bottom Loader kauft, um schnell auf dem Parkplatz das Shim Stack ändern zu können, der sollte beim Einführen des Loaders Vorsicht walten lassen. Ansonsten ist der Gleitring des Bottom Loaders schneller kaputt als man denkt. Außerdem sollte wie erwähnt der Druck im Ausgleichsbehälter des DVO Jade regelmäßig kontrolliert werden. Das beste Anzeichen für zu wenig Druck im Dämpfer ist ein schmatzendes und pfeifendes Geräusch vom Heck.

Fazit – DVO Emerald und Jade

Das Downhill-Fahrwerk von DVO bietet ein beeindruckendes Ansprechverhalten und eine überaus gelungene Dämpfung. Kleinere Unebenheiten werden von der DVO Emerald-Gabel und dem Jade-Dämpfer am Heck verschlungen und auch bei größeren Einschlägen bietet das Fahrwerk eine angenehme Progression und ausreichend Reserven. In Anliegern steht man hoch im Federweg und hat somit optimale Kontrolle über das Bike. Das Mehrgewicht der Emerald-Gabel nehmen wir angesichts der Performance gerne in Kauf, zumal es nach einigen Abfahrten kaum mehr auffällt. Auch die Steifigkeit konnte trotz Upside-Down-Konstruktion überzeugen. Einzige Mankos sind in unseren Augen der hohe Preis und die Geräuschkulisse, die man beim DVO-Fahrwerk in Kauf nehmen muss.

Stärken

  • Kennlinie
  • Traktion
  • Dämpfung
  • Tuning-Möglichkeiten

Schwächen

  • Geräuschkulisse
  • Preis
  • nichts für Gewichtssparer
Das DVO-Fahrwerk konnte in unserem Test mit einer starken Performance und vielfältigen Tuning-Möglichkeiten überzeugen
# Das DVO-Fahrwerk konnte in unserem Test mit einer starken Performance und vielfältigen Tuning-Möglichkeiten überzeugen - das Mehrgewicht der Federgabel nimmt man dafür gern in Kauf. Störend ist jedoch die Geräuschkulisse.

Testablauf

Wir waren mit dem DVO-Fahrwerk mehrere Wochen unterwegs und haben viel daran ausprobiert. Um ähnliche Bedingungen garantieren zu können und niemandem einen Vor- oder Nachteil einzuräumen, beziehen wir uns im Test aber lediglich auf die Downhill-Strecken in Bad Wildbad und Heidelberg.

Hier haben wir das DVO-Fahrwerk getestet

  • Bad Wildbad
  • Heidelberg
Testerprofil Jonathan Kopetzky – bitte ausklappen

Jonathan Kopetzky

  • Testername: Jonathan Kopetzky
  • Körpergröße: 175 cm
  • Gewicht (fahrfertig): 70 kg
  • Schrittlänge: 79 cm
  • Armlänge: 51 cm
  • Oberkörperlänge: 49 cm
  • Fahrstil: Aggressiv und verspielt
  • Ich fahre hauptsächlich: DH sprunglastig, auch Dirt, eigentlich alles Hauptsache Rad dabei
  • Vorlieben beim Fahrwerk: Straff und schnell
  • Vorlieben bei der Geometrie: Langes Oberrohr, Hinterbau je nach Einsatzgebiet

Preisvergleich

DVO Emerald

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DVO Jade

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Weitere Informationen

Webseite: www.dvosuspension.com
Text & Redaktion: Jonathan Kopetzky | MTB-News.de 2017
Bilder: Jens Staudt

Hier findest du die letzten Downhill-Fahrwerkstests auf MTB-News.de

  1. benutzerbild

    bansaiman

    dabei seit 11/2008

    Sloop schrieb:
    Schade das es keine Antworten auf die Fragen gibt. Gerade der vergleich zum DHX 2 wäre interessant. Zumal der Dämpfer ja UVP über 200€ günstiger ist.


    Gerade, wenn du ihn auf dein Rad ordentlich shimmst, shimmen lässt, verlierst du mit dem Dämpfer gar nichts gegenüber dem dhx 2. Hab OK ange mit tf tuned gesprochen, die ja push, ext, FAST, fox etc verkaufen. Für mtb sind die besten Systeme monotube und nicht twin tube. Darüber hinaus ist der Jade wesentlich günstiger in der Anschaffung, Ersatzteile sind wirklich billig, zb. Kolbenstange 25 Euro, du kannst ihn leicht, selbst schnell shimmen und vor allem easy selbst komplett servicen.da ich nicht das gekd für den ext storia hatte der immerhin mich einiges günstiger und leichter als ein 11 6 ist und wo man den Aufpreis für das etwas an mehr Leistung Eger rechtfertigen könnte als bei einem 11 6,stand bei mir jetzt die Wahl auf Jade und marzocchi moto c2r. Letzterer ist noch leichter, hat ebenfalls ne sehr gut gebaute Dämpfung und lässt sich sekbst schnell shimmen ist aber sehr teuer bei den Ersatzteilen. Da ich das Problem aber weitestgehend umgehen kann und ich den Jade gerade nicht zum guten Preis gefunden habe, wurde es letzterer.wurd gerade angepasst und dann werde ich hoffentlich viel Spaß damit haben. Wie der jade ist er für etwas von der Stange auch schon überdurchschnittlich schön verarbeitet. Hätte ich den Jade gerade günstig schießen können, wäre es wegen der billigen Ersatzteile aber eben dieser geworden.
  2. benutzerbild

    Sloop

    dabei seit 03/2015

    bansaiman schrieb:
    Gerade, wenn du ihn auf dein Rad ordentlich shimmst, shimmen lässt, verlierst du mit dem Dämpfer gar nichts gegenüber dem dhx 2. Hab OK ange mit tf tuned gesprochen, die ja push, ext, FAST, fox etc verkaufen. Für mtb sind die besten Systeme monotube und nicht twin tube. Darüber hinaus ist der Jade wesentlich günstiger in der Anschaffung, Ersatzteile sind wirklich billig, zb. Kolbenstange 25 Euro, du kannst ihn leicht, selbst schnell shimmen und vor allem easy selbst komplett servicen.da ich nicht das gekd für den ext storia hatte der immerhin mich einiges günstiger und leichter als ein 11 6 ist und wo man den Aufpreis für das etwas an mehr Leistung Eger rechtfertigen könnte als bei einem 11 6,stand bei mir jetzt die Wahl auf Jade und marzocchi moto c2r. Letzterer ist noch leichter, hat ebenfalls ne sehr gut gebaute Dämpfung und lässt sich sekbst schnell shimmen ist aber sehr teuer bei den Ersatzteilen. Da ich das Problem aber weitestgehend umgehen kann und ich den Jade gerade nicht zum guten Preis gefunden habe, wurde es letzterer.wurd gerade angepasst und dann werde ich hoffentlich viel Spaß damit haben. Wie der jade ist er für etwas von der Stange auch schon überdurchschnittlich schön verarbeitet. Hätte ich den Jade gerade günstig schießen können, wäre es wegen der billigen Ersatzteile aber eben dieser geworden.

    Hab mal DVO angeschrieben, ob die in naher Zukunft planen den auch mit Plattformhebel für's Enduro anzubieten. Dann wäre der nämlich was Preis/ Gewicht und Verfügbarkeit wohl fast Konkurrenzlos. Zumal RS ja bis jetzt die neuen Dämpfer noch nicht wirklich auf den Markt gebracht hat. Bin mal gespannt was von DVO da noch kommt. Schade halt, dass man eigentlich nirgends einen Test findet. Fox ist mir mit deren Preispolitik nämlich einfach zu wider.
  3. Anzeige

  4. benutzerbild

    bansaiman

    dabei seit 11/2008

    Das einzige, was nicht stimmt über den dvo ist LEICHT
    Ext storia, vector und moto haben bei 200 oder 216mm ein Gewicht v. Circa 380 gramm.
  5. benutzerbild

    Sloop

    dabei seit 03/2015

    bansaiman schrieb:
    Das einzige, was nicht stimmt über den dvo ist LEICHT
    Ext storia, vector und moto haben bei 200 oder 216mm ein Gewicht v. Circa 380 gramm.

    Der X-Fusion ist bei 240x76 schwerer als der DVO. Zudem ist es ja so ziemlich unmöglich X-Fusion oder Marzzochi Dämpfer neu zu bekommen. Der Ext ist bei doppeltem Preis auch nicht halb so schwer. Also auch da gewinnt der DVO.
  6. benutzerbild

    bansaiman

    dabei seit 11/2008

    Sloop schrieb:
    Der X-Fusion ist bei 240x76 schwerer als der DVO. Zudem ist es ja so ziemlich unmöglich X-Fusion oder Marzzochi Dämpfer neu zu bekommen. Der Ext ist bei doppeltem Preis auch nicht halb so schwer. Also auch da gewinnt der DVO.



    Hätte ich falsch erinnert über den dvo. Tut mir leid. Mea culpa. Ich verkrieche mich in ein Loch :aetsch:

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