Manitou meldet sich zurück im Segment der 160-mm-Federgabeln. Nach langer Abstinenz in diesem Bereich und der zeitweiligen Fokussierung auf die USD-Downhill-Gabel Dorado melden sich die US-Amerikaner aus Wisconsin nun mit einem Paukenschlag zurück: Die neue Manitou Mattoc Pro soll bewährte Technologien ihrer großen DH-Schwester Dorado inne haben, zahlreiche sinnvolle Einstelloptionen bieten und ein erstaunlich geringes Gewicht auf die Waage bringen. Wie man sieht, bietet die Manitou Mattoc mehr als nur einen Grund, ihr im Rahmen des Federgabel Vergleichstests einmal gründlich auf den Zahn zu fühlen. 

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# Manitous brandneue Mattoc Pro: für 650 Euro erhält der Kunde allerlei Einstellmöglichkeiten. 

Zum Produkt: Manitou Mattoc Pro

Lediglich 1.899 Gramm bringt Manitous neue Mattoc Pro bei gekürztem Gabelschaft auf die Waage. Niedriger ist da nur noch der Preis, den Manitou beim Mattoc Topmodell mit 650 Euro berechnet. Die Mattoc liegt damit beim Listenpreis 300 Euro unter Rock Shoxs Pike und satte 500 Euro unter Foxs 34 Factory. Dennoch bietet Manitous neues Enduro-Flaggschiff mehr externe Einstelloptionen als beispielsweise eine RS Pike. Von außen lassen sich nicht nur Luftdruck und Zugstufe einstellen, sondern auch High- (6 Klicks) und Low-Speed-Druckstufe (4 Klicks) sowie ein hydraulischer Durchschlagschutz. Erhältlich ist die Gabel für 26″ und 27,5″-Laufräder.

Überblick

  • leichte 1.899 Gramm
  • zahlreiche Einstelloptionen: z.B. hydraulisches Buttom Out, High- und Low-Speed-Druckstufe, Zugstufe
  • “DH Dual Chamber”-Luftkartusche, bekannt aus der Dorado
  • für 26″ und 27,5″
  • Listenpreis bei nur 650 Euro
  • aktueller Straßenpreis bei rund 610 Euro

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# Die Manitou Mattoc bietet diverse externe Einstellmöglichkeiten. Hier zu sehen: High- und Low-Speed-Druckstufe sowie ein hydraulischer Durchschlagschutz. 

Handhabung der Manitou Mattoc Pro

Die Hexlock-Steckachse mit ihrer sechseckigen Form an Anfang und Ende hat bei Manitou Tradition. Die Bedienung per Schnellspanner ist dagegen noch nicht so alt und wirkt auch noch nicht ganz so bewährt. Obwohl Anwendungshinweise aufgelasert sind, fiel es uns – je nach Laufrad mehr oder weniger – schwer, das Rad auszubauen. Das Problem ist einfach: Die Achse ist weder intuitiv zu bedienen, noch ist das Einführen in die Nut besonders reibungsarm. Fazit: Die Achse wirkt neben anderen Achsen hakelig, selbst wenn man sie zu bedienen weiß.

Was hingegen gefällt: Der Durchschlagschutz (hydraulische Endprogression) lässt sich einzig an der Manitou extern per Drehknopf verstellen. Leider wurde die Lowspeed-Druckstufe auf vier Positionen heruntergebrochen, immerhin bleiben Zugstufe und Highspeed-Druckstufe fein gerastert.

Beim Set Up der Gabel sollte man aufmerksam sein wenn es darum geht, den SAG einzustellen. Zwar sind die von Manitou empfohlenen Werte für den Luftdruck auf dem Casting aufgeklebt, doch gibt es eine Kleinigkeit zu beachten: die Manitou Mattoc verfügt über eine Negativ- und Positivkammer, die beide über dasselbe Ventil befüllt werden. Beim Ansetzen der Pumpe wird ein Stift nach innen geschoben der die Befüllung der Positivkammer ermöglicht, setzt man die Pumpe ab und federt die Gabel durch, entsteht ein Niveauausgleich zwischen den Kammern. Der Luftdruck in der Positivkammer entspricht dann nicht mehr der anfangs gewünschten Menge – ein erneutes Ansetzen der Pumpe samt Nachfüllen ist daher zu empfehlen.

Schwächen zeigten sich bei der Steckachse.
#Schwächen zeigten sich bei der Steckachse.
Der Ein- und Ausbau erfordert Feingefühl.
#Der Ein- und Ausbau erfordert Feingefühl.

Fahreindruck Manitou Mattoc Pro

Stefanus zur Manitou Mattoc

Eine Vorserien-Version der Mattoc Pro hatte ich bereits getestet und war damit äußerst zufrieden. Für unseren großen Endurogabel-Test hatten wir die Serienversion im Bike. Überraschenderweise wurde die Rasterung der Lowspeed-Druckstufe von 15 Positionen auf nurmehr 4 Positionen umgestellt. Dadurch gelang es nur schwer, eine ideale Druckstufen-Einstellung zu wählen. Davon abgesehen lag die Mattoc weiterhin sportlich und mit guter Traktion auf der Strecke. Nicht ganz so feinfühlig wie Pike und Deville, aber dafür mit mehr Popp.

Wurzeltrails werden nicht komplett gebügelt, dafür kann man besser von kleinen Kanten abziehen. In Konsequenz ist das Fahren mit der Mattoc verspielter und spaßiger. Die Einstellung des Durchschlagschutz (hydraulische Endprogression) ist klasse gelöst, deutlich spürbar und werkzeuglos. Im mittleren Bereich dürfte die Kennlinie etwas steiler laufen, dann würde weniger Federweg freigegeben, was in steilen Passagen angenehm wäre.

Maxi zur Manitou Mattoc

Die erste Testfahrt mit Manitous Mattoc unternahm ich auf den flowigen Trails in den heimischen Wäldern: weicher griffiger Waldboden wechselt sich ab mit ruppigen Wurzelfeldern, künstlich errichteten Anliegern und Sprüngen mittlerer Größe – das alles vorzufinden in Hängen mit moderatem Gefälle. Der erste Eindruck war äußerst positiv, denn die Gabel folgte dem Untergrund gekonnt und vermittelte dank bester Traktion am Vorderrad von Anfang an viel Sicherheit. Lediglich an größeren Absprüngen und bei unsanften Landungen hatte ich das Gefühl als würde die Gabel mehr Federweg freigeben als manch andere in dieser Klasse. Dennoch erlaubte sich die Gabel unter diesen nicht all zu extremen Bedingungen keine Schwächen.

Was die anderen Testgabeln auf den ruppigen Trails in Finale Ligure unter Beweis stellen musste, sollte die Mattoc auf unterschiedlichsten alpinen Trails in Südtirols beweisen. Auf die Probe gestellt wurde die Performance unter harten Bedingungen – lange Abfahrten, schnelle und intensive Schlagabfolgen und und und. Auch hier zeichnete sich ein ähnliches Bild ab. Die Mattoc ermöglichte dem Vorderrad nahezu perfekt dem Untergrund zu folgen – ganz unbeeinflusst von Geschwindigkeit und Schlagintensität. Bedingt durch den dadurch generierten Grip und die gute Bremstraktion gelang es mit der Mattoc auch in ruppigstem Gelände bei High-Speed jede der angepeilten Linien zielsicher zu nehmen. Dank der hohen Traktion vermittelte die Mattoc viel Sicherheit, was mich auch bei hohen Geschwindigkeiten entspannt bleiben ließ – ein entscheidender Punkt, wenn es um Komfort und kraftsparendes Fahren geht.

Schwächen zeigte die Mattoc jedoch bei Bremsmanövern, da sie dabei tief im Federweg versackte. Vor allem bei steilen Passagen machte sich dies sehr unangenehm bemerkbar – Überschlagsgefühle waren die Folge. Mit der Low-Speed-Druckstufe lies sich dieses Problem nicht in den Griff bekommen. Einzig mehr Luftdruck half dabei diesem Problem Abhilfe zu schaffen, wenngleich darunter das Ansprechverhalten spürbar schlechter wurde.

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# Sofern es nicht extrem steil bergab ging, konnte man es mit der Mattoc richtig laufen lassen. 

Mario

Schon bei meinem ersten Test der Manitou Mattoc auf den sehr schnellen, teils ruppigen jedoch flüssig zu fahrenden Trails in und um Latsch/Südtirol war ich sehr überrascht von der guten Performance. Wie bereits von den anderen Testern beschrieben, arbeitet die Zugstufe auf einem sehr hohen Niveau. Die Gabel kommt trotz schneller Schlagabfolgen schnell wieder aus der Kompression, sodass kommende Schläge gut aufgenommen werden können. Ein Verhärten (Packing) bei schnellen Schlägen konnte ich nicht feststellen.

Auch die Traktion am Vorderrad war dank der Zugstufe sehr gut. Wichtig ist bei dieser Zugstufe aber, dass man sie auf jeden Fall ausreichend schnell fährt, ansonsten kann die Gabel nicht ihre komplette Performance ausspielen. Der Verstellbereich der Low-Speed-Druckstufe war ausreichend. Auch der Verstellbereich der High-Speed-Druckstufe war durchaus ok, womit die meisten Fahrer ein passendes Setup finden sollten, auch wenn die Unterteilung mit je 4 (LSC) und 6 (HSC) Klicks meines Erachtens etwas zu grob ist. Mit dem passenden Setup konnte ich keine störenden Wippbewegungen oder wegsacken feststellen. Das Fahrverhalten war auf jeden Fall definiert, wodurch ich mich zum Schnellfahren animiert fühlte.

Obwohl die Mattoc ein interessantes Tuning-Potenzial bietet, halte ich es für nicht angebracht, innerhalb eines einheitlichen Test bei einer Gabel am Shimstack Veränderungen vorzunehmen. Man kann vielleicht noch (wenn vom Hersteller vorgesehen) die Luftkammer verändern, um die Progression anzupassen, irgendwo müssen jedoch Grenzen gezogen werden.

Manitou Mattoc Pro: Gesamteindurck aller Tester

Besonders auffällig ist die sehr gute Traktion, welche durch die Mattoc generiert wird – zu verdanken ist das der ausgesprochen guten Arbeit der Zugstufendämpfung. Obwohl der Federweg durch die eher flache Kennlinie nicht so effizient genutzt wird, vermittelt die Mattoc viel Sicherheit und animiert den Fahrer zu hohen Geschwindigkeiten. Dank dieser subjektiven Sicherheit kann der Fahrer auch in Extremsituation ganz gelassen bleiben. Dank dieser Eigenschaft und des guten Ansprechverhaltens ist die Mattoc durchaus komfortabel – wenn auch nicht super sensibel. Weniger erfreulich war hingegen der unzureichende Einstellbereich von High- und Low-Speed-Druckstufe, vor allem da lediglich die letzten Clicks einen spürbaren Unterschied im Fahrbetrieb erzielen konnten. Auch die Achse muss an der Mattoc kritisiert werden. Zwar ließ sie sich nach einiger Gewöhnungszeit gut bedienen, doch hinterlässt sie dennoch einen eher mäßigen und vor allem kaum intuitiven Gesamteindruck.

Nach den ersten Tests zeigten unsere Messungen, dass die Mattoc lediglich 155 mm Federweg bereitstellt (bei maximaler Kompression ohne Luft), wovon wir trotz linearer Kennlinie und geöffnetem Bottom Out im Fahrbetrieb nur 147 mm effektiv nutzen konnten. Zudem ergab sich, dass die Mattoc um genau diese fehlenden 10 mm Federweg tiefer baut als viele ihrer Mitbewerber. Das hat zur Folge, dass man mit der Mattoc im Vergleich zu anderen Gabeln bei identischem Bike-Aufbau eine tiefere Lenkzentrale hat. In Kombination mit ihrer Eigenschaft viel Federweg freizugeben, insbesondere unter starken Bremseinflüssen in steilem Gelände, führt das schnell zu unschönen Überschlagsgefühlen. Um dem vorzubeugen hilft nur eine höhere Lenkzentrale – erreicht durch mehr Spacer oder einer höher aufgebogenen Lenker. Alles in allem konnte die Mattoc im Fahrbetrieb aber dennoch überzeugen.

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# In steilem Gelände, in dem man viel auf der Vorderradbremse hängt, vermittelte die Mattoc nicht so viel Sicherheit wie ihre Mitbewerber, was auch daran liegt, dass die Gabel deutlich tiefer baut. 

Wen spricht die Manitou Mattoc Pro an?

Die Mattoc PRO bügelt über alles hinweg was sich ihr in den Weg stellt, muss dafür jedoch mehr Federweg freigeben als anderen Gabeln. Sie spricht sensibel an, neigt jedoch dazu, etwas im Federweg zu versacken. Bei starken Kompressionen oder harten Einschlägen könnte die Mattoc gerne etwas mehr Progression aufbauen, dennoch vermittelt sie dem Fahrer ein sicheres Gefühl. All das spricht für eine gelungene Allround-Gabel, die zwar für den Renn- und Profi-Einsatz noch Nachholbarf hat. Für Alltagsbiker, die sich überwiegend auf schnellen und flowigen Single Trails bewegen, ist die Mattoc jedoch eine super Wahl – nicht zuletzt dank ihres geringen Gewichts, der hervorragenden Traktion und ihres überaus günstigen Preises.

Mehr als 147 mm Federweg konnten wir ihr nicht entlocken.
#Mehr als 147 mm Federweg konnten wir ihr nicht entlocken.
Die Mattoc baut knapp 1 cm tiefer als ihre Mitstreiter.
#Die Mattoc baut knapp 1 cm tiefer als ihre Mitstreiter.

Manitou Mattoc Pro – Test-Fazit

Das Comeback von Manitou im Enduro-Sektor gefällt. Die Mattoc ist leicht, vielfältig einstellbar, bietet eine überraschend gute Performance und ist vor allem eins – richtig günstig. Zwar nutzen andere Gabeln ihren Federweg effektiver, doch kann die Mattoc durch ihre Eigenschaft glänzen, dem Untergrund nahezu perfekt zu folgen, was zu einer überlegenen Traktion führt. Bei einem Preis von nur 650 € kann man ruhigen Gewissens über Feinheiten wie beispielsweise die nicht sonderlich intuitiv zu bedienende Steckachse hinwegsehen. In Sachen Preis-Leistung ist die Manitou Mattoc Pro in diesem Testfeld unangefochten.

Pro:

  • Preis-Leistung unschlagbar
  • super Traktion durch top Zugstufendämpfung
  • Gewicht
  • Optik (hebt sich von der Masse ab)

Contra:

  • spürbarer Druckstufen-Einstellungsumfang zu gering
  • Federkennlinie könnte progressiver sein
  • Steckachs-System

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Harte Fakten zur Manitou Mattoc Pro

Ermittelte Werte

  • Maximaler Federweg: 155 mm
  • Maximal genutzter Federweg: 148 mm
  • Einbauhöhe: 545 mm
  • Gewicht: 1.899 Gramm (inkl. Steckachse & Kralle, und gekürztem Schaft)

Erhältlich in/mit:

  • Federweg (mm): 140, 150, 160 (getestet), 170 (nur bei 26″)
  • Laufradgröße: 26″, 27,5″ (getestet)
  • Gabelschaft: Alu tapered
  • Achse: 15 mm, werkzeuglos gesteckt und verspannt
  • Farben: Schwarz, Rot (getestet), Weiß

Informationen:

  • Material: Aluminium, Magnesium
  • Federung: Luft
  • Einstellbarkeit: Zugstufe, High- und Lowspeed-Druckstufe, Durchschlagschutz (Bottom Out), Luftdruck
  • Dämpfung: geschlossene Dämpfungskartusche
  • Standrohre: 34 mm
  • Bremsenaufnahme: Disc, Postmount 7“ (180 bis 200mm Bremsscheibe)
  • Preis – UVP: 650 €

Manitou Mattoc Pro Preisvergleich

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Die übrigen Test der Enduro Gabel Testreihe

Zusammenfassung
Datum
Produkt
Manitou Mattoc Pro
Bewertung
51star1star1star1star1star
  1. benutzerbild

    FelixB

    dabei seit 09/2012

    Gibt es zu dem rot von der Mattoc eine passende RAL Farbe? Möchte mit die Mattoc in rot zulegen und hätte dann gerne farblich passende Decals für den Rahmen.
  2. benutzerbild

    ibislover

    dabei seit 11/2001

    für die decals brauchste aber einen hks oder pantone wert.
    kauf die gabel und geh zum örtlichen beschrifter, der hat passende farbfächer.
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  4. benutzerbild

    Hasifisch

    dabei seit 03/2010

    Hier nochmal mein vorläufiges Fazit, steht schon im anderen Mattoc-thread:

    Ich hatte ja geschrieben, das ich bei knapp 80kg fahrfertig (man, ich muss abnehmen!) im Trailpark mit 60PSi unterwegs und sehr zufrieden war. Auf einer steilen und verblockten Strecke sieht es anders aus...
    Auf so einer waren wir gestern, auf meinem Lieblingstrail. Der ist richtig verblockt, große und kleine Motzen, viele Steilstufen und Steilstücke. Wenn man ihn kennt, aber durchaus flott zu fahren. Es rumpelt also mal so richtig im Fahrwerk.
    Auf dem ersten Abschnitt habe ich mich total unsicher gefühlt. War zwar in letzter Zeit sehr wenig auf dem Bike, aber das war schon seltsam. Ich kam dann drauf, das mir die Front doch zu weich war und die Gabel recht flott durchsackte. Im Steilen ein unschönes Gefühl. Die Federung/Dämpfung an sich war aber okay.
    Ich wollte dann auf 70PSi erhöhen, ließ es dann aber erstmal bei 5 mehr.
    Der Hammer. Durch diese lächerliche Erhöhung hatte ich ein komplett anderes Bike. ICh musste sogar alle Dämpfungsstufen anpassen, so deutlich war der Unterschied. In dem Gelände bin ich dann mit mittlerer H und LSC unterwegs. In diesem Setup vebläst die Mattoc alle anderen Gabeln der ca. 2,5kg-Klasse, die ich in den letzten Jahren gefahren bin, egal ob Stahl oder Luft, High oder Low End Dämpfung.
    Sie gibt viel Feedback, ist keine Plüschgabel(!), aber man hat dabei niemals einen Traktionsverlust, immer guten Druck auf dem Reifen, auch bei sehr schnellen und schnell aufeinander folgenden Schlägen. Die 5PSi haben den Unterschied zwischen "ich komme heute nicht klar" zu "ich heiz hier runter und springe an jedem Stein" ausgemacht.
    Ich hätte das so nicht für möglich gehalten.
    Zur Hexlock-Achse: ich fand sie genau einmal fummelig, das war am ersten Tag. Mittlerweile finde ich das System grandios und habe das Rad schneller ab als mit jeder anderen Achse. Was ich jetzt aber nicht sooo wichtig finde... :
  5. benutzerbild

    Znarf

    dabei seit 06/2003

    Was man auch berücksichten sollte:

    Bei Gabeln mit einer Negativfeder, die durch Luft realisiert wird, (und nicht über eine kleine Feder, wie bei den alten Floats etc.) hängt die Performance nachher sehr stark vom Befüllvorgang ab. Wenn die Kammern sich nicht wie vorgesehen ausgleichen, weil man nicht weit genug durchfedert beim Befüllen oder große Temperaturschwankungen drin/draußen etc. ins Spiel kommen, dann wirkt sich das auf dem Trail stark aus.

    Gibt es ja öfter mal bei der Pike. Da lohnt es sich ab und zu mal die Luft komplett abzulassen und die Gabel ein paar Mal durchzufedern. Sonst greift die Negativkammer evtl nicht richtig und die Gabel schießt auch bei geschlossener Zugstufe die letzten zwei Zentimeter voll raus.

    Dazu kommt dann noch das kleine Luftpolster in den Lowers. Je nachdem ob man die Schrauben, die die Standrohreinheit/Dämpfung/Luftkartusche und die Tauchrohreinheit zusammenhalten luftdicht verschließt wenn die Gabel entweder

    a) komplett eingefedert
    b) nicht komplett eingefedert

    verschraubt, ändert sich die Federrate deutlich.

    Mir ist bekannt, dass manche Hersteller genau vorschreiben, wieviel Restluft unten drin sein darf, sonst poppen bei voller Kompression ja auch die Staubabstreifer hoch =)

    Wenn es aber schon bei den Ölfüllmengen deutliche Schwankungen gibt, dann sicher auch da.


    @Mattoc: Ich bin vor kurzem mal eine Mattoc probegefahren bei einem Kumpel, da hat wohl auch was mit der Negativkammer nicht gestimmt, die hat sich recht merkwürdig angefühlt beim ersten Eindruck, dann aber doch gut funktioniert. Und vor längerer Zeit bin ich kurz mal eine andere gefahren und die hatte sich völlig anders angefühlt. Das Setup ist also auch immens wichtig...
  6. benutzerbild

    hirnriss

    dabei seit 10/2006

    leider nicht an die bisherigen beiträge anknüpfend und für wen auch immer, gebe ich auch noch meinen senf zur sache, nachdem ich nun etwas erfahrung mit der gabel sammeln konnte.
    Fahre seit 2017 eine manitou mattoc pro von 2016, die war und ist in einem radon slide 160 team factory verbaut, in kombi mit einem mc leod 216mm mit king can luftgehäuse hinten.

    Anfangs hatte ich gemischte gefühle mit der gabel, einerseits extrem schluckfreudig - sehr progressiv und mit dem hbo kaum fühlbar durchzuschlagen. Eine richtig softe gabel, andererseits jedoch stand die gabel immer recht weit im federweg- dies war in kombination mit dem steilen lenkwinkel des 2016er slides von 67° teilweise und insbesondere in technischen steilen passagen nicht sehr angenehm. also geballer yes, hat mir sehr getaugt . technisch steil - eher mau ( aber siehe dazu mehr weiter unten - stichwort IRT). Habe dann den Luftdruck für technische trails so weit erhöht dass die gabel schön straff war ca. a là chris akrigg, jedoch nutzte ich dann nur mehr ca. max. 60-75% des federwegs. Was mir ebenfalls anfangs nicht so getaugt hat war der Endanschlag beim ausfedern, trotz nicht übertrieben schneller zugstufe. Es ist ein spürbar hartes gefühl wenn die gabel abhebt und ganz ausfedert. nicht so satt wie die pikes die ich damals an div. testrädern fuhr. Auch wenn man das rad im stand auf die gabel fallen lässt fühlte es sich eher "hoppelig" ... nervös an. das gleiche feeling weist auch der dämpfer auf. Jedoch war ich dennoch ausreichend zufrieden und ich gewöhnte mich schnell an die zur pike abweichende charakteristik. zu den verstellmöglichkeiten kann ich nicht viel sagen, denke der dem thread zugehörige testbereicht deckt meine meinung ab, ich bin als amteur jedoch zufrieden. dem dämpfer attestiere ich ebenfalls recht gute noten, ausreichend fluffig und schön da so simpel, die druckstufen plattform funktioniert super. Und ja, die steckachse der gabel ist pfrimelig, aber wenn man es ein paar mal gemacht funktioniert es auch super finde ich. ein kleines manko hat die forke noch, bzw. die alte not-boost variante und zwar gibt es nicht übermäßig viel platz für reifen. Bin von 2,4 conti trail king auf 2,5 maxxis dhf WT umgestiegen auf 25mm felgen, mit meinem selber ausgeschnittenen morsh guard der unter die gabelbrücke reingeht und dort inkl. materialstärke von 1mm und inkl. luftspalt von 2mm also ca. max 3 mm aufträgt wird es echt knapp - max 5mm luft. da murksen sich beim fahren immer wieder kieselsteine durch. natürlich könnte ich den entfernen.

    Heuer habe ich dann ein service bei beidem machen lassen. schon vor längerem hatte mir ein bekannter geraten das IRT einzubauen um die federcharakteristik für steiles stufen und spitzkehrengezirkel zu optimieren. Also im zuge des Service habe ich das einbauen lassen. Des weiteren hat mein servicemann die ölabstreifringe gegen irgendwelche spezial ölschaumstoffdichtungen ausgetauscht.
    Die Gabel ist nun wirklich saugut, das IRT bringts mega!!! Sämtliches "die gabel ist gut aber hmm - dies und jenes" gefasel von oben muss ab diesem punkt komplett revidiert werden. mit dem von manitou angegeben luftdrücken für meine 100kg gesamtgewicht ist dIe gabel nun genauso wie es mir taugt, durchaus straff, satte rückmeldung, will gerockt werden, bleibt hoch im federweg bei steilen langsamen passagen, nutze jedoch bei mittelharten schlägen trotzdem 80..90% des federweges und habe auch noch reserve für harte einschläge oder fahrfehler. die highspeed druckstufe habe ich immer komplett offen, das hbo genau in der mitte. low speed druckstufe fahre ich fast meist ganz zu. ein freund hat jetzt die pro 3, ist ab werk mit IRT gekommen. bestätigt mein gefühl. wieviel die neuen öldichtungen zum neuen fahrgefühl beitragen bleibt natürlich bei zwei änderungen auf einen schlag für immer verborgen, sollen laut servicemeister das losbrechmoment um einiges verringern und generell viel weniger reibung haben. finde der effekt ist zu fühlen. dennoch muss der haupteffekt auf das IRT zurückzuführen sein. Soviel dazu. würde mir wieder kaufen, geniale gabel vor allem in anbetracht des niedrigen gewichtes und preis leistung. das eigenartige gefühl des ausfederanschlages stört mich inzwischen gar nicht mehr, war so wohl so eine angfangsumstellung. schade dass ich so lange gewartet habe das IRT einzubauen. Ich meine, für leute die nur auf mäßig steilen trials hauptsächlich mit highspeed über wurzeln ballern und flache lenkwinkel am bike haben ist es vl gar nicht notwendig. muss jeder selber rausfinden. soviel dazu. Inch allah!

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