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Nass, dreckig, kalt. Der Herbst ist speziell. Aber was tun? Rad in den Keller oder weiter fahren?
Nass, dreckig, kalt. Der Herbst ist speziell. Aber was tun? Rad in den Keller oder weiter fahren?
Und wenns mal nicht rund läuft?
Und wenns mal nicht rund läuft?
Wenn die Einstellung stimmt, kanns gar nicht unrund laufen!
Wenn die Einstellung stimmt, kanns gar nicht unrund laufen!
Die Wegenutzung bei durchweichten Böden ist ein kontroverses Thema – hier gilt es den Kopf einzuschalten
Die Wegenutzung bei durchweichten Böden ist ein kontroverses Thema – hier gilt es den Kopf einzuschalten
Auf manchen Trails sammelt sich Wasser und weicht den Boden auf
Auf manchen Trails sammelt sich Wasser und weicht den Boden auf - solche Trails gilt es auszulassen, um Schäden zu vermeiden – unser exemplarisches Bild wurde in einem Schlammloch aufgenommen.
Über Reifenfreiheit freuen wir uns immer. Am Ibis Ripmo hat man mit Reifen unter 2,5" Breite noch ausreichend Platz
Über Reifenfreiheit freuen wir uns immer. Am Ibis Ripmo hat man mit Reifen unter 2,5" Breite noch ausreichend Platz - Die einteilige Hinterbau-Konstruktion schützt außerdem den unteren Link vor Dreck. Oben sollte man ein Schutzblech anbringen.
Das Banshee Prime sind wir viel im Winter gefahren, der verwinkelte KS-Link ist aber nicht gerade angenehm, wenn es ans Putzen geht.
Das Banshee Prime sind wir viel im Winter gefahren, der verwinkelte KS-Link ist aber nicht gerade angenehm, wenn es ans Putzen geht.
Nicht ideal war auch der DW6-Link am Robot R160 – die neueren Varianten haben hier aber wohl schon eine abgeschlossene Konstruktion.
Nicht ideal war auch der DW6-Link am Robot R160 – die neueren Varianten haben hier aber wohl schon eine abgeschlossene Konstruktion.
Wenn man Schrauben muss, ist das Madonna super. Dazu sollte es aber nicht oft kommen, da alle Lager noch eine extra Dichtung bekommen haben
Wenn man Schrauben muss, ist das Madonna super. Dazu sollte es aber nicht oft kommen, da alle Lager noch eine extra Dichtung bekommen haben - Im Unterrohr gibt es außerdem einen Auffangbehälter für Dreck und Wasser – Kompromisse, kompromisse...
Gabelbrücke abkleben und Schutzblech montieren hilft
Gabelbrücke abkleben und Schutzblech montieren hilft - So bleibt das Gesicht länger sauber und man führt nicht unnötig Gewicht in Form von klebrigem Matsch herum.
Auch etwas aufwändigere Schutzbleche gibt es inzwischen zuhauf
Auch etwas aufwändigere Schutzbleche gibt es inzwischen zuhauf - Ob aus recyceltem Kunststoff oder nicht, ob lang oder kurz – der Markt hat inzwischen einiges zu bieten.
Alles was sich nicht abkleben lässt, kann man mit grobporigem Schaum vor Dreckansammlungen schützen
Alles was sich nicht abkleben lässt, kann man mit grobporigem Schaum vor Dreckansammlungen schützen
Wir haben es mit einem Aquariumfilter ausprobiert
Wir haben es mit einem Aquariumfilter ausprobiert
Tiefliegende Sammelbecken können einfacher gereinigt werden, wenn der Matsch nicht in alle Ritzen eindringen kann.
Tiefliegende Sammelbecken können einfacher gereinigt werden, wenn der Matsch nicht in alle Ritzen eindringen kann.
Zu dicht – hier kann das Wasser nicht so einfach abfließen
Zu dicht – hier kann das Wasser nicht so einfach abfließen
Etwas trimmen, dann bleibt der Matsch draußen und das Wasser kann ablaufen
Etwas trimmen, dann bleibt der Matsch draußen und das Wasser kann ablaufen
Trocken bleiben ist eine der großen Herausforderungen. Nass wird es nicht nur von außen, auch von innen drückt der Schweiß
Trocken bleiben ist eine der großen Herausforderungen. Nass wird es nicht nur von außen, auch von innen drückt der Schweiß - auf dem Bild trage ich den dirtlej Dirt Suit – ein Spezialist für Matschbedingungen. Hier geht es zu unserem Test: <a href="https://www.mtb-news.de/news/dirtlej-dirtsuit-einteiler-fuer-ungemuetliches-wetter-im-test/">https://www.mtb-news.de/news/dirtlej-dirtsuit-einteiler-fuer-ungemuetliches-wetter-im-test/</a>

Das kleine 1×1 des Matschfahrens: Während auf den Berghütten schon wieder die Öfen eingeheizt werden und in den Weiten des Internets John Snow den nahenden Winter ankündigt, bereitet sich der gemeine Mountainbiker auf die kalte Jahreszeit vor. Die Stollenreifen-Spezies unterteilt sich dabei in zwei Lager: Ein Teil bereitet das Nest für den Winterschlaf vor, die Anderen stählen Geist, Körper und Rad für den Einsatz bei widrigsten Bedingungen. Wir haben mal näher beleuchtet, was das Mountainbiken im Herbst und Winter ausmacht und wie man sich und sein Rad am besten dafür ausrüstet.

Durchweichte Erde, aufgenommen vom Profil des Reifens und verteilt durch die Zentrifugalkraft, gebremst von Rad, Textilien und Haut. Matsch ist des einen Freud, des anderen Leid und charakteristisch für Rad-Ausflüge in Herbst und Winter. Während die rutschigen Böden für manche zur Herausforderung werden, zeigen andere Danny Hart-Gene und fahren wie entfesselt. Wir haben diese spezielle Jahreszeit analysiert und Tipps gesammelt.

Warum polarisiert die Nebensaison aber so stark? Fangen wir mit den Nachteilen des Schlechtwetterfahrens an: Es wird nass, es wird kalt, deswegen packt man sich in dicke, wasserdichte Kleidung ein und schwitzt wie nach einem Regenschauer im 35° heißen, sommerlichen Wald. Ideal ist das für die Gesundheit nicht – durchgeschwitzt erkältet es sich besonders schnell. Nicht nur die Klamotten kleben an der Haut, auch die durchgeweichte Erde findet zielsicher den Weg ins Gesicht und alle freien Hautpartien sowie die Bekleidung. Nach dem Fahren kann die Ausrüstung eigentlich ohne Umweg in die Waschmaschine und die Dusche wird temporär braun gefärbt. Das Rad freut sich nach jedem noch so kurzen Ausflug auf eine umfangreiche Reinigung, Lager, Kette und Fahrwerks-Komponenten wollen zudem sehr regelmäßige Pflege (hier geht’s zum Reinigungs-Artikel). Auch für die Trails ist die nasse Jahreszeit nicht ideal, für den Fahrer kann es ebenso gefährlich werden, schließlich ist es ein gutes Stück rutschiger.

Spricht dann eigentlich überhaupt etwas fürs Radeln im Herbst, abseits von befestigten Wegen?

Nass, dreckig, kalt. Der Herbst ist speziell. Aber was tun? Rad in den Keller oder weiter fahren?
# Nass, dreckig, kalt. Der Herbst ist speziell. Aber was tun? Rad in den Keller oder weiter fahren?

Diashow: Das kleine 1×1 des Matschfahrens: Die besten Tipps fürs Biken im Herbst
Wenn man Schrauben muss, ist das Madonna super. Dazu sollte es aber nicht oft kommen, da alle Lager noch eine extra Dichtung bekommen haben
Und wenns mal nicht rund läuft?
Über Reifenfreiheit freuen wir uns immer. Am Ibis Ripmo hat man mit Reifen unter 2,5" Breite noch ausreichend Platz
Auf manchen Trails sammelt sich Wasser und weicht den Boden auf
Die Wegenutzung bei durchweichten Böden ist ein kontroverses Thema – hier gilt es den Kopf einzuschalten
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Subjektiv betrachtet: Ja! Der Eiertanz macht extrem viel Spaß. Objektiv betrachtet? Bewegung ist gut für Körper, Geist und Immunsystem, im Herbst und Winter muss man nur etwas andere Vorkehrungen treffen. Für Fahrradfahrer im Speziellen, ist Matsch eine sehr gute Schule für die Fahrtechnik – hier trennt sich nicht nur die Spreu vom Weizen, vieles was man erlernt, lässt sich in sichereres oder schnelleres Fahren bei trockenen Bedingungen umsetzen. Wie lassen sich die verbleibenden Nachteile ausmerzen oder zumindest so relativieren, dass man die Vorteile auskosten kann?

Der Kopf fährt mit.

Der erste und wichtigste Tipp: Zwingen sollte man sich nicht zum Radfahren in Herbst und Winter. Auch wenn wir grundsätzlich der Meinung sind, dass man es immer mal wieder probieren sollte, selbst im Dreck zu spielen – wer keinen Spaß dran hat, sollte das einfach akzeptieren und den Winter lieber mit alternativen Beschäftigungen verbringen. Ohne positive Einstellung kann es schnell gefährlich werden: Auf rutschigen Trails ist Entschlossenheit, Konzentration und Selbstbewusstsein gefragt – schlechte Laune und fehlende Motivation sieht man nicht nur an fallenden Mundwinkeln, sondern auch an der Körpersprache, bzw. fehlender Körperspannung. Genau damit tut man weder sich, seinem Rad, noch den Trails etwas Gutes.

Auf der anderen Seite heißt es mehr denn je: Bescheiden bleiben. Nur weil man den steilen Trail gerade runter gekommen ist, ohne den Fuß vom Pedal zu nehmen, ist man nicht gleich Danny Hart. Zwar sind die Geschwindigkeiten meist niedriger, aber Fehler werden unbarmherzig bestraft und man kommt bei hoher Risikobereitschaft öfter mal unter die Räder. Übermut sollte man möglichst abstellen und mit gesundem Menschenverstand unterwegs sein.

Und wenns mal nicht rund läuft?
# Und wenns mal nicht rund läuft?
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Deine Trails hassen dich.

Selbst extrem breite Reifen hinterlassen in durchweichten Böden Spuren, Stollen-Reifen tragen den Untergrund ein Stück mit sich – die Trails werden beansprucht. Diese stärkere Beanspruchung ist mit das wichtigste Gegenargument gegen das Matschfahren und lässt sich nur schwer relativieren. Hier kann man nur klar sagen: Vernünftig mit unserem kostbarsten Gut umgehen! Dazu gehört allem voran eine Selektion: Welche Trails vertragen nasse Bedingungen gut, welche schlecht, welche garnicht? Dementsprechend sollte man sein Ego in der nassen Jahreszeit in die Ecke stellen und manche Wege im Herbst einfach links liegen lassen. Die fahrbaren Trails kann man im Rahmen der Legalität natürlich fit machen: Drainagen von Dreck-Ansammlungen befreien, sicherstellen, dass Wasser ablaufen kann und sich nicht sammelt.

Die Wegenutzung bei durchweichten Böden ist ein kontroverses Thema – hier gilt es den Kopf einzuschalten
# Die Wegenutzung bei durchweichten Böden ist ein kontroverses Thema – hier gilt es den Kopf einzuschalten
Auf manchen Trails sammelt sich Wasser und weicht den Boden auf
# Auf manchen Trails sammelt sich Wasser und weicht den Boden auf - solche Trails gilt es auszulassen, um Schäden zu vermeiden – unser exemplarisches Bild wurde in einem Schlammloch aufgenommen.

Damit deine Trails und die anderen Fahrer, mit denen du sie teilst, dich nicht hassen, solltest so wenige Spuren wie möglich hinterlassen, Schäden die du anrichtest wieder beheben und die Wegpflege (im legalen Rahmen) natürlich nicht vernachlässigen.

Dein Rad hasst dich.

Wie deine Trails, wird auch dein Rad etwas leiden. Aber – wer über seine Matsch-Liebe Bescheid weiß, kann bereits beim Kauf einige ungünstige Merkmale vermeiden. Natürlich lässt sich aber auch jedes Problem in Griff bekommen.

Augen auf beim Radkauf: Auf Dauer kann das säubern nach jeder Fahrt ätzend werden, je verwinkelter die Rahmenform, desto länger und demoralisierender fällt das Putzen aus. Verschiedene Hinterbau-Konstruktionen haben außerdem Kieselstein-Mahlwerke integriert oder schützen den Dämpfer nicht ausreichend vor Dreck-Beschuss. Wenn du gerade vor der Entscheidung stehst und dir ein neues Rad kaufen willst, das regelmäßig im flüssigen Sonnenschein bewegt wird, solltest du auf folgende Punkte achten:

  1. Investiere ich vielleicht lieber in ein Hardtail für den Winter?
  2. Wie viel Reifenfreiheit bietet der Rahmen?
  3. Gibt es verwinkelte Frästeile, Gussets oder kann sich an den Dämpferaufhängungen Dreck und Wasser sammeln?
  4. Ist der Dämpfer geschützt oder lässt sich simpel ein Schutzblech anbringen?
  5. Kommt meine Trinkflasche direkt in den Dreckbeschuss?
  6. Wie sind meine Lager gedichtet, wie viele davon stecken im Hinterbau und was kostet der Lagersatz?

Reifenfreiheit ist dein Freund. Viel hilft viel, mehr ist besser. Auch wenn wir im Winter gern auf etwas schmalere Felgen-Reifen-Kombinationen zurückgreifen, kann es bei bestimmten Bodenverhältnissen extrem zugehen. Vor allem bei Rädern mit sehr kurzen Kettenstreben kann es um den Tretlager-Bereich eng werden. Nicht nur das Kettenblatt muss hier Platz haben, bei vollgefederten Rahmen muss hier auch noch die Anlenkung untergebracht werden. In diesem meist recht verwinkelten Bereich sammelt sich aber auch bei ausreichend Reifenfreiheit gerne Dreck. Als sehr praktisch haben sich hier einteilige Hinterbauten wie VPP, DW-Link, KS-Link oder auch Eingelenker herausgestellt – hier lässt sich meistens recht gut ein Schutzblech selbst basteln und anbringen. Der eine oder andere Hersteller platziert hier auch gerne sein Federbein, dass dann gerne direktem Dreckbeschuss ausgeliefert ist. Nicht gut für die Dichtungen.

Über Reifenfreiheit freuen wir uns immer. Am Ibis Ripmo hat man mit Reifen unter 2,5" Breite noch ausreichend Platz
# Über Reifenfreiheit freuen wir uns immer. Am Ibis Ripmo hat man mit Reifen unter 2,5" Breite noch ausreichend Platz - Die einteilige Hinterbau-Konstruktion schützt außerdem den unteren Link vor Dreck. Oben sollte man ein Schutzblech anbringen.

Nicht gut für die Gesundheit kann auch eine vollgedreckte Trinkflasche sein. Der Trinkflaschenhalter am Unterrohr ist vor allem bei nassen Bedingungen suboptimal. Zu guter letzt – auf lange Sicht gesehen – viele Regeneinsätze bringen viele Putz-Sessions mit sich. Wer nicht vorsichtig putzt, wird gegebenenfalls öfter seine Lager ausspülen und so die Lebensdauer verkürzen. Einige Hersteller dichten inzwischen sogar extra ihre Abdeckungen, zum Beispiel beim Raaw Madonna. Wenn man 10+ Lager im Hinterbau hat und diese auch noch hohe Stückkosten haben, kann das bei längerer Nutzungsdauer zum Kostenfaktor werden.

Das Banshee Prime sind wir viel im Winter gefahren, der verwinkelte KS-Link ist aber nicht gerade angenehm, wenn es ans Putzen geht.
# Das Banshee Prime sind wir viel im Winter gefahren, der verwinkelte KS-Link ist aber nicht gerade angenehm, wenn es ans Putzen geht.
Nicht ideal war auch der DW6-Link am Robot R160 – die neueren Varianten haben hier aber wohl schon eine abgeschlossene Konstruktion.
# Nicht ideal war auch der DW6-Link am Robot R160 – die neueren Varianten haben hier aber wohl schon eine abgeschlossene Konstruktion.
Wenn man Schrauben muss, ist das Madonna super. Dazu sollte es aber nicht oft kommen, da alle Lager noch eine extra Dichtung bekommen haben
# Wenn man Schrauben muss, ist das Madonna super. Dazu sollte es aber nicht oft kommen, da alle Lager noch eine extra Dichtung bekommen haben - Im Unterrohr gibt es außerdem einen Auffangbehälter für Dreck und Wasser – Kompromisse, kompromisse...

Dein Rad liebt Bike-Hacks.

Und wenn man schon ein Rad hat? Natürlich gibt es Bike-Hacks, um sein Rad für den Matsch vorzubereiten:

  1. Schutzbleche
  2. regelmäßige vorsorgliche Schmierung
  3. spezielle Schmierstoffe
  4. Motofoam

Allen voran: Schutzbleche. Dank Jason Marsh und dem Marshguard inzwischen weitestgehend salonfähig, bieten verschiedenste Hersteller Schutzbleche für den Mountainbike-Einsatz her. Sinnvoll um die Federgabel-Abstreifer vor Matsch zu schützen, die Sicht weitestgehend frei zu halten und übermäßige Verschmutzungen des Bikes zu verhindern, damit das Rad leicht bleibt und man nicht unnötig Kraft aufbringen muss.

Gabelbrücke abkleben und Schutzblech montieren hilft
# Gabelbrücke abkleben und Schutzblech montieren hilft - So bleibt das Gesicht länger sauber und man führt nicht unnötig Gewicht in Form von klebrigem Matsch herum.
Auch etwas aufwändigere Schutzbleche gibt es inzwischen zuhauf
# Auch etwas aufwändigere Schutzbleche gibt es inzwischen zuhauf - Ob aus recyceltem Kunststoff oder nicht, ob lang oder kurz – der Markt hat inzwischen einiges zu bieten.

Für alle mit vielen Lagern im Hinterbau kann es hilfreich sein, die Lager vor dem Winter zu öffnen und vorsorglich nachzuschmieren. Dabei sollte man bei abgedichteten Lagern dringend darauf achten, dass die Dichtungen der Lager beim Herausnehmen nicht beschädigt werden. Die Lagerung öffnen und ordentlich Fett auf gedichtete Lager zu schmieren ist nicht besonders hilfreich: Am Fett kann sich Dreck festsetzen, der nicht so einfach wieder abwaschbar ist. Beim Lager nachfetten sollte man den Aufwand und die Kosten eines komplett neuen Lagersatzes abwägen – bei kleinen Lagern, die tendenziell schneller verschleißen, kann sich der neue Lagersatz beispielsweise auszahlen.

Vorsorglich schmieren kann man auch Steuersatz und Tretlager, um zu verhindern, dass sich hier Wasser sammelt. Auch an diesen Stellen hilft ein leichter, wasserabweisender Schmierfilm – regelmäßig überprüfen, ob sich hier nicht doch Wasser sammelt, sollte man trotzdem.

Auch die anderen beweglichen Teile wollen regelmäßig geschmiert werden. Vor allem die Kette ist im Herbst und Winter schwierigen Bedingungen ausgesetzt. Am Markt gibt es aber eine umfassende Auswahl an Schmiermitteln für widrige Wetterlagen. Auch die Öle in Gabel und Dämpfer können durch die Kälte ihre Eigenschaften ändern. Temperatur-empfindliche Dämpfungsöle, bei denen sich die Viskosität ändert, können zu sehr harschen Federelementen führen. Wenn man nicht gerade Rennen fährt, um seinen Unterhalt zu stemmen, ist der Ölwechsel auf temperaturstabilere Öle in den Federelementen nicht unbedingt nötig. Kleine Anpassungen bei der Dämpfung können schon ausreichen.

Alles was sich nicht abkleben lässt, kann man mit grobporigem Schaum vor Dreckansammlungen schützen
# Alles was sich nicht abkleben lässt, kann man mit grobporigem Schaum vor Dreckansammlungen schützen
Wir haben es mit einem Aquariumfilter ausprobiert
# Wir haben es mit einem Aquariumfilter ausprobiert
Tiefliegende Sammelbecken können einfacher gereinigt werden, wenn der Matsch nicht in alle Ritzen eindringen kann.
# Tiefliegende Sammelbecken können einfacher gereinigt werden, wenn der Matsch nicht in alle Ritzen eindringen kann.
Zu dicht – hier kann das Wasser nicht so einfach abfließen
# Zu dicht – hier kann das Wasser nicht so einfach abfließen
Etwas trimmen, dann bleibt der Matsch draußen und das Wasser kann ablaufen
# Etwas trimmen, dann bleibt der Matsch draußen und das Wasser kann ablaufen

Dein Körper hasst dich.

Wie eingangs bereits erwähnt, ist das Fahren in der nassen Jahreszeit tückisch. Schnell fängt man sich eine Erkältung ein und ist für ein paar Tage ruhiggestellt. Was hilft dabei gesund zu bleiben?

  • Vernünftig anziehen
  • Warm bleiben
  • Bei Bedarf Wechselkleidung mitnehmen
  • Essen und Trinken nicht vergessen

Vor allem für Gravity-lastige Fahrer sind kurze Hosen in Kombination mit Knieschonern etwas angenehmer zu tragen, empfehlenswert ist unserer Ansicht nach aber eine lange Hose. So verdrecken Beine und Schoner nicht, zudem bleibt es etwas wärmer. Oben kann man sich nach dem Zwiebelprinzip einpacken: Neben einem Baselayer ist vor allem der Windstopper wichtig, um Zug zu vermeiden und den Körper bei (Fahrt-)Wind vor dem Auskühlen zu bewahren. Um den Nacken und die Ohren schadet es außerdem nicht ein Tuch zu tragen. Die richtige Kleidung ist Punkt 1, um trocken und damit warm zu bleiben.

Aber schon beim Warmwerden kann man einiges falsch machen. Hier gilt es gemächlich anzufangen und den Körper auf Temperatur kommen zu lassen, bevor man die Leistung steigert. Idealerweise sucht man sich eine Route, bei der man nicht direkt 100% geben muss, sondern entspannt losradeln kann. Dann heißt es warm bleiben! Egal wie vernünftig man sich anzieht, durch Schweiß und nasse Strecken wird die Bekleidung langsam, aber sicher feucht. Wer gerne Pausen macht, sollte sich auf jeden Fall trockene Wechselkleidung mitnehmen – in nassen Klamotten wird es schnell kalt, unangenehm und das Risiko zu erkranken steigt. Alternativ hilft es, einfach keine bzw. keine langen Pausen mehr zu machen.

Zu guter letzt: Die zwei größten Feinde des Sportlers sind Dehydration und Unterzucker. Bei Kälte ist vor allem Ersteres ein Klassiker. Wer nicht gerne eiskaltes Wasser aus der Trinkflasche nuckelt, kann vorab ausreichend trinken oder Heißgetränke mitführen, die wiederum sorgen für gute Laune und so schließt sich unser Kreis.

Trocken bleiben ist eine der großen Herausforderungen. Nass wird es nicht nur von außen, auch von innen drückt der Schweiß
# Trocken bleiben ist eine der großen Herausforderungen. Nass wird es nicht nur von außen, auch von innen drückt der Schweiß - auf dem Bild trage ich den dirtlej Dirt Suit – ein Spezialist für Matschbedingungen. Hier geht es zu unserem Test: https://www.mtb-news.de/news/dirtlej-dirtsuit-einteiler-fuer-ungemuetliches-wetter-im-test/

Fassen wir zusammen: Fahren im Herbst ist nicht ohne. Entsprechend vorbereitet macht es (uns) aber immer wieder Spaß!

Um welche Punkte sollte man unsere Liste auf jeden Fall erweitern?

  1. benutzerbild

    Yossarian

    dabei seit 10/2006

    Die Füße kann man auch immer wieder warm bekommen durch geeignete Streckenwahl. Schon ein paar Minuten gehen und die Füße sind wieder warm. Wenn man zeitlich passende Steilstücke einplant, die man im Schmodder eh nicht hochfahren kann, dann kann man immer wieder warm werden. Und das reicht dann immer wieder eine Weile, allerdings muß man die Frequenz der Gehpassagen laufend erhöhen.
  2. benutzerbild

    Yossarian

    dabei seit 10/2006

    Bei der Bekleidung hab ich im Winter eigentlich wenig Probleme. Die Membranen funktionieren immer besser je kälter es wird. Weil die Dampfdruckdifferenz immer größer wird. Allerdings können die Auswirkungen der Unterkühlung extremer sein. Man muß genau überlegen, was man anzieht damit es passt. Das größte Problem sind Pannen, wer schon mal im Schneesturm einen Schlauch gewechselt hat, weiss von was ich rede.
  3. benutzerbild

    NaitsirhC

    dabei seit 11/2007

    Die Stellen wo sich Dreck sammeln kann penibel mit Schaumstoff füllen ist für den Anfang schon ok. Wenn man sowas in Betracht zieht, sollte man es in meinen Augen gleich richtig konsequent machen und das Rad einmotten...wer nicht fährt, macht nichts dreckig, ganz einfach.
  4. benutzerbild

    platt_ziege

    dabei seit 06/2017

    irgendwo auf yt gibs nen nicht deutschsprachiges video, wo sie verschiedene schmutzbleche im weissen malervlies testen.
    da sieht man recht unzweifelhaft, wieso wenn dann mudhugger vo&hi.
    gegen kalte füsse hab ich mir die therm-ic 1300 gekauft, gibs auch mit bluetooth für fon und uhr steuerung.
    im regen fahr ich seit jeher mit neopren taucherhandschuhen oder wenns kälter ist sealskinz. im winter geht nix über die pearl izumi hummer. hatte ich schon vor 25 jahren, dachte sie wären verschollen (natürlich nicht) und hab mir neue gekauft, welche tatsächlich noch nen ticken wärmer sind weil sie etwas anders, grosszügiger geschnitten und innen weicher/fleeciger sind.
    wieso man sich jetzt ein überteuerte jacke mit diesen tnf hyvent rotz kaufen soll, finde sehr fragwürdig.
    lieber gleich was mit gore, dermizax o.ä., die zeiten wo man tnf jacken kaufen konnte, sind sehr lange vorbei.
    andernfalls kann man sich auch was x-beliebiges kaufen, der unterschied bei dem ganzen membran krempel ist ja die atmung.

    wg unterkühlung ist das entscheidene der vorletzte satz, insofern ist unterkühlung absolut nicht latte, denn dann macht man sich noch angreifbarer wenn mal wieder alle ihre umgebung vollhusten und rotzen. was nicht heisst, das frieren nicht gesund ist.
  5. benutzerbild

    Hockdrik

    dabei seit 03/2012

    @MSTRCHRS: Danke, dass Ihr das Thema "Trails bei Nässe schonen" so deutlich mit reingebracht habt!

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