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Die neue SID SL Ultimate
Die neue SID SL Ultimate - Im Grunde genommen wurde das Innenleben der SID einmal auf links gedreht. Neue Feder, neue Dämpfung, neues Layout! Die SL Variante wiegt dabei lediglich 1315 Gramm und kostet 949 € (UVP).
SID SL Select
SID SL Select - In der neuen SID SL Select kommt die bewährte Charger RL-Dämpfung sowie die neue DebonAir Luftfeder zum Einsatz. Die Gabel wiegt 1468 Gramm (Herstellerangabe), ist ab März 2020 verfügbar und kostet 729 € (UVP).
SID Select
SID Select - Das Pendant zur SID SL Select. Die Gabel ist mit 120 mm Federweg und 35 mm Standrohren im Handel erhältlich und wiegt 1671 Gramm (Herstellerangabe). Die Gabel ist ab März 2020 verfügbar und kostet 839 € (UVP).
Die Charger Race Day Dämpfung ist minimalistisch gehalten
Die Charger Race Day Dämpfung ist minimalistisch gehalten - Für die SID SL Ultimate bringt die Kartusche lediglich 82 Gramm auf die Waage
Der Rebound kann mit Hilfe einer aufgesteckten Nadel angepasst werden
Der Rebound kann mit Hilfe einer aufgesteckten Nadel angepasst werden - Während der Fahrt ist der Schlüssel fest eingerastet, sodass er zu keinem Zeitpunkt verloren gehen sollte.
Dieses spezielle Innensechskant-Werkzeug kann auch abgezogen werden
Dieses spezielle Innensechskant-Werkzeug kann auch abgezogen werden - Somit kann man mit ein und demselben Werkzeug den Rebound von Gabel und SIDLuxe-Dämpfer einstellen.
rock-shox-charger-race-day-4720
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Schlicht gehaltene Abdeckkappe
Schlicht gehaltene Abdeckkappe - Durch die minimalistische Kappe lassen sich auch Volumenspacer schneller einbauen
Bei wie viel Sag arbeitet die Gabel am besten?
Bei wie viel Sag arbeitet die Gabel am besten? - RockShox empfielt, in der neuen SID einen Sag zwischen 15 und 25 Prozent zu fahren
DIe Gabelkrone der neuen SID besteht aus Aluminium
DIe Gabelkrone der neuen SID besteht aus Aluminium - Das Bauteil ist aus einem Block CNC-gefräst und erhält somit eine optisch ansprechende Form.
Foto Jens Staudt Sid Ultimate Test-2857
Foto Jens Staudt Sid Ultimate Test-2857
Foto Jens Staudt Sid Ultimate Test-2838
Foto Jens Staudt Sid Ultimate Test-2838
Auch die Oberfläche der SID Ultimate wurde im Vergleich zum Vorgängermodell modifiziert
Auch die Oberfläche der SID Ultimate wurde im Vergleich zum Vorgängermodell modifiziert - Um Gewicht einzusparen, wurde anhand von Kraftflüssen ermittelt, an welchen Stellen Material vonnöten ist und an welchen nicht.
SID SL Ultimate
SID SL Ultimate - 1315 Gramm
SID Ultimate
SID Ultimate - 1517 Gramm
Charger Race Day Kartusche
Charger Race Day Kartusche - 82 Gramm
Schutzblech SID Ultimate
Schutzblech SID Ultimate - 37 Gramm
Die Gabel arbeitet extrem feinfühlig im ersten Federwegsdrittel
Die Gabel arbeitet extrem feinfühlig im ersten Federwegsdrittel - Im Uphill bügelt die neue SID Wurzeln einfach nur weg
Im Wiegetritt sinkt die Gabel aufgrund der Sensibiltät auch früh in den Federweg
Im Wiegetritt sinkt die Gabel aufgrund der Sensibiltät auch früh in den Federweg - Der Fahrer muss deutlich aktiver mit dem Lockout-Hebel arbeiten und genau abwägen, an welchen Stellen die Gabel geöffnet oder geschlossen sein soll.
Die Kennline verläuft äußerst progressiv
Die Kennline verläuft äußerst progressiv - Noch nie konnten wir im Vorfeld eine XC-Gabel mit einer derartigen Kennlinie testen. Schnelle Abfahren meistert die SID mühelos, bügelt feinfühlig die Schläge weg und vermittelt eine gehörige Portion an Sicherheit. Um die SID schlussendlich aber ans Limit zu bekommen, müssen schon größere Drops her.
Foto Jens Staudt Sid Ultimate Test-2894
Foto Jens Staudt Sid Ultimate Test-2894
Feinfühligkeit
Feinfühligkeit - Gerade auf schnellen Abfahrten arbeitet die SID Ultimate im unteren Federwegsdrittel extrem sensibel und schluckt kleine Schläge brilliant weg
Hohe Endprogression
Hohe Endprogression - Derart kleine Absätze wie auf dem Bild bringen die SID noch lange nicht an ihre Grenzen. Da muss schon deutlich mehr kommen!
TwistLoc
TwistLoc - Der Lockout-Drehgriff funktioniert tadellos und lässt sich sehr gut bedienen. Federgabel und Dämpfer werden damit gleichzeitig aktuiert.
Schutzblech
Schutzblech - An der SID Ultimate lässt sich ein kleines Schutzblech montieren. Gerade in den letzten kalt-nassen Tagen fanden wir das Tool praktisch.
Eine Gabel zum Siegen?
Eine Gabel zum Siegen? - Wir würden sagen: Ja! Im Vergleich zu Konkurrenzprodukten muss der Lockout vor allem in Uphill-Passagen deutlich öfter und aktiver bedient werden. Hat man Dreh mit dem TwistLoc allerdings raus, kann man in Anstiegen mit hoher Effizenz die Berge erklimmen und im Downhill die volle Bandbreite in jeder Situation, von extremer Feinfühligkeit bis äußerst hoher Endprogression, erleben.

RockShox SID Ultimate im Test: Zeit für Veränderungen! Die neue SID Ultimate wurde für die MY21-Produktpalette komplett neu aufgelegt. RockShox bietet die neue SID einerseits als Super Light-Version mit 32 mm-Standrohren und optimiertem Gewicht für XC-Racer an, anderseits kommt für Down-Country-Bikes ein interessantes Pendant mit 35 mm dicken Standrohren auf den Markt. Die Charger Race Day-Dämpfung sowie die DebonAir-Luftfeder wurden grundlegend überarbeitet und sollen die Performance der Gabel massiv verbessern. Kann die neue SID Ultimate auf dem Trail überzeugen? Wir konnten die Gabel vorab testen!

RockShox SID Ultimate: Infos und Preise

Das XC-Federgabel- und Dämpfer-Lineup der Amerikaner wurde stark modifiziert. Neben der neuen SID-Federgabel erscheint erstmals der dazu passende, SIDLuxe genannte Dämpfer auf dem Markt (RockShox SIDLuxe Ultimate im ersten Test), der in Kombination mit der SID ein optimales Suspension-Duo bilden soll. Die SID-Federgabel gibt es in zwei Varianten: Als SID SL Ultimate mit 100 mm Federweg und schlanken 1315 Gramm und als steifere Ultimate-Gabel mit wahlweise 100, 110 oder 120 mm Federweg und 35 mm-Standrohren. Die Produkte sind jeweils auch als vergünstigte Select-Modelle verfügbar.

  • Laufradgrößen 29“
  • Federweg 100 mm (SID SL Ultimate) / 120 mm (SID Ultimate, absenkbar auf 100 bzw. 110 mm)
  • Feder DebonAir-Luftfeder
  • Dämpfung Charger Race Day
  • Farben SID-blau, Hochglanz-Schwarz
  • Standrohrdurchmesser 32 mm (SID SL Ultimate) / 35 mm (SID Ultimate)
  • Offset 44 mm
  • Achsmaß Boost 15 x 110 mm
  • Gewicht 1315 g (SID SL Ultimate, nachgewogen) / 1517 g (SID Ultimate, nachgewogen)
  • Verfügbarkeit ab März 2020
  • www.sram.com

Preise (UVP) 949 € (SID SL Ultimate) / 1.059 € (SID Ultimate)

Die neue SID SL Ultimate
# Die neue SID SL Ultimate - Im Grunde genommen wurde das Innenleben der SID einmal auf links gedreht. Neue Feder, neue Dämpfung, neues Layout! Die SL Variante wiegt dabei lediglich 1315 Gramm und kostet 949 € (UVP).
Diashow: RockShox SID Ultimate im Test: Bereit für ganz große Siege?
Der Rebound kann mit Hilfe einer aufgesteckten Nadel angepasst werden
Foto Jens Staudt Sid Ultimate Test-2857
SID SL Ultimate
TwistLoc
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SID SL Select
# SID SL Select - In der neuen SID SL Select kommt die bewährte Charger RL-Dämpfung sowie die neue DebonAir Luftfeder zum Einsatz. Die Gabel wiegt 1468 Gramm (Herstellerangabe), ist ab März 2020 verfügbar und kostet 729 € (UVP).
SID Select
# SID Select - Das Pendant zur SID SL Select. Die Gabel ist mit 120 mm Federweg und 35 mm Standrohren im Handel erhältlich und wiegt 1671 Gramm (Herstellerangabe). Die Gabel ist ab März 2020 verfügbar und kostet 839 € (UVP).

Im Detail

Der Produktname der SID bleibt zwar gleich, das Innenleben hat hingegen wenig bis gar nichts mehr mit dem Vorgängermodell aus der MY20-Reihe gemein. Werfen wir zunächst einen Blick auf die neu entwickelte Charger Race Day-Dämpfung. Schon der bloße Anblick der Kartusche lässt das Herz von XC-Fetischisten höherschlagen, denn die minimalistisch gehaltene Dämpfereinheit der SID-SL Gabel bringt lediglich nachgewogene 82 Gramm auf die Waage. Der Materialeinsatz wurde hierbei gezielt reduziert, frei nach dem Motto: „Dort wo kein Material benötigt wird, wird auch keins verbaut“. Die Topcap wurde beispielsweise an einzelnen Stellen ausgefräst, sodass das Gesamtgewicht gedrückt werden konnte. Jedes einzelne Bauteil der Kartusche wurde zusätzlich verkleinert, wodurch weniger Dämpfungsöl verwendet werden konnte. Die Dämpfung besitzt eine zweistufige Druckstufeneinstellung – offen und geschlossen –, die über ein TwistLoc-System vom Lenker aus praktisch bedient werden kann. Zudem besitzt die SID einen einstellbaren Low-Speed-Rebound.

Die Charger Race Day Dämpfung ist minimalistisch gehalten
# Die Charger Race Day Dämpfung ist minimalistisch gehalten - Für die SID SL Ultimate bringt die Kartusche lediglich 82 Gramm auf die Waage
Der Rebound kann mit Hilfe einer aufgesteckten Nadel angepasst werden
# Der Rebound kann mit Hilfe einer aufgesteckten Nadel angepasst werden - Während der Fahrt ist der Schlüssel fest eingerastet, sodass er zu keinem Zeitpunkt verloren gehen sollte.
Dieses spezielle Innensechskant-Werkzeug kann auch abgezogen werden
# Dieses spezielle Innensechskant-Werkzeug kann auch abgezogen werden - Somit kann man mit ein und demselben Werkzeug den Rebound von Gabel und SIDLuxe-Dämpfer einstellen.
Weitere Bilder der Charger Race Day-Kartusche zum Ausklappen

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# rock-shox-charger-race-day-4720
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# rock-shox-charger-race-day-4723

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# rock-shox-charger-race-day-4729
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# rock-shox-charger-race-day-4733

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# rock-shox-charger-race-day-4735
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# rock-shox-charger-race-day-4741

Zusätzlich wurde die DebonAir Luftfeder modifiziert – mit dem Ziel, den XC-Piloten und -pilotinnen mehr Kontrolle auf dem Trail zu schenken. Der Dimple, also der Druckausgleichskanal zwischen Positiv- und Negativ-Kammer, ist – im Vergleich zum Vorgängermodell – im Standrohr etwas weiter unten angeordnet, was laut RockShox den Druckausgleich zwischen den Kammern optimieren und die Federgabel so höher im Federweg stehen lassen soll. Das Innenleben der SID erinnert in Form und Größe somit etwas dem der Modelle Pike oder Lyrik, besitzen allerdings in erster Linie durch die Position des Dimples XC-spezifische Anforderungen. Die SID steht, wie beschrieben, etwas höher im Federweg als Pike oder Lyrik und soll bei einem Sag zwischen 15 und 25 Prozent optimal arbeiten. Zum Vergleich: RockShox empfiehlt bei der Pike oder der Lyrik einen Sag zwischen 25 und 35 Prozent. Durch diese Maßnahmen soll auch die Kennlinie der SID beeinflusst werden: Ziel vom RockShox ist es, bei einer möglichst progressiven Kennlinie eine hohe Feinfühligkeit zu Beginn des Federwegsbereich zu erzielen.

Schlicht gehaltene Abdeckkappe
# Schlicht gehaltene Abdeckkappe - Durch die minimalistische Kappe lassen sich auch Volumenspacer schneller einbauen
Bei wie viel Sag arbeitet die Gabel am besten?
# Bei wie viel Sag arbeitet die Gabel am besten? - RockShox empfielt, in der neuen SID einen Sag zwischen 15 und 25 Prozent zu fahren

Carbon adé! Auch die Gabelkrone wurde überarbeitet. Signifikant ist hierbei in erster Linie, dass die Krone nun wieder aus Aluminium besteht und nicht mehr wie beim MY20-Modell aus Carbon. Einerseits seien die Ingenieure bei RockShox zu dem Ergebnis gekommen, dass die maximale Performance der Gabel mit einer Aluminiumkrone entlockt werden kann, andererseits sprächen auch fertigungstechnische Aspekte für dieses Material. Die Entwicklungsdauer von Carbon-Bauteilen ist deutlich länger, weshalb auch der Preis für den Endkunden deutlich höher sein könnte. Die neuen Alu-Kronen sind eloxiert und wurden aus dem Vollen gefräst, wodurch zusätzlich ein optisch ansprechendes Gesamtbild entsteht.

DIe Gabelkrone der neuen SID besteht aus Aluminium
# DIe Gabelkrone der neuen SID besteht aus Aluminium - Das Bauteil ist aus einem Block CNC-gefräst und erhält somit eine optisch ansprechende Form.
Foto Jens Staudt Sid Ultimate Test-2857
# Foto Jens Staudt Sid Ultimate Test-2857
Foto Jens Staudt Sid Ultimate Test-2838
# Foto Jens Staudt Sid Ultimate Test-2838

Auch die Struktur der Gabel, beispielsweise an der Brücke deutlich zu erkennen, will RockShox optimiert haben. Kraftflüsse an der Gabel wurden analysiert und unnötiges Material eingespart, wodurch das Gewicht etwas gesunken ist. Rein performance-technisch verspricht RockShox zudem weitere Optimierungen: Verbesserungen der Toleranzen und der Passgenauigkeit zwischen Stand- und Tauchrohreinheit in Kombination mit reibungsarmen SKF-Dichtungen sollen die Losbrechkraft weiter minimiert haben.

Auch die Oberfläche der SID Ultimate wurde im Vergleich zum Vorgängermodell modifiziert
# Auch die Oberfläche der SID Ultimate wurde im Vergleich zum Vorgängermodell modifiziert - Um Gewicht einzusparen, wurde anhand von Kraftflüssen ermittelt, an welchen Stellen Material vonnöten ist und an welchen nicht.
Alle Gewichte zum Ausklappen

SID SL Ultimate
# SID SL Ultimate - 1315 Gramm
SID Ultimate
# SID Ultimate - 1517 Gramm

Charger Race Day Kartusche
# Charger Race Day Kartusche - 82 Gramm
Schutzblech SID Ultimate
# Schutzblech SID Ultimate - 37 Gramm

Auf dem Trail

Als Teileträger für die die SID Ultimate mit 120 mm Federweg diente uns ein Norco Revolver. Ohne Zweifel kann man dieses Bike in die neue Kategorie der Down-Country-Bikes einordnen, womit es perfekt zur Zielsetzung der neuen SID Ultimate Gabel passt. Wie schlägt sich die SID nun in unserem Test?

Wie von RockShox-Federgabeln gewohnt findet sich auf der Rückseite des Castings eine Luftdrucktabelle mit Empfehlungen für das individuelle Fahrergewicht. Bei der Zug- und Druckstufe verlässt man sich hingegen auf seine eigenen Vorlieben. Nachdem das Setup für die erste Testfahrt eingestellt ist, begebe ich mich ohne zu zögern auf die Trails und bin schon nach wenigen Metern baff: Die Gabel arbeitet derart feinfühlig im ersten Federwegsdrittel wie wohl kaum ein anderes Pendant auf dem Markt. Ungewohnt oder unpassend für den Cross Country-Bereich? In jedem Fall muss man sich auf diese äußerst sensible Art der SID einlassen, da sie für XC-Fahrer in diesem Maße zunächst eher ungewohnt, ja für Racer fast schon unpassend erscheint.

Ist der neue Ansatz zu komfortorientiert? Keineswegs. Schnell lernt man die Vorzüge zu schätzen: Auf flachen, unebenen Passagen bügelt die Gabel alles weg, was einem im Weg steht.

Ist der neue Ansatz also zu komfortorientiert? Keineswegs. Schnell lernt man die Vorzüge zu schätzen: Auf flachen, unebenen Passagen bügelt die Gabel alles weg, was einem im Weg steht. Auch größere Hindernisse wie beispielsweise hohe Wurzeln können in sehr steilen Bergauf-Abschnitten noch überwunden werden. Man bleibt weniger hängen, weil die feinfühlige Gabel den Federweg schnell und willig frei gibt. Straffere Konkurrenzprodukte kommen hier deutlich früher an ihre Grenzen.

Die Gabel arbeitet extrem feinfühlig im ersten Federwegsdrittel
# Die Gabel arbeitet extrem feinfühlig im ersten Federwegsdrittel - Im Uphill bügelt die neue SID Wurzeln einfach nur weg

Fährt man mit geöffneter Gabel im Wiegetritt, sorgt das erste sensible Federwegsdrittel dafür, dass sich die SID hier entsprechend aktiv verhält. Das daraus resultierende Wippen sorgt für mehr Anstrengung im Oberkörpers. Unterschiedliche Luftdrücke in der Gabel ließen diese Sensibilität nur bedingt beeinflussen, aufgrund der Position des Dimples zwischen Positiv- und Negativ-Kammer kann das feinfühlige Ansprechverhalten im Nachhinein auch kaum modifiziert werden. Der Fahrer wird also in einigen Passagen dazu gezwungen, öfter den Lockout-Hebel der Gabel zu bedienen.

Als absolut empfehlenswert und äußerst praktikabel präsentierte sich hierbei der RockShox TwistLoc in unserem Test. Ohne den Griff loszulassen und in Windeseile kann mithilfe des Drehgriffs nicht nur die Gabel, sondern auch gleichzeitig der Dämpfer angesteuert werden. Die Montage des TwistLocs funktioniert schnell und unkompliziert.

Ist man mit gesperrtem Fahrwerk unterwegs, verzeiht die SID den einen oder anderen leichten Schlag problemlos, sodass auf leicht unebenen Uphillpassagen mit geschlossener Gabel die Berge gut erklommen werden können. Erwähnt werden sollte hierbei allerdings, dass bei der neuen SID Ultimate eine gesperrte Gabel wirklich eine gesperrte Gabel ist: Die SID gibt im geschlossenem Zustand nicht einmal minimal den Federweg frei, was XC-Spezialisten als äußerst positiv wahrnehmen dürften. Wer sich dennoch etwas Komfort in solchen Situationen wünscht, dem sei, wie in unserem Testbike verbaut, empfohlen, auf etwas breitere Reifen mit geringem Luftdruck zu setzen, sodass man in punkto Grip und Komfort auch in gesperrtem Zustand keine Abstriche machen muss. Sollte man einmal vergessen, den Lockout-Hebel rechtzeitig zu öffnen, gibt die SID bei extrem starken Schlägen mit Hilfe eines Blow-Off-Ventils den Federweg frei, sodass auch das Innenleben der Gabel geschützt wird.

Im Wiegetritt sinkt die Gabel aufgrund der Sensibiltät auch früh in den Federweg
# Im Wiegetritt sinkt die Gabel aufgrund der Sensibiltät auch früh in den Federweg - Der Fahrer muss deutlich aktiver mit dem Lockout-Hebel arbeiten und genau abwägen, an welchen Stellen die Gabel geöffnet oder geschlossen sein soll.

Und wie verhält sich die neue SID im Downhill? Äußerst progressiv. Die Vorteile des sensiblen ersten Federwegsdrittels machen sich in der Abfahrt in erster Linie auf schnellen, leicht unebenen Abfahrten bemerkbar. Man fliegt regelrecht über die Hindernisse, hat zu keinem Zeitpunkt ein unsicheres Gefühl und der Spaßfaktor steigt deutlich. Knallt es vom Untergrund auch mal ordentlich, wird die Kennlinie deutlich progressiver. Grobe Schläge schluckt die SID ohne Probleme weg. Wer die neue SID mit 120 mm Federweg ans Federwegsende bringen möchte, muss es schon ordentlich krachen lassen. Die Gabel bietet selbst ohne Token eine derart hohe Endprogression, dass wir uns schon hohe Drops auf gebauten Strecken suchen mussten, um den Federweg voll auszunutzen. Wer theoretisch das fahrtechnische Können besitzt, könnte rein vom Potential der Gabel damit auch über einzelne Strecken in Bikeparks fetzen.

Die Kennline verläuft äußerst progressiv
# Die Kennline verläuft äußerst progressiv - Noch nie konnten wir im Vorfeld eine XC-Gabel mit einer derartigen Kennlinie testen. Schnelle Abfahren meistert die SID mühelos, bügelt feinfühlig die Schläge weg und vermittelt eine gehörige Portion an Sicherheit. Um die SID schlussendlich aber ans Limit zu bekommen, müssen schon größere Drops her.

Zusätzlich überzeugen konnte uns die Steifigkeit der neuen SID. Die Feinfühligkeit der Gabel lässt auf Trails hohe Geschwindigkeiten zu, ohne dass das Bike nervös wird. Einerseits spricht schon dieses sensible Ansprechverhalten für ein hohes Maß an Biegesteifigkeit, andererseits überzeugt uns auch die Torsionssteifigkeit. Geht es mit diesen Geschwindigkeiten in Kurven oder Anlieger, ist es enorm wichtig, dass die Linie optimal gehalten werden kann und die Gabel nicht ausbricht. Während unseres Tests konnten wir dahingehend keine negativen Erfahrungen sammeln.

Wir konnten die Gabel vorab über einen Zeitraum von zwei Monaten testen, währenddessen sind uns in punkto Haltbarkeit keine negativen Aspekte aufgefallen. Wir werden die Gabel in einem Langzeittest weiterhin auf Herz und Nieren prüfen und euch nach einer längeren, weiteren Testphase über unsere Erfahrungen mit der SID Ultimate informieren. Auch ein Test der leichteren SID SL Ultimate wird im Rahmen des Langzeittest noch folgen.

Foto Jens Staudt Sid Ultimate Test-2894
# Foto Jens Staudt Sid Ultimate Test-2894

Das ist uns aufgefallen

  • Feinfühligkeit Die SID Ultimate bietet ein hohes Maß an Traktion und ist zweifelsfrei eine der sensibelsten XC-Gabeln auf dem Markt.
  • Progression Die Kennlinie der SID Ultimate ist äußerst progressiv. Tokens werden praktisch keine benötigt, ans Limit lässt sich die Gabel nur schwer bringen.
  • TwistLoc Der TwistLoc überzeugte uns auf ganzer Linie. Ohne Mucken und äußerst zuverlässig verrichtet die Lock Out-Ansteuerung ihren Dienst. Der Drehgriff ist zudem äußerst praktisch und lässt sich schnell und einfach montieren.
  • Schutzblech An der SID Ultimate lässt sich ein kleines Schutzblech anbringen. Vor allem bei matschigen, winterlichen Ausfahrten ein geschicktes Gimmick, im Sommer ist es in einer Minute abmontiert. An der SID SL Ultimate kann es nicht befestigt werden.
Feinfühligkeit
# Feinfühligkeit - Gerade auf schnellen Abfahrten arbeitet die SID Ultimate im unteren Federwegsdrittel extrem sensibel und schluckt kleine Schläge brilliant weg
Hohe Endprogression
# Hohe Endprogression - Derart kleine Absätze wie auf dem Bild bringen die SID noch lange nicht an ihre Grenzen. Da muss schon deutlich mehr kommen!
TwistLoc
# TwistLoc - Der Lockout-Drehgriff funktioniert tadellos und lässt sich sehr gut bedienen. Federgabel und Dämpfer werden damit gleichzeitig aktuiert.
Schutzblech
# Schutzblech - An der SID Ultimate lässt sich ein kleines Schutzblech montieren. Gerade in den letzten kalt-nassen Tagen fanden wir das Tool praktisch.

Fazit – RockShox SID Ultimate

Die RockShox SID Gabel war schon in der Vergangenheit Dauergast auf dem Weltcup-Podium. Nun kommt die Gabel komplett modifiziert auf den Markt. Ist die neue RockShox SID Ultimate besser als ihr Vorgänger? Klare Antwort: Ja! Die Sensibilität im unteren Federwegsdrittel sucht ihresgleichen, die Endprogression ist beeindruckend hoch. Durch die Feinfühligkeit kann der Fahrer vor allem im Sitzen über unebene Passagen regelrecht drüberfliegen, muss dafür im Wiegetritt aber auch öfter den Lockout-Hebel zu bedienen. Mithilfe des TwistLoc-Hebels funktioniert dies jedoch sehr gut.

Pro
  • Sehr feinfühlig im unteren Federwegsdrittel
  • Hohe Endprogression
  • Guter Preis bei geringem Gewicht
Contra
Eine Gabel zum Siegen?
# Eine Gabel zum Siegen? - Wir würden sagen: Ja! Im Vergleich zu Konkurrenzprodukten muss der Lockout vor allem in Uphill-Passagen deutlich öfter und aktiver bedient werden. Hat man Dreh mit dem TwistLoc allerdings raus, kann man in Anstiegen mit hoher Effizenz die Berge erklimmen und im Downhill die volle Bandbreite in jeder Situation, von extremer Feinfühligkeit bis äußerst hoher Endprogression, erleben.

Was haltet ihr von der neuen RockShox SID Ultimate?


Testablauf

Die RockShox SID Ultimate mit 120 mm Federweg wurde in einem Norco Revolver getestet, das uns von SRAM für die Testphase zur Verfügung gestellt wurde. Insgesamt konnten wir die Gabel über zwei Monate vorab testen.

Hier haben wir die SID Ultimate getestet

  • Schwäbische Alb Kalksteinboden, der insbesondere bei nassen Bedingungen besondere Herausforderungen bietet. Die Trailbeschaffenheit wechselt von vielen wurzeligen und steinigen Passagen bis hin zu engen, aber meist flowig zu befahrenen Spitzkehrentrails.
  • Bikepark Albstadt Vereinzelte Abfahrten im Bikepark Albstadt. Größere Drops, schnelle, flowige Passagen sowie größere Wurzelabschnitte.
  • Stuttgart Trails rund um Stuttgart. Meist flowig und schnell zu befahren.
Testerprofil Tobias Sindlinger – bitte ausklappen
Tester-Profil: Tobias Sindlinger
60 cm74 kg88 cm63 cm182 cm
Tobi fühlt sich vor allem im XC-Metier sehr wohl. Erfahrungen sammelte er bei internationalen XC-, langen Marathon- und schweren Etappenrennen. Am liebsten fährt er technisch anspruchsvolle Trails bergauf sowie bergab auf einem reinrassigen XC-Race-Fully!
Fahrstil
Bergab zügig, aber saubere Linie; bergauf meist gleichmäßig
Ich fahre hauptsächlich
XC, vereinzelt Marathon- und Etappenrennen
Vorlieben beim Fahrwerk
Straff, für eine optimale Traktion – auch in Anstiegen
Vorlieben bei der Geometrie
Kompakte Sitzposition; kurzer Hinterbau für mehr Agilität; tiefe Front

  1. benutzerbild

    LevoSW

    dabei seit 12/2019

    Goldene Zitrone schrieb:

    Ich greife das nochmal auf, weil dieser leichte Ölverlust am Remote bei mir auch auftritt (auch schon VOR meinem Wechsel auf anderes Öl).

    Ich bin mir fast sicher, dass es aus dem Drehstift des Remote kommt, da die Entlüftungsschraube definitiv fest ist.

    Lässt das evtl. irgendwann nach, wenn weniger Öldruck im Dämpfer ist?
    RS selbst sagt ja, es sei nicht schlimm... :ka:

    Ist der Ölkreislauf in der Kartusche kein geschlossenes , luftfreies System?
  2. benutzerbild

    Goldene Zitrone

    dabei seit 07/2007

    Ja, ist es. Es scheint ein gewisser Öldruck in der Kartusche zu herrschen, da sich die Kolbenstange bis zu einem gewissen Punkt von selbst nach unten drückt (merkt man im ausgebauten Zustand).

    Die Wahrscheinlichkeit, dass Luft reinkommt, wenn Öl oben austritt, ist natürlich aber hoch.
    Wobei ich bis jetzt noch keine spürbare Veränderung in der Performace feststellen kann... Ist evtl. noch zu wenig Ölverlust bis dato.

    Hoffe dass das bis Mitte September auch so bleibt, da vorher noch ein paar Marathons anstehen und Urlaub im Harz

    Notfalls entlüfte ich die Kartusche einfach nochmal.
    Ums Einschicken komme ich aber letztlich wohl nicht drum rum. Ist halt nervig, vor allem weil ich sie vorher etstmal wieder umölen muss 😒
    Hoffe RS meckert nicht wegen der Racingbros Abstreifer rum... aber die haben mit der Kartusche ja nix zu tun.
  3. benutzerbild

    k_star

    dabei seit 04/2008

    Goldene Zitrone schrieb:

    Es scheint ein gewisser Öldruck in der Kartusche zu herrschen, da sich die Kolbenstange bis zu einem gewissen Punkt von selbst nach unten drückt (merkt man im ausgebauten Zustand).

    was macht die kolbenstange, wenn du sie senkrecht nach oben hälst?

    der ölaustritt ruht m.m.n. daher, dass sich das öl den fließweg mit dem geringsten widerstand sucht. der weg über die druckstufe scheint schwerer zu überwältigen zu sein als der widerstand der dichtung.
  4. benutzerbild

    softcake

    dabei seit 01/2005

    Goldene Zitrone schrieb:

    Ich greife das nochmal auf, weil dieser leichte Ölverlust am Remote bei mir auch auftritt (auch schon VOR meinem Wechsel auf anderes Öl).
    ...

    Siehe mein Beitrag "Rock Shox Charger Race Day - Licht und Schatten". Der Ölverlust war irgendwann so hoch, dass ich Leerweg bei blockiertem Dämpfer hatte.

    Der Race Day wurde mittlerweilen getauscht und scheint nun dicht zu sein. Zum Glück hatte ich noch meinen Charger 2...
  5. benutzerbild

    Goldene Zitrone

    dabei seit 07/2007

    k_star schrieb:

    was macht die kolbenstange, wenn du sie senkrecht nach oben hälst?

    der ölaustritt ruht m.m.n. daher, dass sich das öl den fließweg mit dem geringsten widerstand sucht. der weg über die druckstufe scheint schwerer zu überwältigen zu sein als der widerstand der dichtung.


    Umdrehen hatte ich nicht probiert, aber die Kolbenstange dürfte durch den Gegendruck rausstehen.
    Deine Vermutung würde ich teilen. Die Dichtung für den Lockout-Stift scheint unterdimensioniert zu sein und dem Öldruck bei Belastung nicht standzuhalten.

    softcake schrieb:

    Siehe mein Beitrag "Rock Shox Charger Race Day - Licht und Schatten". Der Ölverlust war irgendwann so hoch, dass ich Leerweg bei blockiertem Dämpfer hatte.

    Der Race Day wurde mittlerweilen getauscht und scheint nun dicht zu sein. Zum Glück hatte ich noch meinen Charger 2...


    Danke für den Hinweis auf dein Thema - hatte ich noch garnicht gesehen. Werde meinen Fall nun nach dort hin verlagern.

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