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Unaufhaltsam zum Sieg
Unaufhaltsam zum Sieg - Tom Pidcock demnostrierte eindrucksvoll seine Stärke in Nove MEsto und hat das zweite Weltcuprennen der Saison souverän und verdient für sich entschieden.
Mathias Flückiger zeigte wieder einmal eine starke Leistung
Mathias Flückiger zeigte wieder einmal eine starke Leistung - Der Schweizer wurde am Ende Dritter.
Max Brandl erwischte keinen guten Tag
Max Brandl erwischte keinen guten Tag - Der deutsche Meister startete nach seinem fullminanten fünftem Rang im Short Track aus der ersten Reihe, stürzte jedoch früh im Rennen. Die daraus resultierende gebrochene Gabel zwang ihn zur Aufgabe.
Loana Lecomte war wieder einmal in einer eigenen Liga unterwegs
Loana Lecomte war wieder einmal in einer eigenen Liga unterwegs - Wie hier auf dem Bild in Albstadt, durfte die Französin auch in Nove Mesto jubeln.
Aktuell in blendender Verfassung
Aktuell in blendender Verfassung - Haley Batten überraschte schon in Albstadt mit Rang 3. Am Freitag sicherte sich die US-Amerikanerin im Short Track den Sieg und heute landete auf Platz 2!
Ronja Eibl war in Nove Mesto gut unterwegs
Ronja Eibl war in Nove Mesto gut unterwegs - Die junge Deutsche wurde 18. und schaffte damit erstmals den Sprung unter die besten 20.

Obwohl das Biathlonstadion in Nove Mesto aufgrund der fehlenden Zuschauer nicht in ein komplettes Tollhaus verwandelt wurde, boten die weltbesten XC-Fahrerinnen und -Fahrer einmal mehr packende Rennen beim zweiten Lauf des Cross Country-Weltcups. Hier gibt es die Ergebnisse sowie die Rennberichte der Eliterennen.

Herren: Pidcock im zweiten Anlauf siegreich

Der Brite Tom Pidcock hat sein großes Ziel erreicht und in seinem zweiten Mountainbike-Weltcuprennen in der Eliteklasse den ersten Sieg eingefahren. Nachdem er sich eine Woche zuvor in Albstadt in beeindruckender Art und Weise aus der elften Startreihe bis auf den fünften Rang vorkämpfte, zeigte Pidcock in Nove Mesto im Cross-Country-Rennen abermals eine spektakuläre Vorstellung, die ihm letztlich ungefährdet den ersten Weltcupsieg bescherte. Den Triumph der Allround-Talente machte Mathieu van der Poel komplett, indem er sich hinter Pidcock den zweiten Rang sicherte. Dabei verwies er in einem packenden Fernduell den Schweizer Mathias Flückiger auf den dritten Platz.

Bereits beim Weltcupauftakt in Albstadt überraschte Tom Pidcock mit einer beeindruckenden Leistung, als er sich innerhalb kürzester Zeit aus den hinteren Startreihen vorkämpfte, aber letztlich aufgrund eines Plattfußes und dem etwas zu hohen Anfangstempo nicht ganz um den Sieg mitkämpfen konnte. Eine Woche später machte Pidcock jedoch alles richtig und nutzte seinen zweiten Platz im Short Track und die damit verbundene Startposition in der ersten Reihe bestmöglich aus.

Vom Start weg war es wie bereits in Albstadt der Short-Track-Sieger Mathieu van der Poel, der dem Rennen seinen Stempel aufdrückte: Einzig Europameister Nino Schurter blieb zunächst an seinem Hinterrad, mit einer kleinen Lücke folgte jedoch bereits eine Verfolgergruppe um den späteren Sieger Pidcock und den Drittplatzierten Flückiger. Während Schurter dem hohen Anfangstempo Tribut zollen musste und van der Poel ziehen ließ, schaffte Pidcock recht schnell den Anschluss an seinen ärgsten Widersacher in jüngster Vergangenheit.

Unaufhaltsam zum Sieg
# Unaufhaltsam zum Sieg - Tom Pidcock demnostrierte eindrucksvoll seine Stärke in Nove MEsto und hat das zweite Weltcuprennen der Saison souverän und verdient für sich entschieden.

Gemeinsam verblieben die beiden bis zur Rennhälfte an der Spitze des Feldes und es schien so, als würde es auf ein packendes Duell zwischen den beiden disziplinübergreifenden Superstars zu kommen. Mathias Flückiger bemühte sich im Hintergrund der beiden unterdessen um den Anschluss zur Spitze und etablierte sich mit nur wenigen Sekunden Rückstand auf dem dritten Rang.

In der dritten von sechs zu fahrenden Runden stellte Tom Pidcock jedoch in eindrucksvoller Art und Weise den erwarteten Rennverlauf auf den Kopf: An einem längeren, steilen Anstieg erhöhte er massiv das Tempo und schüttelte van der Poel ab. Innerhalb kürzester Zeit brachte er 30 Sekunden zwischen sich und den Niederländer. Unaufhaltsam stürmte Pidcock von da an zum Sieg mit einem beachtlichen Vorsprung von genau einer Minute.

„Ich glaube, ich bin eigentlich geborener Mountainbiker. Das ist es, was mir am meisten Spaß macht. Direkt beim zweiten Anlauf einen Weltcup in der Eliteklasse zu gewinnen, das ist einfach nur der Wahnsinn!“, so der etwas sprachlose Pidcock im Ziel. Darüber hinaus hatte der Brite doppelt Grund zur Freude: Damit er einen Startplatz für die Olympischen Spiele in Tokio ergattern konnte, musste der Rumäne Vlad Dascalu einen Platz unter den besten 24 einfahren, sodass Rumänien die Slovakei im Nationenranking überholen konnte und somit ein Platz über eine besondere U23-Wertung frei wurde. Als 17. rollte Dascalu über die Ziellinie in Nove Mesto und ermöglicht somit Pidcock einen Start in Tokio. „Die Tatsache, dass ich es nicht selbst in der Hand hatte, heute um einen Platz bei den Olympischen Spielen zu kämpfen, hat mich grundsätzlich erstmal nicht groß beeinflusst. Ich wusste, dass heute bereits ein wichtiges Rennen vor mir steht und ich habe versucht mich darauf zu fokussieren“, so Pidcock über die verzwickte Situation vor dem Rennen in Nove Mesto.

Zurück zum Rennverlauf: Im Kampf um den zweiten Platz konnte sich Mathieu van der Poel gegen Mathias Flückiger durchsetzen, der zwischenzeitlich zum Niederländer aufschließen konnte. In der vorletzten Runde verschaffte sich van der Poel jedoch ein kleines Polster, das er bis ins Ziel nicht mehr hergab. Hinter van der Poel und Flückiger schafften der Tscheche Ondrej Cink als Vierter und der Franzose Jordan Sarrou als Fünfter den Sprung aufs Podest. Europameister Schurter verlor nach seinem Anfangseffort etwas an Boden und konnte sich letztlich in der Verfolgergruppe um Platz fünf festsetzen. Letztlich belegte Schurter den siebten Rang und verpasste damit zum ersten Mal in seiner Karriere in Nove Mesto den Sprung aufs Podest im Cross-Country-Rennen.

Mathias Flückiger zeigte wieder einmal eine starke Leistung
# Mathias Flückiger zeigte wieder einmal eine starke Leistung - Der Schweizer wurde am Ende Dritter.

Für die deutschen Fahrer verlief das Rennen in Nove Mesto nicht gänzlich nach Maß: Der Short-Track-Fünfte Max Brandl musste das Rennen vorzeitig aufgeben, als bester Deutscher rollte schließlich Manuel Fumic auf dem 37. Rang über den Zielstrich. Knapp dahinter folgte Luca Schwarzbauer, der 39. wurde.

Update: Max Brandl stürzte in der ersten Runde, dabei brach dem Lexware-Fahrer die Gabel, was ihn zur Aufgabe zwang. „Rutschig war‘s für alle“, erklärte der deutsche Meister frustriert im Nachhinein. So etwas dürfe „einfach nicht passieren, wenn man vorne mitfahren will“ – und meinte seinen Sturz über eine nasse Wurzel. Luca Schwarzbauer war mit seinem Rennen ebenfalls unzufrieden und äußerste sich kurz und bündig: „Das war ernüchternd.“

Max Brandl erwischte keinen guten Tag
# Max Brandl erwischte keinen guten Tag - Der deutsche Meister startete nach seinem fullminanten fünftem Rang im Short Track aus der ersten Reihe, stürzte jedoch früh im Rennen. Die daraus resultierende gebrochene Gabel zwang ihn zur Aufgabe.

Damen: Loana Lecomte einmal mehr eine Klasse für sich

Loana Lecomte hat den Weltcup im tschechischen Nove Mesto für sich entschieden. Die Französin siegte überlegen vor Haley Batten und Rebecca McConnell. Beste deutsche Athletin war am Ende Ronja Eibl auf Rang 18, kurz vor der stark auffahrenden Nina Benz, die 21. wurde.

Der Verlauf des Damenrennens in Nove Mesto war an der Spitze mehr oder weniger ein Abbild des Rennens aus Albstadt. Loana Lecomte setzte sich gleich nach dem Start an die Spitze des Feldes und drückte derart aufs Gas, dass sich die Konkurrenz schon äußerst strecken musste um das Hinterrad der 21-Jährigen zu halten. Lecomte konnte sich in der verkürzten Startrunde zwar noch nicht entscheidend von ihren Verfolgerinnen lösen, doch schon im ersten regulären Umlauf wurde das Vorhersehbare Realität – die Französin fuhr auf und davon! Aus der ersten vollen Runde brachte die Massi-Fahrerin schon stolze 29 Sekunden Vorsprung auf Batten mit und fuhr von nun an unaufhaltsam ihrem zweiten Weltcupsieg in dieser Saison entgegen. „Ich bin sehr glücklich mit dem Rennen. Mein Ziel war das Podium, das habe ich geschafft. Ich habe es auch einfach genossen im Leaderjersey heute unterwegs zu sein“ so die überglückliche Loana Lecomte.

Loana Lecomte war wieder einmal in einer eigenen Liga unterwegs
# Loana Lecomte war wieder einmal in einer eigenen Liga unterwegs - Wie hier auf dem Bild in Albstadt, durfte die Französin auch in Nove Mesto jubeln.

Das Leadertrikot hatte sie im übrigen von Pauline Ferrand-Prévot übernommen, die den Short Track nach einem Sturz vorzeitig aufgeben musste, heute aber wieder am Start stehen konnte. Die Weltmeisterin, die sich am Freitagabend einem kurzen medizinischen Check im Krankenhaus unterziehen musste, fand heute recht ordentlich ins Rennen und hielt sich ständig in Schlagdistanz zu den Top 3 auf. Ein kleiner Crash sowie ein Hinterraddefekt warfen Ferrand-Prévot kurzzeitig minimal zurück, jedoch ohne rennentscheidende Auswirkungen für die Französin zu haben. Am Ende wurde sie Vierte.

Vor der Weltmeisterin fuhren Haley Batten und Rebecca McConnell ein starkes Rennen. Die US-Amerikanerin, die 2021 in ihrem ersten Elite-Jahr unterwegs ist, stellte wieder einmal ihre starke Form unter Beweis. Von Beginn an setzte sich Batten auf dem zweiten Rang fest und fuhr diesen relativ souverän nach Hause. Ab der zweiten Runde gesellte sich zwar Rebecca McConnell zu ihr, doch die Australierin konnte im letzten Umlauf den kraftvollen Tritten Battens nicht mehr folgen und musste mit Platz drei Vorlieb nehmen.

Aktuell in blendender Verfassung
# Aktuell in blendender Verfassung - Haley Batten überraschte schon in Albstadt mit Rang 3. Am Freitag sicherte sich die US-Amerikanerin im Short Track den Sieg und heute landete auf Platz 2!

„Ich bin super happy. Ich bin einfach mein Tempo gefahren und konnte zum Schluss noch etwas drauflegen. In der letzten Runde bin ich dann ‚All In‘ gegangen“, berichtete eine sichtlich glückliche Haley Batten. „Ich habe super hart trainiert, aber es ist natürlich verrückt wie es gerade läuft“, so die Short Track-Siegerin vom Freitag. Auch Rebecca McConnell war alles andere als unglücklich mit ihrem dritten Rang: „Ich bin richtig zufrieden. Ich wusste zwar, dass meine Form gut ist, aber dadurch hat man noch keine Garantie, dass das Resultat auch passt. Gerade nach letzter Woche (Anm.: McConnell wurde 21.) war ich nicht ganz sicher, wo ich stehe.“

Das Rennen, das bei schwierigen Bedingungen über die Bühne ging, wurde auch durch etliche Defekte und Stürze geprägt. Die äußerst matschige und rutschige Strecke sorgte auch für einige Ausfälle im Feld der Damen. Olympiasiegerin Jenny Rissveds musste beispielsweise das Rennen in der Tech-Zone vorzeitig beenden, Kate Courtney erwischte aufgrund von mehreren Defekten, unter anderem einem gebrochenen Bremshebel nach einem Sturz, einen rabenschwarzen Tag – die US-Amerikanerin wurde am Ende 41.

Aus deutscher Sicht verlief das Rennen solide. Ronja Eibl konnte ihren 22. Platz aus Albstadt bestätigen bzw. leicht verbessern und schaffte als 18. erstmals den Sprung in die Top 20. Die junge Fahrerin vom Team Alpecin-Fenix startete wieder äußerst stark ins Rennen und überquerte die Ziellinie nach der Startrunde als 12., musste in der dritten und fünften Runde jedoch etwas vom Gas gehen. Nina Benz zeigte als 21. eine bärenstarke Vorstellung und etabliert sich durch ihre starken Resultate in dieser Saison immer mehr in der erweiterten Weltspitze. Bei Elisabeth Brandau lief es bei den schweren Bedingungen nicht ganz rund. Die deutsche Meisterin startete wieder nicht sonderlich gut ins Rennen (Rang 62 nach der Startrunde), arbeitete sich dann zwar sukzessive bis auf Platz 24 nach vorne, verlor jedoch in den letzten beiden Umläufen wieder etwas an Boden. Am Ende wurde sie 38.

Ronja Eibl war in Nove Mesto gut unterwegs
# Ronja Eibl war in Nove Mesto gut unterwegs - Die junge Deutsche wurde 18. und schaffte damit erstmals den Sprung unter die besten 20.

Ergebnisse

Herren

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Damen

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Weltcupgesamtstand Herren

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Weltcupgesamtstand Damen

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Alle Artikel zum XC World Cup in Nove Mesto 2021:

  1. benutzerbild

    mete

    dabei seit 03/2010

    Ich meinte schon ein Zeitfahren auf dem MTB und unter MTB-Bedingungen.
    Im Prinzip wie beim Uphill-Race, nur halt auch inkl. anspruchsvoller Abfahrten (wäre ja sonst etwas fad...).
    Das wäre für mich der ehrlichere Shorttrack. Qualifikation/Startplatz über Rundenzeiten wie z.B. beim Downhill. Von mir aus auch als Kleinstgruppen. Quasi das Revival von Dual / Fourcross im XCO.
  2. benutzerbild

    JohSch

    dabei seit 08/2013

    Gibts eigentlich ein Foto von der gebrochenen Gabel?
    Und sieht man das im Video?
  3. benutzerbild

    525Rainer

    dabei seit 09/2004

    In Zeiten von 52er Ritzel hinten ist ein 36er oder 38er kettenblatt doch nun wirklich Standard, zumindest bei den Männern. Außerdem ist die Trittfrequenz eine höchst individuelle Sache. Was den Unterschied Profi - Hobbysportler angeht: Ein gut trainierter Amateur wird etwa 20% - 30% langsamer sein, als die Profis (also die, die wirklich ihr Geld damit verdienen). Das sind Welten, ja, aber es ist weit entfernt von doppelt so schnell o.ä. Das ist auch ungefähr der Unterschied zwischen Männern und Frauen, d.h. gute Amateure (m) können im Damenrennen mit der Spitze mithalten, würden dort vielleicht sogar gewinnen.

    Nochmal hobby vs pro.
    Es kommt darauf an wie man den vergleich ansetzt.
    Lässt du den amateur 5 runden sein tempo fahren kanns schon sein das die 20-30% hinkommen.
    Lässt du den amateur das tempo der profis gleich von anfang mitfahren was sich anhand den daten gut nachbilden lässt wie weit kommt er dann? Ich denke nicht über eine runde hinaus.
    Weil dich die mehrwatt die du auflegen musst absolut töten und aus stunden die du das normalerweise aushältst schnell minuten werden.
    Find das spannend das streckenlayout nachzubilden und zu versuchen die steigrate und watt zu erreichen. Für ein paar minuten zumindest. Dann wird einem klar wie die 1,5 stunden fahren.
  4. benutzerbild

    cd-surfer

    dabei seit 12/2008

    Schön mal aus der Perspektive. Es sieht so aus als wären diese künstlichen Steinfelder nicht so das Ding, die sehen eher von außen spektakulär aus.
    Der Boden dürfte eher rutschig sein, gut Gewicht auf dem Vorderrad ist Pflicht. 70er LW rules...😀

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