Der Moment, für den man als Entwickler lebt, ist eigentlich immer der, in dem das, was man sich überlegt hat, tatsächlich in der Hand halten kann. 3D-Druck hat da zum Glück eine Zwischenstufe eingebaut, die einem helfen kann, Dimensionierungsfehler zu vermeiden und Proportionen richtig zu gestalten. Jedoch ist es immer noch etwas anderes, wenn auch die Haptik, das Gewicht und der Glanz des richtigen Materials dazu kommen.
In dieser Episode der 77designz Youtube-Serie „Wir entwickeln einen Fahrradrahmen“ geht es genau darum: Giacomo ist aufgeregt wie ein kleines Kind, als er endlich eine erste Lieferung mit Frästeilen erhält. Das ist der Moment der Wahrheit: Wie wirken die Wandstärken in echt und wie ist wohl das Finish der Teile?
Nach der ersten Freude kommt dann aber wieder der ernsthafte Teil der Arbeit, die Qualitätskontrolle: Wurden alle Toleranzen eingehalten? Passen die Sicherungsringe in die Nuten? Gehen die Gewinde mit den eigens angefertigten Titanschrauben? Bevor man in den nächsten Bearbeitungsschritt, das Fügen (Schweißen) geht, will man sicher sein, dass sich keinerlei Fehler eingeschlichen haben. Das würde in einem Prototypen resultieren, der möglicherweise nicht montierbar ist. Solche Fehler würden uns jede Menge Zeit und Geld kosten.
Jetzt aber viel Spaß mit dem Video:
Die Lagersitze für den Hinterbau werden übrigens mit 0,5 mm Aufmaß gefertigt. Der Grund dafür ist einfach: Beim Schweißen entsteht lokal extrem viel Wärme. Diese sorgt dafür, dass sich die relativ nahe an der Schweißnaht liegenden Lagersitze leicht verziehen – das lässt sich kaum vermeiden. Wir planen das also gleich von Anfang an mit ein und reiben die Lagersitze, nachdem der Rahmen gerichtet und wärmebehandelt ist, nach. Dieses Vorgehen soll am Ende für perfekt runde und fluchtende Lagersitze sorgen und somit eine lange Lebensdauer der Lager garantieren.
Wie sind eure Erfahrungen dazu? Gibt es unter euch auch Designer oder Ingenieure, die auch genau für den Moment der Materialisierung brennen?
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22 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumIn Bezug auf Zuverlässigkeit/Haltbarkeit/Wartungsarmut ist ein Kugellager dort aber ein großer Vorteil. Beim Einfedern ist bauartbedingt viel Drehbewegung im oberen Dämpferauge, was bei Standardbuchsen zu spürbarem Verschleiss führte. Habe da z.T. halbjährlich Buchsen getauscht, da sonst Spiel auftrat. Mit Trunnion und Kugellagerung seit vollen zwei Saisons einwandfreie Funktion.
Das untere Dämpferauge hingegen ist problemlos, da kaum Drehbewegung.
Hey Pat, magst du mir sagen an welchem Rahmen du Probleme hattest? Ich würde nämlich annehmen das der Verschleiß auch mit FLEX zu tun hat. Aber davon abgesehen schön zu hören das es mit Kugellager besser geht.
Du siehst das richtig mit dem Flex. Aktuelleres Beispiel war Yeti SB5.5. Die breite 45mm Buchse hat sicher auch das ihre beigetragen. Problem würde ich's aber nicht nennen. Halbjährlich die Igus Bushings tauschen und gut war's.
Bei normalen Dämpfern müsste eigentlich das System was DT verwendet das beste aus zwei Welten (Gleit-/Wälzlager) darstellen, da die Querkräfte ausgeglichen werden können. Bei Trunnion natürlich nicht möglich.

Es freut mich auf jeden Fall zu hören das dieses spannende Projekt in Serie geht
Spürt man eigentlich die obere Umlenkrolle vom Tretwiderstand bzw. wäre das sogar messbar?
Wir gehen davon aus der wir durch die Umlenkrolle ca. 1% an Wirkungsgrad verlieren also z.B. nur 97% anstatt 98% sind uns aber sicher das der Performance Vorteil beim Enduro Fahren das ausgleicht. Spürbar ist es m.M.n nicht, dafür sind wohl die Verluste über den Rollwiederstand der Reifen einfach zu groß.
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