Tipp: du kannst mit der Tastatur blättern
Das Nukeproof Mega 275c RS kommt mit schickem mattschwarzem Carbon-Rahmen, hochwertigem RockShox-Fahrwerk und vollständiger SRAM-Ausstattung inklusive X01 Eagle-Schaltung und Code R-Bremsen daher.
Das Nukeproof Mega 275c RS kommt mit schickem mattschwarzem Carbon-Rahmen, hochwertigem RockShox-Fahrwerk und vollständiger SRAM-Ausstattung inklusive X01 Eagle-Schaltung und Code R-Bremsen daher. - Ein Leichtgewicht ist Sam Hills Rennmaschine der Wahl allerdings nicht: 14,60 kg bringt der 4399 € teure Stealth-Bomber auf die Waage.
Geometrieanpassungen, beispielsweise durch einen Flipchip, sucht man beim Nukeproof Mega vergeblich
Geometrieanpassungen, beispielsweise durch einen Flipchip, sucht man beim Nukeproof Mega vergeblich - das ist unserer Meinung nach jedoch auch nicht nötig, denn das Mega verfügt über eine ausgewogene Geometrie, die weder altbacken noch zu extrem wirkt. Lediglich der geringe Stack forderte einige Anpassungen seitens unseres Testers.
An der Front arbeitet die altbewährte RockShox Lyrik RCT3-Federgabel mit 170 mm Federweg
An der Front arbeitet die altbewährte RockShox Lyrik RCT3-Federgabel mit 170 mm Federweg - ab 2019 wird erwartungsgemäß das neue RC2-Modell verbaut sein, das nicht nur eine getrennt einstellbare HSC und LSC, sondern auch die neue DebonAir-Luftkammer bietet.
Nukeproof-Mega-275c-RS-9900
Nukeproof-Mega-275c-RS-9900
Nukeproof-Mega-275c-RS-9892
Nukeproof-Mega-275c-RS-9892
Am Heck kommt ein metrischer RockShox Super Deluxe RC3-Dämpfer zum Einsatz
Am Heck kommt ein metrischer RockShox Super Deluxe RC3-Dämpfer zum Einsatz - dieser verfügt neben der obligatorischen Rebound-Verstellung über einen in drei Stufen einstellbaren Plattformhebel.
Der Antrieb setzt sich aus dem hochwertigen SRAM X0112-fach Antrieb sowie den etwas günstigeren Truvativ Descendant Carbon-Kurbeln zusammen.
Der Antrieb setzt sich aus dem hochwertigen SRAM X0112-fach Antrieb sowie den etwas günstigeren Truvativ Descendant Carbon-Kurbeln zusammen.
Die massive Bandbreite der SRAM X01 Eagle-Schaltgruppe ist selbst für steile Anstiege mehr als ausreichend.
Die massive Bandbreite der SRAM X01 Eagle-Schaltgruppe ist selbst für steile Anstiege mehr als ausreichend.
Das Kettenblatt der Truvativ Descendant-Kurbel wird von einer MRP SXg-Kettenführung geschützt – eine sinnvolle Wahl!
Das Kettenblatt der Truvativ Descendant-Kurbel wird von einer MRP SXg-Kettenführung geschützt – eine sinnvolle Wahl!
Normalerweise wird das Nukeproof Mega 275c RS mit dem regulären SRAM X01-Shifter ausgeliefert
Normalerweise wird das Nukeproof Mega 275c RS mit dem regulären SRAM X01-Shifter ausgeliefert - da unser Tester nach einer Daumenverletzung damit jedoch seine Probleme hatte, wurde kurzerhand auf Gripshift umgerüstet.
Für die nötige Verzögerung sorgten SRAM Code R-Bremsen mit massiven 4-Kolben-Sätteln
Für die nötige Verzögerung sorgten SRAM Code R-Bremsen mit massiven 4-Kolben-Sätteln - das teurere RSC-Modell hätte besser zur sonst hochwertigen Ausstattung gepasst. Bis auf das etwas schwammigere Gefühl und die etwas höhere Neigung zum Fading verrichteten die Stopper jedoch solide ihren Dienst.
Die Ausstattung erwies sich als sehr durchdacht und haltbar. Ein kleiner Ausreißer nach unten war hingegen die für die breiten DT Swiss-Felgen etwas schmale 2,3"-Bereifung.
Die Ausstattung erwies sich als sehr durchdacht und haltbar. Ein kleiner Ausreißer nach unten war hingegen die für die breiten DT Swiss-Felgen etwas schmale 2,3"-Bereifung.
Der DT Swiss XM1501 Spline 1-Laufradsatz sieht nicht nur schick aus, sondern ist im Auslieferungszustand bereits tubeless ready
Der DT Swiss XM1501 Spline 1-Laufradsatz sieht nicht nur schick aus, sondern ist im Auslieferungszustand bereits tubeless ready - zudem gefällt der hochwertige und nicht zu laute Nabensound. auf den Alu-Laufrädern montiert waren zunächst eher schmale Maxxis Highroller II-Reifen mit Double Down-Karkasse.
Sieht schlank und schick aus, aber ist der Nukeproof Vector AM auch bequem?
Sieht schlank und schick aus, aber ist der Nukeproof Vector AM auch bequem? - Da sind die Geschmäcker sicher unterschiedlich. Unser eher schlanke Redakteur hatte allerdings auch nach 5 Tagen im Sattel keine Sitzprobleme.
Das c in Nukeproof Mega 275c RS steht für Carbon
Das c in Nukeproof Mega 275c RS steht für Carbon - der kantige und schicke Hauptrahmen besteht nämlich komplett aus der schwarzen Kohlefaser.
Der Hinterbau hingegen besteht aus Aluminium und setzt auf das altbekannte Viergelenker-System.
Der Hinterbau hingegen besteht aus Aluminium und setzt auf das altbekannte Viergelenker-System. - Dank massiven Rohren, großzügigen Verstrebungen und nicht zu klein geratenen Lagern wirkt der Hinterbau tatsächlich relativ bombensicher und weist nur wenig seitlichen Flex auf.
Damit man an dem c auch noch lange seine Freude hat und kein b für Bruch einsetzen muss, wird das Unterrohr von einer großflächigen Plastik-Abdeckung geschützt.
Damit man an dem c auch noch lange seine Freude hat und kein b für Bruch einsetzen muss, wird das Unterrohr von einer großflächigen Plastik-Abdeckung geschützt. - Hier befinden sich allerdings auch die Schrauben für den optionalen Flaschenhalter, der im Rahmen leider keinen Platz findet.
Wir finden nicht nur das gebürstete Nukeproof-Logo am Steuerrohr …
Wir finden nicht nur das gebürstete Nukeproof-Logo am Steuerrohr …
… sondern auch das teils durchscheinende Sichtcarbon ziemlich schick.
… sondern auch das teils durchscheinende Sichtcarbon ziemlich schick. - Für eine saubere Optik sorgen auch die im Rahmen verlegten Leitungen.
Diese treten alle an derselben Stelle aus dem Unterrohr hervor, was wIr ziemlich interessant und eigentlich recht schön finden.
Diese treten alle an derselben Stelle aus dem Unterrohr hervor, was wIr ziemlich interessant und eigentlich recht schön finden. - Wer allerdings seine Bremsleitung neu verlegen möchte, wird dank der relativ engen Eingänge nicht darum herumkommen, die Anschlüsse abzuknipsen und im Nachhinein neu zu verpressen.
LeIder schaffen es die meisten Hersteller immer noch nicht, ihre Bikes mit ordentlichen Schonern an der Ketten- und Sitzstrebe auszuliefern – dabei wäre es doch so einfach!
LeIder schaffen es die meisten Hersteller immer noch nicht, ihre Bikes mit ordentlichen Schonern an der Ketten- und Sitzstrebe auszuliefern – dabei wäre es doch so einfach! - nicht so allerdings Nukeproof: Der Schutz der Kettenstreben ist absolut gelungen und bedarf keinerlei Nachbesserungen. Daumen hoch!
… denn am Mega muss wirklich niemand im Nachhinein noch mit Slapper Tape anrücken.
… denn am Mega muss wirklich niemand im Nachhinein noch mit Slapper Tape anrücken. - Großes Lob an dieser Stelle, hier wurde endlich mal mitgedacht.
Während der fünftägigen Trans Madeira legten wir auf dem Nukeproof Mega 275c RS nicht nur über 250 km und Abertausende von Höhenmetern zurück, sondern fuhren auch insgesamt 29 verschiedene Trails.
Während der fünftägigen Trans Madeira legten wir auf dem Nukeproof Mega 275c RS nicht nur über 250 km und Abertausende von Höhenmetern zurück, sondern fuhren auch insgesamt 29 verschiedene Trails. - Trotz der geringen Eingewöhnungszeit leistete uns das Bike dabei treue Dienste und steckte auch nach dem Rennen etliche weitere Trainingskilometer im beheimateten Thüringer Wald locker weg. | Foto: © Duncan Philpott
Trotz des nicht gerade geringen Gewichts muss man mit dem Nukeproof Mega keinen Anstieg fürchten. Die wirkliche Stärke des Enduros liegt allerdings erwartungsgemäß in der Abfahrt.
Trotz des nicht gerade geringen Gewichts muss man mit dem Nukeproof Mega keinen Anstieg fürchten. Die wirkliche Stärke des Enduros liegt allerdings erwartungsgemäß in der Abfahrt. - Hier mag es das Mega am liebsten schnell und ruppig. Der ein oder andere Sprung kann allerdings auch nicht schaden. | Foto: © Duncan Philpott
2277613-uk9lq69pxsy7-transmadeira18 day1 09578-original
2277613-uk9lq69pxsy7-transmadeira18 day1 09578-original
2277621-rehtwzgqdmz2-transmadeira18 day1 09833-original
2277621-rehtwzgqdmz2-transmadeira18 day1 09833-original
Insbesondere auf den extrem schnellen und etwas ausgebauteren Downhill-Strecken in Madeiras Eukalyptuswäldern war das Nukeproof Mega voll in seinem Element und würde wohl auch in den meisten Bikeparks keine schlechte Figur machen.
Insbesondere auf den extrem schnellen und etwas ausgebauteren Downhill-Strecken in Madeiras Eukalyptuswäldern war das Nukeproof Mega voll in seinem Element und würde wohl auch in den meisten Bikeparks keine schlechte Figur machen. - Extrem technische und enge Wurzelpassagen benötigten hingegen eine etwas überlegte und präzise Fahrweise. So richtig unwohl fühlte sich das EWS-Siegerbike allerdings nirgendwo. | Foto: © Duncan Philpott
Direkt zu Beginn unseres Tests mussten wir Vorbau und Lenker ersetzen, um das Cockpit auf eine für uns angenehme, höhere Position zu bringen.
Direkt zu Beginn unseres Tests mussten wir Vorbau und Lenker ersetzen, um das Cockpit auf eine für uns angenehme, höhere Position zu bringen.
Die Ausstattung erwies sich als sehr durchdacht und haltbar. Ein kleiner Ausreißer nach unten war hingegen die für die breiten DT Swiss-Felgen etwas schmale Bereifung.
Die Ausstattung erwies sich als sehr durchdacht und haltbar. Ein kleiner Ausreißer nach unten war hingegen die für die breiten DT Swiss-Felgen etwas schmale Bereifung.
Nach fünf harten Renntagen in Madeira und etlichen Testkilometern im heimatlichen Thüringer Wald macht das Nukeproof Mega 275c RS immer noch Spaß und erstrahlt weiterhin im alten Glanz
Nach fünf harten Renntagen in Madeira und etlichen Testkilometern im heimatlichen Thüringer Wald macht das Nukeproof Mega 275c RS immer noch Spaß und erstrahlt weiterhin im alten Glanz - der relativ antriebsneutrale Hinterbau sorgt nicht nur dafür, dass das nicht sehr leichte Rad beinahe jeden Anstieg ohne Murren nach oben klimmt, sondern kann vor allem mit seiner Schluckfreudigkeit auf ruppigen Trails begeistern. Auch in flachem, engem Gelände macht es eine passable Figur. Der steife Rahmen und viele Federweg führen jedoch dazu, dass man sein Glück vor allem im Geschwindigkeitsrausch sucht! | Foto: © Duncan Philpott

Nukeproof Mega 275c RS im Test: Es wurde geboren, um die Megavalanche zu gewinnen, und stand am Ende ganz oben bei der Enduro World Series. Das Nukeproof Mega hat seit seiner Geburt im Jahr 2009 einen weiten Weg hinter sich und präsentiert sich mittlerweile als reinrassiges Enduro-Racebike. Wir haben uns die mattschwarze Carbonversion, das Nukeproof Mega 275c RS, zur Brust genommen und einem echten Härtetest unterzogen: dem fünftägigen Trans Madeira Enduro-Rennen.

Steckbrief: Nukeproof Mega 275c RS

EinsatzbereichEnduro
Federweg170 mm/165 mm
Laufradgröße27.5ʺ
RahmenmaterialAluminium, Carbon
Gewicht (o. Pedale)14,6 kg
RahmengrößenS, M, L, XL
Websitenukeproof.com
Preis: 4.399 Euro

Als Nukeproof im Jahr 2013 Sam Hill unter Vertrag nahm, hat man wohl kaum damit gerechnet, dass er nur wenige Jahre später nicht auf dem Downhill-Flaggschiff Pulse, sondern dem Enduro-Allrounder Mega auf Titeljagd gehen würde. Mittlerweile gibt es das Mega bereits in der vierten Iteration und als Aluminiumbike in 27,5″ und 29″ – hier alle Infos zur Nukeproof Mega-Palette. Wer jedoch seinem Idol Sam Hill nacheifern will, der sollte zur 27,5″-Version mit Carbon-Hauptrahmen greifen. Das haben auch wir getan und sind mit dem 4.399 € teuren Nukeproof Mega 275c RS passenderweise ein Enduro-Rennen mitgefahren: Die fünftägige Trans Madeira – ein Etappen-Rennen, bei dem es jeden Tag 40 bis 50 km in wechselndem Gelände zu bewältigen gab. Sam Hill hat gezeigt, dass man auf dem Nukeproof Mega schnell fahren kann … sehr schnell. Doch wie ergeht es einem deutlich weniger begabten und fitten MTB-News.de-Redakteur auf dem Rad? Wir haben es herausgefunden!

Das Nukeproof Mega 275c RS kommt mit schickem mattschwarzem Carbon-Rahmen, hochwertigem RockShox-Fahrwerk und vollständiger SRAM-Ausstattung inklusive X01 Eagle-Schaltung und Code R-Bremsen daher.
# Das Nukeproof Mega 275c RS kommt mit schickem mattschwarzem Carbon-Rahmen, hochwertigem RockShox-Fahrwerk und vollständiger SRAM-Ausstattung inklusive X01 Eagle-Schaltung und Code R-Bremsen daher. - Ein Leichtgewicht ist Sam Hills Rennmaschine der Wahl allerdings nicht: 14,60 kg bringt der 4399 € teure Stealth-Bomber auf die Waage.
Diashow: Nukeproof Mega 275c RS im Test - Das Siegerbike für jedermann
Während der fünftägigen Trans Madeira legten wir auf dem Nukeproof Mega 275c RS nicht nur über 250 km und Abertausende von Höhenmetern zurück, sondern fuhren auch insgesamt 29 verschiedene Trails.
Trotz des nicht gerade geringen Gewichts muss man mit dem Nukeproof Mega keinen Anstieg fürchten. Die wirkliche Stärke des Enduros liegt allerdings erwartungsgemäß in der Abfahrt.
Die massive Bandbreite der SRAM X01 Eagle-Schaltgruppe ist selbst für steile Anstiege mehr als ausreichend.
Wir finden nicht nur das gebürstete Nukeproof-Logo am Steuerrohr …
Damit man an dem c auch noch lange seine Freude hat und kein b für Bruch einsetzen muss, wird das Unterrohr von einer großflächigen Plastik-Abdeckung geschützt.
Diashow starten »

Geometrie

Die Geometrie des Nukeproof Mega 275c RS fällt ziemlich modern aus. Der Lenkwinkel liegt mit 65° absolut im aktuellen Trend abfahrtsgerichteter Enduro-Bikes und auch die Reach-Werte decken mit 410 bis 515 mm einen breiten Bereich ab, der große und kleine Fahrer zufrieden stellen sollte. Oft vergessen, jedoch durchaus wichtig ist der Stack: Der wandert lediglich zwischen 590 und 604 mm und fällt damit insbesondere in den Größen L und XL eher tief aus. Die Kettenstreben sind mit 435 mm mittellang. Eher auf der steilen Seite hingegen ist der Sitzwinkel von 75,75°, der dem Mega eine angenehm zentrale Sitzposition bescheren sollte. Das Tretlager ist um 10 mm abgesenkt, was in Kombination mit dem Sag des 165 mm-Boliden nicht gerade wenig ist.

 SMLXL
Sitzrohrlänge381 mm420 mm458 mm508 mm
Oberrohrlänge (effektiv)559,97 mm584,97 mm622,29 mm668,44 mm
Lenkwinkel65°65°65°65°
Steuerrohrlänge105 mm105 mm115 mm120 mm
Sitzwinkel75,75°75,75°75,75°75,75°
Radstand1161,89 mm1186,89 mm1226,12 mm1273,23 mm
Kettenstrebenlänge435 mm435 mm435 mm435 mm
Tretlagerabsenkung10,1 mm10,1 mm10,1 mm10,1 mm
Reach410 mm435 mm470 mm515 mm
Stack590,51 mm590,51 mm599,58 mm604,11 mm
Geometrieanpassungen, beispielsweise durch einen Flipchip, sucht man beim Nukeproof Mega vergeblich
# Geometrieanpassungen, beispielsweise durch einen Flipchip, sucht man beim Nukeproof Mega vergeblich - das ist unserer Meinung nach jedoch auch nicht nötig, denn das Mega verfügt über eine ausgewogene Geometrie, die weder altbacken noch zu extrem wirkt. Lediglich der geringe Stack forderte einige Anpassungen seitens unseres Testers.

Ausstattung

Die Ausstattung ist fest in Händen von SRAM und RockShox. Die Kombination aus tiefschwarzen Fahrwerk und den vielen dunklen Anbauteilen fügt sich perfekt in das sehr schlicht wirkende Gesamtbild des Nukeproof Mega 275c RS ein. An der Front arbeitet eine RockShox Lyrik RCT3-Federgabel mit satten 170 mm Federweg. Für ein ausgewogenes Fahrverhalten sorgt der dazu passende RockShox Super Deluxe RC3-Dämpfer, der die 165 mm Federweg am Heck kontrolliert. Fans weit abgesenkter Sättel werden sich zudem über die passende RockShox Reverb Sattelstütze mit 170 mm Hub freuen. Hochwertig geht es auch am Antrieb weiter, der aus einer Kombination aus SRAM Descendant Carbon-Kurbeln und der beliebten SRAM X01 Eagle 12-fach Schaltung besteht. Etwas gespart wurde hingegen an den Stoppern: Die SRAM Code R-Bremsen beißen zwar kräftig zu, kommen jedoch nicht ganz an das hochwertige Gefühl der teureren RSC-Variante heran und neigen auch etwas eher zum Fading.

Wie der Name bereits ausdrückt, rollt das Nukeproof Mega 275c auf 27,5″-Laufrädern. Diese stammen aus der Schweiz, genauer gesagt von DT Swiss. Auf dem XM1501 Spline 1 Aluminium-Laufradsatz sind im Auslieferungszustand widerstandsfähige, aber eher schmale Maxxis Highroller II-Reifen mit DoubleDown-Karkasse aufgezogen. Das Cockpit wiederum stellt Nukeproof selbst: Neutron-Vorbau und Horizon Carbon-Lenker haben zwar angenehme Abmaße, weisen trotz Rahmen mit tiefem Stack jedoch nicht sehr viel Rise auf.

  • Federgabel RockShox Lyrik RCT3 (170 mm)
  • Dämpfer RockShox Super Deluxe RC3 (165 mm)
  • Antrieb SRAM X01 Eagle
  • Bremsen SRAM Code R
  • Laufräder DT Swiss XM1501 Spline 1
  • Reifen Maxxis Highroller II
  • Cockpit Nukeproof Horizon Carbon (780 mm) / Nukeproof Neutron AM (50 mm)
  • Sattelstütze RockShox Reverb (170 mm)
Komplette Ausstattung zum Ausklappen
 Mega 275 RS Carbon
FedergabelRockshox Lyrik RCT3 170 mm, Solo Air, Diffusion Black
DämpferRockshox Super Deluxe RC3 MLS1 230 x 65 mm
LaufräderDT Swiss XM1501, Spline 1, 30 mm, 15 x 110 mm, 12 x 148 mm
ReifenMaxxis High Roller II, 27,5" x 2,3", 3C Maxx Terra, 3C/TR/DD
KurbelSRAM Descendant Carbon Eagle 12-fach, 170 mm, 34 t, B148
SchaltgruppeSRAM X01 Eagle 12-fach, Black
KettenführungMRP SXg, 30-34 t, ISCG-05, Black
BremsenSRAM Code R, Sin, Diffusion Black
BremsscheibenSRAM Centreline 200/180 mm
LenkerNukeproof Horizon Carbon 780 mm Breite, 25 mm Rise
VorbauNukeproof Neutron AM, 50 mm, Black
SattelNukeproof Vector AM, Grey
SattelstützeRockshox Reverb Stealth, 125 mm / 170 mm, 390 mm / 480 mm
SteuersatzNukeproof Warhead, 44–56 IITS
Preis4.620 €
An der Front arbeitet die altbewährte RockShox Lyrik RCT3-Federgabel mit 170 mm Federweg
# An der Front arbeitet die altbewährte RockShox Lyrik RCT3-Federgabel mit 170 mm Federweg - ab 2019 wird erwartungsgemäß das neue RC2-Modell verbaut sein, das nicht nur eine getrennt einstellbare HSC und LSC, sondern auch die neue DebonAir-Luftkammer bietet.
Am Heck kommt ein metrischer RockShox Super Deluxe RC3-Dämpfer zum Einsatz
# Am Heck kommt ein metrischer RockShox Super Deluxe RC3-Dämpfer zum Einsatz - dieser verfügt neben der obligatorischen Rebound-Verstellung über einen in drei Stufen einstellbaren Plattformhebel.
Die massive Bandbreite der SRAM X01 Eagle-Schaltgruppe ist selbst für steile Anstiege mehr als ausreichend.
# Die massive Bandbreite der SRAM X01 Eagle-Schaltgruppe ist selbst für steile Anstiege mehr als ausreichend.
Das Kettenblatt der Truvativ Descendant-Kurbel wird von einer MRP SXg-Kettenführung geschützt – eine sinnvolle Wahl!
# Das Kettenblatt der Truvativ Descendant-Kurbel wird von einer MRP SXg-Kettenführung geschützt – eine sinnvolle Wahl!
Für die nötige Verzögerung sorgen SRAM Code R-Bremsen mit massiven 4-Kolben-Sätteln
# Für die nötige Verzögerung sorgen SRAM Code R-Bremsen mit massiven 4-Kolben-Sätteln - das teurere RSC-Modell hätte besser zur sonst hochwertigen Ausstattung gepasst. Bis auf das etwas schwammigere Gefühl und die etwas höhere Neigung zum Fading verrichteten die Stopper jedoch solide ihren Dienst.
Der DT Swiss XM1501 Spline 1-Laufradsatz sieht nicht nur schick aus, sondern ist im Auslieferungszustand bereits tubeless ready
# Der DT Swiss XM1501 Spline 1-Laufradsatz sieht nicht nur schick aus, sondern ist im Auslieferungszustand bereits tubeless ready - zudem gefällt der hochwertige und nicht zu laute Nabensound. auf den Alu-Laufrädern montiert waren zunächst eher schmale Maxxis Highroller II-Reifen mit Double Down-Karkasse.

Im Detail

Das Nukeproof Mega 275c RS wirkt auf den ersten Blick wie ein waschechtes Tarnkappen-Flugzeug. Der Bolide ist komplett in Schwarz- und Grautönen gehalten und basiert auf einem kantigen Rahmen mit einer modernen Linienführung. Erst auf den zweiten Blick nimmt man einige schicke Details wie zum Beispiel das durchschimmernde Carbon an einigen Stellen des Hauptrahmens wahr. Der Hinterbau hingegen besteht komplett aus Aluminium und wirkt, ebenso wie der Hauptrahmen, durchaus massiv. Die Kettenstreben sind am vorderen Ende über eine voluminöse, verschweißte Brücke miteinander verbunden, an den Druckstreben findet sich eine etwas filigranere Verstrebung.

Das Hinterbausystem entspricht einem regulären Viergelenker – der Hauptlagerpunkt liegt sogar minimal unterhalb der Kette. Zwischen dem metrischen Dämpfer und der Druckstrebe befindet sich ein kurzer, gefräster Link. Für ein sanftes Ansprechverhalten soll zudem die neue untere Dämpferaufnahme mit Kugellager sorgen. Der sehr mittig im Rahmen platzierte Dämpfer sorgt zwar für eine klare Linie, lässt jedoch keinen Platz mehr für eine Trinkflasche. Diese wurde unters Unterrohr verbannt, wo sie dem vollen Beschuss vom Vorderrad ausgesetzt ist.

Das c in Nukeproof Mega 275c RS steht für Carbon
# Das c in Nukeproof Mega 275c RS steht für Carbon - der kantige und schicke Hauptrahmen besteht nämlich komplett aus der schwarzen Kohlefaser.
Der Hinterbau hingegen besteht aus Aluminium und setzt auf das altbekannte Viergelenker-System.
# Der Hinterbau hingegen besteht aus Aluminium und setzt auf das altbekannte Viergelenker-System. - Dank massiven Rohren, großzügigen Verstrebungen und nicht zu klein geratenen Lagern wirkt der Hinterbau tatsächlich relativ bombensicher und weist nur wenig seitlichen Flex auf.
Damit man an dem c auch noch lange seine Freude hat und kein b für Bruch einsetzen muss, wird das Unterrohr von einer großflächigen Plastik-Abdeckung geschützt.
# Damit man an dem c auch noch lange seine Freude hat und kein b für Bruch einsetzen muss, wird das Unterrohr von einer großflächigen Plastik-Abdeckung geschützt. - Hier befinden sich allerdings auch die Schrauben für den optionalen Flaschenhalter, der im Rahmen leider keinen Platz findet.

Alle Kabel wandern kurz hinterm Steuerrohr – auf dem zudem ein großflächiges, gebürstetes Nukeproof-Logo prangt – in den Hauptrahmen und treten erst am Ende des Unterrohrs gesammelt daraus hervor. Die Ein- und Ausgänge sind optisch sehr sauber gelöst, leider allerdings nicht ganz klapperfrei. Von dort aus geht es entweder außerhalb des Hinterbaus Richtung Schaltwerk, beziehungsweise Bremse, oder wieder ins Sattelrohr hinein zur Variostütze. Auf der Unterseite des Unterrohrs befindet sich ein großflächiger Schutz, in welchem sich zudem die bereits genannten Aufnahmebohrungen für den Flaschenhalter befinden. Weitere Gummi-Schoner findet man auf der antriebsseitigen Ketten- und Druckstrebe. Beide sind sehr großzügig ausgeführt und weit vorgezogen. Wir sagen dazu “Bravo!” – hier muss man wirklich nicht mehr nacharbeiten! Zudem ist das Tretlager im Gegensatz zu vielen modernen Carbon-Rahmen geschraubt.

Wir finden nicht nur das gebürstete Nukeproof-Logo am Steuerrohr …
# Wir finden nicht nur das gebürstete Nukeproof-Logo am Steuerrohr …
… sondern auch das teils durchscheinende Sichtcarbon ziemlich schick.
# … sondern auch das teils durchscheinende Sichtcarbon ziemlich schick. - Für eine saubere Optik sorgen auch die im Rahmen verlegten Leitungen.
Diese treten alle an derselben Stelle aus dem Unterrohr hervor, was wIr ziemlich interessant und eigentlich recht schön finden.
# Diese treten alle an derselben Stelle aus dem Unterrohr hervor, was wIr ziemlich interessant und eigentlich recht schön finden. - Wer allerdings seine Bremsleitung neu verlegen möchte, wird dank der relativ engen Eingänge nicht darum herumkommen, die Anschlüsse abzuknipsen und im Nachhinein neu zu verpressen.
LeIder schaffen es die meisten Hersteller immer noch nicht, ihre Bikes mit ordentlichen Schonern an der Ketten- und Sitzstrebe auszuliefern – dabei wäre es doch so einfach!
# LeIder schaffen es die meisten Hersteller immer noch nicht, ihre Bikes mit ordentlichen Schonern an der Ketten- und Sitzstrebe auszuliefern – dabei wäre es doch so einfach! - nicht so allerdings Nukeproof: Der Schutz der Kettenstreben ist absolut gelungen und bedarf keinerlei Nachbesserungen. Daumen hoch!

Auf dem Trail

Das Nukeproof Mega 275c RS erreichte uns nur knapp zwei Wochen vor der Trans Madeira, was bedeutete, dass die Eingewöhnungszeit minimal ausfallen würde – keine leichte Aufgabe für Rad und Fahrer. Mit 470 mm Reach in der gelieferten Größe L fällt das Rad durchaus groß aus, fühlt sich bereits beim ersten Aufsitzen jedoch nicht zu gestreckt an. Dazu trägt unter anderem der steile Sitzwinkel bei, dank dem man sehr zentral zwischen den Rädern sitzt. Bereits auf den ersten Testfahrten ist uns jedoch das Cockpit deutlich zu tief, was an einer Kombination aus flachem Stack, sehr flachem Vorbau und einem Lenker mit mittelhohen 20 mm Rise liegt. Mit maximal hohem Spacerturm, einem Vorbau mit positivem Winkel und 30 mm Riserbar sieht die Sache schon ganz anders aus. Als passend hat sich hingegen der sehr schmale und harte, jedoch ergonomisch geformte Nukeproof Vector AM-Sattel herausgestellt.

Auf dem Weg zum Trail verhält sich das Nukeproof Mega 275c RS ziemlich unauffällig. Mit einem Gewicht von 14,60 kg wird man den berühmten Strava-KOM wohl kaum holen. Auch die Maxxis Highroller II-Reifen bringen dank ihrer DoubleDown-Karkasse einiges auf die Waage und laden nicht gerade zu Zwischensprints ein. Ansonsten bleibt das Heck für ein Race-Enduro mit 165 mm Federweg erstaunlich ruhig und neigt bei rundem Tritt kaum zum Wippen. Durch die zentrale Position des RockShox Super Deluxe-Dämpfers ist der Plattform-Hebel auch jederzeit gut zu erreichen – wir sehen hier allerdings keine Notwendigkeit dazu. Dank der sehr zentralen Sitzposition und der großen Bandbreite der SRAM X01 Eagle-Schaltung hält man es auch auf langen und zehrenden Anstiegen gut im Sattel aus. Selbst mit unserem angepassten Cockpit liegt der Lenker in keiner exorbitanten Höhe. In steilen Stichen muss man die Front deshalb zwar durchaus aktiv belasten, insgesamt zeigt das Mega jedoch keine übermäßige Neigung zu steigen.

Während der fünftägigen Trans Madeira legten wir auf dem Nukeproof Mega 275c RS nicht nur über 250 km und Abertausende von Höhenmetern zurück, sondern fuhren auch insgesamt 29 verschiedene Trails.
# Während der fünftägigen Trans Madeira legten wir auf dem Nukeproof Mega 275c RS nicht nur über 250 km und Abertausende von Höhenmetern zurück, sondern fuhren auch insgesamt 29 verschiedene Trails. - Trotz der geringen Eingewöhnungszeit leistete uns das Bike dabei treue Dienste und steckte auch nach dem Rennen etliche weitere Trainingskilometer im beheimateten Thüringer Wald locker weg. | Foto: © Duncan Philpott

Einer unserer ersten Testtrails vor Madeira startet mit einer offenen Highspeed-Sektion, bevor er in eine Serie enger und technischer Serpentinen mündet. Im oberen Teil ist das Mega voll in seinem Element und lässt sich vermutlich am besten als Mini-Downhillbike beschreiben. Der Hinterbau fühlt sich fast nach mehr als 165 mm Federweg an und liegt extrem satt auf dem Boden. Dadurch bleibt das Rad in schnellem und ruppigem Terrain sehr sicher und verzeiht Fehler großzügig. Während des Rennens sind einige Situationen aufgetreten, in denen man mangels Streckenkenntnis unvorbereitet und auf der falschen Linie in teils heftige Steinfelder gesteuert ist. Hier bügelte der Hinterbau zwar weiter fleißig platt, an der Front vermissen wir jedoch etwas das Überrollverhalten eines 29ers. Auf Madeira ist man auch des Öfteren über Sprünge geflogen, bevor man so richtig begreifen konnte, was gerade passiert. Hier hat sich das Nukeproof als äußerst ausgewogenes Rad gezeigt, das stets ruhig in der Luft liegt und Absprünge und Landungen solide schluckt, ohne im Federweg zu versacken.

Trotz des nicht gerade geringen Gewichts muss man mit dem Nukeproof Mega keinen Anstieg fürchten. Die wirkliche Stärke des Enduros liegt allerdings erwartungsgemäß in der Abfahrt.
# Trotz des nicht gerade geringen Gewichts muss man mit dem Nukeproof Mega keinen Anstieg fürchten. Die wirkliche Stärke des Enduros liegt allerdings erwartungsgemäß in der Abfahrt. - Hier mag es das Mega am liebsten schnell und ruppig. Der ein oder andere Sprung kann allerdings auch nicht schaden. | Foto: © Duncan Philpott
2277613-uk9lq69pxsy7-transmadeira18 day1 09578-original
# 2277613-uk9lq69pxsy7-transmadeira18 day1 09578-original
2277621-rehtwzgqdmz2-transmadeira18 day1 09833-original
# 2277621-rehtwzgqdmz2-transmadeira18 day1 09833-original

Wird der Trail enger, technischer und langsamer, dann verhält sich das Nukeproof Mega 275c RS eher ruhig und will mit etwas Nachdruck bewegt werden. Solange man diesen aufbringen kann, lässt sich das Rad jedoch weiter in Rekordtempo gen Tal steuern. Auf langen Abfahrten, auf denen die Kraft nachlässt, neigt es allerdings dazu, von schrägen Wurzeln und in engen Kurven etwas abgelenkt zu werden und zu tänzeln. Gefühlt spielen hierbei der steife Carbon-Rahmen und massiv ausgeführte Hinterbau eine Rolle, die beide wenig seitliche Nachgiebigkeit bereitstellen.

In verblocktem Terrain muss man auch etwas aufpassen, wo und wie man in die Pedale tritt. Das Heck verfügt zwar über eine gute Progression, nutzt den Federweg zu Beginn jedoch recht großzügig, was für eine tiefe effektive Tretlagerhöhe sorgen kann. In Kombination mit dem hohen Gewicht macht dieses zu Beginn etwas träge Fahrwerk das Mega nicht gerade zu einem flinken Trailsurfer. Stattdessen wird es seinem Namen absolut gerecht und präsentiert sich als grundsolider Allrounder mit beträchtlichen Downhill-Eigenschaften – genau das, was bei der berühmten Megavalanche eben gefragt ist!

Insbesondere auf den extrem schnellen und etwas ausgebauteren Downhill-Strecken in Madeiras Eukalyptuswäldern war das Nukeproof Mega voll in seinem Element und würde wohl auch in den meisten Bikeparks keine schlechte Figur machen.
# Insbesondere auf den extrem schnellen und etwas ausgebauteren Downhill-Strecken in Madeiras Eukalyptuswäldern war das Nukeproof Mega voll in seinem Element und würde wohl auch in den meisten Bikeparks keine schlechte Figur machen. - Extrem technische und enge Wurzelpassagen benötigten hingegen eine etwas überlegte und präzise Fahrweise. So richtig unwohl fühlte sich das EWS-Siegerbike allerdings nirgendwo. | Foto: © Duncan Philpott

Das ist uns aufgefallen

  • Dämpferaufnahme Das untere Dämpferauge verfügt über ein Kugellager, das die Reibung reduzieren soll. Leider lockerte sich die Schraube während des Rennens und auch während späterer Testfahrten jedoch häufiger und musste nachgezogen werden. Hier empfehlen wir, gleich zu Beginn großzügig Schraubensicherung aufzutragen.
  • Ausstattung Die Ausstattung ist sehr durchdacht ausgewählt und bis auf kleine Details absolut rennfertig. Allerdings tauschten wir vor der Trans Madeira die 2,3″ schmalen Maxxis Highroller II-Reifen gegen 2,4″ und 2,5″ breite Minion DHF/DHR II-Reifen in der WT-Ausführung. Diese harmonieren deutlich besser mit der 30 mm Innenbreite der DT Swiss-Felgen.
  • Lenkerhöhe Eine der ersten Änderungen, die wir vornahmen, war die Anpassung der Lenkerhöhe. Der Stack unseres Testbikes in L fällt mit knapp 600 mm eher tief aus. Zudem baut der Nukeproof Neutron-Vorbau sehr flach, sodass wir Lenker und Vorbau tauschen mussten, um auf eine angenehme Höhe zu kommen.
  • Haltbarkeit Während der fünftägigen Trans Madeira galt es, jeden Tag 40 bis 50 km in wechselndem Gelände von extrem trocken und staubig bis zu feuchtem Dschungel zu bewältigen. Während der Zeit bestand die gesamte Pflege aus einer abendlichen Reinigung und etwas frischem Öl auf die Kette. Auch in den darauffolgenden Testwochen konnten wir keine Defekte oder übermäßige Abnutzung feststellen.
Direkt zu Beginn unseres Tests mussten wir Vorbau und Lenker ersetzen, um das Cockpit auf eine für uns angenehme, höhere Position zu bringen.
# Direkt zu Beginn unseres Tests mussten wir Vorbau und Lenker ersetzen, um das Cockpit auf eine für uns angenehme, höhere Position zu bringen.
Die Ausstattung erwies sich als sehr durchdacht und haltbar. Ein kleiner Ausreißer nach unten war hingegen die für die breiten DT Swiss-Felgen etwas schmale 2,3"-Bereifung.
# Die Ausstattung erwies sich als sehr durchdacht und haltbar. Ein kleiner Ausreißer nach unten war hingegen die für die breiten DT Swiss-Felgen etwas schmale 2,3"-Bereifung.

Im Vergleich

Nukeproof Mega 275c RS vs. Lapierre Spicy Team Ultimate

Das Lapierre Spicy Team Ultimate weist eine ganz ähnliche Ausstattung wie das Nukeproof Mega 275c RS auf, setzt auf dieselbe 27,5″-Laufradgröße und hat sich in unserem Test ebenfalls als potentes Race-Enduro mit Lizenz zum Ballern. Das trotz Stahlfederdämpfer am Heck deutlich geringere Gewicht des Spicy macht sich in Anstiegen und flachem, verwinkeltem Gelände positiv bemerkbar. Während der Franzose etwas verspielter ist und zu Beginn des Federwegs deutlich mehr Feedback bietet, kann das britische Mega in harten Highspeed-Passagen mit seinem schluckfreudigen Luftfahrwerk und der etwas gestreckteren Geometrie punkten.

Nukeproof Mega 275c RS vs. Commençal Meta AM 29

Während Sam Hill sicherlich der Klassenprimus der Elite Men der EWS ist, kann seine  Siegesbilanz nicht ganz mit der von Cécile Ravanel mithalten. Diese fährt mit Commençal ebenfalls für eine Marke, die vor allem im Online-Versand tätig ist und rein zufällig mit dem Meta AM 29 Signature auch ein Enduro-Bike für 4.399 € im Angebot hat. Beide Räder sind mit weit über 15 kg zudem keine Fliegengewichte, doch hier hört die Ähnlichkeit allmählich auf. Das Commençal Meta AM 29 rollt nicht nur auf größeren Laufrädern, sondern setzt auf einen Aluminium-Rahmen mit Stahlfederdämpfer. Bei beiden Bikes handelt es sich um solide und durchdachte Allrounder mit einem deutlichen Fokus auf die Abfahrt. Das Fahrgefühl ist jedoch sehr unterschiedlich: Der Hinterbau des Meta AM 29 fühlt sich deutlich straffer und direkter an. Durch die großen Laufräder macht es jedoch auch auf ruppigen Highspeed-Passagen eine gute Figur. Dennoch würden wir jemandem, der auf der Suche nach einem Baller- und Parkbike ist, eher zum besser ausgestatteten Nukeproof Mega raten. In alpinem Gelände, das von verspielt bis ruppig reicht, kann hingegen das Commençal seine Stärken ausspielen.

Wie das Nukeproof Mega 275c RS rollt auch das Lapierre Spicy Team Ultimate auf 27,5"-Laufrädern, setzt allerdings auf einen Coil-Dämpfer am Heck
# Wie das Nukeproof Mega 275c RS rollt auch das Lapierre Spicy Team Ultimate auf 27,5"-Laufrädern, setzt allerdings auf einen Coil-Dämpfer am Heck - das französische Bike ist etwas verspielter und bietet zu Beginn des Federwegs mehr Feedback. Das Nukeproof hat hingegen in schnellen Downhill-Passagen dank gestreckterer Geometrie die Nase vorn.
Etwas günstiger Preis, gleiches Vertriebsmodell, ähnliche Erfolge in der EWS
# Etwas günstiger Preis, gleiches Vertriebsmodell, ähnliche Erfolge in der EWS - doch trotz großer 29"-Laufräder fühlt sich das Commençal Meta AM 29 deutlich straffer und direkter an. Dadurch wirkt es in flachen, verwinkelten Passagen lebendiger, kann allerdings nicht ganz mit der Downhill-Potenz des Nukeproof Mega 275 mithalten.

Fazit – Nukeproof Mega 275c RS

Kann man mit dem Nukeproof Mega 275c RS automatisch fahren wie Sam Hill? Natürlich nicht, warum schreibt man sowas in derartigen Testartikeln überhaupt?! Dennoch haben die Briten mit dem Nukeproof Mega ein potentes Race-Enduro in petto, das nicht nur mit einem sehr schluckfreudigen Hinterbau, sondern auch einer hochwertigen und zuverlässigen Ausstattung bei gleichzeitig gutem Preis-Leistungs-Verhältnis aufwarten kann. Trotz schickem Carbon-Rahmen trägt der Bolide allerdings einiges auf den Rippen, was sich dank des vergleichsweise antriebsneutralen Hinterbaus jedoch höchstens in verwinkeltem Gelände negativ bemerkbar macht. Nach Abschluss des Tests kam bei uns vor allem ein Wunsch auf: Auch die aktualisierte 29"-Version des Nukeproof Mega zu testen!

Pro
  • sehr schluckfreudiger Hinterbau
  • hohe Laufruhe in ruppigem Gelände
  • sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • zuverlässige Ausstattung
Contra
  • kein Leichtgewicht
  • Flaschenhalter ungünstig positioniert
  • flache Front
Nach fünf harten Renntagen in Madeira und etlichen Testkilometern im heimatlichen Thüringer Wald macht das Nukeproof Mega 275c RS immer noch Spaß und erstrahlt weiterhin im alten Glanz
# Nach fünf harten Renntagen in Madeira und etlichen Testkilometern im heimatlichen Thüringer Wald macht das Nukeproof Mega 275c RS immer noch Spaß und erstrahlt weiterhin im alten Glanz - der relativ antriebsneutrale Hinterbau sorgt nicht nur dafür, dass das nicht sehr leichte Rad beinahe jeden Anstieg ohne Murren nach oben klimmt, sondern kann vor allem mit seiner Schluckfreudigkeit auf ruppigen Trails begeistern. Auch in flachem, engem Gelände macht es eine passable Figur. Der steife Rahmen und viele Federweg führen jedoch dazu, dass man sein Glück vor allem im Geschwindigkeitsrausch sucht! | Foto: © Duncan Philpott

Testablauf

Wir sind das Nukeproof Mega 275c RS über den Verlauf mehrerer Monate sowohl auf den heimischen, technischen Trails im Thüringer Wald, als auch während des 5-tägigen Trans Madeira Enduro-Rennens gefahren. Hier musste sich das Nukeproof Mega einer bisher kaum gesehen Variation an Trails und Herausforderungen stellen.

Hier haben wir das Nukeproof Mega 275c RS getestet

  • Madeira Während der Trans Madeira ging es fünf Tage lang quer über die abwechslungsreiche Atlantik-Insel. Die Trails reichten von gebauten Downhill-Strecken, über hochalpine, staubige Steinpisten bis zu unfassbar nassen, mit Wurzeln übersäten Dschungel-Trails.
  • Thüringer Wald Technische, oft enge und schwer einsehbare Trails mit teils anspruchsvollen und knackigen Gegenanstiegen. Hier gilt es meistens 200 bis 300 hm am Stück zu bewältigen.
Testerprofile ausklappen

Tester-Profil: Gregor Sinn
60 cm68 kg85,5 cm61 cm183 cm
Gregor fährt gerne Fahrräder jeglicher Kategorie, von Mountainbike bis Rennrad. Am liebsten ist er jedoch auf Downhill- und Enduro-Bikes unterwegs – gerne auch unter Zeitdruck im Renneinsatz.
Fahrstil
verspielt
Ich fahre hauptsächlich
Downhill, Enduro
Vorlieben beim Fahrwerk
unauffällig, hinten progressiv, wenig Druckstufe
Vorlieben bei der Geometrie
hinten nicht zu kurz, vorne geräumig, Lenkwinkel nicht zu flach

Wie gefällt euch Sam Hills Rennbolide?

  1. benutzerbild

    Tyrolens

    dabei seit 03/2003

    Der Umstieg auf 85 mm mehr Reach hat sich bei mir schon bei der ersten Fahrt als sehr unauffällig erwiesen. Nach drei Abfahrten haben die Einlenkpunkte gepasst.
  2. benutzerbild

    scratch_a

    dabei seit 08/2011

    525Rainer
    Hast du keine homies die ständig neue Räder haben und dich mal fahren lassen?
    Wir haben hier verschiedenste Räder und tauschen auch Mal durch. Problem ist aber das du die vorteile bei nur einer Abfahrt im Bikepark gar nicht nutzen kannst.
    Erstens aus Respekt der teuren teile (Carbon) und zweitens kann man seinen Fahrstil als Nichtprofi nicht so schnell anpassen. So hab ich beim Umstieg auf die langen teile eine viel zu hecklastig Fahrweise und eier ohne Vorderradgrip in den Kurven rum. Da würds mehrere Tage dauern bis sich die Vorteile auszahlen. Das Vitus war in der beziehung absolut enttäuschend. Ich konnte damit gar nichts mehr.
    Bei uns aufm Dorf fahren alle ihr Zeug, bis es kaputt ist ;)
    Nein, erstens fahren bei uns relativ wenige MTB und die meisten fahren nur die "normalen" Räder, die es ums Eck beim Händler gibt (Cube, Ghost, Speci und immer mehr 0-8-15 E-Bikes). Die wenigen, die wirklich ein Rad von Interesse haben, fahren einen kleineren Rahmen, so dass es auch sinnlos ist, damit zu fahren.

    Aber wie du schon geschrieben hast, wäre es gar nicht so einfach, selbst wenn man ein Rad zum testen zur Verfügung hätte. Ich hätte wohl auch zu viel Angst, dass ich das Rad kaputt machen würde. Die falsche Haltung und Fahrweise tun dann ihr Übriges, dass man eher enttäuscht wird.
    Aber genau das ist doch der Punkt, warum sehr viele Diskussionen um Geometrie und Tests teilweise die Leute eher verwirren. Man kauft sich ein Rad, was einem gefallen KÖNNTE und passt sich dann über die Zeit hin an und ist meist zufrieden und findet, das Rad sei top :)
    Die wenigsten von uns können genau sagen, was an dem Rad falsch/suboptimal ist und was man anders haben möchte.
  3. Anzeige

  4. benutzerbild

    525Rainer

    dabei seit 09/2004

    Tyrolens
    Der Umstieg auf 85 mm mehr Reach hat sich bei mir schon bei der ersten Fahrt als sehr unauffällig erwiesen. Nach drei Abfahrten haben die Einlenkpunkte gepasst.
    Fällt erst am Limit auf. Sprich du bräuchtest Druck vom Fahrer hinter dir.
  5. benutzerbild

    Trail Surfer

    dabei seit 03/2004

    525Rainer
    Fällt erst am Limit auf. Sprich du bräuchtest Druck vom Fahrer hinter dir.
    Hab ich gestern ähnlich gemacht, bei einem im Wald gebauten Anliegerkurs: Dem Vorfahrer Vorsprung gegeben undxdann aufholen.
    Hat mir getaugt.

Was meinst du?

Wir laden dich ein, jeden Artikel bei uns im Forum zu kommentieren und diskutieren. Schau dir die bisherige Diskussion an oder kommentiere einfach im folgenden Formular:

Verpasse keine Neuheit. Trag dich für den MTB-News-Newsletter ein!