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Das Trek Top Fuel will die Grenzen zwischen XC, Down Country und Trail mehr und mehr verschwimmen lassen
Das Trek Top Fuel will die Grenzen zwischen XC, Down Country und Trail mehr und mehr verschwimmen lassen - in der neusten Auflage bietet die kurzhubige Trail-Maschine aus dem Hause Trek 120 mm Federweg am Heck. Insgesamt hat sich der Fokus hin zur Abfahrt verschoben, ohne dass darunter die Effizienz oder Uphill-Fähigkeiten zu sehr leiden sollen.
Das Top Fuel ist deutlich wuchtiger geworden
Das Top Fuel ist deutlich wuchtiger geworden - Trek setzt auf große Rohr-Querschnitte und hat einige Features implementiert, die zwar aufs Gewicht drücken, aber auch die Haltbarkeit erhöhen dürften. Erhältlich ist das Top Fuel übrigens auch als Alu-Variante.
Klare Sache: Es handelt sich um ein Trek! Der vertikal vor dem Sitzrohr positionierte Dämpfer ist zwar kein Alleinstellungs-, aber ein eindeutiges Erkennungsmerkmal von den Bikes der US-amerikanischen Marke.
Klare Sache: Es handelt sich um ein Trek! Der vertikal vor dem Sitzrohr positionierte Dämpfer ist zwar kein Alleinstellungs-, aber ein eindeutiges Erkennungsmerkmal von den Bikes der US-amerikanischen Marke. - Beim Hinterbau handelt es sich um das gewohnte ABP-System, bei dem ein Drehpunkt in der Hinterrad-Achse liegt.
Eine willkommene Neuerung ist das große Staufach im Unterrohr. Auf dessen Oberseite lässt sich ein Flaschenhalter montieren.
Eine willkommene Neuerung ist das große Staufach im Unterrohr. Auf dessen Oberseite lässt sich ein Flaschenhalter montieren.
Das mattschwarze Rahmen, das durchschimmernde Carbon und die dezenten Decals mit Perlmutt-Outlines machen optisch einiges her.
Das mattschwarze Rahmen, das durchschimmernde Carbon und die dezenten Decals mit Perlmutt-Outlines machen optisch einiges her.
Der Schutz des Hinterbaus wirkt etwas spartanisch, schützt das Top Fuel aber effektiv. Eine Umwerfer-Aufnahme sucht man am neuen Top Fuel vergeblich
Der Schutz des Hinterbaus wirkt etwas spartanisch, schützt das Top Fuel aber effektiv. Eine Umwerfer-Aufnahme sucht man am neuen Top Fuel vergeblich - dafür besteht aber dank ISCG 05-Aufnahme die Option, eine Kettenführung zu montieren. Und auch das geschraubte Tretlager ist eine Neuerung, die einige Fans finden dürfte.
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In unserem Testbike ist eine RockShox SID Ultimate mit 120 mm Federweg verbaut
In unserem Testbike ist eine RockShox SID Ultimate mit 120 mm Federweg verbaut - fürs Modelljahr 2023 setzt Trek hier stärker auf die Pike mit 130 mm.
Der RockShox Deluxe Ultimate-Dämpfer verwaltet die 120 mm am Heck unseres Modells
Der RockShox Deluxe Ultimate-Dämpfer verwaltet die 120 mm am Heck unseres Modells - einen kabelgebunden Lockout gibt es nicht.
Nobler geht's kaum: Die kabellose SRAM XX1 AXS-Schaltgruppe ist einer der Gründe, wieso das Top-Modell deutlich über 10.000 € kostet.
Nobler geht's kaum: Die kabellose SRAM XX1 AXS-Schaltgruppe ist einer der Gründe, wieso das Top-Modell deutlich über 10.000 € kostet.
Bei den Laufrädern setzt Trek auf hauseigene Bontrager-Modelle
Bei den Laufrädern setzt Trek auf hauseigene Bontrager-Modelle - dass diese aus Carbon sind, versteht sich praktisch von selbst.
Für Fans von hohen Geschwindigkeiten sind die SRAM G2 Ultimate-Bremsen wie geschaffen.
Für Fans von hohen Geschwindigkeiten sind die SRAM G2 Ultimate-Bremsen wie geschaffen.
Beim einteiligen Bontrager RSL-Cockpit verschmilzen Vorbau und Lenker zu einer schicken wie futuristischen Einheit.
Beim einteiligen Bontrager RSL-Cockpit verschmilzen Vorbau und Lenker zu einer schicken wie futuristischen Einheit.
Für trailige Down Country-Verhältnisse klettert das Trek Top Fuel gut und effizient
Für trailige Down Country-Verhältnisse klettert das Trek Top Fuel gut und effizient - die leicht hecklastige Sitzposition hat uns sehr zugesagt und bei Zwischensprints hat man das Rad schnell beschleunigt. Auch technische Sektionen meistert das Rad problemlos.
Auf schnellen, nicht allzu ruppigen Trails ist das Top Fuel voll in seinem Element
Auf schnellen, nicht allzu ruppigen Trails ist das Top Fuel voll in seinem Element - hier überzeugen das definierte Heck und die ausgezeichnete Balance voll und ganz. Kleine Wurzeln verwandeln sich so fast schon zwangsläufig in Absprünge und man hat einfach jede Menge Spaß.
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Das Top Fuel lässt sich verspielt über den Trail zirkeln oder durch die Lüfte manövrieren.
Das Top Fuel lässt sich verspielt über den Trail zirkeln oder durch die Lüfte manövrieren.
Auf Trails mit schnell aufeinanderfolgenden Schlägen muss man den Lenker etwas fester umgreifen.
Auf Trails mit schnell aufeinanderfolgenden Schlägen muss man den Lenker etwas fester umgreifen.
Solange das Gefälle nicht allzu steil ist, lässt es sich mit dem Top Fuel wunderbar durch den Loam fräsen
Solange das Gefälle nicht allzu steil ist, lässt es sich mit dem Top Fuel wunderbar durch den Loam fräsen - das Top Fuel unterscheidet sich spürbar vom großen Bruder Fuel EX, vermittelt aber trotzdem viel Sicherheit. Auf härteren oder steileren Trails haben sich die moderate Geometrie und der Federweg als limitierende Elemente erwiesen.
Dem Rocky Mountain Element merkt man seine kanadischen Wurzeln deutlich an. Es geht in eine abfahrtslastigere Richtung und kann dementsprechend bergauf und in der Allround-Wertung nicht ganz mit dem Top Fuel mithalten
Dem Rocky Mountain Element merkt man seine kanadischen Wurzeln deutlich an. Es geht in eine abfahrtslastigere Richtung und kann dementsprechend bergauf und in der Allround-Wertung nicht ganz mit dem Top Fuel mithalten - wer jedoch den Uphill vor allem für den Downhill fährt, wird vom Element hellauf begeistert sein. In steilem Terrain hat das Rocky Mountain Vorteile gegenüber dem Trek.
Das Arc8 Evolve FS ist ein weiterer spannender Vertreter der Down Country-Kategorie
Das Arc8 Evolve FS ist ein weiterer spannender Vertreter der Down Country-Kategorie - das progressive Rad aus der Schweiz kombiniert einen knapperen Federweg am Heck mit einem interessanten Hinterbau-Konzept und einer ziemlich radikalen Geometrie. Leichtbau-Fans dürften beim Evolve eher auf ihre Kosten kommen.
Das Bontrager RSL-Cockpit macht einiges her, lässt sich aber nur bedingt einstellen
Das Bontrager RSL-Cockpit macht einiges her, lässt sich aber nur bedingt einstellen - dieser Kritikpunkt trifft freilich auf alle einteiligen Lenker-Vorbau-Kombinationen zu. Zwecks Anpassbarkeit würden wir ein traditionelles Setup bevorzugen.
Die Bontrager XR4-Reifen haben uns positiv überrascht
Die Bontrager XR4-Reifen haben uns positiv überrascht - sie haben uns in praktisch keiner Lebenslage im Stich gelassen und auch einige Durchschläge auf die Felge ohne zu murren weggesteckt.
Mit dem Top Fuel kann man verdammt viel Spaß haben und, die passenden Trails vorausgesetzt, trägen Bikes mit mehr Hub sogar ordentlich um die Ohren fahren
Mit dem Top Fuel kann man verdammt viel Spaß haben und, die passenden Trails vorausgesetzt, trägen Bikes mit mehr Hub sogar ordentlich um die Ohren fahren - auch bergauf hinterlässt das Trek einen sehr positiven Eindruck. Für unserem Geschmack kommt es dem Ideal eines Down Country- und Short Travel Trail-Allrounders recht nahe. Nur schade, dass sich Trek auch finanziell an den aktuellen Sprit-Preisen orientiert hat.

Trek Top Fuel im Test: Der Name ist gleich, doch unter der Haube hat sich einiges getan: Trek hat das neue Top Fuel zum Tuner geschickt, um aus dem einstigen XC-Racer ein Down Country-Coupé zu zaubern. Wie gut das Trek Top Fuel über die Bahn ballert, erfahrt ihr im Test!

Steckbrief: Trek Top Fuel

EinsatzbereichCross-Country, Trail
Federweg120-130 mm/120 mm
Laufradgröße29ʺ
RahmenmaterialAluminium, Carbon
Gewicht (o. Pedale)12,1 kg
RahmengrößenXS, S, M, ML, L, XL, XXL (im Test: L)
Websitewww.trekbikes.com
Preisspanne2.499 € - 12.099 €
Im Test: Trek Top Fuel 9.9 XX1 AXS
Preis: 12.099 €

Vor gut einem Jahr hat Trek das Top Fuel für die Saison 2022 präsentiert – und damit durchaus überrascht: Aus dem einstigen Cross Country Race-Bike ist in der neusten Entwicklungsstufe ein Down Country-Flitzer mit einem Hauch von Trail geworden. Mit 120 mm Federweg am Trek-typischen ABP-Hinterbau und bis zu 130 mm vorne ist das Top Fuel definitiv nicht mehr das Bike der Wahl im XC World Cup. Stattdessen schließt es die Lücke zwischen dem auffälligen Supercaliber und dem Trail Bike-Verwandlungskünstler Fuel EX. Erhältlich ist das Top Fuel in sieben verschiedenen Varianten. Wir haben das 12.099 € teure Top-Top Fuel ausgiebig über die Trails gescheucht.

Das Trek Top Fuel will die Grenzen zwischen XC, Down Country und Trail mehr und mehr verschwimmen lassen
# Das Trek Top Fuel will die Grenzen zwischen XC, Down Country und Trail mehr und mehr verschwimmen lassen - in der neusten Auflage bietet die kurzhubige Trail-Maschine aus dem Hause Trek 120 mm Federweg am Heck. Insgesamt hat sich der Fokus hin zur Abfahrt verschoben, ohne dass darunter die Effizienz oder Uphill-Fähigkeiten zu sehr leiden sollen.
Diashow: Trek Top Fuel im Test: Mit 240 über die Down Country-Bahn
Für trailige Down Country-Verhältnisse klettert das Trek Top Fuel gut und effizient
Das Top Fuel ist deutlich wuchtiger geworden
Eine willkommene Neuerung ist das große Staufach im Unterrohr. Auf dessen Oberseite lässt sich ein Flaschenhalter montieren.
Auf Trails mit schnell aufeinanderfolgenden Schlägen muss man den Lenker etwas fester umgreifen.
Beim einteiligen Bontrager RSL-Cockpit verschmilzen Vorbau und Lenker zu einer schicken wie futuristischen Einheit.
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Im Detail

Zugegeben: Ganz so gravierend wie oben geschildert war der Wandel beim neuen Top Fuel dann doch nicht. Seit der Bike-Riese aus Wisconsin im Jahr 2019 das nach wie vor sehr auffällige XC Race-Modell Supercaliber (zum Trek Supercaliber Test) veröffentlicht hat, ist es das Modell der Wahl für Jolanda Neff, Vlad Dascalu und Co. Gleichzeitig hat sich das Top Fuel vom ehemaligen Wettkampf-Modell mehr und mehr in eine verhältnismäßig langhubigere Richtung entwickelt. Die neuste Evolutionsstufe des Top Fuel setzt diese Entwicklung konsequent fort und will weder Race-Bike noch lahmes Dad Country-Modell sein. Passend dazu sortiert Trek das Top Fuel in die Kategorie „Fast Trail” ein – was auch immer das sein mag …

Das Top Fuel ist deutlich wuchtiger geworden
# Das Top Fuel ist deutlich wuchtiger geworden - Trek setzt auf große Rohr-Querschnitte und hat einige Features implementiert, die zwar aufs Gewicht drücken, aber auch die Haltbarkeit erhöhen dürften. Erhältlich ist das Top Fuel übrigens auch als Alu-Variante.

Und während die Bike-Kategorien im steten Wandel sind, bleibt eine Sache gleich: Ein Trek sieht aus wie ein Trek sieht aus wie ein Trek. Das Top Fuel bleibt diesem Motto treu. ABP-Hinterbau, vertikal vor dem Sitzrohr positionierter Dämpfer, großer Schriftzug auf dem Unterrohr: Das Top Fuel ist auch im Jahr 2022 eindeutig als Trek zu erkennen. Der mattschwarze Rahmen, bei dem die Carbon-Fasern durchschimmern, macht optisch einiges her und wirkt um einiges wuchtiger als der Vorgänger.

Klare Sache: Es handelt sich um ein Trek! Der vertikal vor dem Sitzrohr positionierte Dämpfer ist zwar kein Alleinstellungs-, aber ein eindeutiges Erkennungsmerkmal von den Bikes der US-amerikanischen Marke.
# Klare Sache: Es handelt sich um ein Trek! Der vertikal vor dem Sitzrohr positionierte Dämpfer ist zwar kein Alleinstellungs-, aber ein eindeutiges Erkennungsmerkmal von den Bikes der US-amerikanischen Marke. - Beim Hinterbau handelt es sich um das gewohnte ABP-System, bei dem ein Drehpunkt in der Hinterrad-Achse liegt.

Im Unterrohr integriert ist beim Top Fuel nun ein praktischer Stauraum, dessen Abdeckung als Aufnahme für einen Flaschenhalter fungiert. So lassen sich alle nötigen Utensilien für die nächste Ausfahrt im und auf dem Oberrohr transportieren. Der Durchmesser des Sitzrohrs wurde auf 34,9 mm vergrößert und die maximale Einstecktiefe für Dropper Posts vergrößert. Auch das hauseigene Knock Block-System hat Trek am Top Fuel überarbeitet. Der Einschlagwinkel ist nun größer als zuvor und man kann auch komplett auf den Schutz verzichten, ohne Angst ums Unterrohr zu haben.

Eine willkommene Neuerung ist das große Staufach im Unterrohr. Auf dessen Oberseite lässt sich ein Flaschenhalter montieren.
# Eine willkommene Neuerung ist das große Staufach im Unterrohr. Auf dessen Oberseite lässt sich ein Flaschenhalter montieren.
Das mattschwarze Rahmen, das durchschimmernde Carbon und die dezenten Decals mit Perlmutt-Outlines machen optisch einiges her.
# Das mattschwarze Rahmen, das durchschimmernde Carbon und die dezenten Decals mit Perlmutt-Outlines machen optisch einiges her.

Auch im Bereich rund ums Tretlager gibt es einige Detail-Veränderungen zu entdecken. Hobby-Mechaniker werden sich über das geschraubte statt gepresste Tretlager freuen. Umwerfer-Anhänger blicken hingegen enttäuscht in die Röhre: Das Trek Top Fuel ist wenig überraschend ausschließlich auf 1x-Antriebe ausgelegt. Dank ISCG 05-Aufnahme lässt sich bei Bedarf hingegen eine Kettenführung oder ein kleiner Bashguard montieren. Außerdem ist der Mino Link, mit dem man die Geometrie anpassen kann, an die untere Dämpfer-Aufnahme gewandert. So soll der Umbau nun unkomplizierter gelingen.

Der Schutz des Hinterbaus wirkt etwas spartanisch, schützt das Top Fuel aber effektiv. Eine Umwerfer-Aufnahme sucht man am neuen Top Fuel vergeblich
# Der Schutz des Hinterbaus wirkt etwas spartanisch, schützt das Top Fuel aber effektiv. Eine Umwerfer-Aufnahme sucht man am neuen Top Fuel vergeblich - dafür besteht aber dank ISCG 05-Aufnahme die Option, eine Kettenführung zu montieren. Und auch das geschraubte Tretlager ist eine Neuerung, die einige Fans finden dürfte.

All diese Änderungen und Features sind nicht nur am schicken Carbon-Rahmen, sondern auch an den Aluminium-Ausführungen des Top Fuel zu finden. Beim Rahmenmaterial hat man nämlich die Wahl, wobei die Alu-Variante laut Trek rund 1.000 Gramm mehr auf die Waage bringen soll. Diese bleibt beim von uns getesteten High End-Modell bei 12,06 kg stehen. Das Thema Gewicht wurde bereits bei unserem ersten Test des (deutlich schwereren und günstigeren) Alu-Top Fuel bereits ausgiebig diskutiert und kritisiert (zum Artikel: Trek Top Fuel 2022 im ersten Test). Zur Einordnung: Das von uns im ähnlichen Zeitraum getestete Rocky Mountain Element ist etwa 500 Gramm schwerer als das Top Fuel, kostet allerdings auch nur die Hälfte. Und bei den Down Country-Vertretern aus dem Hause Last und Arc8 steht eine 10 vor dem Komma.

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Geometrie

Trek bietet das Top Fuel in ganzen sieben Größen von XS bis XXL – inklusive der Trek-typischen und von uns sehr geschätzten Zwischengröße ML. Eine Besonderheit stellt das kleinste Top Fuel dar, das auf 27,5″-Laufräder setzt. Der Lenkwinkel liegt über alle Größen hinweg bei entspannten 66°, während das Heck konstant 435 mm misst. Stellt man den Mino Link ins hohe Setting, werden Lenk- und Sitzwinkel jeweils 0,5° steiler. Außerdem wandert das Tretlager um 6 mm nach oben und misst fortan eine Höhe von 343 statt 337 mm. Die Eckdaten unseres Testrades in Größe L (475 mm Reach, 608 mm Stack) lesen sich zeitgemäß, ohne zu extrem auszufallen.

Rahmengröße XS
S
M
ML
L
XL
XXL
Laufradgröße 27,5″ / 650B 29″ 29″ 29″ 29″ 29″ 29″
Reach 400 mm403,9 mm 420 mm424,3 mm 450 mm454,2 mm 465 mm469,2 mm 480 mm484,2 mm 500 mm504,2 mm 520 mm524,1 mm
Stack 557,5 mm554,7 mm 595,5 mm592,4 mm 595,5 mm592,3 mm 600 mm596,8 mm 604,6 mm601,3 mm 618,3 mm614,9 mm 627,4 mm624 mm
STR 1,391,37 1,421,40 1,321,30 1,291,27 1,261,24 1,241,22 1,211,19
Lenkwinkel 66°66,4° 66°66,4° 66°66,4° 66°66,4° 66°66,4° 66°66,4° 66°66,4°
Sitzwinkel, effektiv 76°76,4° 76°76,4° 76°76,4° 76°76,4° 76°76,4° 76°76,4° 76°76,4°
Sitzwinkel, real 70°70,4° 70°70,4° 70°70,4° 70°70,4° 70°70,4° 70°70,4° 70°70,4°
Oberrohr 539 mm538,1 mm 568,5 mm567,5 mm 598,5 mm597,4 mm 614,6 mm613,6 mm 630,7 mm629,7 mm 654,2 mm653,1 mm 676,4 mm675,3 mm
Steuerrohr 95 mm 100 mm 100 mm 105 mm 110 mm 125 mm 135 mm
Überstandshöhe 695 mm699,1 mm 715 mm719,5 mm 735 mm739,6 mm 740 mm744,6 mm 745 mm749,7 mm 755 mm759,8 mm 765 mm769,8 mm
Kettenstreben 435 mm434 mm 435 mm433,9 mm 435 mm433,9 mm 435 mm433,9 mm 435 mm433,9 mm 435 mm433,9 mm 435 mm433,9 mm
Radstand 1.122 mm1.121 mm 1.150 mm 1.180 mm 1.197 mm 1.214 mm 1.240 mm 1.265 mm1.264 mm
Tretlagerabsenkung 20 mm15,2 mm 36 mm30,8 mm 36 mm30,7 mm 36 mm30,7 mm 36 mm30,6 mm 36 mm30,6 mm 36 mm30,5 mm
Tretlagerhöhe 335,5 mm340,3 mm 337,5 mm342,7 mm 337,5 mm342,8 mm 337,5 mm342,8 mm 337,5 mm342,9 mm 337,5 mm342,9 mm 337,5 mm343 mm
Einbauhöhe Gabel 512 mm 531 mm 531 mm 531 mm 531 mm 531 mm 531 mm
Gabel-Offset 44 mm 44 mm 44 mm 44 mm 44 mm 44 mm 44 mm
Federweg (hinten) 120 mm 120 mm 120 mm 120 mm 120 mm 120 mm 120 mm
Federweg (vorn) 120 mm 120 mm 120 mm 120 mm 120 mm 120 mm 120 mm
Rahmengröße XS
S
M
ML
L
XL
XXL
Laufradgröße 27,5″ / 650B 29″ 29″ 29″ 29″ 29″ 29″
Reach 395,5 mm399,3 mm 415,1 mm419,4 mm 445,2 mm449,4 mm 460,2 mm464,4 mm 475,2 mm479,4 mm 495,2 mm499,4 mm 515,3 mm519,4 mm
Stack 560,8 mm558 mm 598,9 mm595,9 mm 599,1 mm595,9 mm 603,7 mm600,5 mm 608,3 mm605,1 mm 622,1 mm618,8 mm 631,3 mm627,9 mm
STR 1,421,40 1,441,42 1,351,33 1,311,29 1,281,26 1,261,24 1,231,21
Lenkwinkel 65,5°65,9° 65,5°65,9° 65,5°65,9° 65,5°65,9° 65,6°65,9° 65,6°65,9° 65,6°65,9°
Sitzwinkel, effektiv 75,5°75,9° 75,5°75,9° 75,5°75,9° 75,5°75,9° 75,6°75,9° 75,6°75,9° 75,6°75,9°
Sitzwinkel, real 69,5°69,9° 69,5°69,9° 69,5°69,9° 69,5°69,9° 69,6°69,9° 69,6°69,9° 69,6°69,9°
Oberrohr 540,1 mm539,2 mm 569,7 mm568,6 mm 599,7 mm598,6 mm 615,8 mm614,8 mm 632 mm630,9 mm 655,4 mm654,3 mm 677,7 mm676,6 mm
Steuerrohr 95 mm 100 mm 100 mm 105 mm 110 mm 125 mm 135 mm
Überstandshöhe 699,3 mm703,4 mm 719,4 mm723,9 mm 739,3 mm743,9 mm 744,2 mm748,9 mm 749,2 mm753,9 mm 759,1 mm763,9 mm 769 mm773,9 mm
Kettenstreben 435 mm434 mm 435 mm433,9 mm 435 mm433,9 mm 435 mm433,9 mm 435 mm433,9 mm 435 mm433,9 mm 435 mm433,9 mm
Radstand 1.126 mm1.125 mm 1.154 mm1.153 mm 1.184 mm1.183 mm 1.201 mm1.200 mm 1.218 mm1.217 mm 1.244 mm1.243 mm 1.268 mm1.267 mm
Tretlagerabsenkung 16,5 mm11,7 mm 32,4 mm27,2 mm 32,5 mm27,2 mm 32,6 mm27,2 mm 32,6 mm27,2 mm 32,7 mm27,2 mm 32,7 mm27,2 mm
Tretlagerhöhe 339 mm343,8 mm 341,1 mm346,3 mm 341 mm346,3 mm 340,9 mm346,3 mm 340,9 mm346,3 mm 340,8 mm346,3 mm 340,8 mm346,3 mm
Einbauhöhe Gabel 522 mm 541 mm 541 mm 541 mm 541 mm 541 mm 541 mm
Gabel-Offset 44 mm 43 mm 43 mm 43 mm 43 mm 43 mm 43 mm
Federweg (hinten) 120 mm 120 mm 120 mm 120 mm 120 mm 120 mm 120 mm
Federweg (vorn) 130 mm 130 mm 130 mm 130 mm 130 mm 130 mm 130 mm

Ausstattung

In insgesamt sieben verschiedenen Ausstattungen bietet Trek das Top Fuel fürs Modelljahr 2023 an – diese setzen überwiegend auf Federgabeln mit 130 mm Federweg, während in unserem 9.9er-Modell aus dem Jahr 2022 noch eine RockShox SID Ultimate mit 120 mm verbaut ist. Den Federweg am Heck verwaltet dazu passend ein RockShox Deluxe Ultimate RCT-Dämpfer. Hauseigene Bontrager Line Pro 30 Carbon-Laufräder und griffige XR4-Reifen sollen einen optimalen Kompromiss aus Vortrieb und Traktion bieten, während am edelsten Top Fuel standesgemäß mit einer elektrischen SRAM XX1 AXS-Gruppe geschaltet wird. Das einteilige Bontrager RSL-Cockpit macht einiges her – auch wenn wir uns bis heute fragen, weshalb man an einem Rad dieser Kategorie eine Lenker-Breite von 820 mm verbauen muss.

Im Gegensatz zu unserem Testbike ist die Serien-Version mit einer kabellosen RockShox Reverb versehen. Und auch wenn eine hitzige Diskussion in den Kommentaren ohnehin unvermeidlich ist, sei zu unserer und Treks Verteidigung an dieser Stelle erwähnt, dass wir eigentlich eine deutlich günstigere und vernünftigere Ausführung des Top Fuel für den Test bestellt hatten. Aufgrund eines selbst verschuldeten Defekts mussten wir das Testbike kurzfristig umtauschen, sodass Trek uns die absolute Vollgas-Nobel-Version zur Verfügung gestellt hat. Los geht der Einstieg in die Top Fuel-Welt übrigens bei 2.599 €.

  • Federgabel RockShox SID Ultimate (120 mm)
  • Dämpfer RockShox Ultimate RCT (120 mm)
  • Antrieb SRAM XX1 AXS
  • Bremsen SRAM G2 Ultimate
  • Laufräder Bontrager Line Pro 30
  • Reifen Bontrager XR4
  • Cockpit Bontrager RSL (45 mm x 720 mm)
  • Sattelstütze Bontrager Line Elite (170 mm)
In unserem Testbike ist eine RockShox SID Ultimate mit 120 mm Federweg verbaut
# In unserem Testbike ist eine RockShox SID Ultimate mit 120 mm Federweg verbaut - fürs Modelljahr 2023 setzt Trek hier stärker auf die Pike mit 130 mm.
Der RockShox Deluxe Ultimate-Dämpfer verwaltet die 120 mm am Heck unseres Modells
# Der RockShox Deluxe Ultimate-Dämpfer verwaltet die 120 mm am Heck unseres Modells - einen kabelgebunden Lockout gibt es nicht.
Nobler geht's kaum: Die kabellose SRAM XX1 AXS-Schaltgruppe ist einer der Gründe, wieso das Top-Modell deutlich über 10.000 € kostet.
# Nobler geht's kaum: Die kabellose SRAM XX1 AXS-Schaltgruppe ist einer der Gründe, wieso das Top-Modell deutlich über 10.000 € kostet.
Bei den Laufrädern setzt Trek auf hauseigene Bontrager-Modelle
# Bei den Laufrädern setzt Trek auf hauseigene Bontrager-Modelle - dass diese aus Carbon sind, versteht sich praktisch von selbst.
Für Fans von hohen Geschwindigkeiten sind die SRAM G2 Ultimate-Bremsen wie geschaffen.
# Für Fans von hohen Geschwindigkeiten sind die SRAM G2 Ultimate-Bremsen wie geschaffen.
Beim einteiligen Bontrager RSL-Cockpit verschmilzen Vorbau und Lenker zu einer schicken wie futuristischen Einheit.
# Beim einteiligen Bontrager RSL-Cockpit verschmilzen Vorbau und Lenker zu einer schicken wie futuristischen Einheit.

Auf dem Trail

Wie aufmerksamen Leser*innen sicherlich nicht entgangen ist, hat Trek beim Top Fuel den Fokus in den letzten Jahren mehr und mehr verschoben – weg vom ultraleichten, effizienten XC Race-Bike hin zum Trail-Wolf im Down Country-Pelz. Trotzdem sollte ein Rad dieser Federwegs-Klasse möglichst gut und effizient klettern, damit es sich spürbar von einem gewöhnlichen Trail-Bike unterscheidet. Und keine Frage: Das Trek Top Fuel macht im Uphill eine hervorragende Figur.

Für trailige Down Country-Verhältnisse klettert das Trek Top Fuel gut und effizient
# Für trailige Down Country-Verhältnisse klettert das Trek Top Fuel gut und effizient - die leicht hecklastige Sitzposition hat uns sehr zugesagt und bei Zwischensprints hat man das Rad schnell beschleunigt. Auch technische Sektionen meistert das Rad problemlos.

Die Sitzposition fällt optimal aus, um viel Druck auf die Pedale zu bringen und effizient gen Gipfel zu stürmen. Dabei tritt man leicht von hinten, sodass auch in flachem oder leicht hügeligen Gelände nicht zu viel Last auf den Armen und Händen ist. Das leichte Wippen der Federelemente lässt sich mit einem schnellen Handgriff komplett eliminieren – gerade dann geht das Top Fuel vorwärts, als hätte man den teuersten Edelstoff getankt. Wir sind das Top Fuel aber größtenteils im offenen Modus gefahren und haben uns vor allem in technischen Anstiegen an der zusätzlichen Traktion erfreut.

Dass das Top Fuel letztlich nicht wirklich in Cross Country-Dimensionen vordringt, liegt auch an den verbauten Bontrager XR4-Reifen, die mit einem Gewicht von rund 800 Gramm eher in eine Allround-Richtung gehen. Außerdem verzichtet Trek auf einen vom Lenker aus bedienbaren Lockout der Federelemente. Gestört haben uns diese beiden Tatsachen während des Tests nicht. Sie unterstreichen aber ebenfalls den Wandel des Top Fuel hin zur messerscharfen Trail-Rakete.

Auf schnellen, nicht allzu ruppigen Trails ist das Top Fuel voll in seinem Element
# Auf schnellen, nicht allzu ruppigen Trails ist das Top Fuel voll in seinem Element - hier überzeugen das definierte Heck und die ausgezeichnete Balance voll und ganz. Kleine Wurzeln verwandeln sich so fast schon zwangsläufig in Absprünge und man hat einfach jede Menge Spaß.

Auch bergab vermittelt das Trek Top Fuel vom ersten Meter an ein schnelles wie souveränes Gefühl. Man benötigt keine lange Eingewöhnungszeit, um die schwarze Short Travel-Maschine auf hohe Geschwindigkeiten zu bringen und mit diesen selbstbewusst auch in haarige Sektionen einzubiegen. Die Kombination aus Laufruhe, Agilität und einem aktiven Fahrwerk, das viel Gegenhalt bietet, ohne jeden Schlag direkt weiterzureichen, ist unserer Meinung nach exzellent gelungen. Das Trek Top Fuel fühlt sich dabei ziemlich genau so an, wie man es sich idealerweise von einem Rad dieser Kategorie vorstellt: Deutlich potenter und bergab schneller als ein XC-Bike, aber auch spürbar anders und agiler als ein Trail-Allrounder.

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Insbesondere in flacherem Gelände kann man so mit dem Trek Top Fuel förmlich über den Trail fliegen und in hohe Geschwindigkeitsdimensionen vordringen. Hier an einer Kante abziehen, dort das Wurzelfeld einfach überspringen? Kein Problem. Auch auf flachen Kurven und bei schnellen Richtungswechseln macht das Top Fuel eine sehr gute Figur. Ähnlich wie der große Trail-Bruder Trek Fuel EX lässt sich das Top Fuel ganz hervorragend pushen und präzise über den Trail navigieren.

Werden die Schläge härter und vor allem hochfrequenter, muss man den edlen und einteiligen Bontrager RSL-Lenker ziemlich fest umschließen – und vermutlich am Ende der Abfahrt die Arme ausschütteln. Geometrie und Fahrwerk sind gut ausbalanciert, aber 120 mm Federweg können auf Dauer anstrengend sein. Die von Haus aus verbauten Bontrager-Griffe sind dünn, hart und wenig gedämpft. Das hat nicht gerade zum Komfort beigetragen – andere Griffe haben hier für eine spürbare Verbesserung gesorgt. Optisch wirkt das einteilige Cockpit wie aus einem Guss, doch die Kehrseite der Medaille ist die fehlende Anpassbarkeit.

Das Top Fuel lässt sich verspielt über den Trail zirkeln oder durch die Lüfte manövrieren.
# Das Top Fuel lässt sich verspielt über den Trail zirkeln oder durch die Lüfte manövrieren.
Auf Trails mit schnell aufeinanderfolgenden Schlägen muss man den Lenker etwas fester umgreifen.
# Auf Trails mit schnell aufeinanderfolgenden Schlägen muss man den Lenker etwas fester umgreifen.

Generell hat sich beim ausführlichen Test des High End-Modells der Eindruck unseres ersten Tests der sage und schreibe 8.000 € günstigeren Alu-Version bestätigt: Das Top Fuel ist ein spaßiges Rad, dessen Hinterbau-Performance sehr überzeugen kann. Und natürlich ist unser Testbike mit einem Gewicht von rund 12 kg deutlich leichtfüßiger und agiler unterwegs als die 14,4 kg schwere Alu-Version. Wer allerdings viel Wert auf ein möglichst leichtes und effizientes Bike legt (und so viel Geld auf der hohen Kante hat), der wird wohl zu einem anderen Bike greifen. Legt man hingegen den Fokus auf einen kurzhubigen Allrounder und findet Features wie ein Staufach im Unterrohr oder ein geschraubtes Tretlager wichtiger als einen Remote Lockout, dann dürfte man am Trek Top Fuel sehr viel Freude haben. Betrachtet man das Top Fuel wie wir eher durch eine Enduro-Brille, dann kann man über das Gewicht problemlos hinwegsehen.

Solange das Gefälle nicht allzu steil ist, lässt es sich mit dem Top Fuel wunderbar durch den Loam fräsen
# Solange das Gefälle nicht allzu steil ist, lässt es sich mit dem Top Fuel wunderbar durch den Loam fräsen - das Top Fuel unterscheidet sich spürbar vom großen Bruder Fuel EX, vermittelt aber trotzdem viel Sicherheit. Auf härteren oder steileren Trails haben sich die moderate Geometrie und der Federweg als limitierende Elemente erwiesen.

Im Vergleich

Eines der spannendsten Down Country-Bikes des Jahres ist mit Sicherheit das Rocky Mountain Element, das in unserem Test bereits sehr überzeugen konnte (zum Artikel: Rocky Mountain Element Test). Wir konnten beide Bikes im selben Zeitraum und teils auf denselben Trails fahren. Beide Räder haben uns regelmäßig ein Grinsen ins Gesicht gezaubert – sie unterscheiden sich aber spürbar voneinander, obwohl beide über 120 mm Federweg am Heck verfügen. Das Trek hat in der Uphill-Wertung die Nase vorn, da es etwas zügiger klettert, leichter ist und die Geometrie in technischen Anstiegen etwas stimmiger ist.

Dem Rocky Mountain Element merkt man seine kanadischen Wurzeln deutlich an. Es geht in eine abfahrtslastigere Richtung und kann dementsprechend bergauf und in der Allround-Wertung nicht ganz mit dem Top Fuel mithalten
# Dem Rocky Mountain Element merkt man seine kanadischen Wurzeln deutlich an. Es geht in eine abfahrtslastigere Richtung und kann dementsprechend bergauf und in der Allround-Wertung nicht ganz mit dem Top Fuel mithalten - wer jedoch den Uphill vor allem für den Downhill fährt, wird vom Element hellauf begeistert sein. In steilem Terrain hat das Rocky Mountain Vorteile gegenüber dem Trek.

Auch insgesamt macht das Trek Top Fuel einen harmonischeren Allround-Eindruck: Federweg, Geometrie und Hinterbau-Performance passen hier optimal zusammen. Das Rocky Mountain ist auf dem Trail die etwas „unvernünftigere” Wahl und geht stärker in eine Mikro-Enduro-Richtung. Der Hinterbau des kanadischen Down Country-Bikes gibt den knapp bemessenen Federweg etwas großzügiger frei und vermittelt bergab mehr Sicherheit. Ausflüge in Enduro-Terrain gelingen mit beiden Rädern. Das Rocky Mountain fühlt sich hier aber deutlich wohler und ist noch dann voll in seinem Element, wenn man mit einem typischen Down Country-Bike die Segel streichen muss. Preislich spielen beide Bikes definitiv in der Champions League, doch das Rocky Mountain bietet kostentechnisch das attraktivere Paket.

Das Arc8 Evolve FS ist ein weiterer spannender Vertreter der Down Country-Kategorie
# Das Arc8 Evolve FS ist ein weiterer spannender Vertreter der Down Country-Kategorie - das progressive Rad aus der Schweiz kombiniert einen knapperen Federweg am Heck mit einem interessanten Hinterbau-Konzept und einer ziemlich radikalen Geometrie. Leichtbau-Fans dürften beim Evolve eher auf ihre Kosten kommen.

Das ist uns aufgefallen

  • Preis-Leistung Keine Frage: Die getestete Edel-Variante des Top Fuel ist mit einem Preis jenseits der 12.000 € fast schon obszön teuer. Generell ist das neue Top Fuel leider keine günstige Angelegenheit. Einen vernünftigeren Eindruck macht beispielsweise das 9.8 XT mit Carbon-Rahmen, RockShox-Fahrwerk und namensgebenden Shimano XT-Anbauteilen. Die gehobene Mittelklasse kostet bei Trek allerdings noch immer 7.799 € – Autsch!
  • 120 oder 130 mm? Unser Top Fuel war mit einer RockShox SID Ultimate mit 120 mm Federweg ausgestattet. Für 2023 schickt Trek das Bike aber überwiegend mit 130 mm-Gabeln ins Rennen und setzt auf die Pike statt auf die SID. Für uns haben sich die 120 mm vorne und hinten harmonisch angefühlt, auch wenn die Front im Vergleich zum Heck schneller ins Straucheln geraten ist. 130 mm dürften Abhilfe schaffen, aber natürlich auch das Gewicht erhöhen und den Charakter stärker bergab verschieben. Wir haben das Top Fuel nicht gerade geschont und hatten gegen Ende des Testzeitraums Spiel in den Buchsen der SID. Je nach Gangart dürfte die Pike die stimmigere Wahl sein.
  • Bontrager XR4-Reifen Mit einem Gewicht von etwa 800 Gramm würde man die Bontrager XR4 definitiv nicht auf der Rennstrecke verwenden. Doch für das von Trek angedachte Einsatzgebiet Fast Trail sind die XR4 eine hervorragende Wahl, die uns sehr positiv überrascht hat. Auf praktisch allen Untergründen haben die Reifen ordentlich Traktion geboten und auch einige Durchschläge auf die Felge schadlos überstanden. So lässt sich über den etwas höheren Rollwiderstand bergauf wunderbar hinwegsehen.
  • Cockpit und Griffe Das einteilige Bontrager RSL-Cockpit mit integriertem Vorbau ist verdammt schick, keine Frage. Doch für die 820 mm wäre wohl nicht einmal Keek breit genug. Außerdem lassen sich Sweep und Rise nicht mal eben verstellen. Wir würden deshalb ein traditionelles, zweiteiliges Cockpit bevorzugen und auf jeden Fall als erste Amtshandlung weichere Griffe mit mehr Dämpfung montieren.
Das Bontrager RSL-Cockpit macht einiges her, lässt sich aber nur bedingt einstellen
# Das Bontrager RSL-Cockpit macht einiges her, lässt sich aber nur bedingt einstellen - dieser Kritikpunkt trifft freilich auf alle einteiligen Lenker-Vorbau-Kombinationen zu. Zwecks Anpassbarkeit würden wir ein traditionelles Setup bevorzugen.
Die Bontrager XR4-Reifen haben uns positiv überrascht
# Die Bontrager XR4-Reifen haben uns positiv überrascht - sie haben uns in praktisch keiner Lebenslage im Stich gelassen und auch einige Durchschläge auf die Felge ohne zu murren weggesteckt.

Fazit – Trek Top Fuel

Das Trek Top Fuel ist in seiner neuesten Evolutionsstufe ein stimmiges und sehr spaßiges Bike, auf dem man eine Vielzahl von Trails mit hohen Geschwindigkeiten unter die Stollen nehmen kann. Es glänzt dank seines vergleichsweise moderaten Ansatzes als Down Country-Allrounder und überzeugt mit einer gelungenen Balance von Geometrie und Fahrwerk. Es gibt zwar Down Country-Konkurrenten, die bergauf oder bergab noch eine Spur besser unterwegs sind – doch das Trek Top Fuel stellt eine hervorragende Basis dar, um das Rad nach seinen eigenen Bedürfnissen anzupassen. Leider hat das flotte Trail-Vergnügen auch einen hohen Preis.

Pro
  • gelungene Balance aus Geometrie und Fahrwerk
  • gute Allround-Fähigkeiten
  • durchdachte Details, die auch an der Alu-Version zu finden sind
Contra
  • hoher Preis
  • keine optimale Wahl für Grammfuchser
Mit dem Top Fuel kann man verdammt viel Spaß haben und, die passenden Trails vorausgesetzt, trägen Bikes mit mehr Hub sogar ordentlich um die Ohren fahren
# Mit dem Top Fuel kann man verdammt viel Spaß haben und, die passenden Trails vorausgesetzt, trägen Bikes mit mehr Hub sogar ordentlich um die Ohren fahren - auch bergauf hinterlässt das Trek einen sehr positiven Eindruck. Für unserem Geschmack kommt es dem Ideal eines Down Country- und Short Travel Trail-Allrounders recht nahe. Nur schade, dass sich Trek auch finanziell an den aktuellen Sprit-Preisen orientiert hat.

Top Fuel oder Flop Fuel: Was sagst du zum Down Country-Bike von Trek?


Testablauf

Wir haben das Trek Top Fuel auf unseren Hometrails im Taunus und in Bad Kreuznach sowie im Greenhill Bikepark in Schmallenberg über einen Zeitraum von mehreren Wochen getestet. Die meisten Höhenmeter wurden dabei aus eigener Kraft zurückgelegt. Die Test-Bedingungen waren überwiegend sommerlich-trocken.

Hier haben wir das Trek Top Fuel getestet

  • Taunus, Hessen Naturbelassene Trails mit zahlreichen Wurzeln und Steinen von flach bis steil
  • Greenhill Bikepark, Nordrhein-Westfalen Abwechslungsreiche teilweise gebaute, teilweise naturbelassene Trails mit Anliegern, Wellen, Sprüngen, Wurzelteppichen und offenem Boden
Tester-Profil: Christian Franke
65,5 cm83 kg88 cm72 cm184 cm
Christian ist Jahrgang 1986 und verdient seine Brötchen als Berufsschullehrer für Zweiradmechatroniker und Fahrradmonteure. Auch in seiner Freizeit spielen Zweiräder bei ihm eine große Rolle. Dementsprechend trifft man den MTB-Narr, wenn er nicht gerade dabei ist seine Vespa zu zerlegen, mit dem Enduro-Bike im heimischen Taunus an.
Fahrstil
verspielt, immer auf der Suche nach der nächsten Shralp-Kurve
Ich fahre hauptsächlich
Enduro
Vorlieben beim Fahrwerk
flotter Rebound, wenig Compression, hinten etwas softer als vorne
Vorlieben bei der Geometrie
Lenkwinkel flach, aber nicht zu flach, mittellange Kettenstreben, Reach lieber etwas kürzer als zu lang

Tester-Profil: Arne Koop
67 cm74 kg87 cm63 cm184 cm
Arne ist seit 2010 auf dem Mountainbike unterwegs. Am liebsten scheucht er Enduro- oder Trailbikes auf ruppigen, natürlichen Trails bergab. Wenn sich die Gelegenheit bietet, springt er jedoch liebend gern aufs Downhill-Bike oder dreht eine Runde mit dem Rennrad.
Fahrstil
sauber, hohes Grundtempo
Ich fahre hauptsächlich
Enduro, Downhill
Vorlieben beim Fahrwerk
vorne straffer als hinten, schneller Rebound, nicht zu viel Dämpfung
Vorlieben bei der Geometrie
geräumiger Reach, keine zu kurzen Kettenstreben, flacher Lenkwinkel

Tester-Profil: Moritz Zimmermann
61 cm93 kg85 cm61 cm186 cm
Moritz ist seit vielen Jahren auf dem Mountainbike unterwegs – vor allem auf Enduro- und Trailbikes, gerne aber auch im Bike Park.
Fahrstil
Räder auf dem Boden, saubere Linienwahl
Ich fahre hauptsächlich
Trail, Enduro
Vorlieben beim Fahrwerk
relativ straff mit viel Dämpfung, Heck eher langsam
Vorlieben bei der Geometrie
mittellanges Oberrohr, hoher Stack, lange Kettenstreben, flacher Lenkwinkel

  1. benutzerbild

    JensDey

    dabei seit 01/2016

    Boah 6 Seiten Preisgejammer.

    Die Preise sind doch für ein US Bike nicht überraschend?
    Wir haben Inflation, der Dollar geht hoch.

    Trek war auch schon immer etwas schwerer aber dafür sehr robust. (136kg).

    Schade das kaum über das Bike als solches gesprochen wird.
    Und du?
  2. benutzerbild

    null-2wo

    dabei seit 04/2011

    136kg
    da macht jemand seinem usernamen alle ehre smilie
  3. benutzerbild

    systemgewicht

    dabei seit 04/2015

    da macht jemand seinem usernamen alle ehre smilie
    Wer 70kg wiegt braucht es nicht.
  4. benutzerbild

    Helselot

    dabei seit 09/2019

    Ich finde das Rad optisch sehr schön, weil es der alten Trek Rahmenform treu bleibt. Für gemäßigte Touren mit hohem Uphill-Anteil ist das sicher ein ideales Gefährt. Die Preise sind natürlich irre, aber es gibt ja Gott sei Dank auch noch Einsteigermodelle zu bezahlbaren Preisen. Ich fahre schon einige Jahre das Remedy 8 (aktuell zum 2ten Mal) und muss sagen, dass Trek schon sehr gute Räder baut und ich damit mehr als zufrieden bin. Ich habe mich damals beim Parkplatz-Test beim Händler draufgesetzt und es hat einfach von Anfang perfekt gepasst. Trek baut sehr robuste Rahmen und der Händlersupport ist für mich als Techniklaien schon sehr wichtig. Ich bin gespannt, wenn ich in ein paar Jahren wieder ein neues Bike brauche, ob Trek seitens der aktuellen Preisentwicklung überhaupt noch leistbar ist für mich. Aktuell bin ich mit meinem neuen Remedy noch super versorgt und das Rad hat alles, was ich will.
  5. benutzerbild

    Wipeout267

    dabei seit 06/2007

    @Moritz
    Kleiner Hinweis zu, aus meiner Sicht, wichtigen Details, die nicht erwähnt sind:
    • neuer Standard bei der Kurbel (MTB Wide bei SRAM) => Kettenline von 55mm, Q-Faktor ist auch größer, soweit ich weiß
    • die Einstecktiefe von Sattelstützen ist stark limitiert, d.h. wenn man den Rahmen nach Reach auswählt, kann man unter Umständen kein Dropper mit viel Drop fahren. Die Angaben dazu bei Trek in den FAQ sind zudem falsch. Beim L Rahmen ist die maximale Einstecktiefe mit 30cm angegeben, es sind aber nur 20cm. Damit geht bei mir zum Beispiel nicht mal eine 170mm Sattelstütze bei 75cm Sitzhöhe im L Rahmen.
    Update: Leider hat mein Rahmen einen Produktionsrückstand im Sitzrohr in Näher der Dämpferaufnahme der das Eintauchen der Stütze limitiert. Die 30cm Einstecktiefe (incl. Acentuator) sind laut Trek Support korrekt und das ist ja schon einiges.

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