Neues Scott Gambler im ersten Test Downhill für Selberschrauber

Neues Scott Gambler im Test: Seit Anfang der Saison 2025 wird es im World Cup gefahren, nun rollt es auf die Ladenfläche – das neue Scott Gambler mit integriertem Dämpfer und Sechsgelenker-Hinterbau. Wir konnten das äußerst variable und – für manche überraschend – sehr schrauberfreundliche Stealth-DH-Bike bereits testen – hier gibt's die ersten Eindrücke.
Titelbild

Neues Scott Gambler: Infos und Preise

Nach dem Scott Spark, Scott Genius und Scott Ransom kommt jetzt auch das Downhill-Bike Gambler im neuen Gewand mit im Unterrohr integriertem Dämpfer auf den Markt. Das Design orientiert sich stark am Ransom – so kommt ein fast identischer Sechsgelenker-Hinterbau zum Einsatz, der nun jedoch fluffige 210 mm Federweg erzeugt. Es gibt jedoch einige spannende Unterschiede und Weiterentwicklungen, die vor allem die Servicebarkeit des futuristischen Downhill-Bikes verbessern sollen. Im Rahmen soll so ziemlich jeder aktuelle DH-Dämpfer Platz finden, zudem gibt’s Flipchips für die Kettenstrebenlänge, Geometrie und Progression und auch der Reach kann über andere Steuersatzschalen justiert werden. Man kann das zwar für Mullet-Laufräder optimierte Bike sogar als 29er fahren. Wir konnten das High-End-Modell Scott Gambler RC für 7.599 € bereits zwei Tage lang im Bikepark Châtel testen – hier gibt’s die spannenden Eindrücke.

  • Rahmenmaterial Carbon
  • Federweg 203 mm (vorn) / 210 mm (hinten)
  • Hinterbau Sechsgelenker mit integriertem Dämpfer
  • Laufradgröße Mullet (29″/27,5″, Auslieferungszustand), 29″
  • Besonderheiten im Rahmen versteckter Dämpfer, anpassbare Geometrie, Progression, Reach und Kettenstrebenlänge, integriertes Tool, integrierter Sag-Messer
  • Gewicht 16,85 kg (Größe L, gewogen)
  • Farben Grün/Lila, Grau/Braun
  • Rahmengrößen M / L / XL
  • Verfügbar ab sofort
  • www.scott-sports.com

Preis Gambler-Rahmenset: 3.999 € (UVP, inklusive Fox DHX2-Dämpfer)
Preis Gambler RC: 7.599 € (UVP)
Preis Gambler 10: 4.899 € (UVP)

Das neue Scott Gambler verfügt über einen Sechsgelenker-Hinterbau mit integriertem Dämpfer
# Das neue Scott Gambler verfügt über einen Sechsgelenker-Hinterbau mit integriertem Dämpfer – die gezeigte High-End-Version Gambler RC wechselt für überraschend moderate 7.599 € den Besitzer.
Diashow: Neues Scott Gambler im ersten Test: Das neue Privateer-Bike?
Alle Kabel wandern an den Doppelbrücken-Anschlägen in den Rahmen.
Im linearen und hohen Setting stand ich etwas zu sehr über dem Rad und habe mich nicht integriert genug gefühlt.
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Am Tretlager ist eine Sag-Anzeige angebracht
Sie werden intern in Röhrchen geführt und treten nur kurz zwischen Hauptrahmen und Sitzstrebe ans Tageslicht.
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Im Detail

Für World Cup-Fans dürfte der bauchige Look des neuen Scott Gamblers keine Überraschung sein – schließlich ist das Team bereits seit Saisonstart mit einem zum Serienrad fast identischen Prototyp unterwegs. Da es sich um das nunmehr vierte Scott-Modell mit integriertem Dämpfer handelt, zieht auch der Witz mit dem Hardtail-Downhiller nicht mehr wirklich. Trotzdem steckt das neue Gambler voller interessanter Details. Fangen wir zunächst mit dem Hinterbau-System an: Es handelt sich um ein sehr ähnliches Sechsgelenker-System wie beim Scott Ransom. Die vielen Drehpunkte sind Scott zufolge nötig, um das gewünschte Design mit einem sehr tiefen Schwerpunkt und im Rahmen geschützten Dämpfern mit den gewünschten Fahreigenschaften zu kombinieren. Ein Link dreht dabei um das Tretlager und bewegt einen außen angebrachten Sag-Messer mit, was das Set-up deutlich erleichtert.

Der Sechsgelenker-Hinterbau ist schon vom Scott Ransom bekannt
# Der Sechsgelenker-Hinterbau ist schon vom Scott Ransom bekannt – er wurde für das Gambler zusätzlich angepasst.
Obwohl der Dämpfer im Rahmen integriert ist, ist er durch zwei Klappen sehr gut zu erreichen.
# Obwohl der Dämpfer im Rahmen integriert ist, ist er durch zwei Klappen sehr gut zu erreichen.
Der Rahmen soll mit so ziemlich allen aktuellen DH-Dämpfern kompatibel sein.
# Der Rahmen soll mit so ziemlich allen aktuellen DH-Dämpfern kompatibel sein.
Am Tretlager ist eine Sag-Anzeige angebracht
# Am Tretlager ist eine Sag-Anzeige angebracht – das macht das Sag-Ablesen am DH-Bike um einiges einfacher.

Trotz knappem Bauraum kann Scott zufolge so ziemlich jeder DH-Dämpfer (mit korrektem Einbaumaß) verbaut werden. Eine große Klappe am Unterrohr (in der sich ein Multitool versteckt) sowie eine kleinere zwischen Sattelrohr und Hinterrad sorgen dafür, dass man problemlos an alle Einsteller gelangt. Im Rahmen soll der Dämpfer vor Dreck und Staub geschützt sein – Hitze sei den Scott-Ingenieuren zufolge übrigens kein Problem. Obwohl man mit Belüftungsöffnungen experimentiert hat, kommt das Serienrad komplett ohne aus. Und auch wenn Integration häufig eher der Feind des Selbstschraubers ist, möchte Scott mit dem Gambler ein echtes „Privateer-Bike“ im Angebot haben. Sämtliche Schrauben setzen auf den T30-Schlüssel und sind gut erreichbar. Außerdem sitzen alle Unterlegscheiben fest im Lager und können beim Zerlegen nicht mehr runterfallen, was tatsächlich eine spürbare Erleichterung ist. Wie von Scott gewohnt sind alle Achsen und Spacer passend beschriftet, sodass auch der Zusammenbau reibungslos klappen sollte.

Beim Pressecamp wurde uns demonstriert, wie leicht man den Hinterbau aufmachen kann
# Beim Pressecamp wurde uns demonstriert, wie leicht man den Hinterbau aufmachen kann – da die Unterlegscheiben über eine Nase im Lagerinnenring sitzen, können sie nicht herausfallen und verloren gehen. Außerdem sind alle Kleinteile beschriftet oder markiert.
Die Klappe unter dem Unterrohr lässt sich über einen verriegelten Verschluss öffnen.
# Die Klappe unter dem Unterrohr lässt sich über einen verriegelten Verschluss öffnen.
Darunter steckt der Dämpfer mit Piggyback.
# Darunter steckt der Dämpfer mit Piggyback. – In der Klappe selbst ist ein kleines Multitool untergebracht.

Sämtliche Kabel wandern durch die Doppelbrücken-Anschläge in den Rahmen und werden intern klapperfrei geführt. Nur am Hinterbau liegen sie für ein kurzes Stück offen in den Sattelstreben. Auch wenn der Rahmen ziemlich wuchtig daherkommt, hat man bei Scott viel mit der Steifigkeit experimentiert und möchte hier einen als ideal angesehenen Wert erreicht haben. Um diesen zu ermitteln, wurde in internen Versuchen eine Steifigkeits-Bibliothek angelegt. Tatsächlich soll die Bauweise mit internem Dämpfer die Carbon-Konstruktion gegenüber herkömmlichen Designs sogar vereinfachen.

Alle Kabel wandern an den Doppelbrücken-Anschlägen in den Rahmen.
# Alle Kabel wandern an den Doppelbrücken-Anschlägen in den Rahmen.
Sie werden intern in Röhrchen geführt und treten nur kurz zwischen Hauptrahmen und Sitzstrebe ans Tageslicht.
# Sie werden intern in Röhrchen geführt und treten nur kurz zwischen Hauptrahmen und Sitzstrebe ans Tageslicht.

Der Sechsgelenker-Hinterbau soll ein buttrig-weiches Ansprechverhalten mit ausreichend Gegenhalt und Progression vereinen und mit Luft und Stahlfederdämpfer harmonieren. Über einen Flipchip in der vorderen Dämpferaufnahme lässt sich entweder die Tretlagerabsenkung ändern oder auch die Progression zwischen 25 % und 30 % justieren. Das ist etwas weniger als beim Vorgänger-Modell – bei diesem haben die Team-Fahrer nämlich lieber aufs linearere Setting gesetzt. Der Anti-Squat liegt bei ca. 100 % und soll gute Pedaliereigenschaften mit wenig Pedalrückschlag verbinden. Tatsächlich empfehlen die Scott-Ingenieure kein Ochain oder Ähnliches, auch einige der Team-Fahrer – etwa Benoit Coulanges – sind inzwischen ohne Kettendämpfung unterwegs. Der Anti-Rise ist mit 50–60 % relativ gering, was für ein recht aktives Fahrwerk auf der Bremse spricht.

Über einen speziellen Flipchip kann man die Tretlagerhöhe und die Progression verstellen.
# Über einen speziellen Flipchip kann man die Tretlagerhöhe und die Progression verstellen. – Mit 25 % oder 30 % fällt das neue Gambler etwas linearer als der Vorgänger aus.
Insgesamt 3 Jahre Entwicklungszeit sollen im neuen Gambler stecken
# Insgesamt 3 Jahre Entwicklungszeit sollen im neuen Gambler stecken – seit letztem Jahr wurden 5 verschiedene Sets an Links getestet. Darüber lässt sich nicht nur die Kinematik steuern, sondern auch der Flex des Rahmens.

Wie bei den meisten aktuellen DH-Bikes wird auch beim Gambler die Anpassbarkeit großgeschrieben: Neben erwähntem Dämpfer-Flipchip gibt’s die Möglichkeit, die Kettenstrebenlänge um ganze 2 cm zu justieren. Auf der Bremsseite kommt ein Flipchip zum Einsatz, da dieser steifer sein soll als ein austauschbares Ausfallende und dieses die Bremsperformance negativ beeinflusst hätte. Am Antrieb wiederum setzt man auf ein Ausfallende mit UDH-Interface, damit ein Transmission-Schaltwerk verbaut werden kann – im kurzen Setting könnte dieses sonst nicht genug nach hinten schwingen. Da davon auszugehen ist, dass die Scott-Produkt-Manager deutlich besser über kommende Produkte von SRAM informiert sind als unsereins, ist das ein sehr, sehr starker Hinweis auf ein kommendes Direct-Mount-DH-Schaltwerk von SRAM.

Die Kettenstreben können um ganze 2 cm justiert werden.
# Die Kettenstreben können um ganze 2 cm justiert werden. – Links kommt ein Flipchip zum Einsatz, um die Bremse auf der steiferen Sattelstrebe montieren zu können.
Rechts wiederum ein austauschbares Ausfallende.
# Rechts wiederum ein austauschbares Ausfallende. – Dieses ist nötig, um auch im kurzen Setting ein SRAM-Direct-Mount-Schaltwerk zu fahren. Dieses gibt es bisher aber noch gar nicht als DH-Version. Scott scheint da aber mehr zu wissen als wir …

Weitere Einstellmöglichkeiten gibt’s durch die im Lieferumfang inkludierten Offset-Steuersatz-Schalen für ±6 mm Reach-Anpassung. Diese müssen allerdings verpresst werden – ein System, bei dem die Schalen nur ins Steuerrohr gelegt werden, wie etwa am Giant Glory (Test) oder Santa Cruz V10 (Test) war den Scott-Ingenieuren zufolge zu anfällig für Knarz-Geräusche, auch wenn ich davon bisher nicht berichten kann. Und auch wenn das Gambler als Mullet-Bike mit 27,5″-Hinterrad entwickelt wurde, ist es in bestimmten Flipchip-Settings möglich, es als 29er zu fahren.

Im Lieferumfang sind auch ±6 mm Steuersatzschalen
# Im Lieferumfang sind auch ±6 mm Steuersatzschalen – diese müssen allerdings verpresst werden. Die Grafik erscheint etwas überflüssig … das dürfte noch jeder begreifen, was lang und was kurz ist.

Interessant ist die Flaschenhalter-Aufnahme auf dem Unterrohr, an der etwa ein Telemetrie-System oder Ersatzteile untergebracht werden können. Dazu gibt’s einen Scott-eigenen Bashguard, der laut Scott im hauseigenen Labor (hier geht’s zum Scott-Hausbesuch) ebenso wie die Kunststoff-Abdeckungen exzessiv getestet worden ist. Zu diesem Zweck hat man vor einiger Zeit bereits eine eigene Kunststoff-Entwicklungsabteilung ins Leben gerufen. Wer übrigens in den Rahmen hineinfasst, wird merken, dass dieser innen genauso smooth wie außen ist. Das liegt am neuen Carbon-Verfahren von Scott, bei dem die Lagen direkt auf einen Kunststoff-Kern gelegt werden, der nach dem Backen aus der Form gezogen werden kann. Das Verfahren wurde letztes Jahr mit dem Scott Addict vorgestellt und soll unnötige Materialanhäufungen vermeiden – weitere Infos gibt’s im Artikel auf Rennrad-News.de.

Der Bashguard wurde vom Scott-Kunststoff-Team entwickelt und getestet und ist am unteren Link befestigt.
# Der Bashguard wurde vom Scott-Kunststoff-Team entwickelt und getestet und ist am unteren Link befestigt.
Natürlich ist der Hinterbau im Bereich der Kette mit Gummischützern bedeckt.
# Natürlich ist der Hinterbau im Bereich der Kette mit Gummischützern bedeckt.
Im Inneren ist der Gambler-Rahmen absolut smooth
# Im Inneren ist der Gambler-Rahmen absolut smooth – das liegt an einem neuen Fertigungsverfahren. Die Carbonlagen werden auf diesen Kunststoff-Dummy gelegt. Nach dem Backen wird er nochmals erwärmt und ist dann weich genug, um aus dem Rahmen gezogen zu werden.

Geometrie

Wie so viele aktuelle Downhill-Bikes ist auch das neue Scott Gambler hochgradig anpassbar. Es wird in drei Rahmengrößen angeboten, wobei die Geometrie fast schon konservativ ausfällt. Die Reach-Werte wandern im hohen Setting von 445 mm bis 495 mm, könnten jedoch um ±6 mm verstellt werden und werden im Low-Setting spürbar kürzer. Der Stack beträgt in allen Größen eher moderate 639 mm, dazu gibt’s ein um 1,5 mm angehobenes bis 14 mm abgesenktes Tretlager. Die Kettenstrebenlänge variiert zwischen ca. 460–440 mm, was beides eher auf der langen Seite ist. Der Lenkwinkel liegt bei 62,5–63,5°. Im tiefen Setting kann man das Gambler auch als 29er fahren, was das Tretlager dann allerdings entsprechend anhebt.

Geometrie – Mullet

Rahmengröße M
L
XL
Laufradgröße Mullet 29/27,5 Mullet 29/27,5 Mullet 29/27,5
Reach 445 mm433 mm 470 mm458 mm 495 mm483 mm
Stack 639 mm648 mm 639 mm648 mm 639 mm648 mm
STR 1,441,50 1,361,41 1,291,34
Lenkwinkel 63,5°62,5° 63,5°62,5° 63,5°62,5°
Steuerrohr 110 mm 110 mm 110 mm
Kettenstreben 460 mm464 mm 460 mm464 mm 460 mm464 mm
Radstand 1.275 mm1.278 mm 1.300 mm1.303 mm 1.325 mm1.328 mm
Tretlagerabsenkung 1,5 mm-14 mm 1,5 mm-14 mm 1,5 mm-14 mm
Tretlagerhöhe 361 mm345 mm 361 mm345 mm 361 mm345 mm
Einbauhöhe Gabel 611 mm 611 mm 611 mm
Federweg (hinten) 210 mm 210 mm 210 mm
Federweg (vorn) 203 mm 203 mm 203 mm

Geometrie – 29″

Rahmengröße M L XL
Laufradgröße 29″ 29″ 29″
Reach 445 mm 470 mm 495 mm
Stack 639 mm 639 mm 639 mm
STR 1,44 1,36 1,29
Lenkwinkel 63,5° 63,5° 63,5°
Steuerrohr 110 mm 110 mm 110 mm
Kettenstreben 464 mm 464 mm 464 mm
Radstand 1.278 mm 1.303 mm 1.328 mm
Tretlagerabsenkung -14 mm -14 mm -14 mm
Tretlagerhöhe 361 mm 361 mm 361 mm
Einbauhöhe Gabel 611 mm 611 mm 611 mm
Federweg (hinten) 210 mm 210 mm 210 mm
Federweg (vorn) 203 mm 203 mm

Das neue Scott Gambler wird in drei Größen ausgeliefert.
# Das neue Scott Gambler wird in drei Größen ausgeliefert.

Ausstattung

Zum Verkaufsstart bietet Scott neben einem Rahmenkit inklusive Fox DHX2-Dämpfer für sportliche 3.999 € zwei Kompletträder an: das von mir getestete Scott Gambler RC für 7.599 € und das günstigere Scott Gambler 10 für 4.899 €. Die High-End-RC-Version setzt auf ein edles Fox Factory-Fahrwerk, bestehend aus 40-Gabel und Fox DHX2-Stahlfederdämpfer. Dazu gibt’s einen SRAM X01-Antrieb mit Race Face-Kurbeln, bissigen SRAM Maven-Bremsen und einem klassischen Syncros-Cockpit. Die Maxxis Assegai/Minion DHRII-Reifen mit Downhill-Karkasse sind auf Race Face Atlas-Laufräder aufgezogen.

Scott Gambler RC
# Scott Gambler RC – das Topmodell geht für vergleichsweise günstige 7.599 € über die Ladentheke.

Das Gambler 10 bietet eine RockShox Boxxer Base-Federgabel mit dem Vivid Coil-Dämpfer und einem SRAM GX DH-Antrieb. Für Bremskraft sorgen hier die Shimano MT520-Bremsen, dazu gibt’s ebenfalls ein Syncros-Cockpit sowie Alexrims-Felgen, die auf Formula-Naben aufgespeicht sind und mit Maxxis Assegai/Minion DHRII-Reifen bestückt wurden. Das günstigere Modell setzt zudem auf Ketten- und Sitzstreben aus Aluminium, die laut Scott etwas steifer ausfallen als die Carbon-Version am Gambler RC.

Scott Gambler 10
# Scott Gambler 10 – für 4.899 € erhält man das Gambler 10 mit RockShox-Fahrwerk –außerdem bestehen Ketten- und Sitzstreben hier aus Aluminium.
Scott Gambler RCScott Gambler 10
RahmenGambler Carbon HMX, Integrated Suspension Technology, 6 Link Kinematic, Reach_BB height_CST length Adjust, UDH Interface, BB107, 12x157mm, MX ReadyGambler Carbon HMX Mainframe, Alloy 6061 Swingarm, Integrated Suspension Technology, 6 Link Kinematic, Reach_BB height_CST length Adjust, UDH Interface, BB107, 12x157mm, MX Ready
GabelFOX 40 Factory Grip X2 Air, Kashima, HSC - LSC - HSR- LSR adjustable, 20x110mm, 52mm offset, 200mm travelRockShox Boxxer Base, Rush RC /Comp. Reb. adjust, 52mm Offset, 20mm Boost thru axle, 200mm Travel
HinterbaudämpferFOX DH X2 Factory, Independent high, low comp., rebound, RVS, custom tune, 250x75mmRockShox Vivid Coil, rebound Adj., Custom tune, 250x75mm
SchaltwerkSRAM XO1 DH, Short cage, 7 SpeedSRAM GX DH, Short cage, 7 Speed
SchalthebelSRAM XO1 DH, Trigger Shifter, 7 SpeedSRAM GX DH, Trigger Shifter, 7 Speed
KurbelgarniturRaceface Atlas DM36T Alloy Chainring DM, 165mmSRAM Descendant DH DUB, 34T Steel chainring DM, 165mm
KettenführungMRP TR2 Upper Guide, SCOTT Gambler integrated BashguardMRP TR2 Upper Guide, SCOTT Gambler integrated Bashguard
TretlagerRaceface PF BB107 Double rowSRAM DUB PF MTB107, Shell 107x41mm
KetteKMC X11KMC X11
KassetteSRAM CS PG-720 DH 11-25SRAM CS PG-720 DH 11-25
BremsenSRAM Maven Silver 4 Piston Disc, SRAM HS2 Rotors F&R 200mmShimano MT520 4 Piston Disc, Shimano SM-RT76, 6 Bolt, 203mm
LenkerSyncros Hixon 1.5 DH, 35mm, 20mm Rise, 8°, 800mm, Syncros AM lock-on gripsSyncros Hixon 1.5 DH, 31.8mm, 15mm Rise, 8°, 800mm, Syncros AM lock-on grips
VorbauSyncros DH1.5, 35mm, Direct Mount 50mmSyncros DH1.5, 31.8mm, Direct Mount 50mm
SattelstützeSyncros DH1.5, 31.6mm, Alloy7050Syncros DH2.0, 31.6mm, Alloy6061
SattelSyncros Kaslo 1.5, Titanium RailsSyncros Kaslo 2.0, Crmo Rails
SteuersatzSyncros-Acros Gambler Semi integrated, DH Reach adj +-5mm with cup, ZS56/28.6-ZS56/40Syncros-Acros Gambler Semi integrated, ZS56/28.6-ZS56/40
LaufradsatzRace Face Atlas, 110x20 Boost front, 157x12 rear, 29”front, 27.5”rear, 28H, Tubeless Ready RimsFormula DHL-93 Boost, 110x20mm thru axle; Formula DHL-157, 157x12mm thru axle, sealed bearings; DT Swiss Industry, 2.0 black; Alexrims MD30 Disc, 29”front, 27.5”rear, 32H black, Tubeless Ready
VorderreifenMaxxis Assegai 29x2.5”, 2x60TPI, DH, TR, 3C Maxx GripMaxxis Assegai 29x2.5”, 2x60TPI, DH, TR, 3C Maxx Grip
HinterreifenMaxxis DHR II 27.5x2.5”, 2x60TPI, DH, TR, 3C Maxx TerraMaxxis DHR II 27.5x2.5”, 2x60TPI, DH, TR, 3C Maxx Terra
Gewicht (Herstellerangabe)16.84 kg (Tubless setup) 37.13 lbs (Tubless setup)17.54 kg (Tubless setup) 38.67 lbs (Tubless setup)

Auf dem Trail

Ich konnte das Scott Gambler RC in Größe L rund 2 Tage lang im Bikepark Châtel testen. Auch wenn der Zeitraum etwas beschränkt war, hat Scott ein großes Team aus Entwicklern und Mechanikern vor Ort gehabt, deren Support es mir erlaubt hat, fast jedes Setting des Rahmens zu testen sowie eine solide Fahrwerksabstimmung herauszufahren. Mit 1,83 m Körpergröße bin ich den recht kurzen L-Rahmen stets mit +6 mm Steuersatzschalen gefahren.

„Ihr wollt mir also erzählen, mit der Doppelbrücken-Gabel kann ich keinen X-Up machen?“
# „Ihr wollt mir also erzählen, mit der Doppelbrücken-Gabel kann ich keinen X-Up machen?“ – Derartig intelligente Fragen konnte ich dem Entwickler- und Mechaniker-Team vor Ort stellen.
In 1,5 Tagen im Bikepark Châtel konnte ich einen guten ersten Eindruck des neuen Scott Gambler gewinnen.
# In 1,5 Tagen im Bikepark Châtel konnte ich einen guten ersten Eindruck des neuen Scott Gambler gewinnen. – Der Park bietet viele Jumptrails und richtig technische Singletrails. Nur eine echte DH-Race-Strecke fehlt leider.

Ausgeliefert wird das Gambler im hohen und linearen Setting und so bin ich auch gestartet. Dazu gab’s noch die langen Kettenstreben. Bereits beim ersten Aufsitzen habe ich mich damit allerdings kaum integriert ins Bike gefühlt, was sich auf der ersten Fahrt auch bestätigt hat. Also ging’s zunächst ins tiefe Setting, dazu einen Lenker mit 1 cm mehr Rise und noch 1 cm zusätzlich über eine hochgesetzte Brücke. So habe ich mich besser integriert ins Bike gefühlt und konnte aggressiver über die Front fahren.

Im linearen und hohen Setting stand ich etwas zu sehr über dem Rad und habe mich nicht integriert genug gefühlt.
# Im linearen und hohen Setting stand ich etwas zu sehr über dem Rad und habe mich nicht integriert genug gefühlt.

Auffällig ist zunächst, wie sensibel das Gambler anspricht – beim initialen Auftreffen auf ein Hindernis könnte man sich schon fast auf einem High-Pivot-Bike wähnen. Dieses Gefühl verschwindet jedoch schnell, denn das Fahrwerk bietet eine solide Plattform mit ausreichend Gegenhalt, zudem längt sich der Hinterbau auch nicht spürbar. Stattdessen bleibt die Balance zwischen Front und Heck in den meisten Situationen erhalten. Im Vergleich zum Vorgänger ist das Gambler spürbar mehr in Richtung DH-Race gewandert und geht etwas großzügiger mit seinen 210 mm Federweg um. Nach ein paar plüschigen Zentimetern stellt sich jedoch besagter Gegenhalt ein, sodass man auch im Bikepark aktiv und verspielt fahren kann.

Der Hinterbau spricht sehr sensibel an und schluckt kleine Schläge gekonnt weg
# Der Hinterbau spricht sehr sensibel an und schluckt kleine Schläge gekonnt weg – nach einigen Zentimetern bietet er dann deutlich mehr Gegenhalt und spürbares Feedback.

Einen recht großen Unterschied macht das progressive Setting: lang, tief und progressiv wäre wohl mein präferiertes DH-Setup. Damit wird das Rad nochmal deutlich plüschiger, gleichzeitig setzt der Gegenhalt zwar spürbarer, aber nicht zu abrupt ein, wie es bei manchen sehr progressiven Bikes der Fall sein kann. Leider bietet Châtel keine richtig schnellen, ausgeballerten DH-Strecken, um herauszufinden, ob der Hinterbau auch im Grenzbereich so souverän agiert. Ein Testbike für weitere Runs in Schladming und Maribor ist aber schon auf dem Weg zu mir.

In Châtel gibt's viele technische Singletrails, aber (bisher) noch keine richtige DH-Race-Strecke
# In Châtel gibt's viele technische Singletrails, aber (bisher) noch keine richtige DH-Race-Strecke – im langen und tiefen Setting habe ich mich auf dem ausbalancierten Gambler sehr sicher gefühlt.

Auf den teilweise sehr feuchten Wurzeln in Châtel konnte ich feststellen, dass das neue Scott Gambler zwar keinen besonders weichen Rahmen hat, allerdings nicht so steif ist, wie man aufgrund der wuchtigen Rohre denken könnte. Aus schnellen Anliegerkurven beschleunigt das Bike sehr souverän, ich hatte aber nie das Gefühl, auf Wurzelfeldern wie ein Ping-Pong-Ball hin- und hergeworfen zu werden. Der Rahmen fühlt sich straff, aber nicht starr an. So machen die teilweise sehr schnellen Bikepark- und Jump-Strecken in Châtel richtig Laune: Das Gambler fühlt sich gut ausbalanciert an und liegt sehr souverän in der Luft.

Auf den schnellen Jump-Trails in Chatel macht das Gambler richtig Laune
# Auf den schnellen Jump-Trails in Chatel macht das Gambler richtig Laune – es ist sicher kein ausgewiesenes Parkbike, geht aber gut in die Luft und lässt sich gut beschleunigen.

Im Downhill-Einsatz würde ich wohl die langen Kettenstreben bevorzugen, im Bikepark oder auf technischen Singletrails – von denen es in Châtel mehr als genug gibt – ergibt das kürzere 440 mm-Setting allerdings mehr Sinn. Damit habe ich mich nicht ganz so integriert ins Bike gefühlt, war aber wendiger unterwegs. Recht merkwürdig war nur die Kombination aus kurz und progressiv, wovon Scott auch abrät. Beim Anbremsen blieb das Gambler recht aktiv, hat sich in Bremswellen teilweise jedoch etwas aufgeschaukelt – allerdings würde ich tendenziell zu einer härteren als der 450 lbs Feder greifen, was vermutlich schon deutlich mehr Ruhe ins Bike bringen würde.

In den teilweise sehr engen Kurven in Châtel ergeben die 440 mm Kettenstreben mehr Sinn
# In den teilweise sehr engen Kurven in Châtel ergeben die 440 mm Kettenstreben mehr Sinn – interessanterweise habe ich mich aber im sehr langen 460 mm-Setting ziemlich gut ins Bike integriert gefühlt.

Im Vergleich

Nur einige Monate älter als das Scott Gambler ist das neue Sender (Canyon Sender Test). Der High-Pivot-Eingelenker fährt sich deutlich spezieller und benötigt spürbar mehr Eingewöhnung. Während das Gambler mit einer guten Balance zwischen Front und Heck glänzt und sich relativ ausgewogen und neutral fährt, verändert das Sender je nach Fahrsituation seinen Charakter etwas. Beide Räder bieten recht komplexe Anlenkungen, wobei einige Details beim Gambler etwas servicefreundlicher wirken – unter Vorbehalten, denn ich habe bisher keins der beiden Bikes zerlegt. Das Scott Gambler ist mit Sicherheit der bessere Allrounder, während das Canyon Sender ein Spezialist für bestimmte Highspeed-Strecken ist.

Das ist uns aufgefallen

  • Dämpfer-Erreichbarkeit Gerade der neue Fox DHX2 ist nicht immer ideal einstellbar – am Scott Gambler kommt man allerdings perfekt an alle Rädchen ran.
  • Servicebarkeit Diese ist von allem, was ich bisher sehen konnte, sehr gut! Beim Zerlegen fallen keine Unterlegscheiben raus, alles ist gut erreichbar, es gibt ein integriertes Multitool, mit dem sich sogar der Flipchip auf dem Trail verstellen lässt und man kommt exzellent an alle Dämpfer-Einsteller heran.
  • Geometrie Das Gambler fällt für ein modernes DH-Bike fast schon kurz aus. Persönlich liege ich mit meinen Präferenzen diesmal sogar zwischen L und XL (sonst zwischen M und L) und würde wohl zum größeren Rahmen (mit -6 mm Steuersatz) greifen, da ich das tiefe Geometrie-Setting bevorzuge und dieses den Reach schrumpfen lässt. Scott ist wohl offen dafür, einen XXL-Rahmen zu produzieren, da aber nicht mal der groß gewachsene Benoit Coulanges diesen möchte, hat man bisher keinen Sinn darin gesehen.
  • Kettenstrebenlänge 2 cm Verstellbereich ist ziemlich viel. Das Team hat wohl auch mit mittleren Settings gespielt, allerdings sind alle Fahrer bei den Extremen gelandet. Auf Bikepark-Strecken wie in Châtel würde ich ohne Frage das kurze Setting wählen, auf einer modernen, schnellen DH-Strecke jedoch immer das lange.
  • Geräuschkulisse Es gibt keine … fast jedenfalls. Der Freilauf der Race Face-Naben ist beim Anbremsen leicht klackernd zu hören, was bei mir die Frage aufwirft, ob ein Ochain oder Ähnliches nicht doch einen Versuch wert wäre?
  • Preis-/Leistung Das High-End-Modell Gambler RC ist mit 7.599 € überraschend preiswert – beachtet man den sehr aufwendig konstruierten Rahmen und die sehr gute Ausstattung. Das Rahmenset ist zum Verkaufsstart mit 3.999 € allerdings nicht gerade günstig. Das Gambler 10-Modell für 4.899 € wiederum macht bereits recht spürbare Abstriche bei der Ausstattung.
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Fazit – Scott Gambler

Ist das Scott Gambler wirklich das neue Privateer-Bike? Auch wenn viele Selbstschrauber der von Scott auf die Spitze getriebenen Integration gegenüber skeptisch sind, lohnt es sich, das neue Gambler genauer anzusehen. Es ist offensichtlich einiges an Gehirnschmalz in die Detail-Lösungen geflossen, und auch das Fahrverhalten des Race-Boliden kann im ersten Test voll überzeugen. Der Hinterbau spricht äußerst sensibel an und bietet frühzeitig Gegenhalt, wodurch das Gambler mit einem gelungenen Mix aus Grip und guter Beschleunigung glänzt. In den kommenden Wochen werden wir weitere Testeindrücke auf harten Downhill-Pisten sammeln.

Der erste Eindruck des Scott Gamblers war mehr als positiv
# Der erste Eindruck des Scott Gamblers war mehr als positiv – der Hinterbau arbeitet sehr feinfühlig und ausbalanciert. In den kommenden Wochen werden wir das DH-Bike auf Herz und Nieren testen.

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86 Kommentare

» Alle Kommentare im Forum
  1. Was denn für ein Sockel 😂😂😂
    Ok, war falsch geroutet
    Aber nicht so falsch wie du dachtest 😛
    https://parano-garage.de/Bremssockel-Sets
  2. so ist es in der Schweiz,die spielen mit allen gerne verstecken

  3. Die Ingenieure bei Scott scheinen sich dem Thema "Service Freundlichkeit" angenommen zu haben. Die ersten Rahmen mit den integrierten Dämpfern haben mich abgeschreckt. Bei diesem Rahmen scheint man die Bedürfnisse der Schrauber im Blick gehabt zu haben.

    in bezug auf die Scott Serie, aber doch sicher nicht allgemein - oder? Was wäre dann z.b. ein RAAW Madonna?!?
  4. in bezug auf die Scott Serie, aber doch sicher nicht allgemein - oder? Was wäre dann z.b. ein RAAW Madonna?!?
    Nur in Bezug auf Scott
  5. I've been riding the new Scott Spark RC for three years now. I know – different bike. Anyway, regarding the hidden shock. Point 1: Every time I ride, people ask me what e-bike I'm riding. It gets really annoying after a while. Point 2: As soon as it's muddy and dirty, you don't feel like opening the muddy access panel, turning the bike upside down, and adjusting anything. Oddly enough, this is rarely the case in dry conditions, and even in my home workshop, adjusting the shock is a pain. This leads people to simply make fewer adjustments, which is a shame. I'm actually a big Scott fan, but their bikes are becoming increasingly complex. I'm not even talking about servicing. Just adjusting things is simply complicated and annoying. Another example: having to remove the brake caliper to change the brake pads. Just annoying. Once the bike is set up and you don't have to change anything or do any servicing, the Spark, and I'm sure the Gambler too, is fantastic But as soon as you have to adjust, change, adapt, optimize, repair, or maintain anything, it just becomes annoying. Unfortunately, for me, that ends up outweighing the benefits, and I end up with more trouble than fun with the bike.
    I've also had a Scott Spark RC for over two years. I do all my own maintenance without any problems. On the rare occasions that I want to adjust the shock, I do it before leaving home or extremely occasionally out on the trail where I'm able to remove a cover with one turn of the locking mechanism. I last serviced it in the winter of 2024, and despite putting over 2000 km on it, I haven't had to do anything except change the brake pads. Luckily, I can find 10 minutes to spare to do that, and turning and tightening a couple of bolts is well within my capabilities. Once I understood the design, I found that it's not complex and is easy to access and service. The shock's enclosure reduces the need for frequent cleaning, and after a ride in the mud, I really appreciate how easily I can clean the bike with a bucket of water and a brush.
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