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Das Santa Cruz Megatower ist das neue 29" Enduro-Flaggschiff des kalifornischen Kult-Herstellers
Das Santa Cruz Megatower ist das neue 29" Enduro-Flaggschiff des kalifornischen Kult-Herstellers - es setzt wie gewohnt auf einen hochwertigen Carbon-Rahmen und das vom V10 oder Nomad bekannte VPP-Federungssystem. Wir sind mit dem 8.699 € teuren Megatower X01 die extrem harte Trans Provence mitgefahren.
Über einen kleinen Flipchip im unteren Dämpferauge kann man die Geometrie des Santa Cruz Megatowers um ein paar Grad und Millimeter verstellen.
Über einen kleinen Flipchip im unteren Dämpferauge kann man die Geometrie des Santa Cruz Megatowers um ein paar Grad und Millimeter verstellen.
Bei unserem 8.699 € teuren Trans Provence-Racebike werkelte an der Front die bewährte Fox 36 Performance Elite-Federgabel mit 160 mm Federweg.
Bei unserem 8.699 € teuren Trans Provence-Racebike werkelte an der Front die bewährte Fox 36 Performance Elite-Federgabel mit 160 mm Federweg.
Das Performance Elite-Modell verzichtet zwar auf die Bling-Bling-Kashima-Beschichtung des Factory-Modells
Das Performance Elite-Modell verzichtet zwar auf die Bling-Bling-Kashima-Beschichtung des Factory-Modells - im Inneren arbeitet jedoch genau dieselbe Evol-Luftkammer und Grip2-Dämpfung wie bei der High-End-Federgabel.
Die 160 mm VPP-Federweg am Heck kontrolliert ein RockShox Super Deluxe Ultimate-Dämpfer
Die 160 mm VPP-Federweg am Heck kontrolliert ein RockShox Super Deluxe Ultimate-Dämpfer - theoretisch kann das Bike auch mit einem Stahlfederdämpfer geordert werden.
Der Plattformhebel ist durch die tiefe Position des Dämpfers nicht sehr leicht zu erreichen
Der Plattformhebel ist durch die tiefe Position des Dämpfers nicht sehr leicht zu erreichen - wir haben ihn allerdings auch nicht gebraucht.
Für die nötige Verzögerung sorgen bissige SRAM Code RSC-Bremsen mit 200 mm-Bremsscheiben vorne und hinten.
Für die nötige Verzögerung sorgen bissige SRAM Code RSC-Bremsen mit 200 mm-Bremsscheiben vorne und hinten.
Für welchen Einsatzbereich das Santa Cruz Megatower gedacht ist, wird spätestens deutlich, wenn man die ab Werk montierte MRP-Kettenführung samt Bashguard sieht.
Für welchen Einsatzbereich das Santa Cruz Megatower gedacht ist, wird spätestens deutlich, wenn man die ab Werk montierte MRP-Kettenführung samt Bashguard sieht. - irreführenderweise kommen beim X01-Modell allerdings günstigere SRAM X1-Carbonkurbeln in 170 mm Länge zum Einsatz.
Für den Wechseln zwischen den 12 Gängen ist jedoch die bewährte und hochwertige SRAM X01 Eagle-Schaltung verantwortlich.
Für den Wechseln zwischen den 12 Gängen ist jedoch die bewährte und hochwertige SRAM X01 Eagle-Schaltung verantwortlich.
Für 1.200 € Aufpreis bekommt man die edlen Santa Cruz Reserve-Carbon-Felgen …
Für 1.200 € Aufpreis bekommt man die edlen Santa Cruz Reserve-Carbon-Felgen …
… für edlere Naben als die etwas günstigen DT Swiss 350 reicht das allerdings nicht.
… für edlere Naben als die etwas günstigen DT Swiss 350 reicht das allerdings nicht.
Eigentlich ist das Santa Cruz Megatower mit Maxxis Assegai-Reifen ausgestattet
Eigentlich ist das Santa Cruz Megatower mit Maxxis Assegai-Reifen ausgestattet - da uns das Rad jedoch in gebrauchtem Zustand erreichte und die komplette Trans Provence durchhalten musste, haben wir frische Michelin Wild Enduro-Reifen aufgezogen.
Eine weitere Änderung war die Montage des OneUp Carbon-Lenkers
Eine weitere Änderung war die Montage des OneUp Carbon-Lenkers - dieser soll durch seine schmale Form etwas nachgiebiger als der originale Santa Cruz-Carbon-Lenker sein. Einen großen Unterschied konnten wir nicht feststellen.
Passend zum Lenker montierten wir den 35 mm kurzen OneUp EDC-Vorbau
Passend zum Lenker montierten wir den 35 mm kurzen OneUp EDC-Vorbau - das hatte vor allem den Vorteil, dass wir unser OneUp-Tool im Gabelschaft verstauen konnten, ohne ein Gewinde in selbigen zu schneiden. Ursprünglich war ein 5 mm längerer RaceFace Aeffect-Vorbau montiert.
Die Santa Cruz Palmdale-Griffe fallen eher dünn und weich aus
Die Santa Cruz Palmdale-Griffe fallen eher dünn und weich aus - selbst nach der Trans Provence sahen sie jedoch nicht zu verschlissen aus.
Der WTB Silverado-Sattel wird über eine RockShox Reverb-Variostütze mit 150 mm Hub in der Höhe verstellt.
Der WTB Silverado-Sattel wird über eine RockShox Reverb-Variostütze mit 150 mm Hub in der Höhe verstellt.
Der neue Hebel der Reverb fällt um einiges ergonomischer aus als das alte Modell.
Der neue Hebel der Reverb fällt um einiges ergonomischer aus als das alte Modell.
Wie von Santa Cruz gewohnt strahlt der edle Carbon-Rahmen ein gewisses Understatement aus
Wie von Santa Cruz gewohnt strahlt der edle Carbon-Rahmen ein gewisses Understatement aus - das Megatower ist in sehr gedeckten Farben mit schlichten Decals erhältlich.
Diese Variante des VPP-Hinterbaus, bei der der untere Link den Dämpfer betätigt, war lange exklusiv dem DH-Boliden V10 vorbehalten
Diese Variante des VPP-Hinterbaus, bei der der untere Link den Dämpfer betätigt, war lange exklusiv dem DH-Boliden V10 vorbehalten - mittlerweile wendet Santa Cruz das Prinzip bei allen Trail- und Enduro-Bikes an.
Auf dem Unterrohr ist Platz genug für eine große Trinkflasche
Auf dem Unterrohr ist Platz genug für eine große Trinkflasche - man benötigt allerdings einen Flaschenhalter, bei dem die Flasche seitlich entnommen wird.
Der lange obere Aluminium-Umlenkhebel hängt kurz vor dem Sattelrohr recht prominent nach unten.
Der lange obere Aluminium-Umlenkhebel hängt kurz vor dem Sattelrohr recht prominent nach unten.
Santa-Cruz-Megatower-X01-1138
Santa-Cruz-Megatower-X01-1138
Santa-Cruz-Megatower-X01-1749
Santa-Cruz-Megatower-X01-1749
Die Reifenfreiheit ist ausreichend, aber nicht extrem üppig.
Die Reifenfreiheit ist ausreichend, aber nicht extrem üppig.
Auf der Nicht-Antriebsseite lässt sich die Kettenstrebenlänge über einen Flipchip justieren
Auf der Nicht-Antriebsseite lässt sich die Kettenstrebenlänge über einen Flipchip justieren - auf der anderen Seite benötigt man jedoch andere Ausfallenden, die mit dem Bike mitgeliefert werden.
Die Leitungen wandern am Steuerohr an schmalen Eingängen in den Rahmen und werden dort komplett intern geführt.
Die Leitungen wandern am Steuerohr an schmalen Eingängen in den Rahmen und werden dort komplett intern geführt.
Nur auf der Höhe des Dämpfers treten sie kurz ans Tageslicht …
Nur auf der Höhe des Dämpfers treten sie kurz ans Tageslicht …
… und verschwinden sofort wieder im Hinterbau.
… und verschwinden sofort wieder im Hinterbau.
Die Kettenstrebe ist mit einem großen Schützer mit auffälligen Lamellen überzogen
Die Kettenstrebe ist mit einem großen Schützer mit auffälligen Lamellen überzogen - wir hatten keine Probleme mit einer übermäßigen Geräuschkulisse.
Das Tretlager ist praktischerweise im Rahmen verschraubt
Das Tretlager ist praktischerweise im Rahmen verschraubt - wer selbst schraubt, wird es zu schätzen wissen.
Ein großer Plastik-Schoner sitzt schützend am Unterrohr vor dem Tretlager
Ein großer Plastik-Schoner sitzt schützend am Unterrohr vor dem Tretlager - auf den sehr steinigen und verblockten Trans Provence-Trails hatte er auch einiges zu tun.
Ein weiterer Schützer ist etwas weiter oben angebracht
Ein weiterer Schützer ist etwas weiter oben angebracht - hier liegt das Bike auf, wenn man es über die Heckklappe eines Pick-Up-Trucks hängt, was in Deutschland eher selten der Fall ist.
Für ein Vollgas-Enduro mit 160 mm Federweg tritt sich das Santa Cruz Megatower erstaunlich leichtfüßig
Für ein Vollgas-Enduro mit 160 mm Federweg tritt sich das Santa Cruz Megatower erstaunlich leichtfüßig - Während dem Rennen erwarteten uns häufiger lange Zwischensprints, bei denen wir den antriebsneutralen Hinterbau zu schätzen wussten. | Foto: Trans Provence
Vollgas-Geradaus-Sektionen sind mit dem Megatower eine wahre Freude
Vollgas-Geradaus-Sektionen sind mit dem Megatower eine wahre Freude - hier erwacht der Hinterbau zu Leben und bügelt sicher über alles drüber. | Foto: Trans Provence
Foto: Max Schumann
Foto: Max Schumann
Foto: Max Schumann
Foto: Max Schumann
Auch enge Spitzkehren sollen gerüchteweise bei der Trans Provence häufiger auf dem Menüplan stehen
Auch enge Spitzkehren sollen gerüchteweise bei der Trans Provence häufiger auf dem Menüplan stehen - hier braucht das Megatower ordentlich Druck, um am Boden zu kleben und willig einzulenken. Mit etwas Übung geht das. Waren wir jedoch sehr erschöpft (was häufig der Fall war), mussten wir ganz schön kämpfen, um das Rad um die Kurve zu wuchten. | Foto: Trans Provence
Mit hohem Tretlager und kurzen Kettenstreben fühlten wir uns am besten für die teils sehr schnellen und kaum einsehbaren Trails der Trans Provence gewappnet
Mit hohem Tretlager und kurzen Kettenstreben fühlten wir uns am besten für die teils sehr schnellen und kaum einsehbaren Trails der Trans Provence gewappnet - das Megatower ist dann immer noch sehr laufruhig, bietet jedoch etwas mehr Agilität und setzt nicht so häufig auf. | Foto: Trans Provence
Ein spitz herausstehender Stein in einer Kompression war zu viel für die hintere Santa Cruz Reserve-Felge
Ein spitz herausstehender Stein in einer Kompression war zu viel für die hintere Santa Cruz Reserve-Felge - der Schlag hätte auch eine Alu-Felge beschädigt … diese wäre jedoch leicht wieder geradegebogen. Die Notlaufeigenschaften von Carbon-Felgen sind leider nicht die besten, was das Konstrukt mit den Kabelbindern nötig machte.
Lobenswert fanden wir den kleinen Fettnippel am unteren Link
Lobenswert fanden wir den kleinen Fettnippel am unteren Link - leider haben wir nicht testen können, wie gut er erreichbar ist. Den Service sollte es jedoch allemal erleichtern.
Mit dem Santa Cruz Megatower präsentieren die Amerikaner einen super Allrounder, mit dem man sowohl auf den verwinkelten Hometrails, als auch im Bikepark oder bei einer EWS auf seine Kosten kommt
Mit dem Santa Cruz Megatower präsentieren die Amerikaner einen super Allrounder, mit dem man sowohl auf den verwinkelten Hometrails, als auch im Bikepark oder bei einer EWS auf seine Kosten kommt - leider ist das Megatower allerdings auch alles andere als ein Schnäppchen.

Santa Cruz Megatower X01 im Test: Während Santa Cruz die Downhill-Welt mit der überraschenden Vorstellung des 29″-V10s revolutionierte, mussten Enduro-Fans erstaunlich lange auf eine echte 29″-Rennmaschine der Kalifornier warten. Umso größer war die Aufregung, als Anfang 2019 das Santa Cruz Megatower vorgestellt wurde: VPP-Hinterbau, 160 mm Federweg, 29″-Laufräder, Carbon-Rahmen und eine moderne Geometrie versprachen beste Performance auf den härtesten Trails. Ob dem so ist, haben wir während der Trans Provence 2019 getestet!

Steckbrief: Santa Cruz Megatower X01

EinsatzbereichEnduro
Federweg160 mm/160 mm
Laufradgröße29ʺ
RahmenmaterialCarbon
Gewicht (o. Pedale)14,2 kg
RahmengrößenS, M, L, XL, XXL
Websitewww.santacruzbicycles.com
Preis: 8.699 €

Lange setzte Santa Cruz im Enduro-Bereich auf 650b-Laufräder. Zwar gab es mit dem Hightower und dem später auf Wunsch von Teamfahrern angepassten Hightower LT durchaus 29″-Varianten – ein wirklich potentes Pendant zum Mini-Freerider Nomad ließ jedoch auf sich warten. Anfang des Jahres war es dann so weit: das treffend benannte Megatower erblickte das Licht der Welt. Dank 29″-Laufrädern, 160 mm Federweg und einem ähnlichen VPP-Hinterbau wie beim großen DH-Bruder V10 möchte das Santa Cruz Megatower der ideale Begleiter für die härtesten Enduro-Rennstrecken des Planeten sein. Insgesamt je fünf Größen und Ausstattungvarianten sollen dafür sorgen, dass fast jeder Endurist bei den Kaliforniern fündig wird. Santa Cruz-typisch fangen die Preise allerdings erst bei 4.799 € an und enden bei 10.999 €. Wir haben das Santa Cruz Megatower X01 während der Trans Provence 2019 einem echten Härtetest unterzogen um herauszufinden, ob die amerikanische Carbon-Feile nicht nur in Sachen Fahr-Performance, sondern auch in der Haltbarkeit den hohen Preis wert ist.

Das Santa Cruz Megatower ist das neue 29" Enduro-Flaggschiff des kalifornischen Kult-Herstellers
# Das Santa Cruz Megatower ist das neue 29" Enduro-Flaggschiff des kalifornischen Kult-Herstellers - es setzt wie gewohnt auf einen hochwertigen Carbon-Rahmen und das vom V10 oder Nomad bekannte VPP-Federungssystem. Wir sind mit dem 8.699 € teuren Megatower X01 die extrem harte Trans Provence mitgefahren.
Diashow: Santa Cruz Megatower im Test - Die Trans Provence-Rennmaschine
Bei unserem 8.699 € teuren Trans Provence-Racebike werkelte an der Front die bewährte Fox 36 Performance Elite-Federgabel mit 160 mm Federweg.
Für den Wechseln zwischen den 12 Gängen ist jedoch die bewährte und hochwertige SRAM X01 Eagle-Schaltung verantwortlich.
Santa-Cruz-Megatower-X01-1749
Für 1.200 € Aufpreis bekommt man die edlen Santa Cruz Reserve-Carbon-Felgen …
Nur auf der Höhe des Dämpfers treten sie kurz ans Tageslicht …
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Geometrie

Das Santa Cruz Megatower wird in fünf Größen von S bis XXL angeboten. Die Reach-Werte wachsen dabei von moderaten 425 mm bis zu ordentlich langen 515 mm – eine Bandbreite, mit der beinahe alle Fahrer- und Körpertypen zufrieden gestellt werden sollten. Auch die Stack-Werte wachsen mit den Rahmengrößen ordentlich mit – von 607 mm in Größe S bis 666 mm in Größe XL. Unser L-Testbike besitzt einen Reach von 470 mm und einen moderaten Stack von 625 mm. Der 65°-Lenkwinkel ist mittlerweile fast Standard für ein aggressives 29″-Enduro und auch der 76° steile Sitzwinkel ist keine Seltenheit mehr. Zudem bietet das Santa Cruz Megatower einige Verstellmöglichkeiten: Die Kettenstrebenlänge lässt sich über austauschbare Ausfallenden zwischen 435 und 445 mm justieren. Außerdem wurde ein unauffälliger Flipchip im unteren Dämpferauge untergebracht. Dieser hat vor allem Einfluss auf die Tretlagerabsenkung. Im hohen Modus beträgt diese bereits ordentliche 29 mm, dreht man den Chip werden daraus 33 mm. Je nach Einstellung variieren auch andere Werte wie Lenkwinkel, Reach oder Stack minimal.

Geometrie – Tiefe Einstellung:

 SMLXLXXL
Reach422 mm447 mm467 mm487 mm512 mm
Stack609 mm618 mm627 mm645 mm668 mm
Lenkwinkel64,7°64,7°64,7°64,7°64,7°
Steuerrohrlänge90 mm100 mm110 mm130 mm155 mm
Sitzrohrlänge380 mm405 mm430 mm460 mm500 mm
Sitzwinkel76,5°76,4°76,3°76°75,8°
Kettenstrebenlänge436-446 mm436-446 mm436-446 mm436-446 mm436-446 mm
Innenlagerhöhe340 mm340 mm340 mm340 mm340 mm
Innenlagerabsenkung33 mm33 mm33 mm33 mm33 mm
Radstand1179-1189 mm1208-1218 mm1232-1242 mm1260-1270 mm1296-1306 mm
Oberrohrlänge568 mm597 mm620 mm648 mm682 mm
Standover698 mm709 mm708 mm705 mm703 mm

Geometrie – Hohe Einstellung:

 SMLXLXXL
Reach425 mm450 mm470 mm490 mm515 mm
Stack607 mm616 mm625 mm643 mm666 mm
Lenkwinkel65°65°65°65°65°
Steuerrohrlänge90 mm100 mm110 mm130 mm155 mm
Sitzrohrlänge380 mm405 mm430 mm460 mm500 mm
Sitzwinkel76,8°76,7°76,6°76,3°76°
Kettenstrebenlänge435-445 mm435-445 mm435-445 mm435-445 mm435-445 mm
Innenlagerhöhe343 mm343 mm343 mm343 mm343 mm
Innenlagerabsenkung29 mm29 mm29 mm29 mm29 mm
Radstand1178-1188 mm1207-1217 mm1231-1241 mm1260-1270 mm1295-1305 mm
Oberrohrlänge567 mm596 mm619 mm646 mm680 mm
Standover702 mm714 mm713 mm711 mm708 mm

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Über einen kleinen Flipchip im unteren Dämpferauge kann man die Geometrie des Santa Cruz Megatowers um ein paar Grad und Millimeter verstellen.
# Über einen kleinen Flipchip im unteren Dämpferauge kann man die Geometrie des Santa Cruz Megatowers um ein paar Grad und Millimeter verstellen.

Ausstattung

Santa Cruz bietet das Megatower in insgesamt fünf verschiedenen Ausstattungsvarianten an, die alle tendenziell im mittel- bis hochpreisigen Bereich liegen. Die beiden günstigsten Modelle R und S setzen dabei auf einen etwas schwereren C Carbon-Rahmen. Erst ab der von uns getesteten X01-Version kommt der hochwertigere CC Carbon-Rahmen zum Einsatz. Alle Ausstattungsvarianten bieten 12fach-Antriebe von SRAM oder Shimano, Kettenführungen sowie Variostützen. Ab dem 5.699 € teuren Megatower S besteht zudem die Option, einen RockShox Super Deluxe Stahlfeder-Dämpfer oder die sehr edlen Santa Cruz Reserve-Carbon-Felgen verbauen zu lassen. Bei den beiden über 10.000 € teuren Top-Versionen werden diese bereits auf i9 Hydra-Naben mit ausgeliefert.

Bei unserem Testbike handelte es sich um das Santa Cruz Megatower X01, das wir um einige Testkomponenten erweitert haben. Das Fahrwerk bestand aus der regulären Fox 36 Performance Elite-Federgabel sowie einem RockShox Super Deluxe Ultimate-Luftdämpfer. Angetrieben wurde über die SRAM X01 Eagle-Schaltung, gebremst mit den bewährten SRAM Code RSC-Bremsen mit großen 200 mm-Scheiben. Das Bike verfügte über das 1.200 € teure Reserve-Upgrade, die Maxxis Assegai-Reifen wurden allerdings gegen Michelin Wild Enduro-Testreifen getauscht. Außerdem setzten wir auf ein OneUp-Cockpit bestehend aus einem auf 780 mm gekürzten Carbon-Lenker sowie dem 35 mm langen EDC-Vorbau.

  • Federgabel Fox 36 Performance Elite (160 mm)
  • Dämpfer RockShox Super Deluxe Ultimate (160 mm)
  • Antrieb SRAM X01 Eagle
  • Bremsen SRAM Code RSC
  • Laufräder DT Swiss 350 / Santa Cruz Reserve 30
  • Reifen Michelin Wild Enduro Front/Rear
  • Cockpit OneUp Carbon (780 mm) / OneUp EDC (35 mm)
  • Sattelstütze RockShox Reverb (150 mm)
Komplette Ausstattung zum Ausklappen

 Megatower C RMegatower C SMegatower CC X01Megatower CC XTR ReserveMegatower CC XX1 AXS Reserve
FedergabelRockShox Yari RC 160 mm 29"Fox 36 Float Performance 160 mm 29"Fox 36 Float Performance Elite 160 mm 29"Fox 36 Float Factory 160 mm 29"Fox 36 Float Factory 160 mm 29"
DämpferRockShox Super Deluxe SelectRockShox Super Deluxe Select+RockShox Super Deluxe UltimateRockShox Super Deluxe UltimateRockShox Super Deluxe Ultimate
DämpferoptionRockShox Super Deluxe Coil Select+ (400 S, 450 M, 500 L-XL, 550 XXL)RockShox Super Deluxe Coil Ultimate (400 S, 450 M, 500 L-XL, 550 XXL)RockShox Super Deluxe Coil Ultimate (400 S, 450 M, 500 L-XL, 550 XXL)RockShox Super Deluxe Coil Ultimate (400 S, 450 M, 500 L-XL, 550 XXL)
SchaltwerkSRAM NX EagleSRAM GX EagleSRAM X01 EagleShimano XTR M9100 SGS, 12-fachSRAM XX1 Eagle AXS
SchalthebelSRAM NX EagleSRAM GX EagleSRAM X01 EagleShimano XTR M9100 SL, 12-fach, I-SpecSRAM XX1 Eagle AXS 12
KurbelnSRAM NX Eagle 148 DUB, 30 T, 170 mmSRAM Stylo 7k 148 DUB, 30 T, 170 mmSRAM X1 Eagle 148 DUB, 30 T, 170 mmE13 LG1r, 30T, Boost, 170 mmSRAM XX1 Eagle AXS 148 DUB, 30 T, 170 mm
KassetteSRAM PG1230 11-50tSRAM XG1275 Eagle 10-50TSRAM XG1295 Eagle 10-50TShimano XTR, 12spd, 10-51SRAM XG1299 Eagle Rainbow 12spd 10-50t
KetteSRAM NX EagleSRAM GX Eagle 12 SPDSRAM X01 Eagle 12 SPDShimano XTR, 12spd, w/Quick LinkSRAM XX1 Eagle 12spd
InnenlagerSRAM DUB 68/73 mm Threaded BBSRAM DUB 68/73 mm Threaded BBSRAM DUB 68/73 mm Threaded BBShimano XTR BBSRAM DUB 68/73 mm Threaded BB
BremsenSRAM Guide RE / Centerline 200 mmSRAM Code R / Centerline 200 mmSRAM Code RSC / Centerline 200 mmShimano XTR M9120 / XTR Ice Tech, Centerlock, 203 mmSRAM Code RSC / Centerline 200 mm
SteuersatzCane Creek 10 IS Integrated HeadsetCane Creek 40 IS Integrated HeadsetCane Creek 40 IS Integrated HeadsetChris King DropSet 3 BlackChris King DropSet 3 Black
LenkerE13 TRS BaseRace Face Aeffect R 35 x 780 mm, 20 mm RiseSanta Cruz Bicycles AM Carbon Bar 35 x 800 mmSanta Cruz Bicycles AM Carbon Bar 35 x 800 mmSanta Cruz Bicycles AM Carbon Bar 35 x 800 mm
LenkervorbauE13 BaseRace Face Aeffect R 40 mmRace Face Aeffect R 40 mmi9 A35i9 A35
GriffeSanta Cruz Palmdale GripsSanta Cruz Palmdale GripsSanta Cruz Palmdale GripsSanta Cruz Palmdale GripsSanta Cruz Palmdale Grips
NabenSRAM MTH 716, 15 x 110 mm, Torque Cap, 32 h / SRAM MTH 746, 12 x 148 mm, 32 hDT 370 15 x 110 mm / 12 x 148 mm 32 h (28 h w/Reserve upgrade)DT 350 15 x 110 mm / 12 x 148 mm, 28 hi9 Hydra, 15 x 110 mm / 12 x 148 mm, Centerlock, 28 hi9 Hydra, 15 x 110 mm / 12 x 148 mm, 28 h
FelgenWTB ST i29 TCS 2.0 29" RimsRace Face AR Offset 30 29" RimsRace Face ARC Offset 30 29" RimsSanta Cruz Reserve 30 Carbon Rim - 29" 28 hSanta Cruz Reserve 30 Carbon Rim - 29" 28 h
FelgenoptionSanta Cruz Reserve 30 Carbon RimSanta Cruz Reserve 30 Carbon Rim
ReifenMaxxis Assegai 29" x 2,5" EXO+ TRMaxxis Assegai 29" x 2,5" EXO+ TRMaxxis Assegai 29" x 2,5" EXO+ TRMaxxis Assegai 29" x 2,5" EXO+ TRMaxxis Assegai 29" x 2,5" EXO+ TR
KettenführungE13 TRS Race SL ISCG05MRP AMg V2 AlloyMRP AMg V2 AlloyMRP AMg V2 AlloyMRP AMg V2 Alloy
SattelstützeRace Face Aeffect, 31,6 mmRockShox Reverb Stealth 31,6 mmRockShox Reverb Stealth 31,6 mmRockShox Reverb Stealth 31,6 mmRockShox Reverb Stealth 31,6 mm
SattelWTB Silverado RaceWTB Silverado ProWTB Silverado TeamWTB Silverado TeamWTB Silverado Team
Gewicht (Herstellerangabe)15,29 kg14,89 kg14,27 kg13,93 kg14,02 kg
Preis (UVP)4.799 €5.699 €7.499 €10.099 €10.999 €

Bei unserem 8.699 € teuren Trans Provence-Racebike werkelte an der Front die bewährte Fox 36 Performance Elite-Federgabel mit 160 mm Federweg.
# Bei unserem 8.699 € teuren Trans Provence-Racebike werkelte an der Front die bewährte Fox 36 Performance Elite-Federgabel mit 160 mm Federweg.
Das Performance Elite-Modell verzichtet zwar auf die Bling-Bling-Kashima-Beschichtung des Factory-Modells
# Das Performance Elite-Modell verzichtet zwar auf die Bling-Bling-Kashima-Beschichtung des Factory-Modells - im Inneren arbeitet jedoch genau dieselbe Evol-Luftkammer und Grip2-Dämpfung wie bei der High-End-Federgabel.
Die 160 mm VPP-Federweg am Heck kontrolliert ein RockShox Super Deluxe Ultimate-Dämpfer
# Die 160 mm VPP-Federweg am Heck kontrolliert ein RockShox Super Deluxe Ultimate-Dämpfer - theoretisch kann das Bike auch mit einem Stahlfederdämpfer geordert werden.
Der Plattformhebel ist durch die tiefe Position des Dämpfers nicht sehr leicht zu erreichen
# Der Plattformhebel ist durch die tiefe Position des Dämpfers nicht sehr leicht zu erreichen - wir haben ihn allerdings auch nicht gebraucht.
Für die nötige Verzögerung sorgen bissige SRAM Code RSC-Bremsen mit 200 mm-Bremsscheiben vorne und hinten.
# Für die nötige Verzögerung sorgen bissige SRAM Code RSC-Bremsen mit 200 mm-Bremsscheiben vorne und hinten.
Für welchen Einsatzbereich das Santa Cruz Megatower gedacht ist, wird spätestens deutlich, wenn man die ab Werk montierte MRP-Kettenführung samt Bashguard sieht.
# Für welchen Einsatzbereich das Santa Cruz Megatower gedacht ist, wird spätestens deutlich, wenn man die ab Werk montierte MRP-Kettenführung samt Bashguard sieht. - irreführenderweise kommen beim X01-Modell allerdings günstigere SRAM X1-Carbonkurbeln in 170 mm Länge zum Einsatz.
Für den Wechseln zwischen den 12 Gängen ist jedoch die bewährte und hochwertige SRAM X01 Eagle-Schaltung verantwortlich.
# Für den Wechseln zwischen den 12 Gängen ist jedoch die bewährte und hochwertige SRAM X01 Eagle-Schaltung verantwortlich.
Für 1.200 € Aufpreis bekommt man die edlen Santa Cruz Reserve-Carbon-Felgen …
# Für 1.200 € Aufpreis bekommt man die edlen Santa Cruz Reserve-Carbon-Felgen …
… für edlere Naben als die etwas günstigen DT Swiss 350 reicht das allerdings nicht.
# … für edlere Naben als die etwas günstigen DT Swiss 350 reicht das allerdings nicht.
Eigentlich ist das Santa Cruz Megatower mit Maxxis Assegai-Reifen ausgestattet
# Eigentlich ist das Santa Cruz Megatower mit Maxxis Assegai-Reifen ausgestattet - da uns das Rad jedoch in gebrauchtem Zustand erreichte und die komplette Trans Provence durchhalten musste, haben wir frische Michelin Wild Enduro-Reifen aufgezogen.
Eine weitere Änderung war die Montage des OneUp Carbon-Lenkers
# Eine weitere Änderung war die Montage des OneUp Carbon-Lenkers - dieser soll durch seine schmale Form etwas nachgiebiger als der originale Santa Cruz-Carbon-Lenker sein. Einen großen Unterschied konnten wir nicht feststellen.
Passend zum Lenker montierten wir den 35 mm kurzen OneUp EDC-Vorbau
# Passend zum Lenker montierten wir den 35 mm kurzen OneUp EDC-Vorbau - das hatte vor allem den Vorteil, dass wir unser OneUp-Tool im Gabelschaft verstauen konnten, ohne ein Gewinde in selbigen zu schneiden. Ursprünglich war ein 5 mm längerer RaceFace Aeffect-Vorbau montiert.
Die Santa Cruz Palmdale-Griffe fallen eher dünn und weich aus
# Die Santa Cruz Palmdale-Griffe fallen eher dünn und weich aus - selbst nach der Trans Provence sahen sie jedoch nicht zu verschlissen aus.
Der WTB Silverado-Sattel wird über eine RockShox Reverb-Variostütze mit 150 mm Hub in der Höhe verstellt.
# Der WTB Silverado-Sattel wird über eine RockShox Reverb-Variostütze mit 150 mm Hub in der Höhe verstellt.
Der neue Hebel der Reverb fällt um einiges ergonomischer aus als das alte Modell.
# Der neue Hebel der Reverb fällt um einiges ergonomischer aus als das alte Modell.

Im Detail

Man muss den unauffälligen, mattschwarzen Schriftzug auf dem Unterrohr gar nicht erst lesen, um zu wissen, von welchem Hersteller das Megatower stammt. Wer die letzten Jahre nicht unter einem Stein lebend verbracht hat, kennt den neuen Look der aktuellen Trail und Enduro-Palette von Santa Cruz bereits zur Genüge. Der Dämpfer ist flach im Rahmen liegend untergebracht und wird vom unteren Umlenkhebel des VPP-Hinterbaus angesteuert. Ein weiterer, oberer Umlenkhebel verbinden den einteiligen Carbon-Hinterbau mit dem schlanken Carbon-Hauptrahmen und ist in senkrechter Lage kurz vor dem Sattelrohr am Oberrohr befestigt. Dieses ist eher gerade und sehr schlank, das Unterrohr hingegen ist dicker und hat einen deutlichen Hängebauch. Diese Konstruktion hat den Vorteil, dass man einen möglichst tiefen Schwerpunkt erreicht und gleichzeitig noch Platz für eine große Trinkflasche auf dem Unterrohr hat.

Wie von Santa Cruz gewohnt strahlt der edle Carbon-Rahmen ein gewisses Understatement aus
# Wie von Santa Cruz gewohnt strahlt der edle Carbon-Rahmen ein gewisses Understatement aus - das Megatower ist in sehr gedeckten Farben mit schlichten Decals erhältlich.
Diese Variante des VPP-Hinterbaus, bei der der untere Link den Dämpfer betätigt, war lange exklusiv dem DH-Boliden V10 vorbehalten
# Diese Variante des VPP-Hinterbaus, bei der der untere Link den Dämpfer betätigt, war lange exklusiv dem DH-Boliden V10 vorbehalten - mittlerweile wendet Santa Cruz das Prinzip bei allen Trail- und Enduro-Bikes an.
Auf dem Unterrohr ist Platz genug für eine große Trinkflasche
# Auf dem Unterrohr ist Platz genug für eine große Trinkflasche - man benötigt allerdings einen Flaschenhalter, bei dem die Flasche seitlich entnommen wird.
Der lange obere Aluminium-Umlenkhebel hängt kurz vor dem Sattelrohr recht prominent nach unten.
# Der lange obere Aluminium-Umlenkhebel hängt kurz vor dem Sattelrohr recht prominent nach unten.
Santa-Cruz-Megatower-X01-1138
# Santa-Cruz-Megatower-X01-1138
Santa-Cruz-Megatower-X01-1749
# Santa-Cruz-Megatower-X01-1749
Die Reifenfreiheit ist ausreichend, aber nicht extrem üppig.
# Die Reifenfreiheit ist ausreichend, aber nicht extrem üppig.
Auf der Nicht-Antriebsseite lässt sich die Kettenstrebenlänge über einen Flipchip justieren
# Auf der Nicht-Antriebsseite lässt sich die Kettenstrebenlänge über einen Flipchip justieren - auf der anderen Seite benötigt man jedoch andere Ausfallenden, die mit dem Bike mitgeliefert werden.

Alle Leitungen laufen direkt am Steuerohr in internen Kanälen durch den Rahmen. Gerade bei einer möglichen Neuverlegung der Leitungen dürfte das einiges an Kopfschmerztabletten einsparen. Alle Kabel außer dem der Variostütze treten auf der Oberseite des Unterrohrs aus dem Rahmen hervor und laufen vergleichsweise gerade in die Druckstreben des Hinterbaus. Zusammen mit den dezenten Grafiken, der schlichten Rohrform und dem gedeckten Farbton sorgt das für ein sehr unaufgeregtes Auftreten des Santa Cruz Megatower. Selbstverständlich wird die Kettenstrebe von einem großzügigen Gummi-Protektor mit geräuschdämpfender Lamellen-Oberfläche geschützt. Dieser ist so effizient, dass wir zu keinem Zeitpunkt das Verlangen danach hatten, mit etwas Slapper Tape nachzuhelfen. Im Hängebauch-Bereich des Unterrohrs befindet sich ein weiterer Plastik-Schoner, der dieses vor Steinschlägen und Aufsetzern schützt. Besitzer von Pick-Up-Trucks (die in Europa wohl eher selten sind) werden sich über den zusätzlichen Shuttle-Guard etwas weiter oben am Unterrohr freuen.

Die Leitungen wandern am Steuerohr an schmalen Eingängen in den Rahmen und werden dort komplett intern geführt.
# Die Leitungen wandern am Steuerohr an schmalen Eingängen in den Rahmen und werden dort komplett intern geführt.
Nur auf der Höhe des Dämpfers treten sie kurz ans Tageslicht …
# Nur auf der Höhe des Dämpfers treten sie kurz ans Tageslicht …
… und verschwinden sofort wieder im Hinterbau.
# … und verschwinden sofort wieder im Hinterbau.
Die Kettenstrebe ist mit einem großen Schützer mit auffälligen Lamellen überzogen
# Die Kettenstrebe ist mit einem großen Schützer mit auffälligen Lamellen überzogen - wir hatten keine Probleme mit einer übermäßigen Geräuschkulisse.
Das Tretlager ist praktischerweise im Rahmen verschraubt
# Das Tretlager ist praktischerweise im Rahmen verschraubt - wer selbst schraubt, wird es zu schätzen wissen.
Ein großer Plastik-Schoner sitzt schützend am Unterrohr vor dem Tretlager
# Ein großer Plastik-Schoner sitzt schützend am Unterrohr vor dem Tretlager - auf den sehr steinigen und verblockten Trans Provence-Trails hatte er auch einiges zu tun.
Ein weiterer Schützer ist etwas weiter oben angebracht
# Ein weiterer Schützer ist etwas weiter oben angebracht - hier liegt das Bike auf, wenn man es über die Heckklappe eines Pick-Up-Trucks hängt, was in Deutschland eher selten der Fall ist.

Auf dem Trail

Bevor wir uns mit dem Santa Cruz Megatower in die anspruchsvolle, 5-tägige Trans Provence gestürzt haben, hatten wir glücklicherweise einige Wochen Zeit, uns mit dem Rad auf unseren Hometrails im deutschen Mittelgebirge vertraut zu machen. Mit den passenden Luftdrücken im Fahrwerk fühlt sich das Setup direkt ganz angenehm an – nur die Lenkerhöhe müssen wir über mehr Spacer unter dem Vorbau aufs Maximum erhöhen. Wer gerne sehr hohe Cockpits fährt, sollte also eventuell über einen Lenker mit mehr Rise nachdenken – außer man greift zu einem größeren Rahmen, denn dort schießt der Stack ganz ordentlich in die Höhe. Zu Beginn unseres Tests wählten wir das hohe Tretlager-Setting mit kurzen Kettenstreben.

Auf dem Weg nach oben fühlt sich das Megatower gar nicht so potent und schwerfällig an, wie man zunächst meinen möchte. Zwar ist das 8.699 € teure Gerät trotz Carbon-Rahmen, hochwertiger Ausstattung und Reserve-Laufrädern kein wirkliches Leichtgewicht und lädt deshalb auch nur bedingt zu Zwischensprints ein – durch die angenehme, aufrechte Sitzposition und den sehr antriebsneutralen Hinterbau kommt man jedoch überraschend entspannt auf den Gipfel. Trotz der von uns gewählten hohen Front hatten wir auch in steilen, technischen Anstiegen wenige Probleme mit einem steigenden Vorderrad, was nicht zuletzt dem steilen Sitzwinkel geschuldet sein dürfte. Der VPP-Hinterbau fühlt sich erstmal nach weniger als seinen tatsächlichen 160 mm Federweg an und setzt jede Pedalumdrehung effizient in Vortrieb um, ohne in losen Anstiegen zu früh den Grip zu verlieren. Im hohen Tretlager-Setting – das alles andere als hoch ist – hatten wir keine übermäßigen Probleme mit Pedalaufsetzern, allerdings auch nicht unbedingt das Verlangen, in ein noch tieferes Setting zu wechseln.

Für ein Vollgas-Enduro mit 160 mm Federweg tritt sich das Santa Cruz Megatower erstaunlich leichtfüßig
# Für ein Vollgas-Enduro mit 160 mm Federweg tritt sich das Santa Cruz Megatower erstaunlich leichtfüßig - Während dem Rennen erwarteten uns häufiger lange Zwischensprints, bei denen wir den antriebsneutralen Hinterbau zu schätzen wussten. | Foto: Trans Provence

So angenehm wir das Megatower im Uphill auch empfanden – gemacht ist es natürlich für die Abfahrt. Auf unseren technischen und engen Hometrails benötigten wir einige Ausfahrten, bis wir uns an die kalifornische Maschine gewöhnt hatten. In langsamem Terrain bestätigt sich zunächst der Eindruck aus dem Anstieg: Das Megatower fühlt sich eher straff an und bügelt Wurzeln nicht einfach platt, sondern reicht leichte Schläge an die Füße weiter. Erst als wir in schnelle, ruppigere Regionen vorstoßen, legt sich ein Schalter um: Hält man den Lenker nur gut fest und gibt dem Bike richtig die Sporen, marschiert es ungehemmt über Stock und Stein. Der Hinterbau braucht leichten Gegendruck, um den Federweg komplett freizugeben, belohnt dafür jedoch mit viel Grip und unerwartet viel Komfort. Eine Sänfte ist das Santa Cruz jedoch auf gar keinen Fall. Verliert man die Körperspannung, wird man mit dem ein oder anderen Tritt am Heck bestraft – ein Szenario, das uns während der kräftezehrenden Trans Provence mehr als einmal unterkam. Eine aktive Fahrweise hingegen belohnt das 29er mit Bügeleigenschaften, die nicht nur unterschwellig an den großen Bruder V10 erinnern.

Vollgas-Geradaus-Sektionen sind mit dem Megatower eine wahre Freude
# Vollgas-Geradaus-Sektionen sind mit dem Megatower eine wahre Freude - hier erwacht der Hinterbau zu Leben und bügelt sicher über alles drüber. | Foto: Trans Provence
Foto: Max Schumann
# Foto: Max Schumann
Foto: Max Schumann
# Foto: Max Schumann

Im Vorfeld der Trans Provence konnten wir einige Tage im Bikepark Leogang verbringen. Auf den ausgebombten Bikepark-Strecken voller Anlieger, Bremswellen und Absprüngen ist das Megatower mit seinem straffen, auf Geschwindigkeit ausgelegten Charakter voll in seinem Element. Hier kann auch das tiefe Tretlager-Setting durchaus funktionieren und noch etwas mehr Sicherheit bringen. In natürlichem Gelände haben wir jedoch die hohe Einstellung mit den 435 mm kurzen Kettenstreben präferiert. Damit geht das Bike – ausreichend Gegendruck vorausgesetzt – solide um enge Kurven, fühlt sich sehr ausbalanciert an und vermittelt immer noch einiges an Sicherheit in schnellen Passagen.

Auch enge Spitzkehren sollen gerüchteweise bei der Trans Provence häufiger auf dem Menüplan stehen
# Auch enge Spitzkehren sollen gerüchteweise bei der Trans Provence häufiger auf dem Menüplan stehen - hier braucht das Megatower ordentlich Druck, um am Boden zu kleben und willig einzulenken. Mit etwas Übung geht das. Waren wir jedoch sehr erschöpft (was häufig der Fall war), mussten wir ganz schön kämpfen, um das Rad um die Kurve zu wuchten. | Foto: Trans Provence
Mit hohem Tretlager und kurzen Kettenstreben fühlten wir uns am besten für die teils sehr schnellen und kaum einsehbaren Trails der Trans Provence gewappnet
# Mit hohem Tretlager und kurzen Kettenstreben fühlten wir uns am besten für die teils sehr schnellen und kaum einsehbaren Trails der Trans Provence gewappnet - das Megatower ist dann immer noch sehr laufruhig, bietet jedoch etwas mehr Agilität und setzt nicht so häufig auf. | Foto: Trans Provence

Das ist uns aufgefallen

  • Carbon-Laufräder Unser Testbike war mit Santa Cruz Reserve-Carbon-Felgen ausgestattet – ein Upgrade, das mit 1.200 € zu Buche schlägt. Während wir über die Fahreigenschaften der schicken Felgen nichts Negatives berichten können – auch die Steifigkeit liegt auf einem angenehmen Niveau – zerstörten wir leider eine Hinterrad-Felge während der Trans Provence. Ein spitzer Stein in einer Kompression war zu viel für die Kohlefasern. Der Schlag war so hart, dass wohl auch eine Aluminium-Felge Schaden davon getragen hätte. Allerdings wäre diese deutlich leichter zu reparieren gewesen. So brachte uns zum Glück ein Schlauch mit viel Luftdruck, unzählige Kabelbinder und regelmäßiges Nachzentrieren über die zwei Stunden Transfer ins nächste Dorf. Abgesehen davon überstanden die Laufräder mehrere 10.000 Tiefenmeter in heftigem Gelände sowie eine halbe Stage in steinigem Terrain mit plattem Reifen ohne Schäden und ohne je einen Zentrierständer gesehen zu haben. Alle Infos zur lebenslangen Garantie von Santa Cruz findet ihr hier.
  • Statement von Santa Cruz „In der Entwicklung der Reserve-Laufradsätze gab es ein paar Punkte im Lastenheft, die uns zu diesem Zeitpunkt massiv an etablierten Laufrädern gestört haben: große Qualitätsschwankungen und somit eine Spanne von ‘hält ewig’ bis ‘hält 5 Meter’ und das völlige Kollabieren im Falle eines Schadens. Uns ist vollkommen klar, dass es DIE unzerstörbare Felge nicht gibt, aber es war uns wichtig, dass im Falle eines Defekts die Fahrbarkeit erhalten bleiben muss und dass wir nur eine Kontrolle über die Haltbarkeit bekommen, wenn die Felge mit denselben Qualitätsanforderungen wie unsere Rahmen gefertigt wird. Und sollte es doch einmal (so wie hier) zu einem Defekt kommen, stellen wir keine dummen Fragen, sondern stehen zu unserem Versprechen und tauschen das Laufrad schnellstmöglich aus.“
  • Einstellmöglichkeiten Das Santa Cruz Megatower verfügt mit der Kettenstrebenlänge und der Tretlagerhöhe gleich über zwei verschiedene Einstellmöglichkeiten. Unserer Meinung nach spricht nichts dagegen – allerdings entschieden wir uns recht früh für ein Setting und blieben den restlichen Testzeitraum dabei.
  • Servicebarkeit Alle Lagerpunkte sind gut zu erreichen, die Leitungen werden im Rahmen in Röhren geführt und der untere Link verfügt über einen Schmiernippel – hier gibt es nichts zu meckern!
  • Haltbarkeit In fünf Tagen Trans Provence hat das Megatower wohl mehr mitgemacht als manche Bikes in ihrem kompletten Leben. Es hing bei überhöhter Geschwindigkeit auf ruppigen Schotter-Pisten an wackeligen und rustikalen Bike-Hängern, wurde über zehntausende Tiefenmeter im Rennmodus über unbekannte und extrem ausgesetzte, alpine Pfade geprügelt, musste sich stundenlang in brütender Hitze nach oben quälen und verbrachte die Nächte teils bei Regen im Freien. Und all das mit nicht viel mehr Zuwendung als einer abendlichen Dusche und etwas Öl für die Kette. Nach dem Rennen schrien Fahrwerk und Antrieb nach einem Service. Der Rahmen hatte zwar oberflächlich gelitten, Knarzen, Quietschen oder Schwergängigkeit war jedoch Fehlanzeige. Auch in den Wochen vor und nach dem Rennen gab es keine Anzeichen dafür, dass man sich in Sachen Haltbarkeit beim Santa Cruz Megatower Sorgen machen müsste.
Ein spitz herausstehender Stein in einer Kompression war zu viel für die hintere Santa Cruz Reserve-Felge
# Ein spitz herausstehender Stein in einer Kompression war zu viel für die hintere Santa Cruz Reserve-Felge - der Schlag hätte auch eine Alu-Felge beschädigt … diese wäre jedoch leicht wieder geradegebogen. Die Notlaufeigenschaften von Carbon-Felgen sind leider nicht die besten, was das Konstrukt mit den Kabelbindern nötig machte.
Lobenswert fanden wir den kleinen Fettnippel am unteren Link
# Lobenswert fanden wir den kleinen Fettnippel am unteren Link - leider haben wir nicht testen können, wie gut er erreichbar ist. Den Service sollte es jedoch allemal erleichtern.

Fazit – Santa Cruz Megatower

Das ideale Enduro-Bike soll klettern wie eine XC-Feile und bergab rasen wie ein Downhill-Bolide. Das Santa Cruz Megatower kommt diesem Ideal zumindest nahe: Dank der angenehmen Sitzposition und dem neutralen Hinterbau klettert es stoisch jeden Anstieg hinauf und belohnt auf rasanten Abfahrten mit ungeahnten Bügeleigenschaften. In technischen Passagen braucht es eine aktive Fahrweise und viel Gegendruck, um den Federweg freizugeben – fühlt sich dann jedoch spritziger an, als man es von einem 29"-Enduro erwarten würde.

Pro
  • effizienter VPP-Hinterbau
  • hohe Laufruhe
  • ausgewogene Geometrie und Körperposition
  • gute Verarbeitung
Contra
  • sehr teuer
Mit dem Santa Cruz Megatower präsentieren die Amerikaner einen super Allrounder, mit dem man sowohl auf den verwinkelten Hometrails, als auch im Bikepark oder bei einer EWS auf seine Kosten kommt
# Mit dem Santa Cruz Megatower präsentieren die Amerikaner einen super Allrounder, mit dem man sowohl auf den verwinkelten Hometrails, als auch im Bikepark oder bei einer EWS auf seine Kosten kommt - leider ist das Megatower allerdings auch alles andere als ein Schnäppchen.

Was sagt ihr zum Santa Cruz Megatower – ist es den hohen Preis wert?


Testablauf

Wir haben das Santa Cruz Megatower X01 einem echten Härtetest unterzogen: der Trans Provence. Fünf Tage lang ging es im Rennmodus einmal quer durch die französischen Seealpen. Jeden Tag wurden vier 7 bis 20 minütige Stages in extrem anspruchsvollem Gelände bewältigt, die sich zu teils 4.000 bis 6.000 Tiefenmetern addierten. Außerdem mussten neben einzelnen Shuttle-Passagen 1.400 bis 1.900 Höhenmeter aus eigener Kraft bewältigt werden. Neben dem Rennen sind wir das Megatower zur Eingewöhnung auf unseren Hometrails im Thüringer Wald sowie im Bikepark Leogang gefahren.

Hier haben wir das Santa Cruz Megatower X01 getestet

  • Trans Provence Extrem technisches, steiniges und ausgesetztes Gelände, das auch ein vorher neues Bike in wenigen Tagen komplett zermürben kann. Wir sind uns sicher: Einen krasseren Härtetest gibt es in der Enduro-Welt aktuell nicht!
  • Thüringer Wald Kurze aber steile Naturteils mit hohem Nadelboden und Wurzel-Anteil. Hier zählt vor allem Grip und Wendigkeit.
  • Leogang Vor allem schnelle, gebaute Bikepark-Strecken voller fieser Bremswellen. Wir haben allerdings auch den ein oder anderen Abstecher auf alpine Naturpfade gewagt.
Testerprofile ausklappen

Tester-Profil: Gregor Sinn
60 cm68 kg85,5 cm61 cm183 cm
Gregor fährt gerne Fahrräder jeglicher Kategorie, von Mountainbike bis Rennrad. Am liebsten ist er jedoch auf Downhill- und Enduro-Bikes unterwegs – gerne auch unter Zeitdruck im Renneinsatz.
Fahrstil
verspielt
Ich fahre hauptsächlich
Downhill, Enduro
Vorlieben beim Fahrwerk
unauffällig, hinten progressiv, wenig Druckstufe
Vorlieben bei der Geometrie
hinten nicht zu kurz, vorne geräumig, Lenkwinkel nicht zu flach

  1. benutzerbild

    xTr3Me

    dabei seit 06/2010

    supurb-bicycles schrieb:

    Ich würde behaupten, dass sich die meisten Kommentare über das Hightower auf den Vorgänger beziehen. Grundsätzlich ist es aber auch so, dass der durchschnittliche Nordeuropäer ein deutlich strafferes und progressiveres Fahrwerk bevorzugt als z.B. Südeuropäer und Nordamerikaner. Wobei ich der Meinung bin, dass jemand der so flott/hart fährt bzw. in entsprechendem Gelände unterwegs ist, auch technisch in der Lage sein sollte Volumenspacer hinzuzufügen. das gehört für mich genauso zu den Grundeinstellungen wie Rebound und Hebelweite der Bremse.....

    So ein komplett mit Spacern versauter Dämpfer fährt sich mit seiner dadurch resultierenden Progression halt auch nicht mehr richtig gut. Habe mich oben evtl. auch falsch ausgedrückt, aber die Gesamtübersetzung muss auch passen. Ich habe die Erfahrung selbst beim Patrol gemacht, nachdem ich 1,5 Jahre mit den 3 Spacern gefahren bin, dass es mit 2 Spacern und etwas weniger SAG sogar besser geht, egal ob bergauf oder bergab im übrigen...
  2. benutzerbild

    niconj

    dabei seit 08/2008

    xTr3Me schrieb:

    So ein komplett mit Spacern versauter Dämpfer fährt sich mit seiner dadurch resultierenden Progression halt auch nicht mehr richtig gut. Habe mich oben evtl. auch falsch ausgedrückt, aber die Gesamtübersetzung muss auch passen. Ich habe die Erfahrung selbst beim Patrol gemacht, nachdem ich 1,5 Jahre mit den 3 Spacern gefahren bin, dass es mit 2 Spacern und etwas weniger SAG sogar besser geht, egal ob bergauf oder bergab im übrigen...

    Das muss ich auch mal probieren.
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  4. benutzerbild

    FloImSchnee

    dabei seit 08/2004

    xTr3Me schrieb:
    Man möchte fast meinen, dass ein Rad dazwischen fehlt...
    Du meinst also, dass bei SC 8 Räder im 20mm-Federwegs-Abstand noch nicht reichen (die auch fast alle gleich aussehen), sondern dass sie noch 6 Zwischengrößen im 10mm-Abstand machen sollten?
  5. benutzerbild

    Gregor

    dabei seit 02/2017

    SebIBK schrieb:

    @Gregor handelt es sich um die 70c oder 100cc Version der Pumpe?

    Es handelt sich um die kleinere Version. Ich habe sie jetzt seit einem Jahr am Rad zirka und bin recht zufrieden – musste schon öfter gezückt werden, um einen Platten zu beheben.
  6. benutzerbild

    Rick7

    dabei seit 10/2008

    bjoernsen schrieb:

    Alles schön und gut, aber als eher kleinere Fahrer (1,69) sind die 29er einfach zu groß um die volle Kontrolle an Steilpassagen zu haben.
    Oder hat da jemand andere Erfahrung gemacht?

    Ja ich bin sogar noch n cm kleiner als du und sehr happy mit 140/150 mm 29er. Mit der Körpergröße hat das erst mal nur bedingt was zu tun. Vielmehr kommt es aufs bike als solches an. Bei mir wäre aber vermutlich bei 160/170 mm federweg erstmal Schluß bei 29. Meine 180 mm enduro wollte ich nicht als 29ger, da es da bei unserer Größe doch irgendwann unhandlich (Radstand) wird, allerdings auch mangels Erfahrung. Aber bis dahin alles bestens.

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