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Das neue Raaw Jibb – ein Name mit Bedeutung – das "Jibben" bezeichnet den spielerisch/kreativen Umgang mit Sportgeräten wie Fahrrädern, Snowboards, Ski und anderen
Das neue Raaw Jibb – ein Name mit Bedeutung – das "Jibben" bezeichnet den spielerisch/kreativen Umgang mit Sportgeräten wie Fahrrädern, Snowboards, Ski und anderen - für Spiel und Spaß ist das Jibb in vier Rahmengrößen verfügbar, steht auf 29"-Laufrädern und ist mit 150/135 mm Federweg gerüstet.
Inzwischen selten und doch so praktisch
Inzwischen selten und doch so praktisch - eine externe Zugführung sorgt vielleicht für ein etwas weniger aufgeräumtes Erscheinungsbild, gerade die Zielgruppe der Rahmenkäufer wird sich darüber aber freuen.
Gedichtete Abdeckungen auf doppelt gedichteten Industrielagern
Gedichtete Abdeckungen auf doppelt gedichteten Industrielagern - dazu einheitliche Schraubengrößen und Platz für Werkzeug unter dem Oberrohr. Die kleinen Freuden des Lebens.
Vernünftige Reifenfreiheit zu den Seiten
Vernünftige Reifenfreiheit zu den Seiten - nach vorne fällt diese am XL-Rad aufgrund der verlängerten Kettenstrebe deutlich großzügiger aus.
Geriffelter Kettenstrebenschutz
Geriffelter Kettenstrebenschutz - zur Abwechslung ist dieser mal ausreichend weit nach vorne gezogen! Gut gemacht.
Unterrohrschutz
Unterrohrschutz - für den Fall, dass man Unterrohr- oder Crankarm-Grinds üben will, ist der Rahmen geschützt.
Viergelenk-Hinterbau mit Horst-Link und 135 mm Federweg
Viergelenk-Hinterbau mit Horst-Link und 135 mm Federweg - hoher Anti-Squat und eine gute Abstimmung der Hebelverhältnisse sollen in Auf- und Abfahrt das bestmögliche aus der Kinematik holen.
An der Kettenstrebe findet sich die einzige Möglichkeit auf die Geometrie des Jibb Einfluss zu nehmen
An der Kettenstrebe findet sich die einzige Möglichkeit auf die Geometrie des Jibb Einfluss zu nehmen - hauptsächlich werden die verschiedenen Einsätze verwendet, um die Kettenstrebenlänge mit dem Hauptrahmen wachsen zu lassen. Aber man kann – je nach Vorliebe auch die anderen Einsätze montieren. Der Verstellbereich reicht von 440 mm bis 450 mm.
Fox Float X2 des neuen Modelljahrs
Fox Float X2 des neuen Modelljahrs - mit Climb Switch ausgerüstet, bietet der Dämpfer eine ganze Menge Einstellmöglichkeiten und verwendet das aus den Grip2-Kartuschen bekannte VVC-Ventil für die Highspeed-Zugstufe.
Fox 36 Grip2 Factory
Fox 36 Grip2 Factory - an der Front ist ab Werk eine 150 mm Fox 36 ausgerüstet, in beiden Ausstattungsvarianten sogar in Factory-Ausführung mit Kashima Coating. Wem das nicht reicht, der kann auf maximal 160 mm aufbohren.
Shimano XT 12-fach Antrieb mit 10-51er Kassette
Shimano XT 12-fach Antrieb mit 10-51er Kassette - sorglos, präzise, erschwinglich und mit Potential die neue Preis-Leistungsreferenz am 12-fach Schaltungsmarkt zu werden.
Acros Cockpit, Ergon Griffe und Sattel, dazu Kashima auch an der Fox Transfer
Acros Cockpit, Ergon Griffe und Sattel, dazu Kashima auch an der Fox Transfer - umstritten – die Shimano XT Vierkolbenbremse sorgt am Jibb für die Verzögerung.
Newmen Evolution SL A.30-Laufräder und Maxxis Reifen
Newmen Evolution SL A.30-Laufräder und Maxxis Reifen - die Ausstattung des Jibb legt schon nahe, dass es auch auf die härtere Gangart vorbereitet is.
Aufrechter Oberkörper und entspannte Sitzposition für den Rücken, aber auch etwas mehr Last auf den Händen
Aufrechter Oberkörper und entspannte Sitzposition für den Rücken, aber auch etwas mehr Last auf den Händen - ohne den Dämpfer zu sperren, klettert das Jibb bereits sehr effizient. Trotz tiefem Tretlager gab es keine Probleme mit aufsetzenden Pedalen.
Das Raaw Jibb fährt sich im Matsch wie so manch anderes Rad im Trockenen
Das Raaw Jibb fährt sich im Matsch wie so manch anderes Rad im Trockenen - man bekommt schon Feedback, dass die Reifen sich gerade nicht nur nach vorne bewegen, aber hektische Korrekturen muss man deswegen nicht machen.
Immer wieder lässt das Jibb trotz schmierigem Boden zu, dass man neue Linien testet
Immer wieder lässt das Jibb trotz schmierigem Boden zu, dass man neue Linien testet - sogar überraschend selten kommt man in Versuchung den Fuß vom Pedal zu nehmen. Die Balance ist gut gelungen, die lange Kettenstrebe erlaubt eine hohe Front und eine zentrale aufrechte Abfahrtsposition.
Mit komplett offener Dämpfung liegt das Rad satt auf dem Trail. Uns hat etwas mehr Dämpfung gut gefallen, um die persönlichen Vorlieben zu treffen
Mit komplett offener Dämpfung liegt das Rad satt auf dem Trail. Uns hat etwas mehr Dämpfung gut gefallen, um die persönlichen Vorlieben zu treffen - von Wegsacken kann dabei nicht die Rede sein. Bereits im offenen Modus fühlt sich der Hinterbau definiert genug an. Mit Reindrehen der Dämpfung gibt es etwas mehr Leben!
Auch auf den ruppigeren Trails, die im Testzeitraum unter die Räder genommen wurden, schlägt sich das Rad gut
Auch auf den ruppigeren Trails, die im Testzeitraum unter die Räder genommen wurden, schlägt sich das Rad gut - zügig, ohne die Füße von den Pedalen zu schlagen, marschiert das Rad auch durch Wurzelteppiche und über steinige Passagen.
Erste Tuchfühlung mit dem Maxxis Dissector
Erste Tuchfühlung mit dem Maxxis Dissector - hat uns sehr gut gefallen! Die matschigen Bedingungen hat er gut vertragen, ein vernünftiges Maß an Bremstraktion, gute Seitenführung und geringer Rollwiderstand zeichnen ihn aus.
Hier war es die Linienwahl
Hier war es die Linienwahl - auf sehr steilen und kurvigen Trails hätten wir uns manchmal einen etwas flacheren Lenkwinkel gewünscht. Mit längerer Gabel oder Winkelsteuersatz kann man bei Bedarf herumexperimentieren.
Die aufrechte Sitzposition ist angenehm für den Rücken
Die aufrechte Sitzposition ist angenehm für den Rücken - die etwas andere Belastung der Hände benötigte aber etwas mehr Eingewöhnungszeit im Uphill.
Ausreichend Platz für Schmodder
Ausreichend Platz für Schmodder - der gesamte Testzeitraum gab nur wenige Meter auf trockenen Böden her – umso besser, wenn viel Reifenfreiheit geboten ist.
Ein Rad, maßgeschneidert für eine Zielgruppe. Sicher, das Raaw Jibb ist nicht für jeden, dennoch bedient es ein Publikum – und das sehr gut
Ein Rad, maßgeschneidert für eine Zielgruppe. Sicher, das Raaw Jibb ist nicht für jeden, dennoch bedient es ein Publikum – und das sehr gut - für uns war vor allem die Balance ein herausstechendes Merkmal. Lange Kettenstreben bei großen Rahmen machen einfach einen guten Job!

Neues Raaw Jibb im ersten Test: Welches Produkt stellt man einem so erfolgreichen ersten Wurf wie der Madonna an die Seite? Eine Frage, die Ruben Torenbeek seit der Gründung begleitet hat. Und auch wenn es anfangs hieß, dass es kein Trailbike wird, steht jetzt das neue Raaw Jibb auf dem Hof. Ein 29″-Trailbike mit 150 mm Federweg vorne, 135 mm hinten und auf den ersten Blick erkennbarer Raaw-DNA. Wir konnten das Alu-Rad vor dem Launch bereits testen und es vor allem auf seine Schlamm- und Schlitten-Eignung bewerten. Vorhang auf für das neue Raaw Jibb!

Steckbrief: Raaw Jibb

EinsatzbereichTrail, All-Mountain
Federweg150-160 mm/135 mm
Laufradgröße29ʺ
RahmenmaterialAluminium
Gewicht (o. Pedale)14,7 kg
RahmengrößenS, M, L, XL (im Test: XL)
Websitede.raawmtb.com
Preis: ab 5.490 Euro
Bikemarkt: Raaw Jibb kaufen

Mit dem Raaw Jibb verdoppelt die junge Marke um Ruben Torenbeek sein Angebot und stellt dem langen und langhubigen Enduro-Bike Madonna V2 einen kleinen Bruder an die Seite. Bei Raaw von klein zu sprechen ist aber ungefähr so, als würde man den günstigsten Porsche als billig bezeichnen – eine gutmütig große Rahmengeometrie trifft an diesem Trailbike immerhin auf 150 mm Federweg an der Front. Charakteristischer für den Einsatzbereich Trail ist der geringere Federweg von 135 mm am Heck.

Das Jibb steht durch die vier Rahmengrößen hindurch auf großen 29″-Laufrädern. Veränderung gibt es zwischen den Rahmengrößen aber nicht nur am Hauptrahmen, sondern auch am Hinterbau. Die verschiedenen Einsätze im Ausfallende lassen aber auch ein Verändern der Geometrie zu. Streitbar sinnvollen Schnickschnack findet man am Jibb nicht. Hier ist alles mit Sinn und Verstand gemacht. Interne Zugverlegung, die mehr kosten würde und dann vielleicht noch klappert? Nein danke. Dafür gibt es Features, die hinsichtlich der Bedienung, der Haltbarkeit und der Anwenderfreundlichkeit wahre Freude bereiten dürften.

Mit 3,6 kg Rahmengewicht ohne Dämpfer richtet sich das Jibb aber nicht gerade an Fans von Leichtbau – aufgebaut in Größe XL wiegt das Rad 14,7 kg. Dafür verspricht es ein absolut sorgloser Begleiter zu sein. Und: Der Name verspricht Spieltrieb – wie viel davon steckt wirklich im neuen Raaw Jibb?

Das neue Raaw Jibb – ein Name mit Bedeutung – das "Jibben" bezeichnet den spielerisch/kreativen Umgang mit Sportgeräten wie Fahrrädern, Snowboards, Ski und anderen
# Das neue Raaw Jibb – ein Name mit Bedeutung – das "Jibben" bezeichnet den spielerisch/kreativen Umgang mit Sportgeräten wie Fahrrädern, Snowboards, Ski und anderen - für Spiel und Spaß ist das Jibb in vier Rahmengrößen verfügbar, steht auf 29"-Laufrädern und ist mit 150/135 mm Federweg gerüstet.

Diashow: Neues Raaw Jibb im ersten Test: (F)rohnatur
Acros Cockpit, Ergon Griffe und Sattel, dazu Kashima auch an der Fox Transfer
An der Kettenstrebe findet sich die einzige Möglichkeit auf die Geometrie des Jibb Einfluss zu nehmen
Shimano XT 12-fach Antrieb mit 10-51er Kassette
Unterrohrschutz
Das Raaw Jibb fährt sich im Matsch wie so manch anderes Rad im Trockenen
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Im Detail

Schon als das Bike auf den Hof gerollt wird, ist unverkennbar, dass es sich dabei um ein Raaw handelt. Die DNA in Formensprache und natürlich der fehlenden (Farb-)Lackierung verleitet auf den ersten Blick zum Trugschluss, dass hier ein Madonna V2 steht. Falls also in den letzten paar Wochen ein Rad dieser Sorte an euch vorbeigerollt ist, könnte direkt vor eurer Nase und ohne Tarnung ein Produkttest stattgefunden haben.

Von ungefähr kommt diese Nähe aber nicht, denn nicht nur Formensprache und das lediglich klarlackierte Alu erinnern an die große Schwester: Der Rohrsatz entspricht sogar dem der Madonna. Gut für Raaw, können sie doch aus dem bewährten Grundmaterial ein weiteres Produkt schaffen. Schlecht für Redakteure, die gerne über Neuigkeiten berichten. Zum Glück sind die Features am Jibb aber spannend, praxisnah und zu aktuellen Standards teilweise erfrischend unkonventionell.

Inzwischen selten und doch so praktisch
# Inzwischen selten und doch so praktisch - eine externe Zugführung sorgt vielleicht für ein etwas weniger aufgeräumtes Erscheinungsbild, gerade die Zielgruppe der Rahmenkäufer wird sich darüber aber freuen.

Klar kann man mit innenverlegten Zügen ein schickes Erscheinungsbild erzielen, aber wenn man sich ehrlich ist – dieses Rad spricht Menschen an, die selbst aufbauen, umbauen und vor allem fahren. Noch deutlicher wird das in der aktuellen Situation, in der sich der kleine Hersteller noch stärker auf Rahmen-Kits fokussiert. Optik? Zweitrangig. Praktisch muss es sein. Und das ist es. Dieses Credo zieht sich am Rahmen durch und Faktoren, die für gewöhnlich eher weniger betrachtet werden, kommen in der Prioritätenliste weiter nach oben.

Fall 1: Es gießt seit Tagen und der Drang nach draußen ist gewaltig. Geil, wenn man ein Rad hat, das so konstruiert ist, dass es sich leicht abwaschen lässt. Möglichst wenige Verstecke für klebrigen Matsch? Das lässt die Freude beim Putzen weniger schnell in den Keller fallen.

Fall 2: Es gießt seit Monaten und der Drang nach draußen war in den vergangenen Wochen gewaltig. Super, wenn man ein Rad mit großen Lagern hat, die dank der zusätzlichen Dichtlippe an der Abdeckung aussehen wie neu. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern macht auch weniger Frust.

Fall 3: Es hat aufgehört zu gießen – aber man hat blöderweise sein Multitool vergessen und der Verkäufer an der Tankstelle kramt aus seiner Schublade nur einen 5er Inbus raus. Wie gut wäre es, wenn man mit einem Werkzeugkopf fast jede Schraube am Hinterbau bedienen kann. Halt. Wie gut ist das!

Gedichtete Abdeckungen auf doppelt gedichteten Industrielagern
# Gedichtete Abdeckungen auf doppelt gedichteten Industrielagern - dazu einheitliche Schraubengrößen und Platz für Werkzeug unter dem Oberrohr. Die kleinen Freuden des Lebens.
Vernünftige Reifenfreiheit zu den Seiten
# Vernünftige Reifenfreiheit zu den Seiten - nach vorne fällt diese am XL-Rad aufgrund der verlängerten Kettenstrebe deutlich großzügiger aus.

Mit diesen kleinen Detaillösungen kann man vielleicht nicht gegen vollmundige Marketingversprechen antreten und an der Eisdiele für staunende Gesichter sorgen. Sobald es aber in den regelmäßigen Praxiseinsatz geht, sorgt dieser Fokus von Raaw immer wieder für Freude. Sorglos ist das Wort, das es trifft. Und spätestens, wenn man mal mehr an einem Fahrrad schrauben muss, wird man diese Feinheiten lieben lernen.

Was die vollmundigen Marketingversprechen angeht, hält sich Raaw zwar zurück, aber die Hausaufgaben wurden auf jeden Fall erledigt. Schauen wir uns den Viergelenk-Hinterbau an: Mit hohem Anti-Squat im Sag-Bereich sollte das Jibb bergauf sehr ruhig sein. Zum Federwegs-Ende fällt dieser ab. Übermäßigen Pedalrückschlag sollte es nicht geben. 15 % Progression hören sich im ersten Moment nicht gigantisch an, Raaw verspricht aber einen sehr definierten Hinterbau und genügend Endprogression, um nicht ständig durchzuschlagen. Klingt alles sehr vernünftig!

Die weiteren Details gefallen auch: Ein Trinkflaschenhalter findet im Hauptrahmen Platz, nahe dem Sitzrohr kann man am Oberrohr Werkzeuge unterbringen. Ein geriffelter Kettenstreben-Schutz soll die Alu-Kettenstrebe schützen und für Ruhe sorgen. Zum Schutz gibt es außerdem einen Unterrohr-Schoner. Falls man dem Namen gerecht werden will und via Crank-/Unterrohr-Grind Rails runterjibben will, ist der Rahmen geschützt. Oder natürlich bei Steinbeschuss.

Geriffelter Kettenstrebenschutz
# Geriffelter Kettenstrebenschutz - zur Abwechslung ist dieser mal ausreichend weit nach vorne gezogen! Gut gemacht.
Unterrohrschutz
# Unterrohrschutz - für den Fall, dass man Unterrohr- oder Crankarm-Grinds üben will, ist der Rahmen geschützt.
Viergelenk-Hinterbau mit Horst-Link und 135 mm Federweg
# Viergelenk-Hinterbau mit Horst-Link und 135 mm Federweg - hoher Anti-Squat und eine gute Abstimmung der Hebelverhältnisse sollen in Auf- und Abfahrt das bestmögliche aus der Kinematik holen.

Geometrie

Bei der Geometrie verfolgt Raaw ein paar Ziele: Eine gute Sitzposition, eine ausgeglichene Radlast-Verteilung und ein verspieltes, aktives Fahrverhalten fusioniert mit der DH-DNA der Madonna. Angefangen bei der guten Sitzposition lassen sich der Geometrie-Tabelle der mit 77,5° angenehm steile Sitzwinkel und der hohe Stack entnehmen. Aufrecht und nicht zu gestreckt dürfe man sitzen. Für die ausgeglichene Radlast-Verteilung lässt Raaw die Kettenstrebenlänge mitwachsen. Größe S und M werden mit einem Einsatz für 440 mm ausgeliefert, in Größe L steckt der Chip für 445 mm und am XL Rad gibt es 450 mm. Die Bauteile sind jedoch austauschbar – so kann man auch am S-Rahmen die ganz lange Strebe fahren oder am XL auf 440 mm kürzen.

Beim verspielten und aktiven Fahrverhalten fallen der relativ zur Madonna steilere Lenkwinkel und der kürzere Hauptrahmen auf. Mit 65,5° verspricht Raaw viel Druck am Vorderrad und ein spritziges Handling. Beim Reach bewegt man sich ab 420 mm am S-Rahmen in 25 mm Schritten in Richtung 495 mm am XL. Insgesamt ist der Rahmen damit nicht extrem lang, aber in einem sehr modernen Bereich. Platz für längere Vario-Sattelstützen oder der Griff zum nächstgrößeren Rahmen dürfte bei unter 400 mm Sitzrohrlänge am S- und maximalen 470 mm am XL-Rahmen gegeben sein.

Rahmengröße S M L XL
Laufradgröße 29″ 29″ 29″ 29″
Reach 420 mm 445 mm 470 mm 495 mm
Stack 608 mm 622 mm 636 mm 649 mm
STR 1,45 1,40 1,35 1,31
Lenkwinkel 65,5° 65,5° 65,5° 65,5°
Sitzwinkel, effektiv 77,5° 77,5° 77,5° 77,5°
Sitzwinkel, real 74,5° 74,5° 74,5° 74,5°
Oberrohr 561 mm 589 mm 619 mm 648 mm
Steuerrohr 100 mm 115 mm 130 mm 145 mm
Sitzrohr 395 mm 420 mm 445 mm 470 mm
Kettenstreben 440 mm 440 mm 445 mm 450 mm
Radstand 1.172 mm 1.203 mm 1.240 mm 1.276 mm
Tretlagerabsenkung 35 mm 35 mm 35 mm 35 mm
Einbauhöhe Gabel 561 mm 561 mm 561 mm 561 mm
Gabel-Offset 44 mm 44 mm 44 mm 44 mm
Federweg (hinten) 135 mm 135 mm 135 mm 135 mm
Federweg (vorn) 150 mm 150 mm 150 mm 150 mm
An der Kettenstrebe findet sich die einzige Möglichkeit auf die Geometrie des Jibb Einfluss zu nehmen
# An der Kettenstrebe findet sich die einzige Möglichkeit auf die Geometrie des Jibb Einfluss zu nehmen - hauptsächlich werden die verschiedenen Einsätze verwendet, um die Kettenstrebenlänge mit dem Hauptrahmen wachsen zu lassen. Aber man kann – je nach Vorliebe auch die anderen Einsätze montieren. Der Verstellbereich reicht von 440 mm bis 450 mm.

Ausstattung

Bereits im Laufe der Woche hat sich auch Raaw zur aktuellen Situation und den damit verbundenen Schwierigkeiten geäußert. Vorerst wird es auch beim Jibb Rahmensets geben – und die ersten Rahmen gibt es nur in Kombination mit dem Formula MOD-Dämpfer. Im Verlauf des Frühjahrs sollen aber auch Fox-Dämpfer wieder lieferbar sein und man hat die Wahl zwischen verschiedenen Modellen. Kostenpunkt: Ab 2.290 € geht es ohne Dämpfer los, mit MOD oder DPX2 liegt der Preis bei 2.590 €, teurer wird es mit Float X2 (2.740 €) und DHX2 (2.840 €). Aber auch zwei komplette Ausstattungsvarianten werden angeboten und sind ab heute bestellbar. Raaw rechnet aktuell mit einer Auslieferung der Kompletträder im Mai.

Beide Ausstattungsvarianten setzen den Fokus klar auf High-End beim Fahrwerk und sind jeweils mit Fox Factory-Fahrwerk ausgerüstet. Einzig beim Dämpfer kann man verschiedene Optionen als Alternative zum DPX2 wählen. Neben dem Float X2 lassen sich mit dem Formula MOD und dem DHX2 auch Stahlfeder-Dämpfer ausrüsten. Während das XTR-Modell bei Antrieb und Laufrädern etwas mehr Bling Bling aufweist, ist das Fox Factory-Modell etwas bodenständiger. Hier wird anstelle der Newmen Advanced-Laufräder aus Carbon das erschwinglichere und in unseren Tests größtenteils bewährte Alu-Modell aus der Evolution-Reihe eingesetzt. Abgesehen davon unterscheiden sich nur noch Bremsen und Antrieb. Am XTR-Build ist der Name Programm, am Factory-Build wird mit XT-Teilen gearbeitet.

  • Federgabel Fox 36 Float Factory (150 mm)
  • Dämpfer Fox Float X2 Factory (135 mm)
  • Antrieb Shimano XT
  • Bremsen Shimano XT
  • Laufräder Newmen SL A.30 Evolution
  • Reifen Maxxis Highroller II / Maxxis Dissector
  • Cockpit Acros (780 mm) / Acros (40 mm)
  • Sattelstütze Fox Transfer (170 mm)

RAAW JibbFox Factory BuildXTR Build
RahmenmaterialAluAlu
FedergabelFox 36 Factory 150 mm Grip2 Fox 36 Factory 150 mm Grip2
DämpferFox DPX2 Factory (DHX2 oder Float X2), Formula MODFox DPX2 Factory (DHX2 oder Float X2), Formula MOD
VorbauAcros 40 mm, 50 mm oder 60 mmAcros 40 mm, 50 mm oder 60 mm
LenkerAcros Alu 780 mm 25 mm RiseAcros Alu 780 mm 25 mm Rise
GriffeErgon GD1 Evo Factory Slim Frozen StealthErgon GD1 Evo Factory Slim Frozen Stealth
BremsenShimano XT M8120Shimano XTR 9120
SchaltungShimano XT M8100 Shimano XTR M9100
LaufräderNewmen Evolution A.30Newmen Advanced A.30
ReifenMaxxis HighRoller II, Maxxis DissectorMaxxis HighRoller II, Maxxis Dissector
SattelstützeFox Transfer Factory 125 mm, 150 mm oder 175 mmFox Transfer Factory 125 mm, 150 mm oder 175 mm
SattelErgon SM Enduro Men M/LErgon SM Enduro Men M/L
GewichtN/AN/A
Preisab 5.490 €ab 7.290 €

Fox Float X2 des neuen Modelljahrs
# Fox Float X2 des neuen Modelljahrs - mit Climb Switch ausgerüstet, bietet der Dämpfer eine ganze Menge Einstellmöglichkeiten und verwendet das aus den Grip2-Kartuschen bekannte VVC-Ventil für die Highspeed-Zugstufe.
Fox 36 Grip2 Factory
# Fox 36 Grip2 Factory - an der Front ist ab Werk eine 150 mm Fox 36 ausgerüstet, in beiden Ausstattungsvarianten sogar in Factory-Ausführung mit Kashima Coating. Wem das nicht reicht, der kann auf maximal 160 mm aufbohren.
Shimano XT 12-fach Antrieb mit 10-51er Kassette
# Shimano XT 12-fach Antrieb mit 10-51er Kassette - sorglos, präzise, erschwinglich und mit Potential die neue Preis-Leistungsreferenz am 12-fach Schaltungsmarkt zu werden.
Acros Cockpit, Ergon Griffe und Sattel, dazu Kashima auch an der Fox Transfer
# Acros Cockpit, Ergon Griffe und Sattel, dazu Kashima auch an der Fox Transfer - umstritten – die Shimano XT Vierkolbenbremse sorgt am Jibb für die Verzögerung.
Newmen Evolution SL A.30-Laufräder und Maxxis Reifen
# Newmen Evolution SL A.30-Laufräder und Maxxis Reifen - die Ausstattung des Jibb legt schon nahe, dass es auch auf die härtere Gangart vorbereitet is.

Technische Daten

Alle technischen Daten, Details und Standards, sowie Leverage-Ratio-, Anti-Squat- und Anti-Rise-Diagramme des Raaw Jibb findet ihr in der folgenden Tabelle zum Ausklappen:

KinematikViergelenker
Verschiedene Lager-Größen2im Hinterbau
Gesamtzahl Lager im Hinterbau12Anzahl
Lagerbezeichungen2 x 61808-2RS1 (52*40*7 mm), 10 x 91903-2RS1 (28*15*7 mm)Herstellerangabe
Hinterbau Einbaumaß148 x 12 mmEinbaubreite x Achsdurchmesser
Maximale Reifenfreiheit Hinterbau2,6" bzw. 66 mm
Dämpfermaß185 mm x 55 mmGesamtlänge x Hub
Trunnion-Mount?Ja
Dämpferhardware erstes AugeTrunnionBolzendurchmesser x Einbaubreite
Dämpferhardware zweites AugeRAAW Spacer und Kugellager im Rahmen, kein Hardware von DämpferherstellernBolzendurchmesser x Einbaubreite
Freigabe für StahlfederdämpferJa
Freigabe für LuftdämpferJa
Empfohlener Hinterbau-SAG30 %, 16,5 mmIn % oder mm
Steuerrohr-Durchmesser44 mm, 56 mmoberer Durchmesser, unterer Durchmesser
Maximale Gabelfreigabe160 mmFederweg bzw. bis zu welcher Einbauhöhe
TretlagerBSA 73 mmwelcher Standard, Durchmesser, Breite
KettenführungsaufnahmeISCG 05 Tabs
Umwerferaufnahme
SchaltaugeRAAW 14,95 (6066) (18,95 für 7075)Typ, Kosten in €
Optimiert auf welches Kettenblatt32 TZahnzahl
BremsaufnahmePM – 180 und 203 verfügbar, 203 mm ab Werkwelcher Standard
Maximale Bremsscheibengröße203 mm
Sattelrohrdurchmesser31,6 mm
Sattelklemmendurchmesser35 mm
Maximale Stützen-EinstecktiefeS: 205 mm, M: 230 mm, L: 255 mm, XL: 280 mm
Kompatibel mit Stealth-Variostützen?Ja
Messung SitzwinkelAuf Höhe Oberrohr. 'Actual' und ST-BB Offset werden auch angegebenHerstellerangabe
FlaschenhalteraufnahmeJa, eine, Oberseite UnterrohrEine, Oberseite des Unterrohrs
Andere Extras, WerkzeugfächerWerkzeug/Trinkflaschenhalter-Aufnahme Oberrohr, gedichtete Lagerabdeckungen, verstellbare Kettenstrebenlänge
Gewicht Rahmen3,6 kg mit sämtlicher Hardware, ohne Dämpfer, Größe M
Gesamtgewicht Bike14,7 kgGr. XL, Factory-Build, Testrad, selbst gewogen
Garantie/Service2 Jahre Garantie auf Material und Produktionsfehler. 5 Jahre Crashreplacement mit 35% Rabatt. Es werden einzelne Rahmenteile angeboten damit nicht der komplette Rahmen ersetzt werden muss. Alle Details auf https://support-de.raawmtb.com/

Leverage-Ratio
# Leverage-Ratio

Antisquat
# Antisquat
Antisrise
# Antisrise

Auf dem Trail

Es ist Dezember, der oben beschriebene Fall 1 ist eingetreten. Vielleicht sogar Fall 1,5. Falls ihr erst jetzt eingeschaltet habt: Es hat geregnet. Niedrige Temperaturen und eine dicke Schicht Laub tun ihr übriges, um ein Abtrocknen der Trails effektiv zu verhindern. Dazu noch Corona-Vorsicht. Genau richtig also, um Ausflüge ins Ungewisse zu vertagen und lieber von der Haustüre aus auf die Trails starten.

Der neue Begleiter für die nächsten Wochen kann sich zum Glück nicht dagegen wehren, dass er in den nächsten Stunden gründlichst durch den Dreck gezogen wird. Also ab nach draußen. Spielen. Als weniger begnadeter Trickser belassen wir es aber bei Trails und verzichten mit Blick auf die Intensiv-Kapazitäten auf 50:01-esque Einlagen … da ist ein Spielplatz mit in den Boden eingelassenem Trampolin … BOING! Das Jibb fühlt sich direkt gut an und man blödelt doch ein bisschen mehr rum als mit anderen Bikes. Zum Teil liegt das am Namen – zum Teil aber auch einfach dran, dass das Bike ohne Carbon-Rahmen und mit potenter Ausstattung nicht unbedingt den Reiz in einem auslöst, mit den XC-Jungs ballern zu geben, sondern etwas entschleunigt und den Blick schweifen lässt.

Aufrechter Oberkörper und entspannte Sitzposition für den Rücken, aber auch etwas mehr Last auf den Händen
# Aufrechter Oberkörper und entspannte Sitzposition für den Rücken, aber auch etwas mehr Last auf den Händen - ohne den Dämpfer zu sperren, klettert das Jibb bereits sehr effizient. Trotz tiefem Tretlager gab es keine Probleme mit aufsetzenden Pedalen.

Aber nach oben muss man trotzdem. Sehr entspannt und aufrecht sitzt man auf dem Jibb und gleitet dahin. Der ausgerüstete Ergon-Sattel schmiegt sich angenehm an und drückt auch auf längeren Ausfahrten nicht. Unter Kettenzug verhärtet der Hinterbau spürbar und man erwischt sich dabei, wie man bei der Gangwahl doch zu härteren Gängen tendiert und schneller fährt, als es die entspannte Position anfangs vielleicht vermuten ließ. Dämpfer sperren? Im gesamten Testzeitraum lässt sich an einer Hand abzählen, wie oft wir den Plattform-Hebel am Float X2 umgelegt haben. Wie war das nochmal? Ah ja – sorglos. Ein Rad zum Draufsetzen und Fahren.

Abzweig in den ersten Trail-Abschnitt, erste Kurve – direkt vor einer Schlehe, vor dessen dorniger Erscheinung sich eine tiefe Pfütze auftut. Der Matsch tut sein übriges, um die Bremskräfte nicht auf den Boden zu bringen, aber das Jibb rutscht kontrolliert über beide Räder an der Bedrohung vorbei. Nach weiteren 100 Metern mit rutschigen Kurven, die das Bike souverän meistert, ist der Spaß auch schon wieder vorbei. Transfer zum nächsten Trail, der ähnlich schmierig ist. Doch während sich die Spuren auf die einfachen Linien konzentrieren, lernt man auf dem Jibb schnell, dass auch abschüssige Inside-Lines gut machbar sind. Teil daran hat die Stehposition, die wie auch die Sitzposition sehr aufrecht ist. Man steht angenehm zentral zwischen den zwei Rädern und kann sich gut darauf konzentrieren, was vor und unter einem am Reifen passiert bzw. passieren wird, anstatt permanent kleine Korrekturen machen zu müssen.

Das Raaw Jibb fährt sich im Matsch wie so manch anderes Rad im Trockenen
# Das Raaw Jibb fährt sich im Matsch wie so manch anderes Rad im Trockenen - man bekommt schon Feedback, dass die Reifen sich gerade nicht nur nach vorne bewegen, aber hektische Korrekturen muss man deswegen nicht machen.
Immer wieder lässt das Jibb trotz schmierigem Boden zu, dass man neue Linien testet
# Immer wieder lässt das Jibb trotz schmierigem Boden zu, dass man neue Linien testet - sogar überraschend selten kommt man in Versuchung den Fuß vom Pedal zu nehmen. Die Balance ist gut gelungen, die lange Kettenstrebe erlaubt eine hohe Front und eine zentrale aufrechte Abfahrtsposition.

Auch die Kettenstrebe tut ihr Übriges zu dieser gelungenen Balance. Wer Angst vor Spitzkehren und engen Kurven hat, wird mit dem Jibb wiederum schnell lernen, dass die Kettenstrebenlänge im Vergleich zu ähnlich langen Bikes mit kürzerem Hinterbau kaum ein Hindernis darstellen wird. Kurven lassen sich auf dem berechenbaren Alu-Rad sehr einfach hoch anfahren und schwungvoller mitnehmen. Diese Eigenschaft, also die berechenbare Natur, die aufrechte Fahrposition und der Fakt, dass man weniger Korrekturen an der Körperposition machen muss, sorgen dafür, dass man sehr entspannt in der Abfahrt bleibt. Was man mit dieser Gelassenheit anfängt? Mehr spielen? Weniger bremsen? Mehr genießen?

Mit komplett offener Dämpfung liegt das Rad satt auf dem Trail. Uns hat etwas mehr Dämpfung gut gefallen, um die persönlichen Vorlieben zu treffen
# Mit komplett offener Dämpfung liegt das Rad satt auf dem Trail. Uns hat etwas mehr Dämpfung gut gefallen, um die persönlichen Vorlieben zu treffen - von Wegsacken kann dabei nicht die Rede sein. Bereits im offenen Modus fühlt sich der Hinterbau definiert genug an. Mit Reindrehen der Dämpfung gibt es etwas mehr Leben!

Mehr spielen, kleine Absprünge suchen, aus dem Wurzelstock in die Böschung am Trail-Rand schanzen mag das Rad. Auch hier ist wieder die zentrale Körperposition hilfreich, um die Kontrolle zu behalten. Die hohe Lenkzentrale sorgt dafür, dass sich das Rad größer anfühlt, als es in Wirklichkeit ist. Vergleicht man nur den Reach, dann ist das Jibb nämlich nicht unbedingt ein Riese – fühlt sich aber sogar größer an als Räder mit längerem Reach und tieferer Front. Aber: die hohe Front ist ein sehr guter Gegenspieler zur längeren Kettenstrebe, der etwas steilere Lenkwinkel und der nicht extrem lange Hauptrahmen machen das Rad insgesamt kompakter. Und genau diese Kombination ist interessant: Viel Platz zum Arbeiten, aber nicht behäbig, wenn man sich mal vom Boden trennen will. So geht das Jibb mit normalem Kraftaufwand gut in die Luft.

Dass man nicht wie bekloppt am Lenker reißen muss, unterstützt auch der Hinterbau. Beim angestrebten Sag von 30 % ist der Hinterbau im offenen Modus angenehm satt. Wenige Klicks Dämpfung holen noch etwas mehr Leben aus dem Heck, ohne dass es zu straff wird. 15 % Endprogression hören sich im Vergleich zu manch anderem Rad nach nicht besonders viel an, reichten im Testzeitraum aber vollständig aus, um den wenigen härteren Landungen Paroli zu bieten.

Weniger bremsen geht auch noch gut, wenn es etwas ruppiger wird. Wie beschrieben liegt der Hinterbau recht satt auf. Mithilfe der Druckstufen-Dämpfung lässt sich bei bestehendem Sag der Charakter des Bikes feintunen. Ohne Dämpfung saugt sich das Hinterrad mehr am Boden fest, das Jibb fährt sich komfortabel. Fans von mehr Gegenhalt werden auch bedient und kommen in den Genuss der Dämpfungs-Qualität des neuen Float X2. Damit steht das Heck etwas höher im Federweg, wird nicht nennenswert unsensibler, lässt sich aber wesentlich besser über den Trail pushen. Gerade wenn man es gerne mit Tempo auch in ruppigere Sektionen knallen lässt und dabei noch aktiv von oben auf Linien und Luftstand Einfluss nehmen will, hat uns das Plus an Dämpfung gefallen.

Lässt man es knallen, weiß auch die Präzision zu gefallen. Mit den Newmen-Laufrädern ergibt der Rahmen eine Einheit, die in einem „funktionellen“ Spektrum am eher steifen Ende liegt. Mit weicheren Laufrädern kann man hier bei Bedarf noch nachbessern, nötig ist es aber nicht.

Der Schlussstrich? Mehr genießen! Das ist die Devise mit dem Jibb.

Auch auf den ruppigeren Trails, die im Testzeitraum unter die Räder genommen wurden, schlägt sich das Rad gut
# Auch auf den ruppigeren Trails, die im Testzeitraum unter die Räder genommen wurden, schlägt sich das Rad gut - zügig, ohne die Füße von den Pedalen zu schlagen, marschiert das Rad auch durch Wurzelteppiche und über steinige Passagen.

Das ist uns aufgefallen

  • Putz mich! Am Jibb braucht man im Zweifel nicht einmal eine Bürste oder den Finger, um es sauber genug für die Wohnung zu bekommen. Dank vierfacher Lagerdichtung waren wir mit dem Wasserschlauch im Handumdrehen fertig.
  • Einklappende Lenkung Zugegeben, hier muss man wirklich von einem Sonderfall reden. Steiles Gelände, Arsch über dem Hinterreifen und dann eine enge Kurve. Da muss man schon festhalten. Würden wir ausschließlich steile Trails fahren, dann würden wir hier gegebenenfalls mit der längeren Gabel, einem Winkelsteuersatz oder einem etwas weicheren Hinterbau-Setup experimentieren. Für den normalen Allround-Einsatz ist der Lenkwinkel völlig in Ordnung.
  • Gewicht Mit 14,7 kg ohne Pedale ist das Raaw Jibb kein besonders leichter Vertreter der Trailbike-Kategorie, aber zum Beispiel auch nicht weit entfernt vom Carbon-Spectral 29. Es spricht aber auch nicht unbedingt die Zielgruppe an, der möglichst wenig Gewicht super wichtig ist. Wer in dieser Federwegs-Kategorie unter 12 kg unterwegs sein will, wird bei anderen Herstellern sicher etwas finden, was mehr seinem Gusto entspricht. Wer ohne Bedenken im Bikepark auf die Downhill-Strecke geben will, der wird wohl eher mal ins Allgäu zur Probefahrt kommen.
  • Maxxis Dissector Der Dissector hat uns sehr gut gefallen. Guter Rollwiderstand, gute Bremsleistung und vernünftige Seitenführungskräfte. Ein spannender Reifen fürs Heck – nicht nur wenn es trocken ist.
Erste Tuchfühlung mit dem Maxxis Dissector
# Erste Tuchfühlung mit dem Maxxis Dissector - hat uns sehr gut gefallen! Die matschigen Bedingungen hat er gut vertragen, ein vernünftiges Maß an Bremstraktion, gute Seitenführung und geringer Rollwiderstand zeichnen ihn aus.
Hier war es die Linienwahl
# Hier war es die Linienwahl - auf sehr steilen und kurvigen Trails hätten wir uns manchmal einen etwas flacheren Lenkwinkel gewünscht. Mit längerer Gabel oder Winkelsteuersatz kann man bei Bedarf herumexperimentieren.
Die aufrechte Sitzposition ist angenehm für den Rücken
# Die aufrechte Sitzposition ist angenehm für den Rücken - die etwas andere Belastung der Hände benötigte aber etwas mehr Eingewöhnungszeit im Uphill.
Ausreichend Platz für Schmodder
# Ausreichend Platz für Schmodder - der gesamte Testzeitraum gab nur wenige Meter auf trockenen Böden her – umso besser, wenn viel Reifenfreiheit geboten ist.

Fazit – Raaw Jibb

Raaw hat eine genaue Vorstellung davon, wie ein Rad ihrer Meinung nach aussehen soll und diese deckt sich nicht unbedingt mit den Vorlieben von allen. Für sein Publikum hat der junge Hersteller aber ein Produkt geschaffen, das kaum Grund zur Beschwerde lässt. Bergauf: gut – bergab: super! Besonders gefallen hat uns die aufrechte Abfahrtsposition und die Balance, die dem Fahrer viel Gelassenheit bietet. Nur wenig wird dieses Rad wirklich aus der Fassung bringen. So kann man sich voll und ganz darauf konzentrieren, was man mit dem Gefährt unter sich veranstalten will. Maximaler Spaß, maximaler Speed, maximaler Genuss – deine Entscheidung!

Pro
  • Balance und Fahrposition
  • Zusammenspiel Hinterbau und Dämpfer
  • sorgloses Chassis
  • bodenständige, vernünftige Ausstattung
Contra
  • nichts für Leichtbau-Fans
Ein Rad, maßgeschneidert für eine Zielgruppe. Sicher, das Raaw Jibb ist nicht für jeden, dennoch bedient es ein Publikum – und das sehr gut
# Ein Rad, maßgeschneidert für eine Zielgruppe. Sicher, das Raaw Jibb ist nicht für jeden, dennoch bedient es ein Publikum – und das sehr gut - für uns war vor allem die Balance ein herausstechendes Merkmal. Lange Kettenstreben bei großen Rahmen machen einfach einen guten Job!

Testablauf

Im Rahmen der Corona-Bestimmungen sind wir das Raaw Jibb für mehrere Wochen vor dem Launch gefahren. Die winterlichen Bedingungen reichten von extrem matschig bis Schnee-/Eisfahrbahn. Das Rad wurde uns für den Testzeitraum kostenlos zur Verfügung gestellt. Um den Testeindruck zu vertiefen wurden kleine Änderungen an der Ausstattung vorgenommen.

Hier haben wir das Raaw Jibb getestet

  • Singletrails BW: Unterschiedliches Gelände, von steil und technisch bis flowig
  • Singletrails Hessen: Schnelle Trails mit offenen Kurven, Anliegern, mit technischen Abschnitten
Tester-Profil: Christoph Spath
49 cm70 kg94 cm60 cm190 cm
Chris fährt gerne alles, von Dirt Jump über Trail und Enduro bis Downhill, gerne schnell, in grobem Gelände und mit viel Luftstand
Fahrstil
flüssig
Ich fahre hauptsächlich
Downhill, Enduro
Vorlieben beim Fahrwerk
auf der straffen Seite, viel Druckstufe, Balance zwischen Front und Heck
Vorlieben bei der Geometrie
vorne lang, hinten mittellang, flacher Lenkwinkel

  1. benutzerbild

    LB Jörg

    dabei seit 12/2002

    keine ahnung, warum fragt man in einem forum. ein ladenhüter ist es möglicherweise dann, wenn es auf lange zeit nicht oder nur sehr wenig verkauft wird. warum war dann das madonna so schnell weg?


    Wie sind denn die Verkaufszahlen von dem Jibb?

    G.smilie
  2. benutzerbild

    Mx_1978

    dabei seit 10/2009

    Wie sind denn die Verkaufszahlen von dem Jibb?

    G.smilie
    vermutlich sehr gering, wenn man sich die verfügbarkeit aller größen und varianten bei bike-components ansieht. und der beobachtete zeitraum ist schon ein recht langer. die eigentliche frage war, warum es nicht schon längst ausverkauft ist, nachdem hier so viele user so begeistert davon sind (oder waren).
  3. benutzerbild

    BrotherMo

    dabei seit 07/2010

    vermutlich sehr gering, wenn man sich die verfügbarkeit aller größen und varianten bei bike-components ansieht. und der beobachtete zeitraum ist schon ein recht langer. die eigentliche frage war, warum es nicht schon längst ausverkauft ist, nachdem hier so viele user so begeistert davon sind (oder waren).

    wenn dir das Rad gefällt und es Deinen Vorstelllungen entspricht: Freu dich das es verfügbar ist und kaufe es

    Wenn dich jedoch die Tatsache vom Kauf abhält das nicht Millionen andere Fahrer das Rad cool finden dann mein Rat: Kauf ein Santa Cruz, Yeti oder sonstIges in der Kategorie
  4. benutzerbild

    525Rainer

    dabei seit 09/2004

    Raaw hat wohl auf insta reagiert. Größe s in RAW ausverkauft!
  5. benutzerbild

    kasperlcurtis

    dabei seit 09/2002

    Servus zusammen, hat jemand mal den L Rahmen gewogen gehabt ohne Dämpfer?

    Bin am überlegen mein 2018er Smuggler mit dem Jibb zu ersetzen, da die Geo noch einen ticken moderner ist, vorallem der steilere Sitzwinkel.

    Das Smuggler ist auch kein Leichtgewicht, der L Rahmen wiegt 3,8kg ohne Dämpfer, daher schreckt mich das nicht ab.

    Wie potent ist denn das Jibb bergab? Fehlt es dem Hinterbau an Federweg, gerade wenn man eine 160er Gabel verbaut?
    Späte Antwort, urlaubsbedingt, aber vielleicht hilft's ja noch:

    Hab meinen L Rahmen mal gewogen, wenn ich mich richtig erinnere, 4,1 kg.
    Aber Geo > Gewicht. Gut, eine richtige Bergziege ist es nicht, aber das Smuggler vermutlich auch nicht.

    Fahre das Jibb mit Super Deluxe und 160er Lyrik und bin von der Madonna V1 (160/160) umgestiegen. Ich will möglichst ein Bike für alles. Da war mir die Madonna für die Stuttgarter Hometrails und die technischeren, alpinen Sachen rund um Innsbruck, zu viel. Und das fahre ich halt am öftesten.
    Habe noch nicht so viele Ausfahrten machen können, deshalb auch nur eine vorläufige Einschätzung zum Federweg: gegenüber der Madonna fehlt natürlich was. Die Madonna liegt satter, will gefühlt durch Hindernisse durch fahren, ist halt ein richtiges Bike zum "Ballern" oder um auf Zeit zu racen. Das Jibb ist definitv agiler, geht aber auch richtig gut bergab.
    Bisher hat mir persönlich aber nichts an Federweg gefehlt, auch nicht in den ruppigeren Sachen, die ich gefahren bin. Ich kann mit dem Mehr an Feedback vom Hinterbau gut leben. Werde das Jibb auch ohne Bedenken in Bikeparks ausführen oder zum Beispiel die klassischen Shuttle-Sachen in Finale (Little Champery, Ca' Bianca, Madonna, etc.) machen. Mag sein, dass es halt insgesamt dann anstrengender wird als mit der Madonna...aber mir langt's.
    "Fehlt es dem Hinterbau an Federweg" ist halt ein bisserl schwierig zu beantworten...für was? Für den WC DH in Val di Sole vermutlich schon, für kompromissloses Enduro-Racing vielleicht auch, für meine Hometrails, gelegentliche Bikepark-Besuche oder Finale-Shuttle-Tage eher nicht.

    Hoffe, das hilft vielleicht bei der Einschätzung.

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