Wer sich heutzutage ein neues Enduro-Bike kaufen möchte, der muss dafür nicht selten tief in die Tasche greifen. Doch immer mehr Hersteller zeigen, dass es (auch) anders geht. Wir haben sechs 29er für den Enduro-Einsatz über mehrere Monate getestet und überprüft, wie viel Leistung in den langhubigen Boliden steckt!

Wie teuer darf ein Fahrrad sein? Über diese Frage lässt sich vortrefflich diskutieren – nicht erst, seit neben dem Rahmen oft auch der Lenker, die Kurbeln und die Laufräder aus Carbon bestehen. Vor allem bei der Präsentation neuer, hochpreisiger Produkte wird dann oftmals argumentiert, dass diese innovativen Technologien früher oder später im Preis fallen werden oder zumindest in günstigerer Form an zahlreiche Komplettbikes wandern. Der Shitstorm in der virtuellen Kommentarsektion ist vorprogrammiert. Doch was, wenn diese vollmundigen Versprechen der coolen Marketing-Abteilungen tatsächlich eintreten?

Preiskracher oder Rohrkrepierer? Wie viel Leistung steckt in Bikes unter 3.000 €?

Wer vor einigen Jahren ein 29″-Enduro mit viel Federweg, guten Uphill-Eigenschaften, noch besseren Baller-Fähigkeiten und einer soliden, aber gleichzeitig leichten Ausstattung kaufen wollte, musste dafür sehr tief in die Tasche greifen – oder am besten die Tasche direkt verkaufen, um sich den Luxus irgendwie leisten zu können. Preise, die die fünfstellige Marke nur knapp verfehlt haben, waren (und sind noch immer noch) keine Seltenheit. Doch auch im Bereich der langhubigen 29er hat man mittlerweile für unter 3.000 € eine durchaus respektable Auswahl. Wir haben sechs abfahrtsorientierte 29er von Ghost, Radon, Nukeproof, Trek, Commençal und YT Industries über mehrere Monate gegeneinander getestet und ausgiebig überprüft, wie viel Leistung man heutzutage für weniger als 3.000 € bekommt.

Gemütlich, aber aus eigener Kraft bergauf, um dann in der Abfahrt ordentlich am Gashahn zu drehen
# Gemütlich, aber aus eigener Kraft bergauf, um dann in der Abfahrt ordentlich am Gashahn zu drehen - dafür sind Enduro-Bikes ideal geeignet. Und mittlerweile gibt es auch einige preislich sehr attraktive Alleskönner mit großen Laufrädern. Wir haben sechs 29"-Enduros unter 3.000 € gegeneinander getestet!

6 Enduro-29er unter 3.000 € im Vergleichstest

Für unseren Vergleichstest haben wir insgesamt sechs Enduro-Bikes mit viel Federweg, großen Laufrädern und einem heißen Preis gegeneinander antreten lassen. Alle Modelle im Test sind günstiger als 3.000 € und bieten ausreichend Federweg für die gröbsten Trails, lassen sich gleichzeitig aber auch halbwegs entspannt nach oben befördern. Beim Rahmenmaterial setzen alle sechs Hersteller auf Aluminium, auch bei den Anbauteilen ist Carbon Fehlanzeige. Vario-Sattelstützen befinden sich genauso wie kraftvolle Bremsen, breite Lenker und 1x-Antriebe an jedem der sechs Kandidaten im Test. Beim viel diskutierten Thema Vertriebsmodell teilt sich das Testfeld in der Mitte auf: Während die Bikes von Radon, Commençal und YT ausschließlich direkt über den Hersteller bezogen werden können, sind die Modelle von Trek, Nukeproof und Ghost (auch) klassisch im Fahrradhandel erhältlich. Gewichtstechnisch brechen die Bikes in Anbetracht der großen Laufräder, des vielen Federwegs und der oftmals eher günstigen Ausstattungen logischerweise keine Rekorde. Während das Trek Slash 8, das seit diesem Jahr der kleine Aluminium-Bruder des Carbon-Flitzers ist, vergleichsweise leichte 14,10 kg auf die Waage bringt, bleibt diese beim Nukeproof Mega 290 Comp bei saftigen 15,46 kg stehen. Das ist schwerer als ein leicht aufgebautes Downhill-Bike – allerdings eben auch deutlich günstiger. Und überhaupt waren 29″-Vollgas-Boliden zu einem Preis von unter 3.000 € vor nicht allzu langer Zeit noch undenkbar.

 LaufradgrößeFederweg vorneFederweg hintenGewichtPreis
Commençal Meta AM 29 Essential29"170 mm160 mm15,52 kg2.999 €
Ghost SL AMR X 5.9 AL29"150 mm145 mm15,36 kg2.599 €
Nukeproof Mega 290 Comp29"160 mm155 mm15,46 kg2.499 €
Radon Swoop 9.029"170 mm170 mm14,54 kg2.999 €
Trek Slash 829"160 mm150 mm14,10 kg2.999 €
YT Capra 29 AL Comp29"160 mm160 mm15,00 kg2.999 €

Insgesamt bleibt festzuhalten: Mit allen der sechs Bikes kann man bergab jede Menge Spaß haben und erreicht auch aus eigener Kraft wieder den Trail-Einstieg.

Den Sieg in unserem Vergleichstest sichert sich das Radon Swoop 9.0 – mit dem im Herbst 2018 neu vorgestellten 29er ist dem Direktversender aus Bonn auf Anhieb ein Volltreffer ins Schwarze gelungen. Trotz 170 mm Federweg vorne und hinten sowie einer soliden Ausstattung ist das Swoop 9.0 der zweitleichteste Kandidat im Test und tritt sich bergauf dank steilem Sitzwinkel und antriebsneutralem Hinterbau ausgesprochen gut. Bergab ist das Radon vor allem auf schnellen und ruppigen Trails voll in seinem Element. Dazu kommt eine Ausstattung, die kaum Wünsche offen lässt – mit dem Swoop 9.0 zeigt Radon, wie Preis-Leistung wirklich geht. Ebenfalls sehr überzeugen konnte das Trek Slash 8: Die Aluminium-Version des beliebten Trek-Enduros kostet als Komplettbike deutlich weniger als das Rahmenset des großen Carbon-Bruders, muss sich hinter diesem aber kaum verstecken. Das Slash 8 zeigt auf harten Enduro-Trails seine Nehmerqualitäten, fährt sich aber auch auf flacheren Strecken äußerst spaßig und glänzt durch seine Vielseitigkeit. Diese Kombination macht das Trek Slash 8 zu unserem Tipp Allround.

Mit dem Radon Swoop 9.0 ballert es sich am besten
# Mit dem Radon Swoop 9.0 ballert es sich am besten - wer gerne Ausflüge ins grobe Gelände macht und auf der Suche nach einem Sorglos-Bike mit starker Ausstattung ist, der findet derzeit wohl kaum ein besseres 29"-Enduro für unter 3.000 €.

In eine ähnliche Richtung geht das Commençal Meta AM 29 Essential, das mit 170 / 160 mm Federweg im Notfall mehr Reserven bietet, sich aber insgesamt etwas nervöser anfühlt und mehr Gewicht auf die Waage bringt. Mit dem SL AMR X 5.9 AL zeigt Ghost einen spannenden Ansatz: Hier trifft ein Coil-Dämpfer auf ein Heck mit 145 mm Federweg. Auf flachen Trails überzeugt das Ghost, das insgesamt eine recht konservative Geometrie hat, auch mit viel Traktion, wird aber bei steigenden Geschwindigkeiten durch die überdämpfte Gabel ausgebremst. Auch einige Detaillösungen am Rahmen können nicht überzeugen. Trotz “nur” 155 mm Federweg am Heck könnte sich das Nukeproof Mega 290 Comp kaum unterschiedlicher fahren: In der Praxis vermittelt das graue Schlachtschiff ein Gefühl, als hätte man unendlich viel Federweg zur Verfügung, sodass man sich hin und wieder vergewissern muss, nicht doch einen Downhiller unter sich zu haben. Das hohe Gesamtgewicht wirkt sich allerdings negativ auf die Agilität aus. Ebenfalls etwas wenig agil ist das YT Capra 29 AL Comp – das Baller-Bike aus Forchheim fühlt sich auf schnellen, Bike Park-typischen Strecken am wohlsten. Insgesamt bleibt festzuhalten: Mit allen der sechs Bikes kann man bergab jede Menge Spaß haben und erreicht auch aus eigener Kraft wieder den Trail-Einstieg. Auch die Ausstattungen haben insgesamt in Anbetracht der günstigen Preise wenig Anlass zur Kritik geboten. Natürlich brechen langhubige 29er für unter 3.000 € keine Gewichtsrekorde und lassen sich durch hochwertige Komponenten noch optimieren. Das hat aber eben auch seinen Preis.

Unser Tipp Allround ist das Trek Slash 8
# Unser Tipp Allround ist das Trek Slash 8 - die günstige Aluminium-Version des beliebten Enduro-Boliden tritt sich gut bergauf und macht auf flowigen Trails viel Spaß, ohne Kompromisse bei der Enduro Race-Fähigkeit zu machen.

Testsieger: Radon Swoop 9.0

29er liegen seit einiger Zeit sehr im Trend, doch abgesehen vom Skeen Trail war das Radon-Angebot der Bikes mit großen Laufräder überschaubar. Das hat sich zum Modelljahr 2019 geändert: Neben dem Slide Trail hat der Direktversender aus Bonn pünktlich zur neuen Saison eine 29″-Variante des beliebten Enduros Swoop präsentiert. Das Enduro-Bike verfügt über satte 170 mm Federweg vorne und hinten, bietet eine per Flip Chip anpassbare, auf die Abfahrt optimierte Geometrie und selbstredend eine starke Ausstattung zum fairen Preis: Das 2.999 € teure Radon Swoop 9.0 lässt auf den ersten Blick nahezu keinen Wunsch unerfüllt. Geht diese Rechnung auf?

Radon Swoop 9.0: zum ausführlichen Test

Das Radon Swoop 9.0 bringt 14,54 kg auf die Waage und ist für einen Preis von 3.000 € erhältlich
# Das Radon Swoop 9.0 bringt 14,54 kg auf die Waage und ist für einen Preis von 3.000 € erhältlich - dank einer ausgezeichneten Ausstattung und hervorragenden Uphill- sowie Downhill-Eigenschaften sichert sich das Bonner Enduro-Bike in unserem Vergleichstest ungefährdet den Testsieg.

Mit dem Radon Swoop 9.0 ist dem Direktversender aus Bonn ein Volltreffer ins Schwarze gelungen. Der 29er überzeugt mit sehr guten Abfahrts-Eigenschaften, einem hohen Sicherheitsempfinden und erstaunlich guten Uphill-Fähigkeiten. Gleichzeitig bleibt der Fahrspaß nicht auf der Strecke. Dazu kommt ein überragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer auf Carbon-Bling Bling verzichten kann und stattdessen lieber eine hervorragende Abfahrtsmaschine zu einem heißen Preis haben möchte, der kommt nur schwer am Radon Swoop 9.0 vorbei.

Pro
  • hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • gelungene, ausgewogene Geometrie
  • sehr gute Klettereigenschaften
  • exzellenter Abfahrer
Contra
  • keine Rahmengrößen für kleine Fahrer
  • etwas spartanischer Kettenstrebenschutz

Tipp Allround: Trek Slash 8

Als Trek vor nicht einmal drei Jahren erstmals ihr brandneues Slash der Weltöffentlichkeit präsentierte, löste dies ein mittelschweres Beben aus. Mit dem Trek Slash waren die Amerikaner eine der ersten Firmen, die im Enduro Race-Bereich konsequent auf 29″ setzten – auch die Geometrie und das gesamte Konzept an sich waren für damalige Verhältnisse spektakulär. Doch drei Jahre in der Mountainbike-Welt sind eine Ewigkeit – und nachdem das edle Trek Slash 9.9 RSL und auch der kleine Bruder Slash 9.8 in zwei unserer Vergleichstests mächtig abräumen konnten, bietet Trek seit diesem Winter mit dem Slash 8 auch eine Aluminium-Variante ihres Enduro-Bikes an. Das Carbon-Rahmenset kostet stolze 3.699 €, das Trek Slash 8 wechselt hingegen für 2.999 € den Besitzer – und zwar als fahrfertiges Komplettbike mit solider Ausstattung.

Trek Slash 8: zum ausführlichen Test

Geringes Gewicht, eine ausgewogene Geometrie und ein sehr gut funktionierender Hinterbau – mit diesen Eigenschaften sichert sich das vielseitige Trek Slash 8.0 den Sieg in der Allround-Kategorie
# Geringes Gewicht, eine ausgewogene Geometrie und ein sehr gut funktionierender Hinterbau – mit diesen Eigenschaften sichert sich das vielseitige Trek Slash 8.0 den Sieg in der Allround-Kategorie - wer das 14,1 kg schwere Bike sein Eigen nennen möchte, muss dafür 3.000 € berappen.

Mit dem Slash 8 ist es Trek gelungen, die besten Eigenschaften des beliebten Carbon-Bikes in eine deutlich günstigere Alu-Version zu verpacken. Der bewährte Hinterbau überzeugt mit einem satten Gefühl und Nehmerqualitäten, doch auch in gemäßigterem Terrain macht das Slash 8 viel Spaß. Dazu kommen das vergleichsweise geringe Gewicht und die guten Uphill-Fähigkeiten. Diese Kombination macht das Trek Slash 8 zum derzeit wohl besten Enduro-Allrounder für unter 3.000 €.

Pro
  • Allround-Qualitäten
  • sehr guter Hinterbau
  • niedriges Gewicht
Contra
  • Knock Block kann störend sein
  • Hinterreifen und Bremsen unterdimensioniert

Commençal Meta AM 29 Essential

Commençal bewirbt das Meta AM 29 als echtes Race-Enduro, das auf den Trails der Enduro World Series zu Hause ist. Um in diesem harten Terrain zu bestehen, setzt das Meta auf einen robusten Aluminium-Rahmen, 29″-Laufräder sowie satte 170 mm Federweg an der Front und 160 mm Federweg am Heck. Weiterhin soll die ausgewogenen Geometrie und die perfekt auf die großen Laufräder abgestimmte Rahmen-Steifigkeit viel Sicherheit vermitteln, ohne den Fahrer auf langen Abfahrten zu sehr zu ermüden. Das Commençal Meta AM 29 ist in vier Größen von S bis XL sowie in sechs verschiedenen Ausstattungsvarianten für Preise zwischen 2.499 € und 4.799 € erhältlich. Außerdem steht der Rahmen für 1.299 € zum Verkauf. Das von uns getestete Meta AM 29 Essential schlägt mit einem Preis von 2.999 € zu Buche und bringt 15,5 kg auf die Waage.

Commençal Meta AM 29 Essential: zum ausführlichen Test

Trotz des hohen Fahrspaßes und den guten Allround-Qualitäten reichte es für das Commençal Meta AM 29 Essential nicht ganz für den Sieg in der Allround-Wertung
# Trotz des hohen Fahrspaßes und den guten Allround-Qualitäten reichte es für das Commençal Meta AM 29 Essential nicht ganz für den Sieg in der Allround-Wertung - vor allem das hohe Gewicht und die ausbaufähige Laufruhe gaben hier den Ausschlag. Preislich liegt das spaßige Bike bei 3.000 €.

Das Commençal Meta AM 29 Essential kann vor allem mit einem spaßigen Fahrverhalten, einer guten Kurven-Performance und einer soliden Ausstattung punkten. Auch im Uphill macht das Bike eine gute Figur. Lediglich das ziemlich hohe Gesamtgewicht und das leicht nervöse Fahrverhalten in rauen Highspeed-Segmenten schmälern den guten Gesamteindruck. Wer jedoch ein schickes und äußerst spaßiges Enduro-Bike für einen fairen Preis sucht, der ist mit dem Commençal Meta AM 29 Essential bestens beraten.

Pro
  • hoher Fahrspaß
  • guter Allrounder
  • aktiver Hinterbau
Contra
  • hohes Gewicht
  • nicht sehr laufruhig

Ghost SL AMR X 5.9 AL

Als „Smart Ass-Alleskönner mit der X-Tra Portion Abfahrtsspaß” bezeichnet Ghost das SL AMR X auf der eigenen Website. Wer sich unter dieser etwas sperrigen Bezeichnung nicht so wirklich etwas vorstellen kann, dem hilft ein Blick ins Angebot der Bikeschmiede aus Waldsassen. Die SL AMR-Serie soll der vollgefederte Allrounder der Ghost-Bikes sein – und das X hinter AMR deutet an, dass es sich hierbei nicht um ein gewöhnliches SL AMR handelt. Wieso das so ist, wird schnell deutlich: Das 29er mit 145 mm Federweg am Heck setzt auf den außergewöhnlichen Cane Creek Inline Coil-Dämpfer mit Climb Switch. Dieser soll dem Hinterbau noch mehr Performance entlocken und aus dem SL AMR X einen Wolf im Schafspelz machen. Erhältlich ist neben der Carbon-Version seit gut einem Jahr auch ein Aluminium-SL AMR X, das für günstige 2.599 € den Besitzer wechselt.

Ghost SL AMR X 5.9: zum ausführlichen Test

Das Ghost SL AMR X 5.9 AL macht mit seiner knalligen gelben Lackierung einiges her, in unserem Test konnte vor allem der Hinterbau rund um den Cane Creek Inline-Stahlfederdämpfer überzeugen
# Das Ghost SL AMR X 5.9 AL macht mit seiner knalligen gelben Lackierung einiges her, in unserem Test konnte vor allem der Hinterbau rund um den Cane Creek Inline-Stahlfederdämpfer überzeugen - auch dank des attraktiven Preises von nur 2.600 € ist das Ghost daher eine echte Alternative zu den Platzhirschen.

Ein Wolf im Schafspelz ist das Ghost SL AMR X 5.9 AL nicht ganz – dafür muss man gerade auf steilen, schnellen Abfahrten zu viele Kompromisse eingehen. Trotzdem ist das Aluminium-SL AMR X ein spannendes Bike, das für all diejenigen konzipiert ist, die sich genau mit der Materie auseinandersetzen wollen, ohne dass die neuste Anschaffung direkt ein riesiges Loch ins Portemonnaie reißt. Tauscht man diverse Komponenten aus, dann bekommt man ein durchaus potentes und auffälliges Bike für die Trail- und Enduro-Hatz.

Pro
  • attraktiver Preis
  • auffälliger Cane Creek Inline Coil CS-Dämpfer
  • gute Hinterbau-Funktion
Contra
  • vergleichsweise kompliziertes Setup
  • Federgabel und Bremsen kommen ans Limit
  • Detaillösungen

Nukeproof Mega 290 Comp

Mit dem Mega 290 haben die Nordiren von Nukeproof neben dem erfolgreichen Mega 275  auch ein 29″-Enduro-Bike im Portfolio. So können geneigte Nukeproof-Kundinnen und -Kunden selbst entscheiden, ob die Trails lieber auf 27,5″- oder 29″-Laufrädern unter die Stollen genommen werden sollen. Genau mit dieser Entscheidung muss sich auch der amtierende Enduro World Series-Champion Sam Hill befassen. Der schnelle Australier ging bei der EWS in Madeira nach langer erfolgreicher Zeit auf dem Mega 275 erstmals mit dem Nukeproof Mega 290 an den Start. Das 29″-Enduro verfügt über 160 mm Federweg an der Front sowie 155 mm am Heck und ist in vier Größen von S bis XL erhältlich. Der Kostenpunkt für das in Grau gehaltene Bike liegt bei 2.499 € – damit ist das Mega das preiswerteste Enduro-Bike in unserem Vergleichstest.

Nukeproof Mega 290 Comp: zum ausführlichen Test

Mit einem Preis von nur 2.500 € ist das Nukeproof Mega 290 Comp das günstigste Bike in unserem Vergleichstest, dies hält das nordirische Bike jedoch keineswegs zurück
# Mit einem Preis von nur 2.500 € ist das Nukeproof Mega 290 Comp das günstigste Bike in unserem Vergleichstest, dies hält das nordirische Bike jedoch keineswegs zurück - das Enduro-Bike konnte uns mit einer hervorragenden Hinterbau-Performance, der angenehmen Sitzposition sowie der hohen Laufruhe begeistern. Lediglich die relativ geringe Agilität trübt das Gesamtbild ein wenig.

Das Nukeproof Mega 290 kann sowohl im Uphill als auch im Downhill mit einer ausgezeichneten Hinterbau-Performance punkten. Zusätzlich stehen die angenehme Sitzposition und die hohe Laufruhe auf der Habenseite des nordirischen Bikes. Aufgrund des relativ hohen Gewichts ergeben sich jedoch Defizite bei der Agilität, außerdem ist etwas Nachdruck vonnöten, um das Enduro-Bike um enge Kurven zu zirkeln. Sucht man eine preiswerte Vollgas-Maschine, die vor nichts zurückschreckt, ist man mit dem Nukeproof Mega 290 Comp bestens beraten. Mit Tuning-Maßnahmen wie beispielsweise dem Austauschen der Laufräder und Reifen lassen sich zudem einfach einige Schwachstellen des Bikes ausmerzen.

Pro
  • ausgezeichnete Hinterbau-Performance in Uphill und Downhill
  • hohe Laufruhe
  • angenehme Sitzposition
Contra
  • geringe Agilität
  • hohes Gewicht

YT Capra 29 AL Comp

Vor etwas über einem Jahr stellte YT Industries das neue Superenduro Capra vor und spendierte ihm nicht nur teils noch mehr Federweg und einen komplett überarbeiteten Rahmen, sondern auch endlich die von vielen gewünschten 29″-Laufräder. Auch beim neuen Modell bleibt der Forchheimer Versender seinem Firmen-Motto treu und bietet neben extrem hochwertig ausgestatteten Carbon-Versionen auch mehrere kostengünstigere Modelle mit Aluminium-Rahmen für die jungen und nicht ganz so gut betuchten Talente unter uns an. Für unseren Test stand uns das knapp 3.000 € teure YT Capra 29 AL Comp zur Verfügung, das dank 160 mm Federweg, hochwertigem RockShox-Fahrwerk, soliden Komponenten und bissigen SRAM Code-Bremsen bereit für die Enduro-Rennstrecken dieser Welt sein soll.

YT Capra 29 AL Comp: zum ausführlichen Test

Das YT Capra 29 AL Comp sammelt vor allem mit seinem schluckfreudigen Hinterbau und seiner guten Bikepark-Performance punkte, Abzüge gibt es jedoch für den trägen Hinterbau sowie den tiefen Lenker
# Das YT Capra 29 AL Comp sammelt vor allem mit seinem schluckfreudigen Hinterbau und seiner guten Bikepark-Performance punkte, Abzüge gibt es jedoch für den trägen Hinterbau sowie den tiefen Lenker - der Kostenpunkt für die forchheimer Enduro-Maschine liegt bei 3.000 €.

Wie viele Bergziegen-Gene stecken also im YT Capra 29 AL Comp? Vernachlässigbar wenige! Wir denken eher, YT hat sich von einer neuen Art von Ziege, die der Benutzung moderner Hilfsmittel, wie Liften und Shuttle-Bussen, nicht abgeneigt ist, inspirieren lassen. Stehen diese nicht zur Verfügung, sollte man sich mit dem Capra auf einen eher anstrengenden Uphill vorbereiten, bei dem einiges an Energie im Hinterbau verpufft. Das Rad blüht dafür auf schnellen und gebauten Strecken richtig auf und zeigt sich hier angenehm schluckfreudig. Enge und technische Trails, wie sie einem auf vielen Enduro-Rennen begegnen, sind hingegen nicht nach dem Gusto des YT Capra, das auch hier viel Krafteinsatz fordert. So ist es letzten Endes mehr Parkziege als Bergziege.

Pro
  • schluckfreudiges Fahrwerk
  • gute Bikepark-Tauglichkeit
  • bissige Bremsen
Contra
  • träger Hinterbau
  • inkompatible Cockpit-Elemente
  • tiefer Lenker

Was macht ein gutes Enduro-Bike aus?

Enduro-Bikes sind heutzutage die absoluten Alleskönner unter den bergab-fokussierten Mountainbikes. Wer am Ende des Tages eine möglichst große Distanz auf dem Tacho sehen will oder einen Uphill-KOM nach dem anderen pulverisieren möchte, der ist mit einem Enduro-Bike sicherlich falsch bedient. Alle anderen gehen den Anstieg zum Trail lieber gemütlich an, ohne auf einen Lift angewiesen zu sein, lassen es bergab dafür umso mehr krachen und gewinnen möglicherweise keine Krone auf dem Smartphone-Display, aber mit Sicherheit die Spaß-Wertung.

Als Alleskönner sind die Anforderungen an ein gutes Enduro-Bike sehr vielseitig. Eine typische Enduro-Strecke gibt es nicht – stattdessen müssen die Fahrräder auf allen Arten von Abfahrten möglichst glänzen, sollen in ruppigem Gelände viel Sicherheit vermitteln, Laufruhe bei hohen Geschwindigkeiten bieten, weich wie die Wildkatze über Downhill-Pisten bügeln und gleichzeitig sanft wie die Ringelnatter über flowige Trails gleiten, ohne dass sich das Gefährt dabei leblos oder unspaßig anfühlt.

Unter den Kandidaten befinden sich durchaus Bikes, die zeigen, was zu einem mehr als fairen Preis möglich ist, wenn die Kombination aus Geometrie, Fahrwerk und Ausstattung stimmt.

Für eine entspannte und komfortable Fahrt in der Ebene oder bergauf zum Trail-Einstieg ist ein steiler Sitzwinkel und eine Schaltung mit ausreichend großer Bandbreite von essenzieller Bedeutung. Letzteres hat sich mittlerweile flächendeckend durchgesetzt: Alle sechs Bikes in unserem Vergleichstest sind mit 1x-Schaltungen ausgestattet. Auch die Sitzwinkel werden immer steiler, was – zumindest bis zu einem gewissen Punkt – eine sehr begrüßenswerte Entwicklung ist. Außerdem macht sich vor allem bergauf oder auf Trails mit sanftem Gefälle das Gewicht des Bikes besonders bemerkbar. Trotz großer Laufräder und viel Federweg soll das Enduro-29er bitte möglichst leicht sein und agil beschleunigen. Dämpfer, die sich per Hebel blockieren oder in einen Uphill-Modus schalten lassen, gehören heutzutage ebenso zum guten Ton wie Vario-Sattelstützen mit einem ausreichend großen Verstellbereich.

Bergab machen sich vor allem die Federelemente, die Laufräder und die Bremsen bemerkbar. Alle Bikes im Vergleich bieten 160 bis 170 mm Federweg an der Front und ähnlich viel Federweg am Heck, was in Kombination mit abfahrtsorientierten Geometrien auch für steile und verblockte Trails völlig ausreicht. Eine Ausnahme stellt Ghost mit dem SL AMR X dar, welches sich mit lediglich 145 mm Federweg am Heck begnügen muss – dafür allerdings dank eines Coil-Dämpfers besonders feinfühlig ansprechen soll. Kraftvolle Bremsen mit ausreichend großen Bremsscheiben sind ebenso Pflicht wie die Kombination aus stabilen Laufrädern und Reifen, die viel Grip bieten und nicht sofort jeden Stein- oder Wurzelkontakt mit einem Luftverlust-indizierenden Zischen kommentieren sollen. Und natürlich muss unterm Strich das Gesamtpaket stimmen. Das ist in Anbetracht des Preislimits kein leichtes Unterfangen. Anbauteile aus Carbon oder gar Rahmen aus dem leichten Kohlefaser-Material sind bei diesem Preispunkt nicht zu finden, auch Gewichtsrekorde brechen die sechs Modelle in unserem Test nicht. Unter den Kandidaten befinden sich durchaus Bikes, die zeigen, was zu einem mehr als fairen Preis möglich ist, wenn die Kombination aus Geometrie, Fahrwerk und Ausstattung stimmt.

In grobem Gelände dürfen die Bikes nicht an ihr Limit kommen. Dafür sind neben einer abfahrtsorientierten Geometrie auch gute Federelemente, stabile Laufräder und bissige Bremsen notwendig.
# In grobem Gelände dürfen die Bikes nicht an ihr Limit kommen. Dafür sind neben einer abfahrtsorientierten Geometrie auch gute Federelemente, stabile Laufräder und bissige Bremsen notwendig.

Auf den Punkt gebracht

Fassen wir den Einsatzbereich und die Anforderungen an die sechs Enduro-Bikes in unserem Vergleichstest noch einmal zusammen:

Die Einsatzbereiche

  • Enduro Aus eigener Kraft und mit eher gemütlichem Tempo berghoch, um es dann auf der Abfahrt so richtig krachen zu lassen: Was früher einfach Mountainbiken war, wird heutzutage als Enduro bezeichnet. Eine typische Enduro-Strecke gibt es nicht – Stages, die beispielsweise in Enduro-Rennen vorkommen, reichen von flowigen und sanften Abfahrten bis hin zu sehr langen und sehr ruppigen Strecken, die auch das Prädikat Downhill verdient hätten. Der Fokus liegt immer auf der Abfahrt.
  • Trail Viele Mountainbiker greifen auch auf ihren Hometrails am liebsten zu einem Enduro-Bike, wenngleich ein Fahrrad mit weniger Federweg gerade auf nicht allzu steilen Strecken ebenfalls eine sinnvolle Wahl wäre. Enduro-Bikes wiegen zwar mehr, bieten im Zweifelsfall aber auch die nötige Portion Sicherheit. Trotzdem sollen sie aber idealerweise auch auf flacheren und flowigen Strecken Spaß machen und sich nicht komplett leblos und unterfordert anfühlen.
  • Bike Park Enduro-Bikes sind die absoluten Alleskönner mit Fokus auf der Abfahrt – entsprechend machen sie auch in Bike Parks auf den meisten Strecken eine gute Figur. Dank immer besserer Fahreigenschaften und Komponenten ist für viele Leute mittlerweile ein reiner Downhiller oder Freerider überflüssig. Ein Enduro-Bike verrichtet in den meisten deutschen Bike Parks oft ähnlich gute Dienste.
Alle sechs Bikes in unserem Test wurden über mehrere Monate hinweg im direkten Vergleich gefahren
# Alle sechs Bikes in unserem Test wurden über mehrere Monate hinweg im direkten Vergleich gefahren - so war es möglich, die individuellen Stärken, Schwächen und Besonderheiten zu ermitteln.

Das sollte ein Enduro-Bike können

  • Uphill-Fähigkeit Bergab will man es auf Enduro-Bikes so richtig krachen lassen, doch wer runterfahren möchte, der muss zunächst irgendwie nach oben kommen. Nicht an jedem Berg steht ein Lift, die Entwicklung des Teleporters lässt leider noch auf sich warten – wer viel Fahrspaß will, muss das Sportgerät also aus der Kraft seiner Waden bergauf befördern. Deshalb sollten Enduro-Bikes auch bergauf eine gute Figur machen. Das bedeutet: Eine entspannte, zentrale Sitzposition und ein antriebsneutraler Hinterbau oder ein Dämpfer, der sich per Hebel blockieren lässt, sind für die Uphill-Fähigkeiten sehr sinnvoll.
  • Vielseitigkeit Flowige Trails, knackige Gegenanstiege, Sprints aus Kurven, große Sprünge, verblocktes Gelände, Highspeed-Abfahrten und natürlich lange Anstiege, um wieder zum Start der Abfahrten zu kommen: Ein modernes Enduro-Bike muss ein absoluter Alleskönner sein, wenngleich der Fokus eindeutig auf der Abfahrt liegt.
  • Fahrspaß Das Enduro-Bike ist für meisten Leute das Rad, das sie mit Abstand am meisten fahren – umso wichtiger ist es, dass es auf einer Vielzahl von Streckentypen glänzt und vor allem viel Spaß macht.
  • Haltbarkeit In einer perfekten Welt sollte ein Enduro-Bike so schnell und leichtfüßig wie ein Cross Country-Hardtail klettern, gleichzeitig aber bergab so haltbar und zuverlässig wie ein Downhill-Fully sein. Das ist in der Praxis nicht möglich – im Zweifelsfall sollte das Enduro-Bike aber lieber etwas haltbarer als nötig sein. Ein schweres Bike bergauf pedalieren macht schließlich mehr Spaß, als ständig die platten Reifen aufzupumpen. Trotzdem sollte das Gewicht unter der Haltbarkeit nicht leiden.
Jedes der Bikes hat individuelle Stärken, Schwächen und Eigenheiten, die jeweils im ausführlichen Einzeltest vermerkt sind
# Jedes der Bikes hat individuelle Stärken, Schwächen und Eigenheiten, die jeweils im ausführlichen Einzeltest vermerkt sind - insgesamt bekommt man für 3.000 € aber mittlerweile auch in diesem Bereich jede Menge Fahrrad fürs Geld!

Wo und wie haben wir getestet?

Alle sechs Enduro-Bikes in unserem Vergleichstest wurden über mehrere Monate hinweg auf Herz und Nieren getestet. Bergauf ging es dazu fast immer aus eigener Kraft – überwiegend auf Forstwegen, aber auch auf technischen Trails, um die Uphill-Fähigkeiten zu testen. Bergab wurden die sechs Bikes überwiegend auf den naturbelassenen und anspruchsvollen Trails im hessischen Taunus gefahren. Jedes Bike im Feld wurde von mehreren Testern auf denselben Trails gefahren, um Eindrücke im direkten Vergleich zu sammeln. Zum Abschluss des Tests haben wir außerdem einen Shuttle-Tag auf einer Downhill-Strecke durchgeführt, bei dem alle sechs Bikes gegeneinander angetreten sind und dabei maximal viele Tiefenmeter gesammelt haben. Abgesehen von kleineren individuellen Anpassungen wie der Lenkerhöhe, der Position der Bremsgriffe und natürlich dem Fahrwerk-Setup sind die sechs Enduro-Bikes gegenüber ihrer Serienausstattung zunächst unverändert geblieben. Anpassungen, die wir gegenüber der Serienausstattung vorgenommen haben, sind im jeweiligen Einzeltest vermerkt.


Hier findest du alle weiteren Artikel unseres Enduro-29er-Vergleichstests:

  1. benutzerbild

    cxfahrer

    dabei seit 03/2004

    Dodger79 schrieb:
    Ich finde die Fazit-Zusammenfassung unglücklich. Da werden Punkte als negativ im Pro/Contra-Kasten dargestellt, die selbst so im Test bzw. nach des Testers Erklärung hier im Forum ausdrücklich nicht negativ aufgefallen sind. Ich meine z.B. beim Capra den Negativpunkt "tiefer Lenker". Das liest sich wie ein viel zu niedriger Stack-Wert, wird aber gleichzeitig nicht bemängelt beim Mega (gleicher Stack-Wert), Ghost und Trek (deutlich niedrigerere Stack-Werte). Weil der Stack ja auch gar nicht gemeint ist, sondern der zu stark gekürzte Gabelschaft (was definitiv stimmt und YT ändern sollte, diese Kritik ist absolut gerechtfertigt). So liest es sich aber wie eine verunglückte Geometrie. Dann werden beim Capra "inkompatible Cockpitelemente" bemängelt. Mal ganz ketzerisch gefragt: wisst ihr überhaupt, was inkompatibel heisst? Das heisst "funktioniert nicht miteinander" und nicht "es gibt keinen Matchmaker, um das Cockpit aufgeräumter zu gestalten", was allerdings beim Trigger für die Sattelstütze dann schlichtweg falsch ist, denn dieser ist mittels Matchmaker befestigt. Und funktionieren tut das sehr wohl. Beim Ghost heisst das dann wesentlich versöhnlicher "- Detaillösungen", worunter aber auch für ein Enduro gravierendere Dinge fallen wie fehlende Kettenführung/bashguard, zu geringer Verstellweg der Variostütze. Es gibt tatsächlich einiges, was man am Capra bemängeln kann, dies sollte man dann allerdings bitte auch entsprechend bei anderen bemängeln, wenn es dort ähnlich ist. Und ähnlich deutliche Worte finden. Ihr könnt, dürft und sollt kritisch sein, auch als deutliches Feedback an die Hersteller, damit Mängel abgestellt werden. Aber wenn man das nur bei einem Bike macht, dann wirkt das wie eine Abrechnung, wie etwas persönliches. Und wenn es dann bereits schon im Forum diskutiert und extra erklärt wurde, verstehe ich nicht, warum es ohne Überarbeitung/Erklärung (die ja notwendig schien, sonst hätte es keine Diskussion darüber gegeben) so mit in's Fazit übernommen wird. Grundsätzlich kann's mir egal sein, ich habe mein Fahrrad und suche gerade keins, mit YT bin ich auch nicht verbandelt. Aber es kommt irgendwie komisch rüber, wenn ein Bike nur durch andere Ausstattung so sehr seinen Charakter zu ändern scheint, wie dieser Test im Vergleich zur Vorstellung des Capra durch Grinsekater vermuten lässt. Und es ist halt schon extrem tendentiell, wenn beim Capra unter negativ die Schlagworte träge, inkompatibel und tief (impliziert zu tief) fallen, während das Radonausschließlich gelobt wird, man aber zu fast jedem Pro im Test eine Einschränkung lesen kann ("muss gewuchtet werden", "man muss sehr, sehr stark aufpassen, im uphill nicht aufzusetzen und das pedalieren exakt timen", "Hinterreifen gerät an's Limit" im Gegensatz zu "ausgewogen", "sehr gute Klettereigenschaften", "exzellenter Abfahrer"). Das Radon ist länger, flacher, mit längeren Kettenstreben und "etwas Körpereinsatz" ist gefragt, das kürzere, steilere Capra kommt "langsam aus dem Knick", "benötigt viel Körpereinsatz und Nachdruck", was dann aber trotzdem in der Federung "versackt" und das steilere Setting macht das Rad "flatterig". Ich bin nicht beide Räder gefahren, finde dieses den Erwartungen anhand der Geo widersprechende Fazit aber merkwürdig. Und es zeigt, mit wieviel Bedacht Worte gewählt werden sollten, wenn bei beiden im Grunde ähnliches steht (langes Rad muss mit Nachdruck durch die Kurven), bei einem aber nur ein gutmütiger Nebensatz steht und beim anderen ein ganzer Absatz dafür verwendet wird, wie kagge sich das Rad eigentlich fahren lässt.

    P.S.: warum wird eigentlich bei solch einem Vergleich nicht auch auf die Überstandshöhe eingegangen? MMn ein ziemlich unterschätzter Wert, sorgt er doch für enorme Bewegungsfreiheit auf/im Rad und ermöglicht evtl. kleineren Fahrern längere Rahmen zu fahren.


    Auch wenn du da jetzt arg viel geschrieben hast: du hast völlig recht.

    Und ich finde den Test insgesamt ziemlich in die Hose gegangen, das ist nichtmal enduro-mtb Niveau - und ich war bislang von euren Test schwer begeistert, grade von Grinsekater. Und auch von Paul Astons Tests auf Pinkbike, der wurde ja dort leider auch aufgehört.

    Ausstattungen gegeneinander aufzählen und "liebevolle Details" wie Zugclipse fotografieren, die nach kurzem Gebrauch eh davonfliegen. Die Bikes sehen aus, als wären die jeweils keine 2 Stunden gefahren worden. Klar, die Tester sind ja Pros, die merken sofort was, und kennen unzählige andere Bikes. Das ist keine Raketenwissenschaft!
    Nichtmal das Ziel des Tests ist klar formuliert. Sind diese Bikes nun als Enduros getestet worden, für Ballern, Park und Rennen fahren?
    Ich hatte bei einigen Zusammenfassungen das Gefühl, es geht um AX-taugliche Allmountains.
  2. benutzerbild

    22042015

    dabei seit 04/2015

    cxfahrer schrieb:
    Auch wenn du da jetzt arg viel geschrieben hast: du hast völlig recht.

    Und ich finde den Test insgesamt ziemlich in die Hose gegangen, das ist nichtmal enduro-mtb Niveau - und ich war bislang von euren Test schwer begeistert, grade von Grinsekater. Und auch von Paul Astons Tests auf Pinkbike, der wurde ja dort leider auch aufgehört.

    Ausstattungen gegeneinander aufzählen und "liebevolle Details" wie Zugclipse fotografieren, die nach kurzem Gebrauch eh davonfliegen. Die Bikes sehen aus, als wären die jeweils keine 2 Stunden gefahren worden. Klar, die Tester sind ja Pros, die merken sofort was, und kennen unzählige andere Bikes. Das ist keine Raketenwissenschaft!
    Nichtmal das Ziel des Tests ist klar formuliert. Sind diese Bikes nun als Enduros getestet worden, für Ballern, Park und Rennen fahren?
    Ich hatte bei einigen Zusammenfassungen das Gefühl, es geht um AX-taugliche Allmountains.

    Hört sich an, als ob du ein Capra Fahrer bist, der mit dem Test nicht klar kommt.
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  4. benutzerbild

    Stompy

    dabei seit 06/2007

    22042015 schrieb:
    Hört sich an, als ob du ein Capra Fahrer bist, der mit dem Test nicht klar kommt.

    Er hat recht und liefert gutes, begründetes Feedback an die Redaktion, das hoffentlich in Zukunft zu besseren Tests führen wird.

    Du verzapfst Nonsens weil du seinen Text nicht objektiv gelesen hast.
  5. benutzerbild

    evil_rider

    dabei seit 01/2002

    abgesehen davon, das ich die bikes alle scheisse finde(29er, klar?), wie kann man nen tiefen lenker kritisieren? kommt dem fahrverhalten zugute um so flacher die front ist, erstrecht wenn mans eher bergab drückt die kiste.
  6. benutzerbild

    bikespammer

    dabei seit 09/2007

    cxfahrer schrieb:
    Auch wenn du da jetzt arg viel geschrieben hast: du hast völlig recht.

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