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Das Last Tarvo ist fast schon zu schön, um wahr zu sein
Das Last Tarvo ist fast schon zu schön, um wahr zu sein - der bildhübsche Carbon-Rahmen wird in Deutschland gefertigt und will mit 160 mm Federweg am Heck die Enduro-Herzen erobern.
Das Tarvo war das erste Bike aus dem Hause Last, das auf einen Carbon-Rahmen setzt
Das Tarvo war das erste Bike aus dem Hause Last, das auf einen Carbon-Rahmen setzt - der goldene Schriftzug auf dem ansonsten sehr schlicht gehaltenen Rad fügt sich perfekt ein.
last-tarvo-0538
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Produziert wird der Tarvo-Rahmen bei All Ahead Composites in Würzburg.
Produziert wird der Tarvo-Rahmen bei All Ahead Composites in Würzburg. - Damit geht Last einen ganz eigenen Weg: Carbon-Bikes Made in Europe gibt es bis dato nur sehr wenige.
Laut Last handelt es sich beim Tarvo um den leichtesten Enduro-Serienrahmen der Welt
Laut Last handelt es sich beim Tarvo um den leichtesten Enduro-Serienrahmen der Welt - trotzdem erfüllt das Bike jegliche Prüfnormen und hat eine Freigabe für Bike Park, Rennen und Co.
Eine Besonderheit ist der einteilige Carbon-Hinterbau, der ohne Drehpunkt im Bereich der Hinterrad-Achse auskommt
Eine Besonderheit ist der einteilige Carbon-Hinterbau, der ohne Drehpunkt im Bereich der Hinterrad-Achse auskommt - Flexpivot nennt Last diesen Ansatz, der bisher – wenn überhaupt – vor allem im XC-Bereich eingesetzt worden ist.
Der Rahmen wird in einer solch hohen Qualität gefertigt, dass eine kosmetische Carbon-Schicht gar nicht notwendig ist.
Der Rahmen wird in einer solch hohen Qualität gefertigt, dass eine kosmetische Carbon-Schicht gar nicht notwendig ist.
An unserem Testbike wird ein Luftdämpfer von der im Ruhrpott gefrästen Alu-Umlenkwippe aktiviert
An unserem Testbike wird ein Luftdämpfer von der im Ruhrpott gefrästen Alu-Umlenkwippe aktiviert - dank ausreichender Progression ist das Tarvo aber auch mit Coil-Dämpfern kompatibel.
Anti-Squat Last Tarvo
Anti-Squat Last Tarvo
Anti-Rise Last Tarvo
Anti-Rise Last Tarvo
Übersetzungsverhältnis Last Tarvo
Übersetzungsverhältnis Last Tarvo
Alles mit an Bord: Der Kofferraum im Unterrohr bietet ausreichend Platz für Banane, Ersatzschlauch, Jacke und Co.
Alles mit an Bord: Der Kofferraum im Unterrohr bietet ausreichend Platz für Banane, Ersatzschlauch, Jacke und Co.
Carbon, so weit das Auge reicht: Auf der Last-Website lässt sich das Tarvo vielfältig konfigurieren
Carbon, so weit das Auge reicht: Auf der Last-Website lässt sich das Tarvo vielfältig konfigurieren - dank großzügiger Verwendung von Kohlefaser-Komponenten wiegt unser Testbike fast schon absurd leichte 12,9 kg.
An der Front unseres Testbikes werkelt eine Fox 36 Factory mit 170 mm Federweg.
An der Front unseres Testbikes werkelt eine Fox 36 Factory mit 170 mm Federweg.
Standesgemäß: Die elektrische SRAM XX1 Eagle AXS-Schaltung ist an einem Rad in diesem Preisbereich praktisch Pflicht.
Standesgemäß: Die elektrische SRAM XX1 Eagle AXS-Schaltung ist an einem Rad in diesem Preisbereich praktisch Pflicht.
Griffige Reifen mit dicker Karkasse: Trotz Fokus auf Leichtbau geht Last keine Kompromisse bei der Haltbarkeit ein.
Griffige Reifen mit dicker Karkasse: Trotz Fokus auf Leichtbau geht Last keine Kompromisse bei der Haltbarkeit ein.
Die Vecnum Nivo-Sattelstütze bietet einen Verstellbereich von stolzen 182 mm.
Die Vecnum Nivo-Sattelstütze bietet einen Verstellbereich von stolzen 182 mm.
Kann man so machen.
Kann man so machen.
Solange es sich im Rahmen hält, ist mir persönlich das Gewicht bei einem Vollgas-Enduro relativ egal
Solange es sich im Rahmen hält, ist mir persönlich das Gewicht bei einem Vollgas-Enduro relativ egal - doch es ist beeindruckend, wie leichtfüßig das Last Tarvo klettert. Der Hinterbau bleibt dabei relativ ruhig, sodass man sich den Griff zum Climb Switch getrost sparen kann.
Durch den vergleichsweise kurzen Hinterbau, der über alle Rahmengrößen hinweg etwas in die Länge wächst, nimmt man auf dem Tarvo eine etwas hecklastige Position ein
Durch den vergleichsweise kurzen Hinterbau, der über alle Rahmengrößen hinweg etwas in die Länge wächst, nimmt man auf dem Tarvo eine etwas hecklastige Position ein - dadurch gelingen schnelle Richtungswechsel spielerisch. Bei hohen Geschwindigkeiten ist etwas Konzentration erforderlich.
Der Hinterbau des Tarvos funktioniert sehr effizient und geht nicht zu verschwenderisch mit dem Federweg um
Der Hinterbau des Tarvos funktioniert sehr effizient und geht nicht zu verschwenderisch mit dem Federweg um - dadurch bekommt man immer etwas Feedback vom Untergrund und hat nicht das Gefühl, ein lebloses Gefährt unter sich zu haben.
Last-Tarvo-Action-8889
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Gespannt war ich, ob und wie sich der Flexpivot-Hinterbau auf dem Trail bemerkbar machen würde
Gespannt war ich, ob und wie sich der Flexpivot-Hinterbau auf dem Trail bemerkbar machen würde - im Vergleich zu so manchem Konkurrenten fühlt sich das Tarvo-Heck hin und wieder etwas schnippischer an. Ob das am fehlenden Drehpunkt liegt? Schwer bis unmöglich zu sagen.
Auf Trails mit sehr ruppigen Sektionen, wo man seine Linien nicht perfekt kennt, liegt der ein oder andere Konkurrent noch etwas satter auf der Piste
Auf Trails mit sehr ruppigen Sektionen, wo man seine Linien nicht perfekt kennt, liegt der ein oder andere Konkurrent noch etwas satter auf der Piste - das Tarvo ist kein reines Bügeleisen, was mich auch nicht weiter gestört hat. Davon abgesehen gibt sich die schwarze Schönheit auf dem Trail keinerlei Blöße.
Last-Tarvo-Action-9022
Last-Tarvo-Action-9022
Das Kavenz VHP16 ist ebenfalls ein extrem spannendes Bike aus Deutschland, das auf ruppigen Trails die Nase vorn hat
Das Kavenz VHP16 ist ebenfalls ein extrem spannendes Bike aus Deutschland, das auf ruppigen Trails die Nase vorn hat - für das Last spricht das deutlich geringere Gewicht und die höhere Allround-Fähigkeit. Keine Frage: Beide Bikes sind fantastisch!
Ein sehr, sehr guter Allrounder ist das neue Trek Slash, das ähnlich wie das Tarvo kein reiner Baller-Bolide ist
Ein sehr, sehr guter Allrounder ist das neue Trek Slash, das ähnlich wie das Tarvo kein reiner Baller-Bolide ist - den Vergleich mit modernen Enduro Race-Bikes der namhaften Konkurrenz muss das Last Tarvo in keinem Fall scheuen.
Die Verarbeitungsqualität ist auf einem sehr hohen Niveau, dazu wirkt der Rahmen in praktisch jedem Detail enorm durchdacht
Die Verarbeitungsqualität ist auf einem sehr hohen Niveau, dazu wirkt der Rahmen in praktisch jedem Detail enorm durchdacht - man bezahlt für ein Premium-Produkt und bekommt auch ein solches.
Der Kofferraum im Tarvo ist sehr praktisch
Der Kofferraum im Tarvo ist sehr praktisch - der Magnetverschluss, mit dem die Klappe an Ort und Stelle gehalten wird, ist allerdings extrem stark. Wer seine Finger mag, sollte hier ganz besonders aufpassen.
last-tarvo-0496
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Das Last Tarvo ist ein fantastisches Enduro-Bike, das auf zahlreichen Trails von sanft und flach bis schnell und ruppig hervorragend funktioniert
Das Last Tarvo ist ein fantastisches Enduro-Bike, das auf zahlreichen Trails von sanft und flach bis schnell und ruppig hervorragend funktioniert - dazu lässt es sich vielfältig konfigurieren, besticht mit seiner Optik und bietet durchdachte Features. Neben dem Preis der wohl einzige Haken an der Sache: Zum Fahren ist es eigentlich viel zu schön!

Last Tarvo im Test: Mit dem Tarvo hat Last im vergangenen Jahr das erste Carbon-Bike der Firmengeschichte präsentiert – und dabei einen absoluten Volltreffer gelandet. Kaum ein Rad wurde in den letzten Jahren so begeistert aufgenommen wie dieses federleichte Vollgas-Enduro, das komplett in Deutschland gefertigt wird. Im Rahmen unserer Testserie „Neue Deutsche Welle“ haben wir das Last Tarvo ausgiebig getestet!

Steckbrief: Last Tarvo

EinsatzbereichEnduro
Federweg170 mm/160 mm
Laufradgröße29ʺ
RahmenmaterialCarbon
Gewicht (o. Pedale)12,9 kg
Rahmengrößen165, 175, 185, 195 (im Test: 185)
Websitewww.last-bikes.com
Preis: ab 3.999 €

Seit dem Jahr 2000 steht Last Bikes aus dem Ruhrgebiet für mehr als solide, zuverlässige und funktionale Mountainbikes aus Aluminium oder Stahl. Doch anlässlich des 20-jährigen Firmenjubiläums haben sich die Dortmunder praktisch neu erfunden – und mit dem vor gut einem Jahr vorgestellten Last Tarvo eines der interessantesten Enduro-Bikes überhaupt präsentiert. Die Eckdaten des Carbon-Geschosses lesen sich beeindruckend, ein Blick auf die Entstehung des formschönen Rahmens dürfte so ziemlich jedes Mountainbiker-Herz höher schlagen lassen. Nach unserem ersten kurzen Last Tarvo-Test hatten wir nun die Möglichkeit, das Traum-Bike ausgiebig auf Herz und Nieren zu prüfen!

6 Bikes aus Deutschland im Test: Hier gibt’s alle Infos zur Neuen Deutschen Welle auf MTB-News!

Das Last Tarvo ist fast schon zu schön, um wahr zu sein
# Das Last Tarvo ist fast schon zu schön, um wahr zu sein - der bildhübsche Carbon-Rahmen wird in Deutschland gefertigt und will mit 160 mm Federweg am Heck die Enduro-Herzen erobern.
Diashow: Last Tarvo im Test: Schlicht und ergreifend
Anti-Squat Last Tarvo
An der Front unseres Testbikes werkelt eine Fox 36 Factory mit 170 mm Federweg.
Das Kavenz VHP16 ist ebenfalls ein extrem spannendes Bike aus Deutschland, das auf ruppigen Trails die Nase vorn hat
Produziert wird der Tarvo-Rahmen bei All Ahead Composites in Würzburg.
Der Rahmen wird in einer solch hohen Qualität gefertigt, dass eine kosmetische Carbon-Schicht gar nicht notwendig ist.
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Im Detail

Selten kommt es vor, dass ein neues Rad derart für Furore sorgt, wie es beim Release des Last Tarvos der Fall war. Die Gründe dafür sind vielfältig. Daher hier der Versuch, die Einzigartigkeit des Last Tarvos in einem sehr verschachtelten Satz zusammenzufassen: Das Tarvo ist der erste Carbon-Rahmen in der Firmengeschichte von Last, der dazu unter fairen und nachhaltigen Bedingungen in einer ziemlich einzigartigen Monocoque-Bauweise lokal in Deutschland produziert wird und neben einer progressiven Geometrie und Features wie einem Größen-spezifischen Anti Squat auch die Möglichkeit bietet, sich beim Bestellvorgang vielfältig konfigurieren zu lassen – und das alles bei einem konkurrenzlos leichten Rahmengewicht. Aber der Reihe nach …

Das Tarvo war das erste Bike aus dem Hause Last, das auf einen Carbon-Rahmen setzt
# Das Tarvo war das erste Bike aus dem Hause Last, das auf einen Carbon-Rahmen setzt - der goldene Schriftzug auf dem ansonsten sehr schlicht gehaltenen Rad fügt sich perfekt ein.

In Anbetracht der Rahmen, die Last in den vergangenen 20 Jahren auf den Markt gebracht hat, kam es durchaus überraschend, als die kleine Schmiede aus Dortmund vor einem Jahr einen Kohlefaser-Rahmen präsentierte. Mountainbikes aus Carbon sind definitiv keine Besonderheit mehr, werden aber in nahezu allen Fällen in Asien produziert. Ausnahmen hiervon lassen sich wohl an einer Hand abzählen. Doch Last setzt beim Tarvo und auch beim in der Zwischenzeit vorgestellten Carbon-Trail-Bike Cinto – hier unser Last Cinto-Test – komplett auf eine regionale Produktion. Laminiert werden die Rahmen bei All Ahead Composites in Würzburg, die einteilige Aluminium-Umlenkwippe wird im Ruhrgebiet gefräst. Auf Wunsch kann man den Rahmen anschließend bei Lars Diedenhofen von 70ID in Hagen lackieren lassen. Das Rohmaterial stammt zwar nicht aus Deutschland, doch auch hier legt Last großen Wert auf faire Bedingungen und bevorzugt daher Lieferanten aus freiheitlich-demokratischen Ländern. So stammen die Carbon-Fasern aus Japan und die Verarbeitung zu Prepregs erfolgt in Italien.

last-tarvo-0538
# last-tarvo-0538

Bleiben wir kurz bei All Ahead Composites in Würzburg, wo aus den Carbon-Matten ein fast finaler Tarvo-Rahmen entsteht. Das vordere Rahmendreieck und der Hinterbau des Last-Rahmens werden in einer Monocoque-Bauweise gefertigt. Das bedeutet: Die beiden Teile werden jeweils als Ganzes in einer Form gefertigt. Fügestellen, bei denen mehr Material als nötig verwendet werden muss, weil es doppelt aufliegt, entfallen dadurch. Das ist einer der Gründe dafür, weshalb das Last Tarvo extrem leicht ist – Last spricht sogar vom leichtesten Serien-Enduro-Rahmen, den es derzeit gibt. Trotz dieses Leichtbaus soll darunter die Haltbarkeit nicht leiden. So hat der Tarvo-Rahmen eine Freigabe für den Bikepark- und Renn-Einsatz. Außerdem bietet Last eine fünfjährige Garantie und ein Crash Replacement-Programm.

Produziert wird der Tarvo-Rahmen bei All Ahead Composites in Würzburg.
# Produziert wird der Tarvo-Rahmen bei All Ahead Composites in Würzburg. - Damit geht Last einen ganz eigenen Weg: Carbon-Bikes Made in Europe gibt es bis dato nur sehr wenige.
Laut Last handelt es sich beim Tarvo um den leichtesten Enduro-Serienrahmen der Welt
# Laut Last handelt es sich beim Tarvo um den leichtesten Enduro-Serienrahmen der Welt - trotzdem erfüllt das Bike jegliche Prüfnormen und hat eine Freigabe für Bike Park, Rennen und Co.

Betrachtet man den Tarvo-Rahmen im Großen und Ganzen, dann fällt zunächst das sehr schlichte Design auf. Erst bei näherer Betrachtung entdeckt man zahlreiche Details, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen – zum Beispiel die extrem schicke Umlenkwippe aus Aluminium, die sich perfekt in den Rahmen einfügt. Oder der einteilige Carbon-Hinterbau, bei dem die Bremse zwischen Sitz- und Kettenstrebe positioniert ist und … Moment mal – da fehlt doch was!?

Eine Besonderheit ist der einteilige Carbon-Hinterbau, der ohne Drehpunkt im Bereich der Hinterrad-Achse auskommt
# Eine Besonderheit ist der einteilige Carbon-Hinterbau, der ohne Drehpunkt im Bereich der Hinterrad-Achse auskommt - Flexpivot nennt Last diesen Ansatz, der bisher – wenn überhaupt – vor allem im XC-Bereich eingesetzt worden ist.

Richtig gesehen: Das Last Tarvo verzichtet auf den eigentlich nötigen Drehpunkt im Bereich der Hinterrad-Achse. Stattdessen nutzt Last hier die richtungsabhängige Steifigkeit von Carbon aus: Der Hinterbau kann sich gerade genug verwinden, um den Drehpunkt überflüssig zu machen. Flexpivot nennt Last diesen Ansatz, den man in ähnlicher Form auch gelegentlich an Cross Country– und Trail-Bikes sieht. Da der Flexpivot am Tarvo Last zufolge kaum beansprucht wird, konnte dieses Prinzip erstmals bei einem Rahmen mit 160 mm Federweg realisiert werden. Auch die Haltbarkeit soll darunter nicht leiden.

Der Rahmen wird in einer solch hohen Qualität gefertigt, dass eine kosmetische Carbon-Schicht gar nicht notwendig ist.
# Der Rahmen wird in einer solch hohen Qualität gefertigt, dass eine kosmetische Carbon-Schicht gar nicht notwendig ist.

So handelt es sich beim Last Tarvo im Prinzip um einen relativ klassischen abgestützten Eingelenker, bei dem der Dämpfer vertikal vor dem Sitzrohr platziert ist und von oben komprimiert wird. Selbstverständlich hat sich Last Gedanken gemacht, wie der Tarvo-Hinterbau auch auf knallharten Enduro-Rennstrecken optimal funktionieren soll. Dazu setzt Last auf eine Progression von 34 % vom Sag-Punkt bis zum Ende des Federwegs, sodass der Rahmen auch mit Coil-Dämpfern kompatibel ist.

An unserem Testbike wird ein Luftdämpfer von der im Ruhrpott gefrästen Alu-Umlenkwippe aktiviert
# An unserem Testbike wird ein Luftdämpfer von der im Ruhrpott gefrästen Alu-Umlenkwippe aktiviert - dank ausreichender Progression ist das Tarvo aber auch mit Coil-Dämpfern kompatibel.

Eine weitere Besonderheit des Tarvo-Hinterbaus ist der Größen-spezifische Anti-Rise und Anti-Squat. Der Anti-Squat bestimmt im Prinzip, wie effizient sich ein Rad pedaliert. Um für alle Körpergrößen ähnliche Anti-Squat-Werte zu realisieren, hat Last daher je nach Rahmengröße die Position der Drehpunkte minimal angepasst. Diese korrigierten Anti-Squat-Verläufe liegen Last zufolge deutlich näher zusammen, als es ohne Korrektur der Fall wäre – gerade auf die Pedalier-Effizienz der größeren Rahmen soll sich dies positiv auswirken. Ähnliches gilt für den Anti-Rise – das Verhalten des Hinterbaus bei Betätigung der Hinterrad-Bremse –, der durch die Größen-spezifische Anpassung der Drehpunkte über alle Rahmengrößen hinweg einen identischen Verlauf haben soll.

Anti-Squat Last Tarvo
# Anti-Squat Last Tarvo

Anti-Rise Last Tarvo
# Anti-Rise Last Tarvo

Übersetzungsverhältnis Last Tarvo
# Übersetzungsverhältnis Last Tarvo

Auch das vordere Rahmendreieck hat das ein oder andere interessante Feature zu bieten – allen voran das integrierte Fach im Unterrohr, welches genug Stauraum für eine kleine Pumpe, ein Mini-Tool, einen Snack und einen kompakten Schlauch bietet. Die Abdeckung des Fachs dient gleichzeitig als Aufnahme für einen Flaschenhalter. Sie wird mittels wirklich starker Magnete klapperfrei an Ort und Stelle gehalten. Alle Leitungen werden selbstverständlich intern verlegt und in einlaminierten Kanälen klapperfrei geführt. Hinterbau und Unterrohr sind ausreichend geschützt, das Tretlager wird verschraubt. Wer sein Kettenblatt mit einer Kettenführung schützen möchte, kann dies dank optional erhältlichem ISCG-Adapter problemlos tun. Außerdem lässt sich das Last Tarvo als reines 29er oder als Mullet-Variante mit 27,5″-Hinterrad konfigurieren.

Alles mit an Bord: Der Kofferraum im Unterrohr bietet ausreichend Platz für Banane, Ersatzschlauch, Jacke und Co.
# Alles mit an Bord: Der Kofferraum im Unterrohr bietet ausreichend Platz für Banane, Ersatzschlauch, Jacke und Co.

Dass ein federleichtes, mit Features vollgestopftes und in Deutschland produziertes Kleinserien-Enduro kein ganz günstiges Vergnügen ist, dürfte kaum überraschen. Der Last Tarvo-Rahmen ist zu einem Preis ab 3.999 € erhältlich – allerdings ohne Dämpfer. Hier stehen für einen Aufpreis zwischen 369 € bis 699 € alle gängigen Modelle von RockShox und Fox zur Auswahl. Komplettbikes beginnen ab 6.199 €. Auf der Last-Website hat man zahlreiche Konfigurations-Möglichkeiten inklusive Anzeige der Verfügbarkeiten und Liefertermine.

Carbon, so weit das Auge reicht: Auf der Last-Website lässt sich das Tarvo vielfältig konfigurieren
# Carbon, so weit das Auge reicht: Auf der Last-Website lässt sich das Tarvo vielfältig konfigurieren - dank großzügiger Verwendung von Kohlefaser-Komponenten wiegt unser Testbike fast schon absurd leichte 12,9 kg.

Laut Last ist das Tarvo das leichteste Enduro-Bike der Welt – ein vollmundiges Versprechen, das sich gut an der Waage überprüfen lässt. Diese zeigt bei unserem Testbike in Größe 185 einen Wert von 12,92 kg an. Das ist tatsächlich ein ziemlich überragender Wert, zumal am Heck ein Maxxis Minion DHR II mit Double Down-Karkasse verbaut ist. Auch mit Laufrädern und Cockpit aus Aluminium dürfte problemlos ein Gewicht von deutlich unter 14 kg möglich sein. Das ist für ein kompromissloses Vollgas-Enduro beeindruckend.

Geometrie

Auch bei der Geometrie geht Last eigene Wege: Das Tarvo wird in vier Größen von 165 bis 195 angeboten, wobei die Bezeichnungen direkt einen Anhaltspunkt für die Fahrergröße bieten. Damit deckt Last Reach-Werte von 429 mm bis hin zu stattlichen 518 mm ab. Der Lenkwinkel liegt über alle Rahmengrößen hinweg bei flachen 64°, der Sitzwinkel wird mit zunehmender Größe sogar einen Tick steiler. Außerdem wächst das Heck mit – von sehr kurzen 430 mm in Größe 165 bis auf mittellange 444 mm in Größe 195. Das soll für eine ausgewogene Balance sorgen. Eine Tretlager-Absenkung von 27 mm und insgesamt eher hohe Stack-Werte runden das Gesamtpaket ab.

Rahmengröße 165 175 185 195
Laufradgröße 29″ 29″ 29″ 29″
Reach 429 mm 454 mm 485 mm 518 mm
Stack 622 mm 631 mm 640 mm 649 mm
STR 1,45 1,39 1,32 1,25
Lenkwinkel 64° 64° 64° 64°
Sitzwinkel, effektiv 76° 76° 76,2° 76,4°
Sitzwinkel, real 67,7° 69,2° 70,8° 72,3°
Oberrohr 487 mm 523 mm 568 mm 620 mm
Steuerrohr 95 mm 110 mm 120 mm 130 mm
Sitzrohr 385 mm 415 mm 455 mm 510 mm
Kettenstreben 430 mm 432 mm 438 mm 444 mm
Radstand 1.194 mm 1.227 mm 1.268 mm 1.312 mm
Tretlagerabsenkung 32 mm 27 mm 27 mm 27 mm
Einbauhöhe Gabel 581 mm 581 mm 581 mm 581 mm
Gabel-Offset 44 mm 44 mm 44 mm 44 mm
Federweg (hinten) 160 mm 160 mm 160 mm 160 mm
Federweg (vorn) 170 mm 170 mm 170 mm 170 mm

Ausstattung

Auf der Last-Website kann man das Tarvo entweder als Rahmenkit oder als Komplettbike konfigurieren und hat dabei zahlreiche verschiedene Optionen. Auf unser Testbike trifft das Prädikat „edel“ definitiv zu. Das Fahrwerk besteht aus einer Fox 36 in Factory-Ausführung, die 160 mm Federweg am Heck werden von einem Float X2-Dämpfer verwaltet. SRAM Code RSC-Bremsen mit 200 mm-Rotoren vorne und hinten sorgen für die negative Beschleunigung, geschaltet wird mit der elektrischen SRAM XX1 AXS-Gruppe. Die leichten Newmen Advanced SL A.30-Laufräder aus Carbon sind mit griffigen Maxxis-Reifen bestückt, auch der Bike Ahead Composites-Lenker besteht aus Kohlefaser. In dieser Konfiguration kostet das Last Tarvo rund 9.950 €.

  • Federgabel Fox 36 Facoty (170 mm)
  • Dämpfer Fox Float X2 (160 mm)
  • Antrieb SRAM XX1 Eagle AXS
  • Bremsen SRAM Code RSC
  • Laufräder Newmen Advanced SL A.30
  • Reifen Maxxis Assegai / Maxxis Minion DHR II
  • Cockpit Bike Ahead Composites The Riser (800 mm) / Intend Grace EN (50 mm)
  • Sattelstütze Vecnum Nivo (182 mm)
An der Front unseres Testbikes werkelt eine Fox 36 Factory mit 170 mm Federweg.
# An der Front unseres Testbikes werkelt eine Fox 36 Factory mit 170 mm Federweg.
Standesgemäß: Die elektrische SRAM XX1 Eagle AXS-Schaltung ist an einem Rad in diesem Preisbereich praktisch Pflicht.
# Standesgemäß: Die elektrische SRAM XX1 Eagle AXS-Schaltung ist an einem Rad in diesem Preisbereich praktisch Pflicht.
Griffige Reifen mit dicker Karkasse: Trotz Fokus auf Leichtbau geht Last keine Kompromisse bei der Haltbarkeit ein.
# Griffige Reifen mit dicker Karkasse: Trotz Fokus auf Leichtbau geht Last keine Kompromisse bei der Haltbarkeit ein.
Die Vecnum Nivo-Sattelstütze bietet einen Verstellbereich von stolzen 182 mm.
# Die Vecnum Nivo-Sattelstütze bietet einen Verstellbereich von stolzen 182 mm.
Kann man so machen.
# Kann man so machen.

Auf dem Trail

Unter Downhill-Profis ist es eine verbreitete Tradition, einen neuen Helm vor der ersten Abfahrt auf den Boden zu dotzen, damit der erste Sturz sozusagen aus dem Weg ist. Ähnlich sollte man mit dem Last Tarvo vermutlich ebenfalls vorgehen – denn das schwarze Gerät ist eigentlich viel zu schön und viel zu edel, um es ohne Rücksicht auf Verluste über harte Enduro-Trails zu prügeln. Und überhaupt: Kann ein unter 13 Kilo leichtes Enduro überhaupt gut funktionieren oder ist es viel zu fragil?

Solange es sich im Rahmen hält, ist mir persönlich das Gewicht bei einem Vollgas-Enduro relativ egal
# Solange es sich im Rahmen hält, ist mir persönlich das Gewicht bei einem Vollgas-Enduro relativ egal - doch es ist beeindruckend, wie leichtfüßig das Last Tarvo klettert. Der Hinterbau bleibt dabei relativ ruhig, sodass man sich den Griff zum Climb Switch getrost sparen kann.

Das lässt sich hervorragend bei der ersten Abfahrt testen, doch dazu muss man zunächst einmal hoch auf den Berg. Im Uphill macht das Tarvo insgesamt eine ausgezeichnete Figur. Durch den steilen Sitzwinkel sitzt man sehr zentral und hat nicht das Gefühl, zu stark von hinten in die Pedale zu treten. Lässt man den Dämpfer im offenen Modus, dann bewegt sich der Hinterbau beim gleichmäßigen Pedalieren zwar – negativ fällt das allerdings nicht auf. Den Griff zum Climb Switch haben wir uns daher nahezu immer gespart. Sprints werden sofort in Vortrieb umgesetzt und auch das geringe Gewicht macht sich bergauf definitiv positiv bemerkbar. Für ein Vollgas-Enduro mit Double Down-Bereifung ist das Last Tarvo jedenfalls sehr leichtfüßig geklettert. Aufpassen muss man möglicherweise bei steilen und technischen Anstiegen, da der Lenkwinkel eher flach und der Stack eher hoch ist. Durch den am Testbike verbauten Bike Ahead Composites-Lenker mit nur 15 mm Rise gab es hier jedoch keine Probleme.

Schon bei unserer ersten kurzen Ausfahrt kurz vor dem offiziellen Release, also vor gut einem Jahr, hat sich das Tarvo bergab als viel Sicherheit vermittelndes, gleichzeitig aber auch eher lebhaftes und aktives Enduro-Bike gezeigt. Entsprechend gespannt waren wir, wie sich das Tarvo jetzt über einen längeren Zeitraum im Vergleich zu anderen aktuellen Enduros und nun auch mit straffem Fox-Fahrwerk und nicht den etwas direkteren RockShox-Federelementen schlagen würde. Um die Antwort abzukürzen und vorwegzunehmen: Am ersten, sehr positiven Eindruck hat sich nicht viel geändert!

Durch den vergleichsweise kurzen Hinterbau, der über alle Rahmengrößen hinweg etwas in die Länge wächst, nimmt man auf dem Tarvo eine etwas hecklastige Position ein
# Durch den vergleichsweise kurzen Hinterbau, der über alle Rahmengrößen hinweg etwas in die Länge wächst, nimmt man auf dem Tarvo eine etwas hecklastige Position ein - dadurch gelingen schnelle Richtungswechsel spielerisch. Bei hohen Geschwindigkeiten ist etwas Konzentration erforderlich.

Das Last Tarvo ist ein Enduro-Bike, das man extrem schnell fahren kann – wenn man das denn will. Man kann auf dem Tarvo aber auch problemlos in Trails einbiegen, die keinen Messer-zwischen-den-Zähnen-Fahrstil erfordern, und wird trotzdem jede Menge Spaß haben. Schnelle Richtungswechsel gelingen sehr leicht. Zwar wachsen die Kettenstreben über alle Rahmengrößen hinweg an. Allerdings ist die Gewichtsverteilung insgesamt eher hecklastig. Darunter kann zwar die Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten etwas leiden – Spaß macht die Kombination aber definitiv!

Der Hinterbau des Tarvos funktioniert sehr effizient und geht nicht zu verschwenderisch mit dem Federweg um
# Der Hinterbau des Tarvos funktioniert sehr effizient und geht nicht zu verschwenderisch mit dem Federweg um - dadurch bekommt man immer etwas Feedback vom Untergrund und hat nicht das Gefühl, ein lebloses Gefährt unter sich zu haben.

Dabei geht das Heck insgesamt eher effizient mit dem zur Verfügung stehenden Federweg um. Nicht falsch verstehen: Das Last Tarvo ist keine straffe Trailfräse, die anstrengend zu fahren ist. Wer aber ein Superenduro-Schiff erwartet, das jeden Trail so plattbügelt, dass man vom Untergrund gar kein Feedback mehr mitbekommt … na ja, der sollte sich wohl lieber ein Superenduro-Schiff oder möglicherweise direkt einen Panzer kaufen.

Weil das Heck sehr viel Gegenhalt bietet und der Federweg nicht sinnlos verschwendet, sondern sinnvoll verwendet wird, kann man das Last Tarvo sehr präzise über den Trail manövrieren. Finger weg von der Bremse, das Fahrwerk arbeiten und den edlen Hobel einfach laufen lassen? Geht auch: Wenn man will, dann galoppiert das Tarvo mehr als willig ins Tal. Noch mehr in seinem Element ist das Last jedoch, wenn man mit einem konkreten Plan an eine Sektion herangeht, genau weiß, wann das Rad wo sein soll und einem aktiven Fahrstil frönt.

Last-Tarvo-Action-8889
# Last-Tarvo-Action-8889

Das Heck des Last Tarvos bietet eine vergleichsweise hohe Progression, die jedoch nicht zu übertrieben ist und gleichmäßig einsetzt. So hat man nicht den Eindruck, gegen eine Progressions-Wand zu fahren – gleichzeitig konnten wir bei normaler Fahrweise keine Durchschläge provozieren. Wer ein satteres Gefühl auf dem Trail bevorzugt, kann darüber nachdenken, etwas weniger Druck im Dämpfer zu fahren und bei Bedarf noch einen Volumenspacer einzubauen. Auch mit Coil-Dämpfern dürfte das Tarvo-Heck gut harmonieren.

Gespannt war ich, ob und wie sich der Flexpivot-Hinterbau auf dem Trail bemerkbar machen würde
# Gespannt war ich, ob und wie sich der Flexpivot-Hinterbau auf dem Trail bemerkbar machen würde - im Vergleich zu so manchem Konkurrenten fühlt sich das Tarvo-Heck hin und wieder etwas schnippischer an. Ob das am fehlenden Drehpunkt liegt? Schwer bis unmöglich zu sagen.

Gespannt waren wir im Vorfeld, ob – und wenn ja wie – man den Flexpivot-Ansatz am Hinterbau bemerken würde. Um ehrlich zu sein: In einem Blindversuch wären wir wohl kaum drauf gekommen, dass sich Last das Lager am Hinterbau gespart hat und stattdessen auf die flexiblen Eigenschaften von Carbon setzt. Was auffällt, ist, dass sich der Hinterbau etwas schnippischer anfühlt als die meisten anderen Enduros mit vergleichbaren Eckdaten. Das lässt sich vor allem im direkten Vergleich beobachten. Inwiefern das durch den einteiligen Hinterbau ohne Drehpunkt kommt? Schwer zu sagen – wahrscheinlicher ist für uns hier ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren.

Auf Trails mit sehr ruppigen Sektionen, wo man seine Linien nicht perfekt kennt, liegt der ein oder andere Konkurrent noch etwas satter auf der Piste
# Auf Trails mit sehr ruppigen Sektionen, wo man seine Linien nicht perfekt kennt, liegt der ein oder andere Konkurrent noch etwas satter auf der Piste - das Tarvo ist kein reines Bügeleisen, was mich auch nicht weiter gestört hat. Davon abgesehen gibt sich die schwarze Schönheit auf dem Trail keinerlei Blöße.

Das insgesamt sehr direkte Fahrverhalten sorgt dafür, dass man sich auf dem Last Tarvo sehr schnell sehr schnell fühlt. Diesen Eindruck konnte das Last Tarvo bei einer mehrtägigen Shuttle-Session auf einer lokalen Downhill-Strecke im direkten Vergleich gegen sieben andere moderne Race-Enduros auf beeindruckende Art und Weise bestätigen. Gerade dann, wenn man den Trail gut kennt und die Finger nach Möglichkeit weg von der Bremse lässt, fliegt man förmlich ins Tal – und hat dabei enorm viel Spaß. Etwas zurückhalten muss man sich hingegen in schnellen, ruppigen Sektionen, wenn das Fahrwerk stark gefordert ist und man gleichzeitig in Kurven anbremsen muss. Hier zeigt sich die Konkurrenz teilweise etwas unbeeindruckter und liegt satter auf der Piste. Das tut dem Fahrspaß allerdings keinen Abbruch.

Last-Tarvo-Action-9022
# Last-Tarvo-Action-9022

Im Vergleich

Last Tarvo vs. Kavenz VHP16

Beide Bikes sind beeindruckende Werke von kleinen, deutschen Firmen und beide Modelle sind Teil unserer „Neue Deutsche Welle“-Artikelserie – doch trotz ziemlich vergleichbarer Eckdaten und Einsatzgebiete enden hier auch schon die Gemeinsamkeiten vom Last Tarvo und dem kürzlich von uns getesteten Kavenz (zum Kavenz VHP16-Test). Gewichtstechnisch und dadurch bedingt im Uphill hat das Last die Carbon-Nase vorn, auf gemäßigten bis harten Trails ist es wohl eine Frage der Präferenz. In ganz ruppigem Gelände zieht das Kavenz VHP16 eindeutig davon, wenngleich beide Räder insgesamt sehr schnell sind. Während das Kavenz VHP16 mit den geraden Aluminium-Rohren, dem rohen Finish, der Ketten-Umlenkung und dem eher groben Hinterbau fast schon eine gewisse Steampunk-Ästhetik hat, wirkt das Last Tarvo hingegen wie eine futuristische Design-Studie aus einer Kunst-Galerie. Hier gibt es dann abschließend doch wieder zwei Gemeinsamkeiten: Beide Räder werden eine große Fanbasis haben – und beide Modelle sind tolle Mountainbikes.

Das Kavenz VHP16 ist ebenfalls ein extrem spannendes Bike aus Deutschland, das auf ruppigen Trails die Nase vorn hat
# Das Kavenz VHP16 ist ebenfalls ein extrem spannendes Bike aus Deutschland, das auf ruppigen Trails die Nase vorn hat - für das Last spricht das deutlich geringere Gewicht und die höhere Allround-Fähigkeit. Keine Frage: Beide Bikes sind fantastisch!
Ein sehr, sehr guter Allrounder ist das neue Trek Slash, das ähnlich wie das Tarvo kein reiner Baller-Bolide ist
# Ein sehr, sehr guter Allrounder ist das neue Trek Slash, das ähnlich wie das Tarvo kein reiner Baller-Bolide ist - den Vergleich mit modernen Enduro Race-Bikes der namhaften Konkurrenz muss das Last Tarvo in keinem Fall scheuen.

Last Tarvo vs. moderne Race-Enduros

Ähnlich wie das Kavenz VHP16 konnten wir auch das Last Tarvo im Rahmen unseres derzeit laufenden Enduro-Vergleichstest auf einigen Abfahrten gegen die aktuellen Top-Enduros der Branchenriesen von Trek, Specialized, Santa Cruz und Co. testen. Spätestens hier wurde klar, dass Last mit dem Tarvo ein ziemlich beeindruckendes Bike gelungen ist, das sich keineswegs hinter der Konkurrenz verstecken muss – sondern stattdessen eher die besten Eigenschaften in sich vereint. Räder vom Kaliber eines Specialized Enduros oder eines Santa Cruz Megatowers mit Coil-Fahrwerk liegen insgesamt noch satter und lassen sich noch weniger aus der Ruhe bringen. Bei der Kombination aus Spieltrieb und Geschwindigkeit konnte im Testfeld lediglich das Trek Slash mithalten.

Das ist uns aufgefallen

  • Kofferraum Specialized war mit dem SWAT-Ansatz der Vorreiter, inzwischen sind Aufbewahrungs-Lösungen im Rahmen kein absolutes Alleinstellungsmerkmal mehr – gern gesehen sind sie aber definitiv. Der Stauraum im Unterrohr des Last Tarvos fällt nicht ganz so üppig aus wie bei Specialized und Trek. Wer sich an das Feature gewöhnt hat, wird es zukünftig aber wohl kaum missen wollen. Aufpassen muss man beim Verschluss-Mechanismus, denn die Magnete sind wirklich, wirklich stark. In der Gebrauchsanweisung wird explizit darauf hingewiesen, dass der Magnet-Verschluss zu Quetschungen führen kann, wenn die Haut eingeklemmt wird, und dass man Gegenstände wie Kreditkarten oder Herzschrittmacher lieber fernhalten sollte. Getestet haben wir das zum Glück nicht. Nach der Handhabung des Kofferraums würden wir selbst unserem größten Erzfeind nicht wünschen, sich einen Hautlappen im Tarvo-Kofferraum einzuklemmen.
  • Verarbeitungsqualität Das Last Tarvo ist ein absolutes Premium-Produkt, bei dem man für einen sehr hohen Preis auch eine überragende Qualität bekommt. Jedes kleine Detail wirkt wie aus einem Guss, dazu ist das rohe Carbon-Finish optisch ein absoluter Leckerbissen.
  • Geräuschkulisse Die Vögel zwitschern, die Reifen beißen sich im loamigen Untergrund fest, das Fahrwerk arbeitet und schnauft ein wenig vor sich hin. Und sonst? Nix! Das Last Tarvo ist ein sehr leises Bike, an dem dank gut geschützter Kettenstreben und internen Leitungsführungen nichts klappert. 
Die Verarbeitungsqualität ist auf einem sehr hohen Niveau, dazu wirkt der Rahmen in praktisch jedem Detail enorm durchdacht
# Die Verarbeitungsqualität ist auf einem sehr hohen Niveau, dazu wirkt der Rahmen in praktisch jedem Detail enorm durchdacht - man bezahlt für ein Premium-Produkt und bekommt auch ein solches.
Der Kofferraum im Tarvo ist sehr praktisch
# Der Kofferraum im Tarvo ist sehr praktisch - der Magnetverschluss, mit dem die Klappe an Ort und Stelle gehalten wird, ist allerdings extrem stark. Wer seine Finger mag, sollte hier ganz besonders aufpassen.
  • Haltbarkeit Trotz anfänglicher Bedenken haben wir das Last Tarvo während der letzten Monate keineswegs geschont. So wurde das Tarvo nicht nur im Sonnenschein, sondern auch bei absolutem Mistwetter getestet. Auch die Haltbarkeit wurde an mehreren Shuttle-Tagen auf die Probe gestellt. Trotz geringem Gewicht hat das Tarvo hier keinerlei Probleme verursacht. An unserem privaten Bike würden wir allein schon aus Kostengründen das ein oder andere Bauteil aus Aluminium wählen. Außerdem sollte man bei den verbauten Komponenten relativ penibel auf die vorgeschriebenen Drehmomente achten.
  • Garantie und Recycling Last bietet auf alle Carbon-Rahmen eine Garantie von 5 Jahren bei voller Freigabe für den Bikepark- und Renn-Einsatz. Außerdem gibt es ein transparent gestaltetes Crash Replacement-Programm, das ab Kauf drei Jahre lang gültig ist und dessen Bedingungen online einsehbar sind. Weiterhin garantiert Last die Rücknahme und das sachgerechte Recycling der Carbon-Rahmen. Auch wenn dieses Thema für viele (noch) nicht relevant ist, finden wir das sehr sinnvoll!
  • Der Preis Keine Frage: Etwa 9.950 € für das von uns getestete Komplettbike sind eine Menge Geld – negative Kommentare sind hier logischerweise vorprogrammiert. Will man das Last Tarvo noch exklusiver aufbauen, beispielsweise mit einem Intend-Fahrwerk, wird ein fünfstelliger Betrag fällig. Dank des Last-Konfigurators konnten wir das Tarvo aber auch mit einem etwas vernünftigeren Aufbau konfigurieren. Mit einem RockShox Ultimate-Fahrwerk, DT Swiss M1700-Laufrädern aus Aluminium, einer GX Eagle-Schaltgruppe, Code RSC-Bremsen, einer Bikeyoke Divine-Sattelstütze und Anbauteilen aus Aluminium werden 7.459 € fällig. Mit den Angeboten anderer Premium-Hersteller lässt sich das natürlich nicht 1:1 vergleichen, aber doch recht gut. Last schneidet hier nicht überragend, aber eben auch nicht schlecht ab.
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# last-tarvo-0496
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# last-tarvo-0529

Fazit – Last Tarvo

Das Last Tarvo ist ein wirklich beeindruckendes Enduro-Bike, das praktisch auf ganzer Linie überzeugen kann. Auf harten Trails wie auch auf gemäßigten Strecken ist das federleichte Gerät voll in seinem Element und überzeugt insgesamt mit einem direkten, präzisen und sehr spaßigen Fahrverhalten. Auch die Qualität des in Deutschland gefertigten Rahmens begeistert. Wer auf der Suche nach einem vielseitigen Enduro ist, das man definitiv nicht an jeder Ecke sieht und das dazu regional produziert wird, sollte sich das Last Tarvo ganz genau anschauen – und bereit sein, beim Preis nicht auf die eigene Vernunft zu hören …

Pro
  • präzises, agiles Fahrverhalten
  • sehr hohe Verarbeitungsqualität
  • durchdachte Detaillösungen
  • regionale, faire Produktion und Recycling-Angebot
  • extrem schicke Optik
Contra
  • hoher Preis
  • auf der Bremse in ruppigem Gelände etwas unruhig
Das Last Tarvo ist ein fantastisches Enduro-Bike, das auf zahlreichen Trails von sanft und flach bis schnell und ruppig hervorragend funktioniert
# Das Last Tarvo ist ein fantastisches Enduro-Bike, das auf zahlreichen Trails von sanft und flach bis schnell und ruppig hervorragend funktioniert - dazu lässt es sich vielfältig konfigurieren, besticht mit seiner Optik und bietet durchdachte Features. Neben dem Preis der wohl einzige Haken an der Sache: Zum Fahren ist es eigentlich viel zu schön!

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Testablauf

Das Last Tarvo wurde in den letzten Monaten auf unseren Hometrails im Taunus und in Bad Kreuznach getestet. Dabei wurden nahezu alle Höhenmeter aus eigener Kraft zurückgelegt. Darüber hinaus durfte sich das Bike noch bei mehreren Shuttle-Sessions auf der Downhill-Strecke der Wheels over Frankfurt beweisen.

Hier haben wir das Last Tarvo getestet

  • Taunus, Hessen Naturbelassene Trails mit zahlreichen Wurzeln und Steinen von flach bis steil
  • Bad Kreuznach, Rheinland-Pfalz abwechslungsreiche und flowige Trails auf meist trockenem, teils steinigen Boden
Tester-Profil: Moritz Zimmermann
61 cm93 kg85 cm61 cm186 cm
Moritz ist seit vielen Jahren auf dem Mountainbike unterwegs – vor allem auf Enduro- und Trailbikes, gerne aber auch im Bike Park.
Fahrstil
Räder auf dem Boden, saubere Linienwahl
Ich fahre hauptsächlich
Trail, Enduro
Vorlieben beim Fahrwerk
relativ straff mit viel Dämpfung, Heck eher langsam
Vorlieben bei der Geometrie
mittellanges Oberrohr, hoher Stack, lange Kettenstreben, flacher Lenkwinkel


Hier findest du alle weiteren Artikel der Neuen Deutschen Welle:

  1. benutzerbild

    525Rainer

    dabei seit 09/2004

    Wenn die grafiken von bikestats stimmen kann man sich das alles super rausmessen. Und wenn ich das vergleiche wirkt sich hoher sattelauszug halt beim tarvo wegen dem knick anders aus. Deswegen kann ich dort nicht einfach eine nummer kleiner nehmen wie man das nach neuesten wissenschaftlichen mtb news erkenntnissen jetzt allgemein tun soll.

    Fahrwerkseinstellung im uphill ist bei mir eh 99% geschlossen da ist der dämpfer ausgefahren. Null problemo.
  2. benutzerbild

    malice

    dabei seit 01/2003

    Schon ein Traum das Rad. Wenn es eine 27.5er Variante gäbe würde ich mir den Rahmen direkt bestellen.
  3. benutzerbild

    Ohmchen

    dabei seit 04/2012

    Tarvo?

    Die Typenbezeichnung "Coal" war ja in der eigenen Produktpalette schon vergeben ... hätte sonst eigentlich ganz gut zum Coalenstoff gepasst.
  4. benutzerbild

    Hüby

    dabei seit 01/2009

    hab nach zwei Jahren Yeti-SB-150 auf das Tarvo gewechselt und kann dem Test voll zustimmen.. smilie
    mein Yeti war ein bügelnder Panzer wenns richtig gerumpelt hat aber nicht die beste Wahl wenns tretlastig oder eng/zackig usw wurde und ist trotz dem mehr Gewicht dennoch gerissen.. dann hab ich eine ähnliche Geo in leichter gesucht und bin beim Tarvo fündig geworden..mit gleichem Aufbau 1kg leichter und vom Charakter genau das Gegenteil zum Yeti was für mich bei Endurorennen im Mittelgebirgen einfach die bessere Wahl ist..166125893_1350129448700623_5238463070062772652_n.jpg
  5. benutzerbild

    Rick7

    dabei seit 10/2008

    Erinnert mich an all die dicken AMGs, die vor diversen runter gekommenen Plattenbauten parken.
    Das war jetzt aber schon etwas daneben oder? 😏 das was du meinst kenn ich und kann ich hier sehr oft sehen, ja. Aber hat doch nix damit zu tun wenn er sich im Garten einen kicker schaufelt. Find ich nämlich ziemlich geil🤩 ... Während die andern Spießer ihrn golfrasen pflegen

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